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Renate Wagner:Lucia | OnlineMerker | Forum

 

 

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Renate Wagner:Lucia
15. Februar 2019
18:07
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 44
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19. November 2018
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Harmlose Inszenierung !

14. Februar 2019
20:00
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alcindo
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Forumsbeiträge: 198
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27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

servus, HansLick2, die Lucia in Graz war vor der Volksoper, die Norma sang sie auch in Graz.   ich habe die karriere von Mimi Coertse immer ein bisschen verfolgt, sie war die Gilda in meiner ersten opernvorstellung...1956 in der Volksoper, so etwas bleibt unvergesslich; damals hiess sie Mimi Engela Coertse.  beeindruckend an ihr war die leichtigkeit der tonproduktion und ihre musikalitaet. wenn Sie genug zeit haben, horchen Sie sich die Luciaarie von ihr an, es scheint eine studioaufnahme in Wien unter Maerzendorfer zu sein. sie spielt sich mit der musik und ihrer stimme, wo sich die Russin in der neuproduktion durchplagt.

mit gruss alcindo

14. Februar 2019
15:40
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 169
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14. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@ 49 alcindo - wenn ich mich recht erinnere war die immer sattelfest mimi coertse vorher schon lucia in graz, auch die norma?

13. Februar 2019
23:53
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alcindo
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Forumsbeiträge: 198
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lucia di Lammermoor war in der "guten alten zeit" in Wien in der Volksoper beheimatet, meist sang Mimi Coertse die Lucia, später auch Patricia Wise. Mimi Coertse sang die Lucia damals auch mit Alfredo Kraus  in der VO. Mimi Coertse war nicht unbedingt ein weitstar, sie war eine ausgezeichnete ensemblesängerin, die in Wien von der Königin der nacht bis zur Nedda eingesetzt war. habe mir den Orf-link von der Staatsopernpremiere angehört und habe die erste arie (regnava nel silenzio) mit Lisette Oropesa und einer studioaufnahme von Mimi Coertse verglichen, da kommt Olga P nicht mit, ihre stimme hat teilweise ein starkes vibrato,  was in dieser arie und dieser rolle nicht unbedingt von vorteil ist, die vielen triller klingen sonderbar, auch die Cs in den läufen verpuffen total und es wird kontinuierlich rallentiert, auch wenn ein gewisser Donizetti a tempo hinschreibt; seltsam, dass E Pico da mitmacht. die anstrengung ist bei Olga P sehr oft nicht zu überhoeren. im link Mimi Coertse, die Lucia im repertoirebetieb der Wiener Volksoper in den 60gerjahren

https://www.youtube.com/watch?v=urngLFGS4mY18

13. Februar 2019
23:46
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tenorissimo
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Forumsbeiträge: 8
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30. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Interessant, dass man schon für die 2. Vorstellung von der Ur-Fassung abließ und Lucia doch ein Es man Ende versuchte, welches laut Prochazka „eher ein D“ war, laut Troger „sehr dünn“...

Eigentlich ist das echt peinlich zuerst zu behaupten, man hält an der Ur-Fassung fest, dann - anscheinend werden Kritiken doch gelesen - auf Traditionen zurückgegriffen, die man schlussendlich nicht im Stande ist zu leisten...

Man soll Partien nicht an einzelnen Tönen festmachen aber die 2 Rezensionen oben genannter seriöser Kritiker stimmen wohl größtenteils überein, wobei ich Herrn Prochazka die in allen Punkten Recht geben möchte. 

Bin dann gespannt welche Fassung uns am Freitag erwartet! 

