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Regietheater 2021, der nächste Schritt! | Seite 5 | OnlineMerker | Forum

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Wir überprüfen nun die Möglichkeit eines Forums, bei dem man die Wortmeldung zuerst dem Moderator senden muss, der dann darüber entscheidet, ob der Beitrag den Forumsregeln entspricht und der nur selbst online stellen kann. Ob wir da fündig werden und uns das leisten können oder wollen, werden wir ohne jeden Zeitdruck entscheiden.

Aber das  widerspräche meiner Mentalität, denn das Freie Wort ist für mich ein hohes Gut. Schade dass es soweit kommen musste!

Ich bedanke mich bei den Diskutierern, die stets fair waren und unschuldig an der Einstellung sind. Mit den ganz wenigen "Verursachern" möchte ich aber keinen weiteren Kontakt haben und bitte dies zu respektieren. 

Mit Grüßen

Anton Cupak, Herausgeber Online-Merker

 

 

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Regietheater 2021, der nächste Schritt!
2. Februar 2022
11:46
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alcindo
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21. Januar 2021
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MRadema, also fuer die Tosca brauchen einige hier und der grossteil des publikums wirklich kein programmheft.     wenn man fuer ein werk wie Tosca so etwas braucht, dann stimmt etwas nicht, dann wurde die handlung nicht interpretiert, sondern veraendert, wie hier bei dieser Tosca der fall.....wenn man den text umschreibt, dann ist es notwendig, weil die handlung  eine andere  ist,  also eine version nach Tosca von Puccini, Giacosa u Illica mit den schon bekannten akteuren dieser oper plus Marquesa Attavanti und einem aportierenden und bellenden hund. 

2. Februar 2022
8:56
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Christine
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22. Januar 2021
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Dalmont, eitel war etwas scherzhaft gemeint da Sie sich doch als schlaues Bürschchen bezeichnet haben, das aus einer Gegend kommt, wo man es vielleicht nicht vermuten würde. Giorgio Strehler war ein großartiger Regisseur, ich kann mich an keine Inszenierung von ihm erinnern, bei der er nicht im Sinne des Werkes inszeniert hätte und Szenen der Lächerlichkeit preisgegeben hätte wie Kusej bei der Tosca. So wie Ihnen gefällt mir einiges von Schenk und anderes nicht, aber auch Schenk hat immer das Werk inszeniert. Was mir bei einem Regisseur nie gefällt ist der Eindruck, dass er sich selbst wichtiger nimmt als das Stück, den Komponisten und den Librettisten und das Publikum um der Provokation willen provozieren will und wenn er sich freut ausgebuht zu werden. Letzteres ist für mich eher ein Fall für den Psychiater als für Oper und Theater.

Warum ist es für Sie ein "Gezeter" wenn Menschen die Inszenierungen der sich besonders wichtig nehmenden Regisseure nicht gefallen? Die Wortwahl von Herrn Tanzler ist nicht immer jedermanns Sache, aber er hat bei seinen Amici del Belcanto sicher mehr für die Aufführung von Opern, auch selten gespielten, getan als andere die hier im Forum schreiben.

An Alcindo schreiben Sie: "Ich kann Ihnen die Symbole der Aufführung nicht erklären. Was diese für Sie bedeuten, müssen Sie selber herausfinden". Kann das bedeuten, dass der Regisseur sich dabei gar nicht gedacht haben muss sondern nur meint: Lasst's euch selber was zu meiner Inszenierung einfallen? Das wäre aber schon sehr merkwürdig. Aus dem Interview mit Kusej ging für mich nicht klar hervor, was er meint, außer, dass Tosca vor mehr als 100 Jahren geschrieben wurde und daher einer Neuinterpretation bedarf und jeder Mensch, also auch ein Regisseur, machen darf was er kann und will.

2. Februar 2022
8:29
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MRadema796
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alcindo sagt
MRadema, wenn Sie diese Tosca nicht gesehen haben, sollten Sie eigentlich mit Ihrer meinung warten, bis Sie das gesehen haben. als Kusej-produktion im Kusejstil ist sie ja grandios, nur Puccini hat Kusej nicht richtig verstanden.
  

Ich habe eigentlich bisher keine Meinung und lese gern, was hier über die Aufführung zu lesen ist. Nur hat vieles nichts damit zu tun. Jedenfalls sind globale Rundumschläge gegen das Musiktheater diesbezüglich nicht hilfreich.

