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Prochazka/ Butterfly | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

 

 

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Prochazka/ Butterfly
9. September 2020
22:41
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alcindo
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Forumsbeiträge: 543
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27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

lieber Wolfram, wenn das u zum o, oder das i zum ae oder oe wird, dann sagt das etwas ueber die gesangstechnik aus. vielleicht kennen Sie jemanden, der gesangstechnisch versiert ist und besprechen es mit ihm. ich will hier keine weitere beispiele anfuehren......es koennte jemand in diesem forum boes reagieren....

Ihre anregung meine beitraege besser zu gliedern finde ich gut, ich will es versuchen.

zum thema Sharpless: Boris Pinkhasovich war sicher um einiges besser als die saenger dieser partie in der Meyerzeit...in meiner studienzeit allerdings sangen in repertoirevorstellungen halt doch leute wie Taddei, Paskalis und Waechter, die auch im grossen ital baritonfach reussieren konnten. danach gab es umso seltener  grosse baritone fuer den Sharpless

John Vickers war mein erster Radames und auch mein erster Don Carlos.....sang damals wunderbar, auch die lyrischen passagen, hatte auch ein svhoenes mezzvoce...

Bjoerling habe ich ja leider nie live hoeren koennen, der ist fuer mich DER masstab fuer einen tenor.  ich fragte einmal Leonie Rysanek, mit der ich befreundet war, wer denn der beste tenor gewesen sei mit dem sie gesungen haette, sie sagte nach einer kurzen ueberlegung: der jussi Bjoerling, mit dem sie in San Francisco Aida gesungen hatte, ihre worte: keine sehr grosse aber eine wunderschoene stimme

zur Cavalleria.. da gefaellt mir vor allem Mascagni, der sie so dirigiert, wie er sie komponiert und notiert hat

von Pavarotti berichtet man, dass er sich oft aufnahmen von Bjoerling angehoert hat

was einem saenger im vergleich zu kollegen fehlt ist nicht das entscheidende, wichtig ist, das er das hat, was vom komponisten verlangt wird

lassen Sie mme Lohengrin2 ruhig schreiben und lesen sie darueber hinweg es nimmt sie ja niemand mehr ernst

mit gruss alcindo

9. September 2020
21:17
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Kleine Bitte an Alcindo:

Inhalt sehr interessant.  Ein Taddei wird nicht so leicht zu finden sein:)  er sang ja alles, von Mozart über die Italiener bis zu Wagner. 🙂 und konnte mit der Stimme ja eigentlich machen, was er wollte,

was seine Technik betraf.  Aber da war sehr viel schon von Natur gegeben und perfekt.

 

Aber könnten sie die doch langen Texte etwas gliedern,  weil es sonst schwer lesbar ist und man die

vielen  interessanten Namen- Künstler nur mühsam wiederfindet.

 

 

Wenn einmal ein u ein bisschen zum o wird, wäre ich nicht ganz so streng. 🙂

9. September 2020
20:03
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alcindo
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Forumsbeiträge: 543
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

zu den saengern der Butterflypremiere via TV:  die als wahre sensation angekuendigte Asmik Grigorian war eine sehr gute Cio Cio San,  zu einer wahren weltklasseleistung fehlt ihr suesse im timbre und vor allem  das pp in den hohen toenen, das merkt man vor allem beim pfingstrosenduett.... bei ihrem spiel irritierte mich, dass sie sehr oft mit geschlossenen oder fast geschlossenen augen sang.  die andere angekuendigte sensation Freddie de Tommaso hat eine tolle stimme mit erstaunlichen hohen toenen, das timbre ist baritonal aber nicht erstklassig und sein gesangsstil in der melodielage ist nicht der allerbeste. auch sollte er beim vokal u aufpassen, ein paar mal kamen da o-klaenge...reine vokale sind bei einem weltklassetenor zu erwarten...  der Sharpless wurde in der "guten alten zeit" in vielen repertoirevorstellungen von wahren belcantogroessen, die auch partien wie Luna, Rigoletto, Renato oder den Wolfram sangen, ich denke da an Waechter, Paskalis und Taddei....in keiner dieser partien kann ich mir Boris Pinkhasovich gut vorstellen, eine gute stimme, aber ich hoerte vor allem toene, nicht phrasen. seit der zeit von Margarita Lilowa und Sonja Draksler in der VO habe ich keine Suzuki mehr gehoert, die so schoen wie die beiden damen gesungen hat, habe allerdings Kulmann nicht gesehen. frau Verrez ist genau jene durchschnitts-Suzuki mit viel vibrato und einem etwas sopranigen timbre. gut der Goro, ein echter gut ausgebildeter charaktertenor mit bester diktion, untergewichtig klang im TV der onkel Bonze, Yamadori auf der hoehe der aufgabe,nur  Paul Wolfrum hatte eigentlich eine schoenere stimme.....auffaellig die vielen fuers 2.und3. fach engagierten saenger aus fernen landen mit schwierigen namen

