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"Tosca", auf 3sat, in der Barrie Kosky- Version | OnlineMerker | Forum

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"Tosca", auf 3sat, in der Barrie Kosky- Version
1. Juli 2022
0:29
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Sorry, wen interessiert Ihr Bild über mich? Ihr radikaleres Geschreibe bezüglich Bernardin hat den damals veranlasst, sich mit der Staatspolizei zu beraten. Wir haben demokratisch legitimierte Institutionen, an die sich jeder Bürger wenden kann.

Ich unterstelle nix: Wenn Sie Ihre Patienten so schlecht beurteilen, wie Sie sich anmassen, mich fernfuchtelnd beurteilen glauben zu können, dann sind Sie ein grottenschlechter Arzt.

Wir schreiben hier über „Tosca“, nicht über die „Passagierin“. Warum enthüpfen Sie ständig?

 

 

30. Juni 2022
20:06
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Amfortas_3
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@TTT

Ich hatte geschrieben: "... wird Amfortas bei Wagner nicht durch die Frage nach seinem Befinden, sondern durch Berührung mit dem heiligen Speer erlöst." Ich bin davon ausgegangen, dass es hier um Oper und nicht um mittelalterliche Literatur geht. Verbogen habe ich nichts, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass bei Wagner Amfortas anders erlöst wird als bei Eschenbach.

 

@Dalmont

Sie sollten zu dem stehen, was Sie mir und zuvor meinem alter ego vor einigen Jahren fernfuchtelnd ständig attestiert haben und jetzt wieder anfangen, es zu tun.

Ich stehe zu allem, was ich einst über Sie hier geschrieben habe und habe keinerlei Anlass, heute eine andere Meinung über Sie zu haben. Im Gegenteil: Mein Bild von Ihnen wurde durch diese Diskussion ein weiteres Mal bestätigt. Dass ich Kreide gefressen haben soll, ist eine Unterstellung. Ich habe in ähnlicher Diktion vor Jahren schon viele Ihrer Ergüsse kritisiert. Dabei hatte ich es nie nötig, jene Argumentatio ad personam zu bemühen, die man bei Ihnen immer wieder nur amüsiert zur Kenntnis nimmt. Sie fühlen sich wieder einmal missverstanden und zeigen sich gekränkt. Diese Kränkung motiviert Sie zur Unterstellung, ich sei ein schlechter Arzt, was man als Ausdruck schlechter Manieren oder mangelnder Argumente werten kann.

Ich habe das historische Kolorit der Tosca nie als historische Analyse bezeichnet, sondern habe mehrfach betont, dass Opern, Romane oder Theaterstücke, in denen politische Willkür thematisiert wird, (auch) Warnung in der heutigen Zeit sein können. Würden Sie jemanden, der durch Weinbergs "Die Passagierin" eine Warnung vor aufkommenden Rechtsradikalismus sieht, die Berechtigung zu dieser Sicht genau so absprechen wie mir, der in der Tosca eine Warnung sieht? Würden Sie wortreich darauf hinweisen, dass kein rechter Politiker heute auf die Idee käme, einen Völkermord zu begehen? Schwer zu glauben!

30. Juni 2022
0:58
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Dalmont
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22. Januar 2021
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ad 27)

Sie sollten zu dem stehen, was Sie mir und zuvor meinem alter ego vor einigen Jahren fernfuchtelnd ständig attestiert haben und jetzt wieder anfangen, es zu tun. Allerdings haben Sie gegenwärtig im Vergleich zu früher Kreide gefressen.

Was soll man zu dem Blödsinn sagen, ich sähe Grund- und Menschenrechte erst dann gefährdet, wenn Folterkammern eingerichtet werden? Mit Verlaub: Ich sehe in Ihnen und Ihren Mitstreitern - nicht in Apoll sondern in Corona-Gegreine - keinen Cavaradossi – „La vita mia costasse, ti salverò“ – oder Angelotti und finde keinen Anhaltspunkt, bei der „Tosca“ – um die es in diesem Thread geht – an Kurz und Nehammer zu denken, auch nicht an Anschober oder Mückstein.

