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Schon wieder gesperrt!
29. Juni 2020
13:30
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Amfortas
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25. Oktober 2019
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@dalmont

vielleicht kann Amfortas seine Thesen Drosten und all den anderen, die er für inkompetent hält, vorlegen

Der Diskurs, den Sie sich dadurch erhoffen, findet längst statt. Unterhalten Sie sich mit Menschen vom Fach und Sie wissen, was ich meine. Allerdings findet die Diskussion nicht in den Massenmedien statt, wo um so weniger über Covid-19 berichtet wird, je stärker die Erkenntnisse darüber anwachsen. Das Thema wird bald ganz verschwinden, wie bei den bisherigen epidemiologisch bedingten Weltuntergängen auch, nachdem man festgestellt hatte, dass die Hysteriker falsch lagen. Bei BSE, Vogelgrippe, Schweinegrippe usw. war es ganz gleich. Wer weiß schon, dass die einst von Drosten & Co. als höchst gefährlich eingestufte Schweinegrippe sich nach ein paar Monaten als geradezu harmloser Influenza-Erreger herausgestellt hat, und die Impfstoffe, mit denen Drosten & Co. sich eine goldene Nase verdient hatte, auf Sondermülldeponien gelandet sind? Kaum einer - denn hätten ORF, ZDF, Kronenzeitung usw. davon berichtet, hätten sich diese Medien ja auch die Frage gefallen lassen müssen, wieso sie selbst so kräftig zur Hysterisierung der Bevölkerung beigetragen haben. Dabei erübrigt sich diese Frage ohnehin, weil man als halbwegs gebildeter Mensch natürlich weiß, dass Massenmedien von der Verbreitung schlechter Nachrichten leben, die unsere Aufmerksamkeit binden, und es völlig bedeutungslos ist, ob diese Nachrichten der Wahrheit entsprechen oder nicht.

So ist zu erwarten, dass Bhakdi vielleicht bald in Gesprächsrunden der so verachteten öffentlich-rechtlichen Anstalten auftaucht

Bhakdi versucht seit Monaten, in solche Gesprächsrunden zu kommen - vergeblich. Selbst seine Homepage auf der Uni Mainz wurde gelöscht, seine Beiträge auf Youtube sowieso. Was Bhakdi zu sagen hat, passt leider so gar nicht in den medialen Mainstream. Deshalb meiden ihn die öffentlich-rechtlichen Medien wie der Teufel das Weihwasser. Es würde mich nicht wundern, wenn man seine Bücher genau so verbrennt wie vor ein paar Jahren die Bücher von Thilo Sarrazin. Selbst der renommierteste Virologe weltweit, Prof. John Ioannidis, wird von den Journalisten konsequent ignoriert. Denn wo kämen wir denn hin, wenn man einfach so die Wahrheit sagen dürfte? 😉

Es bleibt dabei: Wenn die Oper einen irreversiblen Schaden davonträgt, dann nur deshalb, weil der Widerstand gegen Regierungsmaßnahmen, die massiv in unser kulturelles, wirtschaftliches und privates Leben eingreifen, viel zu gering war. In Ländern wie Südkorea, Japan oder Schweden, in dem die Bürger offenbar mündiger sind und den Wert einer liberalen Gesellschaft eher zu schätzen wissen als wir, wären solche Entwicklungen unmöglich gewesen. Jeder, der den Corona-Schwachsinn ernst nimmt, trägt eine Mitverantwortung an den Kollateralschäden - und damit auch an den Schäden im Kulturleben.

@Christine

Hier prallen Meinungen aufeinander und es wird keine einheitliche Meinung dazu geben. Aber warum darf das nicht sein?

Die Einführung autoritärer Politik verträgt sich nicht mit offenem Meinungsaustausch. Kurz bezeichnet seine Kritiker als "dumm", Nehammer als "Fall für die Polizei", Anschober als "Lebensgefährder". Einer der Moderatoren tut sich als Verteidiger des politisch korrekten Mainstreams hervor und missbraucht seine Stellung dafür, anderen das Reden zu verbieten. Eine vernünftige Antwort, warum er sich so verhält, werden Sie nicht bekommen. Nur so viel ist klar: Wer die Entwicklungen der letzten Monate gutheißt, wird es nicht zulassen wollen, dass andere sie kritisieren.

