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Oper in Bundesländern Österreichs
5. März 2019
13:00
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Flo_h
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Forumsbeiträge: 9
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11. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich habe mir Karten für Ostersonntag gekauft. Da gibt es ein Angebot 2 für 1 Karten, quasi Halbpreis!

Wir sind jedenfalls sehr gespannt!

5. März 2019
9:32
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 550
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Werte Christine! Ich stimme Ihnen zu. Außerdem kommt ja dazu, wo man sich im Opernhaus befindet. Ich war auf der Galerie, vielleicht ist dort der Applaus schwächer hörbar als unten? Wie auch immer, ich hätte mir stärkeren Applaus gewünscht. Und ich freue mich auch über die generell positiven Kritiken. Auch wenn ich nicht in allem zustimme, aber besser als Verrisse... Das Landestheater Linz ist jedenfalls sehr mutig, dieses Stück auf dem Spielplan zu setzen, und gleich in so zahlreichen Aufführungen!

5. März 2019
8:31
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Christine
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Forumsbeiträge: 97
Mitglied seit:
3. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Diese Berichte über Jubel einerseits und gelangweilter Stimmung andererseits sind schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Ich glaube eher Gurnemanz. Ihnen hat die Vorstellung gut gefallen, jubelnde Begeisterung hätte Sie sicher gefreut, warum hätten Sie das nicht beschrieben, wenn es so gewesen wäre? Für mich stellen sich vor allem zwei Fragen: 1) Haben die professionellen Kritiker einen Auftrag oder werden sie zumindest ersucht von Jubel zu schreiben, wenn es keine lauten Missfallensäußerungen gab, oder tun sie das um zu demonstrieren, dass auch unbekanntere selten gespielte Opern gut ankommen? 2) Ab wann spricht man von Jubel? Die Länge des Beifalls ist von Opernhaus zu Opernhaus wahrscheinlich verschieden, aber lautstarke Bravorufe und heftiges Klatschen von vielen Personen gehört schon dazu. Ein oder zwei Bravorufer sind für lautstarken Jubel doch zu wenig.

5. März 2019
1:30
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 550
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@28: Danke für den Hinweis! Ich habe soeben die Kommentare gelesen (Link), ich bin jedenfalls nicht im Standard-Forum aktiv! Dem Kommentar des dortigen Users "Schreker" stimme ich großen und ganzen zu, und er schreibt auch vollkommen korrekt "übertrieben viel Begeisterung habe ich nicht vernommen, es war lediglich freundlicher Applaus und nicht mehr.". Wie andere "langen andauernden, lauten Jubel" wahrgenommen haben möchten, kann ich nicht nachvollziehen.

@26 + 27: Jubelstürme und zahllose Bravorufe hat es nicht gegeben. Ganz im Gegensatz zur Elektra-Premiere Mitte Jänner (wo sich wirkliche Begeisterung eingestellt hat), gab es am Samstag nach der Penthesilea eine eher gelangweilte Stimmung. Bravorufe hab ich nur die meinen (für Orchester und Regieteam) und die meines Sitznachbars (fürs Orchester) vernommen. Und genau ein Buhruf für den Regisseur. Vielleicht waren ein paar leise, zaghafte Bravos auch dabei, die nicht bis zu meinen Ohren durchgedrungen sind. Aber das sind dann sicher keine Jubelstürme.
Und bitte: 10 Minuten sind überhaupt nicht lang. Lang ist alles ab 20 Minuten aufwärts. Und nein, ich bin erst mit dem Zug um 21:30 gefahren, eben damit ich in Ruhe applaudieren kann, ich bin also nicht gleich verschwunden.

Womit wieder mal gezeigt ist, wieso ich den Zeitungsschreibern bzw. den meisten Kritiken-Schreibern kein Wort glaube. Ich war persönlich vor Ort und habe defintiv keine Jubelstürme vernommen. Obwohl sie angesichts der Aufführung nicht unangemessen gewesen wären - man hätte ein paar komplett ungerechtfertige Jubelstürme des ahnungslosen Touristenpublikums in Wien locker nach Linz verfrachten können.