Gibt es denn eigentlich ein Programmheft, eine Einführung oder eine Nachbesprechung, die geforderten oder überforderten Opernfans weiterhelfen könnte? Mir scheint bei den meisten negativen Beträgen jegliche Erfahrung mit Musiktheater zu fehlen. Es sollte doch spätestens seit Brecht bekannt sein, dass das, was man physisch auf der Bühne sieht, nicht das sein muss, was ausgesagt wird.

1. Februar 2022
21:48
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alcindo
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21. Januar 2021
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caro Dalmont, ich meinte nie nebengeraeusche, die betriebsbedingt sind, sondern inszenierte geraeusche, die in der partitur keinen platz gefunden hatten

1. Februar 2022
21:42
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Dalmont
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Christine, Sie haben schon Recht, der sehr schätzenswerte Achim Benning war 83/84 Direktor, als Helmut Zilk – er war es - das Vorhangsverbot aufgehoben hat. Damals hatte Zilk allerdings Claus Peymann schon als Direktor designiert und ich nehme an, dass Zilks Gesprächsbasis zu Peymann besser war als zu Benning, den er nicht mehr verlängert hat. Peymann bereitete damals bereits die neue Ära vor, die ja dann das Beben auslöste, das wir noch immer spüren.

Was finden Sie eitel? Dass ich spöttisch auf Frechheiten, die sehr oft mehr sind als nur das, reagiere? Sie werden hoffentlich nicht erwarten, dass ich mich auf das Niveau der Zeterer begebe.

Jede gute Opernaufführung braucht einen guten Regisseur. Auch Sie haben nie zur Kenntnis genommen, dass Giorgio Strehler der Regisseur war, den ich am meisten bewunderte  (obwohl ich mehrmals schon darauf hingewiesen habe), dass ich etliches von Schenk durchaus schätze (ebenfalls angeführt: Don Giovanni, Don Carlos, Macbeth , nicht der Fidelio). Aber das heißt noch lange nicht, dass ich nicht auch Py, Herheim, Micheletti, Konwitschny, Kratzer (wunderbar Vasco da Gama in Frankfurt), Warner, Guth, Wieler, vor allem Loy, und vielen vielen anderen etwas abgewinnen kann. Auch Martin Kušej. Vielen im Forum beliebt es halt, mich festzunageln.

Ich lebe jedoch nicht unter und mit den Toten. Das überlasse ich den Wiener/innen, die ja eine besondere Affinität zum Tod („Der Tod, das muss ein Wiener sein“) und zu den Toten haben sollen („In Wien musst erst sterben, damit sie dich hochleben lassen“). Aber was lese ich im Programmheft der „Pique Dame“ (wunderbare Aufführung am Sonntag)? „Die Toten sind ein unseriöses Volk“ (Zitat des grandiosen Daniil Charms).

Deshalb werde ich immer großes Interesse jüngeren Theater- und Opernleuten gegenüber aufbringen. Sie müssen herausfinden, was ihnen die Werke, die mir so wichtig sind, sagen. Denn ich will, dass die großen Kunstwerke der Vergangenheit den Menschen auch in 50 Jahren noch was bedeuten. Daraus folgt: die „Flamme weitertragen“, nicht die „Asche anbeten“!

 

PS: Alcindo, beim Hund waren nicht Sie gemeint. Bei mir hat der Hund nicht gebellt. Ich kann Ihnen die Symbole der Aufführung nicht erklären. Was diese für Sie bedeuten, müssen Sie selber herausfinden. Was sie bei mir an Nachdenklichkeit auslösten, habe ich versucht, für Menschen, die ich nicht kenne, in Worte zu bringen (privatim gehe ich natürlich viel mehr in die Tiefe). Das Ergebnis: Fassungs- und Sprachlosigkeit. Wenn Ihnen diese Aufführung nix gibt, völlig d'accord, es ist eine Neuinszenierung, die Sie völlig daneben halten, aber nicht mehr.

Wenn Sie Nebengeräusche stören: Dann dürfen Sie in keine Aufführung gehen. Was da immer auf den Bühnen zu hören ist: Gequietsche der Bühnenbilder, Herumgetrampel ecc. stört ja nicht weniger. 

