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WALTZ FIDELIO ......VIEL LAERM UM WENIG
24. März 2020
10:35
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Eduard Paul
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Forumsbeiträge: 6
Mitglied seit:
21. März 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

langer Rede- kurzer Sinn-

wo blieb eine stringende Zeichnung der einzelnen Protagonisten ? Außer der "Leonore"- die versuchte ein Eigenprofil zu erstellen ( wenn auch oft zu hart/hektisch) war von Personenführung und Charakterzeichnung der weitern Mitwirkenden nichts zu bemerken ( Pizarro wirkte wie ein müder Bankbeamter, der Don Fernando sogar lächerlich hilflos etc...)-da minderte dne Gesamtaiendruck doch sehr

Über die gesanglichen Leistungen hat schon "alcindo" ausführlich berichtet.....

23. März 2020
9:23
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Chenier
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Forumsbeiträge: 667
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich bin kein Spezialist, alcindo, für Stimmen, und auch kein Musikwissenschaftler, ich habe Jus und Wirtschaft studiert und auch abgeschlossen, also nur Edelamateur, wenn Sie es so wollen, auch Laie genannt. Aber ich höre gerne gute Musik mit guten Interpreten und beurteile das emotional und ganz ohne Spezialwissen. Genau so, wie man ein Buch liest, sich ein Bild ansieht oder ein Bauwerk betrachtet, man lässt es auf sich einwirken, ohne Autor, Maler oder Architekt zu sein.

Und wenn ich schreibe, dass mich Rysanek nie wirklich bewegt und begeistert hat, so hat das weniger mit eingeschränkter Beurteilungsgabe sondern mehr mit persönlichem Geschmack zu tun. Schließlich gibt es in diesem Forum sogar Schreiber, die PD als Tenor oder die Qualität von AN in Frage stellen.

22. März 2020
19:07
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alcindo
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Forumsbeiträge: 365
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

danke Lohengrin, dass Sie mich korrigieren, das war natürlich ein flüchtigkeitsfehler, die beiden nn beim Fußballer auch?, ist aber im Grund nur anekdotiisch

zu Chenier, ich bin mir sicher, dass Sie von gesang viel mehr verstehen als die meisten von uns, wenn Sie schon so oft in in und ausland in die oper gegangen sind..........zu Leonie und ausgesungen 1989 : also 40 jahre nach ihrem debut sang sie in Barcelona die Küsterin und sie war so ausgesungen, dass nach dem 2.akt die pause durchapplaudiert wurde, in Spanien war sie auf grund der Caballepolitik fast total unbekannt. haben Sie so etwas schon erlebt???..also ich muss noch etwas korrigieren: in dem jahr als Sie zum ersten mal die oper besuchten hatte Leonie bereits eine karriere von 30 und nicht 28 jahren hinter sich. bei den meisten der heutigen soprandiven handelt es sich um karrieren von 10 bis 20jaehriger dauer. nur die Rysanek, die Ludwig und die Nilsson haben es auf so lange karrieren gebracht. 

22. März 2020
18:24
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Chenier
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Forumsbeiträge: 667
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich persönlich finde diesen Hinweis von alcindo ein wenig lächerlich, jeder weiß, wer gemeint war, aber er ist scheinbar Schulmeister gewesen. 

22. März 2020
18:09
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 738
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@alcindo: übrigens, wenn Sie den fußballer wieder einmal zitieren, sein name schreibt sich mit einem n..Maradona....

Tja, es gibt welche, die müssen das unbedint tun, obwohl sie selber (wie jeder/jede) Tippfehler machen....

22. März 2020
17:58
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Chenier
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Forumsbeiträge: 667
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ja, sie hat auf mich damals einen ziemlich ausgesungenen Eindruck gemacht, das haben Sie mehr oder weniger bestätigt.

Aber wenn Sie Gigli oder gar Caruso live erlebt haben, wären die Eindrücke im Forum durchaus interessant. Zu Maradona mit 2 n: Falsa demonstratio non nocet.

22. März 2020
17:57
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 738
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lohengrin2 sagt
noch vierlen dank

das schreibt man: "noch vielen Dank"  

Also DAS hätte ich wirklich nicht gewusst... Seit wann bessern wir unwichtige Tipppheler aus? Das tu nicht einmal ich als angehender Sprachenlehrer...