9. September 2020
18:34
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Kurz zu Tenorissimo:

Ich bin da ein bisschen " aufgeschlossener" und denke, dass es auch hier die unterschiedlichsten

Varianten gibt.

 

Nilsson als Turandot, Ljuba Welitsch Salome + italienische Rollen.

Vickers Wagner und Otello, in seiner Jugend sang er viel italienisches Fach.

Die Otelloversion von Windgassen gefällt mir persönlich sehr gut.

Atlantow, bei uns vor allem als Hermann, Canio und Otello bekannt, sang in seinen frühen Jahren

auch die lyrischeren Italienier, meiner Meinung nach, grandios. Da gibt es eine Menge Aufnahmen.

Jetzt hätte ich beinahe die großen Schweden, Jussi Björling und Nikolai Gedda vergessen,

also die sangen die Italiener ja ganz vorzüglich.

Oder der Engländer Charles Craig.....

Stemme gefällt mir bei Wagner und Strauß auch besser.

 

Und Grigorian. Ich würde sie jetzt einmal als Sonderfall sehen.

Sie ist, meiner Meinung nach, eine sehr eindrucksvolle Butterfly. Auf ihre individuelle Weise eben.

Manche Töne scharf, ja, aber irgendwie passt es. Kein kleines Mädchen, aber doch sehr

ausdrucksstark und überzeugend. Nicht sentimental, aber ergreifend.

 

Callas, z. B. hat ja  selbst immer bedauert, nicht so eine reiche, große, runde Stimme zu haben,

wie Rosa Ponselle. Mit ihren Mitteln, und da war manches scharf, usw., schuf sie unvergleichliches.

Und vielleicht gelingt so etwas, zumindest in Ansätzen, auch heute. 🙂

Ich finde, man sollte viel mehr darauf achten, was ein Künstler hat, als auf das, was ihm

im Vergleich zu anderen fehlt. Denn da findet man dann immer etwas.:)

 

 

Grundsätzlich hat die Argumentation von Tenorissimo aber jedenfalls einiges für sich.

Trifft in vielen Fällen den Nagel auf den Kopf.

9. September 2020
18:13
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Lohengrin
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Forumsbeiträge: 25
Mitglied seit:
17. Juni 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich konnte aber bei kurzer Recherche feststellen, dass Lohengrin2 sich querulatorisch in alle möglichen

Diskussionen einmischt, was aber keinerlei Bereicherung darstellt.

Also würde raten ich einen eigenen Thread zu öffnen und dort weiterschreiben.

Ganz klar, und da muss ich jetzt streng sein, es gibt halt eher unangenehme, negative Personen, die

eine vernünftige Diskussion mit Freuden abwürgen.

Wolfram, Sie haben vollkommen recht!

9. September 2020
17:56
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1106
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Wolfram,

noch nicht lange im Forum, aber schon an der Front der Abqulifizierer eingereiht! Auch das majesätische "wir" ist nicht neu und weist auf eine bestimmte Haltung hin..... Wenn ein bekennender Neuling dies benuzt, ist es schon sehr befremdlich.

Ich weiss, dass stichhaltige Entgegnungen zu unzutreffenden Feststellungen nicht gern gesehen sind, aber Wahrheit muss Wahrheit bleiben! Es sind doch, so vermute ich, die meisten hier, um Informationen zu bekommen und zu verteilen, um zu lernen und Wissen weiter zu geben, um Meinungen auszutauschen. Da kann schon mal eine Behauptung ins Wanken geraten oder ein neuer Aspekt das Gesagte überholen.

