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Oper in Nachbarländern Österreichs | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

 

 

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Oper in Nachbarländern Österreichs
11. Mai 2019
8:26
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Kritik La Sonnambula,

da kann ich mich ja glücklich schätzen in einer Woche Fr. Yende und Herrn Brownlee in einer tollen Inszenierung erleben zu dürfen

11. Mai 2019
3:05
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Gurnemanz
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@158+159+165:

Da waren Sie ja kulturell sehr aktiv! Herzlichen Dank für Ihre präzisen und sehr informativen Berichte!

Stephen Gould schätze auch ich sehr, in diesem Alter kann ein schlechter Abend durchaus vorkommen - ich bin froh, dass seine Stimme überhaupt noch so gut erhalten ist (ja, früher war er noch besser, aber trotzdem). Simon Keenylside ist recht solide, wird mE aber doch von einigen überschätzt: Vor genau einem Monat im Wiener Konzerthaus war er bei Sibelius-Liedern schon nach 10 Minuten, also nach der Halbzeit, heiser. Was soll das bitte? Clemens Bieber habe ich einmal als Erik gehört (in Trier) und war sehr, sehr angetan! Andrzej Dobber habe ich in passabler Erinnerung, aber als Scarpia kann ich ihn mir auch nicht so recht vorstellen.

Ich fürchte, von Seiffert müssen wir uns langsam, aber sicher verabschieden. Leider! Das ist ein super Sänger mit tollem Material und sehr guter Technik.

Die Wiener Inszenierung des Barbiere ist übrigens genau zwei Jahre älter als die Lindenoper (und die aus Wien von Günther Rennert ist eine Übernahme aus... Hamburg?).

Mahler mag übrigens auch ich sehr gern, da werde ich in den nächsten Tagen in Wien die 8., 1., 6. und vlt. 2. hören.

9. Mai 2019
15:16
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UwePaul
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Ist natürlich Geschmacksache. Ich fand die 3. damals auch sehr gut. Aber wäre ja auch furchtbar, wenn alle die gleichen Geschmäcker hätten

9. Mai 2019
15:06
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Kapellmeister Storch
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Das freut mich. Von der 3. Mahler unter Runnicles war ich allerdings enttäuscht. Daher war meine Motivation jetzt nicht so groß. Das lag aber vielleicht auch daran, dass ich die 3. zuvor in einem sagenhaftem Konzert unter Levine erlebt hatte.

9. Mai 2019
14:33
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UwePaul
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Tja Herr Storch,

glaube an der DO hätten Sie ein bessres Dirigat erlebt. Es war ein großer überwältigender Abend und stürmischer Erfolg..

9. Mai 2019
13:36
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Kapellmeister Storch
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Il Barbiere di Siviglia, Staatsoper Berlin, 08.05.2019

Auch gestern war die Staatsoper bis auf die Plätze im 3. Rang Seite wieder insgesamt gut gefüllt. Und genau da lag das Problem: es wurden Plätze getauscht, es wurde gequatscht, verspätet reingekommen, vorzeitig rausgegangen, halt alles, was man sich für den Operngenuss so wünschen kann. Dennoch war es ein interessanter Opernabend mit zahlreichen jungen Sängern, die genauso wie der Senior im Bunde, Bruno de Simone (Bartolo), nur so vor Spielfreude gesprüht haben. Marianne Crébassa hat mich mit ihrer prunkvollen, dunklen Stimme und brillianten Koloraturen begeistert. In der Höhe hatte sie allerdings Mühe: da hat sie einige Töne nur angetippt. Die Stimme klang zudem im Gegensatz zum Rest etwas farblos. Maxim Mironov konnte mit schöner, gut geführter Stimme als Almaviva punkten. Sie könnte sicher noch etwas an Durchschlagskraft zulegen, ist aber zumindest gestern nicht in den Ensemble-Szenen untergegangen. Ein Coup ist der Staatsoper mit der Verpflichtung von Björn Bürger als Figaro gelungen (Einspringer für Gyula Orendt). In seiner Vita findet man noch nicht so viele Auftritte. Er ist 33 Jahre alt, hat den Bundeswettbewerb Gesang gewonnen und ist u.a. als Figaro in Stuttgart und kürzlich als Wolfram in Amsterdam aufgetreten. Im Sommer geht es als Papageno nach Glyndebourne. Sein Bariton hat schon recht viel Peng. Die Stimme spricht in allen Lagen gut an. Dazu ist er ein sehr guter Darsteller. Von ihm dürfte in der Zukunft noch einiges zu hören sein. Als Basilio zeigte Grigory Shkarupa sein Talent. Er wird in diesem Jahr am Operalia-Wettbewerb teilnehmen. Das Dirigat von Julien Salemkour hätte gerne filigraner und spritziger sein dürfen. Insgesamt war das ein recht unterhaltsamer Abend. Die Inszenierung von Ruth Berghaus aus dem Jahr 1968 hat das Publikum begeistert.

