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Renate Wagner:Lucia | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

 

 

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Renate Wagner:Lucia
20. Februar 2019
12:50
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Christine
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3. Oktober 2018
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Ich schließe mich den Ausführungen von Chenier an. Viele Staatsoperndirektoren hatten rasch Feinde sobald sie ihr Amt antraten. Ob das in anderen Städten auch so ist?

An Gurnemanz: "Was mich an der Sache jedoch erzürnt, ist dass die Sänger der ersten Klasse eben überall benachteiligt werden. Und das ist eine Frechheit. Insofern bin ich froh und dankbar über jeden, der Frau Peretyatko und ähnliche Sänger ausbuht". Als Mensch, der an der Musik interessiert ist, über Buhrufe gegen Sänger oder Sängerinnen froh und dankbar zu sein, das passt für mich überhaupt nicht zusammen. Tut mir leid, aber Buhrufe gegen Sänger sind für mich in den meisten Fällen nur Ausdruck schlechten Benehmens. Wieso werden Sänger der ersten Klasse  "überall" benachteiligt? Von allen Operndirektionen? Weil überall nur unfähige Leute sitzen? Das sind alles Pauschalverdächtigungen! Glauben Sie, dass der Staatsoperndirektor, weil ein Buhrufer gegen die derzeitige Lucia-Darsteller schreit, diese aus ihrem Vertrag entlässt oder in Zukunft nicht mehr engagiert und stattdessen eine von Ihnen als erstklassig empfundene Sängerin holt?

20. Februar 2019
11:08
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Chenier
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28. Februar 2018
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Leider, Gurnemanz, da liegen Sie wieder falsch, denn es ist unangemessen, Sänger oder Sängerinnen auszubuhen, weil die (subjektiven) Erwartungen nicht erfüllt werden, außer es handelt sich um bewusste Provokationen der Protagonisten, in welcher Form auch immer. Man sollte schließlich auch die Bemühungen anerkennen und der Wille steht oft fürs Werk. Was man hingegen mit bestem Gewissen ausbuhen darf, sind vorsätzlich geschmacklose, abwertende und provokante Inszenierungen.

Und noch etwas: OP als Lucia hat man am Altar der Ultra-Originalität geopfert.

Aber vielleicht leide ich unter Geschmacksverirrung, denn mir hat es gefallen und erlaubt ist bekanntlich, was gefällt.

Was mir noch auffällt, ist die Tatsache, dass es im Forum einige gibt, die  einfache Zusammenhänge semantisch nicht richtig deuten können oder bewusst nicht wollen. Natürlich, Tannhäuser, war ich "vor Ort" im Zuschauerraum, und das sogar noch im Parkett auf recht guten Plätzen. Und was eine Gala ist oder sein könnte, HansLick2, ist so selbsterklärend, dass man den Begriff in einem Opernforum nicht unbedingt in allen Details definieren muss.

Asinus und Pwolf, Ihren Gedanken kann ich mich weitgehend anschließen, wobei ich den "entsetzlichen Mist" vor allem auf die Szene beziehen würde. Das WSO-Bashing, das hier teilweise betrieben wird, ist nervig, aber es ist leider für Wien schon fast historisch, dass der jeweils aktuelle  Direktor der komparativ schlechteste ist und seine Nachfolge nur besser werden kann.

20. Februar 2019
2:21
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Pwolf
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18. Oktober 2018
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Ich habe die Aufführung nicht gehört, da für mich die tragischen Opern von Donzetti wie "Lucia", "Anna Bolena" und "Maria Stuarda" allesamt nur als Bravourstücke für begnadete Sängerinnen einen Wert haben. Abgesehen von diesem durchaus interessanten Aspekt finde ich sie musikalisch nicht besonders und besuche diese nur, wenn wirklich herausragende Sängerinnen auftreten.

