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Parsifal | Seite 12 | OnlineMerker | Forum

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Parsifal
18. April 2021
11:14
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Chenier
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Forumsbeiträge: 229
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28. Februar 2021
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Musikalisch sehr gut, vielleicht ein wenig unter den hohen Erwartungen. Jordan kann jedenfalls mit Beethoven besser umgehen als mit Wagner.

Szenisch, wie erwartet und von einzelnen Ausschnitten bekannt, wurde der Erstbefund bestätigt: Ein absoluter und völlig entbehrlicher "Bühnenmist", wobei das fast ein Hilfsausdruck und zu wenig dafür ist.

Wer natürlich ein schauspielendes Parsifal-Double in Unterhosen über die Bühne wanken oder eine raufende Multi-Kulti-Gefängnisgesellschaft sehen will, ist bestens aufgehoben. Und der ORF hat sich mit seinem Krixi-Kraxi zu jedem Protagonisten auch auf dieses tiefe Niveau begeben.

Herr Roscic, herzlichen Dank, wir wissen jetzt wenigstens, wie Sie ticken.

17. April 2021
11:33
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alcindo
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Forumsbeiträge: 361
Mitglied seit:
21. Januar 2021
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vielleicht weiss oder ahnt jemand etwas über die lange verzögerung der ausstrahlung...ich glaube anfangs sprach man von einem stream...kann mich aber auch irren

17. April 2021
10:50
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Christine
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Forumsbeiträge: 206
Mitglied seit:
22. Januar 2021
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Danke für diese Info. Das heißt, der ORF hat sich aus einer Übertragung des gesamten Werks vollkommen herausgenommen und sendet die Vorstellung vom 11. April gar nicht. Heute ab 22 Uhr sieht man auch nur Ausschnitte von Proben. Gibt es dafür eine Erklärung? Traut man sich nicht zu sagen, dass man glaubt, das Werk sei zu lang für ORF Hörer?

17. April 2021
10:28
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BalthasarZorn
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Forumsbeiträge: 36
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21. Januar 2021
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Auf Arte Concert (im Internet) morgen ab 16 Uhr.

Auf ORF2 morgen vormittag nur je ein Künstlerporträt Garnca und eines Kaufmann.

17. April 2021
9:39
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Christine
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Forumsbeiträge: 206
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22. Januar 2021
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A.C. schreibt heute: Die Premiere sehen wir dann morgen ab 14 h auf Arte bzw. 16 h ORF ?

In der Kurier TV Zeitung finde ich darüber nichts. Da ist auf Arte um 14:30 ein Dokufilm zu D'Artagnon angesetzt. Auf ORF 3 geht es den ganzen Sonntag Nachmittag um das britische Königshaus, auf ORF 2 um Natur im Garten und Erlebnis Österreich. Die Berichterstattung zum Tod von Prinz Philip wurde aktualisiert.

Wann und wo gibt es Parsifal?

15. April 2021
16:19
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MRadema796
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20. Januar 2021
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Mir ist nicht ganz klar, was Michael Tanzler mit Angriffen auf "Mainstreammedien" bezweckt. Valeri Geriev, dem mehrfach zu große Nähe zu Putin nachgesagt wurde - und ich habe selbst schon eine kleine Demo vor einem Konzert von ihm in Bonn miterlebt - schlägt sich jedenfalls auch erfolgreich durch - doch, auch nach im "krähen Hähne". Vielleicht liegt das daran, dass er ein bedeutender Dirigent ist. Ich schlage vor, Serebrennikov als bedeutenden russischen Regisseur zu betrachten und die Aufführung anzuschauen. Mit Putin hat das m. E. nichts zu tun, und mit Nawalny schon gar nicht.

15. April 2021
15:56
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Michael Tanzler
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Forumsbeiträge: 58
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1. Februar 2021
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Diese "Mainstreammedien" sind das wahre Übel an der ganzen Misere, dadurch feiern solche Spießgesellen wie der in Russland zurückgehaltene zwielichtige Bruder fröhliche Urständ!  Sonst würde kein Hahn nach dem Krähen... alles was gegen Putin ist, ist großartig und wird unterstützt .... ! ( Sogar der ausgewiesene Rechtsextremist Nawalny  !  Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.....  wäre das ein Rechter ( muss gar kein Extremist sein! )  von hier....  )  Es ist alles soo eindimensional und durchschaubar......

