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Parsifal | Seite 8 | OnlineMerker | Forum

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Parsifal
20. April 2021
18:00
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alcindo
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21. Januar 2021
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zu MRadema: Wagner hätte für eine Haefenbruderschaft eine andere musik geschrieben......niemand hier hat auch bezweifelt, dass diese Inszenierung handwerklich gut gemacht ist.....nur mir sind es zu viele der gags, einige davon eine zumutung fuer die sänger  und viele grundsituationen sind verfaelscht...gewisse leute hier scheint das nicht zu stören, oder es fällt ihnen gar nicht auf

20. April 2021
17:51
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walter
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8. März 2021
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Da haben Sie recht, liebe MRadema, das Gemetzel ist grauenerregend! Soviel Energie auf beiden Seiten, beinahe als ginge es um etwas.....

Ich höre schon die Moderatorenkeule dazwischenfahren.

Alle Konservativen darf ich an den heutigen Stream aus der Metropolitan erinnern: Lohengrin, 1986, Hofmann, Marton, Rysanek, Roar, Macurdy, und genug Ritter- Romantik, um diesen ganzen Parsifal vergessen zu machen. 

walter

20. April 2021
17:41
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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Vielen Dank!

20. April 2021
17:30
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MRadema796
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20. Januar 2021
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Liebe Diskutanten, aus meiner Sicht wäre es sehr begrüßen, wenn Sie gegenseitige Vorwürfe von Blindheit u.ä. weglassen könnten, um sich auf inhaltliche Argumente zu konzentrieren. Ich weiß nicht, warum das so schwierig ist. Ich gewinne hier manchmal den Eindruck, dass in der Wiener Staatsoper jeden Abend Blutlachen im Auditorium aufgewischt werden müssen, weil die Besucher so hasserfüllt sind, dass sie nicht aneinander vorbeigehen können, ohne einander einen Messer in den Bauch zu rammen.

Ich möchte hier nochmal auf die Erläuterungen des Regisseurs, die hier im Forum zitiert wurden, hinweisen: https://onlinemerker.com/forum.....-6/#p10260

Einige Stichworte in Kurzfassung: Wir haben es in dieser Inszenierung mit einer Häftlings-Bruderschaft zu tun. Der "weiße Schwan" ist ein Mithäftling. Gurnemanz ist die graue Eminenz der Häftlings-Bruderschaft. Es gibt einen Traum von einem kostbaren Abendmahlskelch, dem "Gral", der den Häftlingen als Symbol der Freiheit erscheint.

Ich habe mir Gestern den ersten Akt mit diesem Basiswissen ansgeschaut und finde das schlüssig dargestellt und handwerklich extrem gut gemacht. Das, was man normalerweise sehen würde, findet im Traum statt. Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, dies das nicht überzeugt, denn man muss sich hier von der Vorstellung einer realistischen Darstellung wirklich trennen. Natürlich ist das eine Interpretation, aber es ist nicht irgendetwas, sondern eine Hinterfragung der Oper: Was bedeutet Parsifal in unserer heutigen Zeit?

20. April 2021
17:23
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Christine
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22. Januar 2021
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Lohengrin, ich bin offensichtlich zu dumm Ihren Gedankengängen folgen zu können. Ich habe in der Inszenierung des Parsifal nicht eine für mich schlüssige Interpretation des Werkes von Richard Wagner erkennen können. Ich habe schon mehrfach angeführt, was ich meine und will mich nicht wiederholen. Andere Diskutanten im Forum haben auch schon Beispiele gebracht, ich kann mich da vollkommen anschließen. Nur eines nochmal: Ich finde es sehr eigenartig, wenn es jemand nicht stört, dass der gesungene Text mit dem Geschehen auf der Bühne nicht übereinstimmt. Es ist diesen Menschen egal. Wieso ist es eine bodenlose Frechheit das festzustellen? Mir ist auch so manches egal und wenn mir jemand das vorhält, sage ich: Ja, ist so.