13. Februar 2019
20:24
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Michta
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Forumsbeiträge: 121
Mitglied seit:
6. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Eigentlich wollte ich ja mein ( manche meinen  loses) Maul halten, bis ich mir das ganze selbst angehört habe - aber ich bezweifle ob ich für sowas meiune kostbare Zeit opfern möchte. Ich brauch keine "Mogelpackung" wo man für nicht adäquate, überforderte Sänger "Fassungen" kreiert, denen all der "Pfeffer" fehlt, den wir jahrzehntelang genossen haben. Ich brauch keine "Neudeutung", wobei laut den verschiedensten Augen - und Ohrenzeugen, die ich befragt habe, und den geschriebenen Kritiken, fad herumgestapft wird, sich der Chor - wiedereinmal - idiotisch zuckend im Kollektiv bewegt. Wenn - laut der heutigen "Merker-Kritik"!! -  als großartiger Regie-Einfall gelobt wird, daß der Tenor mitten im Duett auf der einen Seite rausrennt, und umgezogen auf der anderen Seite wieder rein kommt, dann frage ich mich nur: haben die noch  alle Tassen im Schrank??  Wenn gemutmaßt wird, daß es ja besser wird, wenn sich alles einspielt und die Probenzeit ja zu kurz war, dann frage ich mich wie unbedarft man sein kann???  Wird heutzutage sowieso im Verhältnis viel zu laang geprobt, speziell dann, wenn man sieht was dabei raus kommt!  Und von einem Jubel zu einer "Fast-Wiederholung" war es gestern - laut mehreren Augenzeugen   weiiit entfernt!  Ich habe - nicht nur in Wien - soviele tolle Lucias gesehen, mit Gruberova, June Anderson, Wise, Ghazarian, Esposito, Vargicova, Lojarro,  mit Kraus, Bonisolli, Domingo, Carreras, Bergonzi, Dvorsky, Manuguerra, Mazurok, Zancanaro, Sardinero, Paolo Washington, etc.  - warum soll ich mir sowas antun?  Gestern waren auch einige Bekannte drin, die absolut keine "Kenner" sind, und vieles goutieren, die haben ganz bescheiden gesagt, "da ist aber kein Funke übergesprungen"  oder "so was Fades"..und das bei einem der melodienseligsten und "einfachst" zu erlebenden und zu verstehenden Werken der Opermnliteratur:   wenn mans einfach nacherzählt, sehr gute Sänger hat, die das auch bravourös schaffen können. Mehr brauchen 90% der Opernbesucher nicht - und im Moment wird alles für die 10% gemacht, die was "Neues" wollen, die "Interpretationen" und "Neudeutungen" brauchen. Also: wie bei so vielem heute stimmt auch da die Relation nicht, aber auf übelste Weise!

13. Februar 2019
16:23
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 169
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14. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@ 42 - zurück zu Lucia, vorweg die musikalisch, hilflose premiere ist bis zum 16.2.2019 bei orf abrufbar, link dabei, nicht wirklich lohnend aber zum nachhören allemal. ich hörte nur die übertragung und stimme ihren freunden bei, keine spannung im sextett und die zwei großen solisten nicht zum hören. auch der bass mit tiefer heisser luft!

den blumigen erlebnissbericht von der 2. aufführung würde ich nicht allzu ernst nehmen. - ich traue ohnehin nur meinen ohren und sehen muss ich eine oper nicht wirklich.

https://oe1.orf.at/programm/20190209

13. Februar 2019
15:58
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 301
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29. September 2018
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Ich glaub, wir beide reden aneinander vorbei. Natürlich muss ein Stück, dessen Libretto um 1900 spielt, nicht in die Nazizeit versetzt werden. Wenn dem Regisseur das aber sinnvoll erscheint, räume ich ihm gerne das Recht dazu ein, es in diese Zeit zu versetzen. Dazu noch zwei Gedanken: Meiner Erfahrung nach spielen sehr wenige Inszenierungen in der Nazizeit, jedenfalls viel weniger als gerne behauptet wird. Und beispielsweise sind im Libretto der der Strauss-Oper Capriccio, die ja 1942 uraufgeführt wurde und im 18. Jahrhundert spielt, zahlreiche direkte und indirekte Anspielungen auf die Nazizeit versteckt. Und beispielsweise reflektiert die Oper Il prigioniero von Luigi Dallapiccola ziemlich eindeutig auf die Nazizeit (obwohl im 16. Jahrhundert spielend, aber 1950 uraufgeführt) etc. Im wesentlichen geht es in Capriccio aber um die Frage, inwieweit Kunst in einem diktatorischen Regime Platz hat und natürlich auch um die Frage, was wichtiger ist: Wort oder Ton. Und im prigioniero geht es um die Folgen von Folter und von der Hoffnung als schlimmste Folter. In welchem Regime man diese beiden Opern ansiedelt, ist letztlich egal, aber ich wollte nur zwei Beispiele nennen für Opern, deren Versetzung in die Nazizeit für mich sehr schlüssig wäre (aber man kann es selbstverständlich auch auf 1000 andere Arten inszenieren, keine Frage!!). 

