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Rusalka in der Wiener Staatsoper
21. November 2018
9:21
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Schnabl
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Forumsbeiträge: 8
Mitglied seit:
23. August 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Chenier - wir sind uns aber schon einig, daß Rusalka von Dvorak ist......

und Janacek halte ich für einen der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts; auch wenn Aufführungen seiner Opern außerhalb der Tschechei oft nicht den richtigen Tonfall treffen......

Andreas Schnabl

21. November 2018
9:15
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Chenier
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Forumsbeiträge: 232
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Janacek erhält in diesem Forum mit der überdimensionalen Präsenz in 3 gleichzeitigen Beiträgen einen Stellenwert, den er in der Musikgeschichte nie hatte und auch nie haben wird, zumindest außerhalb von Brünn oder Prag, ich meine global, bei aller Wertschätzung. Ich kenne seine Werke zur Genüge, teilweise recht nett, berührt mich aber nicht wirklich, was ja Musik tun sollte, abgesehen vom "Lied an den Mond", was aber insgesamt zu wenig ist. Es ist seine derzeit überproportionale Affinität auf diesen Seiten, die irritiert.

Da wird man ja richtig nostalgisch, wenn man an Zeiten zurückdenkt, als hier über PD oder AN heftigst diskutiert wurde.

21. November 2018
8:39
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bernardin
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Forumsbeiträge: 19
Mitglied seit:
23. August 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Den Gurnemanzschen Gesamteindruck vom 15.11. kann ich nach der besuchten Vorstellung am Montag gut nachvollziehen. Wobei meine Erwartungen wie seine damals sehr hoch waren, Was am Werk liegt: Wunderbar erfühlte und einfach genial instrumentierte Melodien, und dennoch immer spürbar das Bedrohliche, das Grausame in knappen musikalischen Formulierungen.

Die Aufführung fand ich insgesamt „ja, eh“, wie es meistens ist, wenn nicht ausreichend geprobt wurde. Die für die Inszenierung neuen Sänger „hirschen“ halt – kurz eingewiesen - irgendwie herum, und das sorgt wohl für die Beiläufigkeit des Abends. Der Wassermann von J. Park hat eine sehr warme, runde Stimme, er sang sehr gut und ausdrucksvoll. Die Figur hat jedoch am Anfang was vom „Rheingold“-Alberich, was Dvořák sehr hinterfotzig komponiert hat, aber dieses Schlutzige ist in der Aufführung nicht zum Ausdruck gekommen.

Ich glaube, dass Camilla Nylund nach intensiven Proben noch viel besser sein könnte, und vor allem Jovanovich, der mir in dieser Rolle noch aus Glyndebourne vor neun Jahren sehr in Erinnerung war. Was jetzt nicht funktionierte, kann ich nicht genau benennen, und da meine ich nicht den Schmiss am Schluss, aber es stimmte etwas nicht. Vielleicht liegt es wirklich an den fehlenden Proben. Und die Inszenierung? Sie erschließt sich nur in Ansätzen. Vielleicht weil ich den Text nicht verstehe, da alle meine Versuche, wegen Dvořák, Janáček und Co Tschechisch zu lernen – im Hinblick auf Oper - grandios gescheitert sind. Und die gängige deutsche Übersetzung ist, wie deutsche Opernübersetzungen meist sind: Verharmlosend.

 

Danke an G. für die Hinweise auf das Brünner-Festival. Freue mich auf „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ am 5.12.

20. November 2018
23:47
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 149
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich war gestern nochmals in der Rusalka und hab meine Eindrücke vom 15. November weitgehend bestätigt bekommen: Krasteva war allerdings verbessert und Park ein ganz kleines bissl verschlechtert (aber nichtsdestoweniger super!). 

Mit Camilla Nylund war ich wie auch am 15. Nov. nicht zu 100% zufrieden, aber ich finde ihr Können super! Wie sie einen lauten Ton gleich danach in derselben Phrase zurücknehmen kann bis in ganz leises Piano, das trotzdem tragfähig ist, und wie sie die Bögen gestaltet - ausgezeichnet, genau das versteh ich unter gutem Operngesang! Ihr Liederabend am 17. November im Musikverein hat mir extrem gut gefallen. Leider (oder: glücklicherweise?) hat Nylund keinen "großen" Namen und keine große Publicity hinter sich.

19. November 2018
15:09
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 18
Mitglied seit:
19. November 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Entspricht eigentlich die Szenerie der NS-Konserve(MET) der ursprünglichen Wiener Produktion?