Und gerade "Lucia" ist ja schon bei der Uraufführung nicht so gesungen worden, wie Donizetti es noitiert hat und wurde als Bravourstück für Fanny Tacchinardi-Persiani einem hohen Koloratursopran schon bei der Uraufführung ein großer Erfolg. Man kann davon ausgehen, dass Donizetti mit dieser Abänderung des Charakters der Rolle sehr einverstanden war, da diese ihm zu einem großen Erfolg verholfen hat.

Wenn man dann diesen Effekt aus dem Werk entfernt bleibt m.M nach eine uninteressante Restoper zurück. Das kann dann niemand retten.

Ja und natürlich gibt es begnadetere Sängerinnen - aber vielleicht weigern sich diese aus gutem Grund die von allem Zierat und Spitzentönen gesäuberte Partie zu singen.

Womit die Schuld bei der Direktion verbleibt. Frau Peretyatko vorzuwerfen, dass sie das Angebot diese Partie in Wien zu singen nicht ausgeschlagen hat ist ungerecht. Rollenangebote nicht anzunehmen können sich wirklich nur ganz große "Stars" leisten, alle anderen haben mit dem Problem zu kämpfen, dass einige abgelehnte Angebote allzu schnell dazu führen können, dass man überhaupt nicht mehr gefragt wird.

Ad 100: Anna Bolena, Falstaff, Pelleas et Melisande, Vec Macropoulos, Tri Sestri, Lulu, Les Troyens fand ich gut - allerdings gab es auch entsetzlichen Mist - z.B. alle Mozart und Wagner Premieren.

20. Februar 2019
2:13
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Danke, Jago74, für Ihren Eintrag, ich bin ganz komplett Ihrer Meinung. Es gibt Sänger, die ihre Karriere sorgfältig aufbauen, die zu ihnen passenden Rollen wählen, sich nicht in den Vordergrund drängen, abseits der Medien ihre Karriere machen, ihre eigenen Leistungen aufnehmen und nachher gewissenhaft anhören, Fehler korrigieren, an sich arbeiten etc - und dann gibt es Sänger wie Frau Peretyatko. Welcher Weg mir sympathischer ist, brauche ich wohl nicht ausführen. Was mich an der Sache jedoch erzürnt, ist dass die Sänger der ersten Klasse eben überall benachteiligt werden. Und das ist eine Frechheit. Insofern bin ich froh und dankbar über jeden, der Frau Peretyatko und ähnliche Sänger ausbuht. Leute, hört bitte auf, Opernsänger mit Samthandschuhen anzugreifen.

HansLick2 sagt
@ 103: sie würden einen brauchbaren " A & R" abgeben, ich hoffe sie haben den beruf in diese richtung oder wählen ihn noch aus.

Danke für den Tipp! Aber ich interessier mich fast nur für Livemusik, Aufnahmen sind für mich nur eine Notlösung. Ich glaub also, das wär keine Tätigkeit für mich. Mit meiner jetzigen (ganz anderen, die mit Musik nichts zu tun hat) bin ich zufrieden!

20. Februar 2019
1:56
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Jago74
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30. Januar 2019
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Der ritualisierte Selbstmord einer Frau in Japan nennt sich jigai - da hat sich auch der gute Puccini schon geeirrt. 😉

Leider gibt es Sänger die ihre Stimme entweder selber nicht einschätzen können oder es einfach nicht wahrhaben wollen, dass ihre Stimme für die eine oder andere Partie nicht (mehr) taugt.

Selbstkritisch die eigene Stimme zu betrachten/ anzuhören und die richtigen, teilweise dann eben auch schmerzhaften Schlüsse (Verzicht auf eine Rolle oder auch Ende der Karriere) daraus zu ziehen erfordert ein gewisses Maß an "Mut" und hohe Ansprüche an sich selbst.

Nicht nur OP scheint diese Ansprüche nicht zu haben - da gibt es leider auch andere große Namen.

"Unwissende" Verantwortliche in den Bestzungsbüros der Opernhäuser sind leider ein Übel, dem man leider nur schwer Herr werden wird.

Solange spezielle Agenturen quasi ein Mafia-ähnliches Netz betreiben können und oft nach "Aussehen" (und manchmal Alter) besetzt wird, wird sich nur wenig ändern. PR ist heute eben alles.

