Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

Parsifal | Seite 11 | OnlineMerker | Forum

Werte Forumsteilnehmer!

Das Forum ist nun wieder geöffnet!  Wenn es aber wieder nicht den Regeln entsprechend verwendet wird, werden wir mit Löschungen ohne jewede Rechtfertigung vorgehen. 

Das Forum kann zwar von jedem, der sich an die Forumsregeln hält, genützt werden,  dennoch ist es privat und wir sind nicht gezwungen, Leute, von denen wir den Eindruck haben, dass sie - aus welchen Gründen immer - nur stören bzw. persönliche Rechnungen gegen einzelne Teilnehmer oder das Medium selbst begleichen wollen, daran teilnehmen zu lassen.

1. Teilnahme:

Der Online Merker würde es sehr schätzen, wenn sich die Teilnehmer an diesem Forum mit ihren echten bürgerlichen Namen anmeldeten. Das kann allerdings nicht verpflichtend sein, weil die Möglichkeiten, dies zu umgehen, zu groß sind und zweifellos auch von manchen Menschen genützt würden. Wer also unter seinem bekannten „Nick-Name“ angemeldet bleiben will, möge das tun. Allerdings wird gebeten, sich eines zivilisierten Tonfalls zu befleißigen, was nicht immer der Fall war, also mit einem Mindestmass an Höflichkeit, wie diese im gesellschaftlichen Umgang üblich ist, zu verfahren.

Um Spam-Anmeldungen zu vermeiden, muss jeder neu registrierte Teilnehmer das Mail, das er nach erfolgter Erst-Registrierung bekommt, binnen 24 Stunden bestätigt retournieren/ Link anklicken (bitte schauen Sie auch in Ihren Spam-Ordner). Erfolgt binnen 24 Stunden keine Reaktion, löscht sich die Anmeldung automatisch!

2. Regeln:

Im Forum des Online Merkers sollen ausschließlich kulturelle Angelegenheiten diskutiert werden. Politische oder gesellschaftliche Fragen sind nur dann gestattet, wenn sie in einem unmittelbaren und hier unverzichtbaren Zusammenhang mit einem konkreten Kulturereignis oder einer aktuellen kulturpolitischen Frage stehen. Da es hier eine gewisse Grauzone gibt, obliegt es ausschließlich dem Moderator zu entscheiden, ob der Beitrag zu löschen ist oder nicht. Beiträge die nicht unmittelbar mit Kultur zu tun haben, bzw. bei denen eine kulturelle Frage nur vorgeschoben wird, um in irgendeine Richtung zu agitieren, sind nicht zugelassen und werden gelöscht.

Der Umgangston im Forum  duldet keinerlei Herabwürdigungen und Beschimpfungen von Mitarbeitern des Online-Merker, anderen Forumsteilnehmern und/oder Dritter,  ebenso wenig wie Bedrohungen mit irgendeiner Art von Gewalt. Solche Einträge werden sofort gelöscht. Das Gleiche gilt für die Veröffentlichung persönlicher Informationen, die aus anderen Quellen des Internets (z.B. Google, Wikipedia oder sonstiger Quellen) über Mitarbeiter des Online-Merker, Forumsteilnehmer und/oder Dritte entnommen wurden.

Zudem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass staatsfeindliche, gesetzeswidrige, rassistische, extremistische, frauenfeindliche und sexistische Äußerungen und solche über die sexuelle, religiöse und politische Orientierung von Mitarbeitern des Online-Merker, Forumsteilnehmern und/oder Dritten zu unterlassen sind und sofort gelöscht werden.

Der Moderator des Forums ist gegenüber jedermann völlig weisungsfrei und muss seine Entscheidungen nicht begründen. Ebenso wenig braucht er auf Beschwerden und Zurufe aus dem Forum reagieren.