18. November 2018
19:32
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Pwolf
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Forumsbeiträge: 30
Mitglied seit:
18. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Noch eine kurze Ergänzung zu Jovanovich - der übrigens auch slawische Wurzeln hat - und der Aussprache. Meine Frau, die Tschechisch als zweite Muttersprache hat, hat zwar gemeint, dass die Aussprache fehlerhaft war, dennoch war sie mit der Gesamtleistung von Jovanovich mehr als zufrieden.

18. November 2018
3:11
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 149
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Tageskommentar, 17. November:

Nadia Krasteva war nach längerer Absenz wieder an der Wiener Staatsoper zu hören – als „Fremde Fürstin“.
Zu den besonderen Lieblingssängerinnen des Staatsoperndirektors dürfte sie nicht gehören (das war in der früheren Direktionszeit doch etwas anders) – nun durfte die in Wien lebende Sängerin wieder an der Wiener Staatsoper singen. Darüber entspinnt sich in unserem Forum eine Diskussion!

Kann Brandon Jovanovich ausreichend Tschechisch für die Rolle des Prinzen – oder nicht?
Meine Vorfahren stammen aus Tschechien, trotzdem kann ich mich in dieser Sprache nicht verständigen und getraue mich auch nicht zu beurteilen, ob jemand Tschechisch gut spricht/singt oder nicht.
Forumsteilnehmer „Gurnemanz“ stellt die Behauptung auf, dass Brandon Jovanovich die tschechische Sprache nicht ausreichend beherrscht, um den Prinzen in der „Rusalka“ zu singen. Ich kenne nun Herrn „Gurnemanz“ nicht, kann ihn daher auch nicht auf ein Gespräch mit einem „echten Tschechen“ einladen. Da die Staatsoper keinen Stream von dieser „Rusalka“ anbietet, muss die Behauptung des Diskutanten unwidersprochen bleiben. Oder hat ein Tscheche diese Rusalka gesehen/gehört und kann als Zeuge auftreten?

Lieber Herr Cupak!

Da Sie mich im heutigen Tageskommentar erwähnt haben, möchte ich gerne reagieren:

Natürlich ist es oft nicht möglich, alle Sprachen zu beherrschen, in denen man singt (auch wenn es Sänger gibt, zB Franz Grundheber, die sich auf Sprachen beschränken, die sie sprechen können). Meine Kritik prangert daher nicht an, dass Herr Jovanovich des Tschechischen nicht mächtig ist, sondern dass er am Donnerstag höchst schlampig mit der Aussprache des Textes verfahren ist, ich habe auch Beispiele genannt, welche Laute konsequent am falschesten waren:

Ein "ou" ist eben kein "u", ein "ř" ist eher ein "sch", aber sicher kein "r" etc.

Das ist ca so wie wenn ein Tscheche im Deutschen jedes "sch" als "s" ausspräche, jedes "i" als "e" usw. Darüber hinaus hatte ich das unbestimmte Gefühl, dass ihm selbst gar nicht zu 100% klar war, was er singt. Mein Eindruck hat sich verstärkt, als ich nach der Aufführung in einem Merker-Interview mit ihm von Sept. 2018 gelesen habe:

Ich mag an den slawischen Partien die Herausforderung, erst lernt man die Rolle phonetisch und musikalisch, und wenn man sie fest in der Kehle hat, nimmt man sich den Text her, dass man die Details versteht.

Das habe ich hier kommentiert mit:

Jovanovich hat unlängst in einem Interview gesagt, er lerne zuerst den Text phonetisch und dann erst den Inhalt. Naja, dann wundert mich gar nichts mehr, das kann ja nicht gut werden.

In der Tat denke ich, dass man es genau umgekehrt machen sollte, damit man den Worten die "richtige" Bedeutung geben und passende Emotionen an die Zuhörer transportieren kann.

Es geht nicht darum, jeden kleinen Fehler eines Sängern anzuprangern, aber die falsche Aussprache hat mich persönlich sehr gestört, deshalb habe ich sie in meinem Text erwähnt. Ich bin da aber generell etwas empfindlich; mir ist es wichtig, dass Vokale nicht schlampig angeschliffen werden, keine Vokalverfärbungen passieren etc.

Leider habe ich auf die Schnelle keine Gesamt-Rusalka-Aufnahme mit Jovanovich im Internet gefunden, nur ganz kurze Clips, zB: http://www.youtube.com/watch?v.....VC-0PxGbl0 (ab 3:00)
Der Text lautet (Ende des ersten Aktes)
Tys hvězdička zlatá v noc temnou,
pohádko má, pojď se mnou!
(Du goldener Stern in der dunklen Nacht,
mein Märchen, folge mir!)

