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Wiener Staatsoper 2020-2021 | Seite 3 | OnlineMerker | Forum

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Wiener Staatsoper 2020-2021
28. April 2020
13:52
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mmnischek
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... und der feine Herr Intendant rechtfertigt sich schon im Vorhinein:

“Auslastungszahlen sind nicht alles“

... und Perversionen wie die von Herrn Bieito wird man künftig auch in Wien „genießen“ dürfen vor ausgedünntem Publikum.

 Da hat der Herr Drosda sich mit Burgtheater und Staatsoper in seiner kurzen Amtszeit maximal betätigt und andren seinen Geschmack aufgezwungen!

28. April 2020
13:45
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Es wird - unabhängig von Regie und Besetzungen - interessant werden, wie schnell/langsam sich die Sitzplätze wieder füllen werden.

Aus eigenem Erleben kann ich sagen, dass eine mehrmonatige Erkrankung meinerseits (vor einigen Jahren) zu einer massiven Reduktion meines 'live' Kulturkonsums geführt hat. Warum? Weil ich mir nicht mehr eingeredet habe, dass ich etwas sehen MUSS, sondern ich mich entschlossen habe, nur mehr das zu sehen, was ich unbedingt sehen WILL.

Da außerdem das Netz mit Livestreams geflutet wurde und wird (ab Herbst STOP Steams in Österreich gratis), spare ich mir Unsummen und kann mir das Gebotene zuhause ansehen - und in 99% der Fälle bin ich froh, nichts dafür gezahlt zu haben...

Wenn man sich dann auch noch die Arbeit macht, die semi-legalen Livemitschnitte der 1950er-1970er zu hören, wird der Unterschied zum heute Gebotenen noch frappanter (wer mir nicht glaubt, soll sich z.B. bitte den Mitschnitt des Fidelio Bersteins/ThAdW anhören und mit der Harnoncourtproduktion vor einigen Jahren, in der ich war, vergleichen).

Sobald sich das Publikum daran gewöhnt hat, dass es ein Produkt gratis bekommt, wird es schwer werden, Menschen zu überzeugen, dafür zu zahlen.

Und mir fallen nicht viele Sänger und Sängerinnen ein, für die ich eine Nacht vor der STOP campieren würde...

Aber vielleicht werden sich Menschen um Mitternacht anstellen, um eine Inszenierung von Hans Neuenfels oder Frank Castorf zu s e h e n - ich glaubs nur nicht...

War es früher so, dass man gesagt hat "Mein Gott ist der/die dick! - aber eine Stimme hat er/sie!", höre ich heute immer öfter "Sie/ihn muss man g e s e h e n haben!" - es tut mir leid - Sänger muss ich nicht s e h e n (sonst hießen sie Seher) - ich will sie h ö r e n (dies gilt auch für das Burgtheater).

Mir wäre die von Karl Löbl als 'Kredenz auf Radln' verunglimpfte Gertrude Grob-Prandl um Lichtjahre lieber als die heute gehypten Sängerinnen (wenn ich hübsche junge Damen sehen will, bietet das Internet viel mehr Möglichkeiten als die Theaterbühne).

Wie sagte eine berühmte Sängerin: "Sono vecchia, sono grassa, sono brutta - ma sono sempre la Tetrazzini!" - hätten wir nur heute eine halbe solche....

28. April 2020
13:10
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jaja,.....irgendwelche Leut werden in Wien immer rein rennen, egal welcher Dreck geboten wird..

28. April 2020
13:00
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Lohengrin2
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nur glaube ich, dass ein publikum fuer Neuenfels auch etwas ausgeduennt seine wird

Ganz bestimmt nicht! Es gibt genug Zuschauer, die gern eine andere Sicht au Stücke erleben möchte, als die der "altbackenen"  Produktionen.

28. April 2020
12:56
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alcindo
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27. Februar 2018
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sorry, da habe ich Sie falsch verstanden....nur glaube ich, dass ein publikum fuer Neuenfels auch etwas ausgeduennt seine wird, vielleicht weiss das Gianni R

28. April 2020
12:46
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Lohengrin2
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28. Februar 2018
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das "ausgedünnte" publikum haben wir früher als opernsnobs bezeichnet, die wollen alles so sehen wie noch nie gesehen und so hören, wie man es noch nicht gehört hat...ob das dann immer das richtige ist??

