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GRAZ: WETTBEWERB „ACCADEMIA BELCANTO“

GRAZ 6. und 7. 9. WETTBEWERB DER ACCADEMIA – BELCANTO 2014

Eine sehr namhafte Jury traf sich hier um den begabten Nachwuchs auszuzeichnen, aber auch schon in der Karriere stehende erfahrenere sehr gute Sänger wurden mitberücksichtigt und gekürt. Die Gründerin dieses Wettbewerbs, Frau Natela Nicoli verzichtete diesmal auf die Altersbeschränkung und es machte das „künstlerische Kräftemessen“ eigentlich sehr interessant.

Die internationale Jury war besetzt mit: KS. Jaime Aragall, Ks. Ildiko Raimondi, Klara Bokuchava, Gabriella Mafara, Stefanie Kopinits, Natela Nicoli, Eteri Lamoris, Günther Fruhmann, Günther Ziesel, Karin Wolfsbauer.

1. Preis Robert Stolz Preis 6.000.- Euro, gestiftet von der Stadt Graz

2. Preis Sakaria Paliashvili Preis 3.500.- Euro gestiftet vom Georgischen Kulturministerium

3. Preis Giacomo Aragall Preis 2.500.- Euro gestiftet vom Hotel am Stephansplatz Wien

Mozart – Preis 500.- Euro gestiftet von der Gesellschaft der Grazer Opernfreunde

Weiters gab es noch so manche Anerkennungspreise.

Der Abend des 6. 9. war der Abschluss der Finalisten, ein sehr hochkarätiges Niveau konnte man an diesen Abend absolut feststellen. Nicht alle Finalisten und auch Preisträger hörte man am 7. 9. in der schönen Kirche von Frohnleiten bei Graz.

Infolge des hohen Niveaus der Teilnehmer wurden die drei Hauptpreise auf immer je zwei Teilnehmer aufgeteilt.

Es spielte das Orchester der Accademia Belcanto sehr animiert unter Thomas Platzgummer. Stefanie Kopinits führte mit launiger Moderation durch den Abend. Nach dem Orchestervorspiel aus „Carmen“ begannen Natela Nicoli und Iryna Loi (Lettland) mit dem „Ave maria“ von J. Caccini, Iryna Loi sang am Vorabend die große Szene der „Margarethe“ aus „Faust“, hier hörte man noch ein sehr flüssiges „Halleluja“ von Mozart. Mit dem Preis der schönsten Sopranstimme wurde Giulia de Blasis (Italien) ausgezeichnet, am Vorabend sang sie die Gavotte der „Manon“, nun hörte man ein wunderbares „O mio babbino caro“. Allessio Borraggine (Italien), Gewinner des 3. Preises sang ein eindrucksvolles „E lucevan le stelle“, am Vorabend konnte er mit dem „Improviso“ des „Andrea Chenier“ beeindrucken. Im Laufe der beiden Arien hörte man Ledina Lamai (Lettland) mit beiden Arien der „Liu“, sie erhielt einen Förderpreis. Mariam Kajaeva (Georgien) sang zum Finalprogramm die große Szene der Fürstin aus „Adrianna Lecouvreur“ und stellte sich zum Abschluss als „Carmen“ vor. Mit dem Quartett aus „Rigoletto“ vorgetragen von Mariam Nachkebia (Georgien), am Vorabend auch eine starke „Gilda“, ihr Anerkennungspreis galt dem wunderbaren Vortrag der Arie, Mariam Kajaeva, als Herzog der Tenor Louis Zaitoun (Frankreich), der im Finale die großem Szene des „Edgardo“ zum Besten gab, Rigoletto wurde vom preisträger des Wagnerpreises gestaltet, Manfred Blassmann (Deutschland), der sich am Vorabend beachtlich als Gurnemanz vorstellte., in die Pause geschickt.

Nach der Pause wurden alle Preisträger gekürt und gefeiert, dann ging das Konzert wieder sehr anspruchsvoll weiter. Stefanie Kopinits als „Gräfin Almaviva“ unterstützte Elisabeth Pratscher (Österreich) als „Susanna“ im „Briefduett“ aus Mozarts „Figaro“, weiters hörte man noch Elisabeth Pratscher, die Gewinnerin des Mozartpreises mit der „Rosenarie“ der Susanna und am Vorabend zeigte sie ihr Talent als lustige „Norina“ aus „Don Pasquale“. Der Gewinner des zweiten Preises Liu Chang (China) und auch der Auszeichnung der schönsten Tenorstimme sang an beiden Abenden die erste Arie des „Don Ottavio“ aus „Don Giovanni“ mit viel Stil. Der junge Szymon Mechlinski (Polen), er bekam einen Förderpreis zeigte im Finale sein Können mit der großen Arie des „Guglielmo“, im großen Konzert konnte man den erst 21jährigen als Mozarts „Figaro“ in „non piu andrei“ erleben. Roman Pichler (Südtirol) sang an beiden Abenden „una furtiva lagrima“, die Arie des Nemorino und gewann damit den ersten Preis. Monika Romirer (Österreich) errang mit der Romanze der „Juliette“ den dritten Preis, diese Arie trug sie auch ein zweites Mal vor. Der erste Preis ging an Igor Levitan (Russland), am Vorabend sang er mehr als beeindruckend die Arie des „Dämon“ aus der gleichnamigen Oper von Anton Rubinstein. Im Festkonzert konnte er als rossinischer „Basilio“ begeistern. Aus der gleichen Oper dann Anna Werle (Deutschland) als kesse „Mezzo – Rosina“, am Vorabend eine sehr feine „Angelina“ aus „La Cenerentola“ und kassierte damit den zweiten Preis und die Auszeichnung der schönsten Mezzostimme. Zum Abschluß erlebte man Raul G. Iriarte (Argentien – Österreich) der im Finalkonzert die erste Arie des „Mario Cavaradossi“ stilvoll sang, mit einem enormen „Nessun dorma“ das vom Publikum „Standing Ovation“ erhielt, wie später der ganze Abend, der mit der Draufgabe des nie fehlenden „Brindisi“ aus Traviata und einem launigen „Funiculli – Funiculla“ endete.

Ergänzend sei vermerkt, im Finalistenkonzert am 6. 9. hörte man noch Jacinta Barbachano aus Mexiko mit der Cavatine des „Cheubino“, Angelika Mayer (Österreich) mit der Arie der „Anna Reich“ aus den „lustigen Weibern“, Sandro Ostrovsky (Georgien) wunderbar als „Rossini – Figaro“, Eva Maria Santana (Mexiko) mit der Arie der „Isabella“ aus „Italiana in Algeri“ und die jüngste Teilnehmerin Oksana Lepska (Lettland), die Neunzehnjärige Sopranistin sang die Arie der „Suzel“ aus „Amico Fritz“ von Mascagni und erhielt den Preis der besten Nachwuchssängerin.

Dass man nicht immer mit der Jury einer Meinung ist, muss ja nicht sein, da spielen auch die Kriterien der diversen Vorrunden mit, die man als Schlussbeobachter natürlich nicht kennt.

Ein Wettbewerb mit bereits 400 internationalen Teilnehmern ist wieder ein Zeichen, dass Österreich doch ein Land der Künste ist. Vielleicht wird dieser noch sehr junge Bewerb den Gabor-Belvedere Wettbewerb ersetzen, vielleicht oder hoffentlich machen das die Grazer, bzw. die Steirer besser und klüger und lassen so eine Gelegenheit nicht so aus den Händen wie die Wiener Kunstpolitik, bzw. die damalige mehr als ahnungslose Kulturministerin.

Elena Habermann

 

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