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Studie Theaterbesucher : Vielbesucher, Gelegenheitsbesucher, Nichtbesucher | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

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Studie Theaterbesucher : Vielbesucher, Gelegenheitsbesucher, Nichtbesucher
20. Juni 2022
10:12
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 309
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22. Januar 2021
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Zur Aufklärung: Ich hab mit dem Kurze Hosen - Apropos nur an Dr. Schmids Marginalie in seiner „Orfeo“-Rezension und die Bemerkungen im Tageskommentar angeknüpft, nix besonderes damit sagen wollen. Es war bloß die Beschreibung eines Vorgangs.

Natürlich finde ich ein Kommen und Gehen als äußerst, äußerst respektlos und unterstütze jede Maßnahme, Besucher während der Vorstellung nicht mehr einzulassen, außer bei Umbaupausen.

Zur Erklärung: Ich hatte am Aufführungstag einen Platz in einer bis dahin noch unverkauften großen bühnennahen Loge käuflich erworben, in der ich zunächst allein war, bis irgendwann im ersten Akt die Jugend auftauchte und im zweiten dann wieder verschwand. Da fällt dieses Kommen und Gehen kaum auf, weshalb ich mich fast nicht gestört fühlte.

Man geht doch mittlerweile in die Oper wie ins Kino, da wird sich kaum mehr was ändern. Horrorvorstellung: Es werden einmal Popcorn und Nachos verkauft. Ganz undenkbar scheint mir das ja nicht mehr zu sein…

20. Juni 2022
9:37
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Despina
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1. Mai 2022
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Ich denke, an die Herrschaften in Shorts und Herrgottsschlapfen werden wir uns gewöhnen müssen. Der Grund liegt meiner Meinung nach in der Preispolitik des Hauses. Die Karten sind sehr teuer und können ab September angeblich auch nicht mehr in Kommission gegeben werden. Man muss beim Kartenkauf also vorsichtiger werden und einfach später kaufen - oder man wartet gleich auf Verbilligungen, die es aus diversen Gründen immer öfter gibt und die von allen Kategorien von Opernbesuchern gern genutzt werden. Die Verantwortlichen befinden sich hier in einer Preispolitikspirale, die in mehrfacher Hinsicht gefährlich ist und der sie bald ein Ende setzen sollten.

Ich habe nichts gegen Besucher im Freizeitlook, aber mich stören die Besucher, die kurz mal vorbeischauen, ständig aus Handy starren, sich offensichtlich langweilen und tratschen - und die werden immer mehr, je mehr man sich gezwungen sieht, das Haus mit Billigstkarten zu füllen. 

20. Juni 2022
8:34
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Christine
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22. Januar 2021
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Lohengrin, da Dalmont schrieb "... in meinem Sitzumfeld" ging ich davon aus, dass es sich um Personen auf Sitzplätzen handelte. Er hätte sonst doch Stehplatzbesucher geschrieben. Aber vielleicht irre ich mich. Und ich schließe mich dem Beitrag von Chenier an.

19. Juni 2022
23:28
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Chenier
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28. Februar 2021
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Dalmont sagt

 

Übrigens - und weil es im Tageskommentar Thema ist - waren auch bei den „Puritanern“ junge Leute in kurzen Hosen in meinem Sitzumfeld: Sie tauchten irgendwann während der Vorstellung auf, mit der Bemerkung in amerikanischem Englisch, sie würden auch bald wieder verschwinden. Und so war es. Nach Elviras Arie waren sie futsch. 

Was wollen Sie uns damit sagen, Dalmont? Dass sich das Publikum an das abnehmende inszenatorische Niveau der WSO anpasst oder et vice versa? Die Staatsoper ist weder ein Fußballstadion noch die Tschaunerbühne, wo man vielleicht halt kurz vorbeischaut, salopp gekleidet, und dem Umfeld lautstark seine Motivation mitteilt. Diese Vorgangsweise ist eine grobe Unhöflichkeit und Respektlosigkeit den seriösen Besuchern gegenüber, die sich in Ruhe und störungsfrei die Vorstellung geben wollen.  

