Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

That's Belcanto: Die Regimentstochter, Sydney 1983 | Seite 4 | OnlineMerker | Forum

Werte Forumsteilnehmer!

Das Forum ist nun wieder geöffnet!  Wenn es aber wieder nicht den Regeln entsprechend verwendet wird, werden wir mit Löschungen ohne jewede Rechtfertigung vorgehen. 

Das Forum kann zwar von jedem, der sich an die Forumsregeln hält, genützt werden,  dennoch ist es privat und wir sind nicht gezwungen, Leute, von denen wir den Eindruck haben, dass sie - aus welchen Gründen immer - nur stören bzw. persönliche Rechnungen gegen einzelne Teilnehmer oder das Medium selbst begleichen wollen, daran teilnehmen zu lassen.

1. Teilnahme:

Der Online Merker würde es sehr schätzen, wenn sich die Teilnehmer an diesem Forum mit ihren echten bürgerlichen Namen anmeldeten. Das kann allerdings nicht verpflichtend sein, weil die Möglichkeiten, dies zu umgehen, zu groß sind und zweifellos auch von manchen Menschen genützt würden. Wer also unter seinem bekannten „Nick-Name“ angemeldet bleiben will, möge das tun. Allerdings wird gebeten, sich eines zivilisierten Tonfalls zu befleißigen, was nicht immer der Fall war, also mit einem Mindestmass an Höflichkeit, wie diese im gesellschaftlichen Umgang üblich ist, zu verfahren.

Um Spam-Anmeldungen zu vermeiden, muss jeder neu registrierte Teilnehmer das Mail, das er nach erfolgter Erst-Registrierung bekommt, binnen 24 Stunden bestätigt retournieren/ Link anklicken (bitte schauen Sie auch in Ihren Spam-Ordner). Erfolgt binnen 24 Stunden keine Reaktion, löscht sich die Anmeldung automatisch!

2. Regeln:

Im Forum des Online Merkers sollen ausschließlich kulturelle Angelegenheiten diskutiert werden. Politische oder gesellschaftliche Fragen sind nur dann gestattet, wenn sie in einem unmittelbaren und hier unverzichtbaren Zusammenhang mit einem konkreten Kulturereignis oder einer aktuellen kulturpolitischen Frage stehen. Da es hier eine gewisse Grauzone gibt, obliegt es ausschließlich dem Moderator zu entscheiden, ob der Beitrag zu löschen ist oder nicht. Beiträge die nicht unmittelbar mit Kultur zu tun haben, bzw. bei denen eine kulturelle Frage nur vorgeschoben wird, um in irgendeine Richtung zu agitieren, sind nicht zugelassen und werden gelöscht.

Der Umgangston im Forum  duldet keinerlei Herabwürdigungen und Beschimpfungen von Mitarbeitern des Online-Merker, anderen Forumsteilnehmern und/oder Dritter,  ebenso wenig wie Bedrohungen mit irgendeiner Art von Gewalt. Solche Einträge werden sofort gelöscht. Das Gleiche gilt für die Veröffentlichung persönlicher Informationen, die aus anderen Quellen des Internets (z.B. Google, Wikipedia oder sonstiger Quellen) über Mitarbeiter des Online-Merker, Forumsteilnehmer und/oder Dritte entnommen wurden.

Zudem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass staatsfeindliche, gesetzeswidrige, rassistische, extremistische, frauenfeindliche und sexistische Äußerungen und solche über die sexuelle, religiöse und politische Orientierung von Mitarbeitern des Online-Merker, Forumsteilnehmern und/oder Dritten zu unterlassen sind und sofort gelöscht werden.

Der Moderator des Forums ist gegenüber jedermann völlig weisungsfrei und muss seine Entscheidungen nicht begründen. Ebenso wenig braucht er auf Beschwerden und Zurufe aus dem Forum reagieren.

