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HAYWIRE

07.03.2012 | FILM/TV

Ab 9. März 2012 in den österreichischen Kinos
HAYWIRE
USA  /  2011
Regie: Steven Soderbergh
Mit: Gina Carano, Michael Fassbender, Ewan McGregor, Michael Douglas, Antonio Banderas u.a.

Man fragt sich wirklich, wie jemand noch so dumm sein kann, Geheimagent werden zu wollen. Wissen wir doch alle aus einschlägigen Filmen und Büchern, dass die Agenten von ihren Auftraggebern verleugnet, verlassen, verraten, am Ende sogar selbst eliminiert werden. Da gibt es keinen Dank, nicht einmal ein Sorry, das ist das Geschäft. Nun, solange es einen selbst nicht betrifft und auf der Kinoleinwand unterhält…

Freilich, dass Steven Soderbergh nicht mehr zu bieten hat als eine solche etwas ausgelutschte Story, verwundert. Zwar bietet dieser Regisseur nicht gleichmäßige Qualität, aber im allgemeinen etwas mehr Anspruch.

Was unterscheidet „Haywire“ nun von anderen Filmen dieser Art? Dass eine Frau als Action-Heldin im Mittelpunkt steht (obzwar das erst kürzlich in „Salt“ mit Angelina Jolie der Fall war). Freie Agentin Mallory Kane erfüllt ihre Aufträge und merkt auf einmal, dass man ihr ans Leben will. Worauf sie souverän den Spieß umdreht und die sie jagenden Männer in den Schwitzkasten nimmt, dass es höher nicht geht… kurz, sie rächt sich fürchterlich.

Die Dame, die das tut, heißt Gina Carano und ist im Grunde die Schwäche des Streifens. Die 29jährige Amerikanerin wurde wegen ihrer professionellen Fähigkeiten in zahlreichen Martial Arts für diesen Film gewählt, und sie kämpft wie der Teufel, mit Geschmeidigkeit und Souveränität, das ist einfach spürbar echt. Im übrigen sieht sie durchschnittlich und keinesfalls spektakulär aus und ermangelt jeder Kamera-Persönlichkeit. Kurz, sie trägt den Film nicht.

Dafür hat Soderbergh eine Menge Starnamen in den Film gefüttert, die meisten in solchen Mini-Rollen, dass sie wie eine Gefälligkeit für den Regisseur aussehen. Nur Michael Fassbender, der offenbar zeigen will, dass er nicht nur ein Spitzenschauspieler ist, sondern auch im schnöden Mainstream zu gebrauchen, darf mit der Dame eine so brutale Kampfszene hinlegen, dass diese zum Zentrum des Films avanciert. Ewan McGregor, Antonio Banderas und Michael Douglas haben hier viel weniger zu bieten, und der Film selbst am allerwenigsten. Warum Mallory Kane eigentlich umgebracht werden soll, kapiert man nicht so recht – das hat das Drehbuch bei lauter hektischer, aber nicht sehr sinnvoller Action vergessen. Der Titel „Haywire“ bedeutet ja auch „drunter und drüber“. Aber für einen Erfolg an der Kinokasse wird das Gebotene immer noch ausreichen.

Renate Wagner

 

 

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