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Tosca - Martin Kusej | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

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Tosca - Martin Kusej
29. Januar 2022
11:04
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Chenier
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Forumsbeiträge: 615
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28. Februar 2021
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Nein, Christine, sorry, aber musikalisch habe ich das ganz anders gesehen, wobei ich im TaW war und nicht von der TV-Übertrageung spreche.

Tetelman war großartig, die Höhen wunderbar, an den Mittellagen muss er noch arbeiten, doch ein Versprechen für die Zukunft. Er muss aber lernen, mehr zu dosieren, denn er ist ununterbrochen bei 120 % und das hat sich beispielsweise beim Vittoria gerächt, wo er einen kleinen Gickser hatte. Opolais kann noch immer bestens Tosca, sie hat mir persönlich sehr gut gefallen, allerdings im "Vissi d’arte" ein wenig gepatzt. Der dritte im Bunde, Bretz, war gut, aber nicht ganz auf Augenhöhe und Vergleiche mit Raimondi, Terfel, Hampson oder Struckmann als Scarpia darf man nicht ziehen. Der Schönberg Chor war wie immer wunderbar, das Dirigat teilweise überzogen und zu laut, es wurde ständig Gas gegeben und auf die Pauken gehauen, ein Freund der feinen Nuancen ist Albrecht nicht. Trotzdem, ein musikalisch insgesamt sehr ansprechender Abend.

Ganz anders die Szene, da bin ich bei Ihnen, ein einziger Sch....s. Es fängt schon damit an, dass Angelotti in blutiger Unterwäsche durch den Schnee kriecht, ein Hund - ein echter, kein Robodog - einen abgerissenen Arm apportiert und Tosca im giftgrünen Knautschmantel oder später mit roten Stiefelchen auftaucht und als Flittchen agiert. Im ersten und 3. Akt schneit es ununterbrochen, anscheinend normal im römischen Juni. Das riesige Messer, allgegenwärtig im 2. Akt, hat mich, allegorisch und symbolisch interpretiert, weniger gestört, aber wirklich skurril wird es dann, wenn der Polizeichef und Adelige Scarpia im billigen Wohnwagen agiert und Tosca meint "Vor diesem Mann zitterte ganz Rom". Einfach lächerlich. Und natürlich begeht Tosca nicht Selbstmord, sondern wird am Schluss erschossen, wäre ja zu einfach, inhaltlich nach dem Libretto zu inszenieren.

Was ich gestern wieder mitgenommen habe, ist die Überzeugung, dass letztklassige Regie-Witzfiguren genialen und unsterblichen Werken nichts anhaben können, aber selbst mit ihren Unsinn sehr bald in Vergessenheit geraten werden.

29. Januar 2022
9:54
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alcindo
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Forumsbeiträge: 804
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

liebe Christine, das messer erinnert mich an den tisch in der Muenchner Forza, das sind halt vielleicht manische fixe ideen, die holzhammereffekt haben, werde spaeter ausfuehrlich zu dieser widerwaertigen produktion stellung nehmen. 

29. Januar 2022
9:29
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Christine
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Forumsbeiträge: 489
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Es war teilweise noch schlimmer als ich es mir nach den Vorberichten im TV erwartet hatte. Es war so viel dermaßen unlogisch, dass ich mich frage in welche Schule Herr Kusej wohl gegangen ist. Aufgefallen ist mir aber, dass er im Interview meinte, dass Cavaradossi eher eine zu vernachlässigende Person in der Oper sei. Um ihn hat er sich also nicht gekümmert, was dazu führte, dass er noch am ehesten der ursprünglichen Intention der Rolle gerecht werden konnte. Tosca und Scarpia - ich habe das als völlig absurd empfunden. Und gesanglich waren beide auch eher enttäuschend für mich, da hatte ich mir mehr erwartet. Aber vielleicht klang das im Theater besser. Schauspielerich war er recht gut, für mich eine Möglichkeit die Rolle zu gestalten. Sie hat das gemacht, was der Regisseur von ihr wollte, aber auch das zumindest zeitweise ziemlich gekünstelt. Am lächerlichsten fand ich, dass während des ganzen 2. Akts mit dem riesigen Messer gespielt wurde und jeder der drei es in der Hand hatte. Wozu wurde das überhaupt in den Raum gebracht?