19. Juni 2022
20:17
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1046
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20. Januar 2021
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Es wäre interessant, wie diese Leute zu den Karten gekommen sind.

Kann es sein, dass Leute enfach Karten KAUFEN?

Ein Stehplatz ist billiger als eine Führung...........

19. Juni 2022
20:15
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Christine
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22. Januar 2021
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Dalmont, zu Ihrem ersten Absatz: Genau so habe ich es auch verstanden. 2. Absatz: Ich sehe kein Problem darin bekannt zu geben, ob einem etwas gefällt oder nicht. 3. Absatz: Ich sehe keinen Gegensatz zwischen unseren Meinungen. 4. Absatz: Es wäre interessant, wie diese Leute zu den Karten gekommen sind. Die wollten halt einmal in der Staatsoper sitzen, vielleicht um das ihren Eltern und Großeltern zu erzählen. Neue Opernbesucher werden so wohl eher nicht gewonnen werden. Letzter Absatz: Ja, das ist mir klar. Aus Kusej wird kein Regisseur mehr, der sich "in den Dienst eines Werkes" stellt. Er will ja die Werke berühmter aber verstorbener Künstler uminterpretieren und betrachtet sie dann als eigenes Werk. Was soll's, damit muss das Publikum leben. Die Kusej Tosca ist weg, die Wallmann Tosca ist noch immer da.

19. Juni 2022
19:05
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Christine, ich hoffe schon, dass Sie aus meinem Beitrag herausgelesen haben, dass ich die Aufführung – obwohl die bewussten „Koordinaten“ vorhanden waren – als nicht werkadäquat fand. Mehr noch, ich meinte, dass diese Aufführung die Oper als dramaturgischen Stumpfsinn desavouierte und Bellini als Simpel vorführte.

Ob mir persönlich etwas „gefällt“, kann ja keine ästhetische Beurteilungskategorie sein. Weshalb ich nie schreiben werde: hat mir nicht oder hat mir gefallen.

Ich erlaubte mir auch den Hinweis, dass es kluge Interpretatoren gibt, die kenntnisreich Bellini Ernst nehmen und Tiefenschichten der Oper freilegten. Was zu guten ästhetischen Lösungen (Danke Schusterklareh für den DVD-Hinweis) geführt haben soll, bei denen das zeitbedingte historistische Beiwerk jedoch keine Rolle spielt.

Übrigens - und weil es im Tageskommentar Thema ist - waren auch bei den „Puritanern“ junge Leute in kurzen Hosen in meinem Sitzumfeld: Sie tauchten irgendwann während der Vorstellung auf, mit der Bemerkung in amerikanischem Englisch, sie würden auch bald wieder verschwinden. Und so war es. Nach Elviras Arie waren sie futsch. 

Zu Ihrem Burgtheaterdirektor - "Kurier" - Interview - Hinweis: Im Fronleichnams – „Intermezzo“ auf Ö1 hat er sich 25 Minuten lang erklärt, auch zur „Tosca“. Man kann’s noch nachhören. All jenen, die ein Theater an der Wien – „Tosca“ - Trauma haben, ist das nicht zu empfehlen. Auch denjenigen nicht, die so genau wissen, wo’s lang zu gehen hat. Denn – ohne zu spoilern: Er hat auch in Zukunft nicht vor, ein Zeffirelli zu werden, auch keine Wallmann.

19. Juni 2022
14:03
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Christine
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22. Januar 2021
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Ich empfehle zu diesem Thema das Interview mit Martin Kusej im Kurier zu lesen. Frage: Sie schreiben nicht nicht meine Inszenierung sondern mein Stück. Wird ein Stück durch Ihre Interpretation zu ihrem Stück: Antwort: In gewisser Weise ja. Die Maria Stuart im Burgtheater ist auch "sein Stück".  Das trifft auch auf seine Tosca zu, die wurde auch "sein Stück". Ehrlich wäre also gewesen: Tosca von Martin Kusej nach einer Idee von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica zur Musik von Giacomo Puccini. Die Regisseure sehen sich also tatsächlich als Verfasser der Werke und nicht mehr als Interpreten.

