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Renate Wagner:Lucia | Seite 6 | OnlineMerker | Forum

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Renate Wagner:Lucia
12. Februar 2019
12:47
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Gast
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Falsa demontartio non nocet, HansLick2, es war der Trovatore in Stockholm und es war eine Chorszene, ist auch schon wieder eine Weile her. Sie kennen doch den Klassiker: Welches Stück, keine Details? Eben.

12. Februar 2019
12:41
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HansLick2
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@ 27 - sie reisen viel, bringen auch einiges durcheinander!

stockholm - il trovatore passt!

szene mit posa passt nicht, also lassen sie uns bitte diese erfahrung genau wissen.

apropos auch im wiener krämer nabucco wackelt der chor im letzten bild unpassend aber mit den hüften ( hinten rechts) und auch in der neuen lucia soll es das wieder geben.

12. Februar 2019
12:22
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Gast
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Ja, alcindo, gebe Ihnen völlig recht, die Ablenkung steht im oft Mittelpunkt der "modernen Regie". Ich habe vor Jahren z. B. einen Trovatore in Stockholm gesehen, da mussten die Chorsänger bei der Szene mit Posa mit dem Hintern wackeln bei hinuntergezogener Hose, der Unterhaltungswert hielt sich in Grenzen. 

12. Februar 2019
11:59
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Gast
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zu Christine: wie ich schon öfters hier bemerkte, das um und auf der meisten RTregisseure ist die ablenkung vom wesentlichen, und das wird in den opern bis ins 20.Jhd immer der Sänger und die musik bleiben. da werden personen erfunden, die im original nicht vorkommen, da werden bei einer arie  im hintergrund oder daneben ablenkende szenen arrangiert, da wird zeitversetzt ohne zu bedenken, dass dadurch das libretto oft lächerlich wird......und diese RTkuenstler, die zumeist so ausschauen, als ob sie gerade aus einem kellertheater kämen, glauben, dass sie sich durch den grad der ablenkung erst so richtig profilieren.  den sängern wird dadurch meist ihre arbeit erschwert: auf dem ruecken liegen und singen, halbnackt, blossfuessig, zwiebelschneidend bei einer arie, usw, usf

12. Februar 2019
11:58
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tenorissimo
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Mir ist es egal was Kritiker von der Presse schreiben solange ich gesunde Ohren habe (siehe YouTube). Es kommt nicht von gestern dass Peretyatko Probleme mit Spitzentönen und der Technik allgemein hat. Man sehe sich (wieder YouTube) ihre Lucia in Tokio an, an der Met ein Jahr später ließ sie dann einige Spitzentöne aus (mit wieder “speziell für sie komponierten Kadenzen“) und nun kommt in Wien die angebliche Ur-Fassung und nicht mal in der überzeugt sie...

Dass konnte Herr Direktor doch kommen sehen... Wieso nicht gleich eine anständige Besetzung in der traditionellen Fassung und dann wäre auch die mehr oder weniger geglückte Regie in den Hintergrund gerückt. 

Nun versucht man alle Unzulänglichkeiten der Sänger mit den Anforderungen der Regie und des Dirigenten zu begründen. 

Man sehe sich nur die Lucia aus Madrid von 2018 an. Oropesa musste auch balancieren, dabei singen und das Letzte Es sang sie mit ausgebreiteten Armen auf einem Stuhl stehend. Und zwar grandios. Die Zweitbesetzung, Frau Gimadieva war nicht in der gleichen Klasse, schaffte dies alles auch problemlos mit allen Spitzentönen ohne Ausreden und „Spezial-Fassung“. Es geht also! 

Ganz vergessen habe ich Camarena, der in Wien einiges abgesagt hat, der meiner Meinung nach auch der Vorzug gegenüber Flórez bekommen sollte. 

Herr Direktor tut doch gerne erfolgreiche Paarungen oder Sänger in bestimmten Rollen von der Met, dem Roh, Scala usw kopieren (was man in Wien bekommt, gab es meist schon irgendwo anders), dann hätte er diesmal auch auf etwas besseres zurückgreifen können...

12. Februar 2019
11:49
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Gast
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Christine, da core, die Realität ist grauslich genug und die Musik sollte ein Refugium sein und keine ewige Reflexion.

