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Oper in Nachbarländern Österreichs | Seite 3 | OnlineMerker | Forum

 

 

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Oper in Nachbarländern Österreichs
18. September 2019
12:12
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Auch wenn ich jetzt wieder gesteinigt werde, ich bin früher aus dem Grunde nicht gegangen, weil ich den Künstlern nach solch anstrengenden Abend ihren Feierabend gegönnt habe, und die nicht belästigen wollte. Ich wollte nach einem anstrengenden Arbeitstag auch meine Ruhe haben.

18. September 2019
11:20
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susana
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16. September 2018
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Christine sagt
Wieso gibt es in Berlin keine Menschen, die am Bühnentürl (Bühnenausgang) auf die Künstler warten? Das gehört doch zu einem schönen Opernabend dazu, vor allem, wenn man noch jung ist. Uwe Paul, Sie schreiben, Sie waren noch nie dort, wissen aber, dass seit 1964 nie viele Leute dort auf die Sänger gewartet haben. Ich weiß nicht, wie das heute in Wien ist, denn jetzt gehe ich viel seltener in die Oper und nicht mehr zum Bühnentürl. Aber in früheren Jahren waren dort oft sehr, sehr viele Leute. das war sehr immer sehr nett.  

Liebe Christine, da es immer weniger wirkliche Persönlichkeiten in der Oper gibt , nur noch diese gemachten Stars, gibt es auch viel weniger Stars auf die man wareten möchte. (meine sehr persönliche Vermutung)

In Wien war ich mehr als ein Jah rnicht mehr in der Oper weil es mich nicht interessiert hat was da so läuft, aber die Jahre davor ab und zu.  Und es ist traurig dass sich nicht mal in Wien mehr viel tut. Aber in Wien ist trotzdem oftmals noch mehr los als in anderen Städten. So an die 20 Leute sind es oft die warten, ja die meisten die auch schon vor 20 Jahren dortstanden ... niemand junger mehr .  oder sehr selten.

In Berlin an der DOB war oft große Flaute kaum jemand, ausser es trat jemand besonderer auf, der halt seine "Fans" hatte.

Entschuldige, wenn ich wieder mit Musical anfange, aber bei Jeseus Christ, bei Der Rocky Horros show, in Baden beim Kuss der Spinnenfrau , oder bei den Vampiren in Berlin (nur als besonderes Beispiel) waren eine Menge Menschen beim Bühennausgang , auch sehr viele junge, sie unterhielten sich mit dern Darstellern, lachten , scherzeten mit denen, klar gab es viele Selfies und wir standen in kleineren  Gruppen zusammen obwohl wir uns teilweise nicht kannten , aber so der Bekannten kreis schnell größer wurde. Wir hatten immer viel Spaß und der Abend ging so wunderbar zu Ende.

Das alles kannte ich von vor ca 30 Jahren auch in der Oper , das war vollkommen nett das erlebte so abzurunden, mit Bekannten zu blödeln, zu diskutieren .. ja und auch Sänger anzuschwärmen.. die Oper hat es verloren.. warum ?? ... 

18. September 2019
9:45
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Chenier
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28. Februar 2018
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Cav/Pag habe ich leider sausen lassen, weil ich in 8 Tagen eh 3 Vorstellungen hatte. Das tut mir ein wenig leid, wenn ich die Kritiken und das Feedback hier lese. Ich bin auch kein ausgesprochener Alagna-Fan, aber der Mann muss diesmal wirklich gut gewesen sein.

18. September 2019
7:34
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Lohengrin, ich weiss. Früher sollen es wohl auch mehr gewesen sein.

Christine, ich weiss es nur vom Erzählen, da man ja doch den einen oder anderen Besucher kennt:-)

17. September 2019
21:15
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 598
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28. Februar 2018
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In Wien und auch in München, sogar in Paris und London, ist Bühnentürl ein MUSS !!!

17. September 2019
20:51
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Christine
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Forumsbeiträge: 51
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7. September 2019
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Wieso gibt es in Berlin keine Menschen, die am Bühnentürl (Bühnenausgang) auf die Künstler warten? Das gehört doch zu einem schönen Opernabend dazu, vor allem, wenn man noch jung ist. Uwe Paul, Sie schreiben, Sie waren noch nie dort, wissen aber, dass seit 1964 nie viele Leute dort auf die Sänger gewartet haben. Ich weiß nicht, wie das heute in Wien ist, denn jetzt gehe ich viel seltener in die Oper und nicht mehr zum Bühnentürl. Aber in früheren Jahren waren dort oft sehr, sehr viele Leute. das war sehr immer sehr nett.

