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Tageskommentar vom 9. Jänner | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

 

 

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Tageskommentar vom 9. Jänner
11. Januar 2019
0:32
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 217
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Werter Toni! Natürlich ist Ihre Meinung zwar persönlich, aber nicht unwichtig. Sie zählt genauso viel wie jede andere Meinung. Ich möchte entgegnen:
1) Ich halte die meisten mir bekannten Schenk-Inszenierungen für misslungen. Tiefpunkt ist für mich das Schlaue Füchslein, in dem ein (meiner Meinung nach) großartiges Werk über den Kreislauf des Lebens, über den Tod, über Sexualität, über Freiheitsbegehren etc. etc. zum putzigen und somit lächerlichen Mummenschanz degradiert wurde. Aber auch seine humorigen Inszenierungen sind meiner Meinung nach viel zu übertrieben, und somit lächerlich.
2) Wie man in dem Video sieht, wurde Schenk nicht zu jeder Zeit vom Publikum verehrt... (1968: "Wir haben gehört, dass Ihre Giovanni-Inszenierung scheiße sein soll. Na machen Sie sich gefasst auf unsere Zustimmung!")
3) "nicht gegen das Werk" - da müssen wir zuerst klären, was "das Werk" ist. Ich behaupte, dass Konwitschny und Bieito und Kosky und andere großteils näher am Werk inszenieren als Schenk.
4) Mir gefällt der Homoki-Lohengrin sehr gut (ich bin mir aber wohl bewusst, dass ich mit dieser Meinung recht allein dastehe). Ich halte die Produktion auf keinen Fall für eine "absolute Zumutung und Lächerlichmachung". Ich finde, sie ist die beste Produktion in Meyers (bisheriger) Direktionszeit, was aber nicht viel besagt...
5) Ich finde es immer spannender, über konkrete Produktionen zu diskutieren anstatt allgemein theoretisch, was man von einer Operninszenierung erwartet.

 

Damit die interessanten Informationen in der heutigen Kolumne zu dem Youtube-Video nicht verlorengehen, kopiere ich einen Teil hierher. Kann gerne gelöscht werden, wenn nicht erwünscht (Copyright?):

Ich selbst kann da nicht allzuviel beitragen, das war die Zeit, in der mich andere Dinge mehr beschäftigt haben als Oper bzw. Kulturpolitik. Auf Heinrich Schramm-Schiessl trifft das offenbar nicht zu, deshalb ist er der geeignete Mann für eine Erklärung:

Wieder einmal ein bißchen Historik, diesmal zu der betreffenden Sendung und zum Teil auch als Antwort auf den Forumsbeitrag von Christine zum Tageskommentar:

Musikalisch gab es bei dieser Premiere kaum etwas zu meckern, aber die Inszenierung ging einfach daneben. Otto Schenk arbeitete damals zum ersten, und wie ich glaube auch zum letzten Mal mit Luciano Damiani – dem Leibbühnen- und Kostümbildner von Giorgio Strehler, und das passte einfach nicht zusammen. Den Hintergrund der im Freien spielenden Szenen bildeten wie Spielzeug aussehende Häuser, die den Sängern gerade bis zu den Knien reichten. Dabei ging der erste Akt noch halbwegs ruhig über die Bühne, aber im zweiten häuften sich die unfreiwillig komischen Momente. So war in der Friedhofsszene die übergroße Statue des Komturs mit einem Riesenleintuch verhüllt, was manche an den „Weißen Riesen“, die Werbefigur eines damals populären Waschmittels, erinnerte. Während des nächsten Bildes – Hof im Haus des Komturs – zog man die hinter der Dekoration stehende Statue von der Bühne, die Kopfbedeckung – ein Zweispitz – konnte man aber noch sehen, was den Eindruck vermittelte, eine Katze schleicht über das Dach. Total missglückt auch die Höllenfahrt. Ein den ganzen Hintegrund bedeckendes Leintuch wurde heruntergelassen, mit einer Windmaschine oder auch nur händisch zum Wallen gebracht und rot angestrahlt. Nach seinem letzten Ton hob Don Giovanni das Leintuch hoch und schlüpfte unten durch. Das sind nur drei Beispiele. Da Generalproben damals noch mehr oder weniger für alle zugänglich waren, machten natürlich diese Eindrücke bereits vor der Premiere die Runde, und angeblich – zumindest Endler behauptet das – hat zu Beginn der Vorstellung jemand im Stehparterre relativ laut „gemmas an“ oder so änlich gesagt.