18. Juni 2022
13:31
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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All das habe ich gemacht, was die Bücher betrifft, allerdings nur über Komponisten deren Opern ich gerne besuche.

....was selektive Rezeption nach sich zieht.............  Sie interessanten Neudeutungen zu stellen, scheint da nicht drin zu sein.
Anderen mangelnde Bildung zu unterstellen, gehört auch dazu, ist aber eher ein Zeichen für Engstirnigkeit.

18. Juni 2022
13:11
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Christine
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Dalmont, Sie schreiben:

Mein Beispiel: „Die Puritaner“. Ich habe die erste, verhatschte Aufführung der letzten Serie gesehen: Ich habe mich wie bei den Pradler Ritterspielen gefühlt (und etwas geniert, an so einem mediocren Spektakel teilzunehmen), usw.

Ich kann aus diesen Zeilen nicht herauslesen, dass Ihnen die Aufführung gefallen hat. Mein letzter Satz bezog sich nicht direkt auf Sie sondern auf die hier vorgebrachten Meinung, dass der Regisseur heutzutage wichtiger sei als der Autor eines Werkes. Zumindest deute ich einige Zeilen in diese Richtung.

Gurnemanz, Sie sind noch sehr jung, hatten möglicherweise keinen guten Deutsch- und Musikunterricht in der Schule und haben nie an der Universität Seminare oder Vorlesungen zu diesem Thema besucht oder Bücher gelesen, die sich damit befassen. All das habe ich gemacht, was die Bücher betrifft, allerdings nur über Komponisten deren Opern ich gerne besuche. Natürlich gehe ich mit einer Einstellung in die Oper, das tut ja jeder.

"Wenn man sich mit einer solchen Einstellung Opern anhört, ist Langeweile vorprogrammiert, weil man immer nur seine eigene Sicht bestätigt haben möchte". Wie kommen Sie auf diese Idee? Ich glaube, dass mir seltener in einer Opernaufführung langweilig war als Ihnen wenn ich Ihre Berichte über Aufführungen lese. Ihre Berichte finde ich übrigens interessant, auch wenn ich nicht immer die Meinung teile.

18. Juni 2022
13:01
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Gulliver
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23. März 2021
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Gurnemanz:

Mit dem Opernbesuch will man ja in keine "Wundertüte" gehen, in der man Zufälligkeiten begegnet. In Überhöhung eines reinen Wortdramas (Schauspiel) verfügt der Verfasser einer Oper, der Komponist über sehr weitreichende Instrumentarien, die seine Intentionen in  Musik, in Klang übertragen.

In einer Inszenierung, die sich gem. Dalmont "... Auslegung, Deutung, Erklärung, Interpretation eines Opernwerkes in musikalischer und szenischer Hinsicht,"  befleißigt, werden zwangsläufig aus den Klangräumen Emotionswelten erschaffen . Daraus folgt für Menschen mit Empathie ganz logisch eine empfundene Vorstellung in Emotionswelten.

Warum sollten die heute was mit mglw. historisch kognitiv verankerten Gedanken eines Komponisten zu tun haben. ES ist der Weltenzauber von Musik, den man erleben kann. Wie sollte man Bestätigung eigener Gedanken Sicht geben, wenn man musikalischen Gefühlswelten folgen kann und will.

Gedankliche Welten z.B. von Verdi oder Wagner sind ja bekannt - mglw. kann man assoziativ da etwas hineingeheimnissen - aber anschaulich finden sich politische oder menschenverachtende Gedanken als geschlossene Kompositon nicht.

Offensichtlich ist Ihnen diese Gabe nicht gegeben - so haben Sie dann ja auch Ihre empfundene Langeweile bestätigt.