Die Gagen werden in erster Linie von den Subventionen bezahlt, nicht von den Besuchern, die sich teure Karten kaufen. Ich schlage vor, verbleiben wir am besten damit, dass es verschiedene Zugänge zum Kunstwerk Oper gibt, natürlich jeder von seinem persönlichen Zugang überzeugt ist, aber es natürlich nicht nur einen richtigen Weg gibt. Wir alle haben unterschiedliche Erwartungen, deshalb kommen wir nie auf einen grünen Zweig. Macht aber nix - zum Diskutieren ist ein Diskussionsforum ja da! 

13. Februar 2019
15:39
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susana
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16. September 2018
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mein letzter Gedanke dazu, dann bin ich weg -  - Ein Stück dass laut Textbuch 1900 spielt muss nicht in der Nazizeit spielen um geistig anspruchsvoll zu werden.

Selbstverständlich ist jeder berechtigt Kritik abzuliefern. Ob er nun 5 Euro oder 150 Euro bezahlt und niemand ist mehr wert. Das habe ich nie behauptet. Auch wenn ich nun behaupte, gäbe es nur Leute die 5 Euro zahlen für einen Opernbesuch wäre Oper schon ausgestorben, von irgendwo müssen ja die Gagen bezahlt werden.

Und es sind ja auch die meisten Kritiker die ganz groß schreien, sich fast immer langweilen, die nie einen Cent für ihre Karte bezahlen, also die meisten ...nicht alle...

Genauso wie ich mir CD`S kaufe und nicht irgendwo runterlade, oder einen Film... denn hinter jedem Werk stehen Menschen die einen Beruf haben und dafür bezahlt werden müssen...

Das mit Twitter und co habe ich nciht persönlich gemeint, das habe ich allgemein für jungen Menschen gemeint - also für die jetzige junge Generation, aber sie können ja nichts dafür , sie wachsen ja auch damit auf.

damit zieh ich mich aus der Diskussion zurück und entschuldige mich für die "Themenverfehlung"

13. Februar 2019
15:07
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

An Susana / Beitrag 41:

Nein, jetzt haben Sie mich stark missverstanden. Ich sage nicht, dass Oper auf diese Art interpretiert werden muss, aber ich sage, dass sie überhaupt irgendwie interpretiert werden muss, weil sie ja für eine Aufführung geschrieben ist. Sonst könnte man sich ja auch daheim eine CD anhören und im Libretto mitlesen oder in der Oper die Augen schließen.
In einem Konzert ist das was ganz anderes, da zählt nur die Musik oder eben Musik kombiniert mit Gesang. Aber Oper ist Musiktheater, und Theater braucht eine szenische Realiserung. Welche Art von Inszenierung man bevorzugt, ist subjektiv, das habe ich ja auch schon geschrieben. Es ist natürlich auch vollkommen in Ordnung, wenn man nur auf die Sänger wertlegt, aber das steht meiner Ansicht entgegen, dass Oper ein Gesamtkunstwerk von Musik (Sänger, Orchester, Chor) und Theater (Inszenierung) ist.
Auch ich bezahle die Karten mit meinem selbst erarbeiteten Geld, und dass ich nur ganz selten mehr als 5 Euro für eine Aufführung ausgebe, verbietet mir ja nicht, eine eigene Meinung über die Aufführungen zu haben und diese zu äußern. Ich fühle mich nicht "geistig mehr anspruchsvoll" und bezeichne andere nicht als "geistig etwas weniger anspruchsvoll", das hat damit überhaupt gar nichts zu tun. Es geht vielmehr darum, was man sich von einer Opernaufführung erwartet, um nicht mehr und nicht weniger. Ich will eine Auseinandersetzung des Regisseurs mit dem Stück. Ob mir das Ergebnis dann gefällt oder nicht, ist etwas anderes. Aber ich möchte sehen, dass sich der Regisseur was dabei gedacht hat. (und nebenbei: Auch mit hat das Konwitschny-Totenhaus gar nicht gefallen.)