Schon von Corona-Anordnungen gehört?

28. April 2020
12:37
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alcindo
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27. Februar 2018
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Oper auf staats-und steuerkosten sollte nicht für eine ""ausgedünntes" publikum gemacht werden...geldverschwendung. die alte Butterfly hätte man ruhig lassen können, sie ist abgespielt, aber werkstreu und bräuchte nur eine kosmetische behandlung...jeder saenger kann ohne probleme einspringen., in der neuen Produktion wird das nicht so einfach sein,  ..auch das ist ein faktor. jetzt kommt die Broadwayversion, die die szenischen vorgaben von Puccini zt ignoriert und das ganze in musicalnähe bringt

das "ausgedünnte" publikum haben wir früher als opernsnobs bezeichnet, die wollen alles so sehen wie noch nie gesehen und so hören, wie man es noch nicht gehört hat...ob das dann immer das richtige ist??

28. April 2020
12:25
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Lohengrin2
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in der Oper WILL ich nicht alle "doppelt sehen"...!

Das wid beim ausgedünnte Publikum aber sogar interessant!

28. April 2020
12:09
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Ich trink - wie doch auch der Herr Neuenfels........ - gern auch paar Biere oder Achterln , aber in der Oper WILL ich nicht alle "doppelt sehen"...!   Wie Tho Pro in seinen Bemerkungen völlig richtig schreibt, haben die gesamten "Regie-Koriphäen", die uns da jetzt blühen kein einziges Werk abgeliefert, ohne dessen Schöpfer zu "korrigieren", zu "verbessern", "auszubauen", etc.  Und so was ist und bleibt für mich ein Schmarrn!   

28. April 2020
11:33
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Lohengrin2
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28. Februar 2018
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.. wer will zB. den Neuenfels Schmarrn bitte?

Wer will den Schenk/Zefirelli-Schmarrn in alle Ewigkeit? Ich schätze Schenk als Schauspieler und Regisseur, aber alles war auch nicht gerade ein Volltreffer und wie heisst es so schön "Alles hat seine Zeit".

Roscic als Wolf im Schafspelz zu bezeichnen ist eine ziemliche Ubverschämtheit. Da macht er neben (bei einigen) Unbeliebtem was, was man nicht ablehnen kann und darf, dann ist das nicht ehrlich gemeint. Misstrauen ist eine schlechte Basis der Rezeption.

28. April 2020
10:25
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Eine unmögliche, sinnentleerte Sendung mit lächerlichen Fragen ( besonders an den Musikchef ) von einem - man verzeihe mir -"thumben Toren" ( oder einem staatsrundfunkmäßig "gehirngewaschenen"?? ) - furchtbar!  Und der "Fachkommentar" der Rett  ... hahaha, die sollte sich zur Lunacek schmeissen, ein Duo infernal par excellence...

    Mit Sichrovsky war ich überhaupt nicht einverstanden ( wie Tomas Pro in seinen Betrachtungen schreibt, klang seeehr nach Anbiederung!! ) , vor allem sein "Appell" für das "Regietheater"... wer will zB. den Neuenfels Schmarrn bitte? 

Roscic agierte im Stile eine Politikers, überzeugend, wortgewandt, recht geradlinig - sehr positiv in der Art!  Aber ein "Wolf im Schafspelz", der uns szenisch zur Verzweiflung bringen wird, und die letzten Reste unserer ansehbaren Inszenierungen nehmen wird. ( Das Wiederaufnehmen des Figaro und der Elektra ist ja ein geschickter Schachzug des sicher superintelligenten Machers,  "Schaut her!  Ich bins   - ja gar nicht, der böse Regietheatler....."   und 90% fallen drauf rein...

28. April 2020
0:13
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Gianni Roccanova
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Lohengrin2 sagt
Sichrovsky war sehr gut

Mir wars ein wenig zu viel des Lobes vorab. Nicht dass ich den Spielplan nicht bemerkenswert und als Fortschritt sehen wüde, aber so viel Lob von einem so kritischen Geist hat mich doch erstaunt. Man wird sehen, wie es weiter geht.........  