4. März 2019
20:39
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hema1
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Ich war in der Penthesilea Premiere am Samstag. Ich kann die sehr einheitlichen Kritiken in Presse, Standard, OÖN, SN, Kleine Zeitung nur bestätigen, großer Jubel, einhellige Zustimmung, großartige Leistungen.........etwa 10 min Applaus, zahllose Bravorufe. Ich nehme an, Gurnemanz musste sehr rasch zum Zug.

4. März 2019
19:45
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Christine
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Forumsbeiträge: 97
Mitglied seit:
3. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Zum Beitrag 26 von Gurnemanz. Sie schreiben: "Die Vorstellung wurde trotz gut besuchtem Hause eher gelangweilt aufgenommen, für den Regisseur ein Buhruf und zwei, drei Bravorufe von mir". In der Presse lese ich heute, dass "die Inszenierung von Peter Konwitschny das Ihre zu den Jubelstürmen beigetragen hat". Ich verstehe ja, dass man der eine Inszenierung herrlich und ein anderer sie furchtbar findet, aber dass jemand Jubelstürme hört und ein anderer meint, dass das Publikum die Vorstellung gelangweilt aufnahm, passt für mich nicht zusammen.

4. März 2019
15:32
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 247
Mitglied seit:
14. März 2018
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@ 26 linz besprechung, im standard sind interessante leserbriefe nach der kritik.

3. März 2019
23:17
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Chenier
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Forumsbeiträge: 420
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Gurnemanz, da irren Sie sich, ich habe das nicht auf Sie bezogen, weil Sie sich ja auch nie in diese Richtung geäußert haben, sondern  meine das ganz abstrakt und allgemein.

3. März 2019
1:04
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 550
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Sa., 2. März 2019: LINZ (Musiktheater): Othmar Schoeck, Penthesilea

Heute konnte ich eine Rarität meiner Opernliste hinzufügen, nämlich die 1927 uraufgeführte Penthesilea von Othmar Schoeck nach Worten Heinrich von Kleists. Schoeck ist, wie im Programmheft völlig richtig vermerkt wird, eigentlich keiner Stilepoche zuzuordnen - am ehesten würde ich ihn zur Spät-Spätromantik rechnen, er ist aber - was die Penthesilea betrifft - musikalisch weiter als beispielsweise Richard Strauss. Die Penthesilea ist kein Jahrhundertwerk, aber doch ein ziemlich hörenswertes und glücklicherweise ein sehr kurzes. Die Oper spielt im Troianischen Krieg, und nicht auszudenken, wenn ein Regisseur tatsächlich die Angaben wörtlich genommen hätte und ein Pseudo-Troia auf die Bühne gestellt hätte, das wäre komplett lächerlich und langweilig geworden, zumal dieses Werk auch nicht gerade vor Expressivität glüht - auf Deutsch gsagt wechseln sich wunderbare Stellen (v.a. im Orchester) mit ziemlichen Durchhängern ab. Peter Konwitschny, einer meiner Lieblingsregisseure, hat mit seinem Bühnen- und Kostümbildner Johannes Leiacker das Orchester auf die Bühne gestellt und die Sänger auf den mit einem weißen quadratischen Brett teilweise überdeckten Orchestergraben. Neben und hinter diesem Brett gibt es Sitzpläze für einen Teil des Publikums, und auf dem Brett befinden sich zwei Flügel, auf denen gespielt wird (im doppelten Sinne: sowohl Klavier, als auch wird AUF den Flügeln szenisch agiert). Auch sonst wird der Zuschauerraum (wie für Konwitschny typisch) miteinbezogen, daher hatte ich nicht das Gefühl, einer klassischen langweiligen Opernaufführung beizuwohnen sondern einer ungewöhnlichen und spannenden Realisierung dieses zu Unrecht so selten gespielten Werkes. Die Geschichte ist aus dem antiken Kontext losgelöst und wird als allgemeiner Geschlechterkampf Mann-Frau gezeigt, was sehr gut passt, da das ja auch im Stück enthalten ist. Bühnenbilder gibt es keine, sie wurden aber auch nicht vermisst. Bisweilen ist der Heinrich-von-Kleist-Text ganz dezent verständlicher gemacht, aber die Eingriffe betreffen nur ein Minimum. Gekürzt wurde nichts, und es wurde auch nichts hinzugefügt. Befürchtungen, ob sich die ungewöhnliche Anordnung als nachteilig für die Akustik erweist, können bedenkenlos in den Wind gestreut werden - und wenn die Sänger bei ihren wenigen aus dem Zuschauerraum zu singenden Passagen nicht so gut vernehmbar sind, ist wenigstens das Orchester gut zu hören.