8. Mai 2019
13:45
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UwePaul
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Na Seiffert hatte ich bei einer der beiden ersten Tannhäuser, da war mein Eindruck aber zwiespältig, obwohl ich ihn immer noch schätze. Na Kober, ok, aber so vom Hocker reissend fand ich ihn auch nicht.

Dann viel Spaß beim Barbieren....

8. Mai 2019
13:01
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Kapellmeister Storch
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UwePaul sagt
Herr Storch,

da bin ich ja mal auf Samstag gespannt, da singt ja Seiffert, aber mit dem Blunier haben Sie, wie auch einige Kritiker mich ein bisschen erschreckt.... Verstehe auch nicht warum Runnicles den nicht dirigiert. Oder waren der Zwerg und die Oceane zu viel. Dann heute noch Mahlers 6., auf die ich sehr gespannt bin  

Ich hätte auch gerne Seiffert gehört, zumal er in der nächsten Spielzeit nichts mehr am Haus bekommt (dafür Tannhäuser an der Scala). Leider habe ich jedoch keine Zeit. Dass Runnicles nicht dirigiert, finde ich nicht schlimm ..., wenn z. B. Axel Kober dirigiert. Ich mag zwar Mahler, gehe heute aber lieber in den Barbier (Staatsoper).

8. Mai 2019
11:34
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UwePaul
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Herr Storch,

da bin ich ja mal auf Samstag gespannt, da singt ja Seiffert, aber mit dem Blunier haben Sie, wie auch einige Kritiker mich ein bisschen erschreckt.... Verstehe auch nicht warum Runnicles den nicht dirigiert. Oder waren der Zwerg und die Oceane zu viel. Dann heute noch Mahlers 6., auf die ich sehr gespannt bin

6. Mai 2019
15:01
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Kapellmeister Storch
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Chenier sagt
Der Dobber muss abgebaut haben, ich habe ihn einige Male sehr gut erlebt.  

Mein Fall war er nie.

6. Mai 2019
14:28
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Chenier
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Der Dobber muss abgebaut haben, ich habe ihn einige Male sehr gut erlebt.

6. Mai 2019
14:10
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Kapellmeister Storch
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Tosca, Staatsoper Berlin, 03.05.2019

Am Freitag war mal wieder so eine Vorstellung, für die der Verkauf erst schleppend lief, die dann aber dank zahlreicher Touristen ausverkauft war. Entsprechend merkwürdig war dann auch die Reihenfolge des Beifalls: Ilincai, Dobber, Yoncheva. Dabei war Sonya Yoncheva als Tosca wirklich hervorragend und das einzige Highlight dieser Aufführung. Auch wenn sie einen Spitzenton weggelassen hat, passte bei ihr so ziemlich alles: Stimmfarbe, Stimmvolumen, die Gestaltung der Rolle und die gesamte Attitüde. Teodor Ilincai war gewiss kein schlechter Cavaradossi, begann die Partie aber schon, als wollte er sich als Otello empfehlen und den Putz von Wänden singen. Seine Stimme klang mal lyrische. Leider ist der Schmelz dem Volumen gewichen. Das kam beim Publikum gut an. Insgesamt war mir sein Vortrag zu undifferenziert. Andrzej Dobber gehört zu den schwächsten Scarpias, die ich auf der Bühne erlebt habe. Fehlendes Volumen hat er durch Nachdrücken versucht zu kompensieren. Das ging teilweise zu Lasten der Intonation und klang schmierig. Gut gefallen hat mir das Dirigat von Domingo Hindoyan