Er hat das aber, so mein Eindruck, zumindest begründet und argumentiert. Somit ist/war das nicht die übliche Vorab-Lobhudelei, die mittlerweile überall eingerissen und längst an die Stelle kritischer Berichterstattung post festum getreten ist. Dazu ist Sichrovsky zu klug und erfahren. Es hätte wohl auch mehr gebracht, ihn das Gespräch mit Roščić führen zu lassen.

Und ich frage mich gerade, wann das eigentlich angefangen hat, dass echte Journalisten - und somit echter Journalismus - durch Moderatoren ersetzt worden sind ...

27. April 2020
18:58
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1170
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28. Februar 2018
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Sichrovsky war sehr gut

Mir wars ein wenig zu viel des Lobes vorab. Nicht dass ich den Spielplan nicht bemerkenswert und als Fortschritt sehen wüde, aber so viel Lob von einem so kritischen Geist hat mich doch erstaunt. Man wird sehen, wie es weiter geht.........

27. April 2020
18:49
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Gianni Roccanova
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Amfortas sagt
@Giovanni Roccanova

Auch auf die Musikeinspielungen in amateurhafter Tonqualität aus dem Chorsaal hätte man getrost verzichten können. Stattdessen wären Vorinformationen zu Neuproduktionen wie Henzes Das verratene Meer oder Monteverdis Incronazione di Poppea, die beide ja nicht gerade zum Kernrepertoire der Opernhäuser gehören, interessant gewesen. Wenigstens hat man diesmal nicht Barbara Rett die Interviews führen lassen. Aber man muss Ihnen Recht geben: Die ORF-III-Sendung war unterirdich - wie das meiste, was sich der zwangsgebührenfinanzierte Staatsfunk in Sachen Kultur leistet - vor allem auf ORF-III und vor allem auf dem Gebiet der Oper.

Übrigens: Heinz Sichrovskys Beitrag war inhaltlich voll zuzustimmen. Man kann nur hoffen, dass das Wagner-Repertoire in den nächsten Jahren grundlegend neuinterpretiert wird. Lohengrin, Tannhäuser und der Ring laufen in der Staatsoper in inakzeptablen Inszenierungen, die Meistersinger wurden seit gefühlten Jahrzehnten nicht mehr gespielt, die Inszenierung von Tristan ist hübsch anzusehen, aber belanglos, die des Fliegenden Holländers ordentlich in die Jahre gekommen.  

Sichrovsky war sehr gut: gescheit und pointiert formuliert, ein sinnvoller und hörenswerter Kommentar. Der Beitrag von Rett war komplett unnötig. (Früher waren beim ORF Top-Journalisten tätig, ein Gerd Bacher hätte Sichrovsky fix zum ORF geholt, nicht bloß als Gast; der wäre klarerweise ein sehr geeigneter Kulturchef und wirkt auch vor der Kamera sehr prägnant und kompetent, der kann auch richtige Interviews führen und kluge Fragen stellen, wohingegen andere ihre Plaudereien für Interviews halten.)

Übrigens danke für den bisher einzigen weiteren Kommentar hier!

Zur Meistersinger-Inszenierung: Diese Produktion ist extrem aufwendig auf- und abzubauen, zudem ist das Stück nicht gerade kurz, und solche Inszenierungen stellen für ein Repertoirehaus wie die Wiener Staatsoper ein Problem dar (die Arbeitsbedingungen sind nicht mehr so wie 1975). Da könnte man vor, zwischen und nach den Aufführungen praktisch nur Ballett spielen, Bühnenproben für andere Aufführungen oder Neuproduktionen wären unmöglich. Insgesamt natürlich extrem schade.

Auch die Zeffirelli-Carmen war vom Bühnenbild her sehr aufwendig, was auch ein Grund für ihre Ablöse war, dazu die Statisterie, früher sogar mit lebenden Tieren. Meyer hatte ja schon eine neue Produktion angedacht, eine französische Regisseurin sollte das machen, aus irgendwelchen Gründe kam es nicht zustande, auch die Regisseurin kam am Ring sonst nicht zum Zug (dafür aber im Theater an der Wien).