29. Juni 2020
9:30
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Chenier
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28. Februar 2018
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Das mag schon stimmen, alcindo, eine Art Traumatisierung, aber dalmonts Stehsatz "Oper wird nicht überleben" konnte ich so nicht stehen lassen, weil diese Aussage an Schwachsinn grenzt. Und die Folge- und Kollateralschäden treffen alle mit voller Wucht, nicht nur die Oper, beispielsweise auch andere Kulturbereiche, den Tourismus, den Flugverkehr oder den Profifußball, doch auch die werden das überstehen, auch wenn sie derzeit schwere Schlagseite haben. Ich war unlängst im KHM und überrascht, wie intensiv und angstfrei das Angebot auch ohne Touristen angenommen wird. 

29. Juni 2020
0:42
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alcindo
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27. Februar 2018
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Chenier, solange es keine wirksame und risikolose impfung oder ein gutes und billiges heilmittel gibt  kann es zu keiner situation wie frueher kommen. wenn Sie bereit sind das risiko einzugehen, ok, aber sehr viele werden anders denken;    warten Sie jetzt auf rebounds und mutation und dann werden wir weiter sehen. darf ich Ihnen ein kleines beispiel geben: im jahr 1998 gabe es auf der insel Faial auf den Azoren ein grosses erdbeben, alles ist wieder aufgebaut, es hat, ich glaube,  nur 1 oder 2 tote gegeben...aber nichts ist wie vorher, und das aus verschiedensten gruenden. subventionitis, fremdarbeiter zur rekonstruktion, diese zt zweifelhafter herkunft.  ich kenne diese insel seit 1984 und verbringe jedes jahr einige monate dort.....wie gesagt es gibt fuer mich und viele die zeit vor und die zeit nach dem erdbeben.......da glaube ich wird die auswirkung von corona staerker als die des erdbebens sein.....aber wir werden  - hoffentlich - lernen mit der neuen situation zurecht zu kommen,  nur auf stehplatz wuerde ich z b  nie wieder in die oper gehen;  warten wir ab, vielleicht werden diese aufgelassen.

28. Juni 2020
23:27
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Chenier
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Forumsbeiträge: 789
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28. Februar 2018
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"Oper wird nicht überleben. Covis-19 hat ihr den Todesstoß versetzt. Wir Alten trauen uns nicht mehr in die Oper zu gehen, der Stehplatz war schon seit einem Jahrzehnt ganz eigenartig, Touristen können nicht kommen, und was die Jungen denken: Hat das den Merker jemals interessiert (ob Online oder Print?)."

Das ist natürlich alles blanker Unsinn, oder war das als Persiflage gedacht? Oper wird auch diese Belastungen und Einschränkungen überstehen und vielleicht einen kleinen Quantensprung nach unten machen. Mehr Ensemble, weniger Internationalität, Einschränkung des Starrummels und hoffentlich auch wieder Normalität bei (teuren, aber sinnbefreiten) Inszenierungen (des sogenannten "Regietheaters)".

Ich als 70+ scharre in den Startlöchern und harre ohne Angst zukünftiger Aufführungen. Musikverein mit 99 Gleichgesinnten schon abgehakt, demnächst kommt das Konzerthaus dran, dann Grafenegg und Salzburg und aller Voraussicht nach ab September wieder die WSO. "Fürchtet euch nicht", dalmont, als Motto, v. a. bei solchen Irrationalitäten. Volle Hosen, dalmont, riechen streng und das ist für andere höchst unangenehm.

Und um den Nachwuchs beim Opernpublikum mache ich mir schon gar keine Sorgen.

28. Juni 2020
15:17
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alcindo
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27. Februar 2018
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zu #14  caro Dalmont:  das Val Badia habe ich 2 mal besucht, einmal kurz nach der matura, einer meiner jesuiten war von dort und hatte primiz, und ein 2.mal sang eine freundin von mir in Bozen die Butterfly, da war ich mit auto da und bin quer wieder ins Gadertal gefahren...das war wunderschoen.  

