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VOLKSOPER WIEN
6. April 2021
23:57
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Dalmont
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22. Januar 2021
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@Michta: Lassen Sie das Rechts-Zündeln und Ihre Antiopernkulturverschwörungstheoreme.

 

@copy: Da ich nicht jeden Tag die Einträge lese und dieser Thread sehr schnell bedient wird, dürfte ich Ihre Zitierung des gesamten Absatzes 5 übersprungen haben. Sorry.  

Die Pilcherhaftigkeit bezog sich auf die „silberne“ Wiener Operette, auf Stücke, die nach der „Lustigen Witwe“ nach einem ähnlichen Schema entworfen worden sind: Im 2. Finale gibt es das große Trennungstheater, dann folgt noch ein 3. Akt, in dem eine komische Tante oder ein ebensolcher Onkel auftaucht, der alles ins Lot bringt. Lehár hat gespürt, dass da was nicht stimmt und hat im „Land des Lächelns“ auf das Happyend verzichtet, und dieses Stück ist unter den wenigen Operetten, die noch aufgeführt werden.

Ich habe übrigens das Adjekiv „albern“ nicht verwendet, habe auch nix abqualifiziert, Pilcher bedient auch Publikumsbedürfnisse.

Der jüngeren Generation – ich versteh darunter immer die jetzigen Twens der Netzgeneration – sagen unsere alten Kamellen nix mehr. Mit dem Fehlen humanistischer Bildung hat das relativ wenig zu tun. Die Zeit geht, pathetisch formuliert, über vieles hinweg und zertrampelt es. Mit der Operette ab der „Lustigen Witwe“ scheint das der Fall zu sein, weil die Gesellschaft, über die sie sich amüsiert, nicht mehr existiert.

Alles, was man an der Volksoper operettenmäßig sah, war übrigens vom Prosatext her extrem bearbeitet.

Es gibt im Musical einen Unterschied zwischen der „Westsidestory“ und „Ich war noch niemals in New York“, einen solchen gibt es auch zwischen der „Lustigen Witwe“ und „Venus in Seide“ (alles gesehen).

In der Oper hat Musik wohl einen anderen Stellenwert als in Operette und Musical. In Forums-Diskussionen wird fast immer auf die Italiener Bezug genommen, aber nehmen wir „Idomeneo“, „Tristan und Isolde“ und „Boris Godunov“ als Beispiele, um im 18./19. Jahrhundert zu bleiben. Das ist doch nicht nur ein launiges Vorspiel zu einer Spaghettata beim Nobelitaliener oder einer "Grösteten" im Gmoakeller.

Ob das Publikum an der Volksoper jünger als an der Staatsoper ist, kann ich nicht beurteilen, bei meinen Besuchen fehlten in beiden Häusern die Jungen. Aber vielleicht haben Sie belastbares Datenmaterial.

Giuseppe Verdi suchte nach dem Wahren auf der Opernbühne. Das hat mit Geschmäckern nix zu tun. Und eine neue Direktion – darum geht es ja in diesem Thread – kann sich nicht nach Geschmäckern richten, sondern sollte sich eher von dem sich auf Shakespeare beziehenden Verdi Anregungen holen. Sind Sie anderer Meinung?

6. April 2021
19:54
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Michael Tanzler
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Lieber copy! Ich muss Ihnen zwar Recht geben, allerdings haben sich die "Nicht Linken" aus der Kultur sukzessive zurückgezogen, und dieses Terrain völlig den "Linken" überlassen.    Das Resultat sieht man,   ich fürchte nur die "langfristigen" Folgeschäden, denn wenn sich die jetzigen "Progressiven" vertschüsst haben werden, wird den "heutigen" Schwachsinn kaum ein breites Publikum sehen wollen, die aus Freude und um sich zu unterhalten ins Theater bzw. Oper gehen... !    In der Oper sollte vielmehr um musikalische Dinge "gestritten" werden, aber klar, einfacher ist es, über das zu reden, was man sehen kann,,  Und sobald die Musik zweitrangig wird, ist die Oper zum Sterben verurteilt!!  

6. April 2021
15:42
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Chenier
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28. Februar 2021
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Genau umtata, copy, und die einschläfernden Wiegenleider beim Wagner, bevor man beim Walkürenritt wieder aufwacht. Laugh War aber nicht böse gemeint, nur kann ich mit Operette wirklich nix anfangen. Wie gesagt, dann gleich Musical oder Queen, ist ja auch nicht schlecht.