 

 

Avatar
Bitte denke über eine Registrierung nach
guest
sp_LogInOut Login sp_Registration Registrieren
Registrieren | Passwort vergessen?
Erweiterte Suche
Forumbereich


Übereinstimmung



Forum Optionen



Minimale Suchwortlänge beträgt 3 Zeichen - die maximale 84
sp_Feed RSS (Beitrag) sp_TopicIcon
Parsifal
18. April 2021
21:38
Avatar
Lyonel
Member
Members
Forumsbeiträge: 21
Mitglied seit:
5. April 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine sagt
 Überhaupt wird viel gesungen was mit dem, was sich auf der Bühne abspielt, gar nicht zusammenpasst. Ob der Regisseur den deutschen Taxt kennt? Oder kennt er nur die Geschichte an sich und hat sich dazu etwas einfallen lassen?  

Sie mögen dem Regisseur ja in seiner Interpretation nicht folgen wollen, aber die latent rassistische Bemerkung, dass ein russischer Regisseur ja den deutschen Text nicht verstehen kann, ist dann doch ziemlich unverschämt. Gehen Sie doch einfach einmal davon aus, dass der Regisseur sich tiefer mit dem Stück auseinandergesetzt hat und den Text besser kennt als Sie - dieser Vorwurf, hier seien überall nur Dilettanten und, schlimmer noch, Ausländer am Werk, ist doch ziemlich primitiv. Man kann eine Inszenierung doch wohl auch kritisieren, ohne den Regisseur immer gleich zum Idioten zu stempeln. Dass ein Regisseur von heute nicht zum Ziel hat, den Text 1-1 auf die Bühne zu bringen, ist doch nun wirklich nichts Neues. Wagner hat den Text übrigens auch nicht 1-1 komponiert, sondern ihm eine Musik unterlegt, die ihm zum Teil direkt widerspricht, zum Teil eher vage assoziativ folgt, denn eine Musik, die den Text lediglich 1-1 abbildet braucht nun wirklich kein Mensch - selbst die Filmmusik ist da inzwischen deutlich weiter. Schon aus diesem Grund kann eine Regie, selbst wenn Sie wollte, gar nicht Text und Musik gleichzeitig folgen. Wenn Wagner es aber vertretbar fand, dass sein Text und seine Musik bisweilen zueinander im direkten Widerspruch stehen und an anderen Stellen nur einen sehr vagen Assoziationsraum aufreißen, warum kann man dann nicht auch in Wien endlich einmal anerkennen, dass Regie nicht dazu da ist, das bereits Vorhandene einfach zu doppeln, damit auch der letzte Depp es versteht und alles schön eindeutig ist? Nein, die Regisseure sind nicht alle und immer dumm und inkompetent und kennen den Text nicht. Fällt Ihnen nicht auf, wie unplausibel diese These ist? Wer das wirklich glaubt, der muss halt immer die große Weltverschwörung bemühen, um zu erklären, warum heutzutage in Mitteleuropa fast alle Inszenierungen so sind. Und im Zweifel halt den guten alten Rassismus.

18. April 2021
21:25
Avatar
Lohengrin2
Member
Members
Forumsbeiträge: 451
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

dass sein Deutsch entweder gar nicht oder sehr mangelhaft vorhanden ist.

Das ist ein in der Opernwelt verbreitetes Phänomen...

Andererseits sprechen Garanca und Tezier hervorragend Deutsch.

18. April 2021
21:22
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 361
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

liebe Christine, ein nackter mann auf der buehne schockiert heute wenige im publikum, da ist ja auch eine grosse distanz da, aber gewisse regisseure und deren equipe haben oft voyeuristische tendenzen bei den proben.....der abschuss des schwans wird wiederholt besungen, in der szene ist es aber nicht jugendliche tollerei des jungen Parsifal, sondern mord, und kommt erst viel später ins bild.  der speer wird immer wieder erwaehnt...und wo bleibt die aue?? bei den einführungssendungen hat der regisseur recht gut englisch gesprochen und ein paar Deutsche worte, die bestätigen, dass sein Deutsch entweder gar nicht oder sehr mangelhaft vorhanden ist.  wortsinn kann er ziemlich sicher nicht erkennen. 

