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Wiener Staatsoper: Roščić startet mit zehn Premieren und bringt Currentzis | Seite 5 | OnlineMerker | Forum

 

 

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Wiener Staatsoper: Roščić startet mit zehn Premieren und bringt Currentzis
25. September 2019
19:45
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kotozzo
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Nur ganz kurz einige Klarstellungen:

Ad. 97: Zwischen „trinken“ und „betrinken“ ist ein großer Unterschied; natürlich agiert Posa    nie betrunken auf der Bühne.

Ad. 100: Natürlich kann man von einer homoerotischen Komponente nur bei Posa und Carlo sprechen, doch nicht bei Posa und dem König.

Ad. 100+103: Ich muss Sie „enttäuschen“; auch ich habe Siepi usw. in ihrer Glanzzeit erlebt, aber die Verklärung beginnt dort, wo man in der Vgh. hängen bleibt und für die Ggw. Augen und Ohren verschließt.

25. September 2019
18:53
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dalmont
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Forumsbeiträge: 108
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28. Januar 2019
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„Ich versuche NIE, Leute zu irgendeiner Kunstform zu bringen, das ist alles komplett sinnlos. Entweder man interessiert sich für eher anspruchslose Künste wie Oper oder Musical von sich aus oder gar nicht, oder man interessiert sich für eher eher anspruchsvolle Künste wie Kammermusik und Kunstlieder von sich aus oder gar nich“ (Schluss von Eintrag 104)

Also, ich habe da wenig Skrupel. Wenn ich von etwas begeistert bin, versuche ich natürlich, andere Menschen davon zu überzeugen. Warum denn nicht.

Ich bin ja auch nicht in die Welt gekommen und es war mir eingeschrieben oder in die Wiege gelegt, dass ich mich für die abendländische Kunstmusik begeistern werde, schon als kleiner Bub, und eigentlich ausschließlich, bis heute, sondern es hat Anstöße dazu gegeben.

So wie ich versuche, Menschen für meine Musik zu interessieren (ich war gar nicht so erfolglos, zu Streichquartetten ließ sich aber niemand verführen, zum Kunstlied, zur Oper schon), haben es auch andere bei mir versucht. Zu Pop habe ich nie Zugang gefunden, auch nicht zur „Großen Oper in kurzen Hosen“, nicht zu volkstümlicher Musik, zu Country, wohl aber zu authentischer Volksmusik europäischer oder nord- und südamerikanischer Ethnien und zu manchen Jazz-Stilen.

Qualitätsvolles ist doch in allen Musiken anspruchsvoll, klarerweise in unterschiedlichen Graden. Beethovens „Große Fuge“ und Schuberts „Heidenröslein“: beides große Klasse, aber hinter die Schliche der Großen Fuge, geschweige denn des Streichquartetts, dem sie zugedacht war, zu kommen, bedarf etwas mehr Anstrengung.

Dass heutige Musicals musikalisch nicht mehr solche Ansprüche stellen wie „West Side Story“ oder „Lächeln einer Sommernacht“, bedaure ich persönlich. Hat vielleicht damit zu tun, dass da die Bühnenshow immer wichtiger wurde.

Mit dem Gedanken Kunstsparten (Betonung auf Kunst) in „eher anspruchsvoll“ und „eher anspruchslos“ einzuteilen, kann ich mich nicht anfreunden.

25. September 2019
15:50
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Karl
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7. August 2019
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Das Thema Originalsprache in der Oper ist wirklich interessant (und wird garantiert vom neuen Direktor nie aufgenommen werden).

Ich habe jahrelang Oper nur in der Originalsprache gehört, bis ich Josef Metternich für mich entdeckte - und mit ihm Oper auf DEUTSCH. Und auf einmal war ich bekehrt - Figaro mit Suitner, Glucks Iphigenie mt Keilberth bzw. Kubelik, Jenufa mit Kubelik, Verdi und Puccini sowieso,...

Die Probleme für Operndirektoren mit Oper auf Deutsch sind vielerlei: der Vorwurf der Provinzialität ist schlimmer als die Nazikeule und - vor allem - brauchen sie für Oper auf Deutsch Sänger und Sängerinnen mit hervorragender Diktion (die heute fast niemand mehr hat). Weiters haben Direktoren, wenn sie Opern auf Deutsch singen lassen, einen viel kleineren Sängermarkt zur Verfügung (und somit weniger Druckmittel bei Gehaltsverhandlungen).