Gurnemanz, ich bin glücklicherweise trotz fortgeschrittenem Alter nach wie vor in der Lage, Zusammenhänge zu verstehen und zu interpretieren, ich brauche keinen geistigen Vorkauer, um Inhalte wiederzukauen.

12. Februar 2019
10:31
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Christine
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Ich gebe Ihnen vollkommen recht, Gurnemanz, dass es hier um verschiedene Zugänge zum Kunstwerk Oper geht. Das trifft auch auf Dramen zu. Für mich persönlich steht aber (in den meisten Fällen) das künstlerische Können eines Komponisten oder Autors über dem des Regisseurs. Manchmal kann ein guter Regisseur aus einem schwachen Stück mehr herausholen als drin ist, aber bei den großen Werken der Oper und des Theaters ist ja "das Große" enthalten. Die anderen Werke verschwinden ohnedies mit der Zeit. Die Regisseure die Opern inszenieren sollten die Sänger nicht zu unnötigen Handlungen auf der Bühne zwingen. Ich habe die Lucia noch nicht gesehen, aber wenn ich bei Herrn Troger über die Wahnsinnsarie lese  "Sie musste sich zudem regiebedingt hinlegen, auf Sessel steigen und von Choristen bedrängen lassen – alles überflüssige Ablenkungen, die es unmöglich machten, dass sich eine „romantische Symbiose“ zwischen Emotion und Gesang einstellte, die in dieser Szene so wichtig ist" , kann ich mich nur ärgern. Was soll das? Was wird da interpretiert? Da macht man es einer Sängerin ja noch schwerer als sie es aufgrund ihrer Verfassung ohnedies schon hatte. Nach dem Lesen weiterer Kritiken finde ich bestätigt, dass Frau Peretyatko vor allem von den Forumsschreibern heftig kritisiert wird. Weit weniger von den professionellen Kritikern und den im ORF befragten Zuschauern.

12. Februar 2019
2:01
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Gast
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dalmont sagt
PS: Kann man nach Folter, versuchter Vergewaltigung, Mord, Hinrichtung , Selbstmord, wirklich mit dem Gefühl, einen sehr schönen Abend erlebt zu haben, aus der Oper gehen? Im Forum wird der Arie „E lucevan le stelle...“ immer der Name Sternenarie gegeben. Warum? Weil im ersten Vers das Wort „stelle“ vorkommt? Man könnte auch Düftearie sage, oder Gartentorkreischarie... Der Hauptvers ist doch: „e muoio disperato, e muoio disperato....“ Es singt ihn ein Mensch im Wissen um seine Hinrichtung. Und wenn sie sehr intensiv gesungen wird, geht man dann nicht sehr nachdenklich nach Hause? Das, was von der Wallmann-Inszenierung geblieben ist, freut jeden Rom-Touristen. Unter die Haut geht das nicht. Das tut auch der 3. Akt an der Deutschen Oper Berlin nicht, aber er hat viel viel mehr Atmosphäre.  

Christine sagt
Zu Beitrag 15: PS: "Kann man nach Folter, versuchter Vergewaltigung, Mord, Hinrichtung , Selbstmord, wirklich mit dem Gefühl, einen sehr schönen Abend erlebt zu haben, aus der Oper gehen?" Ich finde das kann man, wenn es eine schöne Aufführung war. Wenn man alles das, was in den Oper passiert, in die Wirklichkeit überträgt, könnte man doch gar nicht in die Oper gehen. Ich zumindest nicht. Nachdenklich gehe ich auch nicht nach Hause. Ich gehe nicht in die Oper um darüber nachzudenken, dass diese Dinge wahrscheinlich heute auch noch irgendwo passieren. Da reicht es mir, wenn ich die Zeitung lese oder im Fernsehen Berichte sehe.  

Ich denke, diese Beiträge verdeutlichen gut, warum hinsichtlich Inszenierungen wohl nie ein allgemeiner Konsens erreicht werden wird. Ein Teil der Opernbesucher möchte die Stücke so sehen, "wie sie sind" (bewusst in Anführungszeichen), und ein anderer Teil, dem ich mich zugehörig fühle, möchte die Stücke interpretiert sehen und freut sich darauf, andere Interpretationen einer bereits bekannten Oper zu erleben. Und dazwischen gibts noch viele Zwischenstufen und andere Ansichten. So ist das einfach, dagegen kann man nix machen. Daher einfach eine Vielfalt an Inszenierungen, dann gibts die wenigsten Unzufriedenheiten. Aber diese Debatte ist eigentlich nicht Teil dieses Threads.

