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Oper in Bundesländern Österreichs
7. Juni 2019
10:11
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dalmont
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28. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

6. Juni 2019 Medée - Musiktheater Linz

Unter allen antiken Mythen tue ich mir mit Penthesilea am schwersten, dann folgt schon Medea. Beide Mythen hat das Musiktheater Linz auf die Bühne gestellt, die „Penthesilea“-Aufführung schien mir geschlossener.

Viel Medeen hab ich bisher nicht gesehen. Staatsoper mit Rysanek, Popp und, wie ich festgestellt habe, der jungen Gruberova als eine der Dienerinnen, dann die Aufführung im Theater an der Wien vor 11 Jahren. Grandios der Medea-Film von Pasolini mit Callas als Schauspielerin, ganz archaisch. Nahegebracht hat mir die „Medea“ nicht Grillparzer, die ich noch als Sprechoper in den 70ern am Burgtheater kennenlernte, sondern heuer die grandiose Inszenierung von Stone nach Euripides, die den antiken Mythos mit einem ähnlichen Fall aus der unmittelbaren US-amerikanischen Gegenwart verknüpfte und ihn so begreifbarer machte (woran SprechopernliebhaberInnen aber viel herumzumosern hatten).

Das führt zur Linzer Aufführung, bei der der Regisseur Guy Montavon den Plot ebenfalls in die Gegenwart verpflanzte, und zwar 1:1 in die US-amerikanische Bankenwelt. Was im Schauspiel funktionierte, ging in der Oper nicht gut. Am Anfang wirkte es wie „Dynasty“ oder eine beliebige Daily Soap von Reich und Mächtig. Das Konzept funktionierte bei den gesprochenen Dialogen, die sehr eingekürzt waren, einigermaßen, bei den musikalischen Passagen nur, wenn man viele Abstriche macht. Die Götteranrufungen, Aufmärsche und andere Passagen sind nicht umzudeuten. Das Gurnemanzsche „zaghaft“ trifft die Sache schon sehr gut.

Musikalisch war die Aufführung auf gutem Niveau, auch das hat G. sehr gut beschrieben. Ich hörte allerdings Brigitte Gellner als Medea, eine schöne, nicht zu große Stimme. In ihrer Ausdrucksskala fehlte jedoch das Gefährliche, das wilde Rasen, das die Figur braucht um gaubhaft zu werden. Theresa Grabner war Dircé, mit etwas soubrettenhafter Stimme, die die Schwierigkeiten ihrer Arie gut, aber nicht sehr gut meisterte. Streiten würde ich mit Gurnemanz wegen des Jason von Matjaž Stopinšek. Es stimmt schon, dass das Grundmaterial gut ist, aber ab einer gewissen Höhe hatte ich den nicht immer angenehmen Eindruck, dassdie Töne nur mehr mit Druck „ansprangen“.

Zwei Aufführungen gibt es noch im Juni. Ich halte die Musik für äußerst interessant und ausdrucksstark, sie ist natürlich nix zum Zurücklehnen und nur genießen. Das Hineinhören in die Ausdrucksvaleurs in Orchester und Stimmen ist aber recht faszinierend.

Die Aufführung endet auch am Abend so, dass man bequem und ohne zu rennen den Zug um 22.16 erreicht (um 21.50 fiel der Vorhang).

20. Mai 2019
6:41
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Flo_h
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11. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Wir waren auch am Samstag in Linz in Penthesilea. Wir saßen auch auf der Bühne, allerdings ganz in der Mitte unter dem Orchester. Die Akustik war ganz anders, das Orchester war natürlich viel lauter, da wir zwischen ihm und den Sängern platziert waren. Es war ein ganz anderes Erlebnis, so hautnah mitten im Chor zu sitzen. Die Emotionen waren da intensiver zu spüren. Wir waren wieder begeistert! "Unsere" Chorsänger" haben nicht getratscht.