(Und: Ich hab weder Twitter noch Instagram und schau keine einzige Realityshow, und ich habe zwar Facebook, verwende es aber fast nicht. Ganz abgesehen davon, dass Twitter und Facebook ohnehin schon aus der Mode gekommen sind und viele jetzt Snapchat benützen, aber das hab ich auch nicht, weil es eine Teenagerkommunikationsplattform ist, und aus dem Alter bin ich schon lang draußen.)

13. Februar 2019
14:53
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tenorissimo
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30. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Um zurück zur Lucia zu kommen: in der neuen Kritik der 2 .Vorstellung wird abermals von tollen hohen Noten (welchen außer dem C?!? was für jeden Sopran „normal“ sein sollte) und ausgezeichneten „mörderischen Koloraturen“ geschrieben. 

Wieder der Verweis auf YouTube oder sollte ich zum Ohrenarzt?

Oder haben sie für die 2. Vorstellung doch wieder auf die traditionelle Fassung zurückgegriffen und Peretyatko hat doch wieder alle Ds und Es gesungen sowie eine deutliche Steigerung bei den Koloraturen erreicht? 

Ein Freund der in der Prmeiere war meinte dass sowohl Peretyatko als auch Flórez in den Ensambles kaum zu hören waren (vor allem ihr dünnes C am Ende des Sextett). 

13. Februar 2019
14:48
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susana
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Forumsbeiträge: 60
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16. September 2018
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Gurnemanz sagt

Chenier sagt
die Realität ist grauslich genug und die Musik sollte ein Refugium sein und keine ewige Reflexion.

Ich denke, daran zeigt sich, warum die Zugänge so unterschiedlich sind. Ich sage: Wenn man Musik als Rückzugsort vor der bösen Realität versteht, verkauft man die Musik unter ihrem Wert. Ich will genau das Gegenteil: Die Musik und vor allem die Oper soll mich nicht oberflächlich erfreuen, sondern sie soll mir ein besseres Verständnis der Welt und der Zusammenhänge geben, sie soll mich innerlich aufwühlen und (geistig) fordern. Und ich will nicht jahrzehntelang das gleiche sehen. Wenn einem die Ausführenden wichtig sind und nicht die Inszenierung, hat man gewiss auch kein Problem mit unkonventionellen Inszenierungen, das läuft dann ja auf dasselbe hinaus.

Wäre die Oper eine museale Kunst, wäre sie schon längst verschwunden! Oper ist Musiktheater, und Musiktheaterstücke brauchen eine szenische Interpretation, damit sie überhaupt aufgeführt werden können.  

Also Sie behaupten allen ernstes , Gurnemanz, dass Oper prinzipiell ein geistloses Werk ist, dass unbedingt interpretiert werden muss, da man sich sonst langweilt , sie behaupten dass Oper ohne diese (jetzt sehr übertrieben gesagt)  neuartigen zuckende, blutüberströmten oder nackten Sängern oder anderen  abartigen Neuinszenierungen  Oper erst Sinn, einen Intellekt gibt - dann muss ich sagen verstehe ich diese Welt nicht mehr , wächst hier echt eine Generation auf, die nur noch Aktion braucht um geistig gefordert zu sein ?  mit FB, Twitter,  Instergram und mit 1000 Realityshows seid ihr jungen Menschen wohl nicht mehr in der Lage einfach Gefühlen in der Musik dem Text hinzugeben, einfach nur noch zu zu hören ?

Ich brauche nicht die Oper um die aktuelle Welt reflektiert zu bekommen,das kann ich von mir aus ganz von selbst !!!