18. Juni 2022
11:59
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Gurnemanz
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31. Januar 2022
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Christine sagt
Gurnemanz: Zum Unterschied von Ihnen kann ich mir bei vielen Werken vorstellen was deren Urheber den Menschen mitteilen wollte  

Ähm. Ich werde nie verstehen, wie man glauben kann, als Durchschnitts-Opernbesucher die Gedanken von Komponisten (die sind ja hier wohl mit "Urhebern" gemeint) im wesentlichen erfassen zu können. Wenn man sich mit einer solchen Einstellung Opern anhört, ist Langeweile vorprogrammiert, weil man immer nur seine eigene Sicht bestätigt haben möchte.

18. Juni 2022
3:27
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schusterklareh
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3. August 2021
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...die Stuttgarter Inszenierung ist auf DVD erhältlich ( Naxos, RATSAM ! )

Was Prof. Samuel Weber damit zu tun haben soll...ich konnte es nicht ergründen...  das MWV - triplet produzierte doch ...

18. Juni 2022
1:11
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 309
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine, ist der letzte Satz Ihrer Replique wirklich ernst gemeint? Oder wollten Sie mich etwas verscheißern, was ich Ihnen nicht einmal krumm nehmen würde?

Zum Puritaner-Beispiel: Sie dürfen sich natürlich meinen gesamten Beitrag so zustutzen, wie er zu Ihrem Vorverständnis passt und überzeugt sein, dass ich mitteilen wollte, diese Inszenierung hätte mir persönlich nicht gefallen. Ob Sie ihn da wohl einigermaßen richtig interpretiert, ausgelegt, gedeutet haben?

17. Juni 2022
19:40
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timtheotinn
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19. Januar 2022
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komme gerade aus dem Biergarten  - nach 2 Litern Bier will ich mich nicht mehr differenziert einlassen, bin aber sehr angetan, wie sich hier eine etablierte Diskussion entwicktelt, jenseits von persönlichen Animositäten. Insbesonder die Posiitionen von Dalmont, auf jeden Fall in den ersten 3 Abschnitten, den Rest muss ich morgen kapieren, trifft doch die Erwartungshaltung von uns allen!

Dalmont : genau dies sollte im Musiktheater geschehen

.... Auslegung, Deutung, Erklärung, Interpretation eines Opernwerkes in musikalischer und szenischer Hinsicht,

und das wäre fatal

...und für eine Reduktion auf eine unverbindliche Abendunterhaltung mit schönen Stimmen und schönen Weisen.

Die Beiträge von Chenier, Christine, MRadema796 halte ich hier für Näherungen, auch wenn anderes Grundsätzliches ausgedrückt wird.

Ich erinnere noch daran, dass der Treat in Ergänzung zum Besucherschwund-Thema von mir mit der Überlegung eröffnet wurde, ob Pandemie etc. tatsächlich eine Rolle spielt, nur Anlass nicht Ursache ist und ob schlechte Inszenierungen, von mir kolportier als "diese Regietheaterdinger",  ursächlich sein könnten. Dabei kenne ich einige Gute aus dieser Machart - jetzt hör ich lieber auf - hab morgen noch was zu sagen.

17. Juni 2022
19:00
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Christine
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22. Januar 2021
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Dalmont, was wollen Sie uns mit dem Beispiel dre Puritaner sagen? Dass Ihnen die Inszenierung von John Dew nicht gefallen hat? Das kann ja durchaus der Fall sein. Ich habe diese Oper vor langer Zeit gesehen, bald nach der Premiere, und war von sängerischen Leistungen sehr angetan. An die Inszenierung kann ich mich nicht mehr erinnern, das ist mir aber egal, Inszenierungen bleiben mir meist nur im Gedächtnis wenn ich sie als besonders schlecht empfand.

Gurnemanz: Zum Unterschied von Ihnen kann ich mir bei vielen Werken vorstellen was deren Urheber den Menschen mitteilen wollte, daher erübrigt sich das für mich nicht. Vielleicht haben Sie in der Schule nie von diesen Werken gehört. Ich schon! Den Satz "Außerdem sind Opernaufführungen der Gegenwart Opernaufführungen der Gegenwart und keine Huldigungen an Komponisten" verstehe ich nicht. Ich habe eine Opernaufführung, die ich nicht dem Regietheater zuordnen würde, nicht als Huldigung an den Komponisten empfunden. Einem Komponisten huldigt man vielleicht bei einem runden Geburtstag oder Todestag, aber doch nicht bei jeder Neuproduktion.