Wenn Sie das historistische Kolorit dieser Oper, in der es mit keinem Satz um die Entstehung eines mordenden Systems geht, schon als historische Analyse nehmen, bitte, tun Sie‘s. Wenn Sie mörderische Vorfälle, angesiedelt in der Zeit der Koalitionskriege zwischen Königsmord in Paris und Wiener Kongress, unbedingt mit ihrer Idée fixe zusammenzwingen wollen, nur zu. Ich finde es zynisch, sich wegen Ihrer Haltung zu aktuellen gesundheitspolitischen Fragen mit den Opfern von todbringender Polizeiwillkür – die es auch hierzulande in den letzten zwei Jahrzehnten gab - in Verbindung bringen zu wollen. Sind Sie ein Opfer im Sinne der „Tosca“-Toten, wurden Sie wegen Ihrer Haltungen schon von lüsternen Polizeichefs bedroht? 

Dem großen "Liberalen" und medizinisch ausgebildeten Shrink ins Stammbuch geschrieben: Mögen die Einschätzungen über Ihre Patienten oder Klienten nie so grottenschlecht und falsch sein wie die Einschätzung über mich. Die dürfte von Ihrer Idée fixe diktiert worden sein, und man weiß ja, was das bedeutet. Nur: ich weiß, dass Sie falsch liegen. Ihre Patienten vertrauen darauf, dass Sie Hilfe bekommen.

Viva la libertà! Vive la declaration des droits de l’homme, vivent liberté, égalité, fraternité.

29. Juni 2022
16:27
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timtheotinn
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was Sie sich da wieder zurechtbiegen

"ein Sünderkönig (roi pécheur), der an einer Sünde leidet und dahinsiecht. Von Parzival wurde er ..."

ich hatte Eschenbachs "Parzival" geschrieben und nicht nach Ihrem Gusto Wagners "Parsifal" - aber so ist das mit der Wahrheit - einfach mal biegen - aber noch gibt es halt  Gegenbieger

29. Juni 2022
13:05
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Amfortas_3
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@TTT

Die Rede war doch von Wagners Parsifal und nicht von Eschenbachs Parzival.

@dalmont

Was ist Ihr Problem noch einmal?

Ich darf Sie daran erinnern, dass SIE ein Problem mit meinem Posting hatten. 😉

... als fast gemeingefährlichen Linksterroristen hinzustellen ...

Nana - jetzt übertreiben Sie mal nicht! 😉 Man muss kein Terrorist sein, um Gedankengut nahezustehen, das zu Ende gedacht in den Totalitarismus führt. Aber wir wollen uns doch die leidige Diskussion zwischen einem Liberalen wie mir und einem Anhänger einer sozialistischen Ideologie wie Ihnen in Zukunft ersparen - davon gehe ich aus. Jedenfalls haben Sie meine Einschätzung über Sie abermals bestätigt. Sie sehen Grund- und Menschenrechte in Österreich offenbar erst dann gefährdet, wenn die Regierung Folterkammern einrichtet und nicht bereits dann, wenn ein Bundeskanzler einem Teil der Bevölkerung ein "ungemütliches Weihnachtsfest" wünschen, wenn Ungeimpften die medizische Hilfestellung in manchen Arztpraxen verwehrt wird oder wenn man Ärzten, die nicht an das Märchen von den 100.000 Coronatoten glaubten, die Approbation entzieht. Dass solche Vorfälle in der Vergangenheit stets das Vorspiel zu jenen politischen Zuständen waren, die wir auch in der "Tosca" beschrieben sehen, scheinen Sie völlig vergessen zu haben.

24. Juni 2022
18:52
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Dalmont
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zu 20)

Sie beginnen sich jetzt selbst auszudribbeln. Ihre Tiraden werden immer länger, und das, was Sie dem Dalmont ausrichten möchten, wird ihm immer unverständlicher und hat mit dem, was er schrieb, und auch mit Puccinis „Tosca“ nix mehr zu tun.

Assoziationen sind frei, tun sie sich keinen Zwang an, es gibt hierzulande keinen Roberti, dem man an einem „luogo di lagrime“ befehlen könnte: „Ma fatelo tacere!“ Sie dürfen alles denken, sagen, schreiben, und tun es eh ständig. Was ist Ihr Problem noch einmal?

Warum sollte ich Ihre Versuche (Diskussionen waren das eh keine), mich (und davor Bernardin) als fast gemeingefährlichen Linksterroristen hinzustellen, verdrängen? Diese sind doch diskursanalytisch äußerst interessant. Ich pflege die Postings, auf die sich meine Beiträge beziehen, immer mitzuspeichern.  

Und jetzt lass’ma’s.

