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HAMBURG/ Delphi Showpalast: LET THERE BE SIN – erotisch-musikalische Show

04.10.2015 | Operette/Musical

03.10.2015 HAMBURG / Delphi Showpalast: LET THERE BE SIN

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Ruby Feline auf dem Kontrabass. Foto: www.wieglas.de

 

Hamburg gilt als Musicalhauptstadt Deutschlands und die weltbekannte Reeperbahn ist im ganzen Land Synonym für Laster und Sünde. Nichts liegt da näher, als eine erotisch-musikalische Show wie „Let there be sin“ auf die Bühne zu bringen.

Nathalie Tineo ist Stimme und Mittelpunkt der Formation The Sinderellas und versammelt eine bezaubernde Schar an talentierten Sängerinnen und Tänzerinnen um sich. Sie haben so illustre Namen wie Billy Balloon, Simona Bacigalupo, Ruby Féline und Desde Mona.

Gemeinsam zaubern sie eine wilde Mischung aus mitreißendem Swing und hoch erotischem Burlesque auf die Bühne. Musikalisch begleitet die Damen eine sechsköpfige Band, deren Mitglieder in einigen Szenen effektvoll ins Geschehen auf der Bühne mit einbezogen werden.

Die Künstlerinnen haben einiges drauf: Tanz, anspruchsvolle Akrobatik und auch stimmlich stechen sie so manch populäreres Popsternchen locker aus. Gesungen wird durchwegs in englischer Sprache. Die Songs sind weitgehend perfekt auf die Sinderellas zugeschnittene Eigenkompositionen, die durch nur wenige gecoverte Hits ergänzt werden.

Tänzerisch fiel besonders Christine Weidner alias Ruby Féline durch ihre elegante Erscheinung auf. Die zweifache Weltmeisterin im Poledance Anne-Marie Kot hat einen eindrucksvollen Auftritt an der in der Mitte des Zuschauerraumes platzierten Stange.

Es gibt natürlich auch Interaktion mit dem Publikum. Es darf geklatscht, gesungen und mitgetanzt werden. Ziemlich zu Beginn der Show wird ein aus der Menge herausgedeuteter „Freiwilliger“ dazu aufgefordert, seine Jeans herunterzulassen. Er kommt in den Genuss öffentlich von Desde Mona ausgepeitscht zu werden. Der Abend könnte schnell in Peinlichkeiten ausarten – tut dies aber nicht.

In jeder Jugendzeitschrift und fast allen Opernhäusern der Welt ist mehr nackte Haut zu sehen als hier – dennoch: es knistert und bekanntlich ist Erotik ja nicht mit purer Nacktheit gleichzusetzen. Es wird Unterhaltung in bester Manier und auf höchstem Niveau zelebriert. Das Publikum, Männer wie Frauen, war begeistert. Von Mitte zwanzig bis über siebzig waren so ziemlich alle Altersschichten im Auditorium vertreten.

Im Delphi Showpalast in Hamburg ist die Show noch am 16. und 17. Oktober und am 18. und 19. Dezember zu sehen. Das Kölner Publikum darf sich auf eine Vorstellung am 09. Januar 2016 im Gloria Theater freuen. Warum eigentlich nicht Frankfurt, Berlin, London?

Marc Rohde

 

 

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