20. Februar 2019
0:39
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HansLick2
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14. März 2018
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@ 103: sie würden einen brauchbaren " A & R" abgeben, ich hoffe sie haben den beruf in diese richtung oder wählen ihn noch aus.

@ 102: seppuku - wieso sollte sie seppuku begehen? ich dachte immer das sei nur den männern vorbehalten gewesen? 

19. Februar 2019
23:41
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Was sie tun sollte, ist doch ganz klar. Sich einen guten Gesangslehrer suchen, an ihrer Technik arbeiten und vorerst von Rollen wie der Lucia die Finger lassen. Aber kurzfristiger Erfolg und Geld sind verlockend, ich weiß...

Ihr dritter Absatz enthält einen Gedanken, den ich überlegenswert finde. Ja, das hat was! Daran hab ich gar nicht gedacht, aber kommt hin. Außer dass Lucia halt nichts kann für ihr Unglück, wohingegen Frau Peretyatko natürlich besser hätte singen können oder gar nicht. Aber das sagt sich leichter als es ist.

19. Februar 2019
23:33
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Asinus
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13. Februar 2019
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Was soll die Frau Peretyatko denn machen: sich auf der Bühne verneigen, ihre Unwürdigkeit, hier zu singen öffentlich erklären und dann vielleicht auch noch Seppuku begehen um ihren Namen von dieser Schmach zu reinigen? Dafür ist sie tatsächlich in der falschen Oper besetzt. Es ist doch nur verständlich, wenn sie in der Situation ihr Gesicht zu wahren sucht und die Mähr von der alternativen Fassung hochhält.

Dass es außerdem ohnehin nicht vor allem um ihre sanglichen Fähigkeiten geht, dürfte mittlerweile auch recht deutlich geworden sein; da kamen schon viel schlimmere ohne solche Anfeindungen davon. Mich beunruhigt dieses Zelotentum, das hier eine Person im Dienste eigentlich ganz anderer Agenden steinigt. Dass Meyer die WSO an den Abgrund wirtschaftet ist doch in jeder Hinsicht Unsinn. Dass es künstlerisch besser laufen könnte, vielleicht, das mag ich gar nicht beurteilen, aber jedes Haus macht Höhen und Tiefen durch, Direktoren kommen und gehen und dieser sogar recht bald. All das rechtfertigt doch die Angriffe auf eine zufällig in den Fokus geratene Person noch nicht. Am Ende sind hier immer noch Menschen tätig und denen sollte eigentlich ein grundlegender Respekt geschuldet sein. Wenn diese Tatsache hinter einem vermeintlich größeren Ganzen ("das Schicksal der WSO", "die Pflege des Primats der Stimme vor der äußeren Gestalt", usw.) verschwindet, dann hat der Opernbetrieb wirklich abgewirtschaftet und zwar moralisch.

Die Ironie an der Sache ist ja, dass es in dieser Inszenierung der Lucia eben genau darum geht: dass eine Frau zum Spielball von auf ihre Kosten betriebener Interessenspolitik wird und daran zugrunde geht. Von einem Metastandpunkt aus betrachtet, ist das Schauspiel, das wir seit der Premiere geboten bekommen, also tatsächlich ganz, ganz große Oper und Frau Peretyatko hat zumindest in dieser Aufführung allen Applaus verdient. Vielleicht können Sie, verehrter Gurnemanz, daraus ja etwas für Ihre Sicht der Dinge lernen; dann wäre Ihrem Anspruch an eine gelungene Inszenierung, sogar trotz unterbliebenen Besuchs derselbigen, schließlich doch Genüge getan.

19. Februar 2019
23:26
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Gurnemanz
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Ich muss gestehen, dass ich da leider nicht dabei war! Ich gebe gern zu, dass die Fanciulla zu den erfolgreicheren Produktionen gehört, danke für die Erwähnung! Aber ein wirklicher durchschlagender Erfolg? Mit diesem Knödeltenor? 

