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Warnung vor Zensur und cancel culture
28. Juli 2020
9:44
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Amfortas
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Forumsbeiträge: 298
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25. Oktober 2019
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@mmnischek

Unsere westliche Lebensweise scheint zu regredieren: weg vom Ideal des autonomen, selbstbestimmten, aufgeklärten Individuums und wachen Staatsbürgers hin zum Stammesdenken und zur Bildung von Horden mit gefeierten Anführern.

Ich würde es anders formulieren: Wir sind offenbar bereit, die von unseren Vorfahren hart erkämpften Freiheiten aufzugeben in der Annahme, dafür mehr Sicherheit zu erhalten. Oder nochmal anders formuliert: Wir wollen den sozialistischen Weg gehen, wie ihn die Ostblockdiktaturen erfolglos bis Ende der 80er-Jahre gegangen sind. Dort war es problemlos möglich, einen öffentlich finanzierten Kinderbetreuungsplatz zu bekommen, wer aber ein Leben in Freiheit in einer kapitalistischen Demokratie im Westen führen wollte, wurde an der Grenze einfach abgeknallt. Dort war die Arbeitslosigkeit niedrig, wer jedoch das politische Regime kritisierte, verschwand auf Nimmerwiedersehen in einem Gefängnis der Stasi oder in einem sibirischen Arbeitslager. Die Hoffnung, nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus endlich weltweit ein Leben in Freiheit führen zu können, hat sich zerschlagen. Diese Hoffnung wurde systematisch zunichte gemacht durch jene, die im Westen die Meinungen bestimmen und überwiegend jener Ideologie anhängen, die Igor Schafarewitsch treffend in seinem Buch "Der Todestrieb in der Geschichte. Erscheinungsformen des Sozialismus" analysiert hat. Diese Meinungsmacher wurden allmählich zu Panikmachern mit dem Ziel, die Angst der Menschen als Ausgangslage dafür zu nutzen, ihnen die Freiheiten Stück für Stück abzunehmen.

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

28. Juli 2020
1:47
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mmnischek
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Forumsbeiträge: 241
Mitglied seit:
10. März 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

DOZENS SIGN LETTER AGAINST CANCEL CULTURE FOLLOWING MONTH OF BLM PROTESTS

By Janene Pieters

https://nltimes.nl/2020/07/16/dozens-sign-letter-cancel-culture-following-month-blm-protests

Around 90 Dutch and Flemish students, academics, politicians and opinion makers signed a declaration against cancel culture, which they linked on Thursday to pressure against freedom of speech. The letter invoked the name of George Floyd, killed as a result of police brutality in the U.S. state of Minnesota, and said the aftermath led to intimidating actions by "radical groups".

Floyd's death sparked weeks of protests around the world, including throughout the month of June in the Netherlands, against structural racism and colonialist mindsets. While many of those protests were united under the banner of "Black Lives Matter", the letter stopped just short of naming the BLM movement as those they perceive as being responsible for putting pressure on free speech.

“After the death of George Floyd in the United States, the discussion about (institutional) racism flared up. While every form of racism must be rejected and the fight against it is important, there are concerns about the direction in which this discussion is developing,” the group said in an open letter which was later signed by over three thousand other people. They accuse “radical groups” of suppressing critics of the right to free speech and expression, without mentioning any one groups specifically.

"We shouldn't let freedom of speech be hijacked by a small group of intolerants," they said. "Radical groups want to deny others who do not advocate 'the right opinion' the right to express their opinion," the manifesto stated. "A debate should be possible to be held on any subject. This also includes the possibility of expressing opinions with which you strongly disagree or that go against current social discourse."

.......

"The urgency is too great: we must start a counter movement now," Blommestijn said. According to her, they kept the manifesto deliberately abstract so that they could reach everyone, from left to right on the political spectrum. "We also do not act as a collective. Everyone signed in a personal capacity."

28. Juli 2020
1:39
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mmnischek
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Forumsbeiträge: 241
Mitglied seit:
10. März 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Die Gesellschaft reibt sich auf in immer neuen Kollektiven

Unsere westliche Lebensweise scheint zu regredieren: weg vom Ideal des autonomen, selbstbestimmten, aufgeklärten Individuums und wachen Staatsbürgers hin zum Stammesdenken und zur Bildung von Horden mit gefeierten Anführern.

 

https://www.ulrike-ackermann.de/2020/07/20/das-kulturmagazin-mit-politikprofessorin-ulrike-ackermann-2/

https://www.nzz.ch/meinung/die-gesellschaft-reibt-sich-auf-in-immer-neuen-kollektiven-ld.1565101

Es gab im erschrockenen Schweigen und Stillstand während der Corona-Krise für einen Moment die Hoffnung auf ein Ende polarisierender Debatten und stattdessen die Besinnung auf das, was wichtig ist. Das sind natürlich auch Zustände anhaltender Diskriminierung und fortwährenden Rassismus, auf die unter anderem die «Black Lives Matter»-Bewegung aufmerksam macht.

