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Regietheater 2021, der nächste Schritt! | Seite 6 | OnlineMerker | Forum

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Das Forum des Online-Merker wurde stillgelegt und wird voraussichtlich nicht mehr geöffnet. Es war aus technischen Gründen nicht möglich, Teilnehmer nachhaltig zu sperren.

Wir überprüfen nun die Möglichkeit eines Forums, bei dem man die Wortmeldung zuerst dem Moderator senden muss, der dann darüber entscheidet, ob der Beitrag den Forumsregeln entspricht und der nur selbst online stellen kann. Ob wir da fündig werden und uns das leisten können oder wollen, werden wir ohne jeden Zeitdruck entscheiden.

Aber das  widerspräche meiner Mentalität, denn das Freie Wort ist für mich ein hohes Gut. Schade dass es soweit kommen musste!

Ich bedanke mich bei den Diskutierern, die stets fair waren und unschuldig an der Einstellung sind. Mit den ganz wenigen "Verursachern" möchte ich aber keinen weiteren Kontakt haben und bitte dies zu respektieren. 

Mit Grüßen

Anton Cupak, Herausgeber Online-Merker

 

 

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Regietheater 2021, der nächste Schritt!
1. Februar 2022
9:15
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Dalmont
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Chénier , wie erfreulich, endlich folgen Sie dem Ratschlag des alten Griechen: "Erkenne Dich selbst!"

1. Februar 2022
8:48
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Chenier
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alcindo, es ist sinnlos, schade um den Aufwand. Wie soll man Blinden die Malerei und Tauben die Musik erklären? Und primär geht es um die Provokation und Oppositionismus.

1. Februar 2022
1:07
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alcindo
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caro Dalmont: gut, dass Sie wieder und wieder mit dem weihwasser, dem paniere und dem ventaglio(mit dem  brotkorb und  dem faecher) daherkommen. aber diese dinge zeigen klar, dass dem regisseur wurscht ist, was da mit dem gesang erzaehlt wird. den faecher hat nicht die Atavanti, sondern Angelotti beim ploetzlichen aufbruch verloren, hier gibt es den faecher nicht, dafuer unterwaesche...was das heissen soll brauche ich hoffentlich nicht zu erklaeren.... das weihwasser spielt in der konversation Scarpia - Tosca eine rolle, damit beginnt Scarpia Tosca festzuhalten und vom paniere ist einige male -fuer die handlung wichtig -die rede. Sie tun als ob ich diese elemente aus dekorativer hinsicht vermisst habe, gefehlt, diese dinge haben  eine dramatische funktion in der handlung. und so gibt es noch eine reihe weiterer besonderheiten, die ich nicht unbedingt aufzaehlen will.... ich habe auch schon gefragt, warum diese Tosca nicht bei takt 1 beginnt, auf die windige pantomime mit dem Angelotti kann man verzichten. auch warte ich darauf mir zu erklaeren, was der hund in der Tosca fuer eine aufgabe oder notwendigkeit hat.... dass "vissi d'arte vom text und der musik her eine reflexion und nicht eine invitatio ad coitum ist,  hab ich ja auch schon angedeutet, die librettisten haben sich geirrt, wenn sie Scarpia singen lassen: vergewaltigen werd ich dich nicht...waere ja hier bei Kusej nicht notwendig, Tosca hat ihm schon 2 minuten zuvor das hosentuerchen aufgeknoepft....besonders schlimm finde ich die eliminierung des Sagrestanos und den ersatz durch Sciarrone, Puccini hat hier nicht musik fuer einen geheimpolizisten, sondern fuer einen etwas komischen mesner geschrieben,  der vielleicht manchmal zuviel vom messwein fuer sich abzweigt.  der genaue tag der handlung liegt nicht fest: in den ersten publikationen der Tosca steht :rnROMA, GIUGNO 1800  die schlacht von Marengo war am 14.6.1800, wo zuerst die Oesterreicher unter general Melas vermeintlich Napoleon besiegten, und auf grund dieser nachricht ordnet Scarpia das  Tedeum an,  und zur feier dafuer singt die Tosca eine kantate fuer die koenigin im Palazzo Farnese, und nicht im Moulin Rouge oder Bleu. man kann annehmen, dass die nachricht in ca 24 stunden in Rom war. kurrz darauf kommt dann die botschaft, dass Napoleon den spiess umdrehen konnte, und diese nachricht kommt dann in der nacht, also die Tosca spielt mit ziemlicher sicherheit am 15. oder 16. juni 1800, aber nicht 1900 (entstehungszeit), 1960 (das kofferradio bei Scarpia) und auch nicht 2021 (die cobratruppen-sbirri))......zu Ihren bemerkungen ueber die Tosca in der WStO kann ich nur meinen, dass Sie in jedem repertoireopernhaus ein werk einige male im jahr in der gleichen inszenierung sehen koennen, nicht nur in der Staatsoper die Wallmanninszenierung....bei der man zumindest ungestoert den saengern zuhoeren kann und nicht ueber zweifelhafte regieideen nachdenken muss, und die ausserdem eine der rentabelsten invstitionen von steuergeld istrnSie schreiben ueber hasserfuellte kommentare;  auf wen beziehen Sie sich da? fuer mich ist diese inszenierung die ekelhafteste verunstaltung eines meisterwerkes, die ich in meinem ganzen leben gesehen habe, aber das ist ein qualitaetsurteil, halt meine meinung.  tage zuvor habe ich la Wally aus dem ThadW gesehen, auch keine traditionelle inszenierung, die hat mir aber bis auf wenige kleinigkeiten sehr gut gefallen. auch viele andere moderne inszenierungen gefallen mir, was mir und vielen nicht gefaellt ist ein werk  in einer weise umzudrehen, mit dem resultat, dass das ergebnis nicht der musik entspricht(hier zb Sciarrone-sagrestano) oder das gesungene wort in frage stellt oder laecherlich macht(violenza non ti faro) .......aus bestimmten gruenden habe ich in den letzten 50 jahren nie gebuht oder pfui gerufen, hier haette ich mit dieser tradition gebrochenrnbuenas noches  alcindo