24. Juni 2022
17:29
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timtheotinn
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@ 24

Mediaewiki: Wolfram von Eschenbach, Parzival -

Gralkönig Anfortas ... ein Sünderkönig (roi pécheur), der an einer Sünde leidet und dahinsiecht.Von Parzival wurde er durch die Stellung einer Frage erlöst.

... weiß nicht, dass der Fremde sein Neffe Parzival ist. Jedoch weiß er, dass ein Ritter kommen wird, dem es möglich ist, ihn durch eine Frage von seinem Leiden zu befreien.

 

24. Juni 2022
11:09
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Amfortas_3
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24. August 2021
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@TTT

Sie schlagen vor, zum Thema Musiktheater zurückzukehren, äußern in Ihrem Posting dann aber doch nur abermals haltlose Behauptungen, die weder auf mich noch auf Wagners Amfortas zutreffen. Wie eine Einzelperson totalitär agieren soll, wenn sie nicht gerade der Führer in einer totalitären Bewegung ist, bleibt mir verborgen. Wo sich im "Parsifal" Anklänge an den Totalitarismus finden, wenn sie sich in der "Tosca" doch angeblich nicht finden lassen, bleibt mir ebenfalls verborgen. Ist die "Tosca" etwa eher Gesamtkunstwerk als der "Parsifal"? Wie jemand totalitärem Gedankengut nahestehen soll, wenn er bei jeder sich bietenden Gelegenheit für den bedingungslosen Erhalt von Grundfreiheiten und Menschenrechten eintritt, müsste auch erst geklärt werden. Ihr Versuch, den Spieß einfach umzudrehen und sich als Opfer unberechtigter Kritik zu inszenieren ist genau so fehlgeschlagen wie der selbe Versuch bei den Mitläufer des Dritten Reiches. Nicht der Einsatz für den Erhalt von Grundrechten zeugt von politischem Radikalismus, sondern die Befürwortung von Einschränkungen dieser Rechte. Man kann Ihnen nur raten, sich in Zukunft auf unangenehme Fragen besser argumentatorisch vorzubereiten. Denn solche Fragen wird man an Leute wie Sie noch viel öfter stellen. Davon abgesehen, wird Amfortas bei Wagner nicht durch die Frage nach seinem Befinden, sondern durch Berührung mit dem heiligen Speer erlöst. Aber die durch echte Empathie motivierte Frage nach dem Leid anderer, muss man traurig vermissen bei Ihnen und anderen, die annehmen, man könne mit Menschenrechtseinschränkungen den Menschen etwas Positives bescheren.

Nun aber wirklich zurück zur "Tosca". Die Behauptung, in dieser Oper ginge es nicht um Politik oder die Beschäftigung mit der politischen Aussage dieser Oper sei unzulässig, weil sie das Wesen von Opern als Gesamtkunstwerke verkenne, kann leicht widerlegt werden. Bleibt also nur mehr die Tatsache, dass Sie die Kritik an Gewaltherrschaft in diesem Werk nicht im Zussammenhang mit aktueller Politik verstanden wissen wollen - selbst dann nicht, wenn bedeutende Politikwissenschafter vor bedenklichen Entwicklungen in Europa in den vergangenen beiden Jahren warnen. Niemand kann sie zwingen, Opern als Anlass zur Reflexion über Aktuelles aufzufassen. Aber lassen Sie es mir und anderen, diesen Anlass in solchen Werken vorzufinden.

24. Juni 2022
10:16
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timtheotinn
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Um wieder in die Thematik Musiktheater, klassische Musik zu finden (mglw. läßt die Moderatorin so manche Hetz-Propaganda durchgehen - Chenier und Dalmont liefern ja wertvolle Beiträge):

Bekannt ist, dass Gralshüter Amfortas ob seiner Verwundung jammernd und sabbernd sein Schicksal beklagt.

Unbekannt ist, dass er auch recht ungeniert totalitär Meinungsterror zur Erlangung einer Deutungshoheit betreibt, die nach Gusto anarchisch Meinungsfreiheit niederbügeln will.

Demaskierend treten dabei Auffälligkeiten zutage, die gerade die behaupteten totalitären, gesellschaftlichen Meinungsmanipulationen zur eigenen Selbstdarstellung instrumentalisieren.

Amfortas: ein Sünderkönig (roi pécheur), der an einer Sünde leidet und dahinsiecht. Von Parzival wurde er durch die Stellung einer Frage erlöst. Sollte man das als Aufgabe sehen oder instrumentalisierten Methoden folgend, revanchistische Kräfte für demokratische Meinungsbildungen installieren?