In beinahe 50 Opernjahren die ich vorallem in Wien, ab und zu auch mit Reisen in andere Städte verbracht habe, habe ich ganz selten  das Gefühl gehabt mich zu langweilen. Meine erste große Langeweile war beim Prohepte von Neuenfels und Aida als Putzfrau von Konwitschny , ersterer war wenigstens gut sängerisch besetzt.Je abartiger, je mehr Holzhammer in einer Regie war desto langweiliger empfand ich es, fast immer waren es dann auch die langweiligen Sänger.

Auch ich gehe gerne in Museen, und freue mich über Bilder und interpretiere sie in meiner momentanen Lebenlage und es kann ohne weiteres sein, dass es in 2 verschiedenen Besuchen 2 verschiedene Gefühlsebenen angesprochen werden. Und dafür liebe ich Künstler und ihre Werke .

Ich möchte dazu niemanden der mir erklärt was ich darüber zu denken habe.

Aber möglicherweise , bin ich geistig etwas weniger anspruchsvoll wenn ich mich an einem Giovanni, einer Zauberflöte , einem Simone oder einer Tosca einfach nur an der Musik, der Dramatik und der guten Sänger erfreue.Nun ich bin auch jetzt so frech und behaupte 90 % derjeniger der die Karten fü solche Veranstaltungen kaufen, sie mit ihrem erarbeiteiten Geld bezahlen,  denken ähnlich wie ich

nur so funktioniert der kulturelle Spielbetrieb - wären nicht diejenigen da , die ihre Karten bezahlen, auch die teuren (die lt Gurnemanz ja selber schuld sind wenn sie so viel bezahlen) und der Staat der mit Subventionen diese Kultur aufrecht erhält .

Und nochmals , ich habe nichts gegen interessante Interpretationen, aber alles im Rahmen des Textes und der Musik - gute Beispiele davon habe ich ja schon einmal hier im Forum genannt und will mich nicht wiederholen.

13. Februar 2019
14:13
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 301
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

zu den Beiträgen 36 und 39: Ja natürlich sind manche professionelle Kritiker unbedarft, und natürlich haben Opernenthusiasten mit gutem Gehör und kritischem Geist mehr Fähigkeit zur Beurteilung von Aufführungen. Barbara Rett ist zwar keine Kritikerin, aber sie hat am 13. Jänner 2019 nicht einmal gewusst, wo im Orchester die zweiten Geigen sitzen. Mamma mia!
Natürlich ist ein Museum nichts Schlechtes, aber Opern waren zu ihrer Zeit nie museale Kunst und sollen es auch heute nicht sein. Deshalb ist der Vergleich Gemälde-Oper unzutreffend, wie schon mehrmals beschrieben. Eine Opernaufführung entsteht immer erst im Moment der Aufführung, sie ist kein Werk, das man "entstellen" kann.
Sie können nicht die Aufgabe eines Restaurators mit der eines Regisseurs vergleichen. Ein Restaurator muss ein fertiges, abgeschlossenes, schon beschädigtes Kunstwerk möglichst gut wiederherstellen und vor dem Verfall retten. Ein Regisseur ist aber ein eigenständiger Künstler, denn er trägt dazu bei, dass eine Oper oder ein Theaterstück überhaupt erst aufführbar wird. Nur mit den szenischen Anweisungen des Komponisten/Librettisten kann man keine Inszenierung machen.
Ich finde, man kann auch über "moderne" Inszenierungen diskutieren. Wenn die Inszenierung dazu beiträgt, dass es ein spannender Abend wird, dann hat sie sich für mich gelohnt. Anders gesagt: Wenn man in der Pause das Bedürfnis hat, über die Aufführung zu reden und nicht gelangweilt in sein Smartphone starrt, dann ist es eine gute Aufführung.

zu Beitrag 37: Welchen Trovatore hat Meyer ausrangiert? Er hat doch erst 2017 einen nichtssagenden und langweiligen Trovatore gebracht, und die Vorgängerinszenierung wurde seit 2001 nicht mehr gespielt. Dass Meyer eine grandiose Produktion wie den Konwitschny-Carlos nicht mehr spielt, ist bezeichnend für seine szenische Bedeutungslosigkeit. Wenn Sie meinen, dass ein ausgesungener und verbrauchter Kunde als Chénier und ein fehlbesetzter Hampson als Scarpia kaum etwas zu wünschen übrig lassen, ist das Ihre Meinung, aber meine nicht. Von den Nebenrollen in diesen beiden Aufführungen ganz zu schweigen...
Über die Sylvia kann ich nichts sagen, da war ich nicht drinnen.

zu Beitrag 38: Danke, Sie haben aus meiner Sicht mehr als komplett recht. Besser hätte ich es nicht ausgedrückt.