22. März 2020
17:52
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 738
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

noch vierlen dank

das schreibt man: "noch vielen Dank"

22. März 2020
17:42
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alcindo
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Forumsbeiträge: 365
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

cher Chenier, im jahr 1979 hatte die Leonie schon eine karriere von 28 jähren hinter sich mit rollen von Sieglinde bis Tosca, Salome  bis Aida und Kaiserin bis Senta am buckel.  Sie haben also sichtlich die Rysanek nicht mehr in ihren grossen rollen gehört, da sie diese nach 1979 nur mehr selten in Wien gesungen hat. es freut mich, dass Sie auf eine so grosse bilanz an auffuehrungen pochen können, aber ob das wirklich eine qualitätsgarantie ist...?  übrigens, wenn Sie den fußballer wieder einmal zitieren, sein name schreibt sich mit einem n..Maradona....

noch vierlen dank fuer den Lucia-link

zu rapidwien  genauer lesen!! und dann argumentieren

mit gruss alcindo

22. März 2020
16:36
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Chenier
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Forumsbeiträge: 667
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Nein, alcindo, ich bin Jahrgang 1950 und gehe seit 1979 regelmäßig, aber dafür umso intensiver, in die Oper. Habe schon immer Qualität geschätzt und kann mittlerweile auf mindestens 900 Aufführungen zurückschauen, davon etwa 100 im Ausland, zusätzlich eine Menge Konzerte. Mit 7 war ich, ehrlich gestanden, noch nicht in den heiligen Hallen, im Gymnasium und während des Studiums ebenfalls kaum, hat mich damals weniger interessiert als Clint Eastwood und Diego Maradonna, wenn ich aufrichtig sein soll.

Die Gnade (oder der Vorwurf?) der späten Geburt. Laugh

Und jetzt widme ich mich weiter der ausgezeichneten Lucia aus der Met mit AN und PB, da gibt es auch für kritische Geister und ältere Jahrgänge wenig zu meckern, auch szenisch.

Hier der Link, falls Interesse:

https://players.brightcove.net/102076671001/ShNTDWXQ_default/index.html?videoId=6142654345001

22. März 2020
16:17
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rapidwien
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Forumsbeiträge: 29
Mitglied seit:
28. August 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

@alcindo: Aber dafür sind sie jetzt tief ins gestern abgetaucht....:-) Und jemandem vorzuwerfen, dass er 1957 noch nicht in die Oper ging, naja auch ein Argument, nix für ungut in Zeiten wie diesen.....;-)

22. März 2020
15:29
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alcindo
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Forumsbeiträge: 365
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Chenier, wie immer sehr objektiv zu meinen beiträgen: diesmal habe ich mich  überhaupt nicht auf" frühere Zeiten" bezogen, aber das scheint Ihnen gar nicht aufgefallen zu sein. worauf ich mich bezog war eine mit grossem rummel angepriesene produktion, bei der größtenteils textunverständlich  gesungen wurde und das von einer schar zum grossen teil unbedeutender saenger. Dass Sie Leonie Rysanek vermieden haben spricht für Ihre kenntnisse....einer der oft zitierten fehler von Leonie war ihre textundeutlichkeit, darum habe ich die piraten liveaufnahme von 1971 geladen...man versteht fast jedes wort, und Leonies vokalfarben waren immer die richtigen, da gab es keine looost oder brooost  und es dirigiert Karl Boehm, der hat ja auch sicher nichts von stimmen verstanden . vergessen Sie aber auch nicht, dass Leonie Rysanek die bedeutendste österreichische sängerin der letzten 70 jähre war. auch Karajan meinte 1957 nach ihrer Desdemona mit del Monaco: so etwas werde er nie wieder erleben. aber damals sind Sie ja wahrscheinlich noch kaum in die oper gegangen.   übrigens nota bene: jede Kritik lebt vom vergleich, so wird auch noch fuer lange zeit jede Turandot oder Isolde mit der Nilsson(die die Leonie immer fuer ihre bedeutendste kollegin hielt) verglichen werden...und jeder Belmonte oder Tamino mit Fritz Wunderlich, den Sie ja auch ziemlich sicher live nicht erlebt haben....zurueck zum Fidelio  Frau Chevalier ist sicher eine gute sängerin aber fuer 2.haeuser, sie hat eine gute Technik, langen atem intoniert sauber, aber es fehlt das timbre, ohne dem man die farben der zu singenden musik schwer zum ausdruck bringen kann. fuer Hannover oder Köln wäre sie sicher eine sehr gute besetzung, aber nicht fuer dieses mit soviel medienlärm angekündigte grossereignis. auch die Marzeline ist meist von allersten sängerinnen gesungen worden: Gueden Seefried, Mathis, Janowitz, Popp.....