17. September 2019
20:02
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 963
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28. Februar 2018
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Leider musste ich den Maskenball aus Gesundheitsgründen sausen lassen. Wenn ich jetzt Ihre Meinung lese, bin ich mir nicht mehr gram. Ja die 3 genannten gehören zum Ensemble und sind immer eine Freude.

Ist Ihnen der Verschwörer Guetti aufgefallen? Ein Stipendiat, der in der Adriana hervorragend war.

Die Cavalleria erlebe ich am Freitag.

Ja, die Besucher am Bühnenausgang sind bei uns immer sehr wenig. Ich gehe seit 1964 in die Oper und war dort noch nie.

Viele der Künstler gehen zu einem Italiener gegenüber und da sehe ich sie dann und kommt auch zu Small Talk

17. September 2019
19:22
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florezaficonada
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Forumsbeiträge: 21
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26. August 2019
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zum ballo in maschera am 15.: trotz einer sehr ansprechenden  inszenierung war ich vom musikalischen her insgesamt etwas enttäuscht. die mir unbekannte sängerin der amelia gefiel mir gar nicht, ich empfand sie als zu schrill, popov  absolvierte seinen part mit anstand, bei einspringern bin ich nicht so kritisch!  ankarstöm, ulrica und oscar fand ich recht gut. 

restlos begeistert war ich hingegen von cav/pag am folgetag. die inszenierung großartig, sehr originell der übergang mit überraschungseffekt von cav zu pag. die sängerinnen, orchester, dirigent  machten diese aufführung  in meinen ohren zu einem erlebnis der spitzenklasse, die die letzte wiener aufführung  trotz garanca als santuzza  in den schatten stellte. natürlich kam westbroeck nicht an garanca heran, aber insgesamt gesehen eine sternstunde! das publikum zeigte sich zu recht begeistert.

das gäbe es in wien nicht: nach der vorstellung  nicht mal 10 personen beim bühnentürl! alagna und seine alexandra zeigten sich bestens gelaunt, alvarez war charmant, aber relativ schnell weg.

der ausflug nach berlin hat sich also doch gelohnt! gruß an die berliner im forum!    

17. September 2019
13:40
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 963
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28. Februar 2018
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Herr Storch,

ich war am Sonntag aus gesundheitlichen Gründen leider nicht. Soll aber recht gut gewesen sein.

Na, da werde ich ja immer gespannter auf Freitag :-))

Ich gehe eh nochmal zum Maskenball, da ist aber Kang vorgesehen. Der muss ja auch Probleme gehabt haben, hat ja in den letzten 12 Monaten auch nicht sehr viel gesungen

17. September 2019
11:31
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Kapellmeister Storch
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Forumsbeiträge: 79
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21. Februar 2019
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UwePaul sagt
Super , Herr Storch, freue mich,

ich gehe am Freitag, da wirds dann bestimmt noch besser :-)) Morgen erstmal zum Maskenball mit Beczala.  

Gestern war es (Cavalleria/ Pagliacci) noch besser als am Freitag. So hervorragend habe ich Alagna lange nicht gehört. Für Carlos Álvarez reichen die Superlative nicht aus. Besser kann man den Tonio kaum singen. Den Maskenball habe ich mir am Sonntag gespart. Nichts gegen den ordentlichen Popov, aber den Abend habe ich lieber anders genutzt. Ich habe noch eine Karte für den kommenden Montag. Es gibt zwar noch keinen Ersatz, aber es würde mich nicht wundern, wenn es Kang wäre.

15. September 2019
7:08
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Karin E
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Gurnemanz sagt
Schön, dass Sie nach Bratislava fahren wollen! Aber ich warne Sie gleich vor, die dortige Don-Carlo-Inszenierung ist ein einziger Schmarrn...

