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Oper in Bundesländern Österreichs
28. Juli 2019
13:16
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Gurnemanz
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29. September 2018
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LeFis sagt
Ich hoffe auch auf eine Besprechung Ihrer Konzerte/Oper in Salzburg!

Hab grad in Salzburg die 9. Mahler mit den Wiener Philharmonikern und dem Blomstedt gehört. Hat mir super gefallen (trotz zeitweise merkwürdiger Streichertöne, die waren nicht nur einmal etwas zu tief - davon abgesehen aber sehr gutes Orchester), denn der Blomstedt ist ein hervorragender Dirigent und kein Selbstdarsteller. Und die 9. Mahler ist halt auch eindeutig besser als die 7. Schostakowitsch letztens in Wien.

6. Juli 2019
0:57
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Gurnemanz
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Fr., 5. Juli 2019: LINZ (Musiktheater): Othmar Schoeck, Penthesilea

Das war sie, die letzte Penthesilea-Aufführung in Linz, und ich bin froh, vier Aufführungen dieser grandiosen Produktion dieses zu Unrecht so gut wie nie gespielten Werkes miterlebt zu haben. Schwelgende Spätromantik (z.B. das „Liebesmotiv“, in dem „Der Mensch kann groß, ein Held, im Leiden sein, doch göttlich ist er, wenn er selig ist.“ ertönt und später mehrmals im Orchester wieder auftaucht) wechselt sich mit zahlreichen expressiv-schrillen Stellen ab, genauso wie ich es am liebsten habe. Die Musiksprache ist sehr speziell, und dass abwechselnd gesungen und gesprochen wird, gefällt mir immer besser. Wenn der wirklich langweilige Schluss nicht wäre, stiege die Penthesilea glatt in die Reihe meiner Lieblingsopern auf.

Martin Achrainer, der den Achilles hätte singen sollen, hatte sich in der vorvorletzten Aufführung an der Sehne (!) verletzt, weswegen für die letzten beiden Vorstellungen der Achilles der Bonner Aufführung, Christian Miedl, eingeflogen worden war (andere Interpreten dieser Rolle gibt es derzeit wohl nicht). Dieser war aber schon in der vorletzten Aufführung hörbar indisponiert, weswegen heute jener der Einspringer für sich selbst war, das heißt: Miedl spielte die Rolle (wobei er glücklicherweise auf unnötige Lippenbewegungen verzichtete, sondern dankenswerterweise nur spielte), Achrainer stand auf der rechten Seite und sang nicht ins Publikum, sondern Richtung Mitte. Das kam mir, der ich links auf der Seite (Hochstuhl am 1. Rang) gesessen bin, sehr entgegen, da Achrainer genau in meine Richtung sang und daher für mich sehr gut hörbar war, aber für mindestens 95% des Publikums muss das akustisch sehr ungünstig gewesen sein.

Musikalisch gibt es nichts Neues zu berichten. Achrainer halbwegs ordentlich, aber halt viel zu wenig Stimmkraft und Tiefe für diese Partie (da braucht man einen Wotan, keinen lyrischen Bariton!), Dshamilja Kaiser wirklich gut, aber trotzdem noch zu wenig für die dramatische Partie der Penthesilea, und die kleineren Rollen wunderbar. Das Linzer Bruckner-Orchester ausgezeichnet, der Dirigent Leslie Suganandarajah auch sehr gut, abgesehen davon, dass er auch heute die langweiligen letzten 10 Minuten auf 20 Minuten ausgedehnt hat. Die Inszenierung von Peter Konwitschny hervorragend, auch die Detailarbeit ist dem Regisseur äußerst gut gelungen.

Wer sich die Produktion entgehen ließ, hat definitiv sehr viel verpasst. Eine Kombination mit Stravinskis Oedipus Rex würde Sinn ergeben.

2. Juli 2019
22:16
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Gurnemanz
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Di., 2. Juli 2019: LINZ (Musiktheater): Othmar Schoeck, Penthesilea

Vorvorgestern gab es Grund zur Befürchtung des Ausfalls der Vorstellung, zumal der Achilles Martin Achrainer am Knie verletzt war und schon vor zwei Jahren aufgrund von Erkrankungen einzelne Vorstellungen von Hindemiths Harmonie der Welt abgesagt worden waren. Aber heuer konnte ein Ersatz gefunden werden, nämlich Christian Miedl, der dank seiner Mitwirkung an der Produktion in Bonn schon mit dem Stück und der Inszenierung vertraut war.