31. Januar 2022
23:25
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Dalmont
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Christine, ich bitte nicht zu vergessen: Sie haben in Wien seit mehr als sechs Jahrzehnten eine „Tosca“ – Aufführung, die Rom im Juni 1800 meiner Meinung nach falsch realistisch zeigt. Man wundert sich nur, dass im 2.Akt zur povera cena keinPollo alla Marengo am Tisch steht. Man kann sich diese Aufführung jedes Jahr etliche Male ansehen. In unterschiedlichsten Besetzungen. Man kann, wenn man eine realistische Tosca sehen möchte, nach Berlin zur Deutschen Oper reisen und wird alle hier fast vergötzten Ingredienzien vom Weihwasserkessel über den Brotkorb, den Fächer bis zur Ansicht von Michelangelos Kuppel im Morgengrauen vorfinden. Allerdings subtiler und geschmackssicherer.

Warum diese hasserfüllten, mit Erstickungswünschen für den Regisseur versehenen Kommentare zu einer Aufführung, die in zeitgemäßer Theaterästhetik gestaltet wurde, die in ganz Europa erlebt werden kann und diskutiert wird? Die sich an das théâtre de la cruauté des Puccini-Zeitgenossen Antonin Artauds anlehnt? Man wagt ja gar nicht mehr, zuzugeben, dass unsereins Lautréamont mit dieser Oper gedanklich in Verbindung bringt, auch Marquis de Sade. Denn frei nach Gertrude Stein heißt es in Wien: ein Weihwasserkessel ist ein Weihwasserkessel ist ein Weihwasserkessel und muss es bis in alle Ewigkeit bleiben.

Die Tosca spielt übrigens nicht an einem festgelegten Tag im Juni 1800; klarerweise nicht am Tag des Schlachtens in dem piemontesischen Kaff. Die widersprüchlichen Nachrichten mussten ja erst einmal nach Rom gelangen.

Ich frage mich daher, warum gerade diese Tosca – Einstudierung so viel hasserfüllte Ablehnung zur Folge hatte. Denn es gibt eine Reihe von Opern, die wesentlich genauer zeitlich festzulegen sind, was aber niemand je sonderlich gekratzt hat.

Ein paar Beispiele gefällig? Es sind bis auf zwei alles Werke, die man in Wien sehen konnte.

23.-24.8.1572  Bartholomäusnacht, Les Huguenots

22.1.1536 Tod Jan van Leidens, Le Prophète

16.-17.3.1792 Attentat auf Gustav III., Un ballo in maschera, wobei es Verdi nicht allzu schwer fiel, aus dem schwedischen König einen Gouverneur von Boston zu machen.

13./23. April 1605 Tod des Zaren Boris Godunow

30.3.1282 die sizilianische Vesper in Palermo, Les Vêpres siciliennes

25. Juli 1794 Hinrichtung des Dichters, Andrea Chénier

17.9.1682 Hinrichtung Iwan Andrejewitsch Chowanskis,  Chowanschtschina

14.3.1363 Tod des Dogen Simon Boccanegra  

13. März 1498 Hinrichtung des Ritters Dalibor

13. Juli 1647 Ermordung Masaniellos, La Muette de Portici

Die Empörung gegen die Tosca im Theater an der Wien hat andere Ursachen: sie richtet sich gegen die Moderne. Und natürlich gegen die Person Martin Kušej.