28. Januar 2022
22:39
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walter
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Forumsbeiträge: 159
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Heute Abend, Tosca- oder etwas Ähnliches, aus dem Theater an der Wien........

Soeben habe ich den 1. Akt überstanden, und ich werde mir auch noch den Rest hineinziehen, mit Unterstützung eines guten Magenbitters, anders geht das nicht.

Was mich tröstet ist der Umstand, dass es davon nur 6 Aufführungen geben wird, und nicht 628, wie an der Staatsoper. Nach der No.6 wird sich darüber der Mantel des Schweigens legen, und außer einem Druck im Magen wird nichts davon bleiben. Möge der Regisseur an seinem Honorar ersticken!

walter

27. Januar 2022
0:32
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MRadema796
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Forumsbeiträge: 406
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20. Januar 2021
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In Essen ist ein Intendantenposten durch die Zusammenlegung von Oper und Philharmonie komplett eingespart worden. Ich nehme nicht an, dass der jetzige Doppelintendant deshalb doppelt bezahlt wird. Vielmehr ist anzunehmen, dass es für ihn der Wechsel nach Köln eine Verbesserung darstellt, obwohl er dort nur die Oper und nicht auch die Philharmonie übernimmt und noch mit einer Operndauerbaustelle kämpfen muss, die erheblich viel mehr Geld verschlingt als alle Intendanten in NRW zusammen. Und wenn ich sehe, was der Intendant in Wuppertal mit bescheidenen Mitteln stemmt (selbst, nachdem ihn nun noch das Opernhaus fast weggeschwemmt wurde), kann ich nur den Hut ziehen. Oder in Bonn.

25. Januar 2022
14:32
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1004
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20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Musiker der Orchester beziehen üblichweise Studienratsgehälter und die sind alles andere als schlecht. Auch fest engagierte Chorsänger sind gut bezahlt. Schlecht sind immer die Freelancer dran, seien sie jung und noch nicht arriviert oder auf dem absteigenden Ast.

25. Januar 2022
14:22
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Chenier
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Forumsbeiträge: 615
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28. Februar 2021
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Die Totengräber von Oper und Theater werden jedenfalls glänzend bezahlt. Wenn die Intendantentätigkeit dann auch mit Charakterdefiziten verbunden ist, kann man sich schon mal prostituieren und die Kultur permanent an die Wand fahren. Und in den Logen internationaler Netzwerke trifft man dann die richtigen Regisseure, um solche Konzepte operativ umzusetzen.

25. Januar 2022
13:13
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Toscanini
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Forumsbeiträge: 110
Mitglied seit:
9. Dezember 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Lohengrin2 sagt
Dass Produktionen weiterverkauft werden, ist doch üblich, wird aber dann wiederum als Resteverwertung eingestuft...... Was ist nun richtig?

  

International ist das seit Jahrzehnten üblich, mindestens seit der Kooperation von Scala in Mailand mit der Wiener Staatsoper. Es hat auch für das Publikum nur Vorteile, siehe früher Madama Butterfly oder La Bohème, oder in jüngster Zeit Adriana Lecouvreur oder Les Troyens. Vielleicht wollen ein paar Kritiker ständig nur Neues sehen, aber Theater ist zu teuer und aufwendig, um es nur für ein paar wenige Kritiker zu produzieren. Karajan hat das schon vor 60 Jahren verstanden.

MRadema796 sagt
 

Gern würde ich wissen, woher Sie Intendantengehälter wissen und wonach Sie beurteilen, ob die überhöht sind. Mir ist nicht bekannt, dass die irgendwo veröffentlicht sind, und schon gar nicht, ob das in anderen Ländern anders ist, und noch weniger, dass die Häuser deshalb besser wären. Wie zuvor schon mal geschrieben, würde ich, wenn ich einen Intendantenposten bestellen müsste, nach Qualitätkriterien vorgehen, was bei dem in Deutschland umkämften Markt zu entsprechend hohen Kosten führen dürfte.

