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Oper in Bundesländern Österreichs
12. März 2019
23:01
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Redscarpia
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Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass Herr Achrainer sowohl Liedgesang, also auch Oratorien, Oper und Musical singen kann und dies auch regelmäßig macht 🙂.

12. März 2019
1:15
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 655
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Es freut mich, dass Sie auch dort waren!

Was Martin Achrainer betrifft, zitiere ich aus dem Merker-Interview vom 29.05.2017:

Bevor ich mit der Oper angefangen hab, hab ich Lied gesungen. Ich hatte eine Lehrerin, ich muss dazu sagen, dass ich, ich war wirklich ein ziemlicher Wildfang, jetzt so um die 19, Anfang 20, und da habe ich eine Dame kennen gelernt, bei der ich auch studiert hab, die Rotraud Hansmann. Und diese Dame war selber eine grandiose Liedinterpretin und eine fantastische Konzertsängerin. Und die hat immer gesagt „Oper kannst nachher singen. Bleib jetzt einmal beim Lied und wir singen a bisserl Oratorien und Messliteratur. Aber jetzt singst du einmal Lied. Jetzt singst du einmal ordentlich Schubert, Brahms und lernst einmal dieses Repertoire kennen.“ Und so hat sich eigentlich herauskristallisiert, dass sich mein gesamtes Studium auf der Liedkunst aufgebaut hat. Und ich profitiere heute noch sehr stark davon, denn ich habe ein langes Gespräch mit dem berühmten Hans Sotin gehabt, da haben wir Parsifal gemacht und ich hab – wie man auf gut Wienerisch sagt „a Wurzn“ gesungen – und der große Hans Sotin hat mir dann gesagt „Ich singe meine Wagner-Partien immer so, als ob ich Schubert singen würde“. Ja, das war auch der Grund, warum Hans Sotin selbst heute noch eine wunderschöne und gesunde Stimme hat. Deswegen ist für mich das Liedrepertoire so etwas wahnsinnig Wichtiges und selbst, wenn ich nicht engagiert werde für einen Liederabend, schaue ich, dass ich regelmäßig meinen Schubert, meinen Brahms singe. Einfach, um die Stimme gesund zu erhalten. Weil Lied ist so etwas wie die Apotheke für die Stimme. Wenn man eine große Wagnerpartie gesungen hat oder einen ganzen Abend auch Don Giovanni gesungen hat, wo es manchmal wirklich in die Vollen geht, kann man die Stimme wieder wunderbar verschlanken und wieder auf ein gesundes Level herunter holen. Und Lied ist immer wie ein Farbkasten. Da kann man Farben verwenden, die man auf der Opernbühne nicht verwenden kann, weil einfach ein sehr sensibler Klavierbegleiter es zulässt und deine Farben im Piano nicht zudeckt, was man beim Orchester nicht immer hat.

Achrainer klingt zumindest wie jemand, der vom Liedgesang kommt. Das ist aber nichts Schlechtes! Ich mag Liederabende mehr als Opern!

11. März 2019
20:23
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klein zack
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26: hm, soviel ich weiß kommt Achrainer nicht "vom Liedgesang", sondern von einer Musicalausbildung (die sicher auch mehr körperliche Aktivitäten beinhaltet als eine typische Ausbildung zum Opernsänger, die er danach machte) und ist in den letzten Jahren so gut wie ausschließlich als Operndarsteller aktiv gewesen, mit einem gewissen Schwerpunkt auf modernen Werken. Nur seine halbszenische Umsetzung der "Winterreise" kürzlich ist unter Liedgesang (wenn auch nicht typisch) einzuordnen; und diese Produktion war wohl nicht MA's absoluter Glücksgriff an diesem Haus.

11. März 2019
19:37
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klein zack
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33: wir sind bei der Penthesilea-Premiere im "Hochparterre" gesessen, von dort aus war sehr wohl beachtliches Bravo-Gerufe zu hören.

Waren allerdings wegen der speziellen Bühnengestaltung "ausquartiert", normalerweise sitzen wir Parkett vorne seitlich, da hört man "den Saal" sehr gut... und komischerweise das Orchester auch sehr ausgewogen, wenn nicht der Graben angehoben wird.

7. März 2019
7:58
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Flo_h
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@40

Es sind auch noch faktisch keine Karten verkauft! (4 Karten Galerie, 10 Karten Balkon)

Im Parterre ist es ja nicht entscheidbar, da ja dort auch die "Gratiskarten" sind

Ich hoffe, dass sich das noch ändert.

