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Oper in Nachbarländern Österreichs
1. Januar 2019
17:37
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Michta
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Forumsbeiträge: 136
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6. März 2018
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Ja gerne Friedrich Smetana, der sich erst selbst zum "Bedrich" gemacht hat und erst tschechisch lernen musste, noch dazu!

Von Dvorak haben wir in Osnabrück 2014  ein musikalisch tolles Stück - "Vanda" - gesehen und gehört, die neben den großen Anforderungen an die Protagonistin auch toll für den Tenor geschrieben ist - mich ha t es direkt an den "Lohengrin" erinnert...

1. Januar 2019
17:23
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Chenier
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Forumsbeiträge: 401
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28. Februar 2018
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Drum sei, gewährt mir die Bitte, Smetana im Bunde der Dritte. Auch nicht zu unterschätzen, der Mann, aber in Summe gegenüber den absoluten Giganten außerhalb der tschechischen Rep. doch nur subsidiäre Mitläufer, bedaure.

Turandot halte ich überhaupt für das reifste und "vollendetste" (semantisch nur inhaltlich) Werk von Puccini, dazu gehört auch der von ihm vorskizzierte Schluss.

1. Januar 2019
15:44
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 491
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29. September 2018
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Dvořák hat, find ich, erst im Alter richtig gut komponiert. Zum Beispiel Rusalka und seine Symphonischen Dichtungen find ich super (im Jänner gibts eh die "Mittagshexe" im Musikverein, aber mit der Janáček-Sinfonietta, also wird der Chenier im Gegensatz zu mir nicht hingehen Laugh). Von Janáček liebe ich alles, das ich kenne.

Ich find, die Liù-Arien sind ein passender Kontrast zur restlichen Musik in dieser Oper. Ich mag sie. Aber natürlich nur, wenn sie gut gesungen werden. Das ist bei der Desdemona auch so: Wenns die Stoyanova singt: wunderbar. Wenns irgendwer schlecht singt, dann gehts wirklich in die Richtung Lamentieren/Sudern.

Und Turandot als Märchen mit märchenhaftem Ende: Hmm, darüber muss ich nachdenken. Das hat was.

1. Januar 2019
11:28
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Michta
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Forumsbeiträge: 136
Mitglied seit:
6. März 2018
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Ich finde Janacek ganz ok, bevorzuge bei den "Behm" , um wienerisch zu reden, aber Dvorak um Längen...!

Nochmal zu Turandot: das Finale ist genial, herrlich zu singen für die beiden , natürlich sehr anspruchsvoll, dafür könnte man - für mich - zumindest eine der beiden Liu-Arien ( am besten die zweite ) streichen..... ( "liebe" ich ähnlich wie das Lamentieren der Desdemona im 4.Akt.. hehe ).

Und zum "Stimmungswechsel" und dem Jubelfinale über einer "Leich" :  ist halt mal ein Märchen, da kommt sowas schon vor....

30. Dezember 2018
16:42
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Chenier
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Forumsbeiträge: 401
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28. Februar 2018
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Werter UwPaul, nein, ich will nicht provozieren, aber das war mir zuletzt zu viel Janacek, im Vergleich zu seiner Bedeutung, deshalb auch mein vorübergehender Rückzug. Seit Paracelsus wissen wir, dass die Menge das Gift macht, und das war eine absolute Überdosis Janacek, an der ich nach wie vor leide, da bekomme ich mit einiger akustischer Phantasie sogar Ohrensausen und Tinnitus, bedaure.

30. Dezember 2018
16:14
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 648
Mitglied seit:
28. Februar 2018
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Gregory Kunde war 2017 im Propheten hervorragend.....

30. Dezember 2018
16:10
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Chenier
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Forumsbeiträge: 401
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28. Februar 2018
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Absolut, werter Gurnemanz, auf Kunde warten wir ja schon seit 20 Jahren in Wien. Ist allerdings nicht mehr der Jüngste, habe ihn vor einigen Jahren im Fenice als Manrico gehört, da war er noch rollendeckend.

30. Dezember 2018
15:41
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 491
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29. September 2018
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Jaa, den Aspekt des Sich-Satthörens kenne ich auch (bei anderen Stücken). Das kann ich gut verstehen!