20. April 2021
16:51
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Lohengrin2
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Christine, ich bin eslangsam leid, Ihnen ständig auf die Sprünge helfen zu müssen!

Es gibt Menschen, die wollen nur die Interpretation der Regisseure sehen und was vom Original übrig bleibt, ist ihnen egal.

Das ist eine bodenlose Frechheit, was Sie da behaupten!
Der tiefergehenden Sinn haben Sie offenbar nicht verstanden, dazu ist es hilfreich, die diversen Begleittexte zu lesen und vor allem die katastrophale Ausgangslage des Bühnenweihfestspiels zur Kenntnis zu nehmen. Ich habe diese schon mehrmals beschrieben, ist bei Ihnen offenbar nicht angekommen. Tut mir leid, nochmal mache ich keine gratis Nachhilestunden in dieser Sache!

Wer immer die hehre Ritterschaft in Rüstung mit Speer und Schild voraussetzt wird in die Tiefe der Problematik nicht eintauchen können.

20. April 2021
16:40
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alcindo
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21. Januar 2021
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Chenier, es ist gewissen leuten hier noch nicht aufgefallen, dass sie immer wieder noten für die mitdiskutanten verteilen.  über die Parsifalauffuehrung ist meine note:     die bestinszenierung einer fehlinterpretation

20. April 2021
16:22
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Chenier
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Dalmont, kann man sich nicht auf eine mitteleuropäisch-zivilisierte Diskussion einigen? Ich habe mit den Untergriffen nicht begonnen und war in der Defensive.

Sie haben Ihre Meinung und ich möchte Sie auch nicht missionieren, aber lassen Sie jedem seine Meinung, ohne mit persönlichen Zoten daherzukommen, und bleiben Sie auf der Sachebene.

20. April 2021
15:54
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Christine
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Lohengrin, von welch abwertenden Formulierungen? Weil Ihnen etwas "tiefer interpretiert" vorkommt, muss das ja nicht mit den Intentionen des Werkes übereinstimmen. Wenn ein Text gesungen wird, auf der Bühne aber etwas ganz anderes dargestellt wird, muss das ja nicht das Richtige sein. Abwertend finde ich eher Ihren Satz, dass es zu viel verlangt ist, dass nicht alle Menschen diese "tieferen Interpretationen" für gut und richtig halten.

Dalmont, es ist mir aufgefallen, dass sie immer wieder auf Marcel Prawy und die Walküre zurückkommen. Zu diesem Punkt kann ich nichts Konkretes sagen, denn zu dieser Zeit waren in meinem Leben andere Dinge wichtiger und ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was damals wie passiert ist. Allerdings habe ich viele der Prawy Sendungen im Fernsehen gesehen und war bei einigen seiner Einführungsmatineen in der Staatsoper. Mir hat die Art gefallen, wie er diese Dinge präsentiert hat. Ich habe auch zwei Semester an der Uni seine Vorlesung besucht. Damals habe ich auch einige Gespräche mit ihm geführt. Er war wirklich ein von der Oper begeisterter Mensch. Sie schreiben in einer diesen Menschen abqualifizierenden Weise, die ich nicht gerechtfertigt finde und nicht nachvollziehen kann. Er hat auf Werktreue viel Wert gelegt. Es hat ihm nichts ausgemacht, dass er eine Oper in verschiedenen Inszenierungen, die aber so waren, dass die Intentionen von Komponist und Librettist zu erkennen waren, gesehen hat. Da wurde ihm nicht fad. Mir auch nicht. Wenn Blumenmädchen seit 100 Jahren wie Blumenmädchen daher kommen, ist es viel spannender wenn sie als Putzfrauen dargestellt werden. Ist vielleicht "die tiefere Interpretation" die Lohengrin meint. Dazu gehören nackte Menschen, Morde, die hinzugedichtet werden, es wurde ja alles schon mehrfach erwähnt.