19. Februar 2019
23:17
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Lohengrin2
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28. Februar 2018
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Welche Premierenerfolge hat Meyer denn in seiner mittlerweile knapp 10jährigen Amtszeit verbucht?

Fanciulla 2013 war doch unumstritten, oder ?

19. Februar 2019
21:14
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lavoce
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Wenn ich mir die Reaktionen der Frau Peretryatko anschaue (in den sozialen Netzwerken), prahllt jede Kritik von ihr ab.Es ist sicher schön so kritikersistent zu sein.

Sie postet andauernd, wie toll, großartig usw. sie ist und war.Sie hat auch eine neue Agentur.Die der Netrebko.

Ich glaube,wir müssen uns gar keine Sorgen machen um ihre weitere Karriere.Ihr "Marktwert" ist kreiert. Solange die Stimmlippen einigermaßen mitspielen,wird der Rubel,ehm Euro rollen.Da gehe ich eine Wette ein.

R.Villazon hat schon bewisen,dass man auch ohne Stimme noch jahrelang eine Opernkarriere bestreiten kann.

Ein Paar Buhs in Wien....schaden nicht.

 

Gruß,lavoce

19. Februar 2019
21:03
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tenorissimo
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@96: nein der Zorn trifft nicht die Sängerin weil man mit der WSO unzufrieden ist sondern weil man es kommen sehen konnte was das im Einzefall für eine schwache Leistung sein wird. Das gleiche Debakel gab es vor ca einem Jahr auch an der MET wo auch Gelb angegriffen wurde warum er so eine Sängerin in so einem Zustand engagiert und es war keine Premiere. Man könnte über die Regie-Leistung hinwegsehen wenn die gesangliche Leistung gut gewesen wäre. Und die Dame hat das selbst provoziert indem sie unzählige Male auf die so kritische Version ohne hohe Noten hingewiesen hat.  Dies hat sie na der Met auch schon versucht und ist, wie nun in Wien kläglich gescheitert. Ricciarelli und Caballé haben auch die tiefere Version mit beachtlichem Erfolg gesungen, davon war Frau P. Lichtjahre entfernt. 

Wie gesagt es gäbe auf der Welt genügend gute bis sehr gute Lucias die einer Premiere würdig gewesen wären (Oropesa, Shagimuratova, Gimadieva, Pratt, Lungu...). Hätte man eine der Damen engagiert, hätte kein Hahn nach der Regie gekräht und es wäre ein perfekter Premieren-Erfolg gewesen. So kann man nur auf eine gute Nachfolgerin in den nächsten Jahren hoffen. 

19. Februar 2019
20:55
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Werter Asinus! Ich habe nichts dagegen, wenn Sie den advocatus diaboli spielen, denn wir sind ja hier, um (auch kontroversiell) zu diskutieren und nicht um einander nur zustimmend auf die Schultern zu klopfen. Ich respektiere Ihre Meinung, sehe es aber stark anders. Es geht nicht um eine Premiere, die halt zufällig missglückt ist, was an wirklich jedem Haus ab und zu passiert, sondern es geht um die Unfähigkeit eines Direktors, der die Wiener Staatsoper in Richtung Abgrund wirtschaftet. Welche Premierenerfolge hat Meyer denn in seiner mittlerweile knapp 10jährigen Amtszeit verbucht? Ich kann mich an Cardillac und Alcina erinnern, das war allerdings schon 2010. Hat es seitdem irgendwelche wirklichen Premierenerfolge gegeben? Ich denke nicht. Ich hab die neue Lucia nicht gesehen, aber sie reiht sich offenbar in die ganz lange Reihe der Meyer-Produktionen ein, die man unter "Mittelmaß, Langeweile und Fehlbesetzung" einreiht. Wollen wir das? Ich nicht.