1. Februar 2022
20:43
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alcindo
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caro Dalmont, Sie schreiben:. Was will man mehr von Aufführungen! Mit Menschen, die sofort beleidigt tun, sobald ein schwarzer Hund über die Bühne läuft, lässt sich jedoch nur schwer diskutieren.

damit bin natuerlich wieder ich gemeint....von beleidigt keine spur, veraergert oder verwundert schon...... ich hatte Sie doch gebeten mir zu erklaeren was dieser hund im 1.akt der Tosca fuer eine aufgabe hat. auch sein gebelle hat mich gestoert...ich finde es nicht richtig von der buehne andere geraeusche als die in der partitur vermerkten zu hoeren, auch den schuss in der traumexekution haette ich gerne vermisst, genauso wie das windwehen am anfang

1. Februar 2022
20:04
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Christine
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22. Januar 2021
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Dalmont, Sie sind ja eitel. Das erstaunt mich etwas, aber andererseits erklärt es mir, warum Sie das Regietheater verteidigen. Denn diese Regisseure sind auch eitel und wollen sich in den Mittelpunkt stellen.

Das Vorhangverbot im Burgtheater hat übrigens nicht Claus Peymann abgeschafft, das geschah schon einige Jahre vorher unter Achim Benning.

1. Februar 2022
19:48
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Das Gezeter von Herrn Tanzler über die Tosca zeigt ganz deutlich, worum es in diesen hasserfüllten Tiraden geht:

Um die Ablehnung zeitgemäßen Theaters. Dieses Gezeter gibt es in Österreich seit 1986, als Claus Peymann aus der Burgtheatergruft ein lebendiges Theater machte und mit dem damaligen Privilegienstadel aufräumte. (Für die Leser aus dem Nachbarland: Schauspieler durften bis zu dieser Zeit nach der Vorstellung nicht vor das Publikum treten und den Applaus entgegennehmen. Man kam sich bei jeder Aufführung vor wie in einer Aussegnungshalle am Zentralfriedhof).

Dieses Gezeter höret nimmer auf, wird ja angefeuert von einem von der Hälfte der Österreicher gelesenen Krawallblattl. Und das Gezeter ist seit 1986 immer (partei)politisch begründet. Dass Peymann und die folgenden Direktoren, wie auch Martin Kušej

nicht der Nouvelle droite angehören, ist bekannt. Dass aber jede Geste, jede Bewegung auf der Bühne, jedes Symbol, jede Stückauswahl als linkslinke subversive Aktion diffamiert wird, ist eine Spezialität Wiener Theater- und Opernbesucher, die sich allerdings meist als Höchstrichter/innen gerieren.

Roland Geyer, der, wie ich einem Interview vor kurzem entnommen habe, pro Woche aus Vergnügen 4 Stunden Mathematik unterrichtet hat (!), hat aus dem Theater an der Wien ein Opernhaus mit Inszenierungen gemacht, über die man stundenlang diskutieren konnte. Was will man mehr von Aufführungen! Mit Menschen, die sofort beleidigt tun, sobald ein schwarzer Hund über die Bühne läuft, lässt sich jedoch nur schwer diskutieren.

 

Das Epitheton dalmontisch finde ich rührend. Ich würde allerdings als Synonym überwäldlerisch anregen. Wie man ja weiß, stamme ich aus einem Hof über der Waldgrenze im südlichsten Zipfel von Ladinien. Etwa in den Höhen der Wally, wo es Geier, Adler, Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere gibt. Man soll sich nicht täuschen, aus diesen den Kopf frei machenden lichten Höhen kommen schlaue Bürschchen.

 

Es ist bezeichnend, dass die von Richard Wagner der Lächerlichkeit preisgegebene Witzfigur, dessen Namensgeber Eduard Hanslick als Synonym für Wienerische bösartige, saufalsche Urteile in die Geschichte der Musikästhetik eingegangen ist, unseren Diskutanten aus Deutschland beleidigen zu müssen glaubt. Das passt gut zur Denkungsart der Zeteranten. Was anderes haben sie halt nicht drauf.

 

Dass Chénier offensichtlich Umberto Ecos Roman Baudolino kennt, und weiß, was der Alte vom Berg dort anrichtet, ist erfreulich. Das ist auch deshalb  interessant, weil Eco aus dem piemontesischen Alessandria stammt. Teil dieser Stadt ist Marengo. Und so sind wir auf wundersame Weise wieder bei der Tosca angelangt.