Hier in diesem kurzen Probenvideo ist es bei weitem nicht so störend wie in der Live-Aufführung (als jedes "r+sch" ein "r" war etc), aber ich merke schon, dass es nicht passt.
Zum Vergleich ein Muttersprachler (Tomáš Černý): http://www.youtube.com/watch?v.....HOvvbIK3GE (ab 4:09)

Wie gesagt, man kann (und soll) nicht alles mit Muttersprachlern besetzen, aber ein Mindestmaß an Bemühung um die richtige Aussprache erwarte ich von allen Sängern (egal welcher Herkunft und egal, in welcher Sprache gesungen wird, alle Sprachen verlangen dieselbe Sorgfalt, egal ob Tschechisch oder Deutsch oder Italienisch). Jedenfalls gibt es nicht wenige slavische Sänger, die korrektes Deutsch singen, zB. Aleš Briscein, siehe: http://www.youtube.com/watch?v.....RfgvGwNqKc ("Glück, das mir verblieb"; hier singt er auch ein korrektes "ü", obwohl es diesen Laut im Tschechischen nicht gibt).

Schlussendlich möchte ich noch anfügen, dass mich persönlich die deutschsprachigen Rusalka-Aufführungen an der Volksoper viel mehr berührt haben als alle tschechischsprachigen, die ich gehört habe. Das kann natürlich auch an der sehr guten Inszenierung liegen oder an der Atmosphäre im Haus oder an meiner persönlichen Verfassung, aber ich bin mir sicher, dass das die deutsche Sprache verursacht hat, denn die Muttersprache geht doch direkt ins Herz (was David Pountney so sieht, dessen Jenůfa in Wien bis zur vorletzten Serie auf Deutsch gespielt wurde). Direkter, als wenn man bloß einen Text mitliest.

16. November 2018
18:03
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florezaficionada
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Forumsbeiträge: 17
Mitglied seit:
8. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

mit gurnemanz bez. frau krasteva bin ich überhaupt nicht D' ACCORD; sie ist eine ausdrucksstarke  sängerin mit toller stimme und ausstrahlung, außerdem sehr sympathisch und leider viel zu selten an der wstop zu erleben. ich hab sie als maddalena in bester erinnerung, auch als fremde fürstin.

den slawischen akzent kann ich nicht beurteilen, da ich dieser sprachen nicht mächtig bin, groisböck als h2o mann klang damals jedenfalls sehr authentisch. 

16. November 2018
17:47
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 149
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber PWolf!

Schön, dass Sie Ihre Eindrücke mitteilen!

Die Rusalka ist meine Lieblingsoper, und ich habe in letzter Zeit wirklich gute Aufführungen live gehört - zum Beispiel sehr sehr gut im März/April in der Volksoper und vor ein paar Monaten in Prag. Da ist die gestrige Aufführung hörbar abgefallen. Aber es war ja auch die erste, am Montag bin ich fix wieder drinnen!

Ich stimme Ihnen allerdings nicht zu, dass man eine völlig danebenliegende Aussprache akzeptieren muss. Es gibt ja (hoffentlich) Sprachcoaches, die dafür sorgen. Einige Sänger (Terfel, Keenlyside,...) singen völlig aktzentfrei. Ich bin recht oft in Opernhäusern der ehemaligen Tschechoslowakei, und dort singen fast alle Sänger tadelloses Deutsch! Wenn man will, geht es durchaus..

Es gäbe ja einige slavische Sänger, die ich für gut genug halte, um an der Staatsoper aufzutreten.

16. November 2018
17:39
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 149
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ja, ich finde generell, dass man slavische Werke mit slavischen Sängern besetzen sollte, wenn andere nicht willens sind, die Aussprache zu lernen. Jovanovich hat unlängst in einem Interview gesagt, er lerne zuerst den Text phonetisch und dann erst den Inhalt. Naja, dann wundert mich gar nichts mehr, das kann ja nicht gut werden. Außerdem denke ich, dass man nur in solchen Sprachen singen sollte, die man zumindest rudimentär beherrscht.

16. November 2018
17:38
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Pwolf
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Forumsbeiträge: 30
Mitglied seit:
18. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ad 1): Also ich bin eher mit Frau Habermanns Kritik da core als mit Ihrer extrem kritischen Sicht. Nylund war sehr gut, nur am Beginn hat sie mich nicht völlig überzeugt. Jovanovich hat finde ich excellent begonnen, nur im letzten Akt waren ein paar Schwächen, die aber den Gesamteindruck nicht wesentlich getrübt haben. Über die Aussprache kann ich nicht urteilen, aber da selten Opern durchgängig mit native speakers besetzt werden können, muss man dies in Kauf nehmen. Was habe ich schon alles an schlechter Aussprache in deutschen Opern gehört, oft auch von Sängerinnen mit deutscher Muttersprache. Bezüglich Krasteva bin ganz der Meinung von Frau Habermann - ich finde absolut nichts Negatives an ihrer Stimme an sich - und die frende Fürstin hat sie absolut perfekt gesungen und gespielt. Bei den restlichen Sängerinnen sind wir uns einig. Und Jongmin Park bot einen toll gesungenen Wassermann.