fur mich ist die handlung einer oper eigentlich von bitte - scusami - 2rangiger bedeutung. wichtig ist mir die umsetzung in der musik und vor allem in der gesangsstimme im direkterlebnis. die Fledermaus in Salzburg habe ich gesehen - es ist eines der stuecke, die ich aus verschiedenen gruenden sehr gut kenne - ich habe es schrecklich gefunden. die musik sagt etwas anderes als das was man sah, und wenn Strauss so etwas und in dieser art sehen wollte, haette er wahrscheinlich eine andere musik geschrieben....das erinnert mich jetzt an den Franzi Heller, der das beisl vom Rosenkavalier in die wueste setzt und eigentlich auch schickt.  in der Fledermaus kommt es ja nicht zu den ratten, im letzten moment schlaegt die turmuhr und " meinen hut, meinen stock..." Kratzer hat den Tannhaeuser eigentlich zu einer komischen oper gemacht, es war sehr geistreich und gut gemacht, aber es war ein anderes stueck...eines das ich auch ziemlich gut kenne. wenn Wagner Kratzer geahnt haette ,haette er andere worte gefunden " blick ich umher "und folgendes waren laecherlich und sicher auch eine andere musik geschrieben. die Gilda laesst sich erstechen, weil sie ihren "vergewaltiger", liebt schwer enttaeuscht ist und glaubt so nicht mehr leben zu koennen...usw wie Desdemona,... in Spanien war die oper schon in den jahren seit 1970 also die zeit, die ich kenne, da und auch mit grossen namen verbunden. Franco mochte die oper nicht, deshalb hat es ihn auch nicht interessiert, das teatro Real wieder in schwung zu bringen, es gab das Teatro de la Zarzuela, und dort sangen in jeder temporada grosse namen wie Caballe, Kraus, Bumbry, Taddei, Boris Christoff, aber eigentlcih fast immer mit einem eher populistischem programm. ganz am ende ihrer karriere sang Leonie Rysanek in Madrid die Kuesterin und 1.akt Walkuere und hatte dort einen ungeheuren erfolg, in der Jenufa wurde die pause 2-3 akt praktisch durchapplaudiert. Teatro Sao Carlos hat die tradition der reichen buergerfamilien, die natuerlich hie und da in die oper gehen muessen, zb keine stehplaetze und hatte viele jahre fast nur 2. und 3.wahl an saengern zu bieten.  nur eines positives: die eigenen portugiesischen saenger kommen nicht zu kurz: keine partie im 2.oder 3.fach wird mit strangeiros besetzt, da kommen die eigenen leute zum zug...in der WSToper gibt es ja noch kaum jemand, der halbwegs auf Deutsch singen kann, die letzten streams haben das sehr deutlcih gemacht. was ich hier ueber die saenger des 2. und 3.faches sage gilt genauso fuer Madrid und Barcelona.

caro dalmont, ich bin zwar oft nicht Ihrer meinung, habe mir aber oft gedacht, schade, dass ich nicht al vivo mit Ihnen streiten kann

mit gruss alcindo

27. Juni 2020
21:41
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michael koling
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17. Juni 2018
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@14

Geschätzter dalmont,

ich gehöre zu jener (vielleicht seltenen) Spezies von Opernfreunden, die nicht wegen eines Stars ein Haus besuchen oder mehr oder weniger weite Fahrten auf sich nehmen (meine bevorzugten SängerInnen fallen mit einer Ausnahme, die sich aber von der Opernbühne verabschiedet hat, nicht in diese Kategorie). Die "Boheme" unter Kleiber mit Freni und Pavarotti war ohne wenn und aber selbstverständlich hörenswert. Aber wir haben in Wien wunderbare Repertoireabende dieser Oper mit Aragall und Pilou erlebt, die von vergleichbarer Qualität waren, ohne dass deshalb die Besucher (man verzeihe mir jetzt diesen - zugegeben - vulgären Ausdruck) in Orgasmen verfallen sind.

Und was der erwähnte Andre Schuen betrifft. Ich habe ihn erstmals vor einigen Jahren in Graz in einer Operette ("Gasparone") gehört; da hat er mir gefallen, aber mich nicht vom berühmten Sessel gerissen. In der Zwischenzeit gehört er zu jenen SängerInnen, die ich in meine Reisepläne aufnehme. Seine "Schöne Müllerin" bei der Schubertiade vor zwei Jahren war ein Erlebnis. Und ich freue mich (bei aller sonstiger Kritik am neuen Operndirektor, dass er in der kommenden Saison relativ häufig an der Staatsoper zu hören sein wird/soll.    

27. Juni 2020
13:51
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Christine
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Dalmont, wieso glauben Sie dass es die Oper in Zukunft nicht mehr geben wird?

