Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

GRAFENEGG: CLEVELAND OCHESTRA / Welser-Möst / Josefowicz

21.08.2016 | Konzert/Liederabende

20.08.2016   Grafenegg- CLEVELAND OCHESTRA / Welser-Möst / Josefowicz

Das Cleveland Orchestra gastierte nach seinen Auftritten in Salzburg in Grafenegg. Andere äußere Bedingungen und anderes Publikum könnten bei manchen Orchestern zu schwächeren Leistungen führen, dem Cleveland Orchestra dürfte das nichts ausmachen. Unter seinem Chefdirigenten Franz Welser-Möst spielte der ausgezeichnete und sehr homogene Klangkörper wie aus einem Guss. Das Konzert wurde mit zwei Stücken des Engländers Thomas Ades (ein „Netrebko“ zeitgenössischer Komponisten, wenn man die Omnipräsenz in Konzertsälen und Medien betrachtet) eröffnet. Die „Dances“ aus seiner Oper „Powder Her Face“ brachten deutliche Anklänge an Schlager der Zwanzigerjahre, ein interessantes und eindrucksvolles Stück für ein großartiges Orchester wie die Clevelander.

Danach spielte Leila Josefowicz den Solopart im Konzert für Violine und Orchester (op.23), mit dem Titel „Concentric Paths“. Dieses anspruchsvolle Werk erfordert einiges Durchhaltevermögen, da es kaum Pausen für den Solisten gibt. Josefowicz meisterte die Herausforderung aber bestens.

Nach der Pause folgte die Wiedergabe von Richard Strauss‘ „Sinfonia Domestica“, einem außerordentlich monumentalem Werk, das für alle Orchestergruppen reichlich Gelegenheit gibt, seine Qualitäten zu demonstrieren. Welser-Möst erwies sich auch hier als präziser Taktgeber, der die Klanggewalten immer bestens im Griff hatte. Das Publikum genoss den lauen Sommerabend und jubelte am Ende ausgibigst, nach eher verhaltenem Applaus zur Pause.    

Johannes Marksteiner

 

 

 

 

Diese Seite drucken