Was wenig konstruktiv ist, ist die ewige Mühle, dass es "früher" (wann ist/war das ?) alles besser war: die SängerInnen, die Inszenierungen, die Bühnenbilder, die Dirigenten, das Publikum....... Ja, leider ist der Kaiser schon 1916 gestorben und die Welt, auch die Opernwelt hat sich seither weitergedreht. Wenn MdM noch als Schwarzer geschminkt, in vollem Kostüm über den Markusplatz stolziert ist und dafür Applaus geerntet hat, ist das heute nicht mehr ganz so angesagt. Wenn hohe Töne, die kein Komponist geschrieben hat, als Imponiergehabe hinausgechmettert werden oder ppp-notierte Passagen als fff ertönen, macht das heute nur mehr auf die Eindruck, die es nicht anders wissen. Insofern ist die "gute alte Zeit" einfach vorbei.

Schöne und gut geführte Stimmen erfreuen heute wie in der Vergangenheit und treffen tief ins Herz. Und immer waren es nur wenige (ich wiederhole mich aus gutem Grund), die das zustande bringen konnten, viele viele haben nur die Noten mehr oder weniger getreu reproduziert, heute wie "früher".......

Also: was soll der Angriff? Argumente zählen!

9. September 2020
17:36
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Also ganz generell:

Ich nehme an diesem Forum erst seit kurzem teil.

Es kam dann erfreulicherweise zu sehr interessanten Beiträgen, eben von Bricconcella und von ac, der dankenswerterweise die äußerst interessante Nachricht von Prochazka übermittelte.

Allerdings, ich muss das leider sagen, sind die Äußerungen von Lohengrin2, auf den man zunächst auch freundlich eingehen wollte, vollkommen unnötig und störend.

Nur um klarzustellen, zu allen Zeiten gab es gute, schlechte Sänger, mit großem oder kleinerem

Repertoire usw. Das wird niemand bezweifeln.  Und an der Staatsoper haben wir meist, oder fast immer ein sehr hohes, zufriedenstellendes Niveau, und nicht nur an diesem Haus.

Und niemand von und ist Sängern der Gegenwart gegenüber negativ eingestellt.

 

Wir hier sind für etwas und wollen es diskutieren, nicht gegen jemanden.

Ich konnte aber bei kurzer Recherche feststellen, dass Lohengrin2 sich querulatorisch in alle möglichen

Diskussionen einmischt, was aber keinerlei Bereicherung darstellt.

Also würde raten ich einen eigenen Thread zu öffnen und dort weiterschreiben.

Ganz klar, und da muss ich jetzt streng sein, es gibt halt eher unangenehme, negative Personen, die

eine vernünftige Diskussion mit Freuden abwürgen.

Diesen Personen erfolgreich einen Platzverweis zu erteilen ist eine Möglichkeit, die andere ist, dass man das Forum, das ja ohnehin nicht so stark besucht ist, vergessen kann.

9. September 2020
17:18
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Tenorissimo
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Forumsbeiträge: 2
Mitglied seit:
9. September 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Es war vorauszusehen, dass Grigorian keine Puccini Heroine ist bzw. sein wird. Puccini verlangt, wie kein anderer Italiener nach einer italienischen Gesangslinie, die man nur in Italien, Rumänien, Südamerika und eventuell Bulgarien erlernt. Alles andere ist ein Kompromiss. So sehr ich machen Sängerinnen und Sänger schätze (Netrebko, Kaufmann, Beczala), mit italienischer Gesangslinie hat deren Singen nichts zu tun. Man denke an erfolgreiche Butterflys zurück: Tebaldi, Callas, Scotto, Olivero, Freni und Gheorghiu (im Studio). Eventuell hätte man Yoncheva (kommt nun in London) oder Stoyanova (ob sie das Singen würde?) oder gar Kurzak engagieren sollen. Oder eben die (in Ermangelung besserer) heutige Idealbesetzung: Kristine Opolais.
Es kann mir niemand weiss machen, dass es in der Geschichte gute Sänger für alle Fächer gab (Domingo war eventuell eine Ausnahme, war aber dann doch eher „Italiener“). Strauß und Puccini sind 2 Welten und ich mag keine Salomes die Tosca und Butterfly singen, ebenso wenig wie eine Wagnerianerin die Turandot singt. Das hört man vom ersten Ton an dass das nicht passt. Beispiele gefällig? Die in deutschen Partien unvergleichliche Stemme als Tosca oder Turandot oder eben nun Grigorian als Butterfly. 
Das Problem ist eher dass man mit Salome und Brünnhilde keine Weltkarriere macht, Weltstar wird man nur mit dem populären Verdi/Puccini Repertoire. 