6. Mai 2019
13:57
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Kapellmeister Storch
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Tannhäuser, Deutsche Oper Berlin, 05.05.2019

Aufführungen eines Komponisten zu bündeln und z. B. als Wagner-Woche zu verkaufen, hat in der Vergangenheit schon ​öfter funktioniert. Die Aufführung gestern fand im Rahmen einer sogenannten Wagner-Woche statt. Dennoch gab es genug leere Plätze im hinteren Parkett und im 1. Rang. Ich habe die Aufführung eigentlich nur wegen Keenlyside besucht. Positiv überrascht hat mich jedoch Emma Bell und mich als Venus und noch mehr als Elisabeth überzeugt. In der Höhe klang sie vielleicht stellenweise ein wenig hausbacken, aber insgesamt dürfte sie die Doppelrolle bisher am überzeugendsten gemeistert haben. Mich hat vor allen Dingen ihre glänzende Technik bei lupenreinen Tonsprüngen begeistert. Auch darstellerisch fand ich sie sehr überzeugend. Stephen Gould, den ich sehr schätze, hatte gestern nicht seinen besten Abend. Das mag Jammern auf hohem Niveau sein, aber etliche Töne klangen doch arg strapaziert. Simon Keenlyside hat mir einige Rätsel aufgegeben. Zunächst wirkte er szenisch wie ein Fremdkörper. Keine Ahnung, ob er sich in der albernen Rüstung unwohl gefühlt hat oder was mit ihm los war, der doch eher durch sehr charismatische Auftritte besticht. Auch musikalisch wirkte er nicht sicher. Das extrem langsamen Dirigat mag ein Grund dafür gewesen sein, weshalb er mehrfach ins Schlingern geraten ist. Stellenweise klang seine Stimme auch ein wenig brüchig, und manche Aufwärtsbewegung bereitete ihm sichtlich einige Mühe. Großes Format hatte eigentlich nur seine Szene im 2. Akt. Entsprechend schwach fiel auch der Beifall aus. Ante Jerkunica war ein würdiger Landgraf, wenn man von seinen üblichen Schwächen im oberen Register einmal absieht. Er hat zwar alle Töne bekommen, aber nicht in der gleichen Qualität seiner ansonsten herrlichen Stimme. In den kleineren Rollen fand ich den bewährten Clemens Bieber als Walther am überzeugendsten. Stefan Blunier musste am Ende mehrere Buh-Rufe für ein stellenweise zerdehntes Dirigat einstecken. Ob Koordinationsprobleme zwischen Bühne und Graben auf wenige oder keine Proben zurückzuführen sind, vermag ich nicht zu sagen, aber wenn ich daran denke, wie souverän z. B. Axel Kober in Berlin dirigiert hat, dann war der Dirigent sicher nicht ganz unschuldig an den Problemen. Für Emma Bell hat sich der Besuch gelohnt, ansonsten war es ein durchwachsener Repertoire-Abend, für den man keine Wagner-Tage hätte ausrufen müssen.

2. Mai 2019
7:56
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petra pan
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Eine Sternstunde des Belcanto

erlebten die Besucher am 29. April im Gärtnerplatztheater München mit Maria Stuarda (Gaetano Donizetti)!