Oper wird nicht überleben. Covis-19 hat ihr den Todesstoß versetzt. Wir Alten trauen uns nicht mehr in die Oper zu gehen, der Stehplatz war schon seit einem Jahrzehnt ganz eigenartig, Touristen können nicht kommen, und was die Jungen denken: Hat das den Merker jemals interessiert (ob Online oder Print?).

Ich hoffe sehr, dass es bald wieder normale Vorstellungen geben wird, die Oper hat ja andere Seuchen und zwei Weltkriege auch überlebt. Ich verstehe nicht ganz, was die Zukunft der Oper mit dem Verhalten von Gilda zu tun haben könnte. Es gibt in vielen Opern für mich nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen der Figuren, das trifft auch auf Theaterstücke zu. Es hat mich bei einer guten Besetzung nie gestört, weder als 20 Jährige noch heute.  Und in der Oper gibt es ja die Musik! Mit einem intelligenten Text und einer für mein Empfinden nicht hörenswerter Musik, fange ich nichts an wenn ich einen Opernabend erleben will.

Junge Leute gibt es im Merker auch, z.B. Gurnemanz.

Was sie über den Stehplatz schreiben, habe ich auch schon gehört. Da gehe ich schon lange nicht mehr hin, kann es daher aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Früher war es schön dort! Wenn dem nicht mehr so ist, ist es vielleicht nicht schade wenn er zumindest vorläufig geschlossen bleibt.

27. Juni 2020
12:51
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prof.ON-DO
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27. Mai 2020
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netter versuch (profondo , eh -wie immer ! ) - ABER WIE GEHT CORONOPERA ???????????????????????????????

27. Juni 2020
10:55
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dalmont
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Nachtrag

 

Alcindo, man kommt ganz durcheinander, wenn man so lange von seiner Herkunft weg ist: Die Badiotten sind natürlich Südtirolerer. Nehmen Sie mich einfach als Walsch(oder Welsch)tiroler.

27. Juni 2020
10:22
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dalmont
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28. Januar 2019
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Alcindo, wir werden jetzt bald beide ob unserer „Schwänke aus unserem Leben“ verbal geprügelt werden.

Ich hoffe sehr, dass Sie Ihre badiottischen Freunde auch einmal besucht haben. Es ist ein wunderschönes Tal, und wenn ich mich nicht irre, ist auch dieser so ernsthafte Sangeskünstler André Schuen ein Badiotte!

Ich akzeptiere Ihren Standpunkt und bin ja auch selbst mein eigener Widerspruch: Die von Kleiber dirigierten „Bohème“-Vorstellungen mit Freni und Pavarotti in der Zeffirelli-Inszenierung in Wien können kaum mehr übertroffen werden. Aber die in den 80ern und 90ern Geborenen können mit meinen Erinnerungen nix mehr anfangen.

Ich weiß allerdings, dass uns von Monteverdi bis heute die Komponisten (mit ihren Mitstreitern, alles Männer) etwas sagen, was auch mit meinem Leben zu tun hat. Wie es auch Aischylos, Shakespeare oder Lorca und der von mir so geschätzte Pessoa tun.

Reich-Ranicky hat einemal im Fernsehen auf seine unvergleichliche Art gezuzelt: Worum geht’s in der Literatur? Um Liebe und Tod (und Macht tät ich hinzufügen). In der Oper ist es nicht anders.

Der arme Francesco Maria Piave wird bis heute verlacht, verbal geprügelt und getreten. Verdi hat schon gewusst, warum er ihn wählte, und seine Texte sind bei Gott nicht so blöd, wie man sie hinstellt. Als man „Rigoletto“ mit Pavarotti an Originalschauplätzen drehte, war es jedoch ganz besonders peinlich, denn Verdi ging’s nicht darum, den Mincio auf der Bühne zu sehen.

Wir werden uns in den Erwartungshaltungen, was Oper anlangt, nicht treffen (wiewohl ich wunderbar musizierte Vorstellungen überaus schätze).

Die Salzburger „Fledermaus“ habe ich gesehen, sie hat mich um teures privates Geld (nicht alle Merker-Skribenten können das von sich sagen) mit all den inszenatorischen Assoziationen überfordert (sie hat ja auch zu einem Gerichtsverfahren geführt), aber sie hat den Finger in eine bis heute offene Wunde gelegt: die des Missbrauchs minderjähriger Mädchen (der ‚rats de ballet’), von dem die älteren Herren Eisenstein und Falke sabbernd träumen (und der erstgenannte auch fröhlich seine Angetraute betrügen will).