9. September 2020
15:32
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1106
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Die Aufzählung und Argumentaion steht zum Teil im krassen Gegensatz zu vorher gemachten Feststellungen.

Von einer Vielfalt und breitem Repertoire kann z.B. bei MdM nicht die Rede sein. Neben Otello hat er wenige andere Partien gesungen, Deutsches und fanzösisches Fach gar nicht bzw. erfolglos. Bereits mit 45 bekam er Probleme mit der Stimme.....
Auch Pavarotti hat ein sehr schmales Repertoire bedient, kaum französisch und deutsch überhaupt ncht.

Die ausgeprägten Charaktere unter den heutigen SängerInnen lassen sich auch nicht von Regisseuren herumkommandieren. Die oben genannten Sänger haben -zeittypisch- in wenig interessanten Bühnenarrangements agiert.....

Früher war bestimmt nicht alles besser. Unter den hunderten Sängern waren -wie auch heute- einige wenige, die mehr als Töneproduzenten waren.

9. September 2020
14:09
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 11
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21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Carmen Melis ist sensationell !!!

Das kannte ich noch gar nicht.

9. September 2020
14:05
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Da muss ich Herrn Prochazka aber schon vehement verteidigen.

Er ist streng, richtig. Aber er kennt sich auch sehr gut aus. Und er liegt sehr oft richtig.

Genial, um das einmal zu erwähnen, ist ja sein Artikel über die Cavalleria R. aus 1940. Sehr interessant auch für jene, denen die Aufnahme natürlich bekannt ist.

Einige Anmerkungen: In der Vergangenheit musste sich ein Sänger seinen Ruhm auf der Bühne ersingen.

Einige Vorstellungen, dann Plattenaufnahme, und schon ist man ein großer....beliebige Rolle einfügen. Das war nicht möglich.

So sang z.B. Francesco Merli ca. 330 x Otello, war auch einer der bedeutendsten Kalafsänger usw.

Del Monaco sang so ungefähr 450x Otello neben allen anderen Rollen.

Windgassen, freilich wie delMonaco schon ein Plattenstar, sicher weit über 250x Tristan. usw.

Wenn man nicht genau weiß, wie man mit seiner Stimme umgehen muss, dann ist das einfach nicht möglich.

Und es gibt ja nicht wenige Zeugnisse großer Sänger über ihre Vorgänger.

Pavarotti über seine Vorgänger Schipa, Gigli und di Stefano.

Kraus, Corelli und Bergonzi über Lauri Volpi.  Alles auf You Tube nachzuhören.

Aber auch Aussagen von Holender etc.

Dass es in den 30er, 40er Jahren einen unglaublichen Reichtum an Tenören und Baritonen gab, dürfte auch bekannt sein.

Die meisten von ihnen waren auch sehr ausgeprägte Charaktere.

Ich denke, viele dieser Leute würden heute nicht mehr Berufssänger werden.

Sie würden sich wohl kaum von Regisseuren herumkommandieren lassen, waren viel zu eigenwillig

und verstanden sich wohl kaum als "Gesangsdienstleister". So bezeichnete einmal ein Regisseur

 die heutige Sängergeneration. 

Der Status großer Sänger war ein anderer...

Deshalb, denke ich, ist es so wichtig, unsere heutigen Sänger zu unterstützen und aufzuwerten.

