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FRANKFURT: SIEGFRIED – Wiederaufnahme

15.05.2016 | Oper

Oper Frankfurt, Wiederaufnahme SIEGFRIED am 14.5.2016


Copyright: Monika Rittershaus

Siegfried gehört bekanntlich zu den schwierigen Partien im Wagnerfach. Da ist eine ökonomische Einteilung gefragt, um am Ende des 3. Aktes die Szene mit Brünnhilde (Rebecca Teem) zu bestehen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass in diesem Fall zwei Tage später der Siegfried in Götterdämmerung noch zu bewältigen ist.

Vincent Wolfsteiner, Ensemblemitglied, hat sich das zunutze gemacht und beide Siegfriedpartien bestanden. Er hat zwar nicht das ganz große Stimmvolumen, dafür enorme Strahlkraft in der Höhe und eine ausgezeichnete Technik und wurde zurecht am Ende mit dem großem Beifall verabschiedet.

Den Wanderer interpretierte Antonio Yang, Fafner war Per Bach Nissen und Erda Bernadett Fodor. Alberich sang Jochen Schmeckenbecher und sein Bruder Mime war diesmal Peter Marsh. Alle zusammen haben aber einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

Das Orchester unter Sebastian Weigle war auch diesmal, wie schon in der Walküre, das herausragende Ereignis. Es hat einen transparenten Klang, die Motive werden präzise herausgearbeitet. und das Forte wird nur an exponierter Stelle benutzt, beispielsweise in der Gewitternacht im dritten Akt in der Begegnung mit der „Urmutter“  Erda. Er unterstützt die Gesangssolisten, indem er bei Bedarf das Orchester zurück nimmt, heutzutage eher eine Ausnahme.

Am Einheitsbühnenbild im Vergleich zu den vorangegangen Ring-Abenden, hat sich wenig geändert. Für die szenische Darstellung waren, für Regie Vera Nemirova, Bühnenbild Jens Kilian, Kostüme Ingeborg Bernerth, Licht Olaf Winter und für die Wiederaufnahmeleitung Hans Walter Richter, verantwortlich.

Im Waldweben wurde der Waldvogel von dem international bekannten Choreografen und Balletttänzer, Alan Barnes, mit ausdruckstarken Bewegungen dargestellt, während die Stimme im Hintergrund von Katharina Ruckgaber gesungen wurde. Als Waldvogel musste er zusätzlich mit seinen tänzerischen Mitteln eingreifen, damit der Bruderzwist zwischen Alberich und Mime nicht eskaliert.

Die erstmalige Begegnung zwischen Brünnhilde und Siegfried war ein vorsichtiges, schüchternes und fast beklemmendes Herantasten des zukünftigen Liebespaares.

Dieser Ringzyklus wird im Juli 2016 nochmals aufgeführt und schon jetzt ist die Neugierde vieler Besucher auf weitere Wiederaufnahmen vorhanden. Bekanntlich musste Siegfried unter der Linde ungefähr 7 Jahre warten, bis es zur Begegnung mit Brünnhilde kam. Eine Wiederaufnahme wird vermutlich früher stattfinden.

Franz Roos

 

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