PS: Holender ist kein guter Zeuge. Hat er doch – wie ich dem Online-Merker entnehmen konnte – Wallmanns Arbeit nach seinen finanziellen Erwägungen zurechtgestutzt und verfälscht, so nach dem Motto: Ist eh wurscht, den Wienern gfallt’s so oder so. Die Hauptsach‘, sie kommen rechtzeitig zum guten Papperl beim Lieblingsitaliener.

Und Holender möge an die Scheußlichkeiten denken, die er einem zugemutet hat (DeSimone/Mutis „Don Giovanni“-Modenschau beispielsweise).

31. Januar 2022
20:25
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Chenier
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alcindo sagt
MRadema, bitte wo sehen Sie da hass? ablehnung ist es, was viele  fuer diese ein meisterwerk umkonstruierende inszenierung haben.

  

Genau so ist es, alcindo, Ablehnung steht im Raum, sonst nichts. Selektive Wahrnehmung nennt man das in der Psychologie, nämlich etwas zu sehen oder zu hören, was gar nicht existiert oder extrem umgedeutet wird.

31. Januar 2022
19:40
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Christine
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Mradema, Sie schreiben: "Es ist m. E. erlaubt, die Oper am exakt datieren Tag in einem möglichst naturalistischen Rom zu spielen. Es ist aber nicht vorgeschrieben und für heutige Regisseure wenig naheliegend, da sie eher den inneren Werten der Opern nachspüren". Bitte erklären Sie mir, warum man "den inneren Werten" der Oper Tosca nicht nachspüren kann, wenn man sie am exakt datierten Tag in Rom spielt? Ich habe die Aufführung gesehen und ich finde nicht, dass man den inneren Werten dieses großartigen Werkes erfolgreich nachspürt, wenn man sehr vieles lächerlich macht, was darin vorkommt. Denn dass das eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Werk war, kann ja wohl niemand ernsthaft glauben. Das glaubt ja nicht einmal der Regisseur Kusej selbst, man muss sich nur sein Interview anhören.

31. Januar 2022
16:55
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alcindo
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MRadema, bitte wo sehen Sie da hass? ablehnung ist es, was viele  fuer diese ein meisterwerk umkonstruierende inszenierung haben.

31. Januar 2022
15:57
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MRadema796
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Es ist wirklich erstaunlich, dass solch eine Regie im Jahr 2022 noch so hasserfüllte Reaktionen hervorrufen kann - und das, ohne überhaupt gesehen worden zu sein. Daher greifen auch die meisten Argumente des Autors nicht. Weder kann er beurteilen, dass die Inszenierung dem Werk nicht gerecht wird (insbesondere, da es auch andere gibt, die es gesehen haben und das Gegenteil schreiben) noch würde er die eingeforderte Art der Feedback-Veranstaltung nach der Aufführung nutzen können. Oft gibt es ja so etwas tatsächlich. Und ich habe noch nie erlebt, dass ein Regisseur mit weißer Fahne die Niederlage erklärt. Da stecken immer Gedanken dahinter, die man auch nachvollziehen kann, solange man bereit dazu ist.

Dass verwendete Steuermittel als Argument gegen eine Operninszenierung herhalten, ist eine typische Art von Totschlagargument. Mit der selben Argumentation können Sie auch die Wiener Staatsoper schließen, da die meisten Steuerzahler dort nicht hingehen. (Das haben wir meiner Erinnerung nach hier bereits diskutiert.)

31. Januar 2022
15:22
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alcindo
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ich wiederhole hier mein post auf "Tosca Kusej", weil er auch sehr gut zu #373 passt:

zu dieser VERGEBURGTHEATERTEN Tosca schickt mir ein freund, der mit mir maturiert hat, von beruf arzt, langjaehriger opernbesucher und noch-abonnent der WStO seine meinung
28.01.2022
„Der Vorstadtkrimi an der Wien“ oder „Tosca geht nicht mehr baden“ Ein Schau(er)spiel
mit Begleitmusik

Der Komponist war ein Genie, doch übertrumpft ihn die Regie: Man nominiere für den Oscar diese kusejlige Tosca

Auf Fragen meint der Regisseur, man hat‘s als Regisseur nicht schwer, man ändere so wie man will, die Librettisten halten still,
genauso der Kompositeur, weil lang schon taub ist sein Gehör,
weil mehr als 70 Jahre tot, halt ich mich nicht mehr ans Verbot

Text und Musik so anzupassen, wie‘s mir beliebt, - man wird mich hassen, doch ich verwirklich‘ mich als Held und das um gutes Steuergeld.