13. Februar 2019
13:58
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Christine
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Forumsbeiträge: 42
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3. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Die Ausstellung eines Gemäldes in einem Museum habe ich noch nicht als Interpretation des Gemäldes gesehen. Salopp gesagt: es hängt dort in einem Raum an der Wand, ich kann es in Ruhe betrachten, es auf mich wirken lassen, mir überlegen, was sich der Künstler dabei gedacht haben könnte, usw. Ein anderer Besucher sieht das gleiche Gemälde vielleicht mit anderen Augen und wenn es sich ergibt, könnten wir darüber diskutieren. Aber beide sehen wir das gleiche Gemälde, so wie es der Künstler gemalt hat und brauchen keinen Regisseur, der uns versucht einzureden, dass das richtig ist, was er sieht. Es ist mir klar, dass Opern und Theaterstücke von Menschen auf die Bühne gebracht werden müssen, aber wenn die Regisseure Werke total verfremden, finde ich das nur schade bis ärgerlich. Besonders ärgerlich wenn der Text nicht mehr mit der Interpretation auf der Bühne übereinstimmt. Wenn Künstler sinnlose Verrenkungen machen müssen, die ihr Singen beeinträchigen, denn die musikalische Interpretation ist ein Kernstück der Oper.

"Autorität angeblicher Wahrhaftigkeit oder Ursprünglichkeit": Wenn man sich mit dem Libretto beschäftigt, die Briefe und anderen Unterlagen der Komponisten und Textschreiber liest oder Berichte über erste Aufführungen, kann man schon einiges herausfinden. Die ganze Geschichtsschreibung aus der Zeit vor den Tonaufnahmen stützt sich auf diese schriftlichen Quellen. Ich habe mich mit Donizetti nicht so viel befasst wie mit Verdi, aber ich glaube, dass die Komponisten nicht sehr glücklich wären mit so mancher heutiger Interpretation. Maler wie Botticelli, Rembrandt, Breughel, da Vinci, Monet, Piccasso etc. können alle ruhig schlafen. Sie haben sehr unterschiedliche Werke gemalt, aber ihre Werke bleiben im Wesentlichen so erhalten wie sie hergestellt wurden und es würde kein Restaurator wagen ein Bild zu verändern.

13. Februar 2019
12:58
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Asinus
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Forumsbeiträge: 1
Mitglied seit:
13. Februar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine sagt

"Museale Kunst" - ist das Museum etwas Schlechtes? Viele Menschen (mich eingeschlossen) gehen in Museen und sind froh, dass sich die Bilder nicht verändern. Sie bleiben so, wie die Künstler sie gestaltet haben. Es ist schade, dass das, was dem Maler vergönnt ist, dem Komponisten oder Autor leider nicht vergönnt ist. Ihre Werke dürfen so interpretiert werden, dass sie bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind und das finden manche Menschen dann noch interessant.  

Aber meinen Sie nicht, dass die Aufstellung im Kontext eines Museums selbst schon einen Akt der Interpretation des betreffenden Kunstwerkes als beispielsweise bloß durch seine Materie gekennzeichnete Einheit darstellt und folglich eine Verfremdung gegenüber einer beispielsweise ursprünglichen Schöpfung als Teil einer sakralen Anlage bedeutet? Wenn wir den Anblick eines Gemäldes von Bosch  genießen und uns nicht in Schauder ob der drohenden Höllenqualen versetzt finden, ist der Intention des Malers wohl kaum entsprochen. Insofern wäre die Aufstellung eines Flügelaltars in einem Bundesmuseum das Analogon zum Regietheater und also keineswegs in Linie mit der seiner ursprünglichen Absicht. Andererseits spielt das Orchester die Noten meist so, wie der Komponist sie notiert hat oder singt der Sänger den Text des Librettos wortwörtlich.