Und ja, das Bruckner-Orchester war heuter DER Erfolgsgarant. Was da aus dem Orchester gekommen ist an Schattierungen, Dramatik und Schwelgen in der Spätromantik, das war wirklich gut und hätte viel mehr Jubel verdient. Das Brucknerorchester hat sich toll entwickelt, und ich freue mich schon auf Mittwoch dieser Woche, wenn ich es im akustisch leider völlig inakzeptablen Wiener Musikverein mit dem Busoni-Klavierkonzert und der 4. Brahms hören werde. Der Dirigent Leslie Suganandarajah hat gute Arbeit geleistet, aber er hat die ohnehin nicht besonders spannende Schluss-Szene hat er wie einen Kaugummi in die Länge gezogen, was wirklich nicht notwendig gewesen wäre und die Dauer von üblichen 80 Minuten auf 91 Minuten hinaufkatapultiert hat. Die Sänger betreffend war ich sehr zufrieden, und sämtliche abschätzige Äußerungen über die Provinz dürfen gerne unterbleiben. Besonders ausführlich kann ich mich mangels Kenntnis des Stückes nicht äußern, aber Dshamilja Kaiser hat mir sehr gut gefallen. Man könnte sich natürlich eine etwas heldischere Stimme wünschen, aber wo gibt es die derzeit? Martin Achrainer war als Achilles besser als erwartet. Ja, Achrainer kommt vom Liedgesang, klingt dementsprechend, ist kein Heldenbariton und hat für diese Rolle viel zu wenig Tiefe, aber für den Achilles braucht man eben nicht nur eine Wotan-Stimme, sondern auch feinere Töne, über die er verfügt. Diese Beschreibung klingt schlechter, als es war; es war schon eine sehr passable Leistung. Äußerst zufrieden war ich mit dem restlichen Ensemble: nur sehr gute Leistungen. Das waren: Julia Borchert als Prothoe, Katherine Lerner als Meroe, Vaida Raginskytė als Oberpriesterin der Diana, Matthäus Schmidlechner als wohltuend höhensicherer Diomedes und Gotho Griesmeier als Erste Priesterin. Die Vorstellung wurde trotz gut besuchtem Hause eher gelangweilt aufgenommen, für den Regisseur ein Buhruf und zwei, drei Bravorufe von mir.

Galeriebesucher nehmen die linke Seite, denn rechts spielt sich viel mehr ab als links. Die Vorstellung endet um 21:01, also geht sich sich der 21:16-Zug nach Wien aus, wenn man sich nicht mehr Zeit als notwendig lässt.