Man spricht noch vom Urheberrecht, das für den Regisseur ist schlecht. Nein, Werkestreue kenn ich nicht, auf diese bin ich nicht erpicht.
Es gibt zwar noch ein paar der Alten, die wollen dieses Recht verwalten, doch rührt’s mich nicht in meiner Seele, sodass ich die paar Alten quäle.

Was war nun wirklich so verwegen, dass manche Fans sind so dagegen?: Apportieren darf ein Hund ‘nen amputierten Arm – na und,
als indianer liegt im Schnee halbnackt der Mesner -- Weltidee.
Unterm Schnee der Rosenduft , und das bei kalter Wintersluft;

Die Engelsburg als Campingplatz, das passt doch zu der Menschenhatz,
die sich entpuppt als sehr brutal , nicht soft wie im Original;
mehr Zeigen von dem sex and crime, da geh‘n mir alle auf den Leim.
Lass‘ wuzeln sie sich in dem Schnee, mit Blut verschmiert – das tut schon weh – jedoch nicht mir, sondern den andern, sodass die Blicke lüstern wandern;

und Schüsse direkt ins Genick erhöhen noch den Augenblick!

Harter Sex gerad beim Beten, - wen kümmert‘s heut‘, wer ist betreten, wer spricht denn heut‘ von Blasphemie, das Wort ist out, man sagt es nie.

Das will der Mensch von heute sehen – und will er‘s nicht, muss er‘s durchstehen.

Ich schau halt nur, dass es nicht fad is‘ ???? Vienna opera - quo vadis, quo vadis ????

Ach ja, da gab es auch Gesang, der meistens doch ganz gut gelang, das rso gut disponiert, vom Einspringer passend dirigiert.
Doch geh‘ ich nicht ein ins Detail, der Leser kriegt sonst Langeweil‘ Dem Opernfreunde sei‘s geklagt, das Wichtigste ist schon gesagt:

Man nominiere für den Oscar diese kusejlige Tosca !!!

31. Januar 2022
15:12
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alcindo
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von einer mit mir befreundete saengerin  bekam ich notiz, dass herr Dr Sitz einen leserbrief an die Presse geschickt hat, aber dass der jedoch nicht veroeffentlicht wurde mit erlaubnis von Dr Sitz will ich diesen leserbrief dem forum nicht vorenthalten:

Subject: Was ermächtigt einen Regieberserker eigentlich dazu, eine Jahrhundertoper vorsätzlich zu zerstören – noch dazu für unser Steuergeld ? Zur Premierenrezension „Tosca verblutet im Schneesturm“ von W.Weidringer 20.1.
To: <leserbriefe@diepresse.com>

Vorweg: Ich habe die Tosca-Premiere am 18.Jänner im Theater an der Wien nicht gesehen und habe daher zur musikalischen Qualität der Aufführung keine Meinung.

Aber die Medienberichte bezüglich Konzept, Inszenierung und Bühnenbild veranlassen mich zu dem folgenden Kommentar.

 

Ich bin zufrieden, dass ich mir in weiser Voraussicht keine Karten gekauft habe.

Ich bin enttäuscht, dass gerade in Zeiten wie diesen die Möglichkeit, erbauliche Kunst zu erleben, sinnlos vertan wurde.

Ich bin erzürnt, dass gerade in einer Opernhochburg wie Wien (wieder) ein einzigartiges Werk geradezu mit Füßen getreten wird.

 

Dass ein Opernregisseur im richtigen Sinn des Wortes 1) Liebe zum Genre „Oper“ haben muss, 2) das zu bearbeitende Werk sehr gut kennen sollte,

sodass 3) das Ergebnis letztlich zum Wohle des Werks und seines Komponisten (und Librettisten) und vor allem auch zur Erbauung

des interessierten (zahlenden) Publikums führt, ist meines Erachtens selbstverständlich.

Wenn aber Überheblichkeit, Libretto- und Text-Manipulation und Zerstörungswut die Regiearbeit dominieren, dann hört sich für mich der Spaß auf!

Wenn der bekannte Regieberserker Kusej eine Veröffentlichung einer derartigen Inszenierung für unverzichtbar hält, dann möge er gefälligst ein eigenes

Werk schreiben und nicht dreist auf dem Trittbrett unvergleichlicher zeitloser

Musik- (oder auch Literatur-)schöpfer mitfahren wollen. Das ist billiger Etikettenschwindel.   