20. April 2021
14:58
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Dalmont
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Chénier, es ist ermüdend, immer wieder darauf hinweisen zu müssen, Aussagen genau zu lesen: das Wort Lächerlichkeit bezog sich auf die Versuche ab Eintrag 75 (81,82,117,127,129 und womöglich noch andere folgten), die künstlerische Arbeit derer, die vielen im Forum nicht gefallen, mit Paragraphen des ABGB in Zusammenhang zu bringen und in der Folge Gerichte entscheiden zu lassen.

Dass ich Äußerungen wie „Bühnenmist“, „entbehrlicher Unsinn, der an Schwachsinn grenzt“ – das sind nur einige wenige unter vielen vergleichbaren in den „Parsifal“-Threads – als „mit Schaum vor dem Mund“ geäußert interpretiere, diese Freiheit nehme ich mir. Wenn Sie diese beiden Urteile nochmals reflektieren, sollten Sie schon erkennen können, wer sich als „höchste Instanz“ versteht.

 

Christine, was Sie als apodiktisch an meinen Überlegungen empfinden, kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Ich habe sie mir noch einmal durchgelesen. Was macht Ihnen da Angst? Dass mir die Aufführung einen Anstoß gegeben hat, meine bisherige Deutung des Schlusses für mich zu revidieren. Wagner hätte es eindeutiger machen und in den Schlußvers ein Zeitwort einfügen können. Das wäre allerdings trivial gewesen. Nennen Sie mir einen triftigen Grund, warum ich meine Überlegungen nicht niederschreiben sollte. Nur weil wir in einem zentralen Punkt nicht übereinstimmen? Wäre es Ihnen lieber, sich bloß im Kreis Gleichgesinnter Ihrer Ablehnung aktueller Operninszenierungen zu versichern. Dass ich Einwände formuliere, wenn ich sie für angebracht halte, wollen Sie mir sicherlich nicht verwehren.

Ein Prawy – Trauma? Das glauben Sie wohl selbst nicht. Ich bin, wie Sie wissen können, mit sieben Jahren im „Lohengrin“ gewesen (ohne Schwan, ohne Nachen, ohne Söller, ohne Münster, ohne weiße Gralstaube ecc.) und zu so etwas wie einem Wagner-Liebhaber geworden. Deshalb habe ich sehr genau verfolgt, welch unduldsames und an unselige Zeiten erinnerndes Verhalten der meist sehr unhinterfragt verehrte Dr. Prawy im Falle der Kupfer-„Ring“-Verhinderung (die dann zu den zwei Sanjust-Inszenierungen führte) an den Tag gelegt hat. Und diesen damaligen Vorgang habe ich mit Dr. Prawys späterer Forderung, bei der Neuenfels-Inszenierung der „Fledermaus“ in Salzburg die Gerichte einzuschalten, zusammengedacht. Auf diese Forderung wurde ja im „Parsifal“-Thread direkt verwiesen. Ich habe die Salzburger Aufführung gesehen, Alcindo, so glaube ich, auch, und bevor man mir unterstellt, ich würde sie verteidigen: ich konnte mit ihr nix anfangen. Als „Bühnenmist“ würde ich sie dennoch nicht bezeichnen und als an „Schwachsinn grenzenden Unsinn schon gar nicht“. Solche Urteile trifft man, wenn man überzeugt ist, im Besitz inappelabler Wahrheiten zu sein.

20. April 2021
14:46
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Lohengrin2
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Christine, seien Sie etwas vorsichtiger in Ihren abwertenden Formulierungen! Sie können sich das wahrscheinlich nicht vorstellen, aber es gibt tatsächlich OpernliebhaberInnen, die die Werke gern tiefer interpretiert sehen, als das übliche lBebildern und die Musik umso mehr geniessen!

Das ist allerdings für den einen oder die andere zu viel verlangt......