Der Begriff der Werktreue ist ja ein historisch relativ neuer und bezeichnet insofern auch nur eine mögliche Form von Aufführungspraxis unter vielen. Es gibt viele gute Gründe, diese Form zu präferieren (ebenso wie es viele gute Gründe für alternative Praktiken gibt), es scheint mir jedoch nicht legitim, diese Form mit Verweis auf die Autorität angeblicher Wahrhaftigkeit oder Ursprünglichkeit, die ihr genauer betrachtet ja eben doch nicht zukommt (und jede Diskussion über unseren Umgang mit Kunst auch schon a priori unterbinden würde), zu begründen.

13. Februar 2019
11:32
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Chenier
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Forumsbeiträge: 310
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28. Februar 2018
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"An der Wiener Staatsoper (erstes Haus der Welt... hahaha) gibt es seit Meyer Mittelmaß".

Nicht nur, Gurnemanz, habe zuletzt 3 Vorstellungen auf hohem Niveau erlebt, Chenier, Sylvia und zuletzt Tosca, ließen kaum etwas zu wünschen übrig.

Und die szenischen Rohrkrepierer wurden ja entweder ausrangiert (z. B. Trovatore oder Macbeth) bzw. werden selten gebracht (z. B. der Konwitschny-Carlos).

13. Februar 2019
8:50
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Christine
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Forumsbeiträge: 42
Mitglied seit:
3. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine, dass die Forumsschreiber schärfere Kritik üben, soll Sie nicht verwundern, wir wissen ja alle, wie unbedarft manche professionellen Kritiker sind, und dass der ORF nicht grade Besucher zeigt, die sich negativ äußern, ist ja auch keine große Überraschung.

Wäre die Oper eine museale Kunst, wäre sie schon längst verschwunden! Oper ist Musiktheater, und Musiktheaterstücke brauchen eine szenische Interpretation, damit sie überhaupt aufgeführt werden können.  

Die Behauptung, dass manche professionelle Kritiker unbedarft sind, finde ich einigermaßen gewagt. Sind die Opernenthusiasten näher an der Wahrheit? Kritiker sind zu einer Objektivität verpflichtet, Forumsschreiben nicht. Es werden aber oft auch von den professionellen Kritikern Sänger sehr negativ beurteilt, warum sollten sie im Fall der Lucia eine Ausnahme machen? Auch im ORF gab es schon richtige Verrisse nach Opern- und Theateraufführungen. Aber dass es hier anderes war, hängt vielleicht doch mit der geplanten Übertragung zusammen.

"Museale Kunst" - ist das Museum etwas Schlechtes? Viele Menschen (mich eingeschlossen) gehen in Museen und sind froh, dass sich die Bilder nicht verändern. Sie bleiben so, wie die Künstler sie gestaltet haben. Es ist schade, dass das, was dem Maler vergönnt ist, dem Komponisten oder Autor leider nicht vergönnt ist. Ihre Werke dürfen so interpretiert werden, dass sie bis zur Unkenntlichkeit entstellt sind und das finden manche Menschen dann noch interessant.

12. Februar 2019
21:44
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 301
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Chenier sagt
die Realität ist grauslich genug und die Musik sollte ein Refugium sein und keine ewige Reflexion.

Ich denke, daran zeigt sich, warum die Zugänge so unterschiedlich sind. Ich sage: Wenn man Musik als Rückzugsort vor der bösen Realität versteht, verkauft man die Musik unter ihrem Wert. Ich will genau das Gegenteil: Die Musik und vor allem die Oper soll mich nicht oberflächlich erfreuen, sondern sie soll mir ein besseres Verständnis der Welt und der Zusammenhänge geben, sie soll mich innerlich aufwühlen und (geistig) fordern. Und ich will nicht jahrzehntelang das gleiche sehen. Wenn einem die Ausführenden wichtig sind und nicht die Inszenierung, hat man gewiss auch kein Problem mit unkonventionellen Inszenierungen, das läuft dann ja auf dasselbe hinaus.