 

Nicht zu vergessen ist natürlich auch die Tatsache, dass der Kulturbetrieb zu einem hohen Grad aus Steuermitteln finanziert wird,

was aus meiner Sicht völlig in Ordnung ist, allerdings nur so lange, wie dies nicht zu einem Selbstbedienungsladen für Egomanen wird

und die Erfüllung künstlerischer und wirtschaftlicher Kriterien von niemandem eingefordert wird. Und das operninteressierte Publikum

hat immer weniger Möglichkeiten zur Kritik, wenn im „angekündigten Produkt nicht das drinnen ist, was draufsteht“!

Mein Vorschlag: Nach jeder Premiere und ein oder zwei Vorstellungen dieser Inszenierung das Publikum unter Vorweis der Aufführungstickets

zu einer „Feedback-Veranstaltung“ einzuladen - natürlich unter obligatorischer Anwesenheit des Regisseurs und des Intendanten!

Da kann ich mir interessante Diskussionen vorstellen. Dem Publikum als Ticket- und Steuerzahler steht eine solche Möglichkeit der Meinungsäußerung

allemal zu! Das könnten die Verantwortlichen dann ja auch als objektive Kriterien für Vertragsverlängerungen

von Intendanten verwenden. Da braucht man dann allerdings etwas Zivilcourage!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Helmut Sitz

1180 Wien20

31. Januar 2022
12:47
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MRadema796
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Chenier sagt
Erstens spielt sich das aktuelle Desaster nicht an der WSO, sondern im TaW ab und zweitens zieht Kusej schon lange eine Spur der kulturellen Verwüstung hinter sich her (Stichwort München) und jetzt ist primär die Burg dran.

Die beiden Theater sind in derselben Stadt, und die Klagenden hier beziehen sich auf die Wiener Staatsoper, daher ist der Zusammenhang m. E. offensichtlich. Was Ihre Beurteilung als kulturelle Verwüstung betrifft, kann ich das zumindest mit meinen Erfahrungen aus München nicht zur Deckung bringen. Bei der Müncher Rusalka war das Publikum begeistert, aber da der Regisseur sich (natürlich) bei einer 10 Jahre alten Inszenierung nicht zeigte, mag es sein, dass es auch Buhs gegeben hätte, wenn er im Schlussapplaus aufgetreten wäre.

Christine sagt
Woraus schließen Sie, dass man die Oper Tosca nicht eindrucksvoll inszenieren kann wenn man das Geschehen genau an einem exakt datieren Tag in einem möglichst naturalistischen Rom ablaufen lässt? Verstehen das die Besucher dann nicht mehr? Ist es verständlicher und echter wenn Tosca im Schnee und Wohnwagen gespielt wird?

Das habe ich gar nicht geschlossen. Es ist m. E. erlaubt, die Oper am exakt datieren Tag in einem möglichst naturalistischen Rom zu spielen. Es ist aber nicht vorgeschrieben und für heutige Regisseure wenig naheliegend, da sie eher den inneren Werten der Opern nachspüren. Das hat Dalmont m. E. sehr gut rausgearbeitet (#360, #366).

Es will Sie hier niemand angreifen.

Meine Empfehlung ist, sich solch eine Inszenierung - vorab mit dem entsprechenden "Mindset" ausgestattet - unvoreingenommen anzuschauen. Und auch Inszenierungen, die man dann vielleicht nicht x-mal sehen möchte, können durchaus Erkenntnisse bringen, die einem dann bei späteren Sehen anderer Produktionen neue Aspekte geben.

31. Januar 2022
11:41
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alcindo
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caro Dalmont, Sie schreiben:

Alcindo, ich versteh Sie im Grunde ganz richtig, aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen. Bretz hat in meiner Aufführung den italienischen Hafen richtig ausgesprochen. Ob er die Pause eingehalten hat, wer will das bei einer packenden Aufführung schon überprüfen wollen.

Zu den Fächern, Brotkörben ecc. mag ich nix mehr sagen. Das „acqua benedetta“ –

da die TVsendung wahrscheinlich zusammengeschnitten wurde ist es im prinzip moeglich, dass Bretz das in Ihrer vorstellung  das Civitavecchia r ichtig betont hat, ich bezweifle es, vielleicht ist es Ihnen nur nicht aufgefallen.   ich finde es halt sonderbar und nicht notwendig, dass von einem brotkorb gesungen wird und dann sieht man ein halb zerknuelltes sackerl aus einem supermarkt.  das weihwasser hat Scarpia sicher immer  in einem flachmann bereit.

dass wir zur oper eine verschiede vorstellng haben ist ja klar, Sie wollen ein erlebnis haben, fuer mich und fuer viele gilt PRIMA la MUSICA