Ich kann mich Gurnemanz nur anschließen: HINFAHREN

19. Mai 2019
0:24
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Sa., 18. Mai 2019: LINZ (Musiktheater): Othmar Schoeck, Penthesilea

Heute war ich zum zweitenmal bei Othmar Schoecks Penthesilea in Linz, und die Fahrt hat sich ausgezahlt. Im Unterschied zur Premiere (2. März) bin ich heute links unten gesessen, und zwar AUF der Bühne (wer sich darunter nichts vorstellen kann, möge bitte meinen nach der Premiere geschriebenen Text lesen). Ich sag's ganz ehrlich: Wohlgefühlt habe ich mich dort nicht. Freilich ist es ganz cool, das Geschehen aus nächster Nähe verfolgen zu können, aber ich habe mich dort unten (quasi als Teil des Bühnenbildes) nicht wohlgefühlt. Zudem lässt die Akustik sehr zu wünschen übrig, da die Bodenreflexion fehlt, und außerdem ist es nicht sonderlich ergiebig, manchen Sängern beim Dauer-Spucken zuzuschauen und manchen Chorsängern beim verstohlenen Tratschen zuzuhören.

Musikalisch kann ich auf meinen damaligen Bericht verweisen - mit einer Ausnahme: Von Martin Achrainer (Achilles) hatte ich einen schlechteren Eindruck, denn seine Stimme ist für diese Rolle zu leichtgewichtig. Nichtsdestoweniger insgesamt eine hervorragende Produktion (Peter Konwitschny) eines enorm unterschätzten Stückes mit großteils (sehr) guten Sängern und einem tollen Linzer Bruckner-Orchester (unter Leslie Suganandarajah). An alle Österreicher: Hinfahren!!!

11. Mai 2019
22:47
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Sa., 11. Mai 2019: LINZ (Musiktheater): Luigi Cherubini, Médée

Heute war ich in Linz, um Cherubinis Medea erstmals zu erleben und somit zu meiner Opernliste hinzuzufügen. Die folgenden Zeilen sind von jemandem geschrieben, der das Stück nicht kennt und sich für die Oper des 18. Jahrhunderts nicht interessiert.

Mein Eindruck war zwiespältig. In Anbetracht dessen, dass das nicht „meine“ Musik ist, hat mir der erste und dritte Akt recht gut gefallen, der zweite hat seine Längen. Die Inszenierung von Guy Montavon (mit Bühne und Kostümen von Annemarie Woods) ist vorsichtig modernisiert: Die Geschichte ist glücklicherweise aus dem mythischen Kontext gelöst und in unsere heutige Zeit transferiert, wobei die Handlung an sich unverändert blieb (soweit ich es beurteilen kann) und die Aktionen der Figuren nachvollziehbar waren. Dennoch kam alles recht zaghaft daher, so als ob sich der Regisseur nicht getraut hätte, eine wirklich originelle Sache abzuliefern. Ausgezeichnet das Linzer Bruckner-Orchester unter Bruno Weil, der Chor auch sehr gut. Dennoch ist meiner Meinung nach die Akustik des Hauses für diese Oper kaum geeignet, im kleinen Theater an der Wien klänge das sicher filigraner und gleichzeitig imposanter. Gesungen wurde auf Französisch, die stark gekürzten Dialoge wurden auf Deutsch gesprochen, was sehr gut gepasst hat.

Star des Abends war der mir völlig unbekannte Matjaž Stopinšek als Jason, der eine wunderschöne Stimme in ausreichender Lautstärke mit guter Technik hat. Ich habe ihn davor gar nicht gekannnt und würde ihn gern wieder hören. Kleine Probleme in seiner letzten Szene schwächten nicht den sehr guten Gesamteindruck. Aber der Jason ist ja nicht die Hauptfigur, und in dieser bekam man leider einen Totalausfall zu hören: Gotho Griesmeier ist eine gute Sängerin, die mir bisher in kleinen Rollen positiv aufgefallen ist. Aber für die Médée reicht es hinten und vorne nicht, denn sie sang zwar schön, aber VIEL zu leise und VIEL zu ausdruckslos, und nicht zuletzt fehlt es auch in der Tiefe ganz gewaltig. Schade, dass eine talentierte Sängerin hier komplett falsch eingesetzt wird (die Premierenbesetzung war die Kaiserin- und Chrysothemis-erprobte Brigitte Geller, das war sicherlich deutlich besser) und es somit nur eine Light-Médée war. Die anderen Sänger (Martin Achrainer als Créon, Julia Neumann als Dircé, Jessica Eccleston als Néris) pendeln sich zwischen den beiden erwähnten im Mittelfeld ein. Für zukünftige Besucher, die einen Zug erreichen müssen: Ende um 19:24 bei einem Beginn um 17:00.