15. April 2021
15:33
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 82
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22. Januar 2021
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ad 63) Christine, dann trennt uns eigentlich nur mehr die Frage, wie das Theatralische an der Oper auf die Bühne gebracht werden soll und wie viele Interpretationen ein Werk zulässt. Aber da werden wir keinen Konsens finden, aber das halte ich ja weiter nicht für schlimm. Ich finde es nur bedauerlich, dass es für Sie dann hauptsächlich negative Erfahrungen mit Inszenierungen neueren Datums geben wird.

ad 62) Chénier, Ihre Antwort auf Alcindo ist eigentlich nicht zu entschlüsseln. Sie wirkt fast so, als würde sie sich auf eine Kommunikation außerhalb des Forums beziehen. Worauf beziehen sich die Substantive „Affinitäten“ und „Niederungen“?

ad 61) Was Ihren Verweis auf „selbständiges Denken“ anlangt: Mein Glückwunsch bezog sich darauf, dass Sie offensichtlich so gut russisch verstehen, dass sie so gute Connections nach Moskau haben, um genügend Evidenzen für eine Interpretation bekommen zu können. Ich denke allerdings, dass es anders ist, ihre ständigen Angriffe auf Mainstreammedien verwenden Topoi, die einer bestimmten Denkrichtung zuzurechnen sind, und Ihre Interpretation der Aktionen von Zar Vladimir Grosny  unterscheidet sich in nix von der der „fröhlichen Ostlandfahrer“, um nochmals Friedrich Torberg zu nennen.

15. April 2021
13:06
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Christine
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Forumsbeiträge: 206
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22. Januar 2021
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Dalmont, Szene ist auf jeden Fall besser als nur konzertant. Bei konzertant fällt das Spielen ja fast ganz weg und wenn die Leute vor den Mikrofonen stehen und beim Liebesduett ins Publikum singen anstatt sich anzusehen, gefällt mir das nicht. Da ist es noch besser ich höre nur und sehe gar nichts, dann kann ich mir nur der Musik hingeben. Aber eine Opernaufführung muss mehr sein als nur Musik hören.

Vergleiche zwischen den einzelnen Darstellern einer Rolle anzustellen, ist doch auch sehr interessant.

15. April 2021
10:45
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Chenier
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28. Februar 2021
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Macht nichts, alcindo, das halte ich aus, wenn Dalmont offensichtlich Affinitäten in diese Richtung hat.

Schade eigentlich, dass eine an und für sich interessante und produktive Diskussion in solche Niederungen abgleiten muss, ist leider für viele als Argument die ultimo ratio .

15. April 2021
10:41
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Chenier
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Forumsbeiträge: 229
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28. Februar 2021
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Danke für die Glückwünsche, Dalmont, ich nehme sie gerne an, ist zwar nicht die höchste, aber auch eine Form der Anerkennung, auch wenn das mit "im westlichen Mittelmeer ersoffenen „fröhlichen Ostlandfahrer“ so gut wie nichts zu tun hat. Smile

Und um Dinge "besser als alle recherchierenden Russland-Korrespondenten europäischer Medien einschätzen zu können" genügt es, selbständig zu denken und sich nicht vom Mainstream auf eine Einheitsmeinung vergattern und synchronisieren zu lassen.

Manchmal sind Zusammenhänge so herrlich einfach, wenn man sie versteht. 

15. April 2021
9:58
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 82
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22. Januar 2021
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Bevor ich mich in eine Wlan-lose Zone begebe: Alcindo, der Freischütz im Theater an der Wien war am 22.3.2019.

Ich habe nicht Hitler ins Spiel gebracht, ich habe nur erwähnt, warum Wieland Wagner acht Jahre nachdem er in Hitlers Bayreuth bereits eine zentrale Rolle gespielt hatte, sich Abstraktion als Ausweg für Neubayreuth ausdachte (und sich damit selbst zeitlebens aus der Schusslinie nahm).

15. April 2021
9:47
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alcindo
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21. Januar 2021
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zu 55 MRad.. ich hatte nicht gemeint, der regisseur mache sich laecherlich, sondern dass der gesungene text fragwuerdig bis laecherlich gemacht werde....doch ein bisschen anders als Sie verstehen wollen

zu Dalmont: abstraktion in der opernregie erlaubt- fuer mich - dem zuschauer das recht zu geben seiner phantasie spielraum zu geben. bitte nicht immer Hitler und das 3.reich ins spiel bringen......viele heute prominte 'LINKE " operndirektoren, ex auch inkludiert, sowie leitende positionen in theater und oper waeren (und sind) bei oder in einem sympathieverhaeltnis  mit der "richtigen"partei.

zum Frschtz in Paris....ich kannte den vom ThadW nicht, weiss nicht, wann das war, pardon Dalmont, ich habe mehr als die haelfte meines schon etwas langen lebens meist in der ferne gearbeitet. wahrscheinlich hat der aus paris mir so gut gefallen, weil ich kurz zuvor den entsetzlichen Frschtz aus muenchen gesehen habe. bei dem aus Paris konnte man den saengern und der musik ohne aergernis zuhoeren und war nicht durch szenischen und interpretatorischen blanken unsinn (zb Aennchen als aeltere lesbe, usw, usfort...) abgelenkt

15. April 2021
9:39
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Christine, gegen Ihre Erwartungen ist nix einzuwenden Aber brauchen Sie dazu die Szene? Dafür würden ja Aufführungen genügen, wie sie Marcel Prawy mit Halévys „Jüdin“ und Mercadantes „Der Schwur“ gemacht hat: eine konzertante Aufführung mit einer Projektion pro Akt auf einen Zwischenvorhang. Von mir aus auch der Dom von Siena und der Garten in Ravello, die Wagner für die „Säulenhalle mit Kuppelgewölbe“ und „Klingsors Zaubergarten“ vorgestellt hat.