30. Dezember 2018
15:10
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 648
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28. Februar 2018
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Ich hab die wohl eine Zeitlang zu oft erlebt. Bin 1964 nach Berlin gekommen und in den Jahren unzählige Zauberflöten mit allem, was Rang und Namen hatte, gehört.

Nicht, das ich jetzt die heutigen Sänger vergleichen will, es sind etliche wirklich gute dabei, aber mich interessiert es einfach nicht mehr. Na frauenfeindlich, darüber mache ich mir keine Gedanken :-)))

30. Dezember 2018
14:59
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 491
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29. September 2018
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Lieber UwePaul! Danke, Ihnen natürlich dasselbe!

Ich hab mit der Zauberflöte auch jahrelang nichts anfangen können, war aber wegen bestimmter Sänger trotzdem recht oft drinnen, und dann irgendwann hat es "klick" gemacht, seitdem finde ich das Stück wirklich toll.

Ich kann nachvollziehen, dass man es langweilig/kindisch findet, aber für die damalige Zeit ist das doch ein hochmodernes Stück: Pamina als eigentliche Hauptfigur und ein wahrhaft modernes Menschenbild ("Mann und Weib und Weib und Mann reichen an die Gottheit an" - also beide sind gleichberechtigt). Angesichts zahlreicher (Selbst-)Mordversuche auch keine Kinderoper. Ich finde nicht, dass das Stück frauenfeindlich ist, wie ja manchmal von Leuten behauptet wird, die das Libretto wohl nicht verstanden haben.

Aber glücklicherweise hat jeder so seine Vorlieben und Abneigungen, ich kann mich zum Beispiel nicht für Belcanto erwärmen. Nochmals guten Rutsch und alles Gute fürs neue Jahr!

30. Dezember 2018
14:47
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 648
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28. Februar 2018
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Gurnemaz

viele Grüße zurück, guten Rutsch, und trotzdem viel Vergnügen in der Zauberflöte. Ich habe mir seit 18 Jahren keine Zauberflöte mehr angetan. Kann auch nicht sagen, warum, aber die langweilt mich, wie kaum eine andere. Die Inszenierung an der DO ist und war recht ansehnlich und wohl, wenn ich die Besetzungen lese, sehr respektabel, aber da streike ich.

30. Dezember 2018
14:34
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 491
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29. September 2018
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Ach, niemand hat etwas dagegen, wenn Sie hier viel über Giordano schreiben. Ich nehme an, dass Sie sich ebenso wie ich im Jänner Andrea Chénier in Wien anhören werden, da können wir uns nachher gerne darüber austauschen, das würde mich freuen!

30. Dezember 2018
14:30
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Chenier
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Forumsbeiträge: 401
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28. Februar 2018
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Dann müsste ich, werter Gurnemanz, pausenlos über  Giordano und Chenier schreiben, mein absolutes Lieblingswerk, aber das möchte ich dem werten Publikum ersparen. Oder über Verdi, meinen Lieblingskomponisten bei Opern, den ich bis in sein Geburtshaus in Roncole verfolgt habe, aber meine Befindlichkeiten sind nicht so interessant.

ad Uwe Paul: ja eh, beste Grüße nach Berlin, Laugh

30. Dezember 2018
13:59
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 491
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29. September 2018
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Naja, Janáček ist ja bekanntlich der meistgespielte tschechische Opernkomponist, Alfano ist weit davon entfernt, der meistgespielte italienische Komponist zu sein... aber lassen wir das, jedem schließlich das Seine. Laugh Dass ich viel über die Werke meines Lieblingskomponisten schreibe, ist mir ja unbenommen. Laugh

Mir war bekannt, dass Alfano noch Puccini-Skizzen verwendet hat, aber für mich klingts halt eindeutig nachkomponiert, mir ist vorgestern wieder ein starker Bruch aufgefallen. Es ist ja leider Usus, manche Werke stark zu kürzen (zB streicht man im Wiener Boris Godunow seit 2012 den Polenakt komplett und verkauft das als "Urfassung"!!), also versteh ich persönlich nicht, wieso man dann bei Turandot zwei Sänger zehn Minuten lang plagt mit Musik, die gar nicht vom Komponisten stammt.