9. Februar 2019
22:37
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Sa., 9. Feber 2019: LINZ (Musiktheater, Blackbox): André Wormser, Clyremnestre (mit Klavierbegleitung)

Das Linzer Landestheater ist Gold wert (unglaublich, dass die Stadt Linz die Finanzierung abdrehen wollte!), dort finden Sachen statt, an die man in Wien nicht einmal denken würde. Beispielsweise werden mehrmals im Jahr Opernraritäten mit Klavierbegleitung in der sogenannten Blackbox - ein kleiner Saal mit angenehmer Atmosphäre, der 200 Leute fasst - gegeben. Heute stand (passend zur tollen Elektra-Premiere vor kurzem) die "szenische Kantate" Clyremnestre von André Wormser auf dem Programm, dessen biographische Daten nur spärlich überliefert sind (1851—1926), wie in der zu langen (weil 23 min dauernden - knapp halb so lang wie das Stück!) Einführung erläutert wurde. Es soll davon keine Aufnahme existieren, nur die Arie der Clytemnestre soll zweimal aufgenommen worden sein. Der Dramaturg erläuterte vor den einzelnen Gesangsnummern, was vor sich ging, denn die Aufführung war konzertant (mit unterstützenden Lichteffekten) in französischer Sprache ohne Untertitel.

Jin Hun Lee als Égisthe hat mir am besten gefallen. Sein Tenor ist kraftvoll, metallisch, aber nicht gedrückt, und seine seine Technik ist gut. Ich würde ihn gern in einem größeren Saal hören. An einer Stelle hatte ich den Eindruck, dass seine Stimme übertrainiert ist, das hat sich aber nicht wiederholt. Svenja Isabella Kallweit war eine gute Clyremnestre. Eine sehr gute wäre sie dann, wenn sie ihre Atemtechnik verbesserte, denn hörbares Einatmen ist störend. Michael Wagner klingt in der Blackbox klarerweise viel besser als im großen Saal, aber ich wurde auch heute nicht glücklich mit ihm: Sänger, die beim Singen diverse verkrampfte Grimassen schneiden, sind mir hochgradig suspekt. Generell hatte ich den Eindruck, alle drei Sänger würden die Blackbox beizeiten mit einem Opernhaus-Saal verwechseln. Die genannten Negativpunkte waren aber nicht wirklich störend, haben den positiven Eindruck also nicht verleidet. 

Tommaso Lepore ersetzte für meine Ohren das Orchester sehr gut, aber da ich weder das Stück kenne, noch gut Klavierspielen kann, weiß ich es nicht besser. Die Musik lohnt sich, angehört zu werden. Sie ist romantisch mit Merkmalen der grande opéra, besitzt aber keine unnötigen Längen (es sei denn, es wurde kräftig gestrichen, obwohl gesagt wurde, es werde das ganze Stück gebracht). Leider war das heute die letzte von zwei Aufführungen, es wird wohl keine Gelegenheit mehr geben, das Stück live zu hören. Die Wiener Staatsoper könnte sich doch ein ähnliches Konzept überlegen anstatt der langweiligen und uninspirierten Vormittagsmatineen, in denen mittelmäßige Ensemblemitglieder in einem lieblos zusammengestoppelten Programm auftreten. 

5. Februar 2019
14:46
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Chenier sagt
Den ideologischen Missbrauch der Kunst gab es in allen totalitären Regimen, dafür können die Protagonisten, soweit sie schon tot waren, überhaupt nichts. Das beispielsweise Wagner vorzuwerfen, ist lächerlich. Und wenn sich lebende Künstler mit Despoten arrangiert haben, muss man das retrospektiv auch aus der Situation heraus verstehen. Ein wenig mehr Empathie wäre angebracht, anstatt Menschen in schwierigen Situationen nachträglich zu verurteilen. Das Prinzip Käuflichkeit gilt leider immer und überall und scheinbar hat jeder seinen Preis.  

Werter Chenier! Ich bin mir nicht ganz im klaren, an wen Ihr Beitrag gerichtet ist. Ich zumindest fühle mich nicht angesprochen, ich habe Wagner nicht für seine Weltanschauung kritisiert. Mir gefällt seine Musik nicht, darum geht es mir, nicht um ihn als Person.