Also singen die vereinten Nationen in Sängerform auf einer Bühne eine Oper von Janacek, deren Text sie phonetisch erlernen mussten (zum Amusement der des Tschechischen mächtigen Zuhörerschaft - wie ich von Sitznachbarn in der STOP weiß), vor einem Publikum, das Übertitel braucht und somit um eine essentielle Komponente der Oper umfällt.

Sollten sie mir nicht glauben, hören Sie sich die Rusalka Aufnahme mit Janowski (und dem jungen Peter Hofmann) an - für mich war es plötzlich eine vollständig andere Oper (und vielleicht sind so auch weniger verrückte Inszenierungen möglich, da das Publikum plötzlcih versteht, was gesungen wird...).

25. September 2019
14:50
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susana
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16. September 2018
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Werter Gurnemanz

ich habe mir erlaubt ihr Posting mit der Nr 89 vom 24.9.2019 um 1.30 zu zitieren

Man sollte sich auch die Frage stellen, wieso die absolute Mehrheit zu Musik abwandert, bei deren Anhören man sich geistig nicht anstrengen muss oder kein großes Sitzfleisch haben muss (Musical, Pop, Rock, Jazz, ...).

Ich wollte von ihnen einfach nur  wissen wie Sie das meinen .. Ich habe Beispiele genannt ? Wie meines Sie es ??? Weshalb strengt man sich bei Opernmusik geistig mehr an zuzuhören, als bei Tanz der Vampire oder bei Cats oder bei einem Jazz auftritt.. Woher diese Meinung kommt und worauf diese Aussage zurückzuführen ist , wollte ich wissen, weiter nichts .

Weshalb können Sie mir diese Frage nicht einfach beantworten , ich bin auf kein altes Posting eingegangen sondern habe zu ihrer Bemerkung eine Frage gestellt. und habe Beispiele genannt.

Ich will nur ihre Meinung verstehen .

Zur zweiten Teil ihres Postings: Falls Sie das noch nicht verstanden haben, ich arbeite in einem großen Karenvertrieb mit Abosystem. Dort ist es meine berufliche Aufgabe Kunden jeglichen Alters, junge und alte Menschen , kleine und große Busgruppen für Vorstellungen in Wien zu beraten und Ihnen Kartenkontingente zu verkaufen. Nur da versuche ich Menschen in Klassik zu bringen, ihnen den Schritt zur Oper zu erleichtern, als Beraterin. Sie sind doch auch dafür dass man Menschen diese Welt zeigen sollte. Und automatisch kennen diese Welt immer weniger Menschen . so wie Sie auch richtig geschrieben haben. Dabin ich auch vollkommen ihrer Meinung. selten aber doch.

Privat ist es für mich kein Interesse jemanden zu bekehren, allerdings habe ich mit meiner Begeisterung schon viele Menschen animiert mich zu begleiten und auch einen angenehmen Abend zu verbringen oder sie zu einem Besuch in der Oper oder Volksoper zu bewegen.

Und noch was - ich greife hier nicht den Menschen Gurnemanz an, das ist nicht meine Intension - sondern Teile seiner Meinung, mit der ich nicht einverstanden bin oder einfach nachvollziehen kann. Um das zu erklären, was ich nichtt versteh  gebe ich Beispiele.

25. September 2019
11:16
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HansLick
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7. September 2019
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wir sind hier schon so weit vom ursprünglichen thema entfernt trotzdem noch ein gedanke zu rodrigo und beitrag 101.

der beitrag wiederlegt sich spätestens wenn sie den text der wunderbaren szene - zwischen filippo  und carlo folgen, die in paris auch in salzburg gespielt wurde. man nennt sie meist die lacrymosa szene. wir wissen warum!

filippo beginnt " chi rendi a me quest uomo" und singt sich seinen verlust aus der einsamen seele, carlo  steigt ein " amico mio dona me il tuo cuore" um sich dann zu steigern " infondi in me la tua divina fiamma" etc

schon im gartenbild warnt filippo - rodrigo "  ti guarda dal grand inquisitor!"

es lohnt sich bei verdi und dem librettisten zu bleiben.