22. März 2020
13:11
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Chenier
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Forumsbeiträge: 667
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

"ja, es war ganz so schlecht wie hier aufgelistet, viele hören es einfach nicht mehr. sie bekommen was sie verdienen"

Nein, HansLick, ich habe kein tiefes Anspruchsniveau, im Gegenteil, und dieser Fidelio war auch kein kultureller Meilenstein, aber ich habe geschätzt, dass es in Zeiten wie diesen überhaupt zu einer Aufführung und Übertragung gekommen ist. Außerdem war es interessant, nach der Leonore an der WSO einmal die 2., überarbeitete Version gehört und gesehen zu haben.

Großen Dank jedenfalls an alle Beteiligten.

Auch die Fraktion der "Früher-war-alles-besser-Raunzer", alcindo, ist entbehrlich. Kaum singt irgendjemand irgendetwas, wird eine analoge Schwarz-Weiß-Konserve aus dem Jahre Schnee ausgepackt, um zu beweisen, dass aktuell alles schlechter ist. Aber, alcindo, man müsste erstens gar nicht so weit zurückgehen, um komparativ Besseres zu hören, und zweitens ist L. Rysanek nicht unbedingt jene Bench-Mark, von der Sie so enthusiastisch schwärmen.

Ich habe sie jedenfalls nach Möglichkeit auf der Bühne gemieden, war aber mein persönlicher Geschmack ohne zu absolutieren. 

21. März 2020
19:12
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alcindo
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27. Februar 2018
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lieber Hanslick, die stimme von frau Chevalier fand ich nicht so hässlich, aber so unbedeutend, unfähig die emotionen der Leonore zu transmitieren, wie ihre kollegin weitgehend textunverständlich. die Marzeline war auch am unteren rand dessen, was man schon in dieser rolle gehoert hat und teilweise etwas frei in der intonation. wirklich hässlich fand ich die stimme des Don Fernandos.

21. März 2020
18:07
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HansLick
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26. Februar 2020
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@ alcindo, wie recht sie doch haben. der "zeit" bericht ist ein "dpa" bericht, der hört auf prosa und diktion nicht. sie hatten den florestan mit " broost", "loost" angeführt, da wäre mehr in meiner liste. tiefpunkt in der tat der fernando und die hässlichste stimme hatte für mich die leonore.

danke für den leonie link, ich war kein fan von ihr, aber langweilig war die leonie nie. dass war gestern der fall.

ja, es war ganz so schlecht wie hier aufgelistet, viele hören es einfach nicht mehr. sie bekommen was sie verdienen.

und jetzt zu heller, dem  nächsten opernregieneuling.

21. März 2020
17:54
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Chenier
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Forumsbeiträge: 667
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28. Februar 2018
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Mit diesen Anmerkungen haben Sie nicht unrecht, aber ganz so schlecht wie hier dargestellt war es nicht.

21. März 2020
17:38
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alcindo
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Forumsbeiträge: 365
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27. Februar 2018
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dem kritiker der Zeit scheint nicht aufgefallen zu sein, dass bei diesem Fidelio textunverständlich wie selten gesungen wurde, dass es die treppen rauf und runter ging zt unmotiviert, dass der Gefangenenchor wie zu einer jause auftauchte und wieder verschwand, mit einem wort eine aufführung fuer wahre kenner.

21. März 2020
17:33
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alcindo
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Forumsbeiträge: 365
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27. Februar 2018
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Cher Chenier, so klingt eine weltklasse Leonore live, nicht alles perfekt, aber da tut sich etwas, 

 

21. März 2020
17:16
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Chenier
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28. Februar 2018
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Eine ganz interessante Sicht der Dinge von der ehrwürdigen "Zeit", der ich mich durchaus anschließen kann:

https://www.zeit.de/news/2020-03/20/premiere-am-schirm-waltz-fidelio-trotzt-dem-virus

 

Kein Applaus, aber viel Publikum: Waltz inszeniert "Fidelio"

21. März 2020, 16:07 UhrQuelle: dpa

Wien (dpa) - Zu Beginn von Christoph Waltz' "Fidelio"-Inszenierung wird der Gefangene Florestan eine große Wendeltreppe hinabgeworfen - von Kräften, über die er keine Kontrolle hat.
Der unkontrollierte Fall - eine Metapher, so unbeabsichtigt wie passend für die Weltlage in diesen Corona-Zeiten, die diese ebenso ungewöhnliche Premiere am Theater an der Wien am Freitagabend lieferte. Waltz' Inszenierung ist ein Opfer dieser Zeit, musste sie doch ohne den Applaus eines anwesenden Publikums auskommen. Stattdessen erreichte ihre Aufzeichnung per Netz und TV eine wohl viel größere Zuschauerzahl.