1. Februar 2022
19:02
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HansLick2
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25. Januar 2021
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# 393 herr tanzler, ich denke die zwei, kusej und metzmacher werden auch noch ein dramaturgen honorar kassiert haben! unschuldsvermutung! aber im roten städtischen TaW sitzt das geld für vieles sehr locker.

#392 alcindo, ich bewundere sie. es war doch zu erwarten das der nur endloses " 1000km weg" blabla schrieb.

1. Februar 2022
18:33
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Michael Tanzler
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1. Februar 2021
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Danke Alcindo, sie bringens bissl weiter unten auf den Punkt!  Auf so einen Schwachsinn eines wildgewordenen Werkzertörers weiter einzugehen wäre zuviel der Ehre für diesen widerlichen Politagiteur, der zwar sofort im Burgtheater, das ihm - unter anderem - auch schwachsinnige ÖVP-Politiker überlassen haben,  die jede "Kulturhoheit" ungschaut dem linken Klüngel überlassen, Lesungen von "Chatprotokollen"  organisiert, aber gerne statt in "seinem" Haus ordentlich zu arbeiten sich ein Körberlgeld bei einem "Freund" als "Regisseur" verdient. Hand aufhalten und sich selbst am Besten bedienen konnten ja viele seiner Gesinnungsgenossen auf Kosten des niederen Volkes schon immer....

Eine Sauerei ersten Grades, das aber weiters ohnehin niemand interessiert, ausser uns Häuflein Opernfans, die von der Mehrheit noch dazu belächelt werden...

1. Februar 2022
18:27
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alcindo
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MRadema, wenn Sie diese Tosca nicht gesehen haben, sollten Sie eigentlich mit Ihrer meinung warten, bis Sie das gesehen haben. als Kusej-produktion im Kusejstil ist sie ja grandios, nur Puccini hat Kusej nicht richtig verstanden.

1. Februar 2022
18:15
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MRadema796
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Chenier, dass Sie eine Inszenierung ablehnen, die Sie gesehen haben, respektiere ich. Es ging aber um jemanden, der die Inszenierung nicht gesehen hat und der über einen Leserbrief in einer Zeitung die Allgemeinheit bekehren wollte, mit Argumenten, die nicht greifen. Es handelt sich nicht um eine Kritik an der Produktion. Daher halte ich das auch für hasserfüllt. Es verwundert mich nicht, dass die Zeitung dies nicht veröffentlicht hat.

alcindo sagt
MRadema, haben Sie eigentlich diese Tosca gesehen?

Nein, ich wohne etwa 1000 km von Wien entfernt und werde mir die Produktion auf 3SAT oder DVD anschauen, wenn es dazu kommt, oder bei einer Übernahme in ein anderes Haus, das besser erreichbar ist. Ich sage auch nicht, dass die Produktion großartig ist, weil ich sie nicht gesehen habe.

1. Februar 2022
16:24
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Chenier
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Könnte ein Synonym dafür sein.

In der islamischen Welt war der "Alte vom Berg" ein gefährlicher Eremit im Mittelalter, der als Sektenführer der Assassinen  Selbstmordattentate auf führende Persönlichkeiten durchführen ließ. So schlimm wird es ja nicht sein.

1. Februar 2022
15:34
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schusterklareh
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Zur Schmid- Kritik eine technische Frage an die Ösis : ist dalmontisch bei EUCH tatsächlich ein offiziell anerkanntes Synonym für hinterwäldlerisch ?♠

1. Februar 2022
15:34
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Chenier
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MRadema796 sagt
Es ist doch wirklich nicht die Schuld des Regisseurs, wenn es Opernfreunde gibt, die von Regisseur etwas erwarten, was er mit 100%iger Wahrscheinlichkeit nicht liefert. Da sehe ich eher Aspekte der Provokation von Seiten dieser Opernfreunde, wenn sie z. B. eine "Feedback-Veranstaltung unter obligatorischer Anwesenheit des Regisseurs und des Intendanten" zur Schaffung "objektiver Kriterien für Vertragsverlängerungen von Intendanten" wünschen, so, als sei dabei eine öffentliche Aburteilung zu erwarten. Könnte es vielleicht in Wien auch Menschen geben, die etwas anderes als eine 70 Jahre alte Toscainszenierung sehen möchten?

  

Jetzt wird es aber lächerlich, wenn sie den Mechanismus umdrehen und behaupten, das Publikum provoziere. Aber Opfer-Täter-Perversion ist heutzutage schon salonfähig. Und zwischen "einer 70 Jahre alte Toscainszenierung" und dem szenischen Schwachsinn im TaW gibt es die gesamte Bandbreite alternativer und librettoschonender Alternativen.