Das neue Opernhaus ist eigentlich viel zu groß für die Stadt, vor allem ist es sehr breit, dafür haben Sie von allen Plätzen gute Sicht. Allerdings ist die erste Balkonreihe keine gute Idee, weil Ihnen dort die Brüstung die freie Sicht auf die Bühne versperrt. Den Balkon können Sie dort akustisch überhaupt vergessen, ich rate zu einem Platz im (nach hinten aufsteigenden) Parterre in einer billigen Kategorie, allerdings nicht in den letzten drei Parterrereihen (weil dort schon der Balkon drüber ist und die Akustik daher nicht soo gut). Das neue Opernhaus ist eines der ganz wenigen, deren Akustik unten besser ist als oben.

Mit der Buslinie 210 kommen Sie vom Hauptbahnhof direkt zum Neuen Opernhaus (Fahrzeit 12 Minuten, Kosten 70 Cent, Fahrkarte zu kaufen beim Automaten bei der Haltestelle) und nach der Vorstellung zurück zum Bahnhof. Der letzte Zug nach Wien (22:38 vom Hauptbahnhof, 23:15 von Petržalka) wird nach dem Don Carlo (wenn er um 19:00 beginnt) sehr knapp bzw unmöglich, aber es gibt danach noch Flixbusse nach Wien, die sich auf jeden Fall ausgehen. Achtung: Unbedingt von derjenigen Station das Ticket buchen, von der Sie auch fahren wollen (siehe Google Maps)! (sonst haben Sie, wenn Sie Pech haben, Zores mit dem Busfahrer und müssen doppelt zahlen)  

Vielen Dank für die ausführliche Meinung und die Tipps! Da ich mit meinem 8-jährigen Sohn hin fahre werden wir vermutlich gleich dort übernachten, sonst wird das zu anstrengend. Kann man ja gleich mit einem Besuch der Stadt verbinden. 

14. September 2019
21:09
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michael koling
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17. Juni 2018
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Karin E sagt
Hat jemand Erfahrung mit der Oper in Bratislava? Ich wollte gerade Karten für einen Don Carlo mit Keenlyside kaufen. Wie groß ist die Oper? Kann man von der ersten Reihe Balkon gut sehen und hören?  

Ich war in der letzten Saison mit "Elite Tours" in Bratislava und hatte einen sehr guten Platz (akustisch wie optisch) ziemlich genau in der Mitte des Hauses. Jetzt sind die Fahrten mit diesem Reisebüro zugegeben (deutlich) teurer als eine Eigenbuchung einer Opernkarte und einer Bahnfahrt, aber der Bus fährt nach der Aufführung, egal wie lange sie dauert, von direkt vor dem Opernhaus wieder nach Wien zurück. 

14. September 2019
18:53
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 659
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29. September 2018
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Schön, dass Sie nach Bratislava fahren wollen! Aber ich warne Sie gleich vor, die dortige Don-Carlo-Inszenierung ist ein einziger Schmarrn...

Das neue Opernhaus ist eigentlich viel zu groß für die Stadt, vor allem ist es sehr breit, dafür haben Sie von allen Plätzen gute Sicht. Allerdings ist die erste Balkonreihe keine gute Idee, weil Ihnen dort die Brüstung die freie Sicht auf die Bühne versperrt. Den Balkon können Sie dort akustisch überhaupt vergessen, ich rate zu einem Platz im (nach hinten aufsteigenden) Parterre in einer billigen Kategorie, allerdings nicht in den letzten drei Parterrereihen (weil dort schon der Balkon drüber ist und die Akustik daher nicht soo gut). Das neue Opernhaus ist eines der ganz wenigen, deren Akustik unten besser ist als oben.

Mit der Buslinie 210 kommen Sie vom Hauptbahnhof direkt zum Neuen Opernhaus (Fahrzeit 12 Minuten, Kosten 70 Cent, Fahrkarte zu kaufen beim Automaten bei der Haltestelle) und nach der Vorstellung zurück zum Bahnhof. Der letzte Zug nach Wien (22:38 vom Hauptbahnhof, 23:15 von Petržalka) wird nach dem Don Carlo (wenn er um 19:00 beginnt) sehr knapp bzw unmöglich, aber es gibt danach noch Flixbusse nach Wien, die sich auf jeden Fall ausgehen. Achtung: Unbedingt von derjenigen Station das Ticket buchen, von der Sie auch fahren wollen (siehe Google Maps)! (sonst haben Sie, wenn Sie Pech haben, Zores mit dem Busfahrer und müssen doppelt zahlen)

14. September 2019
18:11
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Karin E
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Hat jemand Erfahrung mit der Oper in Bratislava? Ich wollte gerade Karten für einen Don Carlo mit Keenlyside kaufen. Wie groß ist die Oper? Kann man von der ersten Reihe Balkon gut sehen und hören?