Die Aufführung hatte ein Highlight werden sollen in diesem Jahr, in dem die Klassikbranche den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven feiert: Der in Wien geborene Oscar-Preisträger Waltz würde Beethovens einzige Oper an der Theater an der Wien inszenieren, wo das Stück 1805 seine Uraufführung hatte, in der Stadt, in der Beethoven lebte und maßgeblich die "Wiener Klassik" prägte. Für die Bühne ausgewählt wurde die am 16. März 1806 erstmals präsentierte Zweitfassung.
"Beethovens Geist ist hier. Das macht diese Produktion so besonders", sagte der österreichische Dirigent der Oper, Manfred Honeck, der Deutschen Presse-Agentur noch kurz vor der für vergangenen Montag geplanten Premiere. Doch dann wurde diese aufgrund der Coronavirus-Krise abgesagt, das Theater an der Wien musste wie die anderen Kulturstätten in Österreich vorläufig schließen. Doch so schaffte es die Arbeit des 63-jährigen Waltz auf die Bildschirme.
Die letzten, aufgezeichneten "Fidelio"-Proben konnten Online-Plattformen am Freitag ausstrahlen. Auch im Sender ORF2 war die Aufführung am späten Freitagabend zu sehen.
Hollywood-Star Waltz, für den "Fidelio" die dritte Opern-Regie seiner Karriere war, lieferte mit dem Theater eine überzeugende Inszenierung. Er setzte auf ein reduziertes und realistisches Agieren der Sängerinnen und Sänger. So wurde "Fidelio" nicht nur eine Geschichte über Liebe und Freiheit, sondern auch zu einem Stück über Macht und Gewalt zwischen Herrschenden, Untergebenen und denen, die die Befehle ausführen. Waltz ließ die Sänger in vage an kommunistische Regimes erinnernden Uniformen ihre Geschichten vortragen - ohne große Opern-Gesten, aber mit nuanciertem Spiel.

US-Sopranistin Nicole Chevalier nahm die Rolle der Leonore ein, die Fidelio beauftragt, ihren Ehemann zu befreien. Als Don Pizarro, der Gouverneur, der Leonores Mann in Ketten hält, dünstete der ungarische Bassbariton Gabor Bretz schiere Macht aus. Den Höhepunkt der Aufführung bildete Melissa Petit als Gefängnisleiter-Tochter Marzelline, deren federleichter Sopran und fein akzentuiertes Spiel durch und durch strahlte. Florestan wurde vom Tenor Eric Cutler wunderbar warm gesungen - dessen gutes Aussehen widersetzte sich etwas der Realität eines jahrelangen Kerker-Aufenthalts.
In seiner Art, die Sänger und die hochkonzentrierten Wiener Symphoniker zu führen und die komplexen musikalischen Strukturen der Oper mit ihren ungewöhnlichen Rhythmen und dissonanten Passagen herauszuschälen, machte Dirigent Manfred Honeck klar, welch Revolutionär Beethoven seinerzeit war.
Das Treppen-Bühnenbild des deutsch-amerikanischen Architekturbüros Barkow Leibinger sorgte für einen flexiblen und doch neutralen Hintergrund, der verdeutlichte, dass politisches Unrecht überall auf der Welt geschieht. Das Spannungsfeld Gefangenschaft und Freiheit gab dem Stück angesichts der weitreichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie auch noch die aktuelle Tragweite.

Das Interesse an der Aufführung war so groß, dass die Übertragung wegen zu hoher Zugriffszahlen zeitweise zusammenbrach, wie eine Sprecherin der Klassik-Plattform Myfidelio.at bestätigte. Auf große Resonanz hatte Intendant Roland Geyer gehofft. Dass man die Neuproduktion nicht vor Ort erlebbar machen könne, sei einerseits sehr traurig, hatte er vorab mitgeteilt. "Andererseits bin ich froh, dass wir mit der Ausstrahlung ein breites Publikum erreichen können." Alle Mitwirkenden hätten "trotz des großen Zeitdrucks auf höchstem künstlerischen Niveau an dieser Aufzeichnung gearbeitet."
Für die finalen Proben war das Theater nach Worten von Dirigent Honeck kurzfristig zu einem Filmstudio umfunktioniert worden. Für sein Ensemble sei das kein Problem gewesen, "da wir mit demselben Bewusstsein und vollem Einsatz diese wunderbare Musik von Beethoven auf die Bühne gebracht haben".

21. März 2020
16:31
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 738
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

schönen gruss mme Lohengrin

Bitte was habe ich mit diesen Fidelio zu tun, ich konnte ihn nicht einmal ansehen weil Österreich unter sich bleiben will.....

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