Die Wiederaufnahme bot mit dem Dirigenten Kiril Stankow einen musikalisch spannenden Abend: Tempi und Dynamik nahmen den Zuhörer mit, gaben den SängerInnen alle Möglichkeiten der Gestaltung. Und die gelang den Herren Arthur Espiritu (Graf Leicester), Levente Pall (Talbot) und Matija Meic (Sir Cecil) mit weichen und dramatischen Stimmführungen. Die Elisabetta Nadja Stefanoff war eine geradezu lebensecht enttäuschte und rächende "Eiskönigin". Ganz hervorragend Jennifer O'Loughlin (Maria Stuarda), deren Piano auch noch den letzten Räusperer verstummen ließ! Ihre grandiosen Spannungsbögen in Stimme und Gestaltung wurden unterstützt von Elaine Ortiz Arandes (Anna Kennedy). Und nicht zuletzt von einem beeindruckenden Chor (Einstudierung Felix Meybier), der die ansonsten requisitenarme Bühne stimmlich und darstellerisch füllte.

Unbedingte Empfehlung für die beiden noch folgenden Aufführungen am 2. Mai und am 5. Mai!

24. April 2019
23:53
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Gurnemanz
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Mi., 24. April 2019: BRATISLAVA/PRESZBURG (Neues Opernhaus): Wolfgang Amadé Mozart, Die Zauberflöte

Eigentlich wollte ich heute zum Jeunesse-Konzert ins Konzerthaus gehen (Kodály, Martinů, Schumann), aber da der Kodály, auf den ich mich am meisten gefreut hatte, aus dem Programm geschmissen wurde, ich genau diesen Martinů ohnehin kommende Woche in Bratislava hören werde und ich Schumann eher nicht brauche, habe ich mich kurzerhand für das Alternativprogramm entschieden, nämlich die Zauberflöte in Bratislava mit einem meiner Lieblingssänger als Sarastro. Die Zauberflöte wird in Bratislava zweisprachig gegeben, und zwar werden die Musiknummern auf Deutsch dargebracht und die (glücklicherweise auf ein ausreichendes Maß gekürzten) Dialoge auf slovakisch, während die jeweils andere Sprache oben mitläuft. Das ist sehr gut gelöst, und die Inszenierung von Svetozár Sprušanský (Bühne und Kostüme von Alexandra Grusková) ist wunderbar. Abgesehen davon, dass hier Sarastro zum Vater Paminas und somit zum Ex der Königin der Nacht wird, finde ich die Produktion äußerst gelungen. Die Bühne ist farbenfroh und belebt, aber nie überladen. Besonders gut gefällt mir die Gestaltung der Prüfungsszene (ein Tänzer (der auch schon bei der Bildnisarie zu sehen war) und eine Tänzerin turnen auf einem Seil, das ist sehr berührend, wenngleich das beim Lesen dieser Zeilen vielleicht nicht einleuchtet), Pamina (die wahre Hauptperson dieser Oper!), Tamino und Papageno werden auch durch drei Kinder verkörpert, die die erwachsenen Sänger begleiten und in den Dialogen manchmal statt ihrer antworten. Sehr gut gelöst finde ich den Schluss: Sarastro ist in den Hintergrund getreten, Tamino und Pamina haben seinen Platz eingenommen und sind so gekleidet wie Sarastro in den Szenen davor. Insgesamt eine farbenfrohe, berührende und nie alberne Produktion dieses (zu oft als Kinderoper verkannten) Meisterwerks. Das Terzett "Soll ich Dich, Teurer, nicht mehr sehn" fehlt, dafür wird die oft gestrichene Unterhaltung der Sklaven vor Monostatos' Auftritt gegeben.

