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FRANKFURT/ Opernhaus: „STREAM – PUR TI MIRO!“ Ein Barockabend

08.05.2021 | Oper international

Frankfurt / Opernhaus: „STREAM – PUR TI MIRO!“ Ein Barockabend 07.05. 2021

ein barockabend im stream (c) oper frankfurt
Copyright: Oper Frankfurt

Mit einem abwechslungsreichen Opernkonzert entführten junge Sänger des Ensembles und Opernstudios der Oper Frankfurt ihre Streaming-Gäste in die Gefilde der Barockmusik und präsentierten einen Ohrwurm nach dem andern. Im stilvollen Ambiente dezenter Dekors, vorzüglich illuminiert fühlten sich die teils prächtig kostümierten Künstlerinnen und Protagonisten sichtlich wohl. Unter der sensiblen Leitung von Felice Venanzoni formierte sich ein Instrumental-Oktett aus Mitgliedern des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters zum elitären Musizieren des epochalen Genres.

Zum Auftakt vereinten sich  die Sopranistin Ekin Su Parker sowie der Mezzosopran Marvic Monreal ganz besonders inspiriert vom sehr spezifischen Gesangstils Claudio Monteverdis zum Duett Ardo e scoprir, ahi lasso aus dem „VIII. Madrigalbuch“ und verstanden es prächtig den geistlichen Gehalt des Madrigals individuell umzusetzen. Zusammen mit Florina Ilie beschloss Monreal den Abend mit der Textur und betörenden Melodie des titelgebenden Liebes-Duetts aus „L´incoronazione di Poppea“, wobei die Sopranistin die glamouröse Poppea mit feinen Farbstrukturen auffächerte und wunderbar zu den tiefen leidenschaftlichen Tönen Monreals kontrastierte.

Zwei Preziosen aus der Feder des italienischen Meister-Komponisten Antonio Vivaldi folgten:  Schier aristokratisch in modulierter Dynamik präsentierte Gabriel Rollinson seinen schönen Bariton mit der Arie des Astolfo aus „Orlando furioso“.  Bestens ausbalanciert setzte Florina Ilie schönstimmig melodische Bögen zur Anastasio-Arie aus „Il Giustino“.

Fünf Szenen aus Werken von Georg Friedrich Händel standen auf dem weiteren Programm und Florina Ilie servierte wunderschön in filigranen  Ziselierungen das Sopran-Highlight  Lascia ch´io pianga aus „Rinaldo“.  Barock-adäquat, voll Wärme und Leichtigkeit präsentierte Ekin Su Parker kunstvoll die Morgana aus „Alcina“. Mit dem Zoroastro aus „Orlando“ brachte Gabriel Rollinson erneut sein schönes Material in dramatischer Flexibilität zum Erblühen. Tenorale Glanzpunkte setzte Theo Lebow mit Lurcanios Tu vive, e punito aus der Oper „Ariodante“, zu dessen herrlich melodiöser Arie Scherza infida erneut Marvic Monreal ihren weich-strömenden Mezzo zur betörenden Fagott-Begleitung (Lola Descours) kunstvoll erstrahlen ließ.

Mit zupackender Verve, elegant, transparent, wunderbar nuanciert präsentierte Felice Venanzoni das traumhaft aufspielende Instrumental-Oktett und begleitete auch während der Rezitative am Cembalo. Die informativ-kurzweilige  Moderation übernahm Maximilian Enderle.

 

Mein begeistertes Bravo gilt allen Künstlern auf und hinter der Bühne. Ich bin mir sicher diese  Präsentation melismatisch auf der Opernbühne abendfüllend erweitert, würde ebenso ein Publikum in Euphorie versetzen und dem Haus ausverkaufte Vorstellungen bescheren!

 

Gerhard Hoffmann

 

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