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FRANKFURT/ Opernhaus: „KONZERT MIT 8 HÖRNERN“

23.06.2020 | Konzert/Liederabende


Horn-Oktett des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Foto: Barbara Aumüller

Frankfurt / Opernhaus: „KONZERT MIT 8 HÖRNERN“ – 22.06.2020

Da hatten die Programm-Gestalter der Oper Frankfurt eine exzeptionelle Rarität kreiert und servierten der staunenden „Hundertschaft“ ein Schmankerl der besonderen Art: einen Konzertabend der Hornisten ( 2 Damen + 6 Herren) des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Die sehr engagierten internationalen Solisten Mahir Kalmik, Christian Katzenberger, Silke Schurack, Stef van Herten, Mehmet Tuna Erten, Claude Tremuth, Genevieve Clifford, Canberk Yüksel spielten in munterer Folge Werke aus europäischer Konzertliteratur.

Zum Auftakt erklang „Idylle und Lebenslust“ von Rudolf Huber des 1879 in Wien geborenen Posaunisten und Komponisten. Die acht Solisten spielten mit Hingabe und sicherem Gespür für Effekte das kurze folkloristisch anmutende Werk.

Auf charmante Weise fungierten eine Dame sowie zwei Herren des Ensembles als Conférencier, führten durch das Programm und bedankten sich gleichzeitig beim kurzfristig zu Hilfe geeilten „Dirigenten“ des Abends dem Studienleiter Takeshi Moriuchi um den akustischen Gehalt der auferlegten weitläufigen Distanzen zu garantieren.

Mit obsessiver Subjektivität gab das hervorragende Bläser-Oktett der „Lohengrin-Fantasie“ von Richard Wagner prächtig ausmusizierte Nuancen und sorgsam abgestufte Klang-Akzente, sowie eine bemerkenswerte instrumentale Farbigkeit unbd Vielfalt.

In gemäßigten Tempi-Relationen,  die kompositorischen Strukturen stets im Blick erklang zu diffizilen Zwischentönen das „Divertimento Nr. 8“ von Wolfgang Amadeus Mozart als bezauberndes „Horn-Quartett“.

Herrlich phrasiert erlebte das Poem „Nimrod“ in seiner analytischen Steigerung aus dem Adagio in intensive hymnische Sphären, eine neue variable und instrumental brillante Variations-Wiedergabe.

Kerry Turner *1960 amerikanischer Komponist und Hornist arrangierte die „Carmen-Suite“ (Georges Bizet) für Blechbläser, nun erwiesen sich die jungen Musiker als perfekte und ausdrucksstarke Sachverwalter dieses Sujets, schenkten den vier Sätzen virtuose Effekte mit dem brillant musizierten finalen Chanson bohéme. Aus der Feder des Arrangeurs Turner erklang als Finalwerk „Farewell to Red Castle“ farbenreich, interpretiert, das musikalische Spektrum  der Scotish Highlands pastos vortrefflich interpretierend.

Die anwesende Zuhörerschaft zeigte sich begeistert, feierte die Künstler lautstark und vehement. Zum Dank wurden mit dem betörend schön gespielten „Abendsegen“ (Humperdink)  in die laue Sommernacht geleitet.

Gerhard Hoffmann

 

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