9. September 2020
12:58
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1106
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Der Grund scheint mir zu sein, daß Sänger zu jenen Zeiten über eine andere, bessere stimmliche Ausbildung verfügten.

Was für ein Unsinn und welche Hochnäsigkeit, heutigen SängerInnen gegenüber!!!

Es war einfach einige Jahrzehnte lang "Mode", in ein Fach gesteckt zu werden. Zum Glück versuchen heute wieder immer mehr SängerInnen aus dieser Zwangsjacke auszubrechen........

So gut ausgebildet wie zahlreiche, besonders aus dem Osten kommende SängerInnen war die Mehrheit weder 1911 noch 1950. Rosinen herauszupicken, ist immer entlarvend. Verdi hat sich mit untauglichen Tenören in Italien (!!!) genug erumgeärgert.

 

PS: Kann Herr P. nicht selber posten?

9. September 2020
10:35
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ac
Administrator
Forumsbeiträge: 99
Mitglied seit:
16. Januar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Thomas Prochazka ersucht die Redaktion folgende Erläuterungen für ihn einzustellen:

Zur Frage des Fachs: Mein Fehler war es, dieses Thema aus unserer Zeit (also ca. ab 1950) kommentiert zu haben. Zu Verdis und Puccinis Zeiten war die Frage des „Fachs“ kaum relevant, man sang Massenets Manon ebenso wie die Tosca, die Violetta, die Norma — oder eben Cio-cio-san. Der Grund scheint mir zu sein, daß Sänger zu jenen Zeiten über eine andere, bessere stimmliche Ausbildung verfügten. Es gab keine elektronischen Verstärkungsmöglichkeiten. Die Stimme trug; — oder der Sänger fiel durch.

Das vermeintlich „größere“ Stimmvolumen erzielte man durch die Fähigkeit, die untere Stimmfamilie viel stärker einzubinden, klar (verständlich) zu singen. Die dadurch trainierte Robustheit und erlernte Flexibilität über den gesamten Stimmumfang (2+ Oktaven) erlaubten den Sängern ein breiteres Repertoire, als wir es heute gewohnt sind.

Welche stimmlichen Vorstellungen Puccini hatte, kann man an Carmen Melis‘ Interpretation von „Un bel dì, vedremo“ aus dem Jahr 1917 nachhören (). Puccini, so liest man, sei begeistert von Melis‘ Stimme gewesen. (Melis war übrigens Renata Tebaldis Lehrerin, woraus sich die Leistungen letzterer — nicht nur, aber vor allem — in Puccinis Frauenpartien erklären lassen.) Ich denke, die „Fach“-Diskussion erübrigt sich, wenn man Melis‘ Interpretation hört: Ihre Wortdeutlichkeit, das chiaroscuro, das legato sind vorbildlich.

Ich lade ein, mit jüngsten Ergebnissen zu vergleichen und seine Schlüsse zu ziehen.

Es freute mich, wenn diese Informationen für ein paar von Interesse wären.

Thomas Prochazka

eingestellt von A.C.

9. September 2020
1:12
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alcindo
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Forumsbeiträge: 543
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27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