 

 

Avatar
Bitte denke über eine Registrierung nach
guest
sp_LogInOut Login sp_Registration Registrieren
Registrieren | Passwort vergessen?
Erweiterte Suche
Forumbereich


Übereinstimmung



Forum Optionen



Minimale Suchwortlänge beträgt 3 Zeichen - die maximale 84
sp_Feed RSS (Beitrag) sp_TopicIcon
That's Belcanto: Die Regimentstochter, Sydney 1983
24. September 2021
23:20
Avatar
Dalmont
Member
Members
Forumsbeiträge: 162
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Dalmont betreibt natürlich nicht über die Oper Vergangenheitsbewältigung, wie die notorischen Falschinterpretierer kommentierten. Er wollte nur – möglicherweise mit für manche zu persönlich gefärbten Reminiszenzen – darauf hinweisen, dass musikalisches Theater mehr ist als „Schöne Stimmen – schöne Weisen und danach die Spaghettata“ (in welchem Keller?)

Es gibt halt Menschen, bei denen das, was in diesen so eigenartigen musikdramatischen Kunstwerken gesungen, musiziert, gezeigt wird, mehr auslöst als ein wienerisch-kellergassenseliges „Die schöne Musi … Da muss man weinen“.

Dalmont neigt nicht zum Verdrängen und schon gar nicht dazu, die Arbeit großer Künstler als „gehobene Unterhaltung“ zu verkennen.

Er ist vielmehr bemüht, die Botschaften der großen Kunstschaffenden zu verstehen, und dazu gehört, Gedanken an das zuzulassen, was Menschen Menschen antun. Die Assoziationen, die sich einstellen, sind selten angenehm, aber sie haben klarerweise mit den Erfahrungen, dem Erleben, den Kenntnissen und seinem Denken zu tun.

Und schlussendlich wäre es nicht zu rechtfertigen, Steuergeld zur Behübschung fröhlicher Abende oder Mulatságok einzusetzen, würden sich die Interpretierenden nicht um künstlerische Erkenntnisse bemühen.

Und auch wenn der womöglich gerade in der Gründungsphase befindliche „Club der Opernnormalität“ der Meinung ist, dass viele aktuelle Künstler dies nicht täten, sondern Allotria trieben, und auch glauben, dafür Evidenzen zu haben, viele Aufführungen beweisen das Gegenteil. Ich hoffe, es wird auch am Dienstag wieder so sein.

PS: Dass jemand, der sich als Criticus und gönnerhafter Zensurenverteiler geriert, „keine gesteigerte Lust (hat), bei jeder Arie über die Szene und deren Neudeutung nachzudenken“ verwundert nicht. Wenn man nicht weiß, dass die Romanze „Me pellegrina ed orfana“ existiert, braucht auch nicht darüber nachgedacht zu werden, was sie bedeutet. Ist nicht eine Grundvoraussetzung von Kritik eine sehr genaue Kenntnis der jeweiligen Werke?

PSS: Die zitierten südmährischen Orte kenne ich sehr genau, erinnern sie mich doch an die Orte und Friedhöfe meiner ersten Heimat. Sie sind genauso ein Symbol des "vae victis", und wo die Gründe dafür liegen, wollen nur Ignoranten nicht erkennen. Wer will es mir jedoch verargen, wenn es mir nicht gelingt, beim zweiten "Aida"-Finale Gedanken an den Brüder Todesmarsch zu verscheuchen? 

Und ad 14 Toni)

Das "mussten" ist vielleicht missverständlich. In nicht sehr begüterten Familien mussten alle ausser demjenigen, der das Elternhaus übernahm, schauen, wo sie ihren Lebensunterhalt fanden. Aus Nordböhmen sind viele in den Süden (Lobmeyr zum Beispiel), etliche nach nach Südtirol, Brixen und Umgebung, gezogen, um überleben zu können. Sie mussten von daheim weg, wohin auch immer. Und dass dann halt für meine Antenaten eines der unwegsamsten Gebiete der Monarchie herauskam? "Ist es Liebe? - Ist es was???" 

24. September 2021
0:17
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 472
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

zu 23: take it easy

23. September 2021
22:27
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 346
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Da haben Sie nicht ganz unrecht, Lohengrin 2, Blutoper ist der Maßstab, aber schauen Sie sich die Literatur von den Griechen über die Römer und das Mittelalter bis zur Gegenwart als Vorlage für die Libretti an, Mord und Totschlag oder Schlimmeres ohne Unterbrechung. Und die Literatur orientiert sich an der Realität, dafür muss man kein Historiker sein. Die Regimentstochter, um die es in diesem Thread geht, ist eine der wenigen Ausnahmen in der Operngeschichte.