Doch der Protest ist längst aus dem Ruder gelaufen und favorisiert besonders im akademischen und im kulturellen Feld Forderungen, die am Fundament und am Selbstverständnis unserer freiheitlichen Ordnung rütteln. Sie knüpfen an ideologische Prämissen an, die schon länger die Selbstzweifel hinsichtlich der Erfolgsgeschichte unserer Zivilisation schürten und teilweise in einen westlichen Selbsthass mündeten. Er ist nicht nur rechten und linken Rändern eigen, sondern zunehmend auch in Universitäten, Redaktionsstuben und Kulturinstitutionen beheimatet. Und dies in einer Situation, in der die über Jahrhunderte mühsam errungenen westlichen Freiheiten und Lebensweisen weltweit unter immer stärkeren Druck geraten sind. In den USA und Europa werden von Demonstranten nicht nur Südstaatengeneräle und Profiteure des Kolonialismus und des Sklavenhandels vom Sockel gestürzt. Der militante Bildersturm macht auch vor Christoph Kolumbus oder Winston Churchill nicht halt.

Man will es allen recht machen

Der antirassistische Furor erinnert in seiner Rigidität an den Tugendterror der Jakobiner in der Französischen Revolution, die mit allem Alten brechen und das Vergangene radikal ausmerzen wollten. Bereits seit einigen Jahren tobt dieser Kulturkampf, der immer aberwitzigere Züge annimmt. Historische Bücher werden umgeschrieben, weil das Wort «Negerkönig» anstössig ist. Die Diskurspolizei ist auch an den Universitäten unterwegs. Alte Filme werden aus dem Verkehr gezogen, weil sie aus heutiger Sicht rassistisch sind. Berühmte Bilder werden abgehängt, weil sie sexistisch seien – obwohl sie doch gerade historisch bezeugen, was sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt hat.

Es sind Eingriffe zugunsten eines vermeintlich gerechten, politisch korrekten Regimes, das es jeder Ethnie, jedem Geschlecht und jeder Religion recht machen will. Der Wunsch nach Eindeutigkeit und Einheitlichkeit, nach Reinheit und Reinigung hat sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern ausgebreitet. Verletzte Gefühle einer Gruppe wiegen plötzlich schwerer als die Prinzipien und die Ausübung der Kunst-, Wissenschafts- und Meinungsfreiheit. Obwohl doch gerade sie Antrieb und Resultat eines jahrhundertelangen Kampfes waren und als hohe Güter unsere Lebensweise auszeichnen.

Inzwischen steht auch schon der Aufklärer Immanuel Kant wegen Rassismus am Pranger, weil er in seinen Frühschriften wie andere seiner Zeitgenossen die weisse «race» als vollkommenste der Menschheit ansah. Eine «Kritik der weissen Vernunft» wird deshalb angemahnt. Doch dem späteren Kant verdanken wir gerade die wegweisende Definition von Mündigkeit und die Entfaltung dessen, was die Würde des einzelnen Menschen ausmacht.

Eigentlich begann es im Zuge der neuen sozialen Bewegungen ab den 1970er Jahren durchaus emanzipatorisch. Mutig schlossen sich Frauen und soziale Minderheiten zusammen, um für ihre Rechte einzutreten. Sie machten auf historische und gegenwärtige Benachteiligungen aufmerksam und begehrten auf gegen Sexismus und Rassismus. Doch dann breitete sich mit dem Lob der kulturellen Vielfalt und Differenz ein ideologisch gewordener Multikulturalismusaus, der die freiheitlichen Errungenschaften der westlich-europäischen Zivilisation zunehmend relativierte. Immer neue soziale Gruppen, die sich als Opfer von gesellschaftlicher Diskriminierung verstanden, entwickelten ihre jeweils unterschiedlichen Opfernarrative und forderten besondere Rechte für sich. Eine regelrechte Opferkonkurrenz entstand. Ihr jeweiliger Bezugspunkt ist eine kollektive Identität, die abgeleitet wird aus realer oder vermeintlicher Benachteiligung, der Erfahrung von Unterdrückung oder Verfolgung, die teilweise Jahrhunderte zurückliegen: Frauen, sexuelle Minderheiten, die LGBT-Community, Migranten, ethnische und religiöse Minderheiten. Es geht dabei um Wiedergutmachung erfahrenen Leids und den Wunsch nach sozialer und kultureller Wertschätzung.

Neue soziale Bewegungen

Inzwischen scheint unsere Gesellschaft allerdings auf eine frühere Stufe ihrer Entwicklung zu regredieren, weg vom Ideal des autonomen, selbstbestimmten, aufgeklärten Individuums und wachen Staatsbürgers hin zum Stammesdenken und zur Bildung von Horden mit gefeierten Anführern. In den sich selbst bestätigenden Communitys, verstärkt durch die neuen Medien, ist ein besorgniserregender Rückfall in den Tribalismus zu beobachten. Die Gesellschaft zersplittert in immer neue Kollektive, die für ihre partikularen Gruppeninteressen kämpfen.