31. Januar 2022
11:20
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alcindo
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liebe Christine:   eine Floria Tosca war in jeder Tosca -inszenierung , die ich kenne,eine sympathietraegerin, in dieser inszenierung fuer mich ist sie das nicht, hier habe ich mit dieser diva aus einem nachtklub nicht mitgezittert, die Diva, die gleich einen schluck aus der flasche nimmt, gar nicht wartet bis Scarpia mit dem vin di Spagna kommt...und der holzhammereffekt des  ominoesen messers erinnerte mich mehr an eine fleischhauerei als an obst. in den meisten RTinszenierungen fliesst viel alkohol, natuerlich auch hier, normalerweise wird auch geraucht...ist mir das hier entgangen?............ es gab natuerlich auch das windige vorspiel mit Angelotti im schnee. fuer mich beginnt die Tosca mit takt 1. den Mesner eliminieren und mit Sciarrone zu ersetzen ist natuerlich auch ein ausrutscher, die worte hat man zum teil geaendert, aber die musik stimmt ja nur fuer einen aelteren mesner und nicht fuer Sciarrone.  der komponist haette sicher keine freude damit...die sonderbare idee, die marquesa Atavanti auf die buehne zu bringen erweckt die frage, warum nicht schon Giacosa, Illica und Puccini auf die idee gekommen sind....

die Kusejversion mag fuer einige(wenige) toll sein, aber wie Holender schon schrieb, Puccini ist schuld, er hat die falsche musik dazu geschrieben....

31. Januar 2022
10:09
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Chenier
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MRadema796 sagt
 

Vielen Dank an Dalmont für seine Worte, die ein Hinweis darauf sind, dass Kusej nicht einen einmaligen Ausrutscher hingelegt hat, sondern dass er Opfer der Strategie der Wiener Staatsoper geworden ist, Generationen von Opernbesuchern eine inzwischen 70 Jahre alte Inszenierung der Tosca zu präsentieren. 

 

Wie ist denn das zu interpretieren und wo ist der Konnex? Erstens spielt sich das aktuelle Desaster nicht an der WSO, sondern im TaW ab und zweitens zieht Kusej schon lange eine Spur der kulturellen Verwüstung hinter sich her (Stichwort München) und jetzt ist primär die Burg dran.

31. Januar 2022
9:57
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Christine
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MRadema: Woraus schließen Sie, dass man die Oper Tosca nicht eindrucksvoll inszenieren kann wenn man das Geschehen genau an einem exakt datieren Tag in einem möglichst naturalistischen Rom ablaufen lässt? Verstehen das die Besucher dann nicht mehr? Ist es verständlicher und echter wenn Tosca im Schnee und Wohnwagen gespielt wird?

Dalmont, mit Ihren Beiträgen habe ich wirklich Probleme diese und Sie als Mensch und Opernbesucher zu verstehen. Natürlich kommt in Tosca viel Brutalität und Sadismus vor, das sehe ich ganz genau so. Aber warum muss ich das auf so lächerliche Weise inszenieren? So dass ich nicht mitfühle mit den Personen auf der Bühne sondern mir immer wieder denke "Meine Güte, wie merkwürdig und unlogisch ist das denn?" Scarpia auf einen Baum kletternd und im Wald das Te deum singend? Welchen Sinn hat das? Das ständige Spielen mit dem Messer im 2. Akt, wo völlig unklar ist, warum so ein großes Obstmesser da überhaupt herum liegt und jeder der drei Hauptdarsteller damit herumfuchtelt. Eine Tosca, die sich völlig unmotiviert vor Scarpia die Beine spreizend hinlegt, so als wäre sie zu allem bereit. Eine Tosca, die ihm den Wein einschenkt lange bevor das in der Oper geplant ist. Die echte Auseinandersetzung zwischen beiden beginnt doch erst als er sie zu dem Schluck Wein einlädt. Da sollte Hochspannung aufkommen. Ich habe nichts davon gespürt. Völlig daneben das "quanto?" Sie haben sicher mehr Tosca Aufführungen gesehen als ich, aber ich ich kenne auch einige in verschiedenen Inszenierungen und so wenig eindrucksvoll habe ich diese Szene noch nie empfunden. Und dass sich Tosca den blutigen Pullover von Scarpia anzieht? Soll wohl ein "Einfall" sein.

Sie schreiben: "Ich klammere die Brutalität, die Grausamkeit der Welt, die Quälereien, die Menschen für andere Menschen bereit halten, nicht aus. Das geht schon deshalb nicht, weil sie alle großen Dichter, Maler und Komponisten in ihren Werken thematisiert haben". Ich klammere das auch nicht aus, will aber nicht, dass es auf der Bühne lächerlich gemacht wird. Wenn Angelotti im 1. Akt ständig im Schnee wühlt, soll das beeindrucken? Er versteckt sich hinter dem kahlen Baum und keiner sieht ihn? Da müsste ja meine Enkelin lachen. Kusej hat für mich die Oper ins Lächerliche gezogen und das hat Tosca nicht verdient.