25. September 2019
9:39
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Christine
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7. September 2019
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An Gurnemanz. Sie schreiben: "Das Problem der Oper ist meiner Meinung nach ihr Ruf als elitär, abgehoben, teuer, langweilig etc., da sollte man meiner Meinung nach ansetzen, wenn man die Oper für junge Publikumsschichten zugänglich machen will". Die Oper galt immer als elitär und teuer, wobei letzteres auf den Stehplatz der Wiener Staatsoper keinesfalls zutrifft. Hier konnte und kann man die besten Sänger der Welt zu einem sehr günstigen Preis erleben. Langweilig kann sie auch nicht sein wenn man diese Art von Musik liebt und gute Sänger auf der Bühne und gute Dirigenten am Pult stehen. 

Interessant für mich ist, dass Sie sich als junger Mensch für die Oper in deutscher Sprache einsetzen. Meine schon länger verstorbene Mutter hat immer heftig beklagt, dass Karajan die Originalsprache in der Oper etabliert hat, dabei ging es damals nur um Italienisch und Französisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein italienischer Sänger eine Verdi- oder Puccini Oper in deutscher Sprache singen würde oder auch könnte. Angeblich haben früher die Gäste italienisch und die Wiener Ensemblemitglieder deutsch gesungen. Das stelle ich mir auch seltsam vor. Ich lese übrigens kaum die Übersetzung, das stört wirklich sehr. Aber viele Opern kenne ich ja sehr gut und weiß genau worum es geht. Und bei mir unbekannten Opern bereite ich mich vor. Auch wenn deutsch gesungen wird, versteht man nicht jedes Wort.

25. September 2019
1:49
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Gurnemanz
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lavoce sagt
"Außerdem: Halten Sie die Pamina NICHT für eine "emanzipierte, starke, junge Frau, die sich gegen System auflehnt"? Ich schon. Pamina ist doch der Motor der Handlung, ohne Pamina würde Tamino schön aus der Wäsche schauen. Die Zauberflöte ist doch keine Kinderoper, sondern eine berührende Parabel des Triumphs der Menschlichkeit, des Aufbruchs veralteter Traditionen und des Sieges des Guten über das Böse - finde zumindest ich. Und Pamina hat im Grunde genommen den größten Anteil daran. Das ändert aber nichts darin, dass die g-moll-Arie tatsächlich ein Ausdruck tiefer Traurigkeit ist und auch dementsprechend gestaltet werden sollte. Letzlich muss das aber jede Interpretin selbst entscheiden bzw. in Absprache mit den übrigen Ausführenden (Dirigent, ...)."

Ich halte die Pamina sehr wohl für eine starke, junge Frau.Die Problematik liegt im WIE. Wie das darzustellen.Da kommen wir zum Unterschied in der Interpretation. Modernes Theater (wenn Ihnen der Begriff Regietheater nicht gefällt) nimmt für den Ausgang der Interpretation  das Stichwort " Pamina ist starke, emanzipierte Frau" und stülpt diese Idee über ale Szenen  in denen Pamina vorkommt drüber .Womöglich statiert sie auch noch in Szenen, in denen sie laut Libretto nichts zu suchen hat.   Da wird einem Konzept alles untergeordnet.

Meiner Meinung wäre aber der richtige Weg zu inszenieren : die einzelnen Szenen so zu gestalten, dass die Pamina am Ende der Oper als starke Frau in Erscheinung tritt. Was ihre Gefühle der Verzweiflung, Traurigkeit, Schwäche, Wut usw. in einzelnen Szenen NICHT ausschliesst. 

Modernes Theater reduziert so eine Rolle oft auf eine Eigenschaft des Charakters. Das finde ich ziemlich platt.
      

Danke für die Erklärung! Wenn Sie "modernes Theater" durch "schlechtes Theater" ersetzen, bin ich ganz bei Ihnen Laugh Inszenierungen, die einen Charakter nur auf eine einzige Eigenschaft reduzieren, sind doch in den meisten (nicht in allen) Fällen einfach nur laaaaaaaaangeweilig!

Christine sagt

Gurnemanz schreibt:

Eine Produktion, die spannende und gut durchdachte Interaktion zwischen den Figuren hat, ist doch viel spannender als Stehtheater in schönen Kulissen!!

Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Aber warum eine Produktion Stehtheater sein muss wenn sie die Musik werkgetreu interpretiert, erschließt sich mir nicht. Kann ein Posa, der nicht negativ gesehen wird, nicht trotzdem spannend und gut durchdacht agieren? Entsteht Spannung nur dann, wenn alles ganz anders inszeniert wird?