mit gruss alcindo

18. April 2021
21:05
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 361
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Zusatz zu #80:  handwerklich ist diese inszenierung sehr gut gemacht, nur für mich halt neben dem Parsifal von Richard Wagner, der auch den text schuf.                  meine frage ist, was passiert, wenn Jonas Kaufmann ploetzlich ausgefallen wäre und jemand einspringen müsste...und der ersatzsänger ein aussehen wie Johan Botha oder Hans Beirer hätte??  die frage ist, ob es verantwortungsvoll ist, an einem aus steuergeldern finanziertem opernhaus eine inszenierung so auf einen bestimmten sänger, der jederzeit ausfallen könnte, zu fixieren......und wieviele jahre denkt man, dass man diese insz halten kann??

wo sind heute regisseure, die wie Rott, Strehler, Wallmann, Zeffirelli, Hager, Rennert, Karajan, Wieland, Bletschacher...usw, die ein werk zu inszenieren wussten, und nicht sich selbst und ihre persönlichen probleme.  regisseure, die sich in den dienst und eigentlichen sinn der werke stellten, und nicht versuchten die werke partout ganz anders zu machen. nach dem motto je größer der skandal, umso besser

18. April 2021
20:47
Avatar
Christine
Member
Members
Forumsbeiträge: 206
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Lyonel, Sie sind zufrieden wenn es in einer der längsten Opern der Welt  einige Augenblicke gibt, die sie berührt haben? "Mehr will ich von einer Parsifal-Aufführung eigentlich nicht verlangen", schreiben Sie. Ich hoffe, dass nicht viele Operbesucher derart anspruchslos geworden sind. Ich grüble über den Sinn der ganzen Produktion, kann mir vieles nicht erklären, finde anderes ziemlich überflüssig und bin eher traurig. Die Sänger waren ausgezeichnet, auch als Darsteller in gewisser Weise beeindruckend obwohl ich mir nicht immer ganz im Klaren bin, was sie eigentlich gespielt haben. Die Doppelbesetzung des Parsifal hat für mich keinen Sinn ergeben. Warum Kundry und der junge Parsifal eine wahre "Kussorgie" absolvieren müssen während der "reife" Parsifal singt, kann ich nicht nachvollziehen. Auch nicht, welchen Sinn es hatte, dass sich der junge Parsifal auf offener Bühne umziehen und dabei komplett ausziehen musste? Interessiert ein nackter Mann auf der Bühne im Jahr 2021 noch jemand? Am Schluss ist es (wie in einer ORF Sendung gesagt wurde) nicht - wie es laut Textbuch gesungen wird - der Speer sondern die Liebe der Kundry die Amfortas heilt. Vielleicht werden die jetzt ein Paar? Überhaupt wird viel gesungen was mit dem, was sich auf der Bühne abspielt, gar nicht zusammenpasst. Ob der Regisseur den deutschen Taxt kennt? Oder kennt er nur die Geschichte an sich und hat sich dazu etwas einfallen lassen?

18. April 2021
19:35
Avatar
Lyonel
Member
Members
Forumsbeiträge: 21
Mitglied seit:
5. April 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

copy sagt
Aber wozu das ganze Brimborium und warum eine so "freie" Interpretation, dass man ein paar Einführungsvorträge gehört haben muss und Programmhefte lesen musste, um den Sinn zu erkennen. Wie soll man nur einen Besucher in die Oper bringen, der Parsifal noch nicht gesehen hat und völlig verstört ist, weil er sich nicht auskennt. 