Wir haben uns den Humor glücklicherweise erhalten, Mme. hätte jetzt Schaum vorm Mund.

6. April 2021
15:21
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@chenier: Guter Versuch einer Provokation Laugh werde mich das nächste Mal beim Um-ta-ta des Herrn Verdi revanchieren Laugh

@MichaelTanzler: Ich würde gerne die Links-Rechts-Diskussion hier heraushalten. Der Kardinalfehler ist halt, dass e- gal welcher Couleur - immer mehr Politiker nach oben geschwemmt werden, die mit humanistischer Bildung aber so gar nichts am Hut haben. Die letzte wirklich an Oper etc. interessierte Ministerin war die sonst so glücklose Unterrichtsministerin Schmid. Auch in den Bundesländern ist die Situation nicht anders. Erwin Pröll, den ich in vielen Fällen stark kritisiere, hielt noch die Fahne aufrecht.

Aber was hat sich im Lauf der Jahrhunderte wirklich geändert?  Von den Fürsten Esterhazy bis hin zu den Diktatoren Stalin und Hitler? Kultur wurde immer als Mittel zum Zweck missbraucht.

6. April 2021
13:07
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Michael Tanzler
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1. Februar 2021
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Jaja, Badora, de Beer, etc.. wer trifft da die "Entscheidungen" für diese Bestellungen??  Schauen Sie sich das an, dann ist ja eh alles klar.. Die "Bürgerlichen" ( das verzeih ich ihnen nie, da haben sie völlig versagt, die jetzigen ganz besonders,  da wurde Haiders Leute auch von denen als "Buberl-Partie" verhöhnt, und was haben wir nun????  )  haben die Kulturagenden längst abgegeben, "links as links can" ist die Devise...  Wen interessieren denn noch fachliche Kompetenz zur Leitung eines Opernhauses oder gar Sänger..?  Wichtig ist die Ausrichtung!!!    Fortschrittlich , und  wichtig,  gegen die bösen Rechten   ( =  ALLE, die NICHT links sind!)

6. April 2021
12:14
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Chenier
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28. Februar 2021
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Glücklicherweise ist die VO schon lange kein ausschließliches "Operettenhaus" mehr, sondern beschäftigt sich auch mit "richtiger" Musik (ja, ich weiß, sehr provokant, aber meine persönliche Gedankenwelt, die ich niemandem aufzwingen möchte) , nämlich Oper und Ballett. Und da ist Internationalität gefragt und notwendig und Herkunft oder Nationalität sekundär.

Das Problem ist nicht die Grenzüberschreitung, sondern die Einstellung zum Metier, und die ist ganz konkret bei de Beer mangelhaft und defizitär, wenn man ihre bisherigen Spuren im Kulturleben zurückverfolgt. Dort ist die Problematik begraben, weil von dieser Dame nur Bühnenmist zu erwarten ist.

6. April 2021
12:14
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25. Januar 2021
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@dalmont: Ihre Ausführungen zu den gesetzlichen Grundlagen hatte ich bereits in #91 erwähnt. Und bezüglich der Pilcherhaftigkeit der Libretti von Operetten lass ich es einmal dahingestellt, ob nicht jene von Opern und Musicals genauso albern, klischeehaft und seicht sind. Aber egal, Geschmäcker sind halt verschieden. Wenn man sich die Besucherstruktur in der VOP ansieht, dann stimmt ihre Theorie bzgl. der Jugend sowieso nicht, da das Durchschnittsalter dort wesentlich geringer ist als in der STOP (was auch u.a. an den Preisen liegen könnte). 

@Lyonel: Einige ihrer Gedanken kann ich durchaus nachvollziehen, aber so einen Kahlschlag an Künstlern hat es bei einem Intendantenwechsel in Wien noch selten gegeben. Vielleicht bei Volkstheater nach der Übernahme durch Anna Badora, das Resultat war vernichtend was die Qualität und die Zuschauerzahlen betrifft. 

6. April 2021
11:28
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Gulliver
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Wenn gem. Bundestheaterausgliederungsgesetzes der Begriff Weiterentwicklung ernst genommen wird, dürfte man ja nichts befürchten. Wenn allerdings großte Teile bewährter Mitarbeiter entfernt werden und man auf die Vita der neuen Leitung schaut, dürfte man kritisch bleiben.