Könnte sowas als werkimmanente Inszenierung durchgehen oder als grundlagenfreie gesellschaftliche Neologisme?

24. Juni 2022
9:43
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Amfortas_3
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@Chenier

Im Gegenteil, ich stehe dem, was uns verordnet werden soll, recht kritisch gegenüber und sage das auch.

Hier wären mir solche Aussagen von Ihnen noch nicht aufgefallen. Können Sie mir einen Diskussionsbeitrag von Ihnen nennen, in denen Sie sich entsprechend kritisch zu Wort gemeldet haben? Sie lehnen vielfach moderne Regiekonzepte ab, die Grundrechtseinschränkungen der vergangenen Jahre haben Sie jedoch zumindest in diesem Forum stets relativiert und verharmlost. Wann immer ich die derzeitigen Missstände hier erwähnt habe, wurde ich von Ihnen kritisiert. Dabei haben Sie sich mit der Behauptung, Oper würde zur Manipulation, wenn sie sich auf Gegenwärtiges bezieht, auch ziemlich verstiegen. Davon kann auch der Verweis auf den Deutschen Idealismus oder die Erwähnung philosophischer Großkaliber nicht ablenken. Dialektik setzt doch die Synthese von These und Antithese voraus. Wie ließe sich das vereinbaren mit Ihrer notorischen Ablehnung all dessen, was nicht Ihrer Meinung oder Ihrem Geschmack entspricht?

24. Juni 2022
9:23
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Chenier
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Amfortas_3 sagt
@Chenier

Ich nehme mir das Recht, die von Ihnen getätigten Falschbehauptungen zu korrigieren. Das passt Ihnen nicht, da Sie argumentatorisch meist schnell im Eck stehen. So etwas passiert naturgemäß  schneller bei Menschen, die gut im Reproduzieren dessen sind, was Politiker und Massenmedien vorgeben, aber schlecht in kritischer Reflexion. So viel auch zu Hegel und Kant, denen die Freiheit des Menschen im Gegensatz zu Ihnen ein hohes Gut darstellte.

Nein, Amfortas, da irren Sie sich gewaltig, ich bin alles andere als mainstreamgesteuert und ein Reproduzent dieser Ansätze. Im Gegenteil, ich stehe dem, was uns verordnet werden soll, recht kritisch gegenüber und sage das auch. Und wie kommen Sie darauf, dass mir Freiheit nichts oder wenig bedeutet? Ich kann Ihnen versichern, dass Freiheit einer der höchsten Werte für mich ist und ich mir auch die Freiheit nehme, unsinnigen Inszenierungsphilosophien, besser -ideologien, kritisch gegenüberzustehen.

Und wenn Sie versuchen, Thesen mit einer regelbestätigenden Ausnahme zu widerlegen, ist das mehr oder weniger eine dialektische Kapitulation. 

24. Juni 2022
8:49
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Amfortas_3
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@Chenier

Ich nehme mir das Recht, die von Ihnen getätigten Falschbehauptungen zu korrigieren. Das passt Ihnen nicht, da Sie argumentatorisch meist schnell im Eck stehen. So etwas passiert naturgemäß  schneller bei Menschen, die gut im Reproduzieren dessen sind, was Politiker und Massenmedien vorgeben, aber schlecht in kritischer Reflexion. So viel auch zu Hegel und Kant, denen die Freiheit des Menschen im Gegensatz zu Ihnen ein hohes Gut darstellte.

@dalmont

Ich erinnere Sie an zahlreiche Diskussionen mit Ihnen, in denen es nicht um Corona ging. Schon vergessen? Oder verdrängt? 😉 Nachvollziehbar wär's.