20. April 2021
13:10
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Figaro1992
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Christine sagt
Dalmont, Ihre apodiktischen Aussagen könnten einem direkt Angst machen. Sie schreiben in den Beiträgen zu Parsifal wirklich so als würden Sie sich als Oberinstanz des Forums fühlen. Aber auch Sie haben eine Schwachstelle: Marcel Prawy hat bei Ihnen offenbar ein Trauma verursacht.

Vielleicht belassen Sie es einfach dabei: Ihnen gefällt es,  wenn eine Oper "völlig neu" inszeniert wird, anderen Opernbegeisterten gefällt das nicht. Es gibt Menschen, die wollen bei Opern von Richard Wagner und anderen Komponisten deren Werke sehen und hören. Es gibt Menschen, die wollen nur die Interpretation der Regisseure sehen und was vom Original übrig bleibt, ist ihnen egal.

  

Bravo Frau Christine!

20. April 2021
12:59
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Christine
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22. Januar 2021
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Dalmont, Ihre apodiktischen Aussagen könnten einem direkt Angst machen. Sie schreiben in den Beiträgen zu Parsifal wirklich so als würden Sie sich als Oberinstanz des Forums fühlen. Aber auch Sie haben eine Schwachstelle: Marcel Prawy hat bei Ihnen offenbar ein Trauma verursacht.

Vielleicht belassen Sie es einfach dabei: Ihnen gefällt es,  wenn eine Oper "völlig neu" inszeniert wird, anderen Opernbegeisterten gefällt das nicht. Es gibt Menschen, die wollen bei Opern von Richard Wagner und anderen Komponisten deren Werke sehen und hören. Es gibt Menschen, die wollen nur die Interpretation der Regisseure sehen und was vom Original übrig bleibt, ist ihnen egal.

20. April 2021
12:49
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Lohengrin2
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Das sollte man faktisch erkennen ohne mit spätpubertärem Trotz das aktuellste Schandmal der WSO zu verteidigen.

Das nenne ich eine spätpubertäre Äusserung!
Wer nicht in der Lage ist, mitzudenken und andere als die Rittergeschichten im Pasifal-Werk zu erkennen, hat noch einen weiten Entwicklungsweg vor sich.

Niemand muss die aktuelle Inszenierung mit Jubel begrüßen, die Gedanken, die sehr tiefgehend darin ausgedrückt werden, vom Tisch zu wischen, ist kein Ruhmesblatt.

20. April 2021
12:34
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Chenier
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Roma locuta, causa finita? Dalmont, die scheinbar selbsternannte höchste Instanz des Forums, das personifizierte allumfassende Opernwissen, der sogar Namen wie Prawy Sanjust, Kiepura oder Weigel richtig zuordnen kann, hat die Angelegenheit finalisiert und Gegenmeinungen als "lächerlich" abqualifiziert. Das nenne ich Diskussionskultur vom Feinsten.

Ich freue mich auch aufrichtig, dass er die Grundregeln der Dialektik verstanden und Respekt vor der These hat, ohne seine Antithese zu verabsolutieren. 

In gebotener Kürze: Polemisch ist vieles zu rechtfertigen und sogar Serebrennikovs Parsifal ist mit dem Original kompatibel, wenn man alles verbiegt, auch ohne Schaum vorm Mund. De facto hat das szenisch nichts, aber überhaupt nichts mit Wagners Oper zu tun. Das sollte man faktisch erkennen ohne mit spätpubertärem Trotz das aktuellste Schandmal der WSO zu verteidigen. Ohne auf die vielen Details einzugehen, die das Werk auf den Kopf stellen und ins Lächerliche Ziehen, ist diese Inszenierung noch weit unter dem Steinhof-Parsifal von Hermanis und der war schon ziemlich tief.

Musikalisch allerdings beeindruckend, wobei Jordan bei Wagner nicht so ganz perfekt erscheint wie etwa bei Beethoven. JK wirklich hervorragend in der Titelrolle, Zeppenfeld ausgezeichnet, Tezier hinreissend, Koch sehr gut, einzig bei Garanca spürt man irgendwie, dass es nicht ihre Paraderolle ist, da gibt es noch Luft nach oben. Aber sie war ja mehr mit ständigen Nebentätigkeiten wie mit ihren Zigaretten, der Begutachtung von Tätowierungen, dem Hantieren mit einer Pistole oder dem Erschießen von Klingsor beschäftigt als mit ihrer eigentlichen Rolle.