So, und jetzt freu ich mich schon auf die Penthesilea nächste Woche – die ist halb so lang, aber doppelt so lustig.

29. April 2019
18:39
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@48+49: Es freut mich sehr, dass auch Sie die gestrige Vorstellung miterlebt haben. Es ist ein tolles Werk, das man als Opernfan unbedingt gehört haben muss, denke ich. Ich kann Szymanowski schwer mit einem anderen Komponisten vergleichen, es gibt im König Roger gut aufgebaute und effektvolle Klangmassen abwechselnd mit herrlich feiner-zarter-schöner Musik. Einfach traumhaft. "König Roger" soll man viel öfter spielen.

Ihre Eindrücke von der Inszenierung teile ich. Mir hat sie sehr gut gefallen - besser eine leicht verständliche Darstellung als irgendetwas Kompliziertes, das man erst recht nicht durchschaut und das von der tollen Musik ablenkt.

Allerdings muss ich den Butter verteidigen. Er war ja den ganzen Abend schon hörbar leicht überfordert (was ich auch geschrieben habe), somit war er das auch am Ende. Dass ihm an wenigen der zahlreichen Stellen, bei der er gegen das volle Orchester ansingen muss (zum Beispiel beim "Roksano! Tyźeś to?" unmittelbar vor "Czy jeno widmo blade") die Luft ausgegangen ist, nehme ich ihm nicht übel, zumal die Orchestermassen gewaltig waren und ihm zahlreiche andere Stellen (zum Beispiel das "Nadziemski wokół świta brzask!" knapp davor) wirklich sehr schön gelungen sind. Das "W ofierze słońcu dam!" (das ist seine letzte Wortmeldung am Ende eines Monologes, der im wesentlichen aus einem Kampf gegen das Orchester besteht) war dann misslungen, was für mich aber angesichts der herausfordernden Partitur verständlich ist. In Anbetracht dessen, dass Butter ein guter Sänger ist, der vor allem technisch richtig singt und alles gegeben hat, ist das für mich überhaupt kein Problem. Diese Stelle möchte ich nicht singen müssen, die ist wirklich nicht leicht, und da bin ich gerne bereit, über kleine Abstriche hinwegzusehen. Da muss man realistisch bleiben, die Oper Graz kann sich halt keinen Konieczny leisten und muss auch auf andere "Stars" verzichten, die ich aber ohnehin froh bin, nicht hören zu müssen. Von "voll und ganz eingegangen" kann aber überhaupt keine Rede sein. Das ist wirklich ungerecht dem Butter gegenüber.

Aber hier stimme ich - leider - völlig zu:

dalmont sagt
Schade ist schon, dass Opernfreunde und –freundinnen oft so gar nicht neugierig sind, was sich in dem nur zu einem Drittel besetzten Haus zeigte. Dabei war vorgestern, als ich meine Karte besorgte, das Theater besser verkauft, als es gestern gefüllt war. Offensichtlich sind viele Abonnenten nicht gekommen. Und nach der Pause waren es noch weniger. Und das bei einem Werk, das wirklich niemandem „weh“ tut, im Gegenteil, wunderbar anzuhören ist. Und bei einer insgesamt sehr qualitätvollen Aufführung. Es steht nicht wirklich gut um die musikalische Kultur....  

Da ist es dann auch die logische Konsequenz, wenn das Programm uninteressant wird (Beispiel: Wiener Volksoper). LEIDER! Aber das Publikum als Kollektiv hat es so gewollt. Dann gibts halt nur mehr Musicals, aber keine tollen Raritäten mehr. Aber jetzt warten wir mal das Graz-Programm der kommenden Saison ab (wissen Sie, wann das endlich herauskommt?).

29. April 2019
14:14
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Lieber dalmont!

Irrtum ausgeschlossen. Butter ist voll und ganz "eingegangen"...