Mit Verlaub, wer sich unvorbereitet in eine Parsifal-Aufführung - und sei sie noch so konservativ inszeniert - begibt oder auch nur unvorbereitet eine Parsifal-CD anhört, der wird bei der ersten Begegnung mit ziemlicher Sicherheit den Sinn nicht vollständig erkennen (und sich bestenfalls über die merkwürdige Privatreligion des Herrn Wagner wundern, der Wolfram von Eschenbach und Buddhismus ziemlich willkürlich vermengt, so dass das ohne Programmheft eigentlich nicht mehr verständlich ist). Selbst nach jahrzehntelangem Studium geht es den meisten - oder zumindest mir - immer noch so. Zum Glück ist es auch überhaupt nicht nötig, alles, was man in einer Oper hört und sieht, zu verstehen. Im besten Fall wird man (wie Parsifal) von dem Gehörten und Gesehenen, um Sie zu zitieren, "völlig verstört" und nimmt, wenn man sich darauf einlässt, einige Klänge und Bilder mit, die einen berühren, verstören, aufwühlen und vielleicht sogar dazu führen, dass man sich näher mit dem Gehörten und Gesehenen auseinandersetzt. Es ist natürlich immer schade, wenn man sich nicht auf das Gesehen einlassen kann und daher nichts mitnimmt - das passiert wohl jedem mal, und manchmal liegt es am Regisseur, aber wohl auch nicht immer. Ich stimme Ihnen allerdings insofern zu, als dass eine Aufführung den Zuschauer und -hörer auch ohne Lektüre des Programmheftes berühren muss. Wenn Sie nun aber selbst sagen, dass es ein paar starke Bilder gab, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind, dann war das doch wohl der Fall? Ich habe selbst bisher nur Ausschnitte gesehen, fand aber im ersten und zweiten Akt einige Augenblicke, die mich berührt und z.T. auch neue Sichtweisen aufgezeigt haben. Mehr will ich von einer Parsifal-Aufführung eigentlich nicht verlangen.

18. April 2021
19:06
Avatar
copy
Member
Members
Forumsbeiträge: 108
Mitglied seit:
25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

und nun nach dem Ganzen? Musikalisch kann man Parsifal wohl nicht viel besser besetzen und aufführen. Ein paar wirklich berührende und starke Bilder bleiben im Gedächtnis, was auch den grandiosen schauspielerischen Leistungen geschuldet ist. Aber wozu das ganze Brimborium und warum eine so "freie" Interpretation, dass man ein paar Einführungsvorträge gehört haben muss und Programmhefte lesen musste, um den Sinn zu erkennen. Wie soll man nur einen Besucher in die Oper bringen, der Parsifal noch nicht gesehen hat und völlig verstört ist, weil er sich nicht auskennt. Naja, ich werde es mir in der Ö1-Mediathek nochmals anhören und versuchen, nicht an die Bilder in meinem Kopf zu denken, die hängengeblieben sind. Wobei die Bilder an sich schon suggestive Kraft hatten....

18. April 2021
17:17
Avatar
walter
Member
Members
Forumsbeiträge: 90
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Guten Abend, Alcindo!

Also nicht die Strauß- Operette, sondern die von Neuenfels? Und wie weit ist er gekommen?

walter

18. April 2021
17:12
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 361
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

es war die Fledermaus von Neuenfels

18. April 2021
17:07
Avatar
walter
Member
Members
Forumsbeiträge: 90
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Hat nicht Dr. Prawy anlässlich einer Salzburger Aufführung einmal die Moglichkeit einer Klage erwogen? Ich erinnere mich aber nicht, welches Werk es war bzw. wie weit er mit seinen Maßnahmen ging. Vielleicht bräuchte es einen Präzedenzfall? 

walter

18. April 2021
16:42
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 229
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Als Zusammenfassung der Einzelbefunde in verdichteter Form: Ein entbehrlicher Unsinn, der an Schwachsinn grenzt. Korngold bringt es insofern auf den Punkt, als man das Ganze juristisch verfolgen sollte, überpointiert fast ein strafrechtlicher Tatbestand. Nicht nur wegen§ 1315 ABGB, sondern auch wegen Verschleuderung von Steuergeld und Ressourcen.

Interessant, dass es kaum Kommentare zum musikalischen Ablauf gibt. Ist man schon so weit, wie man das Publikum möglicherweise haben möchte, nämlich dass man sich mit der Szene mehr beschäftigt als mit der Musik - und das in der Oper?