6. April 2021
11:11
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Charlie
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6. April 2021
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Nach dem die lange Ära von Volksoperndirektor KS Robert Meyer in der Spielzeit 2021/22 endet kommt 2022/23 eine neue Direktorin- soweit so gut!

Es ist auch unbestritten, dass es einer neuen Direktion überlassen werden muss - wie das Ensemble auszusehen hat!!

Hier beginnt jedoch mein Unverständnis, gerade - weil es ja den Bund als Arbeitgeber und seine Mitarbeiter betrifft.

In Zeiten wie diesen einfach zu sagen, nächstes Jahr gibt es keinen Job mehr, ist für mich unbegreiflich! Man setzt eine große Anzahl von  Mitarbeitern, die 10 Jahre und länger im Haus sind, demnächst vor die Türe, obwohl man menschlich gesehen weiß , dass man sich momentan nirgends auf der ganzen Welt vorstellen/bewerben kann .......wo bleibt da der viel umjubelte Sozialstaat Österreich!

Wir - Österreich - schaffen soviel Auffangnetze ( Kurzarbeit , finanzielle Unterstützung durch verschiedenste Organisationen etc..)

Man hätte ja gerade in diesen schwierigen Zeiten - bevor man Menschen einfach vor die Tür setzt - eine „Coronaamnestie“ für ein weiteres Jahr aussprechen können, damit alle Menschen in Ruhe ( nach zig Jahren mit einem Engagement in einem Haus ) genug Zeit haben ihr Leben neu zu ordnen  bzw.  um Bewerbungen (und damit verbundenen Reisen ) vornehmen zu können.  Hätte der Kultur jetzt nicht groß geschadet. Einfach mal einen neuen Weg gehen und ja Kultur darf auch sozial sein!!!!

6. April 2021
10:44
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Lohengrin2
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Lyonel, Sie sprechen mir aus der Seele!

6. April 2021
10:26
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Sichrovskys Kommentar zur Volksoperndirektion mag ich nicht kommentieren, da ich von Fernfuchtelei nix halte. Fernfuchtelei ist allerdings ein Lieblingsgesellschaftsspiel in Wien, einer Stadt, die stolz darauf ist, dass sich jeder Taxler über Burg und Oper verbreitet. Nebbich.

Operette ist allerdings ein wichtigeres Thema: Ich habe 1960 zum ersten Mal die „Fledermaus“ an der Volksoper, gesehen, teilweise (Holm, Coertse, Pöll) mit Staatsopernkräften. Dann viel nach 1970, habe auch noch im Raimundtheater die letzten Jahre miterlebt, auch in Landestheatern. Mörbisch habe ich ausgelassen.

Mentha war nicht der erste, der der internationalen Operette eine Chance geben wollte: 1975 gab es im Theater an der Wien Tomás Bretóns „La Dolores“ mit Angeles Gulin und Pedro Lavirgen (allerdings eine spanische Volksoper, aber am Madrider Zarzuela-Theater uraufgeführt, und daher im Volksopern-Zusammenhang passend), Arthur Sullivans „Patience“ (eine Savoy-Opera), im Jahr darauf die internationale „Fledermaus“ unter Rostropowitsch, sehr von Publikum und Presse beknurrt. Alles mit mäßigem Publikumsinteresse, wie auch „Blaubart“ (eine offenbachische opéra bouffe), „Die Piraten von Penzance“ oder „Die Generalin“ an der Volksoper, oder das Felsenstein-Gastspiel des „Ritter Blaubart“ im Theater an der Wien mit der großartigen Anny Schlemm.

Worauf ich hinaus will: Das Meiste, was als internationale Operette geführt wird, hat mehr mit Oper als mit der Wiener Operette zu tun, wie auch Etliches aus der Wiener Operettenklassik. Nicht ohne Grund wurde Manches von Strauß oder Suppé auch an große Opernhäuser übernommen, „Boccaccio“, ein kaum mehr aufgeführtes Juwel, sogar an der Metropolitan mit Rezitativen, aber eben nicht „Viktoria und ihr Husar“ oder „Die Blume von Hawaii“. Man wird vielleicht zugeben, dass beispielsweise Lucia Popp eine grandiose Adele war, aber kaum eine ideale Prinzessin Helene oder Josepha Vogelhuber gewesen wäre, also dass Opernkräfte nicht in allen Operetten einzusetzen sind.