Und Jonas Kaufmanns Interpretation des "Parsifal" ist nicht weniger aus seinem Ich entwickelt wie die von James King oder René Kollo, denke ich.1

15. April 2021
9:08
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Christine
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22. Januar 2021
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Dalmont, ich habe Ihren Satz so verstanden, dass Menschen die auf - sagen wir - sehr eigenwillige und ich-zentrierte Interpretationen eines Regisseurs weniger Wert legen, nicht am Geist und Inhalt eines Werkes interessiert sind. Ich muss das zumindest für mich entschieden zurückweisen.  ist es denn heute so, dass Opernbesucher keine eigene Phantasie mehr haben und einen Regisseur brauchen, der ihnen ein Werk erklärt? Dass sie es dann so verstehen sollen, wie er möchte, dass es verstanden wird? Ich möchte mich eher persönlich mit den Komponisten auseinandersetzen und ihr Werk auf mich einwirken lassen. Möchte eventuell vergleichen wie verschiedene Künstler ihre Rolle auffassen, aber auch hören wie "schön" sie diese singen. Wenn sich ein Regisseur in den Dienst des Werks stellt, ist das möglich.

15. April 2021
8:07
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Ich beglückwünsche Chénier dafür, Gerichtsurteile in Russland besser als alle recherchierenden Russland-Korrespondenten europäischer Medien einschätzen zu können und hoffe sehr, dass er sich nicht auf Aussagen unserer politischen irgendwo im westlichen Mittelmeer ersoffenen „fröhlichen Ostlandfahrer“ (copyright Friedrich Torberg) stützt.

Dirigenten wissen viel über Musik, aber auch über das Szenische? (von Karajan ist wohl das beste Negativ-Beispiel). Interessant wäre ein Dialog zwischen Philippe Jordan und Kirill S. Serebrennikow gewesen.

Und: Christine, worin liegt die bösartige Unterstellung? Herausfinden zu wollen, was ein Werk aussagt? Was Wagner wollte, kann man anhand seiner Briefe und Aufzeichnungen und den Tagebüchern seiner ihn vergötternden (und seine Ideen auch verfälschenden) Gemahlin möglicherweise herausfinden. Der „Parsifal“ sagt aber sehr viel mehr aus, als Wagner bewusst planend hineingelegt hat. Das herauszufinden ist Interpretation, und das geschieht durch Menschen, die ganz anders in die Welt geworfen wurden als Wagner. Und wenn man das Argument „was Wagner wollte“ zu Ende denkt, dürfte „Parsifal“ an der Staatsoper gar nicht gespielt werden.

Das „wording“, Kirill S. Serebrennikow hätte seine persönliche Lebenssituation in die Inszenierung getragen, sollte man auch hinterfragen. Jeder (auch SängerInnen) bringt seine Persönlichkeit mit ein. Es dürfte ja nicht das Moskoviter Hausarrest – Zimmer auf der Bühne zu sehen sein. Warten wir’s ab…

Alcindo, ist nicht Abstraktion eine Flucht davor, Stellung zu beziehen? Sie steht für alles, und damit für nix. Wieland Wagner hat sie Anfang der 1950er Jahre für Wagner in Bayreuth offensichtlich vorgeschlagen, um vergessen zu lassen, dass er auf Hitlers Schoß herumgeturnt ist und an den letzten "Meistersingern" im Hitler-Bayreuth mitgewerkelt hat. Sie schätzten die „Freischütz“-Inszenierung aus Paris sehr. Ich habe das Video angeschaut, und mir gedacht, diese reduzierte "abstrahierende" Inszenierung kenne ich doch. Und meine Aufzeichnungen sagten mir, dass es im Theater an der Wien eine konzertante Aufführung gab, bis auf den Max in dieser Besetzung, mit dem mit Leuchtkugeln jonglierenden Samuel des Tänzers, der in Erinnerung geblieben ist. Ist das schon Inszenieren und Interpretieren?

 

Und ganz zum Schluß: Die Überlegungen von MRadema796 von soeben- finde ich ganz besonders bedenkenswert!