18. April 2021
16:42
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 361
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

es ist  fast alles da, was im RT wichtig ist: es wird auf der bühne geraucht, überall neonröhren zur beleuchtung, das vorspiel wird inszeniert, immer wieder geschriebenes auf der bühne zur erklärung projiziert, ein gag jagt den anderen, viel nacktes fleisch von - jungen -  männern,  der gesungene text wird unwichtig und zt lächerlich....fehlt noch das spitals-gitterbett und ein alter koffer...das kann noch kommen,bin in der mitte des 2.aktes.   fast glaube ich, dass die "Inspiration" für den ersten akt von Al Pacino film "Cruising" gekommen sein könnte: viele uniformen haben NYlook.......gesungen wird auch, ach ja...groesstenteils sehr gut bis noch besser, nur wird man vom besten eben dauernd abgelenkt

wieder eine grosstat des direktors der WStO um -wenig-neues publikum zu gewinnen und viel treues publikum zu verlieren.....der hofjournaille wird es sicher gut gefallen haben

18. April 2021
15:57
Avatar
copy
Member
Members
Forumsbeiträge: 108
Mitglied seit:
25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

nun sitz ich hier, ich arme Tor, und bin so klug als wie zuvor. nach dem 1. Akt des angeblichen Parsifal! Mir geht es genauso wie allen Vorschreibern, obwohl ich neuen Gedanken auch im Regiefach nicht abgeneigt ist. Aber es ist so wie bei der Vorgängerproduktion, zuviel handwerklich schlechtes, als Beispiel sitzt gerade der Herr Chefredakteur offenbar unbeteiligt vor seinem PC und schlürft Whisky während die aufwühlendste Wagner aus dem Graben peitscht. Und der Auftritt Kundrys im ersten Akt als Reporterin mit Kamera, die Schätze aus dem Morgenland bringt.....die Brutalität des Gefängnisses, warum? Das Double von JK, wozu? Und wieder müssen Videos bei jeder Neubesetzung neu gedreht werden......

18. April 2021
15:48
Avatar
Gast
Gast
Guests

Hmmm, quäle mich gerade durchs Gefängnis. Irgendwie will der Funke bei mir nicht überspringen. Ein Polizist mit Schlagstock, Handschellen und Pistole singt wirklich: befahl er uns eifrig das Bad. Als Videoszenen werden Gefängniszellen mit Häftlingen eingeblendet. Kundry nutzt eine Schlägerei um Gurnemanz ein Fläschchen zuzuwerfen. Puuuhhh

18. April 2021
15:34
Avatar
walter
Member
Members
Forumsbeiträge: 90
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Das war er also, der neue Wiener "Parsifal". Man wird damit leben müssen, zumindest ein paar Jahre. Es werden schwere Jahre sein....

Weder Wolfram von Eschenbach noch Richard Wagner hätten diese Interpretation gebraucht, aber ihre Werke werden auch das überleben. Eine Produktion der Staatsoper mehr, die ich mir nicht ansehen muss.

Anhören jedoch war absolut erfreulich, besonders die Textdeutlichkeit der meisten Sänger blieb in Erinnerung.

Als alter Filmer ( 1974 habe ich mit Super8 begonnen) habe ich mir immer schon gedacht, dass dieses Medium und das Musiktheater eigentlich gemeinsam zu guten Lösungen kommen müssten. Allerdings warte ich immer noch auf eine geglückte Verschmelzung dieser beiden Künste.

Und der orchestrale Teil? Ich hätte nichts auszusetzen, soweit eben die Ablenkungen durch die Szene und die Lautsprecher meines Laptops eine Beurteilung zulassen.