Leider waren die Sängerleistungen kaum erfreulich. Am besten hat mir noch die Pamina von Helena Becse-Szabó gefallen. Ihre Stimme ist sehr schön und laut genug, sie schaffte es, ihren Gesang mit Gefühlen zu bereichern. Bei "Ach, ich fühls" ist sie aber hörbar an ihre Grenzen gestoßen, und diese Szene trennt ja die Spreu vom Weizen. Bedauerlicherweise hat sie in der Prüfungsszene viermal zu hoch gesungen. Tomáš Juhás hat als Tamino die Mindestanforderung erfüllt, nämlich alle Töne in einer passablen Lautstärke richtig zu singen. Aber abgesehen davon ist ihm kaum etwas Positives zu attestieren. Alle Höhen wurden hinausgepresst, man hörte ihm da die Mühe der Tonproduktion richtig an. Gestaltung oder Differenzierung ist ihm ein Fremdwort, einzig bei "Pamina mein, o welch ein Glück!" hat er versucht, etwas Ausdruck hineinzubringen. Letztes Monat hat er mir in Prag als Števa sehr gut gefallen. Das passt zu ihm, aber als Mozarttenor kann man ihn vergessen. Mit Daniel Čapkovič war der Papageno glücklicherweise angemessen besetzt, nämlich mir einem richtigen Bariton. Čapkovičs Stimme ist dafür vielleicht mittlerweile schon etwas zu schwer/dunkel, aber das hat mich nicht gestört. Das Problem war, dass er mehr auf vordergründigen Effekt setzte als auf feine Gestaltung, was zwar bei vielen gut ankommt, aber mir nicht gefällt (Papageno ist eben kein hyperaktiver Idiot wie man heute hätte glauben können). Für Martina Masaryková ist sogar die neue Oper Bratislava zu groß (wobei man sagen muss, dass das Haus eine problematische Akustik hat, man muss halt wissen, wo man sich hinsetzt), denn ich habe sie nur recht schwer vernommen. In der ersten Arie der Königin der Nacht sind ihr einige Unsauberkeiten passiert, die zweite war besser. Sie hat sich auf die Höhen konzentriert, viele tiefere Töne waren im Nirwana. Gut, aber lange nicht so gut wie üblich war Peter Mikuláš als Sarastro. Ich liebe seine Stimme, und für den Sarastro passt er sehr gut (nicht nur stimmlich, auch optisch mit seiner Größe, seinem Bart, seinem Alter (geboren 1954) und seiner Respekt gebietenden Ausstrahlung). Heute war er hörbar nicht auf der Höhe, denn im "O Isis und Osiris" ist ihm für ein paar Sekunden der Text entfallen (er hat spontan das Richtige gemacht, nämlich ohne Text gesungen), und in den "Heiligen Hallen" waren zwei Töne zu hoch, beides habe ich bei ihm noch nie erlebt (sein Zaccaria Anfang Februar war er großartig). Die kleineren Rollen waren gemischt: Erfreulich die drei Damen (Andrea Vizvári, Miriam Maťašová und Denisa Hamarová), mittelmäßig der Monostatos von Ivan Ožvát. Ján Ďurčo klang als Sprecher ungefähr so wie Kurt Rydl an einem schlechten Abend. Die Szene des Sprechers kann großartig sein (bei Franz Grundheber) oder so wie heute. Die drei Knaben waren gut und viel besser als die Wiener Sängerknaben. Eine sehr große negative Überraschung war das Orchester, was ich in Bratislava noch nie erlebt habe. Da klingt ein durchschnittliches Jugendorchester besser. Viele Unsauberkeiten und zu späte Einsätze, generell ein uninspirierter Musikbrei, das hat Mozart wirklich nicht verdient. Eine Katastrophe die Frau am Glockenspiel, die teilweise irgendwas gespielt hat, jedenfalls nicht das Richtige. Was ist da heute passiert, dieselbe Glockenspielerin hat vor zwei Monaten die Don-Giovanni-Rezitative tadellos begleitet. Der verlässliche Dušan Štefánek am Pult versuchte zu retten, was zu retten war, indem er sein Tempo auf die Bedürfnisse der Sänger abstimmte (das zügige Tempo in der Bildnisarie war hilfreich), war aber auf verlorenem Posten. Eine so schlechte Orchesterleistung habe ich in Bratislava noch nie gehört (außer im Rahmen eines Gastspiels von einem Gastorchester am Ankunftstag). Vielleicht hätte ich heute doch lieber ins Konzerthaus gehen sollen (oder gar keine Kultur konsumieren).