Den letzten Absätzen Ihres Postings kann ich großteils zustimmen. Der Musikunterricht in den Schulen ist ein Problem. Neue gute Opern sind rar. Selbst wenn sie gute Kritiken bekommen, erreichen sie nur wenig Aufführungen. Aber: ich habe vor einiger Zeit in einer Bibliothek einen Artikel über die Operette gelesen. Er stammte, glaube ich, aus dem Jahr 1960 und erklärte die Operette für tot. Sie wird immer noch gespielt und findet ihr Publikum. Dort sieht man jetzt Menschen, die waren 1960 noch gar nicht geboren! Das Musical Cats habe ich 1983 bald nach der Premiere gesehen. Die derzeitige Aufführung soll sich in wesentlichen Punkten nicht von der damaligen unterscheiden.

Ich denke, es gibt ein kleines Missverständnis. Ich finde nämlich, dass spannende Realisierungen natürlich auch in "klassischen" Produktionen möglich sind - genausogut kann eine "moderne" Produktion sterbenslangweilig sein. Das Problem der Oper ist meiner Meinung nach ihr Ruf als elitär, abgehoben, teuer, langweilig etc., da sollte man meiner Meinung nach ansetzen, wenn man die Oper für junge Publikumsschichten zugänglich machen will. (siehe: "Ich halt' die Oper für geschwollen, wir hätten ins Kino gehen sollen", copyright Georg Kreisler)

Übrigens bin ich der Meinung, dass die zunehmende Abkehr von der deutschen Übersetzung und die Bevorzugung der Originalsprache ein Unsinn ist. Nur die Muttersprache geht ins Herz, eine mitgelesene Übersetzung nicht, außerdem lenken Übertitel von der Musik und von der Bühne ab. Ich persönlich finde, dass unbedingt mehr in Übersetzung gespielt werden soll, damit die Zuhörer auch verstehen, worum es geht, ohne dass sie den Übertiteln Aufmerksamkeit widmen müssen oder ratlos bleiben.

Zur Operette: Meines Wissens werden heutzutage keine Operetten mehr geschrieben - insofern würde ich nicht abstreiten, dass die Operette tot ist. Sie ist meines Wissen zumindest kein produktives Genre mehr, also eines, in dem neue Werke geschrieben werden. Stark vereinfacht könnte man ja sagen, dass das Musical die Fortsetzung der Operette ist.
Ich bin nur SEHR selten in Operetten, aber dort ist der Altersdurchschnitt meiner geringen Erfahrung nach ziemlich hoch... im Musical sind viele junge Leute.

 

(Susana und ich haben den Konflikt beigelegt, daher habe ich diese Textpassage auf meinen Wunsch hin - mit dem Einverständnis von susana - gelöscht)

Ich versuche NIE, Leute zu irgendeiner Kunstform zu bringen, das ist alles komplett sinnlos. Entweder man interessiert sich für eher anspruchslose Künste wie Oper oder Musical von sich aus oder gar nicht, oder man interessiert sich für eher eher anspruchsvolle Künste wie Kammermusik und Kunstlieder von sich aus oder gar nicht.

24. September 2019
23:55
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alcindo
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HansLick schreibt:

aber verstehen wird mich hier mit meinen erfahrungen nur mehr alcindo!

ja, und wie!! wir beide haben  ja viel grosses erlebt...jetzt wird wieder die "Verklärung" kommen,  aber von leuten, die weder Christoff, noch Siepi noch Bastianini, noch Wächter in deren glanzzeit gekannt haben

gruss alcindo

24. September 2019
20:41
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Christine
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Lohengrin, beim Posa werden wir wohl keine Übereinstimmung finden, aber das soll kein Problem sein. Wenn eine Rolle von Regisseuren sehr unterschiedlich gesehen wird, mag es ja bis zu einem gewissen Grad zulässig sein. Ich finde es schade, wenn gegen die Musik inszeniert wird, aber es ist wohl auch dieses Empfinden subjektiv. Wenn klassische Literatur und Musik in der Schule immer weniger Rolle spielen, geben sich die Menschen eben mit den Interpretationen der Regisseure zufrieden. Die Sänger (leider) auch. So lange nicht die ganze Oper unkenntlich wird, muss man ja als Mensch, der in bei einem Opernabend sich freuen möchte etwas Schönes zu erleben (die herrliche Musik von Verdi prachtvoll gesungen und die Rollen gut dargestellt), schon zufrieden sein.