Noch eine Anmerkung zur kommenden Saison: Offenbar heißt es in den Besetzungen wieder "Inszenierung" und nicht mehr "Regie" (wie unter Meyer eingeführt). Ob dahinter der neue Dramaturg Morabito steckt, weiß ich nicht.

27. April 2020
9:40
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@Giovanni Roccanova

"Warum eigentlich schon wieder ein neuer Parsifal und ein neuer Macbeth, obwohl die aktuellen Produktionen nicht gerade altersschwach sind?"

Altersschwach sind sie nicht, aber peinlich. Die letzte Neuinszenierung von Parsifal war unnötig angesichts der stimmigen und bewährten vorherigen Inszenierung von Christine Mielitz. Unter Meier wurden leider einige bewährte Produktionen durch Neuinszenierungen ersetzt, die belanglos und langweilig sind. Barrie Koskys Lohengrin durch Homokis Lederhosen-Inszenierung im Holzkistl zu ersetzen oder Hary Kupfers Elektra durch Laufenbergs "Tragödie in einem Aufzug", waren unglückliche Entscheidungen. Gut, dass die neue Intendanz hier die gröbsten Fehler korrigiert.

"Die Wahl der Regisseure ist angemessen."

Volle Zustimmung! Bin schon gespannt auf den neuen Parsifal, aber auch auf Neuenfels' Entführung aus dem Serail.

"Die ORF-III-Show war zumal in den Interviewpassagen teilweise unterirdisch."

Auch auf die Musikeinspielungen in amateurhafter Tonqualität aus dem Chorsaal hätte man getrost verzichten können. Stattdessen wären Vorinformationen zu Neuproduktionen wie Henzes Das verratene Meer oder Monteverdis Incronazione di Poppea, die beide ja nicht gerade zum Kernrepertoire der Opernhäuser gehören, interessant gewesen. Wenigstens hat man diesmal nicht Barbara Rett die Interviews führen lassen. Aber man muss Ihnen Recht geben: Die ORF-III-Sendung war unterirdich - wie das meiste, was sich der zwangsgebührenfinanzierte Staatsfunk in Sachen Kultur leistet - vor allem auf ORF-III und vor allem auf dem Gebiet der Oper.

Übrigens: Heinz Sichrovskys Beitrag war inhaltlich voll zuzustimmen. Man kann nur hoffen, dass das Wagner-Repertoire in den nächsten Jahren grundlegend neuinterpretiert wird. Lohengrin, Tannhäuser und der Ring laufen in der Staatsoper in inakzeptablen Inszenierungen, die Meistersinger wurden seit gefühlten Jahrzehnten nicht mehr gespielt, die Inszenierung von Tristan ist hübsch anzusehen, aber belanglos, die des Fliegenden Holländers ordentlich in die Jahre gekommen.

27. April 2020
6:03
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Gianni Roccanova
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Jetzt könnte man ja schon diskutieren und alles besser wissen. Hier ein Anfang.

1. Ich finde die Pläne gut und richtig. Stars und Gäste passend mit Ensemblemitgliedern verschränkt. Die Werkauswahl ist zu neunzig Prozent nachvollziehbar - und dort, wo das nicht der Fall ist, mag die Kenntnis der nächsten Saisonen fehlen. Warum eigentlich schon wieder ein neuer Parsifal und ein neuer Macbeth, obwohl die aktuellen Produktionen nicht gerade altersschwach sind? Möglicherweise war das eine Bedingung mitwirkender Künstler. Insgesamt kann man von einer glanzvollen Saison sprechen. Die Wahl der Regisseure ist angemessen. An der Wiener Staatsoper haben viele wichtige Inszenatoren gearbeitet, neben den bekannten Größen wie Zeffirelli, Schenk oder Ponnelle waren das u. a. Gielen, Wälterlin, Lindtberg, Schuh, Rennert, Visconti, Lavelli, Squarzina, O'Horgan, Strehler, Russell, Ronconi, Schaaf, Vitez, Berghaus, Flimm, Pountney, Kirchner, Miller, Neuenfels, Bechtolf, Konwitschny, Engel. Diese Linie wird nun mit den entsprechenden Namen aus der Regiegegenwart würdig fortgesetzt. Die Kombination etwa aus einem Superstartenor wie Flórez mit einem mythenumrankten Regieberserker wie Castorf wirkt appetitanregend. Mich erinnert das sehr an die legendäre Direktionszeit von Rolf Liebermann im Paris der 1970er: absolute Opern-Giganten ihrer Zeit wirkten da genau so wie die modernsten Regisseure, darunter ein gewisser Chéreau, der unter Liebermanns Ägide zum ersten Mal eine Oper inszenierte (was ihn in der Folge nach Bayreuth brachte, der Rest ist Geschichte). Das war eine goldene Ära in jeder Hinsicht. Wenn so etwas in Wien gelingt, kann man sich nicht beschweren. Hier gilt es auch eine Tradition zu verteidigen, siehe Gustav Mahler und Alfred Roller.