Ich persönlich bin ja überzeugt, dass die Operette nicht für die nächste Generation zu retten ist, vor allem ab der "silbernen". Wen von den Jüngeren sollen denn diese Rosamund-Pilcher-Geschichten interessieren? Diese Adels-Romanzen, das ständige Kokettieren älterer Herrschaften mit Ehe(aus)brüchen, die 2.-Akt - Finales, die immer mit dem beleidigten Abgang eines Protagonisten enden, die dümmlichen 3.Akt-KomikerInnen-Witze. Die Werke, die mittlerweile noch aufgeführt werden, lassen sich an einer Hand abzählen. An den Landestheatern gibt es meist nur mehr eine einzige Operettenpremiere in der Saison (zur Befriedigung der Landabonnenten?).

Es wurde hier schon manchmal in Ausschnitten Paragraph 2, Absatz 5 des Bundestheaterausgliederungsgesetzes angeführt. Ich zitiere den Abschnitt, der ausgelassen wurde:

Die „Volksoper“ soll eine Ergänzung und Erweiterung des österreichischen Musiktheater- und Tanzangebotes in Richtung Innovation hinsichtlich Spielplan und Interpreten sein und dadurch auf eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Begriffes „Volksoper“ hinwirken sowie den Aspekt der Kulturvermittlung für ein breites Publikum mitberücksichtigen.

Und gleichzeitig soll es als „repräsentatives Repertoiretheater für Oper, Spieloper, Operette, Musical und für Ballett und modernen Tanz“ geführt werde, ein genuines „Volkstheaterensemble“ entwickeln, das Orchester qualitativ erhalten, international mit vergleichbaren Häuser mitspielen und und und.

Will man da nicht die Quadratur des Kreises? (Wie einfach hat es dagegen die Staatsoper!). Die neue Direktorin ist wahrlich nicht zu beneiden. Wenig Geld und ein schwammiges Gesetz, das es erlaubt, dass sie ständig von allen Seiten geprügelt werden kann. Was ja im Forum schon die längste Zeit geschieht. So passierte es auch Mentha, gegen den sofort eine „Presse“-Campaign gestartet wurde.  (HS neigt ja auch zum Campagnisieren, man erinnere sich daran, wie er Kanzler Gusenbauer behilflich sein wollte, Neil Shicoff zum Staatsoperndirektor zu machen).

PS: Hätte Richard Wagner manche Einträge gelesen, hätte David in die langatmige Singweis-Aufzählung in den „Meistersingern“ auch noch die „Bassenastreit-Weis“ oder den „Hahnenkampfton“ eingefügt.

6. April 2021
9:37
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Lyonel
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@Christine: Niemand wünscht sich eine Katastrophe, das sollte doch wohl klar sein. Dass manche Intendanzen nicht funktionieren, ist bedauerlich, aber selbst bei guter Aufsicht wohl gelegentlich unvermeidlich - und, das wollte ich mit meinem Beispiel sagen, auch in dem Fall geht nicht sofort die Welt unter. Bisher sehe ich jedenfalls an der VO nichts, was über die normalen Änderungen bei einem Intendanzwechsel hinausgeht. Ob ein solcher Wechsel neue künstlerische Impulse bringt oder die neue Intendanz den Karren komplett vor die Wand fährt, wird sich halt erweisen müssen. Darüber bereits im Vorfeld urteilen zu wollen, halte ich für ziemlich borniert.

Die Alternative, immer alles beim Alten zu lassen und keinerlei künstlerischen Risiken einzugehen, führt auf Dauer ziemlich sicher in die Stagnation (siehe Staatsoper) - es sei denn, ein Intendant erfindet sich regelmäßig quasi neu, aber dann hat man auch das Risiko, dass das schief geht. Nein, Wechsel und Wandel gehört zur Oper dazu. Die Idee, dass doch früher alles gut war und einfach nur alles so bleiben muss, wie es immer schon war, ist verlockend, aber sie hat langfristig noch nie funktioniert. 

Dass in Wien übrigens neue Intendanten in der Vergangenheit nicht ihre eigenen Sänger mitgebracht hätten, halte ich für eine Legende. Unter Karajan hat sicher niemand gesungen, der ihm nicht gepasst hat, und man muss nur mal schauen, in welchen Jahren Walter Berry an der Staatsoper wie oft aufgetreten ist, um zu sehen, wer da Intendant war...

