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FRANZ LISZT: ON WINGS OF SONG – Klavierparaphrasen…….

30.09.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

0888750699725 (1) FRANZ LISZT: ON WINGS OF SONG – Klavierparaphrasen von Werken Rossinis und Wagners – Praxedis Geneviève Hug überrascht indes mit Bearbeitungen von Liedern unbekannter Komponisten – RCA 3 CDs 

Jede Veröffentlichung der Klaviermusik Franz Liszts auf Tonträger stellen grundsätzlich willkommene Bereicherungen im Katalog dar, ist doch der exzentrische Frauenheld und Tastentiger im Vergleich etwa zu Chopin noch immer stark auf CD unterrepräsentiert.

Die vorliegende Box nimmt sich auf der ersten CD der Bearbeitungen von Franz Liszt, die von Rossini inspiriert sind, an. Darunter finden sich das « Impromptu brillant sur des Thèmes de Rossini et Spontini », die « 7 variations brillantes dur un thème des Rossini » und vor allem dessen « Soirées musicales ». Technisch einwandfrei gespielt, hätte man sich jedoch Interpretationen mit mehr Innenspannung und Elan wünschen können. Derselbe Einwand zu wenig dosierten Temperaments und überzeugender genuiner Aneignung gilt auch für die Transkriptionen aus den Musikdramen Richard Wagners (CD 3), vom allzu zaghaften Tannhäuser, eher brav deklinierten Ausschnitten aus dem Fliegenden Holländer, den Meistersingern, Parsifal und Tristan. Nur bei dem Phantasiestück über Motive aus Rienzi ist alles so, wie es sein soll. Packend vorwärtsdrängend und spannend kann der Hörer dabei auch strukturell Neues über allzu bekannte (Orchester-)Kompositionen erfahren.

Auf CD 2 hingegen hat die Schweizer Pianistin Stücke mit hohem Repertoirewert versammelt, Liedtranskriptionen von Leó Festetics, Josef Theodor Krov, Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha, Joseph Dessauer, Otto Lessmann, aber auch drei Lieder von Robert Schumann (Provenzialisches Minnelied, An den Sonnenschein, Rotes Röslein). Hier lauscht der Musikfreund auf Entdeckungsfahrt gebannt dem kompositorisch nicht immer Vollendeten, aber hochwillkommenen Entdeckungen von Musikstücken des 19. Jahrhunderts, die ohne die Signatur des prominenten Bearbeiters wohl für immer vergessen worden wären.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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