2. Ist der Einfluss des bekannten Agenten zu sehr spürbar? Rosčić ist ein absoluter Newcomer, natürlich muss er auf Berater zurückgreifen, die ihren Einfluss geltend machen. Was nicht heißt, dass das so bleiben wird. Holender ist ein gutes Beispiel, welche Wandlungen ein Theaterchef durchmachen kann.

3. Der Direktor zeigt, dass er mediengewandt agiert. Er spielt mit den Medien, nicht umgekehrt sie mit ihm. Das kann sehr zum Vorteil des Hauses sein. Es hat keinen Sinn, exzellent zu sein, wenn niemand sieht und erfährt, dass man exzellent ist.

4. Die ORF-III-Show war zumal in den Interviewpassagen teilweise unterirdisch. Absolut peinlich war der Abschnitt zum neuen Ballettdirektor Martin Schläpfer. (Dessen Wahl war mir schleierhaft, er kam aber in der Zuschaltung sehr sympathisch rüber.) Hier wäre es wirklich interessant gewesen, mehr zu erfahren: was will Schläpfer, der eine Compagnie übernimmt, die durch Legris auf Weltniveau agiert? Was sind seine Ziele? Daran hatte der Moderator anscheinend wenig Interesse, es ging fast sofort um - den Opernball. Dazu musste ein gequält lächelnder Staatsoperndirektor "wichtige" Fragen beantworten, bevor Schläpfer wieder ins Bild kam - und sofort verabschiedet wurde. Peinlich und unhöflich zugleich. Eine Bankrotterklärung für diesen angeblichen "Kultur- und Informationssender". (Wenn die Subventionen der österreichischen Steuerzahler der Grund dafür sind, dass die Staatsoper möglichst das beste Operntheater der Welt bietet, warum gelten ähnliche Erwartungen eigentlich nicht für den ORF?)

5. Momentan habe ich nur einen definitiven Kritikpunkt an der kommenden Saison: Wenn man in Wien die "Ariadne" spielt, sollte man für den Haushofmeister einen würdigen, möglichst großartigen und subtilen Schauspieler mit exzellenter Diktion und Beherrschung des altösterreichischen Deutsch aufbieten können - also einen fähigen Nachfolger des großen Peter Matić. Einen, der auch als perfekter Schnitzler-Darsteller durchgeht - das verdient Hofmannsthal. Das könnte z. B. Simonischek sein, der leider nur den Frosch spielt. Ich würde vorschlagen, die Besetzung zu tauschen: Simonischek als Haushofmeister, und den für den Haushofmeister vorgesehenen Schauspieler als Frosch. Perfekt wäre natürlich auch Christoph Waltz (wenngleich praktisch unmöglich).

6. Insgesamt wirkt Roščić angenehm ehrgeizig. Er will das möglichst Beste für das Haus erreichen, um selbst gut dazustehen. Zugleich wirkt er relativ uneitel und an der Sache interessiert sowie passend unnachgiebig. Diese Mischung könnte dem Haus sehr von Nutzen sein, um für die momentan nicht völlig klare Zukunft angemessen gerüstet zu sein.

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