Warum der Regisseur wichtiger als der Komponist sein soll, erschließt sich mir nicht. Regisseure wären ohne Autoren oder Komponisten arbeitslos, umgekehrt ist das sicher nicht der Fall. Vor 100 Jahren hat man die Regisseure kaum erwähnt, Opern wurden aber aufgeführt. Ein nicht vorhandenes Werk könnte aber nicht inszeniert werden.

17. Juni 2022
14:46
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 309
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22. Januar 2021
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Die Diskussion zu diesem Thema hat wiederum genau die Richtung genommen, in die alle Diskussionen abdriften: den fast schon verzweifelten Kampf einiger weniger gegen Auslegung, Deutung, Erklärung, Interpretation eines Opernwerkes in musikalischer und szenischer Hinsicht, und für eine Reduktion auf eine unverbindliche Abendunterhaltung mit schönen Stimmen und schönen Weisen.

Muss heute wirklich noch darauf hingewiesen werden, dass in einem qualitätsvollen Kunstwerk sehr viele Schichten vorhanden sind, die sich freilegen lassen? Muss tatsächlich noch gesagt werden, dass in Kunstwerken vergangener Jahrhunderte Themen zu Sprache kommen, die auch heute noch Relevanz haben sollten, um von der Allgemeinheit bezahlte Aufführungen zu rechtfertigen? Und dass jeder Interpret (und Regisseur und Bühnenbildner sind ja auch Interpreten) diese mit zeitgemäßen ästhetischen Mitteln umsetzen wird. Muss man wirklich noch anmerken, dass es eine ganze Zunft von speziell ausgebildeten Fachleuten gibt, die sich „anmaßen“ dürfen, herauszufinden, was für einen Komponisten oder Autor vor 100 Jahren und mehr dieses eigentliche Thema war. Es ist eine mühsame Arbeit, aber sie wird geleistet und liefert oft erstaunliche Ergebnisse.

Für jemand, der ein Werk immer so sehen will, wie sie es bisher gewohnt war (bitte nicht für d a s Publikum sprechen), wird diese Arbeit ebenso vergeblich sein wie für jemand, der in Raum- und Zeitkkordinaten denkt, für den alle Personen definiert sind und ihr spezielles Psychogramm haben. Das so mir nix dir nix auf Anhieb sofort zu wissen, das kann einem nur unendliche Bewunderung abringen. Die Folge davon: ein autoritäres „Regie hat sich daran zu halten“.

Mein Beispiel: „Die Puritaner“. Ich habe die erste, verhatschte Aufführung der letzten Serie gesehen:

Ich habe mich wie bei den Pradler Ritterspielen gefühlt (und etwas geniert, an so einem mediocren Spektakel teilzunehmen): Der König geht zu Beginn zur Hinrichtung, der Henker hatscht mit abgehacktem Kopf zurück; etwas später steht ein rot gekleidetes Männlein in der Mitte der Bühne (Mörikes „Feuerreiter“ oder Webers Samuel). Schließlich trillert eine junge Dame aus dem Off, hüpft mit einem Schleier herein und herum, singt eine virtuose Polacca und verfällt bald darauf in Wahnsinn. Dazu immer wieder langhaarige Rockertypen, alles stockfinster.

Mit klugem Regietheater hatte das alles nix zu tun. Die „Zeit-Raumkoordinaten“ gab es, es gab sogar Charles I., historisch Bewanderte konnten optisch die königstreuen Cavaliers ausmachen. Das äußere Handlungsgerüst und oberflächliche „Psychogramme“ waren da.