6. April 2021
9:08
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Christine
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Lyonel Sie schreiben: Der schlimmste mir bekannte Fall war wohl das Theater Wuppertal, wo der neue Intendant meinte, das Ensemble komplett abschaffen und das Repertoire nur mittels Gästen bespielen zu können. Das ging derartig katastrophal schief, dass sehr bald ein neuer Intendant kam, der das Ensemble wieder eingerichtet hat. Natürlich will man sowas vermeiden, aber selbst im Falle einer solchen Totalkatastrophe hat das System immer noch gewisse Selbstheilungskräfte.

Eine solche Totalkatastrophe möchten wir in Wien bei der Volksoper vermeiden und auf diese "Selbstreinigungskräfte" können wir gern verzichten. Dass sich ein Direktor fast sein gesamtes Ensemble selbst mitbringt, gab es in Wien bisher eher nicht. Wenn das in Deutschland so üblich sein sollte, müssen wir das ja nicht übernehmen. Nach den derzeitigen Schließungen wird wohl jedes Opernhaus eher auf volle Häuser hoffen. Ich weiß nicht, ob das die Zeit für große Experimente sein sollte, besonders in Häusern wie der Volksoper.

6. April 2021
7:08
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Lohengrin2
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wenn an den Wiener Wurzeln der Wiener Musiktradition gesägt wird.

Zum 2. Mal: https://de.wikipedia.org/wiki/.....soper_Wien

6. April 2021
1:07
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Lyonel
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alcindo sagt
guten abend Lyonel: der schwerpunkt bei der VO liegt auf der klassischen operette und der Deutschen spieloper.....und hier fragen sich viele, welche erfahrungen die neue designierte crew und deren anhang auf diesem gebiet wohl haben wird...sic est questio, nicht, dass sie neu sind .. haben sie vielleicht eine ahnung, welche erfahrung diese crew auf diesem gebiet hat, oder kommt diese direktion um es hier zu ueben....wenn man glaubt, die VO umkrempeln zu koennen wird man kaum glueck haben, weil der hauptteil des bisherigen publikums a la longue ausbleiben wird  

Das ist eine sehr berechtigte Frage - aber eine andere Frage, als die Frage nach den Umbesetzungen im Ensemble, die in vorigen Posts gestellt wurden! Ich finde aber, dass es noch zu früh ist, um diese Frage zu beantworten. Man sollte den Leuten doch erstmal die Chance geben, etwas zu versuchen, man kann sie ja dann immer noch zerreissen. Ich würde aber zumindest davon ausgehen, dass Frau de Beer weiß, was man an der Volksoper von ihr erwartet, die Dame ist ja nun auch nicht blöd und kommt auch aus der freien Szene, wo man keine Subventionen hat und entweder den Publikumsgeschmack trifft oder untergeht. Ich denke, dass ihr schon klar sein wird, dass sie nicht alle ihre ästhetischen Vorstellungen umsetzen kann. 

Ich habe selbst noch keine Operetten-Inszenierung der zukünftigen Direktorin gesehen, aber sie soll ja auch nicht (oder nicht in erster Linie) inszenieren, sondern das Haus leiten. Hier hat sie durchaus bereits mehr Erfahrungen als manch andere Kandidaten - sie hat nicht nur bereits ein Haus geleitet, sondern sogar ein eigenes Haus gegründet und etabliert. Natürlich war das eine Nummer kleiner, aber irgendwo müssen angehende OperndirektorInnen ja auch mal anfangen, Erfahrungen zu sammeln und ein zweites Haus wie die Volksoper ohne großes internationales Renommee bietet sich da ja geradezu an. Ich finde es viel problematischer, dass ein Quereinsteiger das Haus am Ring leitet - allerdings ist auch seine Leistung derzeit noch schwer zu beurteilen und man sollte auch da eine Covid-freie Spielzeit abwarten,  bevor man ein Urteil fällt (wenn auch die allgemeine Stoßrichtung der Übernahme abgespielter Klassiker von auswärts ein Grundprinzip zu sein scheint und mir persönlich schwer missfällt).