Stellen Sie sich nie die Frage, warum sich Gilda abstechen (oder Desdemona erwürgen) lässt? Sie singt sehr schön „Lassu in cielo...“ Aber warum macht sie das für den offensichtlichen Vergewaltiger? Warum wählte Verdi für ihre Klage e-moll?

Warum sucht die Merker Community nicht das Gespräch mit Tobias Kratzer, der 1980 geboren wurde. Für selbige Merkerer – Altersdurchschnitt nehme ich an 70+ – ist er ein Gottseibeiuns!

Fragen Sie sich nie, was können 40jährige mit Oper anfangen? Wollen Sie Kratzer nie fragen, was liest dieser junge Mann aus Wagners „Tannhäuser“ heraus, wollen Sie darüber hinaus vielleicht auch gar nicht wissen, was 40er denken? Ich schon.

Peter Gelb weiß, dass das Opera Business, wie es praktiziert wurde, tot ist und hat bis Ende des Jahres alles gecancelt.

Oper wird nicht überleben. Covis-19 hat ihr den Todesstoß versetzt. Wir Alten trauen uns nicht mehr in die Oper zu gehen, der Stehplatz war schon seit einem Jahrzehnt ganz eigenartig, Touristen können nicht kommen, und was die Jungen denken: Hat das den Merker jemals interessiert (ob Online oder Print?).

Bayreuth wird bleiben (Kathi sei Dank!). Aber alles andere? Die Madrider Oper, Alcindo, ist ja noch nicht so lange präsent, war es vielleicht erst der spitzzüngige Belgier, der ihr Bedeutung verlieh. Warum das Teatro Sao Carlos nur unter ferner verläuft, Alcindo, Sie könnten es uns vielleicht sagen.

Möglicherweise haben Sie auch eine Antwort auf meine Frage: Warum haben Portugal und Spanien nie in der Oper eine Rolle gespielt?

Alcindo, machen wir uns doch nix vor: Oper, so wie sie vor einem Jahr war, wird es nimmer geben. Denken wir über die Zukunft nach und hoffentlich sind auch Groissböck und seine Merker-Bejubler an dem Nachdenkprozess dabei.

27. Juni 2020
7:30
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alcindo
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poi caro amico del Trentino: enscenacao ist vielleicht etwas korrekter, , sowie auto und wagen oder inszenierung und spielleitung.  tut mir leid, wenn ich Sie enttaeusche, aber mir geht es in der oper vor allem um das erlebnis der menschlichen stimme im raum ohnen technische hilfsmittel und um die musik. und da ich gut Deutsch verstehe, und natuerlich auch Italienisch muss ich mich bei gewissen inszenierungen aergern, weil der gesungen text nicht mehr passt..."abasso le spade" und es gibt nur bierflaschen, etc....

saluti alcindo, chi ha amici nel Val Badia

27. Juni 2020
2:05
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dalmont
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ad 6)

Alcindo, jetzt haben Sie mich etwas enttäuscht. Sie haben sich aus meinen Zeilen nur das herausgeholt, was Ihrem gosto entspricht. Auf die wesentlichen Themen sind Sie nicht eingegangen. Man muss sich nur die zwei Bände, die die Briefe zwischen Verdi und Boito enthalten, durchlesen, um zu erfahren, worum es Verdi ging, oder den diesbezüglichen Puccini-Band, oder das was Hofmannsthal und Strauss einander zu sagen hatten.

Ich bin übrigens kein Südtiroler, meine Herkunft ist aus einem deutsch-italienisch-ladinischen Grenzgebiet knapp hinter dem Jouf de Ciareja, und etwas vor der Straße, die ins Primörtal führt, entfernt. Das ist aber schon im Trentino.

Und zuletzt: Ich habe „montagens“ aus dem Kontext auch als Inszenierung gedeutet, aber ich frage mich, warum das Teatro São Carlos dafür das Wort Encenação bei den jeweiligen Werken verwendet?

27. Juni 2020
2:01
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alcindo
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caro Dalmont Sie schreiben:    ein grandioses Werk (und die dahinterstehenden Gedanken) der Vergangenheit für mich heute Lebenden in meine Sprache zu übertragen. Nix anderes wollte ich mit der Analogieziehung andeuten. Bei Operninszenierungen ist es wohl nicht anders.

da liegt ja das problem...bei diesen RTinszenierungen versucht man vergangene werte in die heutige wertigkeit zu bringen, nur der text und die musik ist nnoch immer dieselbe wie 1840 oder 1820  und da machen halt viele nicht mit, weil dann das libretto oft zur parodie wird.  wenn Sie eine alte frau noch so stark schminken bleibt sie doch immer eine alte frau.........