einige ungeordnete gedanken zur TV uebertragung: fuer mich dominiert In dieser inszenierung der eindruck einer Broadwayshow, sehr gut gemacht, das originale stueck bleibt auch nicht auf der strecke, das ist heute schon viel...nur es wird zuviel erklaert und da verliert es sich in nebensaechlichkeiten und lenkt oft vom wesentlichen, dem saenger und seiner musik ab. bei einem komponisten wie Puccini, also jemand der im 20.jhdt komponiert hat, sollte man gewisse regieanweisungen, die er in die partitur geschrieben hat ernst nehmen. so laesst Puccini die handlung im ersten akt ca bei takt 40 beginnen.."si alza il sipario" und es haette ihm wahrscheinlich missfallen, dass es hier schon 2 minuten vorher beginnt..... ob R Strauss wohl der Elektraprolog in Salzburg gefallen haette??  Cio Cio San meint bei ihrem auftritt: ancora un passo via, ist aber sehr schnell da. wenn man den text versteht, meint man, dass das haeuschen auf einer hoehe in der bucht von Nagasaki liegt...komischerweise treten alle in richtung abwaerts auf....im duett des ersten aktes stehen Pinkerton und Sharpless etwas verloren herum.... das inszenierte vorspiel zum 2.teil des 2.aktes haette dem komponisten auch wenig freude bereitet, schreibt er doch wieder genau hinein wann der vorhang aufzugehen hat. wenn Cio Co San dann das kind schlafen legt meint der komponist, dass sie bei den ersten 4 oder 6 takten die buehne verlassen soll, und dann da lontano und dann noch da piu lontano die phrase mit dem pp B singen soll, das ist dann keine regieanweisung fuer den abendregisseur, sondern eine anweisung, die einen gewissen klang erzeugen soll...was macht hier die saengerin, sie verschwindet schnell hinter einem zentralen versatzstueck und singt auf der buehnenmitte dann auch kein pp B   wo doch diese stelle, wenn sie aus der linken seitenbuehne kam wunderschoen klang..... warum ist madame Pinkerton so praesent im vordergrund, warum hoert sie beim addio fiorito asil tatenlos zu...das waere ja fast ein scheidungsgrund....... ueber das pfingstrosenduett habe ich ja schon beim Metstream bemerkungen gemacht, die damen singen von petali, von bluetenblaettern, und da werden ganze buescheln von pfingstrosen herumgetragen... die loesung mit dem puppenkind ist sehr schoen anzuschauen, lenkt aber doch sehr von der zentralen figur ab. in den 70gerjahren gab es in der WSTO ein reizendes blondes kind, das seine rolle sehr gut und diszipliniert beherrschte. meiner meinug nach haette man die alte inszenierung neueinstudieren und ein bisschen entruempeln sollen, sie war sehr schoen und sehr praktisch, weil eminent einspringtauglich, und das ist bei diesem stueck wichtig, die Cio Cio San wird oft abgesagt, weil sie in diesem fach so ziemlich die schwierigste partie ist. wenn eine saengerin nicht ganz auf der hoehe ist, ist sie gut beraten abzusagen, sonst kann ihr das passieren, was ich schon erlebt habe, das eingehen gegen ende des 1.teiles des 2.aktes . aus der Holenderzeit gibt es einige inszenierungen, die mehr nach ersatz rufen als die alte Butterfly, die zusammen mit der Tosca und der Boheme die "gute alte zeit' repraesentieren oder jetzt repraesentierten .

morgen zu den saengern              

8. September 2020
20:52
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Sehr interessante, ausführliche und auch richtige Antwort von Bricconcella.

Stimmen haben ja oft eine große Bandbreite und Entwicklungsfähigkeit.

Puccini dachte wohl eher an eine Mädchenstimme als an eine Heroine, übertrieben ausgedrückt.

Und oft ändert sich einfach die Besetzungspraxis. Auch das muss nicht unbedingt schlecht sein.

Wenn viele z. B. heute Otello mit einem baritonalen Klang verbinden, so traf diese Charakteristik auf

die ersten großen Rollenvertreter wie Tamagno, Slezak, Martinelli usw.  ganz und gar nicht zu.

 

Und dann noch kurz zu Lohengrin 2:

Die Butterflyaufführung war sicherlich auf hohem Niveau.

Und die Inszenierung ein Schlager. Sie war ja auch schon in London, wo sie entstand, eine Sensation.

Trotzdem kann es interessant sein,  darüber zu diskutieren.

Auch wenn viele Kenner die Vergangenheit mit ihren unzähligen Dokumenten nicht vergessen wollen und können,  da gibt es ja wahre Schätze, die Opern selbst stammen ja meist aus ferner Vergangenheit, was zu Puccinis Zeiten ja nicht der Fall war. (Der Großteil des Repertoires war ja damals zeitgenössisch)

so sind wir doch Feuer und Flamme und voll von Begeisterung für jede gute Aufführung, die wir heute erleben können.

8. September 2020
17:31
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1106
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Dieses ewige "früher war alles besser, besonders die SängerInnen" ist ein bewährtes Totschlagargument.
Wenn man z.B. Verdis Meinung zu seinem Premieren-Carlos liest, merkt man recht schnell, dass es -genau wie heute- einige gute SängerInnen gab, aber ebensoviele, die das Repertoire nicht bewältigen konnten.