C'est la vie, Madame.

23. September 2021
18:12
Avatar
Lohengrin2
Member
Members
Forumsbeiträge: 638
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Bleiben wir bei der Oper als "unterhaltung im besten sinne und auf gehobenem niveau"...

Da hört sich das Vergnügen spätestens bei Mozart und Rossini auf. Mord, Totschlag, Vefolgung, Schwindsucht etc. beherrschen mindestens ab Verdi die Szene; wo das Unterhaltung m besten Sinne ist? Ach ja, am Sonntag gibts den Tatort, der ist auch so was, nur mit weniger dominierender Musik............

23. September 2021
17:26
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 346
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Jederzeit und gerne, Mitgliedschaftsanträge beim "Club der Opernnormalität" werden jederzeit entgegen- und angenommen.

Für uns steht die Musik im Vordergrund und neue Inszenierungen werden problemlos akzeptiert, solange sie sich an das Libretto und den Handlungsablauf halten und das Werk nicht ins Lächerliche ziehen oder gar in den musikalischen Ablauf destruktiv eingreifen.

23. September 2021
13:36
Avatar
florezaficionada
Member
Members
Forumsbeiträge: 31
Mitglied seit:
19. April 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

und ich sei, gewährt mir die bitte, in eurem "bunde" die dritte!

23. September 2021
11:11
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 346
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber alcindo, wie recht Sie haben, Dalmont breitet seine ganze Persönlichkeit und ihre Anamnese hier aus, was aber niemanden so richtig interessiert. Es reichen schon die ewigen konkreten und abstrakten Anmerkungen mancher zu "früher war alles besser", jetzt kommt jemand mit persönlicher Vergangenheitsbewältigung daher.

Bleiben wir bei der Oper als "unterhaltung im besten sinne und auf gehobenem niveau", für mich gilt das genau so. Ich habe keine gesteigerte Lust, bei jeder Arie über die Szene und deren Neudeutung nachzudenken.

23. September 2021
0:26
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 472
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

lieber Chenier: hier ist das problem, es gibt manche die in der oper ihre weltanschauung finden oder veraendern wollen......fuer mich ist die oper im grunde unterhaltung...unterhaltung im besten sinne und auf gehobenem niveau, drum stoert es mich auch nicht, wenn die saenger im andrea chenier nicht in fetzen auf die buehne kommen...ich will vor allem schoene stimmen mit guter technik hoeren und mich nicht in zt aberwitzige details im buehnengeschehen verlieren

mit gruss alcindo

22. September 2021
18:44
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 346
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Dalmont sagt
 

Mein Klarname ist ein tschechischer. Tschechen haben in der Monarchie ihre Heimat in Richtung Südtirol verlassen müssen. Und all deren Elend kulminiert in dem Ort Lidice und ich will Sie nicht animieren, sich mit der Geschichte dieses Ortes zu beschäftigen. Dass unser einen tschechischen Namen tragender Herausgeber sich politisch den Erben der Mörder verschrieben hat ist mir Kummer genug.

  

Das alles hat zwar in einem Opernforum wenig zu suchen, aber dass es auch andere Perspektiven gibt, möchte ich an dieser Stelle nicht auslassen. Auch meine Mutter kam aus Tschechien, Sudetendeutsche, die man nach dem Krieg enteignet und vertrieben hat. Einen Großonkel hat man lebendig eingegraben, einen anderen Verwandten in der Moldau ertränkt. Unsere stattlichen Häuser kann ich mir u. a. in Nikolsburg und Eisgrub (ich weiß, die Städte heißen jetzt anders) noch heute ansehen, robust gebaut und jetzt von den Nachfahren der Vertreiber meiner Verwandten bewohnt. 

So viel zu meiner Perspektive und jetzt lassen wir die Gräuelgeschichten lieber ruhen, alle haben Schuld auf sich geladen, werter Dalmont, Vergangenheitsbewältigung in dieser Form hat hier nichts verloren!