24. September 2019
18:32
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Lohengrin2
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Lohengrin, haben Sie nicht selbst Posa zunächst in die Nähe von Jago gerückt

....und mehrmals auf das Manipulative verwiesen. Bitte LESEN !!!

Ich würde jeder anderen Figur raten, Posa nicht zu trauen. Carlo hat auch seine Zweifel, der König hat sie....... und wohl nicht unbegründet.
Inwieweit die Pläne für Flandern "ehrenwert" sind oder dem Erringen einer Machtposition dienen (neben einem offensichtlich schwachen Carlo die dominierende Rolle spielen?), ist nicht ganz ersichtlich. Bei Autodafé hält er sich merkwürdig zurück, schüzt weder die Flandrischen Deputierten, noch Carlo. Er sieht wohl, dass das Spiel nicht mehr zu gewinnen ist.

24. September 2019
18:26
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HansLick
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@ christine 97: gute gelesen und sie haben nichts in paris versäumt, meine eigene erfahrung.

ich war sogar in zwei pariser aufführungen u n d im kino, spreche auch aus meiner erfahrung, wie die vorposterin aus ihrer und die war nach unzähligen selbst erlebten aufführungern des werkes über jahrzehnte hin, gewöhnlich. nichts aufregendes, ein bissl neues gesehen und so so gesungen bzw musiziert.

was wäre negativ an "posa's manipulationen" um des flandrischen friedens willen? denn nur darum gehts doch.

und die homoerotik? es knisterte auch zwischen siepi und bastianini, die dachten wohl sicher nicht an die homoerotische sichtweise der rollen und es war herrlich, und erst boris christoff mit eberhard wächter.

aber verstehen wird mich hier mit meinen erfahrungen nur mehr alcindo!

24. September 2019
18:18
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Christine
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Lohengrin, haben Sie nicht selbst Posa zunächst in die Nähe von Jago gerückt und später gemeint, das ging vielleicht doch etwas zu weit? Sie haben das Posting von Kotozzo gelobt, also ging ich davon aus, dass Sie mit ihm hier einer Meinung sind.

24. September 2019
17:16
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Lohengrin2
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Schade, dass Sie sich auf andere verlassen. Ich war in der Vorstellung und spreche aus eigener Erfahrung.

24. September 2019
17:07
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Christine
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7. September 2019
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An Kotozzo und Lohengrin: Nein, den Don Carlo in Paris habe ich nicht live gesehen, ich habe mich aber auf das bezogen, was hier im Forum geschrieben wird. Jemand der sich heimlich betrinkt, der andere Leute manipuliert und gegeneinander ausspielt um seine Ziele zu erreichen, ist für mich kein positiver Charakter! Ich hoffe, für Sie auch nicht!! Aber vielleicht hat der Sänger das gar nicht so interpretiert?

24. September 2019
15:18
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susana
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Lohengrin2 sagt
susana:

Das Oper-für-alle-Konzert in München gehört? Petrenko dirigierte Gershwin und Bernstein...... Mehrere 1000 Zuschauer/-hörer!
Was manche, vielleicht sogar viele, abhält, ist das ernste und traurig-griesgrämige Gehabe vieler Konzertbesucher. Wenn man lacht, wird man schon schief angeschaut. Klar darf niemand stören, aber sich locker verhalten und auch mal den Schlips zw. das Perlenkettchen weglassen, tut der Kunst keinen Abbruch. Auch ist kein Studium erforderlich um an (fast) jeglicher Musik Freude haben zu können. Je mehr Menschan das merken, desto mehr trauen sich hin.  

Nein in München noch nicht, aber schon in anderen Städten , auch in Konzerthallen. Oft ganz mit bunt gemischten Programm. Ich fand es immer toll und es gab immer tolle Stimmung, ich sehe es ja auch bei den Waldbühnekonzerten in Berlin. ist ähnlich - oder ?

Auch habe ich viele Konzerte gehört mit klassischen Orchestern mit klassischen Chor , halt mit nur aktuellen Komponisten, deren Vorbillder alle Klassiker sind z.b Hans Zimmer ist ein besonderes Beispiel.