30. Dezember 2018
13:13
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 648
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28. Februar 2018
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der in diesem Forum unverständlicherweise extrem aufgewertet wird.

warum wollen Sie denn im alten Jahr nun unbedingt provozieren??? Wenn Gurnemaz und einige andere Janacek so schätzen, ist das doch völlig in Ordnung. Wenn Sie ihn nicht schätzen, meiden Sie doch einfach die Beiträge. Was Sie besonders bejubeln mögen andere vielleicht auch nicht. Kann mir vorstellen, wie Sie reagieren würden, wenn Ihnen so etwas geschrieben würde.

Also ein bisschen Toleranz fürs neue Jahre, würde allen gut tun

30. Dezember 2018
12:49
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Chenier
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Forumsbeiträge: 401
Mitglied seit:
28. Februar 2018
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Den Schluss von Turandot sehe ich ganz anders, denn es gibt keine große Bruchstelle und auch keinen Qualitätsverlust. Das Werk wirkt in der Holistik auch entsprechend einheitlich. Alfano hat das alles nicht selbst komponiert, sondern nach Skizzen und Fragmenten von Puccini zusammengestellt und vielleicht das eine oder andere Stück ergänzt. Er benötigte allerdings für den Schlussteil 2 Jahre.

Von Alfano wird der Cyrano von Bergerac gelegentlich aufgeführt, eher bedeutungslos, aber vermutlich wichtiger als etwa Janacek, der in diesem Forum unverständlicherweise extrem aufgewertet wird. Ich habe diese Oper vor vielen Jahren einmal in San Francisco gesehen, durchaus hörenswert, kurz nachdem PD zum Bariton "konvertiert" ist, mit ihm in der Hauptrolle. Jahre vorher, glaube ich mich erinnern zu können, gab´s eine Aufführung in Philadelphia, nachher in Washington.

30. Dezember 2018
3:04
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 491
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29. September 2018
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Schnabl sagt
zu Turandot in Preßburg am 28.12.2018

Wir waren in derselben Vorstellung, haben aber doch stark abweichende Erinnerungen. Maida Hundeling war - wie immer - eine großartige Turandot. Eine strahlende, kraftvolle Stimme, die einem bei den Spitzentönen die Ganslhaut über den Rücken laufen läßt. Ich habe auf der Bühne nie eine bessere Turandot gehört (und es waren viele....). Und auf der Heimfahrt haben wir die Birgit Nilsson "vergleichsgehört" (die Leinsdorf-Aufnahme): klingt sehr ähnlich für mich!

Andreas Schnabl  

Ich finde es immer spannend, wenn es unterschiedliche Meinungen zur selben Aufführung gibt! Aber ich habe jetzt noch ein paar Turandots verschiedener Zeiten vergleichgehört: Diese alle (Birgit Nilsson, Eva Marton, Elizabeth Connell, Maria Guleghina, Anda-Louise Bogza, Grace Bumbry, Gabriele Schnaut, Alessandra Marc) gefallen mir besser als Hundeling. Bei Hundeling bekomme ich oft ein richtig unangenehmes Gefühl (wie auch bei Jonas Kaufmann, wobei beide ganz anders singen, der Kaufmann knödelt). Ich bin mir nicht sicher, was sie falsch macht, aber ich denke, sie will mit ihrer Stimme einen Klang herstellen, den sie nicht hat. Deshalb klingt es für mich mit viel zu viel Druck und zu gepresst, was für meine Ohren schmerzhaft ist.
Bei dieser Gelegenheit: Es ist SO schade, dass der Botha gestorben ist. Ich war zu seinen Lebzeiten nie ein ganz großer Fan Botha-Fan, aber was er zum Beispiel als Calaf auf den Aufnahmen bietet, beeindruckt mich sehr. Er geht wirklich ab. Kaum zu glauben, dass ich ihn vor über vier Jahren zum letztemal gehört hab. Es kommt mir vor, als wäre es letzte Woche gewesen.
Die implizierte Frage, wer eine derzeit bessere Turandot ist, ist sehr berechtigt und kann ich nicht beantworten. Melba Ramos in der Volksoper hab ich in sehr guter Erinnerung, aber es ist eine Grenzpartie für sie, und ich weiß nicht, ob sie an einem größeren Haus gleichermaßen reüssieren könnte. Vielleicht Linda Watson oder Nina Stemme? Aber die hab ich nie als Turandot gehört, ebensowenig wie die oben angeführte Guleghina und Bogza. Eva Urbanová schaffts jetzt wahrscheinlich nicht mehr.