11. Februar 2019
22:34
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Gast
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zu lavoce #16: wenn ich mir diese aufnahme anhöre, bekomme ich wahre sehnsucht nach Mimi Coertse( in der VO), an die Gruberova braucht man gar nicht denken......

was sollen diese hässlichen triller, warum so verschleppt...war ja kein rubato, das für Donizetti nicht stilgerecht wäre, war das ausdrucksmittel oder selbstzweck??? und dass Pido da mitmacht...und bekommt nach der peinlichen "cuando rabiat" arie sogar noch applaus, in der guten alten zeit hätte sich diese dame nicht vor zischern retten koennen

11. Februar 2019
22:04
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Christine
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Zu Beitrag 15: PS: "Kann man nach Folter, versuchter Vergewaltigung, Mord, Hinrichtung , Selbstmord, wirklich mit dem Gefühl, einen sehr schönen Abend erlebt zu haben, aus der Oper gehen?" Ich finde das kann man, wenn es eine schöne Aufführung war. Wenn man alles das, was in den Oper passiert, in die Wirklichkeit überträgt, könnte man doch gar nicht in die Oper gehen. Ich zumindest nicht. Nachdenklich gehe ich auch nicht nach Hause. Ich gehe nicht in die Oper um darüber nachzudenken, dass diese Dinge wahrscheinlich heute auch noch irgendwo passieren. Da reicht es mir, wenn ich die Zeitung lese oder im Fernsehen Berichte sehe.

11. Februar 2019
15:37
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Ich habe die Premierenübertragung nur teilweise, und das im Auto, gehört und die Kritiken gelesen, war tatsächlich keine Gala, wobei ich zur Optik erst nach dem 15. was sagen kann.

Das Dirigat scheint mir fragwürdig, weil überauthentisch, zusätzlich sehr schleppend, obwohl ich Pido sonst sehr schätze, Peretyatko hat mich nicht wirklich überzeugt, Florez gut, obwohl der Edgardo, ebenso wie etwa der Herzog, nicht unbedingt zu seinen Paraderollen zählen dürfte, Petean routiniert wie immer, Park sehr stark.

11. Februar 2019
14:27
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Rigoletto
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Ich bin schon erstaunt, dass Frau Wagner verbreitet, dass Herr Pidò der armen Frau Peretyatko die Spitzentöne untersagt hat. Und dass er alles nach irgendeiner Originalpartitur spielen lässt. Herr Pidò hat keineswegs à la Muti alle traditionellen Einlegetöne untersagt. Im Gegenteil: Petean singt am Ende der Cabaletta sein hohes G, Florez legt am Ende der Turmszene ein H ein, beide dann ein A. Florez singt natürlich die tradtionelle Kadenz am Ende seiner Arie mit dem H. Nur Peretyatko singt die traditionellen Spitzentöne nicht. Das kann doch nur bedeuten, dass sie diese Töne nicht mehr hat. Obwohl - zweimal versucht sie es ja sogar: das Des am Schluss des Sextetts und das D im Finale II. Ganz dünne, kaum über den Chor kommende Töne.

11. Februar 2019
14:01
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UwePaul
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Illustres Publikum bei der Wiener „Lucia-Premiere

Wer ist denn da illuster???? Die Dame rechts kommt die gerade vom Kartoffelkaufen im Supermarkt. Sie sehr illuster geschmackvoll aus....

11. Februar 2019
13:29
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lavoce
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@Christine:

"Unterdessen habe ich die Kritik von Herrn Roschitz in der Kronenzeitung gelesen. Der ist schon sehr lange Kritiker und er war auch bei der Premiere 1978 dabei. Er schreibt: Olga Peretyatko singt Lucia völlig anders als einst die Gruberova, die in jedem Moment glanzvolle Diva sein wollte. P. gestaltet die Partie mädchenhaft, fast zerbrechlich.... Also als Diva sehe ich die Lucia nicht, eher als mädchenhaft zerbrechlich. Mit der Einschätzung von Roschitz "imponierend ist die perlende Kolaraturenkunst in der Wahnsinnsarie" können die Merkerschreiber (Kritiker und Forum) wohl nicht viel anfangen. Ich glaube mich zu erinnern, dass 1978 geschrieben wurde, man möge Gruberova nicht mit der Callas vergleichen, die bei ihrem einzigen Gastspiel an der Staatsoper diese Rolle gesungen hat und damals lebten wohl noch viele Menschen, die diese Vergleiche ziehen konnten. Gibt es jemand, der heute Vergleiche ziehen kann?"