Die Identitätspolitik der Rechten favorisiert einen Kollektivismus, der sein Heil in der ethnischen Homogenität der Volksgemeinschaft sieht und die universalistischen Prinzipien der Aufklärung verwirft. Antiwestlich und antiliberal geriert sich aber auch eine Identitätspolitik von links, die an den Hochschulen und im Kulturbetrieb Raum gegriffen hat.

.......

Entstanden ist daraus über die Jahrzehnte eine ausgeprägte Identitätspolitik, die ausdrücklich die jeweils kollektive religiöse, kulturelle, sexuelle und ethnische Zugehörigkeit ins Zentrum stellt. Nicht für Individuen werden Rechte eingefordert, sondern für die jeweiligen Opferkollektive, die Sonderrechte beanspruchen, um bisherige gesellschaftliche und historische Benachteiligung zu kompensieren. Aus den ehemals emanzipatorischen Bestrebungen sind identitäre Communitys entstanden, die ihre Anliegen ideologisiert haben und einen moralisierenden Feldzug gegen die sogenannte Mehrheitsgesellschaft führen.

Polarisierung durch Täter- und Opferkategorien

Wenn ständig in Täter- und Opferkategorien gedacht und agitiert wird, schwindet der gesellschaftliche Zusammenhalt immer mehr und leistet weiterer Polarisierung Vorschub.

Paradoxerweise wird der wohlfeile Antikolonialismus und Antirassismus selbst rassistisch, wenn er die ethnische Herkunft und die Hautfarbe zum essenziellen, identitätsstiftenden Zugehörigkeitskriterium der von der Mehrheitsgesellschaft vorgeblich diskriminierten Opferkollektive macht.

Erschreckend sind zudem die Rigidität und die Wut, die den Wunsch nach Reinigung begleiten: Sprache, Geschichte, Bücher, Plätze, Erinnerung sollen von allem Bösen gesäubert werden. Das ursprüngliche Ansinnen ist totalitär geworden und wäre letztlich eine Entsorgung der Vergangenheit.

Der «Schuldkomplex» (Pascal Bruckner) verleitet angesichts der Greuel des Kolonialismus und der Sklaverei die Mehrheitsgesellschaft zu paternalistischer Überkompensation gegenüber den nachgeborenen «Opfern» – angetrieben vom Wunsch, die Schuld zu tilgen. Vermeintliche Täter und vermeintliche Opfer bleiben so in einer reziproken, komplizenhaften Dynamik gefangen, die einer sachlichen Aufarbeitung der Geschichte im Wege steht.

Die Erfolgsgeschichte der westlichen Zivilisation hat uns über die Jahrhunderte den besten Lebensstandard, den wir je hatten, beschert, Partizipation und Freiräume erweitert. Freilich begleitet von grauenhaften Kämpfen, Katastrophen, Diktaturen, kolonialen Verbrechen, vielen Irrtümern und Inkonsequenzen. Wir können diese widersprüchliche Geschichte nicht glattbügeln oder retuschieren. Wir müssen mit ihr leben. Denn Immanuel Kant wusste: «Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden.»

28. Juli 2020
1:22
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mmnischek
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10. März 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Be very concerned about cancel culture

John Connors, McLean

July 24, 2020

https://www.washingtonpost.com/opinions/letters-to-the-editor/be-very-concerned-about-cancel-culture/2020/07/24/22b605a2-ccf3-11ea-99b0-8426e26d203b_story.html

David Von Drehle’s July 22 op-ed, “Don’t be afraid of cancel culture,” misread “cancel culture” as nothing more than another round in the battle of ideas. The intolerant left is not seeking a battle of views; they seek to erase opposing ideas.

As a centrist independent supporting former vice president Joe Biden, the presumptive Democratic nominee for president, I’m alarmed by the extent of the left’s power on university campuses to censor speech and research and cancel people’s careers. The New York Times’s about-face on the op-ed from Sen. Tom Cotton (R-Ark.) was a disgrace and showed who wielded authority at the Times: not experienced professionals upholding journalistic standards but younger journalists and social activists. 

Mr. Von Drehle stated that we have a glut of free expression. Yes, but not at leading universities or at formerly venerable institutions such as the New York Times. His description of circumstances on college campuses was startling naive. University professionals with views other than the cancelers’ are not snowflakes shying from intellectual battle. They are individuals being reprimanded, forced to resign or fired for pseudo-infractions of illiberal dogma. Mr. Von Drehle’s “nothing to see here” summary was negligently inaccurate. Be very concerned about cancel culture. The intolerant left does not want a debate. It is doing its best to cancel ideas and people’s livelihoods. 

 

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