Wie vor Beginn mitgeteilt wurde, war er aufgrund eines Flugzeugausfalls und sonstigen Begebenheiten erst 2½ Stunden vor Vorstellungsbeginn nach einer schlaflosen Nacht in Linz angekommen und sei obendrein indisponiert, und letzteres hat man ganz deutlich gemerkt. Als Nicht-Einspringer und ohne Indispositionsansage wäre das völlig indiskutabel gewesen. Die Stimme klang sehr heiser und viel zu leise, außerdem eher nach Tenor ohne Höhe als nach Bariton. Beim Applaus hat er sich so verhalten, als wüsste er genau, dass das grad nix war; insofern vermute ich, dass er es besser kann. Hoffentlich wird's am Freitag besser. 

Ansonsten gilt dasselbe (großteils sehr Positive) wie für die beiden bisher von mir besuchten Vorstellungen (2. März und 18. Mai), außer dass ich die Sänger - insbesondere Matthäus Schmidlechner als Diomedes - akustisch schwächer vernommen habe, was daran liegt, dass heute der 2. Rang gesperrt war und alle von dort in den 1. Rang verfrachtet wurden. Besonders positiv muss ich das Linzer Bruckner Orchester erwähnen, und besonders negativ den Mann am Pult: Leslie Suganandarajah hat alles sehr gut gemacht, abgesehen vom unerträglichen Schleppen am Ende. Der Schluss dieser ansonsten tollen Oper ist ohnehin schon so langweilig, wieso macht er 20 Minuten aus 10 Minuten? Insgesamt hat mir die Vorstellung aber sehr gut gefallen, nicht zuletzt dank der hervorragenden Inszenierung von Peter Konwitschny. Am Freitag gibt es noch einen letzten Termin. Nicht verpassen!!!

30. Juni 2019
4:02
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Gurnemanz
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Sa., 29. Juni 2019: BADEN BEI WIEN (Sommerarena): Carl Zeller, Der Vogelhändler

Ein Freund und ich hatten schon länger vor, der oftmals gelobten Sommerarena in Baden einen Besuch abzustatten. Nach Durchsicht des Spielplans hatten wir - beide das Gegenteil von Operettenfreunden - uns den Vogelhändler ausgesucht, den wir zwar schon vor 10 Jahren an der Wiener Volksoper gesehen hatten, aber der uns trotzdem am lohnenswertesten erschien. Um es vorwegzunehmen: Nicht dass der Vogelhändler ein gutes Stück wäre, aber ihn SO schlecht zu erleben wie aktuell in Baden, tut schon weh. Der Zigeunerbaron im Jänner war auch nicht gut, aber deutlich besser. (Kein Wunder, der Zigeunerbaron war ja als Komische Oper konzipiert gewesen.)

Die Sommerarena ist die zweite Spielstätte des Stadttheaters Baden und viel kleiner, als sie auf den Bildern ausschaut. Sie passt perfekt zu Baden: antiquiert, unbequem, aber trotzdem mit einem kleinen Reiz. Dass man vom Rang direkt in einen Park gehen kann, ist super, und Gelsen haben sich heute auch fast keine eingefunden. Ein gewaltiges Problem war, dass gestern und heute das Event "Baden in weiß" stattfindet, das bedeutet einen Mordsbahö in der Innenstadt und vor allem in der Nähe des Casinos Baden. Das Casino Baden befindet sich aber genau neben der Sommerarena, was bedeutet, dass ca. 40 Meter neben der Sommerarena im Beisein von unzähligen weiß gekleideten Menschen sehr laute bis extrem laute Musik gespielt wurde (z.B. "Live is life" in Karoke) - und angesichts des offenen Dachs und den anfangs noch geöffneten Fenstern wundert es nicht, dass die Musik von draußen seit 20:15 durchgehend deutlichst zu hören war (Beginn der Vorstellung um 19:30), und nicht selten sogar lauter als die Operettenmusik, obwohl ich ohnehin an der weiter vom Straßenfest entfernten Saalhälfte saß. Hätte mir die Aufführung gefallen, hätte ich mich darob maßlos geärgert und bereits ein Beschwerdemail ans Stadttheater geschrieben, wieso um Himmels willen heute überhaupt eine Vorstellung angesetzt worden war, aber da die Aufführung nicht nur an der Grenze zur Lächerlichkeit balancierte, sondern fast unzumutbar war, ergab die Kombination mit dem "Baden in Weiß"-Event einen gewissen Reiz.