Herr P. muss immer meckern! Seine Erbsenzählerei hinsichlich Trachtenechtheit zeigt doch deutlich, dass er sich mit der Inszenierung nicht auseinandergesetzt hat und dem Japan-Kitsch früherer Zeiten nachtrauert.

Da wird er in der nächsten Zeit in der WSO nicht viel Freude haben, zum Glück hat er es nicht weit nach Bratislava, wo traditionellere Bühnen-Ereignisse warten.

8. September 2020
17:23
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Bricconcella
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Forumsbeiträge: 1
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8. September 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Wolfram sagt
Prochazkas Rezension der Butterflypremiere  ist deshalb wie so oft sehr lesenswert, weil er auf sehr viele Details eingeht und  sehr genau erklärt und beschreibt. Von Bekleidungsgepflogenheiten über das japanische Theater bis zur amerikanischen Flagge usw.

Jeder sollte das selbst nachlesen.

Eine kleine Anmerkung:  Prochazka schrieb, die Hauptrolle wäre von Puccini für einen Lirico spinto Sopran  konzipiert worden.

Nun war aber die Uraufführung  mit Rosina Storchio besetzt, einem Koloratursopran.

Und in einer der berühmtesten Einspielungen (1939 mit Gigli) singt Toti dal Monte, ebenfalls ein Koloratursopran die Cho Cho San.  

Immer interessant bei Stimmkategorisierungen für gewisse Partien auf die Uraufführungs-SängerInnen zurück zu schauen.

Rosina Storchio war kein reiner Koloratursopran (definitiv eher noch Dal Monte), auch wenn das Repertoire, das sie aufgenommen hat, es nahe legen.

Sie hat zu einem sehr großen Teil zeitgenössische Werke gesungen, einige Uraufführungen. Siberia, Zazà, Lodoletta, Bohème (Leoncavallo) und eben die Butterfly. Micaela, Manon (Massenet+Puccini), Traviata, und eben auch Koloratur Partien (Sonnambula, Linda di Chamounix, Don Pasquale, Barbiere di Siviglia).

Die Stimme war nicht gross, aber sehr kompakt und sehr gut geführt. - Ähnlich wie die von Salomea Kruscelnicka, die die überarbeitete Fassung aus der Taufe hob. Beide Sängerinnen waren intensive Darstellerinnen und hatten ausgezeichnet geschulte Stimmen, waren gesanglich sehr sicher, aber keine verismo-Plärrer. Das deutet eher auf lyrische Stimmen hin, die Puccini im Kopf gehabt hat. 

Die Butterfly verlangt im Grunde Unmögliches, was kaum jemand zustande bringt. Eine Killerpartie mit einer Mädchenstimme zu singen. Es gibt die Lyrischen Stimmen, die daran zerschellen und die großen Stimmen, die wie Elefanten durch den Porzellanladen trampeln, weil sie die schwere tessitura oft nur im forte bewältigen können.

Asmik Grigorian ist eine packende und sichere Sängerin, aber die Stimme zeigt vor allem in der voll ausgesungenen Höhe gefährliche Zeichen von Überbelastung. Mit Elan und Willenskraft kann man das eine Zeit lang so weiter betreiben. Aber die Rolle ist ein Killer. 

8. September 2020
10:50
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 11
Mitglied seit:
21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Prochazkas Rezension der Butterflypremiere  ist deshalb wie so oft sehr lesenswert, weil er auf sehr viele Details eingeht und  sehr genau erklärt und beschreibt. Von Bekleidungsgepflogenheiten über das japanische Theater bis zur amerikanischen Flagge usw.

Jeder sollte das selbst nachlesen.

Eine kleine Anmerkung:  Prochazka schrieb, die Hauptrolle wäre von Puccini für einen Lirico spinto Sopran  konzipiert worden.

Nun war aber die Uraufführung  mit Rosina Storchio besetzt, einem Koloratursopran.

Und in einer der berühmtesten Einspielungen (1939 mit Gigli) singt Toti dal Monte, ebenfalls ein Koloratursopran die Cho Cho San.

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