Die tatsächliche Ursache für den Wirbel lag allerdings tiefer. Einerseits mochte man Schenk damals als Opernregisseur nicht. Seine spätere Beliebtheit stieg im gleichen Verhältnis wie der Ärger über das sogenannte Regietheater. Andererseits erreichte der Ärger über die Direktion Hilbert damals seinen Höhepunkt. Nicht nur der „böse“ Stehplatz sondern auch große Teile des sonstigen Publlikums und der Presse – Franz Endler war hier eine Ausnahme und ein massiver Verteidiger Hilberts – forderten dessen Ablöse. Speerspitze der Gegner Hilberts war „Der Merker“, der immer heftiger gegen ihn schrieb. Inge Scherer z.B. überschrieb einen Artikel mit „Aus einem Totenhaus“. Die Sendung von You tube, war ein Beitrag der Sendung „Horizonte“, dem damaligen Politmagazin des ORF, etwa vergleichbar mit dem heutigen „Report“. Letztlich war es eine Sendung gegen den „Merker“, denn die damalige Kulturredaktion des ORF stand voll hinter Hilbert und gab dem „Merker“ die Schuld an der Negativstimmung. (Zitat H.S.S.).

10. Januar 2019
22:33
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toni
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Forumsbeiträge: 48
Mitglied seit:
7. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich finde es schon sehr erstaunlich wie man die Schenk Art zu inszenieren (gegrapsche) angreift und die heutige Art de Inszenierungen goutiert.

Jeder weiß natürlich dass es bei den Ketzerverbrennungen, z.B. Don Carlos schrecklich und grausam zugegangen ist, ich meine aber dass Andeutungen auf der Opernbühne  ausreichen. Es ist nicht notwendig mit dem Medium Film diebezüglich zu konkurrieren.

Der Sinn für Schönheit und Ästethik scheint immer mehr abzunehmen. Der Baron Ochs im Rosenkavalier muß heute natürlich als primitives sexsüchtiges Arschloch dargestellt werden, ist er aber nicht. Vielleicht ein bisschen verbauert am Land, aber immer noch Baron. Beispiele gäbe es noch viele.

Ich fürchte mich schon vor der neuen Lucia Inszenierung, ich kann mich fast nicht erinnern dass ich von einer Neuinszenierung sagen hätte können dass sie besser als die Alte war.

Mein erster Lohengrin war noch die Wieland Wagner Inszenierung, war nicht gegen das Werk, hat mir aber nicht besonders gefallen. Die nächste, ich glaube von Joachim Herz war gut, und dann ist es ja bis heute rapid bergab gegangen. Was uns heute als Lohengrin Inszenierung vorgesetzt wird ist ja eine absolute Zumutung und Lächerlichmachung. Usw.............

Das ist nur meine höchst persönliche und unwichtige Meinung.

10. Januar 2019
18:54
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Fanny
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Forumsbeiträge: 2
Mitglied seit:
5. Januar 2019
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HansLick2 sagt
im verlauf der schenk inszenierungsjahre pfropfte er vielen sängern und schauspielern sein gegrapsche, zappeln und getue auf und plötzlich waren die ottifanten geboren, auf den bühnen unterwegs.   

Danke, besser kann man die in Merkerkreisen so gerühmte Schenk'sche "Personenführung" nicht beschreiben. Er hat seit jeher Humor mit Klamauk und Theater mit Schmiere verwechselt und so manches Werk (ob Oper oder Drama) weit unter seinem Wert gehandelt. Seine Nestroyverar..........gen z.B. werde ich ihm nie verzeihen.

lg Fanny

10. Januar 2019
17:14
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 36
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19. November 2018
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Das war die berühmte " Schatten-Entführung " in Salzburg- dazu kommt, dass die Opernwelt den tragischen Tod von Wunderlich verarbeiten musste und Schreier im Vergleich nicht gut abgeschnitten hat.

10. Januar 2019
13:13
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 142
Mitglied seit:
14. März 2018
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1965 war in salzburg die triumphale entführung entstanden durch strehler, damiani.

hilbert wollte die zwei so bald wie möglich für wien, don giovanni bot sich an, davon blieb 1967 nur der bühnenbilder über und schenk kam dazu, schon damals nicht nur beliebt, auch  weil medien überpräsent. 

die 1968ger TV diskussion vermied jegliches musikalische thema, konzentrierte sich auf das merker hick hack, welches der endler förderte und auf die don giovanni zustände, schenk - inszenierung. löbl der damals auch gegen den merker wetterte war ein regelmässiger merker leser.

im verlauf der schenk inszenierungsjahre pfropfte er vielen sängern und schauspielern sein gegrapsche, zappeln und getue auf und plötzlich waren die ottifanten geboren, auf den bühnen unterwegs. 

