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FRANKFURT/ Alte Oper: ELINA GARANCA – „Meditation“

Frankfurt: „ELINA GARANCA“ 27.10.2014

Meditation …

 bedeutet in freier Übersetzung: tiefsinniges Grübeln oder religiöse Verzückung! Real gesehen entsprachen lediglich nur drei Beiträge dem thematischen Grundgedanken u.a. das einleitende orchestrale Air aus der „Suite Nr. 3“ (Bach), wundervoll elegisch sphärisch  musiziert,  man hielt regelrecht den Atem an.

 Im wahrsten Sinne meditativ folgten sodann zwei solistische Beiträge von Elina Garanca geprägt von sakralem Charakter „Repentir – O Divine Redeemer“ (Gounod) jenem Stoßgebet einer reuigen Seele mischt die großartige Sängerin dramatische Untertöne bei und konträr wie von der Welt abhanden gekommen erklang das textlose „Ave Maria“ (Caccini).

 Wie ein Keulenschlag riss die heimliche finnische Nationalhyme „Finlandia“ (Sibelius) aus jenen versonnenen Welten und Karel Mark Chichon demonstrierte die eruptive Strahlkraft, die kühle Präzision der Blechsektionen, aber auch den herrlich weichen Streichersound der vortrefflich disponierten Philharmonie Brünn. Auch kamen diese lobenswerten Eigenschaften der Ouvertüre zu „La Forza del Destino“ (Verdi) zuteil.

 Bereits zuvor war zu erkennen, in welche Höhenregionen von betörender Schönheit sich das vokale Instrument dieser begnadeten Mezzosopranistin und für mich besten Vertreterin ihres Faches aufschwingt. Unverkennbar verleiht Garanca ihrer Stimme nach wie vor den weich-strömenden Samtton, die dramatisch anmutende Tiefenfülle und krönt mit Wohllaut, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt ihre Höhenstratosphäre mit der Leonoren-Arie Pace, pace. Ein Aufschrei der Begeisterung quittierte diesen grandiosen Ausflug ins Sopranfach.

 Gefühlswelten in Aufruhr gehüllt in warme Couleurs setzte die wandlungsfähige Künstlerin von Rang dagegen mit der Arie der Zayda Que faire – Sol adoré de la patrie aus „Dom Sebastien, Roi de Portugal“ (Donizetti). Leidenschaft, Dramatik pur beschwor Garanca in evidenter Linienführung und höchster Ausdrucksexpressivität mit Santuzzas Klage Voi lo sapete, welche zuvor mit dem Intermezzo (Mascagni) eingeleitet wurde.

 Publikumswirksam leisteten die prächtig aufspielenden Brünner unter Chichon die verbindenden orchestralen Beiträge mit Danza delle ore aus „La Gioconda“ (Ponchielli) sowie Menuet et Farandole der „L´Arlésienne-Suite“ (Bizet) und temperamentvoll beschloss Elina Garanca ihr Recital mit Carmens Chanson Bohéme.

 Mit Standing Ovation huldigte das begeisterte Publikum allen Beteiligten und wurde mit den favorisierten Zugaben der Sängerin „Al pensar“ (Chapi), „Granada“ (Lara) sowie dem unverwüstlichen „O mio babbino caro“ (Puccini) belohnt.

 Gerhard Hoffmann

 

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