Wie gesagt: Es wundert mich, wie empfindlich die Befürworter von autoritärer Politik auf Kritik reagieren. Die Empflindlichkeit erinnert mich an jene meines Großvaters, wenn er auf sein Verhalten im Dritten Reich angesprochen wurde. Auch er hat krampfhaft das Thema gewechselt oder die Diskussion als unangebracht bezeichnet. Dabei muss es eine freie Gesellschaft aushalten, wenn Leute glauben, Menschenrechte könnte man von der Rasse oder dem Impfstatus abhängig machen. Man kann glauben, Ausgangssperren und soziale Isolation wären probate Mittel zur Gesundhaltung von Menschen. Man kann (wie einst ein grüner Minister) fordern, die Polizei möge das Recht erhalten, auch ohne richterliche Anordnungen Wohnungen zu kontrollieren um festzustellen, ob Kontaktverbote übertreten wurden. Man kann (wie einst ein türkiser Minister) glauben, dass die Diskriminierung ungeimpfter Kinder in den Schulen akzeptabel sei. Man kann (wie ein türkiser Minister) glauben, das Demonstrationsrecht könne nach belieben eingeschränkt werden. Wer all das glaubt und einen Faible für autoritäre Politik hat, möge offen dazu stehen. Das wäre wenigstens ehrlich. So viel ist aber klar: Die Kritik an diesen Menschen wird nicht so schnell enden. Viele unangenehme Fragen werden sie noch beantworten müssen und demonstrierte Empfindlickeit wird man nicht als Entschuldigung gelten lassen. 

Jedenfalls kann man sich nur wundern, wie wortreich der Abbau demokratischer Prinzipien von jenen verteidigt wird, die sich über eine Empfänglichkeit für den Totalitarismus erhaben wahrnehmen. Nun auch zu leugnen, der politische Aspekt der "Tosca" oder des "Fidelio" könnten in Zeiten zunehmend autoritärer Politik und schwindender Grundfreiheiten ein warnendes Signal darstellen, ist recht kühn. "Wehret den Anfängen" hieß es doch immer. Oder darf die politische Aussage der "Tosca" erst dann wieder als Mahnung verstanden werden, wenn wir wieder die selben politischen Zustände haben wie in Toscas Zeiten? Dann dürfte es zu zu spät sein. 

Niemand hält Sie davon ab, die süßen Melodien oder die heroische Liebesgeschichte der "Tosca" unter Ausblendung ihrer politischen Aussage zu genießen. Sie können meinetwegen wegen der Bühnenbilder, der Kostüme oder der Gastronomie während der Pausen in die Oper gehen. Überlassen Sie es jedoch mir,  welcher Aspekt eines Kunstwerks mich derzeit besonders affiziert und welche Assoziationen mir während einer Opernaufführung kommen. Und hören Sie auf, solches psychologisch zu deuten oder zu pathologisieren. Darin sind Sie bekanntermaßen nicht besonders gut. Jedenfalls kann ich Ihnen raten, Ihre empfindliche Reaktion auf mein erstes Posting nochmals zu reflektieren und sich zu fragen, welchen wunden Punkt ich bei Ihnen und anderen berührt habe, als ich darauf hingewiesen habe, dass künstlerische Anklage von Gewaltherrschaft heute wichtiger ist als noch vor fünf oder zehn Jahren.

24. Juni 2022
2:48
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Dalmont
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Zu 17)

Fällt Ihnen nicht auf, dass alle, aber auch wirklich alle Ihre Beiträge in der Klage über die mangelnde Akzeptanz Ihrer und Ihrer Gesinnungsgenossen Thesen zu den Pandemiepolitiken enden? Jetzt auch die Überlegungen zu der armen Tosca, wobei Sie mit Verlaub haarsträubende Parallelen ziehen. Unsereins gewinnt immer mehr den Eindruck, Sie sitzen in dem berühmt-berüchtigten „rabbit hole“ und finden nicht mehr heraus.

 

23. Juni 2022
23:00
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Chenier
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Amfortas, El Grande, ist unfehlbarer als der Papst und versucht alles zu widerlegen und in Frage zu stellen, was ihm nicht in das Konzept passt. Lernen Sie Dialektik und den Wert der Synthese, denn die Welt ist meistens nicht entweder-oder, sondern sowohl-als auch. Ein bisschen mehr Hegel mit einer Prise Kant und weniger imperatorisch-gebieterische Auftritte eines zweitklassigen Schulmeisters würden Ihnen gut tun.

23. Juni 2022
21:56
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Amfortas_3
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@Chenier

"Natürlich, die ureigenste Aufgabe der Tosca ist ..."

... sicher NICHT das, was Sie mir unterstellen, behauptet zu haben. Mit keinem Wort habe ich festgestellt, die ureigenste Aufgabe der Oper sei die Belehrung des Publikums. Sie ist - insbesondere wenn es sich um politischen Themen handelt - aber AUCH Belehrung. Sie kann diesen edukativen Effekt natürlich nicht bei jedem entfalten. Wer nur Unterhaltung oder Zerstreuung in der Kunst sucht, fühlt sich von diesem Aspekte der Kunst sogar häufig gestört.