 

Mädchenhaft zerbrechlich-damit bin ich einversatanden.ABER: zerbrechlich bedeutet nicht mit einer kaputten Stimme zu singen.Sondern mit der Stimme den Eindruck der Zerbrechlichkeit beim Publikum zu erwecken. Das Mädchenhafte,leichte, zarte....alldas steht in der Partitur. Lucia ist eine Partie der zarten Töne.(Bekanntlich ist aber ein piano Ton schwieriger zu singen als ein Forte.)

Der schönen Linien und leichten Koloraturen.Alldas hat die Frau OP nicht.Sie forciert,singt "perlende Koloraturen" mit viel zu viel Druck ha-ha-ha-ha (Luftstöße zwischen den Vokalen-das ist das Erste,was man als Sänger lernt zu vermeiden beim Kunstgesang), über die Intonation will ich gar nicht reden.Und ihr musikalischer Geschmack ist milde gesagt grenzwertig. 

t=0s&index=22&list=PL-GmycqJA4nwTHbxKnM4rNa-c0U0QnDkL

Hoffen wir doch,dass in der neuen Serie eine bessere Sängerin der Titelpartie engagiert wird.

 

Gruß,lavoce

11. Februar 2019
13:25
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Gast
Gast
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Zu 11)

Christine,

dass Journalisten bestechlich sind, wird von Menschen verbreitet, die immer betonen müssen, eine „eigene Meinung“ zu haben (die meist gar nicht so eigen ist). Natürlich sind Medien ein Teil des Geschäfts, aber es sind weniger die Kulturredaktionen, sondern eher die Seitenblicke-Adabeis und wie sie sonst noch heißen. Dass der ORF die „Lucia“ nicht verteufelt, liegt wohl auch daran, dass er sie am 15.2. überträgt („Jeder Kramer lobt seine Ware“) und Frau Rett eine besonders peinliche Hochkulturtante geworden ist. Im Endeffekt sind es ja nur drei, die ununterbrochen in den Medien auftauchen: die Netrebko, die Garanca und der Kaufmann. Gerade bei ihm dürfte das Marketing die entscheidendste Role gespielt haben (bei allen Qualitäten, die er hat): Man denke nur daran, wie man ihn vor etlichen Jahren auf Plattencovers als männliche Lady Di stilisiert hat, mit nach oben verdrehten Augen. Ihm gelingt es ja auch am wenigsten, dem Bild, das er von sich zeichnen lässt, zu entsprechen. Und schon vor etlichen Jahren war er im „Lied von der Erde“ ( mit A.v.Otter) bei den Salzburger Festpielen im Großen Festspielhaus auf der Galerie rechts kaum zu hören. Aber bei den meisten Desastern (und die Premiere der „Lucia di Lammermoor“ war ein solches, in jeder Hinsicht, in der Oper selbst erlebt) sind es wohl Agenten und Direktoren, die Asche auf ihr Haupt streuen müssen.

 

Ich war 78 auch dabei. Die Szene war damals noch lächerlicher als diesmal, wie immer dann, wenn eine junge Frau im Nachthemd mit zerrauftem Haar und wild fuchtelnd herumläuft. Dass die Virtuosität der Gruberova (auch im Zusammenspiel mit der Flöte) grandios war, ist unbestritten. Dass eine Glashamonika, wie Donizetti sie wollte, seinen kompositorischen Intentionen viel mehr entspricht, als die offensichtlich von Nellie Melba (lt. Programmheft) eingeführte Flöte, braucht man ja musikalischen Menschen nicht erklären.