29. April 2019
0:37
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dalmont
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28. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Gurnemanz, ich will Sie folgendes fragen: Ich hatte gestern Nachmittag beim „König Roger“ den Eindruck, dass der Sänger der Titelpartie beim Schlusshymnus zweimal regelrecht, wie man sagt, „eingegangen“ ist. Täusche ich mich? Ich bin insofern unsicher, weil er gleichzeitig von dem auftrumpfenden Blech zugedeckt wurde.

Das Inszenierungsteam, so mein Eindruck, hat die so symbolbefrachtete Gemengelage des Stückes auf das simple Handlungsgerüst reduziert. Der Vorteil: Man konnte dem Grundgeschehen folgen. Nachteil davon, diese Handlung wirkte durch diese Reduktion eher simpel: Göttlicher Feschak bringt alle durcheinander und leitet so Erkenntnis- und Selbstfindungsprozesse ein. Die Klangsinnlichkeit der Musik kündet jedoch von verschieden Sphären. Ob man all das, was den Komponisten hier bewegt hat (das Byzantinische, Arabische, Katholische, aber auch das Szymanowski sehr bewegende Homoerotische) mit inszenieren kann, ohne in symbolistischen Schwulst zu verfallen, da bin ich eher skeptisch. Jedenfalls konnte ich nicht nur Bühnenaktionismus abgelenkt sehr intensiv dem Zuhören, was aus dem Orchestergraben kam.

Wie das damals war, als 89 die Warschauer Oper in Wien mit dem „König Roger“ gastierte, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Also habe ich keinen Vergleich. Wie Frankfurt im Juni das Werk deuten wird, wäre sicher interessant.

Schade ist schon, dass Opernfreunde und –freundinnen oft so gar nicht neugierig sind, was sich in dem nur zu einem Drittel besetzten Haus zeigte. Dabei war vorgestern, als ich meine Karte besorgte, das Theater besser verkauft, als es gestern gefüllt war. Offensichtlich sind viele Abonnenten nicht gekommen. Und nach der Pause waren es noch weniger. Und das bei einem Werk, das wirklich niemandem „weh“ tut, im Gegenteil, wunderbar anzuhören ist. Und bei einer insgesamt sehr qualitätvollen Aufführung. Es steht nicht wirklich gut um die musikalische Kultur....

28. April 2019
17:50
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

So., 28. April 2019: GRAZ (Opernhaus): Karol Szymanowski, Król Roger / König Roger

Jeder Opernbesucher weiß, dass es zwei Arten von Raritäten gibt: Opern, die wohl zurecht in Vergessenheit geraten sind und zurecht nur alle heiligen Zeit aus dem Archiv geholt werden, und solche, die es absolut wert sind, angehört zu werden. Letztes Jahr habe ich in Bratislava Król Roger von Szymanowski gehört, was mich damals recht unschlüssig zurückgelassen hat (ich habe damit recht wenig anfangen können, nicht zuletzt da die slovakischen Übertitel bei einer polnischen Oper wenig hilfreich waren), daher war ich unschlüssig, ob ich heuer wirklich nach Graz fahren sollte. Schließlich habe ich mich doch entschieden, und ich bereue es keineswegs. Es war mein bestes Opernerlebnis seit längerem. Das Stück ist ganz toll, es sollte an die Wiener Staatsoper kommen. Szymanowskis Partitur würde ich am ehesten als "farbenreich" bezeichnen. Da gibt es eine wunderbare Klangpracht und nie überladenen Orchesterreichtum, viel Dramatik, aber auch wunderschöne Stellen. Alles fügt sich gut zusammen, es wirkt keinesfalls wie ein Fleckerlteppich. Diese Oper hat nur einen Fehler, nämlich sie ist zu kurz (80 Minuten), aber jede Sekunde hat sich für mich ausgezahlt.