31. Januar 2022
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MRadema796
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Vielen Dank an Dalmont für seine Worte, die ein Hinweis darauf sind, dass Kusej nicht einen einmaligen Ausrutscher hingelegt hat, sondern dass er Opfer der Strategie der Wiener Staatsoper geworden ist, Generationen von Opernbesuchern eine inzwischen 70 Jahre alte Inszenierung der Tosca zu präsentieren. Ich hoffe, dass wenigstens einige Opernfans die Gelgenheit nutzen, ihre Einstellung zu dieser Oper durch die Begegnung mit einer neuen Sichtweise zu überprüfen, ohne den Regisseur zur Hassfigur zu deklarieren. Moderne Sichtweisen auf Tosca sind Standard, und kaum Regisseure dürften in den letzten Jahrzehnten auf die Idee gekommen sein, Tosca als eine Oper zu verstehen, die an genau an einem exakt datieren Tag in einem möglichst naturalistischen Rom gespielt werden muss.

31. Januar 2022
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Dalmont
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Christine, ich weiß jetzt nicht ganz genau, was Sie sprachlos und andere fassungslos macht. Was ich formuliert habe, sind Themen der „Tosca“, die ich auch belegen könnte. Mit Textpassagen und auch musikalischen Motivkombinationen. Puccinis Oper ist eine der brutalsten, die je geschrieben wurden.

Für mich ist Kunst nicht Behübschung meines Alltags, das habe doch schon oft geschrieben. Sie ist Darstellung und Deutung von Mensch und Welt und dient doch dem, was schon ein alter Grieche verlangt hat: „Erkenne dich selbst“. Ich klammere die Brutalität, die Grausamkeit der Welt, die Quälereien, die Menschen für andere Menschen bereit halten, nicht aus. Das geht schon deshalb nicht, weil sie alle großen Dichter, Maler und Komponisten in ihren Werken thematisiert haben.

Ich weiß und akzeptiere, dass viele im Forum das nicht verstehen wollen und mit einem schönen Schein ihr Auslangen finden. Und sich vor allem an die Nebensächlichkeiten der pièces bien faites halten: Weihwasserkessel, Fächer, Brotkorb….

Woher kommt aber diese beängstigende Intoleranz Menschen und Kunstschaffenden gegenüber, die anderes wollen? Woher kommt die selbstgerechte Überzeugung, das seien alles geldgierige Idioten, die die Stücke nicht kennten und nur das Wiener Opernpublikum sekkieren wollten. Woher kommt – und ich verwende das Wort bewusst noch einmal - die Unverfrorenheit, von Wahnsinnigen – d.h.von kranken, den Bezug zur Realität verlorenen habenden Menschen - zu schreiben, ständig von Zwangsarbeit, Zwangspsychiatrierungen und grausigen Erstickungstoden zu phantasieren? Das alles bewegt sich schon sehr in Richtung Hasspostings.

Ich ärgere mich heute noch, dass mir einmal ein Verweis auf Ereignisse aus meiner Familiengeschichte entfahren ist. Die Themen, die ich in der „Tosca“ gestaltet sehe, haben damit nix zu tun. Das liegt an meiner Arbeit, da hatte ich – beruflich und ehrenamtlich - mit vielen Menschen zu tun, die diese Dinge erleben und aushalten mussten.

 

Alcindo, ich versteh Sie im Grunde ganz richtig, aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen. Bretz hat in meiner Aufführung den italienischen Hafen richtig ausgesprochen. Ob er die Pause eingehalten hat, wer will das bei einer packenden Aufführung schon überprüfen wollen.

Zu den Fächern, Brotkörben ecc. mag ich nix mehr sagen. Das „acqua benedetta“ – so nebenbei – finden Sie in katholischen Gebieten jedoch nicht nur in der Kirche. Wir haben es immer zu Hause gehabt, in den Stuben, in den Ställen, in der Kapelle, vor Marterln und auf den Gräbern, und wer weiß, wo sonst noch.

30. Januar 2022
18:31
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Chenier
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Ja, das macht fassungslos, da gebe ich Ihnen recht.

Aber in dieser Gesellschaft ist alles möglich und es soll ja merkwürdigerweise sogar Menschen geben, die auf Sado-Maso stehen.