"Habe in meiner Naivität immer angenommen, es ginge um Despotentum und gegen Tyrannei, beides allerdings, wie Geschichte und Gegenwart lehren, mit demokratischen Spielregeln durchaus kompatibel."

Despotentum und Tyrranei sind selbstverständlich mit demokratischen Spieregeln und Rechtsstaatlichkeit unvereinbar. Kein geschichtliches Beispiel vermag das Gegenteil zu beweisen. Die von mir in der gegenwärtigen Politik kritisierten Zustände haben mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun.

"Politisches Kleingeld auf der Opernbühne zu machen und Zeitgeistiges mit schöner Musil positiv zu konditionieren, ist Manipulation pur."

Dieser Logik zufolge war also Verdis "Nabucco" Manipulation pur. 😉

@timtheotinn

"Oper runter zu brechen auf solitäre Politik-Agitation zeugt von eindimensionaler Wahrnehmung."

Nochmals: Niemand reduziert Oper auf das, was Sie unterstellen. Die Feststellung, dass Opern schöngeistige Gesamtkunstwerke sind, wird kein gebildeter Mensch bestreiten. Genau so wenig kann man aber den politischen Gehalt vieler Kunstwerke bestreiten.

"... gehören so gefilterte Erkenntnisse, Mutmaßungen unter Ausblendung wesentlicher Anteile eines Gesamtkunstwerkes in einen Politik-Blog, nicht in dieses Format."

Wer autoritäre Politik mutmaßlich gutheißt oder verharmlost, fordert häufig auch die Eindämmung oder gar das Verbot ihrer Kritik. Ich kann mich nur wundern über die Nervosität, die ich hier bei einigen Diskussionteilnehmern auslöse, wenn ich feststelle, dass die gegenwärtige Politik in unserem Land in die falsche Richtung geht und dabei auf objektivierbare Kriterien verweise.

"Man unterschlägt Größe und künstlerische Inhalte dieser vielfältigen Kunstwerke indem Komplexes auf schmale Agitation einer Tagespolitik verzwergt wird."

Man verzwergt gar nichts, wenn man einen Aspekt eines Kunstwerks hervorhebt. Jede Aneignung von Kunst reduziert zunächst das Kunstwerk auf einen oder wenige Aspekte. Keine Diskussion über Kunst kommt ohne solche Reduktion aus. Es ist müßig und überflüssig, bei solchen Diskussionen permanent darauf hinzuweisen, dass jedes große Kunstwerk natürlich nicht nur aus einem Blickwinkel betrachtet werden darf, sondern auch diesen oder jenen Gehalt aufweist.

"... erschließt sich die Reduzierung in Beschwörungsformeln, Dogmatik und unbedingtem Geltungsanspruch unter Abwertung Anderer nicht."

Weder habe ich die "Tosca" auf etwas reduziert noch habe ich dabei auf Beschwörungsformeln gesetzt oder andere abgewertet. Ich habe festgestellt, dass die politische Aussage der "Tosca" in Zeiten, in denen ein Abbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stattfindet und über Jahrhunderte erkämpfte Grund- und Menschenrechte plötzlich zur Disposition stehen, heute besondere Brisanz hat. Das mögen die Befürworter dieser Entwicklungen anders sehen. Es gelang überzeugten Anhängern der Nazi-Ideologie ja auch, sich in eine Aufführung des "Fidelio" zu setzen und dabei zu übersehen, dass dieses Werk auch Anklage gegen ihre ureigene politische Haltung war.

"Keine musikalische Seite genuiner Opern verdichtet Tagespolitik."

Auch das hat niemand behauptet, wenngleich das autoritäre Regime, das in der "Tosca" sein Unwesen treibt, einst durchaus Tagespolitik betrieben hat.

@dalmont

"Ihre Überlegungen passen wohl besser zu ..."

Ja, mag sein. Aber um die von Ihnen genannten Werke ging es in der Diskussion nicht. Auch hatte ich nicht die Gelegenheit, eines dieser Werke in letzter Zeit auf der Bühne zu erleben. Aber ich stimme Ihnen zu: Insbesondere "Herr Biedermann und die Brandstifter", bei dem das Tolerieren der Intoleranz letztlich in die Katastrophe mündet, hat heute sogar mehr Brisanz als zu seiner Entstehungszeit in den goldenen Fünfzigern. Vielleicht wurde der Text ja auch deshalb aus dem Kanon jener Literatur gestrichen, den man Jugendlichen in der Schulzeit näherbringt.