24. April 2019
18:18
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Gurnemanz
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Ich muss gestehen, dass ich von meinem Platz gar nicht wahrgenommen habe, ob es sich um Flieder oder um Hanf handelt, aber die Tafel mit den Namen der Meister halte auch ich für einen guten Einfall!Auch ich bin weder Fritz- noch Vogtfan, aber seit einem ziemlich gruseligen Kaiser weiche ich Fritz nach Möglichkeit aus.

Auf jeden Fall schön, dass Sie jetzt mit ihren Berliner Berichten das Forum bereichern. In Berlin ist ja hinsichtlich Kultur einiges los (und es tut mir leid, dass ich nicht zu Mussorgskis Jahrmarkt von Sorotschinzi fahren kann - würde mich sehr interessieren). 

24. April 2019
13:52
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Kapellmeister Storch
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Sehr gerne. Die Inszenierung finde ich sehr kurzweilig und unterhaltsam. Ob man unbedingt Flieder durch Hanf ersetzen muss, um in der aktuellen Zeit anzukommen, lasse ich mal dahingestellt, aber ich finde auch die Sponsorentafeln mit den Geschäften der Meister originell.

Ich bin weder Vogt- noch Fritz-Fan, war aber angenehm von Fritz überrascht.

23. April 2019
20:30
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Gurnemanz
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Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, Ihre Eindrücke in einem so gut nachvollziehbaren Bericht festzuhalten! Ich bin, wie man ja weiter unten nachlesen kann, sehr ähnlicher Ansicht. Allerdings bin ich froh, Vogt statt Fritz gehört zu haben.

Wie gefällt Ihnen die Inszenierung?

23. April 2019
14:33
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Kapellmeister Storch
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Die Meistersinger von Nürnberg, Staatsoper Berlin, 18.04.2019

 