27. Juni 2020
1:38
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dalmont
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ad 8)

Prestuplenije i nakasanije hat nie was anderes als Verbrechen und Strafe geheißen. Schuld und Sühne vina i iskuplenije ist eine Interpretation mit religiösem Fokus, der damaligen Zeit geschuldet, möglicherweise gewählt, weil man Dostojevskis enger Beziehung zur Religion Rechnung tragen wollte. Das ist allerdings Spekulation. Jedenfalls erhielt der gesamte Text Dostojevskis durch den Titel „Schuld und Sühne“ einen ganz eigenen Drall, den die Neuübersetzerin weggeräumt hat. Wie der „Ulysses“ von Goyert übertragen was anderes ist als der von Wollschläger. Beides Versuche, ein grandioses Werk (und die dahinterstehenden Gedanken) der Vergangenheit für mich heute Lebenden in meine Sprache zu übertragen. Nix anderes wollte ich mit der Analogieziehung andeuten. Bei Operninszenierungen ist es wohl nicht anders.

27. Juni 2020
0:48
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dalmont
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ad 7) Bitte um Vergebung für meine Unaufmerksamkeit. Bei den Büchern, die ich gerade über die jugoslawischen Bürgerkriege gelesen haben, drängte sich bei Niklaus Vogel der Sohn von Gertraud Jesserer und Peter Vogel dazwischen, der 91 so tragisch in Laibach zu Tode gekommen ist und dessen Schicksal mich sehr bewegt hat. Und da kam der Nikolaus Vogel heraus, wiewohl der Filius nur Nikolas hieß. 

26. Juni 2020
22:23
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Chenier
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"Verbrechen und Strafe" statt "Schuld und Sühne": Bleibt da nicht das Prinzip Mutmaßlichkeit auf der Strecke, dalmont? Und sprechen Sie so perfekt russisch, dass Sie die unterschiedlichen Nuancen richtig interpretieren können? ich habe beides gelesen, würde aber eine Bewertung als Anmaßung meinerseits auslegen, in aller Bescheidenheit.

26. Juni 2020
22:16
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niklausvogel
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Schopenhauer mag abhüten! Danke Nikolaus Vogel für den Hinweis auf die „Eristische Dialektik“, die Lecture gestern Nacht war sehr aufschlussreich!

sie erwähnen die meistersinger und schreiben meinen vornamen falsch??? dzdzdzCry

gruß,nicki

26. Juni 2020
21:27
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alcindo
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caro amico del Alto Adige: montagem bedeutet inszenierung...auf spanisch montaje....Wir werden uns wahrscheinlich auf vielen ebenen nicht finden, zb meine ich, dass der grosse opernkomponist vor allem fuer gute saenger und musiker und nicht fuer Neuenfels, Kratzer oder Konwitschny  und aehniche seine opern geschrieben hat...und diese ueberdauern ja dann die zeit, viele dieser RTinsz sind extrem kurzlebig, weil entweder schlecht oder unpraktikabel, auf jeden fall finanziell meist eine  zweifelhafte investition. auch meine ich ich, dass gewisse anweisungen, die komponisten in die partitur schreiben sinn machen und respektiert werden sollten...da meine ich nicht, dass die kirche rechts und die schenke links ist.......und dass ouverturen und zwischenspiele von den komponisten nicht ersonnen wurden um inszeniert oder choreografiert zu werden. auch finde ich es unangepasst, eine der guten alten insz wie die Butterfly durch eine broadwayproduktion zu ersetzen, wo es soviele wirklich schlechte insz, die 10 - 20 jahre alt sind gibt.

com os meus cumprimentos

26. Juni 2020
20:43
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dalmont
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28. Januar 2019
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Nachtrag zum Thread "Das Lesen der Journale II"

 

Alcindo, eine Direktantwort auf Ihre portugiesischen Zeilen in „Das Lesen der Journale II“ war mir nicht mehr gestattet. Es tut mir leid, denn ich empfinde es auch als Gebot der Höflichkeit, zu antworten, wenn ernstzunehmende Kommentare zu meinen Auslassungen zu lesen sind, umso mehr, als sie in meinem zuletzt (leider nur passiv) erworbenen Idiom an mich gerichtet wurden. Was da jetzt passiert, erinnert mich sehr an die Zeit, die ich Theaterstücke und Libretti aus dem 19. Jahrhundert lesend im Zensurarchiv in der Herrengasse verbracht habe. Die Anmerkungen in den Texten damals unterscheiden sich wenig von dem, was hier vor sich geht.