"Da geht es um die Aktivitäten des „bigotto satiro“ ..."

... der nur deshalb seine perverse Lust ausleben kann, weil er Protagonist einer autoritären Politik ist. Ohne diesen politischen Hintergrund wäre das Auftreten und Handeln von Scarpia gar nicht denkbar. Scarpia missbraucht jene Macht, die ihm sein politisches Amt vermittelt.

"Unsereins nimmt sich die Freiheit, festzustellen, wann die Vergleiche hinken."

Selbstverständlich ist die Auseinandersetzung darüber erlaubt, ob ein Vergleich treffend, überzogen oder gänzlich unzulässig ist. Da aber bekanntlich JEDER Vergleich hinkt, wird man sich in kontroversiellen Diskussionen in dieser Frage wohl nie einig werden. Und nochmals: Ich vergleiche nicht, sondern stelle fest, dass Bühnenwerke, in denen es (auch) um Politik geht, immer hinsichtlich ihres Bezuges zur Gegenwart interpretiert werden müssen. Es wundert mich einigermaßen, dass Sie den politischen Aspekt der "Tosca" oder die diesem Werk immanente Anklage autoritärer Regime kleinreden. Immerhin waren Sie es doch, der hier einst die (unzutreffende) Behauptung aufgestellt hat, Kunst sei IMMER politisch.

"Besonders tät mich interessieren, wer mit der Masse gemeint ist, deren Wohl der bigotto satiro über die Freiheit des und der Einzelnen stellt."

Die Masse derer, die sich mit dem politischen System damals arrangiert hat. Jene also, die aus Angst, aus Lust an Macht, aus Feigheit, weil sie ideologisch die vorfindliche Politik befürwortet haben oder aus dumpfer Bequemlichkeit eben NICHT im Widerstand waren. Es geht um jene Menschen, die der bigotto satiro als Masse und nicht als Individuen wahrnimmt. Auch in den vergangenen Jahren haben Politiker mitten in Europa wieder geglaubt, die Menschen seien außerstande, ihre Rechte selbst wahrzunehmen, ihr Miteinander selbst zu regeln, selbst zu entscheiden, mit wem sie soziale Kontakte pflegen und welche Medikamente sie sich verabreichen lassen. Die Corona-Politik hat die Menschen zu Massen gemacht, denen Parteien und Minister vorgegeben, was im Privaten richtig und was falsch ist. Dass eine Vielzahl politischer Entscheidungen nachträglich als eindeutig falsch bezeichnet werden muss, lässt die Zahl kritisch denkender Menschen jedenfalls steigen. Kaum jemand glaubt immer noch ernsthaft, wir hätten ohne Grundrechtseinschränkungen 100.000 Coronatote in Österreich zählen müssen. Nur mehr eine schwindende Minderheit hält die Corona-Impfung für den großen Game Changer und nur mehr wenige blenden konsequent die gewaltigen psychosozialen Kollaterschäden aus, auf die zu Beginn der Eindämmungsmaßnahmen nur die sog. "Verschwörungstheoretiker" hingewiesen haben und die allen einschlägigen Studien zufolge die Vorteile der Maßnahmen deutlich übersteigen.

Ich habe mich mit vielen meiner Kollegen in den vergangenen zwei Jahren darüber ausgetauscht, welche Eigenschaften einen Menschen motivieren, gegen autoritäre Politik Widerstand zu leisten. Eine Antwort auf diese Frage konnten wir nicht finden. Zu komplex ist die Frage, was Ursache von Weltanschauung und politischer Einstellung ist. Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart ist die Bereitschaft, Nachteile in Kauf zu nehmen um für die Freiheit aller Menschen zu kämpfen, unabhängig von Bildung, Herkunft, Beruf oder gewissen charakterlichen Merkmalen. Wenn Politik autoritär wird, ist die Mehrheit stets bereit, mit dem Strom zu schwimmen. Nur eine Minderheit wagt das Gegenteil. Daran hat auch die sog. Aufarbeitung der totalitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts nichts verändert. Wenn der Spuk vorbei ist, behauptet immer der Großteil der Mitfläufer rückblickend, kritisch geblieben zu sein. Das ist auch diesmal der Fall. Die charakterliche Zeichnung von Cesare Angelotti, Mario Cavaradossi oder Floria Tosca in der Oper hilft zumindest mir nicht weiter, eine Antwort auf die Frage zu finden, welche Eigenschaften bei einem Menschen letztlich ausschlaggebend dafür sind, sich gegen ein herrschendes System zu stemmen, wenn dieses die Freiheit des Einzelnen mit Füßen tritt, und dabei schwerwiegende Nachteile für sich in Kauf zu nehmen.