Besonders gut hat mir die Inszenierung von Holger Müller-Brandes (Bühne von Katrin Lea Tag, Kostüme von ihr und Lejla Ganic) gefallen, die der interessanten Geschichte einen super Rahmen verliehen hat. Die (zwar im Wikipediaartikel verschwiegene, aber definitiv wichtige) Homoerotik wurde gut angedeutet, ohne sie zu überstrapazieren, und die farbenprächtige und rauschhafte, aber auch grüblerische Atmosphäre des Stückes wurde gut eingefangen. Am besten gefallen haben mir Aurelia Florian (Roxane) und Manuel von Senden (Edrisi). Sie hat eine wunderbar schöne, aber auch laute (und weder schrille, noch geschrieene) Stimme, und dass von Senden ein toller Sänger ist, weiß ich seit seinem Kerkermeister/Großinquisitor vor zwei Jahren, und mit seiner schneidenden und höhensicheren Charaktertenorstimme könnte ich ihn mir auch gut in der größeren Rolle des Hirten vorstellen. Dieser wurde von Andrzej Lampert verkörpert, der mir auch sehr gut gefallen hat, wenngleich ich mir ein bisschen mehr Strahlkraft und Sicherheit in der Höhe gewünscht hätte, aber es war trotzdem eine sehr gute Leistung. Abstriche waren bei Markus Butter in der Titelpartie zu machen, denn er war mit der Partie hörbar ein bisschen überfordert, hat sich aber trotzdem gut aus der Affäre gezogen. Die kleineren Rollen haben alle sehr gut gepasst, und besonders gut habe ich das Orchester unter Robin Engelen gefallen, das war super! Auch der Chor war spitze.

Am 4. Mai gibt es noch eine letzte Vorstellung, für die ich eine dringende Empfehlung aussprechen möchte (heute 15:00-16:42, am 4. Mai ab 19:30). Wäre ich am Samstag noch nicht verplant, würde ich glatt nochmals hinfahren (aber mein Alternativprogramm, die 15. Schostakowitsch unter Fedosejew, ist auch gut). Leider recht wenig Andrang, recht wenig Applaus. Ich hoffe, dass die Oper Graz ihr interessantes Programm mit sehr guten Realisierungen auch in den kommenden Jahren beibehält.

13. März 2019
0:28
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Darauf einige ich mich gerne. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass er die Opernrollen so singt wie Lieder - was aber meistens nichts Schlechtes ist! Nicht alle Sänger sind gleich, und das ist gut so!!

12. März 2019
23:01
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Redscarpia
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Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass Herr Achrainer sowohl Liedgesang, also auch Oratorien, Oper und Musical singen kann und dies auch regelmäßig macht 🙂.

12. März 2019
1:15
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Es freut mich, dass Sie auch dort waren!

Was Martin Achrainer betrifft, zitiere ich aus dem Merker-Interview vom 29.05.2017:

Bevor ich mit der Oper angefangen hab, hab ich Lied gesungen. Ich hatte eine Lehrerin, ich muss dazu sagen, dass ich, ich war wirklich ein ziemlicher Wildfang, jetzt so um die 19, Anfang 20, und da habe ich eine Dame kennen gelernt, bei der ich auch studiert hab, die Rotraud Hansmann. Und diese Dame war selber eine grandiose Liedinterpretin und eine fantastische Konzertsängerin. Und die hat immer gesagt „Oper kannst nachher singen. Bleib jetzt einmal beim Lied und wir singen a bisserl Oratorien und Messliteratur. Aber jetzt singst du einmal Lied. Jetzt singst du einmal ordentlich Schubert, Brahms und lernst einmal dieses Repertoire kennen.“ Und so hat sich eigentlich herauskristallisiert, dass sich mein gesamtes Studium auf der Liedkunst aufgebaut hat. Und ich profitiere heute noch sehr stark davon, denn ich habe ein langes Gespräch mit dem berühmten Hans Sotin gehabt, da haben wir Parsifal gemacht und ich hab – wie man auf gut Wienerisch sagt „a Wurzn“ gesungen – und der große Hans Sotin hat mir dann gesagt „Ich singe meine Wagner-Partien immer so, als ob ich Schubert singen würde“. Ja, das war auch der Grund, warum Hans Sotin selbst heute noch eine wunderschöne und gesunde Stimme hat. Deswegen ist für mich das Liedrepertoire so etwas wahnsinnig Wichtiges und selbst, wenn ich nicht engagiert werde für einen Liederabend, schaue ich, dass ich regelmäßig meinen Schubert, meinen Brahms singe. Einfach, um die Stimme gesund zu erhalten. Weil Lied ist so etwas wie die Apotheke für die Stimme. Wenn man eine große Wagnerpartie gesungen hat oder einen ganzen Abend auch Don Giovanni gesungen hat, wo es manchmal wirklich in die Vollen geht, kann man die Stimme wieder wunderbar verschlanken und wieder auf ein gesundes Level herunter holen. Und Lied ist immer wie ein Farbkasten. Da kann man Farben verwenden, die man auf der Opernbühne nicht verwenden kann, weil einfach ein sehr sensibler Klavierbegleiter es zulässt und deine Farben im Piano nicht zudeckt, was man beim Orchester nicht immer hat.