Michta sagt
Wertloser Alfano-Schluß???   das lese ich gar nicht gerne. Alfano war ein exzellenter Komponist ( siehe zB seine Risurezzione ), ein genialer Vollender der Turandot,  die schrecklich "amputiert" ist, wenn man dort aufhört!  Unnötig war der "Berio-Schluß",  der dem gewohnten nicht annähernd das Wasser reichen kann und sićh - Got sei Dank - NIE durchsetzen wird!!   

Ich kenne sonst keine Kompositionen von Alfano, aber ich finde, dass sein Turandot-Schluss wie die Faust aufs Aug passt: Bis dahin gibts ziemlich gute Musik - und dann auf einmal ab Principessa di morte schlagartig nur mehr Langweile, Sopran und Tenor schreien sich gegenseitig an, die Hits der Oper werden im Orchester wiederholt, und dann klingt das musikalisch spannende Werk einfach total unter seiner Würde aus - denke ich zumindest ich. Die beiden Vollendungen aus anderer Hand stammen halt noch aus einer Zeit, in der es undenkbar war, ein Werk ungewöhnlich enden zu lassen.
Den Berio-Schluss mag ich auch nicht, und wie gesagt, ich bin dafür, nur das zu spielen, was auch von Puccini stammt. Das hätte schon was: Nach Liùs Selbstmord und Timurs Klage hat Calaf kein Interesse mehr an Turandot, zeigt ihr eine Geste, dass er auf sie verzichtet, geht mit seinem Vater Timur ab, Turandot bleibt allein zurück, cund die Oper ist aus, ohne ein klassisches Opernende. Das fände ich richtig interessant, passend für ein in seiner Zeit modernes Werk wie Turandot und gar nicht amputiert. Beim Alfano-Schluss frag ich mich schon, wie sinnvoll ein Happy End nach Liùs tragischem Tod ist, und der Calaf muss ein ziemlicher Depp sein (oder Turandot wirklich, wirklich fesch), wenn er die Turandot immer noch will.

29. Dezember 2018
23:27
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Michta
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Forumsbeiträge: 136
Mitglied seit:
6. März 2018
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Wertloser Alfano-Schluß???   das lese ich gar nicht gerne. Alfano war ein exzellenter Komponist ( siehe zB seine Risurezzione ), ein genialer Vollender der Turandot,  die schrecklich "amputiert" ist, wenn man dort aufhört!  Unnötig war der "Berio-Schluß",  der dem gewohnten nicht annähernd das Wasser reichen kann und sićh - Got sei Dank - NIE durchsetzen wird!! 

29. Dezember 2018
10:49
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Schnabl
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23. August 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

zu Turandot in Preßburg am 28.12.2018

Wir waren in derselben Vorstellung, haben aber doch stark abweichende Erinnerungen. Maida Hundeling war - wie immer - eine großartige Turandot. Eine strahlende, kraftvolle Stimme, die einem bei den Spitzentönen die Ganslhaut über den Rücken laufen läßt. Ich habe auf der Bühne nie eine bessere Turandot gehört (und es waren viele....). Und auf der Heimfahrt haben wir die Birgit Nilsson "vergleichsgehört" (die Leinsdorf-Aufnahme): klingt sehr ähnlich für mich!

Andreas Schnabl

28. Dezember 2018
23:57
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 491
Mitglied seit:
29. September 2018
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BRATISLAVA/PRESZBURG (Neues Opernhaus): Giacomo Puccini, Turandot