5. Februar 2019
10:37
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Das Prinzip Käuflichkeit gilt leider immer und überall und scheinbar hat jeder seinen Preis.

das sieht man ja jetzt in Abu Dhabi.....

5. Februar 2019
10:09
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Chenier
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Den ideologischen Missbrauch der Kunst gab es in allen totalitären Regimen, dafür können die Protagonisten, soweit sie schon tot waren, überhaupt nichts. Das beispielsweise Wagner vorzuwerfen, ist lächerlich. Und wenn sich lebende Künstler mit Despoten arrangiert haben, muss man das retrospektiv auch aus der Situation heraus verstehen. Ein wenig mehr Empathie wäre angebracht, anstatt Menschen in schwierigen Situationen nachträglich zu verurteilen. Das Prinzip Käuflichkeit gilt leider immer und überall und scheinbar hat jeder seinen Preis.

5. Februar 2019
2:42
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Vielen Dank für Ihre hochinteressanten Ergänzungen!! Mir war weder Naděžda Kniplová noch Claude Heater bekannt. Das, was ich in ein paar Minuten dank Google herausgefunden habe, werden Sie sicher schon wissen. Ich habe jetzt von Kniplová ein paar Youtube-Aufnahmen gehört und bin von dieser Stimme begeistert. Über eine solche Sängerin wären wir heute froh. Wenn Youtube nicht trügt, eine zu Unrecht allgemein vergessene Sängerin. Mich würde auch interessieren, was aus ihr geworden ist. Vielleicht weiß jemand was?

Ich glaube aber, Wagner und ich, das wird nix mehr. Zu meiner Opernanfangszeit (vor 10 Jahren) war Wagner für mich noch interessant, in den letzten Jahren hat mein Interesse stark nachgelassen. Wie gesagt: Ich mag die Inhalte nicht (Ausnahme: Meistersinger), die Texte sind in künstlich-altertümlichem Deutsch, die Opern dauern großteils zu lang und stecken voller inhaltlicher Ungereimtheiten, ich leide jedesmal mit den Sängern mit, und ich finde die Musik einfach - nennen wir das Kind beim Namen - primitiv. Mich stört, dass Wagner landauf-landab gespielt wird und dafür zahlreiche andere (mE bessere) Komponisten ein Schattendasein fristen. Ich möchte mich in nächster Zeit lieber Komponisten widmen, deren Werke ich nicht so gut kenne, wie ich es gern würde (vor allem Schnittke und Mahler), davon verspreche ich mir mehr.
Leitmotive sind ja nichts speziell Wagnerisches, die werden zB von Franz Schreker auch eingesetzt, aber bei ihm ausschließlich für die Gefühle der Personen, nicht für die Personen selbst. (Das finde ich zB spannender als die Wagnersche Art.)
Aber ich will mit niemandem über die Fähigkeiten Wagners ernsthaft streiten. Manche verehren ihn, manche halten ihn für gewaltig überschätzt, so ist das...

4. Februar 2019
23:59
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dalmont
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28. Januar 2019
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zum Eintrag 15)

Ich habe mir gerade den „Zeit“-Artikel aus dem 11er Jahr durchgelesen (danke für den Link). Von dem großen Dreigestirn konnte ich nur mehr die Nilsson live erleben (bei Beethoven, Wagner, Strauss und Verdi), Mödl in der „Pique Dame“ und Varnay gar nicht. Mit den anderen aufgeführten Sängerinnen, die ich alle in unterschiedlichen Rollen, ganz oder halb bekleidet, gehört habe, habe ich zum Teil sehr gelitten. Eine Name, der nicht auftaucht, ist mir allerdings plötzlich eingefallen, der meiner ersten Brünnhilde: Naděžda Kniplová. Es war in Linz, und es muss Herbst 67 gewesen sein. Ich hatte als pubertierender Schnösel ein Premieren-Stehplatzabonnement und hatte – da kein Linzer – nur einen Schlafplatz in Linz, aber es war mir der Mühe Wert, vier Sonntage hinzustoppen. Natürlich war es ein kleines Haus, aber die Kniplová blieb mir mit ihrer großen Präsenz sehr in Erinnerung. Und sie soll die Brünnhilde auch – als Einspringerin – in Bayreuth gesungen haben, unter Karajan in Salzburg zu Ostern und die Isolde in Wien (google sei Dank). Was ich weiß ist, dass Hans Swarowsky eine Ring-Aufnahme mit ihr gemacht hat, die aber – weil viele tschechische Musiker im Orchester waren – 68 nur mit Mühe fertig eingespielt werden konnte. Nach dem Einmarsch der Warschauer Pakt Truppen in Prag wurde die Kniplová in ihrem Heimatland „verräumt“.