7. März 2019
2:08
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 655
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@39: Das nenne ich Kundenfreundlichkeit! Landestheater Linz vor den Vorhang! Ich bin mir gar nicht sicher, ob man anderswo so einfach Karten umtauschen kann.
Normalerweise hab ich nichts gegen Galerie rechts, aber bei dieser Inszenierung sehen Sie dort schlecht.

@37: Na bitte, da sind wir uns doch einmal einig! Cool

6. März 2019
21:24
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Flo_h
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@Gurnemanz

Vielen Dank für den Tipp

Ich habe schon Karten für Galerie rechts gehabt, aber ein Umtausch war problemlos. Innerhalb von 15 min wurden mir meine neuen Tickets (print@home) zugeschickt.

6. März 2019
16:56
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HansLick2
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@ 34 flo_h danke für den hinweis, auch zugeschlagen 2 für 1.

6. März 2019
14:33
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Chenier
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28. Februar 2018
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Gebe ich Ihnen völlig recht, Gurnemanz, so ab 3 oder 3,5 Stunden wird es äußerst mühsam. Ist auch der Grund, warum ich Wagner immer mehr auslasse.

6. März 2019
13:11
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 655
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@34: Super, dann wünsche ich viel Spaß! (Hoffentlich sind die Karten nicht Galerie-Mitte oder auf der rechten Galerie-Seite)

@35: Ganz einfach: In der Kürze liegt die Würze. Bzw: Weniger ist mehr. Das gilt meiner Meinung nach auch für Opern. (3-4 Stunden aufwärts sind einfach zu lang... finde ich)

5. März 2019
18:44
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Chenier
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Forumsbeiträge: 527
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

"Die Penthesilea ist kein Jahrhundertwerk, aber doch ein ziemlich hörenswertes und glücklicherweise ein sehr kurzes." Wie ist das zu verstehen, Gurnemanz? Einerseits "hörenswert" und "toll inszeniert", andererseits waren Sie offensichtlich über die Kürze des Werkes nicht unglücklich.

5. März 2019
13:00
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Flo_h
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Ich habe mir Karten für Ostersonntag gekauft. Da gibt es ein Angebot 2 für 1 Karten, quasi Halbpreis!

Wir sind jedenfalls sehr gespannt!

5. März 2019
9:32
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Werte Christine! Ich stimme Ihnen zu. Außerdem kommt ja dazu, wo man sich im Opernhaus befindet. Ich war auf der Galerie, vielleicht ist dort der Applaus schwächer hörbar als unten? Wie auch immer, ich hätte mir stärkeren Applaus gewünscht. Und ich freue mich auch über die generell positiven Kritiken. Auch wenn ich nicht in allem zustimme, aber besser als Verrisse... Das Landestheater Linz ist jedenfalls sehr mutig, dieses Stück auf dem Spielplan zu setzen, und gleich in so zahlreichen Aufführungen!

5. März 2019
8:31
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Christine
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Diese Berichte über Jubel einerseits und gelangweilter Stimmung andererseits sind schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Ich glaube eher Gurnemanz. Ihnen hat die Vorstellung gut gefallen, jubelnde Begeisterung hätte Sie sicher gefreut, warum hätten Sie das nicht beschrieben, wenn es so gewesen wäre? Für mich stellen sich vor allem zwei Fragen: 1) Haben die professionellen Kritiker einen Auftrag oder werden sie zumindest ersucht von Jubel zu schreiben, wenn es keine lauten Missfallensäußerungen gab, oder tun sie das um zu demonstrieren, dass auch unbekanntere selten gespielte Opern gut ankommen? 2) Ab wann spricht man von Jubel? Die Länge des Beifalls ist von Opernhaus zu Opernhaus wahrscheinlich verschieden, aber lautstarke Bravorufe und heftiges Klatschen von vielen Personen gehört schon dazu. Ein oder zwei Bravorufer sind für lautstarken Jubel doch zu wenig.

5. März 2019
1:30
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 655
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@28: Danke für den Hinweis! Ich habe soeben die Kommentare gelesen (Link), ich bin jedenfalls nicht im Standard-Forum aktiv! Dem Kommentar des dortigen Users "Schreker" stimme ich großen und ganzen zu, und er schreibt auch vollkommen korrekt "übertrieben viel Begeisterung habe ich nicht vernommen, es war lediglich freundlicher Applaus und nicht mehr.". Wie andere "langen andauernden, lauten Jubel" wahrgenommen haben möchten, kann ich nicht nachvollziehen.