14. September 2019
13:37
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Super , Herr Storch, freue mich,

ich gehe am Freitag, da wirds dann bestimmt noch besser :-)) Morgen erstmal zum Maskenball mit Beczala.

14. September 2019
13:04
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Kapellmeister Storch
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21. Februar 2019
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​Cavalleria Rusticana/ I Pagliacci, Deutsche Oper Berlin, 13.09.2019, mit Alagna und C. Álvarez

In erster Linie habe ich die Vorstellung gestern wegen Carlos Álvarez besucht. Die ersten Töne von Roberto Alagna ließen Schlimmes befürchten, so meckrig und quäkig klang seine Stimme aus dem Off. Dass es dennoch ein hervorragender Opernabend wurde, lag am Star-Tenor und einer insgesamt sehr guten Besetzung. Ich habe die Pountney-Produktion seit der Premiere im Jahr 2005 in verschiedenen Besetzungen erlebt. Dass ein Tenor Turiddu und Canio in dieser Produktion gesungen hat, dürfte eine Premiere gewesen sein. Roberto Alagna hat mit ausgeruhter Stimme und ungeheurer Bühnenpräsenz überzeugt. Er war der Motor der Aufführung.  Eva-Maria Westbroek als Santuzza hat mir mit ihrer dramatischen Stimme sehr gut gefallen, auch wenn ihr Sopran in der Höhe ausgefranst klang und piani nicht immer angesprochen haben. Das hat sie aber geschickt umschifft. Als Alfio hat sich Rodrigo Esteves mit einem gut fokussiertem, kernigem Bariton präsentiert und ein starkes Hausdebüt gefeiert. Die Rolle der Lola hat man schon interessanter als von der ordentlich singenden Anna Buslidze gehört. Ronnita Miller als Lucia war wie immer eine Bank. Die Tempi von Paolo Arrivabeni waren mir stellenweise viel zu breit.

 

Noch interessanter wurde es im Bajazzo. Carlos Álvarez bot eine exemplarische Leistung und hat die Rolle des Tonio ausgefüllt wie niemand zuvor in dieser Produktion. Zusammen mit dem hier noch stärkeren Roberto Alagna hat er dafür gesorgt, dass die Aufführung zu keiner Zeit langweilig wurde. Aleksandra Kurzak hat mir als Nedda gefallen. Weniger schön war allerdings ihre offene Höhe mit nicht immer ganz sauberen Tönen. Ya-Chung Huang als Beppo hat mich mehr überzeugt als Samuel Dale Johnson in der Rolle des Silvio. Das Dirigat von Paolo Arrivabeni hat mir im zweiten Teil besser gefallen, auch wenn die Tempi auch hier zum Teil recht langsam waren. Insgesamt ein sehr lohnender Opernabend.

9. September 2019
11:01
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Kapellmeister Storch
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La Forza del Destino, Deutsche Oper Berlin, Premiere am 08.09.2019

Für einige Minuten waren die 80er-Jahre zurück in der Bismarckstraße. Es wurde gerufen und gepöbelt, Ordner kamen in den Saal. Ich hatte mich schon im Vorfeld über die Gesamtdauer der Aufführung gewundert: 3 Stunden und 45 Minuten hatten mich stutzig gemacht. Frank Castorf hat die Handlung der Oper nach Neapel ins Kriegsjahr 1943 verlegt. Der Krieg in aller seiner Grausamkeit un Sinnlosigkeit ist auch das zentrale Thema von Castorfs Regiearbeit. Offenbar hat em Regisseur jedoch der Stoff der Oper nicht ausgereicht. Wurden im 1. Teil nur kurze Texte eingestreut, schienen die Texte im 2. Teil keine Ende nehmen zu wollen. Das Maß war voll, als Texte zunächst auf Deutsch und dann auf Englisch gesprochen wurden. Dann kamen die Rufe nach Musik, Verdi und nach Respekt für die Darsteller. Währen auf der Bühne die Sinnlosigkeit des Kriegs gezeigt werden sollte, gab es im Publikum förmlich einen Lagerkrieg. Leider ist die Inszenierung insgesamt eine recht langweilige Angelegenheit, die bis zu den Tumulten kaum Widerspruch geerntet hat. Das Publikum schien ratlos bis gelangweilt zu sein, so verhalten war auch er Applaus für die Sänger. Die hinzugefügte Person des Indios wirbelte quer durch die ganze Oper, mal halbnackt in Stöckelschuhen, mal im Glitzerkostüm, mal als Engel. Seine Leistung war sicher von großer Qualität und Intensität, in Bezug auf den Genuss der Oper haben mich seine Aktionen eher kirre gemacht, so die auch die zahlreichen Video-Installationen, die teilweise live von Kamerateams aufgenommen gesendet wurden. 