Das von Ihnen angeführte Mäzenaten- und Sponsoren(un)wesen scheint ja das große Problem der Met zu sein. Ich will nicht so weit gehen und sagen, dass alle Mezäne das Geld nur für eine große Gala-Premierenparty mit einleitender Abendbehübschung verwendet sehen wollen. Es gibt sicher auch andere, an zeitgemäßer künstlerischer Interpretation interessierte. Diese sind jedoch sicherlich in der Minderheit.

Denn nach einer Chéreauschen „Elektra“ lässt es sich halt weniger glittern als im Talmi der NYer Zeffirelli „Turandot“.

Das „Mäzenatentum“ erinnert mich an die Praxis in vorrevolutionären Zeiten in manchen Opernhäusern, in denen die Fürschten in ihren Logen allerlei Dinge getrieben haben, angefangen vom Fressen und Saufen, und dem, was auf der Bühne passierte, nur von Zeit zu Zeit Aufmerksamkeit schenkten.

Was sich auf einer Bühne abspielt , muss nie nach meinem „gosto“ sein (wie ich das Wort montagens in Ihren Zeilen genau übersetzen soll, weiß ich nicht und eine Diskussion im LEO wollte ich auch nicht deshalb starten). Ich schätze eine gesellschaftliche Kommentarfunktion der Kunst, die möglichst alle Gruppen der Gesellschaft erleben können sollen, so sie wollen, und diese zu fördern ist eine öffentliche Aufgabe, ebenso wie allen die bildungsmäßigen Voraussetzungen zu ermöglichen, diese Kunstwerke schätzen zu können. Unser Manichäer wird mir wieder das sattsam bekannte L-Wort um die Ohren schlagen, sei’s drum.

Um diese Kommentarfunktion der Kunst erfüllen zu können, bedarf es lebender Künstler, die diese Kunstwerke der Vergangenheit, vor allem das, was die Autoren uns sagen wollten, interpretieren und mit zeitgemäßen Mitteln für uns verständlich darstellen.

Um ein Beispiel aus einer anderen Kunstsparte anzuführen: Wer Svetlana Geiers Neuübertragungen von Dostojewskis Romanen mit den Erstübersetzungen in deutscher Sprache vergleicht, wird wissen, wie das von mir gemeint ist.

Ich bin übrigens nicht so vermessen, dass ich meinen persönlichen Geschmack zur Grundlage ästhetischer Urteile nehmen würde.

Und nochmals zu den Mäzenen: Wer erinnert sich nicht noch an den Finanztycoon Alberto Vilar (dessen großer Gegenspieler bekanntlich ein Immobilientycoon namens Donald Trump war), der die ganze Opernwelt – wohl auch die MET – beglückte, bevor er für fast ein Jahrzehnt wegen großer Finanzgaunereien in den Häfen verschwand. Und hat selbiger nicht Salzburg wegen der Neuenfels-„Fledermaus“, die ihm nicht gefiel, sofort die Rute ins Fenster gestellt? Klar, dass gestrauchelte Spekulanten keine gesellschaftliche Kommentarfunktion der Kunst wollen.

Zum zweiten Teil Ihrer Antwort hätte ich zwar schon etwas zu erwidern, unterlasse es jedoch, damit der Obermerker nicht wiederum in seinem Gemerk die Kreide so oft bemühen muss, damit dann die „Meister“ (bis auf zwei) das „versungen und verthan“ herauschleudern können. Die Hoffnung stirbt zuletzt: Die „Meistersinger“ haben ja danach noch zwei schöne Akte.

26. Juni 2020
20:27
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alcindo
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Forumsbeiträge: 506
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27. Februar 2018
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LIEBE CHRISTINE, bitte lesen Sie meinen beitrag AMFORTAS UND DAS CORONAVIRUS.....dort sind vor allem die letzten saetze fuer den OESTERREICHISCHEN STEUERZAHLER interessant

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