@26 + 27: Jubelstürme und zahllose Bravorufe hat es nicht gegeben. Ganz im Gegensatz zur Elektra-Premiere Mitte Jänner (wo sich wirkliche Begeisterung eingestellt hat), gab es am Samstag nach der Penthesilea eine eher gelangweilte Stimmung. Bravorufe hab ich nur die meinen (für Orchester und Regieteam) und die meines Sitznachbars (fürs Orchester) vernommen. Und genau ein Buhruf für den Regisseur. Vielleicht waren ein paar leise, zaghafte Bravos auch dabei, die nicht bis zu meinen Ohren durchgedrungen sind. Aber das sind dann sicher keine Jubelstürme.
Und bitte: 10 Minuten sind überhaupt nicht lang. Lang ist alles ab 20 Minuten aufwärts. Und nein, ich bin erst mit dem Zug um 21:30 gefahren, eben damit ich in Ruhe applaudieren kann, ich bin also nicht gleich verschwunden.

Womit wieder mal gezeigt ist, wieso ich den Zeitungsschreibern bzw. den meisten Kritiken-Schreibern kein Wort glaube. Ich war persönlich vor Ort und habe defintiv keine Jubelstürme vernommen. Obwohl sie angesichts der Aufführung nicht unangemessen gewesen wären - man hätte ein paar komplett ungerechtfertige Jubelstürme des ahnungslosen Touristenpublikums in Wien locker nach Linz verfrachten können.

4. März 2019
20:39
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hema1
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Ich war in der Penthesilea Premiere am Samstag. Ich kann die sehr einheitlichen Kritiken in Presse, Standard, OÖN, SN, Kleine Zeitung nur bestätigen, großer Jubel, einhellige Zustimmung, großartige Leistungen.........etwa 10 min Applaus, zahllose Bravorufe. Ich nehme an, Gurnemanz musste sehr rasch zum Zug.

4. März 2019
19:45
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Christine
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Zum Beitrag 26 von Gurnemanz. Sie schreiben: "Die Vorstellung wurde trotz gut besuchtem Hause eher gelangweilt aufgenommen, für den Regisseur ein Buhruf und zwei, drei Bravorufe von mir". In der Presse lese ich heute, dass "die Inszenierung von Peter Konwitschny das Ihre zu den Jubelstürmen beigetragen hat". Ich verstehe ja, dass man der eine Inszenierung herrlich und ein anderer sie furchtbar findet, aber dass jemand Jubelstürme hört und ein anderer meint, dass das Publikum die Vorstellung gelangweilt aufnahm, passt für mich nicht zusammen.

4. März 2019
15:32
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HansLick2
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@ 26 linz besprechung, im standard sind interessante leserbriefe nach der kritik.

3. März 2019
23:17
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Chenier
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Forumsbeiträge: 527
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28. Februar 2018
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Gurnemanz, da irren Sie sich, ich habe das nicht auf Sie bezogen, weil Sie sich ja auch nie in diese Richtung geäußert haben, sondern  meine das ganz abstrakt und allgemein.

3. März 2019
1:04
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 655
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Sa., 2. März 2019: LINZ (Musiktheater): Othmar Schoeck, Penthesilea