Wissen Sie, ich bin gegen eine Katalogisierung von Musik und Geschmack in gut und schlecht, in dumm und in intelligent. Ich habe mein ganzes Leben versucht Menschen in klassische Konzerte zu bringen, ihnen die Oper  schmackhaft zu machen. Aber ich würde nie jemanden als "schlechter" oder dümmer oder weniger intelligent zu bezeichnen nur weil sie Oper nicht wollen. Das hat auch meiner Meinung nach nichts mit Geduld zu tun.

Ich kenne soviele hochintelligente Menschen die zu Metallica oder Rammstein gehen und so viele einfache Menschen die sich an Oper erfreuen..

Und ich finde es auch wirklich nichts schlechtes, dummes, primitives dass man Freude an Musik hat .. warum wird das immer so als negativ betrachtet wenn man sich unterhalten will, wenn man für ein paar Stunden seine Sorgen vergessen möchte. aAs kann ich bei Oper genauso wie beim Musical oder bei Metallica.. (um es jetzt krass zu schreiben)

Musik kann über viele schlimme Ereignisse helfen, Menschen die pflegen müssen, die kranke und alte Angehörige haben Trost geben .. eine Firma in der man unglücklich ist und Depressionen hat .. all da kann Musik auch helfen.. das ist es doch egal welche Musik man hört ..

24. September 2019
15:06
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Lohengrin2
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susana:

Das Oper-für-alle-Konzert in München gehört? Petrenko dirigierte Gershwin und Bernstein...... Mehrere 1000 Zuschauer/-hörer!
Was manche, vielleicht sogar viele, abhält, ist das ernste und traurig-griesgrämige Gehabe vieler Konzertbesucher. Wenn man lacht, wird man schon schief angeschaut. Klar darf niemand stören, aber sich locker verhalten und auch mal den Schlips zw. das Perlenkettchen weglassen, tut der Kunst keinen Abbruch. Auch ist kein Studium erforderlich um an (fast) jeglicher Musik Freude haben zu können. Je mehr Menschan das merken, desto mehr trauen sich hin.

24. September 2019
14:54
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kotozzo
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Richtig,Posa wird nicht als negative Figur gesehen. Immerhin riskiert er beim König einiges. Nichts ist gegen den Text inszeniert und damit auch kein falscher Ansatz. Die homoerotische Komponente im Schillerdrama ist keine neue Interpretation, sondern eine uralte und eigentlich relativ deutlich im Text. Literaturwissenschaftliche Interpretation existiert schon ein bisschen länger als der komische, abwertende Begriff "Regietheater". Natürlich Stehtheater, weil normalerweise im Nebentext kaum etwas steht; also dürften die Darsteller strenggenommen nichts, was nicht dort oder explicit im Dialog steht, bei der "werktreuen" Aufführung hinzufügen. 

24. September 2019
14:49
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susana
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Gurnemanz schreibt :

Man sollte sich auch die Frage stellen, wieso die absolute Mehrheit zu Musik abwandert, bei deren Anhören man sich geistig nicht anstrengen muss oder kein großes Sitzfleisch haben muss (Musical, Pop, Rock, Jazz, ...). Letzlich sind auch jene zeitgenössischen Komponisten mitschuldig, die massenhaft Musik produzieren, die nix taugt (dass der Staud für so einen Blödsinn wie die "Weiden" mit Förderungen bedacht wurde, ist ja wirklich unsinnig), die wenigen guten zeitgenössischen Komponisten werden somit auch gleich unter den Teppich gekehrt. Trotzdem finde ich:

Eine Kunstform, die sich großteils rückwärtsgewandt und elitär darstellt, KANN doch gar nicht interessant sein!! (außer für ein geringes Publikum)

Jetzt will ich aber gerne dazu was wissen , da fallen mir einige Fragen ein:

Erklären Sie mir das bitte : "wieso die absolute Mehrheit zu Musik abwandert, bei deren Anhören man sich geistig nicht anstrengen muss "

Wie meinen Sie das ?  Das ist jetzt ein ganz besonderer Ansatz, der mich sehr interessiert. 

 Weshalb muss man sich zb , beim Anhören der Arie des Herzogs in Rigoletto mehr anstrengen als bei der "Unstillbaren Gier" aus Tanz der Vampire.

Warum muss man sich beim Anhören eines Klavierkonzertes von Beethoven anders anstrengend als bei einem Klavierkonzert aus der Gaming Musik zu Final Fantasy   (übrigens mit ganz klassichen Symphonie Orchester gespielt und der Konzertsaal voll mit jungen Menschen ??