  

 

Was die Intendantengehälter betrifft: Richtig, die kenne ich gut und schon seit Jahren. Und die sollten meiner Ansicht nach eigentlich alle Bürger kennen, weil diese Gehälter keine Privatangelegenheiten darstellen sollten, nachdem die Steuerzahler dafür aufkommen. Grundsätzlich können Sie bei deutschen Intendanten im Durchschnitt von derzeit ungefähr 300 000 per anno ausgehen (im Detail geht es dann auch noch um inkludierte oder verpflichtende Regieverträge, ob auswärtige Inszenierungen erlaubt sind bis zu den Details, etwa ob ein Dienstwagen mit/ohne Fahrer gestellt wird usw.). Es gibt, anders als Sie behaupten oder glauben, keinen "umkämpften Markt" in Deutschland, sondern vor allem etliche Platzhirsche, die sich über viele Jahre hinweg mit den geeigneten politischen Verbindungen halten und dort zuerst von Haus zu Haus höher springen, bis sie an der bestmöglichen Endstation landen, wo sie dann möglichst lange verbleiben und schließlich in der üppig bestallten Rente samt Nebenwohnsitz in der Toskana, Südfrankreich, Kärnten oder Tessin verschwinden. Intendantenbestellungen werden meistens durch fachlich wenig beschlagene Politiker vorgenommen, die möglicherweise glauben oder denen suggeriert wurde, gegen irgendeine imaginierte "Konkurrenz" mit angeblich "aufregenden Namen" oder exorbitanten Intendantengehältern bestehen zu müssen. Tatsache ist: Fast keiner der deutschen Intendanten spielt international irgendeine größere Rolle, weder als Theaterleiter noch als Regisseur. Niemand interessiert sich dafür, was in Essen oder Nürnberg geschieht, Aufmerksamkeit gibt es nur für Berlin und München, dazu kommen gelegentlich Hamburg und Dresden sowie ein bisschen Frankfurt und Stuttgart. Und fertig. Der Rest ist ein geschlossener deutscher Markt für deutsche Marktteilnehmer, finanziert von deutschen Steuerzahlern. Keiner dieser Leute kann damit drohen, bei Nichterfüllung seiner Ansprüche in ein anderes Land abzuwandern (bestenfalls Österreich oder die Schweiz kommen in Betracht, wo aber mitunter nicht so gut gezahlt wird). Somit könnte man die Gehälter zu einem großen Teil und auf jeden Fall in den Häusern der B- und C-Liga problemlos um bis zu 50 Prozent reduzieren. Falls da ein Intendant nicht mitspielen sollte: Es gibt genügend sehr gute Leute mit hervorragenden Ideen, die sofort kämen und bereit wären, auf einem deutschen Intendantenposten auch für deutlich weniger Geld ebenfalls großartige Arbeit zu leisten und Karriere zu machen. Von einem Warn- oder Solidaritätsstreik deutscher Intendanten angesichts schlechterer Gehälter ist eher nicht auszugehen. Dafür gäbe es endlich tatsächlich mehr Konkurrenz und Wettbewerb, zudem kämen neue Leute mit frischen Ideen ins Spiel (anstelle der immer gleichen Namen mit den immer gleichen "Ideen", die dann noch ihre Lieblingsmitarbeiter von Ort zu Ort mitnehmen und versorgen lassen). Fazit: Ja, das würde die Häuser besser machen. Und das eingesparte Geld könnte in Künstler und Mitarbeiter investiert werden. Sie müssen nur kurz überlegen, was etwa ein Theater mit eingesparten 100 000 zusätzlich pro Jahr anstellen kann (denken Sie dabei an vergleichweise bescheidene Gagen von Sängern, Dramaturgen, Schauspielern, Technikern, Musikern usw. - und das sind in der Regel Leute, die das verdiente Geld auch wieder ausgeben, was wiederum der lokalen Wirtschaft zugutekommt und nicht einem Schweizer Bankkonto).