Christine, dass die Forumsschreiber schärfere Kritik üben, soll Sie nicht verwundern, wir wissen ja alle, wie unbedarft manche professionellen Kritiker sind, und dass der ORF nicht grade Besucher zeigt, die sich negativ äußern, ist ja auch keine große Überraschung.

An der Wiener Staatsoper (erstes Haus der Welt... hahaha) gibt es seit Meyer Mittelmaß, Fehlbesetzung und szenische Langeweile, heuer auch einen Spielplan, der an Phantasielosigkeit kaum zu übertreffen ist. Deshalb freue mich auf Roščić und Morabito, die bestimmt frischen Wind in das derzeitige Opernmuseum bringen werden. Ob das dann gut wird, weiß ich nicht, aber besser auf jeden Fall.

Wäre die Oper eine museale Kunst, wäre sie schon längst verschwunden! Oper ist Musiktheater, und Musiktheaterstücke brauchen eine szenische Interpretation, damit sie überhaupt aufgeführt werden können.

12. Februar 2019
19:39
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alcindo
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Forumsbeiträge: 198
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

liebe susana, Sie schreiben:     

Schade dass man diese Lucia neu inszenieren musst, es wäre neue Opern die viele Jahre nicht hier gespielt wurden, die neu gehören! aber ja , es gibt ja viele Menschen die ständig was neues brauchen, sonst ist es langweilig... die haben meiner Meinung aber die Kunstform Oper nicht ganz erfasst.. aber ja meine eigene Meinung.. auf zuckende Chormitglieder oder andere Ablenkungen kann ich immer noch verzichten...

mehr recht haben als Sie hier ist schwer.............opern sollten nicht für opernsnobs inszeniert werden - vor allem nicht aus steuergeldern -, damit diese wieder einmal etwas "neues' erleben, und auch nicht für leute, die glauben auf der opernbühne lösung für ihre zt psychischen probleme oder gar der weltprobleme zu finden 

 

mit gruss alcindo

p.s.  mein voriger eintrag ist aus mir nicht bekannten gründen verstümmelt herausgekommen

12. Februar 2019
17:19
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susana
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Forumsbeiträge: 60
Mitglied seit:
16. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Alcindo , ich musste herzlich lachen, Sie haben sooo recht. Ausserdem gibt es anscheinend immer mehr Menschen die mit einem vorgegebenen Text und der dazu passenden Musik nicht mehr selbst was anfangen können, und müsse sich alle "vorkauen" lassen. Müssen sich irgendwo weit hergeholte "Deutungen" Oper "interessant" machen. Ich verstehe es immer noch nicht , eine plausible und schlüssige Erklärung habe ich noch nirgends gelesen.

So wie Chenier richtig schreibt, ich bin durchaus auch in der Lage selbständig zudenken, und brauche die seltsamen "Ergüsse" einfach nicht.Es sind die Ausführenden die für mich wichtig sind, und nicht die szenische Umsetzung.

Aber da es ja nicht mehr viel wirklich gute Bühnenpersönlichkeiten gibt muss man halt eine ständig zuckende Lucia zeigen, öde Bühnenbilder und die üblichen weißen Hemden und grauen Hosen.. oder war es anders ?

Ich habe die alte Lucia sehr oft erlebt - mit Gruberova, Patricia Wise, Sona Ghazarian, und auch mit Inva Mula , mit tollen Tenören an deren Seite, Domingo, Carreras, Dvorsky etc. und sehr brauchbaren Baritonen, Vassallo sicher einer der jüngeren Generation, der auf jeden Fall mehr Power und Persönlichkeit hat als Herr Petean (der sich ein sehr "braver" Bariton ist, was aber für diese Rolle nicht genug ist.

Schade dass man diese Lucia neu inszenieren musst, es wäre neue Opern die viele Jahre nicht hier gespielt wurden, die neu gehören! aber ja , es gibt ja viele Menschen die ständig was neues brauchen, sonst ist es langweilig... die haben meiner Meinung aber die Kunstform Oper nicht ganz erfasst.. aber ja meine eigene Meinung.. auf zuckende Chormitglieder oder andere Ablenkungen kann ich immer noch verzichten...

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