 

PS: Kann man nach Folter, versuchter Vergewaltigung, Mord, Hinrichtung , Selbstmord, wirklich mit dem Gefühl, einen sehr schönen Abend erlebt zu haben, aus der Oper gehen? Im Forum wird der Arie „E lucevan le stelle...“ immer der Name Sternenarie gegeben. Warum? Weil im ersten Vers das Wort „stelle“ vorkommt? Man könnte auch Düftearie sage, oder Gartentorkreischarie... Der Hauptvers ist doch: „e muoio disperato, e muoio disperato....“ Es singt ihn ein Mensch im Wissen um seine Hinrichtung. Und wenn sie sehr intensiv gesungen wird, geht man dann nicht sehr nachdenklich nach Hause? Das, was von der Wallmann-Inszenierung geblieben ist, freut jeden Rom-Touristen. Unter die Haut geht das nicht. Das tut auch der 3. Akt an der Deutschen Oper Berlin nicht, aber er hat viel viel mehr Atmosphäre.

11. Februar 2019
12:05
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Tannhaeuser
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Ich war in der Premiere und in der Generalprobe und Frau Peretyatko war schlicht und einfach eine Zumutung als Lucia. Da geht es nicht um nicht gesungene Spitzentöne(die sie sowieso nicht gehabt hätte), sondern um die Tatsache, daß sie eine katastrophale Gesangsechnik hat, mit der man eigentlich nicht auf einer Opernbühne stehen dürfte - und schon gar nicht auf der Bühne der Wiener Staatsoper - und schon gar nicht in einer Premiere !!

Dieses Fiasko war auch vorhersehbar. Habe Fr. Peretyatko seit ihrem Hausdebut 4 x als Gilda gehört, und da waren die Mängel ähnlich. Unfähig exakte Koloraturen zu singen und Phrasen auszusingen, bei hohen Tönen hatte man immer den Eindruck, der Ton bricht ihr gleich ab, unfähig einen Ton an- und abschwellen zu lassen etc...... Es ist nicht nachvollziehbar, wieso eine Sängerin mit solchen gesanglichen Mängeln international auf allen großen Bühnen präsent ist(und wie ich höre, singt sie nächste Saison neben Florez die Mathilde in G.Tell !!).

Einmalig in der Premiere war auch, daß Peretyatko nach der Kadenz keinen Applaus bekommen hat !

Den Beitrag von Stimmfetischist kann ich nur voll beistimmen !! Ich habe seit der Premiere 1978 fast alle Lucias in mehreren Vorstellungen gehört, alleine Gruberova an die 30 mal und jede war um Klassen besser als Peretyatko. Nach Gruberova hevorragend waren übrigens unsere eigenen Haussolisten - Ghazarian und Wise(beide eine kurze Zeit nur) und dann natürlich die schon erwähnte Andreas Rost. Eine leider fast unbemerkt gebliebene Sensation war im Jahr 2000 Inva Mula als Lucia und großartig auch Franco Vassallo als Enrico.

Frau Peretyatko möchte ich empfehlen, sich dringendst eine Auszeit zu nehmen und mit einem guten Gesangslehrer bzw. einer guten Gesangslehrerin an der Technik zu arbeiten. 

Auch was die Kritik von Frau Dr. Wagner betrifft,  muß ich Stimmfetischist zustimmen. Frau Wagner schreibt stilistisch immer hervorragend, aber die positive Beurteilung von Fr. Peretyatko hat nichts mit Meinung zu tun, sondern mit Nichtahnung-haben von Stimmen und Gesangstechnik. Sie sollte sich wirklich auf Theaterkritiken beschränken, zumal es nicht das erste Mal ist, wo so total daneben liegt. Ich erinnere an die Turandot, wo sie über eine Sängerin, die in dieser Rolle nicht einmal drittklassig, sondern schon viertklassig war, positiv geschrieben hat und sich noch bemüßigt gefühlt hat, ein Interview mit Frau Lindstrom zu machen, wo natürlich die bösen Wiener erwähnt wurden, die so stark gebuht haben...das war peinlich(Fr. Lindstrom hat aber in der Zwischenzeit offensichtlich an sich gearbeitet und die Elektra war in zweifacher Hinsicht doch recht beeindruckend).   

11. Februar 2019
11:16
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Christine
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Lavoce: Die Frage, wie dieser Marktwert entstanden ist, würde mich auch sehr interessieren. Hat jemand, der beim Publikum nicht ankommt, längerfristig Vorteile von einer guten Werbekampagne? Läßt sich das Publikum durch PR Argenturen so stark beeinflussen?Sind unsere professionellen Kritiker stark beeinflussbar?