Diese und andere Fragen werden sich übrigens bald stellen. Die deutsche Infrastruktur ist - etwa hinsichtlich Internetversorgung, Straßenbau oder Bahn - auf keinem guten Niveau, jedenfalls nicht so, wie es einem wichtigen Industrieland angemessen ist. Hier ist in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren eher wenig geschehen, etliches ist heruntergekommen und bedarf der Erneuerung. Die Energiewende samt Umbau und Kraftwerkschließungen wird sehr viel Geld verschlingen, von weiteren Kostenfaktoren ganz zu schweigen. Also wird irgendwo eingespart werden müssen. Und ich wette, das werden unter anderem Theater- und Opernhäuser sein, weil da Spielraum vorhanden ist. Da werden einfallsreiche, geschickte, wendige, bescheidene und uneitle Macher-Intendanten gefragt sein, um vielleicht doch so manches Theater zu retten. Überteuerte, künstlerisch wenig bedeutende sowie letztlich völlig austauschbare Lokalgrößen, die agieren, als sei die Zeit vor zwanzig oder dreißig Jahren stehengeblieben, sind kein Modell für die Zukunft. Vor allem weil dies - mit Recht - den steuerzahlenden und selbst mit finanziellen Problemen kämpfenden Menschen kaum noch vermittelbar ist, denen in ihrem Alltag permanent Einsparungen und Kürzungen zugemutet werden (dies ist auch der Grund, weshalb die Intendantengehälter von Politik und Medien gerne verschwiegen und zu Privatangelegenheiten erklärt werden, was rechlich möglich, aber sonst natürlich völlig absurd ist).

25. Januar 2022
12:56
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Michael Tanzler
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Forumsbeiträge: 162
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1. Februar 2021
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Leider komme ich nichr dazu zur Zeit alles nach zulesen,,   bei manchen Elaboraten versäume ich wahrscheinlich auch nicht viel,,,   unten steht mal was von einem "P"-Wort??  Könnte mir da jemand erklären was das wieder sein soll??  Es ist ja wirklich zum Wiehern...    Danke im voraus dafür!

25. Januar 2022
7:53
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MRadema796
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Forumsbeiträge: 406
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Der Analyse von Toscanini stimme ich insofern nicht zu, als dass ein Austausch von Inszenierungen zunehmend und in erheblichem Umfang stattfindet. In NRW beobachte ich das mindestens in Köln (wo ich Inszenierungen aus Wien, Bregenz und wohl auch Innsbruck wiedergesehen habe), Düsseldorf/Duisburg (z. B. mehrere Kosky-Inszenierungen aus Berlin), Essen, Dortmund (z. B. Produktionen aus Bad Ischl) und Wuppertal (derzeit Gilbert and Sullivan aus Leipzig, vorher Sciarrino aus Klagenfurt). Ob eine "echte" Premiere später nochmal irgendwo auftaucht, weiß man zu dem Zeitpunkt oft gar nicht. Ich hätte mir einige Fahrten gespart, wenn ich vorher gewusst hätte, wo eine Produktion noch auftaucht. Es ist eigentlich gar nicht möglich, darüber eine aktuelle zuverlässe Statistik zu erstellen. Dass Flops dadurch rascher verschwinden, halte ich für fragwürdig. Z. B. hätte ich die m. E. unglaublich schlechte de Beer-Inszenierung von Rossinis "Mose in Egitto" aus Bregenz wirklich nicht nochmal in Köln gebraucht (obwohl sie mir dort besser gefallen hat). Vielmehr ist es so, dass so auch Flops über Jahre künstlich am Leben gehalten werden und eine Aufmerksamkeit erhalten, die sie gar nicht verdient haben.

Die Beispiele zeigen auch, dass Ihren Bewertung grenzüberschreitender Zusammenarbeit nicht richtig ist, dass diese vielmehr sogar überwiegt, insbesodere sehe ich in NRW viele Übernahmen aus Österreich. Auch darüber hinaus tut sich inzwischen Einiges, z. B. arbeitet das Theater Krefeld/Mönchengladbach mit Venlo zusammen. Produktionen aus Lüttich gab es in den Niederlanden, das Sinfonieorchster aus Aachen spielt in Heerlen und umgekehrt die Philharmonie Zuidnederland in Aachen, und es gibt Bustransfers aus den Niederlanden ins Theater Aachen.

Gern würde ich wissen, woher Sie Intendantengehälter wissen und wonach Sie beurteilen, ob die überhöht sind. Mir ist nicht bekannt, dass die irgendwo veröffentlicht sind, und schon gar nicht, ob das in anderen Ländern anders ist, und noch weniger, dass die Häuser deshalb besser wären. Wie zuvor schon mal geschrieben, würde ich, wenn ich einen Intendantenposten bestellen müsste, nach Qualitätkriterien vorgehen, was bei dem in Deutschland umkämften Markt zu entsprechend hohen Kosten führen dürfte.