Achrainer klingt zumindest wie jemand, der vom Liedgesang kommt. Das ist aber nichts Schlechtes! Ich mag Liederabende mehr als Opern!

11. März 2019
20:23
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klein zack
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26: hm, soviel ich weiß kommt Achrainer nicht "vom Liedgesang", sondern von einer Musicalausbildung (die sicher auch mehr körperliche Aktivitäten beinhaltet als eine typische Ausbildung zum Opernsänger, die er danach machte) und ist in den letzten Jahren so gut wie ausschließlich als Operndarsteller aktiv gewesen, mit einem gewissen Schwerpunkt auf modernen Werken. Nur seine halbszenische Umsetzung der "Winterreise" kürzlich ist unter Liedgesang (wenn auch nicht typisch) einzuordnen; und diese Produktion war wohl nicht MA's absoluter Glücksgriff an diesem Haus.

11. März 2019
19:37
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klein zack
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33: wir sind bei der Penthesilea-Premiere im "Hochparterre" gesessen, von dort aus war sehr wohl beachtliches Bravo-Gerufe zu hören.

Waren allerdings wegen der speziellen Bühnengestaltung "ausquartiert", normalerweise sitzen wir Parkett vorne seitlich, da hört man "den Saal" sehr gut... und komischerweise das Orchester auch sehr ausgewogen, wenn nicht der Graben angehoben wird.

7. März 2019
7:58
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Flo_h
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11. Januar 2019
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@40

Es sind auch noch faktisch keine Karten verkauft! (4 Karten Galerie, 10 Karten Balkon)

Im Parterre ist es ja nicht entscheidbar, da ja dort auch die "Gratiskarten" sind

Ich hoffe, dass sich das noch ändert.

7. März 2019
2:08
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

@39: Das nenne ich Kundenfreundlichkeit! Landestheater Linz vor den Vorhang! Ich bin mir gar nicht sicher, ob man anderswo so einfach Karten umtauschen kann.
Normalerweise hab ich nichts gegen Galerie rechts, aber bei dieser Inszenierung sehen Sie dort schlecht.

@37: Na bitte, da sind wir uns doch einmal einig! Cool

6. März 2019
21:24
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Flo_h
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11. Januar 2019
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@Gurnemanz

Vielen Dank für den Tipp

Ich habe schon Karten für Galerie rechts gehabt, aber ein Umtausch war problemlos. Innerhalb von 15 min wurden mir meine neuen Tickets (print@home) zugeschickt.

6. März 2019
16:56
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HansLick2
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@ 34 flo_h danke für den hinweis, auch zugeschlagen 2 für 1.

6. März 2019
14:33
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Chenier
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28. Februar 2018
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Gebe ich Ihnen völlig recht, Gurnemanz, so ab 3 oder 3,5 Stunden wird es äußerst mühsam. Ist auch der Grund, warum ich Wagner immer mehr auslasse.

6. März 2019
13:11
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Gurnemanz
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29. September 2018
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@34: Super, dann wünsche ich viel Spaß! (Hoffentlich sind die Karten nicht Galerie-Mitte oder auf der rechten Galerie-Seite)

@35: Ganz einfach: In der Kürze liegt die Würze. Bzw: Weniger ist mehr. Das gilt meiner Meinung nach auch für Opern. (3-4 Stunden aufwärts sind einfach zu lang... finde ich)

5. März 2019
18:44
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Chenier
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28. Februar 2018
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"Die Penthesilea ist kein Jahrhundertwerk, aber doch ein ziemlich hörenswertes und glücklicherweise ein sehr kurzes." Wie ist das zu verstehen, Gurnemanz? Einerseits "hörenswert" und "toll inszeniert", andererseits waren Sie offensichtlich über die Kürze des Werkes nicht unglücklich.

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