23. Juni 2022
9:58
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Dalmont
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22. Januar 2021
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zu 8)

Ihre Überlegungen passen wohl besser zu „Herr Biedermann und die Brandstifter“ oder „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, zu Sardou/Puccinis „Tosca“ kaum. Da geht es um die Aktivitäten des „bigotto satiro“, des frömmlerischen Lüst- und Wüstlings, und die Befriedigung seiner sexuellen Begierden und das Ausleben seiner Gewaltphantasien. Halt bühnenhistorisch angesiedelt im Rom des Pius VII.

Wenn Sardou die Wahrheit gesagt hat, war das Vorbild der Tosca eine Hugenottin aus Toulouse, die dort Anfang des 18. Jahrhunderts etwas Ähnliches wie die römischen Diva versucht hat. Puccini/Sardou ging es um drei effektvoll gestaltete Individuen, Theaterfiguren, die in einem „realistisch“ gedachten Ambiente angesiedelt wurden. Und nicht um Ideen, wie sie noch Schiller oder Grillparzer in ihren Dramen mit historischem Bezug wälzten. Und diese hatten mit Geschichte zu tun.

Selbstredend mögen Sie vergleichen, was sie wollen. Unsereins nimmt sich die Freiheit, festzustellen, wann die Vergleiche hinken.

Besonders tät mich interessieren, wer mit der Masse gemeint ist, deren Wohl der bigotto satiro über die Freiheit des und der Einzelnen stellt.

23. Juni 2022
9:16
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Chenier
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Genau, TTT, dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Politisches  Kleingeld auf der Opernbühne zu machen und Zeitgeistiges mit schöner Musil positiv zu konditionieren, ist Manipulation pur.

23. Juni 2022
8:50
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timtheotinn
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19. Januar 2022
sp_UserOfflineSmall Offline

Oper ist schöngeistige Kunst, Gesamtkunstwerk mit vielen Ebenen, beinhaltet Tragik in allen Facetten.

Oper runter zu brechen auf solitäre Politik-Agitation zeugt von eindimensionaler Wahrnehmung. Auch wenn diese schöngeistigen Gesamtkunstwerke komplexe Themenfelder anbieten, gehören so gefilterte Erkenntnisse, Mutmaßungen unter Ausblendung wesentlicher Anteile eines Gesamtkunstwerkes in einen Politik-Blog, nicht in dieses Format.

Man unterschlägt Größe und künstlerische Inhalte dieser vielfältigen Kunstwerke indem Komplexes auf schmale Agitation einer Tagespolitik verzwergt wird.

Mögen dies in subjektiven Anschauungen wichtige Themen sein, sind dies ggf. auch, erschließt sich die Reduzierung in Beschwörungsformeln, Dogmatik und unbedingtem Geltungsanspruch unter Abwertung Anderer nicht.

Keine musikalische Seite genuiner Opern verdichtet Tagespolitik. Mit dem mlgw. erkennbaren Adressaten meiner Gedanken gehe ich in keine Diskussion.

Über Massenmanipulationen, immer in theatraler Perspektive, habe ich übrigens umfassend in div.

DRAMATURGISCHE SCHRIFTEN“ schon 2018/19 im Oneline – Merker geschrieben. Die findet man archiviert, dank Herrn Cupak, im Feuilleton s.o..

23. Juni 2022
6:31
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MRadema796
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sp_UserOfflineSmall Offline

Toni sagt
Mit dem Humor können die locker bei einer Matinee im Krematorium auftreten!

Und am 14. Mai im WDR-Fernsehen.

22. Juni 2022
20:12
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Chenier
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sp_UserOfflineSmall Offline

Natürlich, die ureigenste Aufgabe der Tosca ist der Edukationsauftrag in dem Sinne, die Besucher zu mehr Demokratie, Toleranz und pc zu erziehen. Habe ich bisher übersehen, überhört oder übergangen und bin unendlich dankbar, dass man diese Dimension des Werkes aufzeigt. Habe in meiner Naivität immer angenommen, es ginge um Despotentum und gegen Tyrannei, beides allerdings, wie Geschichte und Gegenwart lehren, mit demokratischen Spielregeln durchaus kompatibel.

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