25. Januar 2022
7:45
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1004
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20. Januar 2021
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Dass Produktionen weiterverkauft werden, ist doch üblich, wird aber dann wiederum als Resteverwertung eingestuft...... Was ist nun richtig?

25. Januar 2022
3:17
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Toscanini
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9. Dezember 2021
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MRadema796 sagt
Abos sind allgemein weniger gefragt als früher, da viele keine langfristige Terminbindungen wünschen. Wenn trotzdem Besucher kommen, ist könnte es den Opernhäusern egal sein. Sie haben aber das Problem, dass sie nun zunehmend jede Produktion so gestalten müssen, das sie attraktiv ist. Es reicht nicht, in den Gesamtspielplan einige Höhepunkte einzustreuen.

Meinem Eindruck nach ist der Publikumszuspruch in den verschiedenen Städten stark unterschiedlich. Das Opernhaus in Bonn war diese Saison meist gut gefüllt. Ich vermute, das liegt daran, dass die Oper Bonn zusätzliche Mittel  erhalten hat (https://www.theater-bonn.de/de/fokus-33). Hingegen habe ich in Dortmund Vorstellungen mit geschätzt etwa 30 Besuchern gesehen ("Sehnsucht"), was bei fast 1200 Sitzplätzen wirklich extrem beschämend wirkt - aber die optisch sehr beeindruckende Ballettproduktion "Strawinsky!" war ausverkauft (allerdings anders als in Bonn aus Hygienegründen mit freien Plätzen), auch zuletzt noch, als das Orchester ab Inzidenz 350 nur noch per Tonzuspielung realisiert wurde. Auch hier vermute ich, dass es mehr an den Produktionen liegt als an der Pandemie. Es hat den Anschein, dass die meisten Leute sich genauer als vor der Pandemie überlegen, wo sie hingehen. Da ist ein barocker Kammeropernabend von 80 min Dauer mit unattraktivem Bühnenbild vielleicht nicht gerade die erste Wahl.

  

Ich stimme Ihnen in der Analyse großteils zu. Ja, es gibt offenbar ein verändertes Publikumsverhalten. Offenbar wird mit dem Geld sorgfältiger umgegangen. Und die einstigen Bildungsbürger, die von provokanten Inszenierungen herrlich erschreckt werden konnten, gibt es nicht mehr, somit auch keine braven Abonnenten (die es ermöglichten, vorausschauend Spielpläne zu entwerfen und auch weniger zugkräftige Stücke zu verkaufen). Und bei gewissen Theaterplänen sollte langsam Realismus einsetzen und nachgedacht werden, ob es dafür wirklich ein Publikum gibt.

Und ich bleibe bei dem, was ich andernorts für Deutschland konstatiert habe: Sorgsam gehütete Theaterfürstentümer mit grotesk überhöht bezahlten Intendanten sind kein zukunftsfähiges Konzept - mehr Kooperation und Austausch sollten gewagt werden. Eine perfekte Opernproduktion aus Leipzig oder Erfurt oder Rostock müsste auch in Köln oder Frankfurt oder Nürnberg bestaunt werden können - und umgekehrt. Dafür könnten Flops rascher verschwinden. Die wenigen Leute, die tatsächlich herumreisen und sich alles anschauen, weshalb ihnen ständig Neues und Anderes geboten werden muss, sind nicht die Regel, sondern die Ausnahme - nicht einmal die noch vorhandenen deutschen Kritiker sind so mobil. In Italien ist das schon seit Jahrzehnten üblich - und das Publikum hat davon profitiert, außerdem musste kein Theater geschlossen werden. Ich vermute, dass sich dies auch positiv auf die Qualität der Inszenierungen auswirken würde. Rasch würden sich erweisen, welche Regieleute für Publikumszuspruch und somit stark nachgefragte Inszenierungen sorgen. Und aus geografischen Gründen könnte es auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Theatern in Frankreich, Benelux, Skandinavien, Polen, Tschechien und Österreich geben. Es ist kurios, dass dies nur selten stattfindet. Wichtiger als eifersüchtig gehütete Eigenproduktionen um jeden Preis wäre die Betonung tatsächlich lokaler Besonderheiten, also auf dem musikalischen Sektor Orchester, Chor und Solisten.