Meine Vorfreude wurde durch die Absage von Adriana Kohútková getrübt, was leider berechtigt war, denn Orsolya Sáfár war keine gute Liù. Sie hat zwar meine Mindestanforderung (nämlich die richtigen Töne zu treffen) erfüllt, aber die Stimme ist klein, hat ein schnelles, unangenehmes Vibrato und flackert. Für die Lauretta letzte Saison war das noch akzeptabel, aber die Liù ist doch ein anderes Kaliber. Dennoch gelang es ihr, Emotionen zu transportieren, also (zumindest) mich zu berühren, und das ist ja schon etwas. Im dritten Akt war sie jedenfalls deutlich besser, also hat Nervosität wohl auch mitgespielt. Ich würde ihr trotzdem raten, von Rollen wie der Liù die Finger zu lassen, solange die technischen Mängel nicht behoben sind. Aber das Stück heißt ja "Turandot" und nicht "Liù", und ich würde wirklich gerne schreiben, dass Maida Hundeling eine super Turandot war, nur war sie das nicht. Im Mai hat sie mir viel besser gefallen, deshalb war ich heute gewissermaßen entsetzt. Die Technik ist einfach mangelhaft, die Stimme sitzt nicht, hat kaum Tiefe, und alle Töne ab der hohen Mittellage werden in einer Art und Weise laut hinausgekreischt, die in mir sehr großes Unwohlsein ausgelöst hat. Das bekommt weder ihrer Stimme noch meinen Ohren. (Die nahezu perfekte messerscharfe, metallene Stimme Birgit Nilssons kann ich damit nicht vergleichen.) Schade, denn sie könnte etwas aus sich machen, das notwendige Material hat sie ja, und das heute von ihr Gelieferte war ja auch effektvoll, nur reagiere sehr empfindlich auf das Kaschieren technischer Mängel durch Lautstärke. Die Vorstellung wurde also von den Männern getragen: Boldizsár László ist das, was ich einen idealen Calaf nenne (hier ist sein leichter Hang zum Brüllen genau richtig), nur war er heute hör- und sichtbar durch seinen Motorradunfall mit doppeltem Beinbruch im November beeinträchtigt. Er wirkte auf der Bühne sehr unsicher und stützte sich ständig auf einen Stock (kein Vergleich zu sonst, wo er sehr engagiert spielt), und jeder, der ein bisschen Gesangsunterricht hinter sich hat, weiß, dass für klassischen Gesang nicht nur die Stimmbänder funktionieren müssen, sondern der ganze Körper und dass sich folglich körperliche Beschwerden massiv auf die Stimme auswirken. So war es heute leider auch. László hat genau gewusst, wo er Gas geben muss und wo er sich schonen kann. Manch effektvolle Stelle hat er wunderbar hingekriegt (natürlich mit weniger Stimmeinsatz als von ihm gewohnt), an manch anderer war er hörbar im Sparbetrieb. Schade, dass er heute nicht auf der Höhe war, aber es handelt sich um ein temporäres Problem, das er offenbar im Griff hat. Das wird in absehbarer Zeit wieder, es besteht kein Grund zur Sorge. Grund zur Sorge besteht leider bei Peter Mikuláš. Ich liebe ihn, aber in jüngster Vergangenheit hat er stimmlich abgebaut. An manchen Abenden (wie vor einem knappen Monat als Sarastro) ist er wunderbar, an manchen (wie Mitte Oktober als Philipp) merkt man sein Alter, so auch heute. Erst am Ende (ab "Liù... bontà! Liù... dolcezza!") hörte man seine wunderbar volle, schöne Bass-Stimme, davor war es ein eher hohler, substanzloser Gesang mit zu viel Krafteinsatz. Dennoch war er auch heute besser als manch berühmterer Bassist, der bestimmt viel mehr Geld kassiert. Ich hoffe auf noch viele bessere Abende mit ihm. Er hat jahrzehntelang auf sehr hohem Niveau gesungen und trotzdem außerdem seines Heimatlandes nicht wirklich Karriere gemacht. Die Minister waren sehr gut, eindeutig am besten Daniel Čapkovič, auch Róbert Remeselník sehr gut, Ján Babjak war auch dabei. Rastislav Štúr stand am Pult, und das war sehr gut, denn er weiß, wie man dirigiert. Hervorheben möchte ich den wirklich guten Kinderchor. Die Produktion (Inszenierung von Jozef Bednárik, Bühnenbild von Vladimír Čáp, Kostüme von Ľudmila Várossová) ist sehr opulent, was diesem Werk aber sehr angemessen ist (nur sollte man den aus meiner Sicht wertlosen Alfano-Schluss streichen und die Oper mit Timurs Klage über Liù enden lassen). Der Vergleich mit Wien (Marelli) geht ganz eindeutig für Bratislava aus.

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