20. April 2021
10:43
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Dalmont
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Künstlerische Arbeit vor ein Gericht bringen zu wollen, das ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, und sich auf den Juristen Dr. Marcel Prawy, den einstigen Jan Kiepura-Sekretär, langjährigen Opernseitenblicker und Leider-Nein-Opernerklärer à la Leonard Bernstein zu berufen, macht es nicht besser. Prawy ist im Zuge der Debatten um die letzte 1:1 Wagner-Inszenierung an der Staatsoper (es handelt sich um den wegen Peinlichkeit nach der „Walküre“ abgebrochenen Filippo-Sanjust-Ring) mit seiner Schriften-Zerreißung äußerst ungut aufgefallen. Ich meine mich zu erinnern, dass es sich damals um einen Text von Hans Weigel gehandelt hatte. Dass gerade jener Beiträger darauf herumreitet, der ständig einen erfundenen und nicht von Voltaire stammenden Satz anführt, ist der Peperoncino in der Diskussion. Ich gebe dem Combattenten gerne ein tatsächliches Voltaire-Zitat zur freien Verfügung, ahnend, dass es in eine falsche Richtung verwendet werden wird, jedoch nicht ohne Hinweis, dass es in dem Satz „zu drucken“ und nicht „gedruckt zu werden“ heißt: „Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht, welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben“.

 

Warum gerade Kirill Serebrennikows Arbeit so viel – man kann es nicht anders ausdrücken – Schaum vor dem Mund produziert, ist mir schleierhaft. Im Kern kann man diese Haltung auch in der von Andrei Serbans an der Staatsoper inszenierten „Manon“, die morgen gestreamt wird, erkennen und bei solchen eher naturalistischen Opern des Fin-de-siècle müsste das ja noch viel mehr Ärger produzieren. Serebrennikow versteht sehr viel von Theater, wie selbst die Doyenne der Online-Merker-Kritik zugegeben hat, und Oper ist ja Theater, er setzt die aktuellen ästhetischen Mittel, vor allem das Video, virtuos ein, was will man mehr, und die in besagter Rezension gestellte Frage „Weißt du, was du sah’st“, formuliert Gurnemanz am Ende des 1. Aktes, dann folgen allerdings noch zwei weitere.

Und was hat man gesehen? Wagners „Parsifal“ natürlich, vom Schlusswort her gedeutet: „Erlösung (ward) dem Erlöser!“, Erlösung „durch Mitleid wissend“. Dass Kundry am Schluss des 1. Aktes dieses Motiv singen durfte (obwohl nicht von Wagner vorgesehen) ist einer der genialen Einfälle dieser Interpretation, der zweite liegt wohl in der Rolle des „damaligen Parsifal“, die auf so vieles Bezug nimmt und visualisiert, wovon Gurnemanz in seinen langen Gesängen erzählt. Und bei dem den Speerflug beschreibenden genialen Klangsymbol des Harfenglissandos einen Speer unbedingt sehen zu wollen… Das kann nur läppisch wirken?

Ich, Pessimist, war übrigens immer der Meinung, das Rufzeichen im Schlußvers deute auf ein „Erlösung (werde auch) dem Erlöser!“ hin, der Chorus mysticus und die leise verklingenden Schlusstakte schienen mir das zu stützen.

Jedenfalls ist die Schluß-Aussage nicht in einem nebulosen Märchen-Nirwana verschwunden, wie häufig, sondern man konnte den wohl auch politisch zu deutenden Imperativ dieser Erlösung durch Empathie und Mitleid deutlich erkennen. Dass Menschen, für die Empathie negativ besetzt ist, diesen von der Operntheater-Kanzel aus geschleuderten Imperativ als Watschn verstehen, mag schon sein.