Was genau meinen Sie damit ??? Wie genau definieren Sie die intelligente Musik und die nicht intelligente Musik. Geht es da nach Noten oder nach dem Jahr in dem das geschrieben wurde ?

Sie werfen uns , die wir die werkgetreuen Inszenierungen lieber haben vor,  dass wir nicht mit der Zeit gehen.. Sie gehen doch auch nicht mit der Zeit

So wie sich die Inszenierungen verändert haben, hat sich auch die Musik verändert. sie ist auch nicht stehen geblieben und sehr vielschichtig geworden .

Schon mal ein Konzert mit großem Symphonieorchester in der Stadthalle gehört mit Musik aus Games of Throne , dirigiert vom Komponisten..

Ah ich vergass, dass ist ja schlechte Musik und man muss die Menschen befreien und ihnen endlich die einzig Wahre und intelligente Musik zeigen . Versteh ich das richtig oder habe ich Sie da schon wieder Missinterpretiert. Wollten Sie das damit ausdrücken ? Oder wie war das gemeint ?

Nein die Kunstformen ändern sich und entwickeln sich auch die Musik und deren Komponisten. Übrigens die genannten Konzerte habe ich mit meiner Jugend besucht.

24. September 2019
13:56
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Lohengrin2
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Christine, haben Sie den DC in Paris live erlebt?

Posa ist keineswegs eine "negative" Figur, sondern nicht der "Gutmensch", als der er oft hibgestellt wird. Er verfolgt konsequent Ziele, für die er alle anderen Figuren manipuliert und vergrößert permanent seinen Einfluss, bis das Kartenhaus wegen des einfach mächtigeren Vertreters der Kirche einstürzt. Der "Opfertod" erspart ihm den Scheiterhaufen.

24. September 2019
13:34
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Christine
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7. September 2019
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Kotozzo schreibt:

Ich habe noch keinen DC gesehen, der eine derartig präzise psychologische Herausarbeitung der Figurenkonstellation gezeigt hat. Vor allem die Figur des Posa wurde zu einer viel komplexeren Figur als üblich, indem er alle Beteiligten für seine Ziele zu manipulieren versucht und gegeneinander ausspielt, sich dabei aber völlig verheddert (v.a. weil er die Schwäche des Prinzen falsch einschätzt) und tragisch scheitert.“

Der Regisseur sieht den Posa in dieser Inszenierung eindeutig als negative Figur. Ich kann das weder in Schillers Drama noch im Libretto und schon gar nicht in der Musik nachempfinden. Es ist eine Idee des Regisseurs mit dem Wunsch nach einer Neudeutung. Warum falsche Ansätze eine präzise psychologische Herausarbeitung der Figurenkonstellation bedeuten, kann ich nicht nachvollziehen.

Übrigens, eine homoerotische Komponente gibt es schon bei Schiller, man muss eben genau lesen. Sprache ist immer mehrdeutig! Schon einmal etwas von Interpretation gehört?  

Von Interpretation habe ich schon gehört, keine Angst. Aber nicht jede Interpretation muss richtig sein, nur weil sie neu oder anders ist!

Gurnemanz schreibt:

Eine Produktion, die spannende und gut durchdachte Interaktion zwischen den Figuren hat, ist doch viel spannender als Stehtheater in schönen Kulissen!!

Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Aber warum eine Produktion Stehtheater sein muss wenn sie die Musik werkgetreu interpretiert, erschließt sich mir nicht. Kann ein Posa, der nicht negativ gesehen wird, nicht trotzdem spannend und gut durchdacht agieren? Entsteht Spannung nur dann, wenn alles ganz anders inszeniert wird?

Den letzten Absätzen Ihres Postings kann ich großteils zustimmen. Der Musikunterricht in den Schulen ist ein Problem. Neue gute Opern sind rar. Selbst wenn sie gute Kritiken bekommen, erreichen sie nur wenig Aufführungen. Aber: ich habe vor einiger Zeit in einer Bibliothek einen Artikel über die Operette gelesen. Er stammte, glaube ich, aus dem Jahr 1960 und erklärte die Operette für tot. Sie wird immer noch gespielt und findet ihr Publikum. Dort sieht man jetzt Menschen, die waren 1960 noch gar nicht geboren! Das Musical Cats habe ich 1983 bald nach der Premiere gesehen. Die derzeitige Aufführung soll sich in wesentlichen Punkten nicht von der damaligen unterscheiden.

 

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