24. Januar 2022
6:33
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MRadema796
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Forumsbeiträge: 406
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20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Abos sind allgemein weniger gefragt als früher, da viele keine langfristige Terminbindungen wünschen. Wenn trotzdem Besucher kommen, ist könnte es den Opernhäusern egal sein. Sie haben aber das Problem, dass sie nun zunehmend jede Produktion so gestalten müssen, das sie attraktiv ist. Es reicht nicht, in den Gesamtspielplan einige Höhepunkte einzustreuen.

Meinem Eindruck nach ist der Publikumszuspruch in den verschiedenen Städten stark unterschiedlich. Das Opernhaus in Bonn war diese Saison meist gut gefüllt. Ich vermute, das liegt daran, dass die Oper Bonn zusätzliche Mittel  erhalten hat (https://www.theater-bonn.de/de/fokus-33). Hingegen habe ich in Dortmund Vorstellungen mit geschätzt etwa 30 Besuchern gesehen ("Sehnsucht"), was bei fast 1200 Sitzplätzen wirklich extrem beschämend wirkt - aber die optisch sehr beeindruckende Ballettproduktion "Strawinsky!" war ausverkauft (allerdings anders als in Bonn aus Hygienegründen mit freien Plätzen), auch zuletzt noch, als das Orchester ab Inzidenz 350 nur noch per Tonzuspielung realisiert wurde. Auch hier vermute ich, dass es mehr an den Produktionen liegt als an der Pandemie. Es hat den Anschein, dass die meisten Leute sich genauer als vor der Pandemie überlegen, wo sie hingehen. Da ist ein barocker Kammeropernabend von 80 min Dauer mit unattraktivem Bühnenbild vielleicht nicht gerade die erste Wahl.

23. Januar 2022
14:10
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Toscanini
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9. Dezember 2021
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copy sagt
@Toscanini: Derzeit sind Opernaufführungen Insiderveranstaltungen! Wäre eine interessante Studie, wieviele Besucher pro Jahr in die Oper gehen und nicht wieviele Karten verkauft wurden.

Absolut! Es wäre wichtig, das zu wissen, um das Publikum der Gegenwart möglichsts zu halten oder gar zu vermehren und jenes der Zukunft zu gewinnen. So kann man eventuell Entwicklungen wie am Volkstheater in Wien verhindern, das inzwischen nur noch ein Zehntel der früheren Abonnentenzahl aufweist.

23. Januar 2022
12:50
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HansLick2
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

aber dafür am 7. Februar 2022, 19 Uhr  die MANON LESCAUT - Asmik Grigorian

23. Januar 2022
12:09
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Letzter Stream letzte Woche, nächster Stream am 27 Jänner... Peter Grimes ist noch nicht terminiert.

Die ausgefallenen Termine wurden sehr gut durch Streams "abgedeckt".

Da macht München deutlch weniger.

23. Januar 2022
11:50
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copy
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

@Toscanini: Derzeit sind Opernaufführungen Insiderveranstaltungen! Wäre eine interessante Studie, wieviele Besucher pro Jahr in die Oper gehen und nicht wieviele Karten verkauft wurden. 

@Streams: Das fand ich von Roscic auch sehr ambittioniert, ist derzeit meines Wissens nach aber ein wenig ins Stocken geraten oder?

23. Januar 2022
11:45
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Lohengrin2
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sp_UserOfflineSmall Offline

Bin, gerade in Zeiten wie diesen, über die zahlreichen  Stream-Angebote froh.

23. Januar 2022
11:22
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HansLick2
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

und ich bin trotzdem froh auf beide möglichkeiten, wien und münchen zugriff zu haben, plus vieler weiterer gratis stream angebote.

23. Januar 2022
11:18
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Miguel
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@ad Lohengrin2: Es muss im Kontext mit dem (technischen) Nachhinken der WSO im Vergleich zur BSO immer wieder gesagt werden, dass der österreichische Staat bei der Aufstockung der Subventionierung des Hauses sehr lange säumig war. 

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