Damit ist die Sache für mich erledigt.....

walter

18. April 2021
15:31
Avatar
Christine
Member
Members
Forumsbeiträge: 206
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich kann mich jetzt nur wie Korngold auf das beziehen was gestern in ORF 2 zu sehen war. Was hatte das mit Parsifal von Richard Wagner zu tun? Es ist so unglaublich lächerlich, wenn der Text überhaupt nicht mit dem zusammenpasst, was man auf der Bühne sieht.

Zwei Hinweise gibt es heute, dass die musikalische Übertragung im Radio sehr eindrucksvoll war. Da wurde die Oper (das Bühnenweihespiel) Parsifal ja auch nicht durch den Regisseur gestört. Und dass die Wiener Philharmoniker die Oper spielen, die Sänger sie singen können und Jordan sie dirigieren kann, davon gehe ich aus.

MRadema 796, danke für Ihre Informationen. Interessant, dass mit ORF myfidelio gemeint ist. Das ist mir neu.

18. April 2021
15:16
Avatar
Gast
Gast
Guests

Serebrennikov-angeblich "Parsifal"

ich habe mir gestern die wunderbare Verschnittsendung des ORF  "Der Fall Parsifal"  angesehen.
abgesehen davon, dass die ganze Konzeption auch mit gewaltsamen spitzfindigen Verdrehungen weder mit dem Text noch mit der Musik irgendwie zusammengeht....es waren da Sachen, die man nur als schlechten Scherz ansehen konnte:
 
-der Schwan, ein offenbar homosexueller Mithäftling, der den jungen Parsifal in einer Videoeinspielung wohl sexuell bedrängt und von diesem abgemukst wird
 
-Herzeleide die im 2. Akt dann persönlich erscheint, aber zur Sicherheit gleich 3x gekleidet in der Art eines russ Hausmütterchens
 
-mit diesem Zeichen bann ich deinen Zauber...davor bedroht Kundry Parsifal durch Ansetzen einer Pistole an den Kopf....der macht nix außer starr zu schauen...worauf sie sich umdreht und Klingsor mit einigen Schüssen erledigt.
 
Nur zur Klarstellung für jene, die in mir einen Feind jeglicher Modernisierung vermuten: Herheims Bayreuther Parsifal fand ich durchaus - für wirkliche Parsifal-Fortgeschrittene - ein faszinierendes Experiment und auch den vielfach angefeindeten Konwitschny-Carlos fantastisch.
 
Dass unser neuer Operndirektor aber eine derartige Inszenierung wie diesen angeblichen Parsifal nicht im Vorfeld stoppte, kann man juristisch nur als Fall des § 1315 ABGB ansehen, der von der völligen Unfähigkeit eines "Gehilfen" handelt, wobei die Rechtsprechung dazu vielfach sagte, dass auch aus einer einmaligen eklatanten Fehlleistung auf eine völlige Unfähigkeit geschlossen werden kann.
Ob übrigens Serebrennikov wirklich als russ "Dissident" angesehen werden kann, erscheint mir eher zweifelhaft...der scheint ja vor seiner Verurteilung gar nicht als politischer Agitator in Erscheinung getreten zu sein. Dass er von einem russ Gericht verurteilt wurde kann wohl allein noch nicht bedeuten, dass diese Verurteilung auf jeden Fall politisch motiviert war. Im Fall Hartmann - Burgtheater wurde immerhin auch einem Künstler  mit weitreichenden Folgen die Verschluderung von öffentlichen Geldern vorgeworfen, war Hartmann deshalb schon ein Oppositioneller?
 
