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FRANFURT/ Opernhaus: „ZELJKO LUCIC“ –  Arien- und Liederabend  

16.06.2020 | Konzert/Liederabende


Mario Antonio Marra, Zeljko Lucic. Foto: Barbara Aumüller

Frankfurt / Opernhaus: „ZELJKO LUCIC“ –  Arien- und Liederabend  – 15.06.2020

Ein weiteres Highlight bot die Oper Frankfurt mit einem Arien- und Liederabend des einstigen Ensemble-Mitglieds Zeljko Lucic  (1998-2008), danach blieb der Bariton mit internationalem Renommee dem Haus stets als treuer Gastsänger verbunden.  Binnen weniger Minuten waren die 100 verfügbaren Plätze vergriffen, der in der Main-Metropole wohnhafte Künstler erklärte sich bereit sein Programm am nächsten Abend zu wiederholen.

Das Spiel konnte beginnen und Zeljko Lucic eröffnete sein Recital bezeichnenderweise mit dem Prolog des Tonio Si puó? Signore? Signori? aus „I Pagliacci“ (Ruggero Leoncavallo), in prächtig nuanciertem kernigen Bariton-Timbre.

Packend, intensiv, das stilistisch sehr sicher geführte Stimmpotenzial höchst differenziert  eingesetzt, brachte Lucic die dialektischen Emotionen des Carlo Gerard Nemico della patria aus „Andrea Chenier“ (Umberto Giordano) imponierend zum Ausdruck.

Wie bereits mehrfach während Live-Performances präsentierte sich Zeljko Lucic als idealer und höchst qualifizierter Fachvertreter der Charakteren aus der  Feder von Giuseppe Verdi und präsentierte höchst effizient Jagos Credo in un Dio crudel aus „Otello“.  Darstellerisch wie vokal gestaltete der Bariton die gefühlsmäßigen Wechselbäder des Renato Eri tu che macchiavi aus „Un ballo in maschera“ in purem Belcanto.

Als vortrefflicher Liedgestalter erwies sich ebenso der exquisite Opernsänger mit einer Auswahl von Johannes Brahms-Gesängen. Zu einwandfreier Diktion sang Zeljko Lucic in ausdrucksstarker Formation  Wir wandelten – An die Nachtigall – Feldeinsamkeit –  Treue Liebe dauert lange – Serenade stets bemüht die mächtige Stimme zu zügeln den Melos zu wahren. 

Elegisch, versonnen, herrlich nuanciert völlig im Einklang der Melodie interpretiert erklang Im Abendrot von Franz Schubert.

Bestens akzentuiert gelang Lucic der kurze Ausflug ins französische Liedgut des Impressionisten Maurice Ravel. Aus dem Zyklus „Don Quichotte á Dulcinée“ bot der vielseitige Sänger mit Noblesse und Eleganz drei Episoden Chanson romanesque – épique –á boire in flexibler musikalischer Gestaltung.

Vortrefflich gelangen Mario Antonio Marra das Eintauchen in die intimen sehnsuchtsvollen Passagen der Liedwelten,  teils plakativ begleitete der  Pianist mit dramatischem Gespür  in musikalischer Prägnanz die Arien-Untermalungen.

Das Publikum feierte seinen Frankfurter Bijou euphorisch, vehement und wurde mit Rigolettos fulminant, hinreißend, unter die Haut gehend dargebotenen Cortigiani, vil razza dannata belohnt. Sehr bewegt bedankte sich der Künstler beim Publikum, warf seinen Blumenstrauß in die lichten Reihen und richtete ebenso Dankesworte an Intendant Bernd Loebe.

Gerhard Hoffmann

 

 

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