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FRANKFURT / Alte Oper: „JUAN DIEGO FLÒREZ-PHILHARMONIE BADEN-BADEN-MICHAEL BALKE“

27.01.2020 | Konzert/Liederabende

Frankfurt / Alte Oper: „JUAN DIEGO FLÒREZ-PHILHARMONIE BADEN-BADEN-MICHAEL BALKE“ – 26.01.2020

Eine der schönsten Stimmen unserer Zeit gab sich zum DEAG-Classics – Konzert in der Alten Oper die Ehre, ich wage zu sagen die schönste lyrische Tenorstimme der Gegenwart

Juan Diego Flórez.

Erstmals begegnete mir der smarte Peruaner im Jahre 2006,  inzwischen während mehreren Recitals sowie auf der Bühne der Wiener Staatsoper. Zur Leichtigkeit des Seins im wahrsten Sinn des Wortes eröffnete Juan Diego Flórez sein umfangreiches Programm mit den beiden Duca-Arien Questa o quella – Ella mi fu rapita… Parmi veder le lagrime aus „Rigoletto“. Eindringlich von elegantem Legato erfüllt folgte O dolore aus „Attila“.

Als Übergang in dramatischere Gefilde wählte der Tenor dessen Stimmfarbe inzwischen leicht nachdunkelte, das unverkennbare herrliche Timbre, den betörenden Klang noch immer beibehielt, zu drei weiteren Preziosen aus der Feder Giuseppe Verdis La mia letizia infondere aus „I Lombardi“, das leidenschaftliche Bekenntnis aus „I due Foscari“ Brezza dal suol natio.. der Cabaletta Odio solo. Sehr emotional schwärmerisch folgten Alfredos Lunge da lei… De´ miei bollenti spiriti aus dem II. Akt „La Traviata“.

Mit Augenmerk auf jeden Ton des Solisten bettete Michael Balke mit der harmonisch und temperamentvoll musizierenden Philharmonie Baden-Baden  Flórez in instrumentale Watte. Orchestral präsentiert wurden zudem als Übergänge die Verdi-Ouvertüren „Nabucco“ und „I vespri siciliani“, dem sehr rhythmisch-präzisen Ungarischen Marsch (Berlioz) und in sensibler Klanggestaltung das Intermezzo aus „Cavalleria rusticana“ (Mascagni).

Schmelzreich, hell strahlend, höchst kultiviert gewährte Flórez zum Entzücken des Publikums drei traumhaft interpretierte Beiträge von Franz Lehár: Dein ist mein ganzes Herz – Gern hab´ ich die Frau´n geküsst – Freunde, das Leben ist lebenswert und brachte die Stimmung im Saal zum Siedepunkt.

Kernig, emphatisch, herrlich phrasiert, unvergleichlich schön erklangen die beiden Ausflüge ins jugendlich-dramatische französische Fach berührend, atmosphärisch, wunderschön zunächst Pourquoi me réveiller des „Werther“ (Massenet) sowie die prächtig intonierte Blumenarie des José (Bizet) jeweils gekrönt von brillant-tenoralem Höhenstrahl.

Mit viel Italiana, nonchalant, elitär, melodisch endete das Recital mit Rudolfos Che gelida manina aus „La Boheme“ (Puccini).

Das Publikum und ganz besonders die Damenwelt zeigten sich außer Rand und Band, feierten den sympathischen Tenor spontan mit Standing Ovation und Bravo-Salven. Erfreut  so viel herzlicher Zuwendung zeigte sich der Gefeierte sehr spendabel und beglückte das Auditorium, sich selbst auf der Gitarre begleitend mit fünf Liedern aus seiner südamerikanischen Heimat u.a. Currucucu paloma,  dass es die Zuhörer erneut aus den Stühlen riss. Die Begeisterung im Saal wollte nicht enden und Flórez gewährte noch zusammen mit dem Orchester und Balke Granada (Lara) und Calafs Nessun dorma (Puccini).

Gerhard Hoffmann

 

 

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