6. April 2021
0:25
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alcindo
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guten abend Lyonel: der schwerpunkt bei der VO liegt auf der klassischen operette und der Deutschen spieloper.....und hier fragen sich viele, welche erfahrungen die neue designierte crew und deren anhang auf diesem gebiet wohl haben wird...sic est questio, nicht, dass sie neu sind .. haben sie vielleicht eine ahnung, welche erfahrung diese crew auf diesem gebiet hat, oder kommt diese direktion um es hier zu ueben....wenn man glaubt, die VO umkrempeln zu koennen wird man kaum glueck haben, weil der hauptteil des bisherigen publikums a la longue ausbleiben wird

mit gruss alcindo

6. April 2021
0:10
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Lyonel
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zu Lyonel: vielleicht kennen Sie die VO nicht besonders gut: die VO ist ein reperetoiretheather, das eigentlich immer von einem eingespielten ensemble profitierte, das geht mit 5 bis 6 versch titeln im monat gut, wenn man ein ensemble hat.... wenn nicht, wird es kompliziert, vor allem in der jetzigen covidsituation. das ist in kleineren theatern etwas anders, weil die meist nur 5 bis 7 opern im ganzen jahr auf dem spielplan haben  

Es gibt auch anderswo - vorwiegend im deutschsprachigen Raum - zum Glück noch Repertoiretheater mit z.T. sehr viel größeren Ensembles als die VO und auch vergleichbar breitem, wenn nicht breiterem Repertoire. Ich kann da nur mal den Blick über den Wiener Tellerrand hinaus empfehlen. Ein Intendantenwechsel bringt natürlich Veränderungen mit sich, aber aus künstlerischer Sicht sind nach einem Jahrzehnt neue Impulse ja vielleicht auch angebracht.

Natürlich gibt es immer erfolgreiche und weniger erfolgreiche Intendantenwechsel. Der schlimmste mir bekannte Fall war wohl das Theater Wuppertal, wo der neue Intendant meinte, das Ensemble komplett abschaffen  und das Repertoire nur mittels Gästen bespielen zu können. Das ging derartig katastrophal schief, dass sehr bald ein neuer Intendant kam, der das Ensemble wieder eingerichtet hat. Natürlich will man sowas vermeiden, aber selbst im Falle einer solchen Totalkatastrophe hat das System immer noch gewisse Selbstheilungskräfte.

Ich habe nur sehr wenige Intendanzwechsel erlebt, die wirklich katastrophal waren, aber sehr viele, die das Haus nach einer Phase der Stagnation wieder vorangebracht haben. Als z.B. Bernd Loebe nach Frankfurt kam, ist das Haus in den ersten Jahren geradezu aufgeblüht. Inzwischen würde sich mancher wünschen, dass er endlich in den Ruhestand geht - ohne Wechsel geht es halt nicht.

5. April 2021
23:29
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alcindo
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der kuenftigen direktorin geht der ruf voraus persoenlich sympathisch zu sein, allerdings war ihre insz von der Aida in Paris  fuer mich die "Offenbachfassung" der Aida. ueber den musikdirektor habe ich von keinem der mit mir bekannten saenger, die mit ihm gearbeitet haben,  eine positive meinung gehoert, eigtl eher das gegenteil. sein dirigat des Rigoletto im ThadW hat mir ziemlich missfallen. wir werden ja bald daraufkommen woher der wind weht.....ob agentur, ob politik, ob...???....

zu Lyonel: vielleicht kennen Sie die VO nicht besonders gut: die VO ist ein reperetoiretheather, das eigentlich immer von einem eingespielten ensemble profitierte, das geht mit 5 bis 6 versch titeln im monat gut, wenn man ein ensemble hat.... wenn nicht, wird es kompliziert, vor allem in der jetzigen covidsituation. das ist in kleineren theatern etwas anders, weil die meist nur 5 bis 7 opern im ganzen jahr auf dem spielplan haben

5. April 2021
23:27
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copy
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Betrachtet man den bisherigen Wirkungsbereich der neuen Direktrice dann darf man berechtigte Zweifel haben, dass alles so wohlwollend abläuft wie @Lyonel es schildert. Und die Zahl der kolportierten Rausschmisse wird wohl auch mit einem gesamten Sparkurs zusammenhänge, da bin ich mir sicher. Aber das ist wieder eine andere Diskussion!

5. April 2021
22:46
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walter
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Lyonel, Sie unterstellen hier den "Wienern" etwas, dass zum Teil stimmen mag, aber eben nur zum Teil.

Wir hätten und haben nichts gegen Frauen, und auch nichts gegen Ausländer bzw. Ausländerinnen. Es ist nur so, dass wir alle höchst besorgt sind, wenn an den Wiener Wurzeln der Wiener Musiktradition gesägt wird. Ob Frau De Beer hier genug Feingefühl aufbringt, wird sich erst zeigen: Skepsis wird man sich aber schon leisten dürfen......

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