10. Januar 2019
10:18
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Christine
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Forumsbeiträge: 21
Mitglied seit:
3. Oktober 2018
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Nach der Beschreibung von H.S.S. im heutigen Tageskommentar sieht das alles klarer aus. Als ich begann regelmäßig in die Oper zugehen, habe ich mir sehr oft auch den Merker gekauft. Und dann in der Nationalbibliothek frühere Ausgaben nachgelesen weil ich wissen wollte, wie Sängerinnen und Sänger beziehungsweise Aufführungen, die mir sehr gut gefallen haben, rezensiert wurden. Der Merker war ein vehementer Befürworter von Karajan und hat in seinem Nachfolger eine Art Verräter gesehen, das war zumindest damals mein Eindruck. 1963 fand eine Premiere von Don Giovanni unter Karajan statt (Inszenierung Oscar Fritz Schuh, Bühnenbild Theo Otto, beide waren sicher keine großen Aufreger) auch mit einer sehr guten Besetzung. Da war ein neuer Giovanni trotz guter Besetzung vermutlich ein No go wie man heute sagt. Franz Endler war zu Beginn seiner Journalistentätigkeit ein heftiger Kritiker von Karajan, das hat sich später total geändert. Das kam mir damals seltsam vor.

Was den Kommentar von Fanny betrifft: ich glaube, es hängt nicht nur mit der "damals war alles besser" Einstellung zusammen, sondern mit dem Ärger und der Enttäuschung des Merkers und des Stehplatzpublikums über den Abgang von Karajan und die Direktionsübernahme von Egon Hilbert. Damals fanden Aufführungen so statt, wie sie im Textbuch standen und im Opernführer nachzulesen waren. Das ist heute nicht mehr immer der Fall.

10. Januar 2019
10:09
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Chenier
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Forumsbeiträge: 267
Mitglied seit:
28. Februar 2018
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Da gebe ich Ihnen völlig recht, Fanny, diese Verklärung und Mythologisierung der Vergangenheit gab es schon immer. Nostalgie, Halo-Effekt oder was auch immer die Multiplikatoren sein mögen, diese Interpretation der Vergangenheit ist immer aktuell und leider mit der Abwertung der Gegenwart verbunden. Man macht sich mit dieser Einstellung das Opern-Leben nicht leicht, weil einem nichts gefallen darf, was sich aktuell auf der Bühne tut.

10. Januar 2019
0:20
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Fanny
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Forumsbeiträge: 2
Mitglied seit:
5. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Exakt diesen YouTube-Beitrag habe ich schon xmal als Argument gegen die in diesem Forum so inniglich gepflegte "Früher-war-alles-besser"-Mentalität angeführt (ohne dass ein einziges Mal darauf eingegangen wurde...), weil es doch die Absurdität dieser Haltung aufs schönste belegt: Was für Sie eine Traumbesetzung ist, ließ die damals vor Ort Befindlichen in nostalgisches Jammern ausbrechen, um wieviel besser doch die Besetzungen "früher" gewesen wären, und Otto Schenk galt damals vielen als Totengräber der hehren Opernwelt, wahrscheinlich, weil er als einer der Ersten verlangte, dass die cari artisti das, wovon sie so leidenschaftlich sangen, auch einigermaßen adäquat durch ihr Spiel ausdrückten. Das galt in den Sechzigerjahren tatsächlich als revolutionär, wurde doch da von den Sängern nicht mehr erwartet als "schön" (und möglichst laut) zu singen. Ich werde es nicht mehr erleben, aber ich wette, dass in 30 Jahren die ewig Rückwärtsgewandten - die es zu ALLEN Zeiten gegeben hat und geben wird - mit verklärten Blicken von den seligen Zeiten schwärmen werden, wo noch ein Bieito inszeniert und ein Kaufmann gesungen hat.

lg Fanny

9. Januar 2019
17:16
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Christine
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Forumsbeiträge: 21
Mitglied seit:
3. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Den Bericht auf You Tube über das Stehplatzgespräch im Jahr 1968 habe ich mit einigem Staunen verfolgt. Damals ging ich noch kaum in die Oper, aber ein Blick ins Archiv zeigt, dass es sich um die Don Giovanni Inszenierung von 1967 handeln muss. Die Besetzung mit Cesare Siepi, Erich Kunz, Peter Schreier, Gundula Janowitz, Sena Jurinac, Graziella Sciutti und Heinz Holecek war doch damals sicher eine Traumbesetzung. Erste Kräfte aus dem eigenen Haus und Siepi war damals der Giovanni schlechthin. Diese Inszenierung kenne ich allerdings nicht, aber Otto Schenk hat eigentlich immer sehr werkgetreu inszeniert. Was war der Skandal damals? Wer kann sich erinnern? Unter Rudolf Gamsjäger kam dann ein neuer Giovanni und der wurde zumindest in den Zeitungen heftig kritisiert. Da war ich bereits Opernbesucherin und hatte das Glück Siepi und Schreier von dieser Besetzung zu sehen und zu hören.

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