Und ich kann nicht verhehlen, dass ich eine gewisse Abneigung gegen Leute hege, die zumindest den Eindruck erwecken, bestimmte Dinge wie zB Opernrollen wegen ihres Aussehens und ihrer Jugend zu bekommen. Das ist einfach eine Fehlentwicklung, die durch die Fokussierung aufs Äußere beschleunigt wird. Ich will das auch überhaupt nicht. Und mir geht generell die Förderung der Mittelmäßigkeit stark auf die Nerven. Besondere Leistungen und Individualität sind nicht mehr erwünscht, alles soll gleich, angepasst und austauschbar sein. Ein Grundübel der heutigen Zeit. Ich sage: Man muss es aushalten, ehrliches Feedback zu bekommen, auch wenn es vielleicht nicht immer angenehm ist. Und Frau Peretyatko hat (offenbar) ungenügend gesungen, also bekommt sie eine Rückmeldung, indem sie ausgebuht wird. Gut so!!

So sehe es zumindest ich. Übrigens: Welche besseren Mittel des Protests empfehlen Sie? 

19. Februar 2019
20:15
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Christine
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Asinus; Sie haben recht - meiner Meinung nach. Einige die mit der Wiener Oper an sich und dem Direktor unzufrieden sind, toben sich hier aus. Ihr Zorn trifft eine Sängerin, die an großen Vorbildern gemessen wird und diesem Vergleich nicht standhält. Ist alles eher merkwürdig - im wahrsten Sinn des Wortes.

19. Februar 2019
19:13
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Asinus
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13. Februar 2019
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Was mich ein wenig beunruhigt ist der Zynismus mancher Diskutanten. Hier werden die SängerInnen scheinbar als Material betrachtet, dem bei Nichtentsprechen einer bestimmten Vorstellung von der richtigen Erledigung ihres Berufes (derjenigen des "Opernfachmannes" nämlich), zugleich auch jeder gebührende Respekt als Mensch abgesprochen werden darf. Anders als so drastisch kann ich es leider nicht interpretieren. Wollte ich jetzt noch weiter gehen und den Advocatus diaboli spielen, könnte ich außerdem behaupten, dass jemand, der künstlerische Darbietungen mit dem in betriebswirtschaftlichem Duktus gehaltenen Verdikt "die Leistung muss stimmen" qualifiziert, sowieso schon mal etwas Grundlegendes im Konzept vom Gelingen künstlerischer Augenblicke übersehen hat und sich mit solchem Leistungsdenken den Sinn für den Charakter wahrhaft großer ästhetischer Erfahrungen vielleicht selbst verstellt (ich spiele den Advocatus diaboli hier aber nicht, also nix für ungut, verehrter Gurnemanz).

Eine mittelmäßige Sängerin oder Fehlbesetzung schon als Ungerechtigkeit/Missstand des Opernbetriebs zu bezeichnen, scheint mir außerdem weit überzogen. Sollte es solche Missstände geben, wären punktuelle Buhrufe (weil eben immer nur auf einen konkreten Anlass bezogen) sowieso das falsche Mittel des Protestes.

Meine Güte, hier ist halt eben einmal eine Premiere in vielerlei Hinsicht missglückt, sowas soll zwar nicht vorkommen, stellt im Laufe der Operngeschichte aber auch kein Novum dar. Umso mehr Grund, sich auf die nächste Premiere zu freuen oder die nächste (musikalische und inszenatorische) Glanzleistung desto eher in ihrer Qualität wertzuschätzen. Geht es hier allerdings um eine Abrechnung mit dem momentanen Gesamtzustand der Wiener Staatsoper und/oder der Direktion Meyer, ist es zweifellos schlechter Stil, das anlassbezogen auf dem Rücken einer einzelnen Person, auf dem von Frau Peretyatko nämlich, auszutragen.

19. Februar 2019
18:23
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Gurnemanz
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29. September 2018
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@92 Ich bin mir aber nicht sicher, ob es vor Meyer in Premieren solche Besetzungen gegeben hat (von Macbeth 2009 mit Sunnegårdh abgesehen, und Eva Johansson war auch ein Sonderfall).