30. Januar 2022
15:50
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Christine
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Dalmont, Ihr Beitrag 358 macht mich ab dem 3. Absatz sprachlos. Man kann ja Opernaufführungen unterschiedlich beurteilen, aber für das, was Sie da schreiben, finde ich im Moment einfach keine Worte und ich frage mich, wie kommt jemand der an Kunst interessiert ist, auf solche Gedanken.

30. Januar 2022
13:47
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alcindo
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caro Dalmont, ich merke, dass Sie mich immer wieder missverstehen. das Civi'tavecchia habe ich deshalb herausgehoben, weil es mich rhytmisch gestoert hat, durch die falsche betonung klang es wie eine triole mit synkope auf dem 2. wert....es kommen aber 3 16tel(civita) nach einer 16telpause. von der aussprache her waren da viel groebere schnitzer dabei. es war auch nicht gegen den saenger gerichtet sondern gegen die, die das kontrollieren sollten. Bretz hat mir stimmlich nicht so besonders, aber als darsteller sehr gut gefallen...natuerlich in hinsicht auf das konzept von Kusej.    

was Sie da ueber den vokal i schreiben: vokal i ist nur schwierig, wenn ein saenger eine schlechte technik hat, wenn er knoedelt und er dann ab einer gewissen lage das i gegen ue, ae, oe austauschen muss. das gleiche gilt fuer den vokal u, da kommt dann statt blut zu bloot, beim u aber auch schon in tieferer lage, der saenger glaubt auch dadurch groesseres volumen zu erreichen. mme Opolais hat ja teilweise einen wahren kauderwelsch gebracht, weil sie sich bei den ausbruechen durchforcieren musste und auf die konsonanten vergass.  Tetelman hat abgesehen vom schoenen und echten tenortimbre reine vokale.

die worte des von Puccini vertonten textes hat ja der regisseur nicht sehr ernst genommen, wie so vieles anderes was Puccini in die partitur geschrieben hat, wie zb beim hirten, der soll da lontano klingen, hier sitzt er im vordergrund. wenn Puccini da molto lontano will, wird er wahrscheinlich gewusst haben warum. Tetelman hat das uebrigens gesanglich sehr gut gemacht. 

von wegen gewalt gesehen: auch in der Wallmanninsz sieht man genug gewalt,  man sollte sich auch etwas nur vorstellen koennen, ausser man hat voyeuristisch-sado-masochistische vorlieben, dann will man viel blut sehen, und davon gab es mehr als genug.......

wo waren der paniere, wo il ventaglio,  wann und wo spielt diese Tosca?  die schergen kommen als cobratruppe, im Farnese spielt ein radioapparat aus den 60gerjahren, Kusej im interview kommt mit entstehungszeit und Kino...aber wann bejubelt man denn dann den sieg von Melas und erschrickt ueber den gegenschlag von Napoleon??

fuer ablenkung: zb Angelotti, der beim duett immer wieder hervorkriecht.  vielleicht koennen Sie mir auch erklaeren was der hund in der Tosca verloren hat, wo Scarpia aqua benedetta herbeiholt, das gibt es halt doch nur in einer kirche.  warum sagt eigentlich Scarpia: violenza non ti faro..hat er nicht bemerkt, dass Tosca ihm schon minuten zuvor das hosentuerl aufgemacht hat...realitaetsverlust??  und wo waren die alievi?   warum hat Puccini fuer den angeblichen sagrestano nicht eine andere musik komponiert, die passt ja hier wie die faust aufs aug.  Tosca scheint ja nicht auf dem fest der koenigin sondern in einem nachtklub gesungen zu haben, in diesem klub wird aber sonderbare musik gespielt ....und was Tosca dann beim 'vissi d'arte" treibt.....ich denke das ist doch reflexion, und kein gebet, weder zu Gott noch zu Scarpia. 

die Atavanti finde ich mehr als ueberfluessig, die hat in der Tosca nichts verloren, nicht einmal den faecher, weil den verliert der bruder. die ist wahrscheinlich nur da um Tosca am schluss zu erschiessen. nur die letzte phrase der Tosca deutet auf selbstmord und nicht auf exekution

viele von uns haben selbst oder in der familie tragische erlebnisse gehabt...nur was gewinne ich, wenn ich aehnliches in eine oper transplantiert bekomme? cui bono?

wie schon gesagt, diese auslegung der Tosca finde ich widerlich, nur das schlimmste an der TVuebertragung war das interview zuvor, wo Kusej meinte, Puccini kann sich ja nicht mehr wehren...das zu hoeren war fuer mich das haesslichste, ekelhaft, so denkt ein geschaeftsmann, ein kuenstler sollte anders denken

mit gruss alcindo

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