Hier noch mit etwas Verspätung mein Bericht zu den Meistersingern am Donnerstag, dem 18.04.2019. Ich habe sicher schon bessere Aufführungen der Meistersinger erlebt, aber es war eine dieser Aufführungen, aus ich restlos glücklich rausgekommen bin. Der größte Trumpf war sicherlich Daniel Barenboim, von dem ich noch die so gute Meistersinger gehört habe: schwungvoll, aber nicht gehetzt und ausgelotet bis ins kleinste Detail. Bei den gesanglichen Leistungen könnte man sicher den einen oder anderen Abstrich machen, aber die Mannschaftsleistung hat hier den positiven Ausschlag gegeben. Wolfgang Koch ist nicht unbedingt mein idealer Sachs, zumal er stellenweise nach Charakterbariton klingt. Dennoch kann ich seine Leistung am Donnerstag nicht hoch genug rühmen. Seine Souveränität (trotz Texthänger in der Schusterstube), seine ausgefeilte Rollengestaltung und seine Kondition haben seinen Sachs zum Ereignis werden lassen. Positiv überrascht war ich auch von Burkhard Fritz als Stolzing. Er war sicher kein strahlender Junker, aber hat die Rolle klug verhalten gesungen und die Partie im Großen und Ganzen sehr respektabel gesungen. Weniger überrascht hat mich Julia Kleiter als Eva, die ich seit vielen Jahren sehr schätze und die auch diese Rolle ideal verkörpert hat. Ein Grund für den Besuch der Aufführung war für mich das Mitwirken von Matti Salminen, einen meiner absoluten Lieblingssänger, als Pogner. Eine objektive Beurteilung würde sicher schlechter ausfallen als eine mit Enthusiasmus. Zählt man ihn zur Veteranen-Riege der Meister dazu, fällt das Urteil wohlwollend aus. Letztendlich war es für mich eine große Freude, ihn noch einmal auf der Bühne erlebt zu haben. Martin Gantner ist wegen seiner recht hellen Stimme bei vielen nicht unumstritten. Im 1. Akt hörte er sich in der Tat stellenweise wie ein Charaktertenor an. Ich schätze an ihm jedoch seinen recht makellosen Gesang, seine hervorragende Diktion und die Art und Weise, wie er in die jeweilige Rolle schlüpft. So fand ich ihn auch als Beckmesser wieder hervorragend. Hoch interessant und ein großes Vergnügen war die erstmalige Begegnung mit Siyabonga Maqungo. Stimmlich konnte er mit klarer, frischer Stimme mit sicherer Höhe begeistern. Szenisch war er endlich mal nicht der typische devote Lehrjunge, sondern ein sympathischer, rundlicher Lehrling. Ein großes Vergnügen war es auch, die zahlreichen mehr oder weniger betagten Meister auf der Bühne zu beobachten. Und hier fange ich gleich mal bei Franz Mazura an, der gestern seinen 95. Geburtstag gefeiert hat. Der gesangliche Wert ist letztendlich völlig unwichtig, aber wie aufmerksam und mit welcher Mimik er das Geschehen verfolgt hat um einmal wütend seinen Stock in den Boden zu rammen und einmal "verstand man recht" zu singen, war köstlich. Recht beachtlich klang hingegen noch Graham Clark (77) als Kunz Vogelgesang. Warum Siegfried Jerusalem ein Tag nach seinem 79. Geburtstag einzelne Buhs bekam, ist mir unverständlich. In Reiner Goldberg als Ulrich Eisslinger, ebenfalls 79, stand ein Stück Staatsopern-Geschichte auf der Bühne. Eine exponierte Stellung unter den Meistern hat Fritz Kothner mit deutlich mehr Text. Hier bot Jürgen Linn (Jg. 1959) eine Leistung der Extreme: ich habe noch nie einen so prägnanten, spielfreudigen und textdeutlichen Kothner erlebt, aber wohl auch noch keinen stimmlich so enttäuschenden Sänger in dieser Rolle. Das ist umso erstaunlicher als zu seinem Repertoire alle wichtigen Wagner-Rollen inklusive Wotan gehören. Vor einigen Jahren habe ich ihn unter Rattle mal als Ochs am Haus gehört. Bei Katharina Kammerloher als Magdalena war der optische Eindruck deutlich stärker als der stimmliche Eindruck. Insgesamt ein toller, kurzweiliger Opernabend, bei dem allerdings viele Plätze leer geblieben sind! Das Konzert der Staatskapelle am Karfreitag habe ich mir übrigens gespart. Weniger wegen der Absage von Anna Netrebko, sondern mehr wegen der Programmänderung: zwei Arien aus Rigoletto und La Traviata statt drei Arien aus Nabucco, Aida und Forza.

16. April 2019
16:56
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Gurnemanz
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@149 Danke für Ihre Schilderung, das kann ich nachvollziehen! Mein Eindruck war sehr sehr positiv, mir gefällt gerade diese Art Kreuzung Klassik und modern. Die Choreographie ist ja genau auf die Musik abgestimmt, und Berlioz ist sowieso hörenswert (besonders freue ich mich übrigens auf das Berlioz-Requiem im Musikverein demnächst). Vom Orchester war auch ich positiv überrascht.

@150 Ich weiß nicht so wirklich, ich denke, der Gemeinte wäre davon aus verschiedenen Gründen nicht begeistert. Aber generell finde ich Ihre Idee gut, denn der Merker hat ja in seiner Leserschaft viele Opernfans mit jahrtzehntelanger Erfahrung. Da könnte man wirklich mal Erinnerungen/Vergleiche systematisch sammeln. Aber das müsste halt vernünftig geschehen und nicht mit einer "So gut wie damals ist heute nichts mehr"-Einstellung.

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