Ich war übrigens dort und weiß, wovon ich schreibe. Und wenn sie mich jetzt fragen, warum, dann kann ich Ihnen antworten, dass ich die Tosca gerne höre, Opolais in der Rolle als gut empfinde und mich Tetelman zusätzlich gereizt hat. Kusej musste ich bedauerlicherweise in Kauf nehmen.

1. Februar 2022
13:15
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alcindo
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MRadema, haben Sie eigentlich diese Tosca gesehen?

1. Februar 2022
13:10
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MRadema796
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Es ist doch wirklich nicht die Schuld des Regisseurs, wenn es Opernfreunde gibt, die von Regisseur etwas erwarten, was er mit 100%iger Wahrscheinlichkeit nicht liefert. Da sehe ich eher Aspekte der Provokation von Seiten dieser Opernfreunde, wenn sie z. B. eine "Feedback-Veranstaltung unter obligatorischer Anwesenheit des Regisseurs und des Intendanten" zur Schaffung "objektiver Kriterien für Vertragsverlängerungen von Intendanten" wünschen, so, als sei dabei eine öffentliche Aburteilung zu erwarten. Könnte es vielleicht in Wien auch Menschen geben, die etwas anderes als eine 70 Jahre alte Toscainszenierung sehen möchten?

1. Februar 2022
11:25
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Ramon
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In der Wiener Staatsoper finden heuer zehn Tosca-Vorstellungen statt, in denen die Kritiker des "Regietheaters" dasjenige zu sehen bekommen, was sie sich wünschen. Ist es da so schwer zu tolerieren, dass in Wien nach langem auch einmal eine alternative Zugangsart eine Chance erhält? Dieser Eifer trägt religös-fanatische Züge.

Außerdem, wo setzt man denn den vor einer Variation bzw. Interpretation zu bewahrenden gleichsam "(kunst-)heiligen" Kern von Sujets und Werken an? Ist Glucks Zudichung einer glücklichen Wendung an den Orpheus-Mythos ungebührlich, sollte man sich über die mit zeitgenössischen Versatzstücken erfolgte Darstellung antiker religiöser Erzählungen in Mittelalter und Neuzeit empören?

Der Forderung, Werke nur "werktreu" aufzuführen, wäre entgegenzuhalten, dass jedes "Kunsterzeugnis" (worunter szenische Aufführungen zu zählen sind) eine unter Anspruch der Gegenwart stehende Variation schon vorhandener Topoi und Werke ist. Gerade die Kunstform Oper zeichnet sich doch durch einen ziemlichen Mangel eigenständiger Sujets aus. Wenn man möchte, könnte man also Verdis Adaption von Shakespears und Schillers Dramen mit Kusejs Bearbeitung der Tosca analog setzen. Die Aufführungen im Theater an der Wien sind demnach als eigenständige Werke zu betrachten - welche Puccinis Tosca gerade dadurch adeln, dass sie diese in ihrer Erzählung als bekannt voraussetzen. Der Wunsch nach "werktreuen" Aufführungen verzwergt hingegen die gemeinten Werke zu bloßen Gebrauchsprodukten eines auf bloße Gefälligkeit und Bedeutungslosigkeit ausgelegten Kunstbetriebes, setzt dabei ein unmündiges Publikum, welches mit der Diskrepanz zwischen früherer und gegenwärtiger Aufführungspraxis nicht umzugehen weiß, beziehungsweise sich vor aus dem Werk für die Gegenwart zu ziehenden Einsichten vielleicht sogar fürchtet, voraus. Das "Regietheater" gesteht den interpretierten Werke wahrscheinlich sogar eine größere Bedeutung zu, als es ihre historisierenden Mumifizierer tun.

Dass es natürlich auch banale, misslingende, dumme, etc. "Regietheateraufführungen" gibt ist bei all dem so selbstverständlich wie der Umstand, dass auch der überwältigende Anteil an jemals geschriebenen Opern in der Versenkung verschwunden sind.

1. Februar 2022
11:08
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Lohengrin2
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Die Kunst spürt der Tiefe nach.....

1. Februar 2022
10:30
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Chenier
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Kurzdefinitionen: Die Wissenschaft sucht die Wahrheit, die Kunst baut auf Ästhetik. 

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