Wenn sich übrigens nach dem Abtreten der Mädchen „ganz in Blumengewändern, ganz Blumen“ Parsifal fragt: „Dies Alles hab‘ ich nun geträumt?“ und die Ersten Violinen dazu das „Mitleidsmotiv“ spielen, dann sind es wohl solche Stellen – ich hoffe, nicht in eine falsche Richtung zu denken – die Lyonel in seinem Beitrag 91 meinte. Merkt man da nicht, was in seinem Unterbewussten arbeitet, ohne dass das Textwort es sagt?

Dass Wagner die Frauen in Männergesellschaften in vier Opern einfach „entseelt“ zu Boden sinken lässt, ist ein wunder Punkt seiner Dramaturgie, der alle Regieführenden extrem fordert. Serebrennikow bietet eine mehr als akzeptable Lösung an. Vor 13 Jahren stellte Stefan Herheim in Bayreuth noch eine enge Verbindung zwischen Kundry, Gurnemanz und Ludwig II. her. Hatte auf einer Metaebene auch seine Berechtigung in dieser so eindrucksvollen Aufführung.

 

PS: Um zu verstehen, was „betörte Eigenholde“ sind musste ich das Parsifalwörterbuch zu Rate ziehen, und was stellt sich heraus? Wagner, der geniale Vernebler, meinte damit ganz einfach jene Ritter, die sich die Mädchen „ganz in Blumengewändern, selbst Blumen“ halten, um ihre sexuellen Gelüste zu befriedigen. Ob ich wohl der Einzige bin, der mit dem Begriff Eigenhold nix anfangen konnte? Da ich diese Szenen mit dem langsamen Walzer „Komm‘, komm‘…“ nicht recht leiden kann, habe ich das offenbar immer überlesen, wenn ich den Text auffrischte. Die Sprachenkenner im Forum haben mich verleitet, genau zu lesen, und siehe da, wieder was gelernt.

20. April 2021
10:35
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Lohengrin2
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Das wissen Sie? Ich halte es mit dem was ich meine und das drücke ich aus.

20. April 2021
10:33
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Das absurde ist, wir waren Zeugen einer Inszenierung bei der Steuern verpulvert wurden und der Regisseur genau wegen diesem Vergehen in seinem Heimatland verurteilt wurde. Es sei denn der ORF oder ARTE beteiligen sich mit den Rundfunkgebühren an den Unkosten. Im nächsten halben Jahr wird diese Inszenierung keinen Cent einspielen. In einem Interview ließ Herr Serebrennikov verlautet, er hätte sich an dem Film „der Prophet“ orientiert. Hätte er sich doch eher an Herr der Ringe oder Games of Thrones orientiert, dann hätte es wenigen mit der Auenlandschaft, den Rittern und den Kirchen geklappt. Genau damit fangt man nämlich das immer wieder aufgeführte „junge Publikum“! 
Die Umsetzung dieses Films ist ihm ja gelungen. Das spreche ich dem Regisseur gar nicht ab, aber auch hier gibts schon eine Oper von Meyerbeer mit selbigen Titel.

Was hält Herr Serebrennikov davon ab sich einen Opernkomponisten zu suchen, der ihm etwas passendes komponiert. Glass, Glanert und Obst haben gerade nicht so viel zu tun! Also auf auf, schafft Neues! Verhunst aber nicht das Alte!

20. April 2021
10:28
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Figaro1992
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Lohengrin2 sagt
???????????

Noch nie was von einer Kurzmitteilung gehört?

  

Nach "Platzverschwendung" gehört kein Beistrich.Da gehört ein Punkt hin. Oder ein Rufzeichen. Meinetwegen auch ein Bindestrich. Aber kein Komma.

20. April 2021
8:11
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Lohengrin2
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???????????

Noch nie was von einer Kurzmitteilung gehört?

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