22. September 2021
13:50
Avatar
Lohengrin2
Member
Members
Forumsbeiträge: 638
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Die "Regimenstochter" dem "verratenen Meer" gegenüber zu stellen ist ganz schön mutig! Da liegen 150 Jahre und ganze Komponisten-Welte dazwischen.... Figaro und Incoronazione sind etwa genauso weit auseinander.

22. September 2021
13:46
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 472
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

caro Dalmont, dass es in Ihrer lebensgeschichte ereignisse gibt, die bei gewissen opern erinnerungen wachrufen, ist traurig, aber damit muessen Sie fertig werden. Sie koennen nicht verlangen, dass wir davon wie Sie beruehrt werden. solche erlebnisse, die dann bei gewissen opern assoziationen wecken, haben wahrscheinlich die meisten von uns gehabt  ich habe einen bruder durch unfall beim Bundesheer verloren, als ich kurz danach in der VO Schwester Angelika ( mit Christiane Sorell, ganz ausgezeichnet) sah musste ich bei der schlusszene weinen. wenn ich spaeter diese oper gesehen habe, muss ich noch immer an den schmerz meiner mutter denken, muss aber nicht mehr weinen.

saluti dal alcindo

22. September 2021
13:34
Avatar
walter
Member
Members
Forumsbeiträge: 140
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich würde Dalmont gerne etwas ins Stammbuch schreiben: (Weiß man noch, was ein Stammbuch ist oder vielmehr war?)

Wir sind hier im Forum bloß Gäste, und als solche dürfen wir das Gastrecht in Anspruch nehmen, haben aber auch Pflichten. Herr Cupak könnte diese Opern- und Kulturseite problemlos ohne uns führen, aber man lässt uns meckern und klagen, streiten und sticheln, solange, bis der Moderator den Deckel draufknallt, weil das Fass wieder einmal übergelaufen ist. 

Den Gastgeber zu kritisieren, selbst wenn man meint, über Dinge Bescheid zu wissen, die man kritisieren könnte, gehört sicher nicht zum guten Ton. 

Aber zurück zum Thema. Übrigens stammt die Aufnahme der Regimentstochter nicht aus 1983, sondern 86, deshalb geht sich das mit den sechzig Lebensjahren von Dame Sutherland auch aus ( als Geburtsjahr wird 1926 angegeben). Vieles an dieser Aufzeichnung hat parodistische Züge, wie eben auch die ganze Regimentstochter, und wenn man die eine Hand voll verrutschter Töne abzieht ( meines Erachtens eine sehr kleine Hand!), erlebt man pures Belcanto- Opernvergnügen. Stellt man nun diesem Werk "Das verratene Meer" gegenüber, dann kommt man schwer auf einen grünen Zweig, ist aber auch kein Wunder, liegen doch 150 Jahre dazwischen. Sind beides jedoch "Opern", und auch wenn manches dafürspricht, sich an aktuellen Themen abzuarbeiten, so steht für mich doch fest, wo meine Sympathien liegen.

walter

22. September 2021
12:10
Avatar
Toni
Member
Members
Forumsbeiträge: 26
Mitglied seit:
11. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Danke Dalmont für ihren sehr persönlichen Eintrag.

Ich habe nur eine Frage. Das Tschechen ihre Heimat in der Monarchie in Richtung Südtirol verlassen mussten kann ich nirgendswo finden?

22. September 2021
11:17
Avatar
Dalmont
Member
Members
Forumsbeiträge: 162
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Walter, ich danke Ihnen ganz ganz herzlich für Ihre Antwort. Sie hat eine Saite in mir zum Klingen gebracht, die ich nur mit mir ausmachen wollte.

Mishima, der Anregungsgeber der Oper, ist in meiner Erinnerung als ritueller Selbstmörder in Erinnerung, der seinen Tod und seine ihn vor zu großen Schmerzen schützende Enthauptung zelebriert hat. Was hat ihn dazu gebracht? War es das, was in der Oper gezeigt wurde?

Was hat Oper mit dem eigenen Erleben zu tun?

Ich kam, Dalmont, vom Berg an der deutsch-italienischen Sprachgrenze in die Welt. Mein Großvater wurde von italienischen Partisanen fast zu Tode gefoltert, noch lebend angezündet. Der Sarg wurde meiner Mutter, die ihn suchte, von amerikanischen Soldaten übergeben, mit der Auflage ihn nicht zu öffnen.