15. April 2021
7:47
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MRadema796
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alcindo sagt
caro Dalmont, ich glaube niemand hier will eine buchstabengerechte umsetzung des Parsifal...ich fuer meinen teil habe nichts gegen moderne inszenierungen, so lange nicht der gesungene text fragwuerdig bis laecherlich gemacht wird...gegen moderne abstraktion habe ich ueberhaupt nichts, nur will ich das werk und nicht die evtll multiplen probleme des regisseurs inszeniert sehen

  

Erstens bin ich absolut sicher, dass es hier Leute gibt, die eine buchstabengerechte Umsetzung des Parsifal haben möchten.

Zweitens soll eine Inszenierung meiner Meinung nach eine Interpretation aus der heutigen Zeit liefern. Um das beurteilen zu können, würde ich empfehlen, die Inszenierung zunächst anzuschauen. Die wenigen Bilder, die ich gesehen habe, reichen jedenfalls nicht aus, um ein Urteil zu rechtferigen. Dass der Regisseur sich lächerlich macht, kann ich bisher nicht erkennen. Ob die Inszenierung mich überzeugen kann, wage ich nicht vorherzusagen. In München gab es beim Freischütz einen anderen russischen Regisseur, die die aktuellen Probleme in Russland auf eine Art und Weise geschildert hat, die mich nicht überzeugt hat. Das heißt aber nicht, dass sich dies hier wiederholen muss. Wie aus von Chenier zitierten Inhaltsinterpretation des Regisseurs zu entnehmen, dient der Gral als Symbol der Freiheit. Im 3. Akt wird die maximale Unglaubwürdigkeit, dass die Erlösung die physische Befreiung aus der Haftanstalt bewirkt, dadurch vermieden, dass die Haftanstalt bereits aufgelöst wurde, die ehemaligen Gefangenen aber durch jahrzentelange Gehirnwäsche quasi weiter gefangen sind und nur eine geistige Befreiung benötigen. Ich finde dies schlüssig, aber ich habe auch schon viel von Regisseuren gelesen, das sich am Ende auf der Bühne nicht vermittelt.

Drittens, die aktuellen Probleme in Russland würde ich nicht als die "multiplen Probleme des Regisseurs" bezeichnen, obwohl ihm die politische Situation natürlich offensichtlich Probleme eingehandelt hat. Es gibt genug Artikel über die Vorgänge im Allgemeinen und Besonderen, daher muss ich die hier eigentlich nicht ausbreiten. Es liegt im Charakter des Vorgehens, dass es natürlich kein zweites Urteil eines nach anderen Maßstäben beurteilenden Richters gibt. Wenn der Regisseur Subventionen angenommen hat, die mit Bedingungen verbunden waren und er sich nicht an die Bedingungen gehalten haben sollte, würde sich das aus meiner Sicht anders darstellen, als wenn er Geld ohne Bedinungen angenommen hat und diese im Nachhinein erfunden wurden (mit diversen möglichen Schattierungen zwischen beiden Extremen). Darüber liegen mir keine Informationen vor, daher kann ich der Äußerung von Chenier ("zwischen Darstellung und Realität klafft bisweilen eine Riesendivergenz") zustimmen, ohne aber die Frage beantworten zu können, ob das hier der Fall ist.

14. April 2021
22:03
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Gulliver
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MRadema796 - 50

"Er inszeniert allerorten weiter."

So sieht also die Repression gegen einen Systemkritiker aus.  Das entlarvt sich doch selbst als Publicity-Show

14. April 2021
19:56
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alcindo
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21. Januar 2021
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caro Dalmont, ich glaube niemand hier will eine buchstabengerechte umsetzung des Parsifal...ich fuer meinen teil habe nichts gegen moderne inszenierungen, so lange nicht der gesungene text fragwuerdig bis laecherlich gemacht wird...gegen moderne abstraktion habe ich ueberhaupt nichts, nur will ich das werk und nicht die evtll multiplen probleme des regisseurs inszeniert sehen

14. April 2021
18:42
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Christine
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22. Januar 2021
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Dalmont sagt
Im Forum ist offensichtlich die Fraktion, die eine buchstabengetreue Umsetzung von Wagners Szenenanweisungen bevorzugt, größer als die, die sich für Geist und Inhalt eines Werkes interessiert.

 

  

Ich empfinde es fast als böswillige Unterstellung zu behaupten, dass an der Oper begeisterte Menschen, die im Parsifal das Werk Richard Wagners wiedererkennen wollen, sich nicht für Geist und Inhalt dieses Werkes interessieren. Interessiert sich nur der, der für alle Interpretationen von Regisseuren offen ist? Ist es wirklich notwendig, Interviews mit dem Regisseur und Einführungsmatineen sehen zu müssen um sich auszukennen? Was hat das persönliche Schicksal eines Regisseurs mit der Oper zu tun? Warum ist der Regisseur für manche heute die wichtigste Person?

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