Das Dirigat war finde ich in Ordnung, und hat die orchestrale Seite der Oper sehr schön entfaltet und dabei auch recht gut auf die Abstimmung mit den Sänger(inne)n geachtet. Beim Blech gab es aber einige gewaltige Schnitzer und bei den Holzbläsern hatte ich den Eindruck, dass es tlw. zu einem Wechsel der Ausführenden kam, habe das aber nicht so genau verfolgt, sodass ich mir da nicht sicher bin.

Dennoch war es für eine normale Repertoirevorstellung eine sehr gute Aufführung, die durchaus positiv berühren konnte.

Die Inszenierung ist zwar nicht wirklich logisch oder gut, aber für Bechtolf erträglich - aber absolut lanweilig. Vielleicht ist Ihnen deshalb der letzte Akt schon zu lange gewesen, aber ich muss gestehen, dass ich mich im 3. Akt auch tlw. sehr müde fühlte.

16. November 2018
16:06
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Michta
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Forumsbeiträge: 95
Mitglied seit:
6. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich hab das Machwerk einmal gesehen, da müssten schon "Wundersänger" auftreten - die es heute nicht mehr gibt , dass ivch mir diesen Schmarren noch mal antue.  WElch herrliche Aufführungen haben wir da erlebt am Haus, in einer unüberbietbaren Inszenierung, mit idealen Sängern a la Benackova, Dvorsky, Nesterenko, Randova....       "So a Zeit kummt nimmer mehr " hat der gute Heinzi Conrads gesungen.......  LEIDER  hatte er REcht!

15. November 2018
23:54
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 149
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Mein Rusalka-Bericht von heute:

Meine hohen Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt. Camilla Nylund ist eine wunderbare Rusalka, diese Rolle kommt ihren silberklingenden Sopran sehr entgegen. Insgesamt super, allerdings waren am Ende von Akt 2 und 3 einige Notenwerte knapp daneben. Jongmin Park war als Wassermann der beste Sänger des Abends, ich persönlich würde mir nur wünschen, dass er den Wassermann, der ja generell eine eher ungute Figur ist, weniger freundlich und liebevoll gestaltet; davon abgesehen aber ausgezeichnet, nur er und Bohinec haben ein gutes Tschechisch gesungen! Brandon Jovanovich war ein ziemlicher Ausfall. Ich weiß nicht, was er falsch macht, aber für mich wirkt es so, als würde er das Volumen vergrößern wollen und daher an Resonanz einbüßen, so klingt es eher nach Operngesang-Parodie. Schade, er könnte es besser. Davon abgesehen ist sein Tschechisch fürchterlich! Gibts keine Sprachcoaches?! Ein "ou" ist eben kein "u", ein "ř" ist eher ein "sch", aber sicher kein "r" etc. Eine völlig danebenliegende Aussprache ist eine Missachtung der tschechischen Sprache und dieser tschechischsprachigen Oper. Nadia Krasteva habe ich schon vier Jahre nicht mehr gehört, ich hoffe, dass ich sie die nächsten 40 Jahre nicht mehr hören werde; die Stimme ist einfach unschön, was zwar für die Fremde-Fürstin-Schreckschraube gewissermaßen passt, aber so extrem muss es dann doch nicht sein... Sehr gut Monika Bohinec als Ježibaba, auch wenn ihr die Fremde Fürstin besser liegt. Die drei Elfen waren okay. Der Dirigent (ein gewisser Elvind Gullberg Jensen) hat unglaublich geschleppt (das Lied an den Mond ist wirklich schön, aber so extrem langsam soll man es nicht dirigieren), und obwohl die Rusalka meine Lieblingsoper ist, habe ich mir im dritten Akt einmal gedacht: "Das dauert jetzt aber wirklich lang!". Das Orchester war absolut nicht auf der Höhe, da waren Unsauberkeiten zuhauf. Naja, wahrscheinlich nicht/kaum geprobt. Die Inszenierung ist zwar von Bechtolf, aber ich finde sie nicht soo schlimm, den ersten und dritten Akt finde ich gut, den zweiten misslungen. Aber lieber als eine Otto-Schenk-Prdouktion ist mirs allemal.

Sooo schlimm war die Aufführung nicht - wenn Rusalka und Wassermann super sind, ist das ja schon die halbe Miete. Und das Stück ist einfach großartig. Jetzt muss nur noch der Jovanovich besser werden und der Dirigent weniger schleppen, dann könnte das am Montag wirklich gut werden!

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