Ich bitte darum, sich unter diesen Prämissen vorzustellen, was ich empfinde, wenn ich „Tosca“ erlebe und dass ich den Platz in Rom suche (ich werde den Zugang nicht nennen), von wo ich unter Bäumen liegend die Morgenstimmung mit den Glocken erleben kann.

Am Schluss von „Andrea Chenier“ sehe ich immer die Geschwister Scholl, Schwester Restituta und unseren Franz Jägerstätter vor mir, und frage mich, würde ich selbst – für meine Überzeugungen einstehend – würdevoll zur Guillotine gehen?

Wenn im „Troubadour“ von Kindern die Rede ist, die auf den Scheiterhaufen geworfen wurden, kann ich aus meinem Kopf kaum die Erzählungen der Mütter, deren Kinder Mengele in Auschwitz  vor deren Augen in den Ofen stopfte, verbannen.

Mein Klarname ist ein tschechischer. Tschechen haben in der Monarchie ihre Heimat in Richtung Südtirol verlassen müssen. Und all deren Elend kulminiert in dem Ort Lidice und ich will Sie nicht animieren, sich mit der Geschichte dieses Ortes zu beschäftigen. Dass unser einen tschechischen Namen tragender Herausgeber sich politisch den Erben der Mörder verschrieben hat ist mir Kummer genug.

Und jetzt, Walter, zurück zur Oper. In der Musik waltet für mich der „angelo consolator“. Gäbe es ihn nicht, wer machte einem das tägliche Grauen erträglich?

22. September 2021
8:02
Avatar
copy
Member
Members
Forumsbeiträge: 127
Mitglied seit:
25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

@walter: Ich akzeptiere voll ihre Meinung und auch ihre Werkauswahl. Allerdings fällt mir da der Vergleich ein zu TV-Konsumenten, die sich lieber mit einer Pilcher-Schmonzette berieseln lassen als mit Gegenwartsthemen. Aber wie gesagt, jedem das Seine. Und ich gestehe, dass auch ich mir manchesmal die Cornwall-Küste gebe. Nur ihrer Argumentation, wonach Konflikte für sie unangenehm werden, je näher sie in die Gegenwart reichen, die sind für mich echt nicht nachvollziehbar. Nabucco ja, Palästinenserfrage nein? 

22. September 2021
7:28
Avatar
MRadema796
Member
Members
Forumsbeiträge: 192
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

walter sagt
Mittlerweile neige ich eher zu der Meinung Marcel Prawy's, dass mit der Turandot das Genre ausgeschöpft ist.

Eine meines Erachtens höchst sonderbare Idee. Dann müsste wohl Wozzeck die letzte andere gültige Oper sein. Bereits Mahagonny und Lulu, die auf der Liste der 50 populärsten Opern bei Wikipedia zu finden sind, wären ausgeschlossen.

21. September 2021
22:03
Avatar
walter
Member
Members
Forumsbeiträge: 140
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Allerwertester Dalmont, jetzt habe ich mir "Das verratene Meer" nochmals zu Gemüte geführt, und darf Ihnen versichern: An der Musik liegt es nicht. Das ist eine Musiksprache von hervorragender Güte, und ich muss Ihnen sogar danken,  denn eigentlich wollte ich mich nicht mehr damit beschäftigen.

Wenn ich mich trotzdem für das Werk nicht erwärmen kann, dann liegt es eher an der Präsentation, also an Szene, Ausstattung etc. Es erinnert mich zu sehr an die vielen Filme, die einem heute das Fernsehprogramm verleiden, weil sie als Thema immer die menschliche Unzulänglichkeit im Visier habe. Unzulänglich war und bin ich selber, das will ich mir nicht auch noch zweieinhalbstundenlang ansehen. 

Sie werden jetzt vermutlich einwenden, dass in den Opernblockbustern auch nichts anderes abgehandelt wird, und ich könnte Ihnen da auch kaum widersprechen, nur, je näher das Ganze an und in unsere Zeit rückt, desto unangenehmer wird es mir. Wahrscheinlich hätte ich in den 1850er- Jahren die Traviata auch abgelehnt, weil sie mir zu Nahe auf den Pelz gerückt wäre....