Heute konnte ich eine Rarität meiner Opernliste hinzufügen, nämlich die 1927 uraufgeführte Penthesilea von Othmar Schoeck nach Worten Heinrich von Kleists. Schoeck ist, wie im Programmheft völlig richtig vermerkt wird, eigentlich keiner Stilepoche zuzuordnen - am ehesten würde ich ihn zur Spät-Spätromantik rechnen, er ist aber - was die Penthesilea betrifft - musikalisch weiter als beispielsweise Richard Strauss. Die Penthesilea ist kein Jahrhundertwerk, aber doch ein ziemlich hörenswertes und glücklicherweise ein sehr kurzes. Die Oper spielt im Troianischen Krieg, und nicht auszudenken, wenn ein Regisseur tatsächlich die Angaben wörtlich genommen hätte und ein Pseudo-Troia auf die Bühne gestellt hätte, das wäre komplett lächerlich und langweilig geworden, zumal dieses Werk auch nicht gerade vor Expressivität glüht - auf Deutsch gsagt wechseln sich wunderbare Stellen (v.a. im Orchester) mit ziemlichen Durchhängern ab. Peter Konwitschny, einer meiner Lieblingsregisseure, hat mit seinem Bühnen- und Kostümbildner Johannes Leiacker das Orchester auf die Bühne gestellt und die Sänger auf den mit einem weißen quadratischen Brett teilweise überdeckten Orchestergraben. Neben und hinter diesem Brett gibt es Sitzpläze für einen Teil des Publikums, und auf dem Brett befinden sich zwei Flügel, auf denen gespielt wird (im doppelten Sinne: sowohl Klavier, als auch wird AUF den Flügeln szenisch agiert). Auch sonst wird der Zuschauerraum (wie für Konwitschny typisch) miteinbezogen, daher hatte ich nicht das Gefühl, einer klassischen langweiligen Opernaufführung beizuwohnen sondern einer ungewöhnlichen und spannenden Realisierung dieses zu Unrecht so selten gespielten Werkes. Die Geschichte ist aus dem antiken Kontext losgelöst und wird als allgemeiner Geschlechterkampf Mann-Frau gezeigt, was sehr gut passt, da das ja auch im Stück enthalten ist. Bühnenbilder gibt es keine, sie wurden aber auch nicht vermisst. Bisweilen ist der Heinrich-von-Kleist-Text ganz dezent verständlicher gemacht, aber die Eingriffe betreffen nur ein Minimum. Gekürzt wurde nichts, und es wurde auch nichts hinzugefügt. Befürchtungen, ob sich die ungewöhnliche Anordnung als nachteilig für die Akustik erweist, können bedenkenlos in den Wind gestreut werden - und wenn die Sänger bei ihren wenigen aus dem Zuschauerraum zu singenden Passagen nicht so gut vernehmbar sind, ist wenigstens das Orchester gut zu hören.

Und ja, das Bruckner-Orchester war heuter DER Erfolgsgarant. Was da aus dem Orchester gekommen ist an Schattierungen, Dramatik und Schwelgen in der Spätromantik, das war wirklich gut und hätte viel mehr Jubel verdient. Das Brucknerorchester hat sich toll entwickelt, und ich freue mich schon auf Mittwoch dieser Woche, wenn ich es im akustisch leider völlig inakzeptablen Wiener Musikverein mit dem Busoni-Klavierkonzert und der 4. Brahms hören werde. Der Dirigent Leslie Suganandarajah hat gute Arbeit geleistet, aber er hat die ohnehin nicht besonders spannende Schluss-Szene hat er wie einen Kaugummi in die Länge gezogen, was wirklich nicht notwendig gewesen wäre und die Dauer von üblichen 80 Minuten auf 91 Minuten hinaufkatapultiert hat. Die Sänger betreffend war ich sehr zufrieden, und sämtliche abschätzige Äußerungen über die Provinz dürfen gerne unterbleiben. Besonders ausführlich kann ich mich mangels Kenntnis des Stückes nicht äußern, aber Dshamilja Kaiser hat mir sehr gut gefallen. Man könnte sich natürlich eine etwas heldischere Stimme wünschen, aber wo gibt es die derzeit? Martin Achrainer war als Achilles besser als erwartet. Ja, Achrainer kommt vom Liedgesang, klingt dementsprechend, ist kein Heldenbariton und hat für diese Rolle viel zu wenig Tiefe, aber für den Achilles braucht man eben nicht nur eine Wotan-Stimme, sondern auch feinere Töne, über die er verfügt. Diese Beschreibung klingt schlechter, als es war; es war schon eine sehr passable Leistung. Äußerst zufrieden war ich mit dem restlichen Ensemble: nur sehr gute Leistungen. Das waren: Julia Borchert als Prothoe, Katherine Lerner als Meroe, Vaida Raginskytė als Oberpriesterin der Diana, Matthäus Schmidlechner als wohltuend höhensicherer Diomedes und Gotho Griesmeier als Erste Priesterin. Die Vorstellung wurde trotz gut besuchtem Hause eher gelangweilt aufgenommen, für den Regisseur ein Buhruf und zwei, drei Bravorufe von mir.

Galeriebesucher nehmen die linke Seite, denn rechts spielt sich viel mehr ab als links. Die Vorstellung endet um 21:01, also geht sich sich der 21:16-Zug nach Wien aus, wenn man sich nicht mehr Zeit als notwendig lässt.

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