@93 Sie haben recht, ganz widerspruchsfrei ist mein Beitrag tatsächlich nicht. Zur Korrektur: Ich finde, man sollte eher nicht während einer Aufführung buhen, am Schluss wäre es angemessener gewesen. Aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass gegen Fehlbesetzungen und andere Ungerechtigkeiten/Mißstände (das Wort schaut mit sss einfach so schiach aus) des Opernbetriebs protestiert werden muss und nicht mit der Begründung "Sie bemühen sich eh" alles akzeptiert werden darf.

19. Februar 2019
17:25
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HansLick2
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@ 91 - sie persönlich finden buhrufe während der aufführung eher unangemessen.

gratulieren aber dem buhrufer zum mut für's buh. 

19. Februar 2019
17:23
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Christine
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3. Oktober 2018
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Ich schließe mich vollinhaltlich dem Merker-Kritiker Kurt Vlach und dem Forumsteilnehmer florezaficionada an.

Gurnemanz, wenn  Sie einem Buhrufer gratulieren, "shame on you" (bezieht sich nur auf diesen Fall, sonst teile ich öfters auch Ihre Meinung). Es gab in der Staatsoper schon wesentlich schlechtere Leistungen (wenn man einen ganzen Abend betrachtet).

19. Februar 2019
16:09
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

ad 89:

Ich finde das überhaupt gar nicht niederträchtig, sondern ich möchte dem gestrigen Buhrufer (wer auch immer es war) für seinen Mut gratulieren. Wie gesagt, ich war nicht drinnen, aber ich hab mehrere (zuverlässige!) Leute befragt, und der einheitliche Tenor ist, dass das nix war. Irgendwie muss man ja dem Direktor kommunizieren, dass er eine völlig unzureichende Sängerin für die Hauptrolle in einer Premiere an einem sogenannten ersten Haus engagiert hat, und - wichtiger!! - er sich hüten soll, uns Wienern erneut eine solche Premierenbesetzung vorzusetzen. Frau Peretyatko wirkt nicht unentgeltlich mit, sondern wird für diese Rolle angemessen entlohnt, also darf man sie auch kritisieren. Ob man sich bemüht oder nicht, ist egal, die Leistung muss stimmen. Es besteht ein großer Unterschied zwischen einer schlechten (entschuldbaren) Tagesform und der Unfähigkeit, technisch richtig zu singen, in Kombination mit der seltsamen Geschichte um die angebliche Urfassung. Es gibt viele bessere Sängerinnen, die aber keine/kaum Engagements mehr bekommen. Und persönliche Applausverweigerung ist komplett wirkungslos.

Anzumerken wäre aus meiner Sicht lediglich, dass ich Buhrufe während einer Vorstellung für eher unangemessen halte; nach der Vorstellung kann jeder jubeln oder buhen, so laut er will (und wie im Eintrag 88 steht, buhe ich wirklich nicht oft). 

19. Februar 2019
15:57
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alcindo
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27. Februar 2018
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para la aficionada:   zumindest 90% des publikums applaudieren auf jeden fall, wenn sie eine arie wiedererkennen;   wenn sich jemand bei der arie plagt und nicht ganz sicher und richtig singt, denken manche:  das muss sehr schwer sein....ich würde nach einer arie nie buh rufen, sondern zischen...das ist ein warnzeichen, so werden es freunde des sängers oder eine eventuelle claque gar nicht mit bravos versuchen...das war nämlich der fall in der tvuebertragung...nach einer mittelmäßigen gesanglichen leistung ein überlautes bravo, das dann die buhs auf den plan rief. bei den schlussvorhängen habe ich auch schon manchmal gebuht.

O Peretyatko schaut sehr gut aus und spielt die auffassung dieser Inszenierung sehr gut, trotz allem war sie eine der wenigen Lucias, die mir missfallen haben, nicht wegen 3 oder 4 hohen tönen, sondern das dauernde anstossen an die grenzen ihrer möglichkeiten mit vielen verwackelten und forcierten tönen hat in einer belcantooper nichts verloren

mit gruss alcindo

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