Ich habe in früheren Jahren, schon um mir mein persönliches Interesse zu beweisen, manches angesehen, weil ich an einer Belebung der Kunstform Oper interessiert war. Mittlerweile neige ich eher zu der Meinung Marcel Prawy's, dass mit der Turandot das Genre ausgeschöpft ist. 

Ich bin heute auch kein junger Mensch und neige dazu, Neuem gegenüber skeptisch zu sein, ein Vorrecht, das man den Alten nicht verwehren sollte, denn sie haben nicht viel mehr als ihre Erinnerungen.....

walter

21. September 2021
17:16
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 346
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Dalmont, was erwarten Sie von alcindo und der "Mehrheit im Forum"? Dass sie sich zwingen, etwas zu goutieren, was ihnen nicht gefällt, nur weil es dem Zeitgeist entsprechen würde? Das Leben ist zu kurz, um Affinitäten zu erzwingen. Ich habe mich mit vielem beschäftigt, aber wenn mir etwas nicht gefällt, lasse ich es bleiben. Darum gehe ich lieber zum 20. Mal zu "Chenier", "Faust" oder "Trovatore" als zum 2. Mal zu "Jonny spielt auf", "Der Prozess" oder "Der Riese vom Steinfeld". Das habe ich abgehakt und wenn Sie es umgekehrt machen, sei es Ihnen unbenommen. 

21. September 2021
9:16
Avatar
Lohengrin2
Member
Members
Forumsbeiträge: 638
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Vielen Dank und volle Unterstützung, Dalmont!

21. September 2021
9:10
Avatar
Dalmont
Member
Members
Forumsbeiträge: 162
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Alcindo, ich bin mir nicht mehr sicher, ob Sie – und andere im Forum – mich nicht absichtlich missverstehen wollen.

Niemand will Ihnen Ihre so positiven Sutherland-Erfahrungen an der MET nehmen, so wie ich mir meine so positiven Volksopern-Reri-Grist-Regimentstochter-Erfahrungen nicht nehmen lasse.

Ich will, hoffentlich auf verständliche Weise, immer nur darauf hinweisen, dass fünfzig Jahre alte persönliche Aufführungserinnerungen nicht zur Richtschnur für das Heute sein können.

Und warum ich einer Diva, die ich nie live erlebt habe, ein Jahrzehnt nach ihrem Tod beim Altern in Australien bewundern sollte, um dann über die Gegenwart zu greinen, oder aktuellen Aufführungen, möglicherweise der von Pelly, an der Staatsoper ans Zeug zu flicken, erschließt sich mir nicht.

Sie – und die Mehrheit im Forum – mögen die Gegenwart nicht.

Dass Sie, wie Korngolds Paul in der „Kirche des Gewesenen“ leben wollen und Ihnen dies offensichtlich zu genügen scheint, wer sollte da etwas dagegen haben.

Wenn Sie, und die, die so denken wie Sie, eine „Tote (Opern)Stadt“ als ausreichend empfinden, soll es so sein. Dennoch wünsche ich Ihnen einen Frank, wie ihn Korngolds Paul gefunden hat, und eine Marietta, die die innere Befreiung anstößt.

Zeitzone des Forums: Europe/Berlin
Am meisten Mitglieder online: 33
Zurzeit Online:
Gast/Gäste 3
Momentan betrachten diese Seite:
1 Gast/Gäste
Top Autoren:
Lohengrin2: 638
alcindo: 472
Chenier: 346
Christine: 294
MRadema796: 192
Dalmont: 162
walter: 140
copy: 127
Michael Tanzler: 121
HansLick2: 54
Mitgliederstatistiken
Gastbeiträge: 170
Mitglieder: 47
Moderatoren: 1
Administratoren: 3
Forumsstatistiken
Gruppen: 1
Foren: 1
Themen: 712
Beiträge: 12201
Neuste Mitglieder:
MerlesPam, Bobbiekix, AltonCep, LyndseyFrug
Moderatoren: Moderator 16: 66
Administratoren: HaaSon: 2, ac: 124, webentwicklerin: 0

 

Diese Seite drucken