Unterdessen habe ich die Kritik von Herrn Roschitz in der Kronenzeitung gelesen. Der ist schon sehr lange Kritiker und er war auch bei der Premiere 1978 dabei. Er schreibt: Olga Peretyatko singt Lucia völlig anders als einst die Gruberova, die in jedem Moment glanzvolle Diva sein wollte. P. gestaltet die Partie mädchenhaft, fast zerbrechlich.... Also als Diva sehe ich die Lucia nicht, eher als mädchenhaft zerbrechlich. Mit der Einschätzung von Roschitz "imponierend ist die perlende Kolaraturenkunst in der Wahnsinnsarie" können die Merkerschreiber (Kritiker und Forum) wohl nicht viel anfangen. Ich glaube mich zu erinnern, dass 1978 geschrieben wurde, man möge Gruberova nicht mit der Callas vergleichen, die bei ihrem einzigen Gastspiel an der Staatsoper diese Rolle gesungen hat und damals lebten wohl noch viele Menschen, die diese Vergleiche ziehen konnten. Gibt es jemand, der heute Vergleiche ziehen kann?

11. Februar 2019
10:19
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lavoce
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@Christine:

Richtig beobachtet.Die Medien sind mittlerweile nur noch die Werbemaschiene der Stars.Wer genug einsteckt,der bekommt entsprechende Bericterstattung.Schauen Sie sich mal die Websiten der Stars an.Ihre PR Agenturen leisten gute Arbeit. Das erklärt auch,warum sich manche Sänger trotz mangelnde künstlerische Qualitäten so hartnäckig in der Szene halten.Sie haben ja ihren "Marktwert".Die frage ist nur, wie dieser Wert zustandegekommen ist. 

Der Spruch: die Kunst setzt sich durch....gilt schon lange nicht mehr in der Opernwelt. Die Verkaufsstrrategie schon eher.

Herr Sinkovicz hat einen hervorragenden Schreibstil Mängel als etwas positives darzulegen.Seit 10 Jahren lese ich seine Kritiken aus diesem einzigen Grund.Um die "Umdeutung,Schönreden" der Wahrheit zu bewundern. Natürlich wendet er diese Technik nur dann an,wenn sich um die Stars (Starlets, C Promis&co) handelt.

 

Gruß,lavoce

11. Februar 2019
9:35
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Christine
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Da ich nicht bei der Premiere in der Oper war und sie auch im Radio nicht zur Gänze hören konnte, kann ich keinen gültigen Eindruck wiedergeben. Was mir in der Berichterstattung auffällt, sind die sehr positiven Reaktionen im ORF (ZIB 1 und Seitenblicke). Da wurden offenbar nur Leute interviewt denen es sehr gut gefallen hat. Olga Peretyatko hat sowohl im Kurier als auch in der Presse (habe ich noch nicht gelesen) wesentlich bessere Kritiken als hier im Merker (was vor allem die Teilnehmer im Forum betrifft). Laut Herrn Sinkovicz von der Presse war die Lucia ein großer Abend für alle, die nicht gekommen waren um Töne zu hören, sondern Musik. Ob das für mich so stimmt, davon muss ich mich erst überzeugen.

10. Februar 2019
23:46
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dollylein
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tenorissimo sagt

Es ist ja nicht so dass es keine guten Lucias gibt: Oropesa (die klar beste Lucia der letzten 20 Jahre), Sierra, meinetwegen auch Gimadieva (jedenfalls besser als die Premieren-Sängerin), Yende, Pratt, Shagimuratova. Oder ein Youngster wie die Operalia Gewinnerin Zaharia (die bereits die Lucia in München gesungen hat). Dann hätte man nicht auf „Original-Versionen“ ausweichen müssen die nach dieser Premierne Serie sowieso wieder in Vergessenheit geraten...

Unbedingt muss man noch die wunderbare Nina Minasyan in dieser Auflistung nennen. Sie hat in Dresden nach der ordentlichen aber doch zu braven Premieren-Lucia Gimadieva vor kurzem eine Wiederaufnahme hingelegt, wie sie ihresgleichen sucht. Selten erlebte ich eine Sängerin, welche die Partie technisch so sicher beherrscht und zeitgleich ein berührendes Portrait liefert. Und: Spitzentöne inklusive Ausdruck!

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