 

Musikalisch war der Abend besser als ich es erwartet hatte. Vor allen Dingen die Männer wussten zu überzeugen, was mich insbesondere für Russel Thomas als Alvaro gefreut hat, der vor drei Monaten einen eher durchwachsenen Otello gesungen hatte. Mit seiner dunklen, etwas rauen Stimme umschiffte er die meisten Klippen der Partie und war in er Beifallsskala klarer Punktsieger. Eine starke Leistung bot auch Markus Brück als Carlo. Ich bevorzuge zwar eher weiche Stimmen, aber mit seinem kernigem Bariton und einer Stimmgewalt hat er eine Top-Leistung gebracht, die so manchen Kollegen vor Neid erblassen lassen würde. Als Padre bot der von mir sehr geschätze Marko Mimica eine tadellose Leistung, allerdings fehlte ihm irgendwie das Format für die Partie. Misha (vormals Mikheil) Kiria beherrschte die Bühne bei seinen Auftritten und war ein charismatischer Fra Melitane, der u.a bei Renato Bruson studiert hat. Agunda Kulaeva gab eine passable Preziosilla, nicht mehr und nicht weniger. Zwiespältig bleibt der Eindruck zur Leonora von Maria José Siri. Ich schätze an ihr, wie sie sich mit Haut und Haar auf der Bühne verzehrt. Ich verzeihe ihr in der Regel eine etwas schrille Höhe, da ich insgesamt ihre Stimme mag. Allerdings waren gestern ihre hohen Töne Glückssache. Dirigiert wurde die Aufführung von Jordi Benàcer, der für den ursprünglich mal geplanten Paolo Carignani am Pult stand. Ich fand sein Dirigat mit zahlreichen Tempowechseln sehr interessant. Schon in der Ouvertüre gab es Töne, die ich so noch nie zuvor gehört habe. Manches war recht langsam dirigiert, andere Passagen extrem schnell, mit vielen Rubati gespickt. Allerdings gab es auch Abstimmungsprobleme mit dem insgesamt hervorragenden Chor und verpasste Einsätze (Stephen Bronk als Marchese und Brück, bei Siri bin ich mir nicht ganz sicher).

 

Nach fast vier Stunden (warum wurde eigentlich nicht um 18 Uhr begonnen?) Oper, Sprechtheater und Tumulten gab es am Ende Beifall ohne Widerspruch für die Sänger und den Dirigenten und einen Buh-Orkan für Frank Castorf und sein Team, gemischt mit Beifall und Zustimmung, den dieser mit Küsschen für das protestierende Publikum beantortet hat. Allein wegen der überlangen Dialoge habe ich nicht den Nerv, mir diese an sich sehr schöne Oper öfter zu gönnen. So manch einer wird sich, egal ob Neuenfels-Anhänger oder -Gegner, nach der alten Produktion zurückgeseht haben, die ebenfalls für Skandale gesorgt hat und noch Jahre nach der Premiere für Widerspruch gesorgt hat.

8. September 2019
10:11
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Chenier
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Finde ich auch, er ist besser als sein Ruf.

Muti holte ihn übrigens nach Rom und dort lernte er Netrebko kennen, was seiner weiteren Karriere vermutlich nicht geschadet hat. Im Duett sind sie jedenfalls unschlagbar, habe ich in Wien bei einem Chenier erlebt.

7. September 2019
23:15
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UwePaul
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Herr Storch, meine volle Zustimmung.

Es war heute überwältigend. Ich werde nie wieder, Herr Netrebko, schreiben. Er war großartig und bekam einen richtigen Bravosturm

5. September 2019
15:26
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Kapellmeister Storch
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Uneinig sind wir uns ja nur in Bezug auf den Dirigenten.

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