Frage an die Lesenden: Hat jemand die Kniplová noch an der Staatsoper gehört? Oder in Salzburg? Und weil ich grad dabei bin: Weiß jemand, was aus Claude Heater, dem damaligen Linzer Siegfried geworden ist? Er galt damals als Wagner-Hoffnung, war optisch so was wie ein blonder Jonas Kaufmann. Er sollte in der Saison danach in Linz den Otello singen, den hat er nicht mehr gemacht, dann hat man aber nix mehr von ihm gehört. Es wird ihn doch nicht die „Röhre“ der Kniplová um die Stimme gebracht haben.

Und ein PS: Ich akzeptiere Meinungen, brauche aber Begründungen, um sie verstehen und darüber diskutieren zu können. Das Adjektiv „primitiv“ im Zusammenhang mit Wagners Musik kann ich mir nur durch Verärgerung erklären. Ja, die Leitmotive des „Ring des Nibelungen“ mögen als Konsequenz die Filmmusik haben, aber wie sie in der Tetralogie eingesetzt werden: Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, wie vielfältig sie abgewandelt, variiert, mit anderen Motiven kombiniert, von instrumentalen Klangfarben verändert werden. Dass die frühen deutschnationalen Bayreuther Wagnerianer jeder musikalischen Figur des Werkes einen Namen gegeben haben, das ist sehr beklagen, aber dafür kann der Richard ja nix.  

Gurnemanz, kann ich Sie nicht animieren, noch einmal in den grandiosen "Ring"-Kosmos hineinzulauschen?

4. Februar 2019
23:33
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Chenier
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28. Februar 2018
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...und/oder outen.

4. Februar 2019
22:36
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toni
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Jeder kann sich blamieren wie er will!

4. Februar 2019
22:00
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Dann ist ja alles bestens Laugh Danke für die Beruhigung!
Mir war klar, dass der Text über die Tristan-Aufführung provoziert, aber dass über Werke heiliger Kühe (zB Wagner) auch abfällig geschrieben wird, muss man aushalten.

4. Februar 2019
20:54
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Lieber Gurnemaz, wollte ja nur ein bisschen zur Beruhigung beitragen :-))

4. Februar 2019
20:34
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber UwePaul! Ich fordere gar nichts, jeder soll die Musik hören, die er mag, bzw. die Musik nicht hören, die er nicht mag. Ich hab nie behauptet, man müsse Janáček mögen, um ein Musikfreund zu sein, und ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich wen hätte "bekehren" wollen. Wagner ist meiner Meinung nach der überschätzteste Komponist (nicht aber der schlechteste), dazu steh ich. Wir sind ja in einem Musikforum, wo man kontroversiell diskutieren soll.

Das ist übrigens ein lesenswerter Artikel: https://www.zeit.de/2011/23/Oper-Bruennhilde/komplettansicht (Vom Absturz der Windsbräute, Die Zeit 2011)
(Obwohl der Satz "Gesungen wird mit Muskeln, nicht mit Fett." Unsinn ist. Gesungen wird weder mit den Muskeln, noch mit Fett.)

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