Und es scheint nach mE leider so zu sein, dass alle 3 großen Bundestheater StOP, VOP, BT nunmehr mit Direktoren besetzt sind, die die Dekonstruktion der alten Hochkultur betreiben, und dies als Errungenschaft uns verkaufen wollen...jedoch im Ergebnis das alte Publikum vertreiben, ohne ein substantielles zahlenmäßig ins Gewicht fallendes neues Publikum zu gewinnen.
Nach Einbruch der Zuschauerzahlen wird dann als nächster Schritt wohl die massive Kürzung der staatlichen Beiträge erfolgen...
bis dann die StOP nur mehr als Institution mit herabgesetzten Spielplan für die Touristen übrigbleibt.
18. April 2021
11:55
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 229
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline
18. April 2021
11:31
Avatar
MRadema796
Member
Members
Forumsbeiträge: 113
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine sagt
Danke für diese Info. Das heißt, der ORF hat sich aus einer Übertragung des gesamten Werks vollkommen herausgenommen und sendet die Vorstellung vom 11. April gar nicht. Heute ab 22 Uhr sieht man auch nur Ausschnitte von Proben. Gibt es dafür eine Erklärung? Traut man sich nicht zu sagen, dass man glaubt, das Werk sei zu lang für ORF Hörer?

Ich nehme an, Sie meinen ORF-Zuschauer, denn die Gestrige Ö1-Sendung war komplett.

Irgendwo stand, dass so kurzfristig kein so lange Sendestrecke freizuschaufeln war.

Christine sagt
A.C. schreibt heute: Die Premiere sehen wir dann morgen ab 14 h auf Arte bzw. 16 h ORF ?

In der Kurier TV Zeitung finde ich darüber nichts. Da ist auf Arte um 14:30 ein Dokufilm zu D'Artagnon angesetzt. Auf ORF 3 geht es den ganzen Sonntag Nachmittag um das britische Königshaus, auf ORF 2 um Natur im Garten und Erlebnis Österreich. Die Berichterstattung zum Tod von Prinz Philip wurde aktualisiert.

Wann und wo gibt es Parsifal?

  

"Arte Concert", das ist nicht Arte.

Mit ORF ist myfidelio.at gemeint - an dieser Plattform ist der ORF beteiligt.

18. April 2021
11:27
Avatar
Eduard Paul
Member
Members
Forumsbeiträge: 26
Mitglied seit:
19. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

die akustische Aufzeichnung, gehört gestern 17.04. auf Ö1, war sehrt sehr eindrucksvoll. Die Vor-Werbung dafür war ebenso eindrucksvoll-  für mich weniger eindrucksvoll: ein Kommentar auf der ORF homepage ( gez.Heidegger) ,sichtlich dienend zur Erklärung über die Sicht- und Leseart des russischen Rgisseures wor ua die Begründung vorliegt, warum nach nur 2 Jahren wieder eine 'Neuproduktion Parsifal an der WSO notwendig war.

Die Begründung wurde folgender Maßen dargelegt....

..Diese Locked-in-Situation gestaltete schon der Lette Alvis Hermanis beim letzten Wiener „Parsifal“ 2017, als er die Runde rund um Amfortas auf den Wiener Steinhof schickte. Das gab zwar ein prächtiges Bühnenbild, brachte aber eine Inszenierung, die in einer Wagner-Erstarrung mündete (und nicht umsonst hatte Hermanis geraten, man solle diese Oper doch am besten „mit geschlossenen Augen“ verfolgen)

 

nicht sehr nobel...und eigentlich "kleinlich"

Zeitzone des Forums: Europe/Berlin
Am meisten Mitglieder online: 33
Zurzeit Online:
Gast/Gäste 3
Momentan betrachten diese Seite:
1 Gast/Gäste
Top Autoren:
Lohengrin2: 451
alcindo: 361
Chenier: 229
Christine: 206
MRadema796: 113
copy: 108
walter: 90
Dalmont: 82
Michael Tanzler: 58
HansLick2: 37
Mitgliederstatistiken
Gastbeiträge: 170
Mitglieder: 120
Moderatoren: 1
Administratoren: 3
Forumsstatistiken
Gruppen: 1
Foren: 1
Themen: 658
Beiträge: 11164
Neuste Mitglieder:
audragp2, BrookeUtedo, brandonmt18, jennayg3, WilliamOpink, MosLawyer, edgarel4, pamelalk69, yvettedd16, Doylemow
Moderatoren: Moderator 16: 66
Administratoren: HaaSon: 2, ac: 112, webentwicklerin: 0

 

Diese Seite drucken