Ich war überzeugt: So ein Simpel kann Bellini nicht gewesen sein, dass er diese wunderbare Musik an so einen absurden dramatischen Schmarrn verschwendete. Und ich schaute in Morabitos Buch Opernarbeit nach, ob er sich mit den Puritanern beschäftigt hatte. Es waren kluge Gedanken zu dem, was in dieser Oper gestaltet worden ist, zu lesen. Plötzlich erschien diese unsinnige Operngeschichte durchaus sinnvoll. In Stuttgart hat man diese Ideen mit gutem Erfolg umgesetzt, wie ich recherchierte. Allerdings ohne jeglichen optischen Verweis auf den englischen Bürgerkrieg.

17. Juni 2022
14:19
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Tetrarch
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12. April 2022
sp_UserOfflineSmall Offline

Lohengrin2 sagt
Die Verteufelung "der Regisseure" ist auch eine Respektlosigken gegenüber deren Arbeit.

  

Aber selbstverständlich doch. Wieso sollte ich auch Respekt vor jemanden haben, der im Don Pasquale das Verwenden eines Mixers als besonders hervorhebenswert hält?

17. Juni 2022
14:15
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 77
Mitglied seit:
31. Januar 2022
sp_UserOfflineSmall Offline

Chenier sagt
Im Libretto sind Zeit- und Raumkoordinaten eindeutig festgelegt

Ein häufiger Irrglaube. Nehmen wir als Beispiel "Il prigioniero" von Dallapiccola. Spielt im Zeitalter der Inquisition, aber wurde 1949/1950 uraufgeführt. Es ist anzunehmen, dass der Zweite Weltkrieg durchaus eine Rolle für die "Zeitkoordinaten" spielt. Anderes Beispiel für die "Raumkoordinaten": Puccinis "Turandot" muss überhaupt nicht in China spielen, denn China hat für den Gehalt der Erzählung gar keinen Sinn. Oder: Strauss' "Elektra" ist keinesfalls "eindeutig" in der Antike verortet, weil sich Hofmannsthal im Vergleich zur Sophokles-Vorlage weitreichende Änderungen erlaubt (so ist Elektra bei Strauss und Hofmannsthal eindeutig aufgrund sexuellen Missbrauchs an ihren Vater gefesselt; wovon bei Sophokles keine Rede ist, dort gibt es in Vers 1196 nur einen kleinen Hinweis auf Gewalt durch ihre Mutter). Solche Beispiele könnte man unzählige bringen.

Chenier sagt
die Regie hat sich daran zu halten und das umzusetzen

Sagt wer? Dass dem nicht so ist, beweisen täglich viele Regisseure weltweit.

Christine sagt
Die Aufgabe eines Regisseurs kann es aber nicht sein ein eigenes Werk zu schaffen sondern das vorliegende Werk im Sinn von dessen Urheber auf die Bühne zu bringen.

Weil es keine Hellseher gibt und wir daher nie wissen werden, was der "Sinn" der Urheber des "Werkes" ist, erübrigt sich dieses Argument. Außerdem sind Opernaufführungen der Gegenwart Opernaufführungen der Gegenwart und keine Huldigungen an Komponisten.

Chenier sagt
Der Spielraum der "Mehrschichtigkeit" besteht dann darin, dass man den Protagonisten grüne, blaue oder rote Gewänder verpassen kann oder die Engelburg rechts oder links auf der Bühne steht.

Glücklicherweise nicht, sonst würde eine SEHR langweilige Opernwelt entstehen.

Fazit: Es geht den hiesigen Diskutanten NUR (!) um das Beibehalten von gewohnten Traditionen. Um nichts anderes, und schon gar nicht um den "Komponistenwillen", denn dann frage ich mich, wieso nicht eingefordert wird, dass auf historischen Instrumenten gespielt wird?!

17. Juni 2022
13:51
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Alle Personen behalten ihren CHARAKTER, darauf kommt es auch in Inszenierungen an, ob in Krinoline oder Jeans.............

Wenn z.B. in Andrea Chenier, die Frisur nicht einmal im Gefängnis leidet, der Hemdkragen jederzeit blütenweiss und frisch gebügelt ist, hat der Regiseur das Stück nicht verstanden.

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