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GONE

21.03.2012 | FILM/TV

Ab 23. März 2012 in den österreichischen Kinos
GONE
USA  /  2012 
Regie: Heitor Dhalia
Mit: Amanda Seyfried, Daniel Sunjata, Wes Bentley u.a.

Es gibt Filme, mit denen wird man – zumal als routinierter Kinobesucher, der schon viele Thriller gesehen hat (und sie an sich gerne sieht, wenn sie gut sind) – nicht warm. Weil sie so zwanghaft in der Trickkiste des Genres wühlen, alle verfügbaren Elemente durcheinander wirbeln und am Ende doch nichts Ordentliches herauskommt. Der brasilianische Regisseur Heitor Dhalia hat für diesen seinen ersten amerikanischen Film nicht viel mehr bekommen als eine halbwegs populäre Hauptdarstellerin.

Amanda Seyfried hat einigermaßen Karriere gemacht, seit sie vor ein paar Jahren als Meryl Streeps Tochter in „Mamma Mia“ auf die Leinwand hüpfte, allerdings ist sie immer nur in mittelmäßigen Mainstream-Produktionen dabei. Und das ist wahrlich eine solche. Ein bisschen Horror wie in ihrem „Rotkäppchen“-Film, nur soll dieser realistisch in Portland / Oregon spielen, das vielleicht der umgebenden Wälder wegen gewählt wurde. Amanda Seyfried verkörpert nun eine Rolle, die früher Goldie Hawn übernommen hätte, wenn sie manchmal gerade nicht komisch sein wollte – nicht die glamouröse, sondern die ernsthafte Blondine.

Diese Jill muss uns an ihrem Geisteszustand zweifeln lassen, aber dennoch Anteilnahme erregen – die Polizei glaubt nicht, dass sie einst im Wald überfallen und in eine Grube geworfen wurde, aus der sie sich selbst befreien konnte, aber sie selbst läuft seither mit Alpträumen und Zwangsvorstellungen herum. Begreiflich, wenn’s wahr ist, aber ist es wahr?

Und dann verschwindet ihre Schwester, die Polizei unternimmt selbstverständlich gar nichts, und wir müssen nun den abenteuerlichsten Wendungen des Drehbuchs folgen, als Jill besessen unterwegs ist, diese Schwester wieder zu finden. Dabei erscheint absolut jeder Mann, der auf der Leinwand auftaucht, selbstverständlich schwer verdächtig, selbst ein Polizist – so dass man fast enttäuscht wird, in dem Täter jemanden zu sehen, der im bisherigen Geschehen so gut wie nicht aufgetaucht ist (das allein dürfte nicht passieren, es müsste selbstverständlich jemand sein, den sie kennt).

Immerhin, eine kleine Schlusspointe wird noch drübergestreut. Magere Enschädigung für einen Film, der nur Krimi-Neulinge im Kinosessel befriedigen kann, nicht aber die abgebrühten Profis…

Renate Wagner

 

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