Operetten heutzutage aufzuführen, ist schwierig. Erstens fehlen die Sänger, zweitens ist die Gattung tot, und drittens sind Operetten enorm schwer zu inszenieren. Die Inszenierung von Christa Ertl (Bühne von Christof Lerchenmüller, Kostüme von Alexia Redl) ist jedenfalls so, wie man es NICHT machen soll. Enorm konservativ (völlig absurde Bühnenbilder und Kostüme), gleichzeitig lächerlich mit unzähligen halb-lustigen Pointen und einer total peinlichen Pseudo-Alpenwelt, die nie so stattgefunden hat und die mit der (historischen) Realität so viel gemein hat wie eine Zefirelli-Aida mit dem Alten Ägypten, nämlich nichts. Dass zwischendurch die "Tiroler Holzhackerbuam" als (peinlich choreographierte) Tanzeinlage gespielt wurden, die zur Vogelhändler-Musik nicht passen, war dann auch schon egal. (Man muss echte alpenländische Volksmusik nicht mögen, aber ich mag sie, weil ich mit ihr aufgewachsen bin und sie Teil meiner Identität ist, und umso mehr schmerzt mich, dass das heute Gebotene nichts damit zu tun hat, sondern eine peinliche Show auf Musikantenstadl-Niveau mit Standardgesten war. Ein Gruselkabinett! Alles, aber insbesondere die Personenführung, wirkte dilettantisch. Nicht der allergeringste Versuch, die (leicht verborgene) Sozialkritik verdeckt auf die Bühne zu bringen, sondern einfach nur sinnloser Klamauk. Zum Davonlaufen. Anlass zur Sorge bereitet übrigens, dass sich große Teile des Publikums bei der Vorstellung prächtig unterhalten haben (wobei die Sommerarena in Baden auch eine Art "Event" ist, wo man hingeht, um einen schönen Abend zu verbringen, und was man dort hört, ist nur Nebensache; ich kenne genug Leute in Baden und naher Umgebung).

Wie schon angesprochen: Woher soll man gute Operettensänger nehmen? Heute gibt es einfach keinen Peter Minich mehr, der dieses Genre über 50 Jahre lang geprägt hat und ein Stück Österreichischer Kulturgeschichte war. Wenn man sich auf Youtube Vogelhändler-Mitschnitte mit u.a. Adolf Dallapozza, Edith Lienbacher und Peter Minich (die ich alle drei noch live gehört habe, wenn auch gegen Ende ihrer Karriere), wird einem bewusst, dass man den Vogelhändler auch VIEL besser singen kann, als das heute in Baden getan wurde. Clemens Kerschbaumer in der Titelrolle war in Ordnung; seine Stimme ist weder schön, noch klangvoll, und der Schlusston von "Wie mein Ahnl zwanzig Jahr'" wurde teils im Falsett gesungen. Die beste Leistung kam von Regina Riel als Kurfürstin, deren "Als geblüht der Kirschenbaum" allerdings durch besonders massiven Lärm von draußen gestört wurde. Matjaž Stopinšek als Stanislaus hat mich enttäuscht, denn letztes Monat hat er mir als Jason in Cherubinis Medea sehr gut gefallen. Heute wechselten sich einige sehr schöne Töne mit gepressten, schlampig gesungenen ab. Naja, vielleicht war ihm heute die ganze Produktion zu deppert, wofür ich großes Verständnis hätte. Dass vom Baron Weps des Sébastien Soulès nichts zu erwarten war, war mir schon nach seinem katastrophalen Kálmán Zsupán im Jänner klar gewesen. Ein noch größerer Totalausfall war Ilia Staple als Briefchristl - wie hat sie überhaupt die Aufnahmsprüfung der Universität bestanden? Schon ihr zuzuschauen hätte mir gereicht, denn beim Singen zeigte sie einen enorm unangenehmen Gesichtsausdruck, offenbar ist dort alles bis zum Geht-nicht-Mehr verspannt, und dementsprechend klingt es auch (und dabei lernt man in der Gesangsausbildung als erstes, dass sich alles angenehm anfühlen muss und Verspannungen fehl am Platze sind!). Verena Scheitz (Adelaide) kann leider nicht singen und hatte ein paar halb-lustige Anspielungen über die aktuelle österreichische Innenpolitik zu präsentieren. Der verdiente Franz Födinger (1967 erstmals in Baden engagiert) als Schneck kann auch nicht mehr wirklich singen. Absoluter Tiefpunkt waren Artur Ortens und Beppo Binder als Würmchen und Süffle. Schlimmer geht es nicht mehr!! Das Orchester unter Michael Zehetner war besser als im Zigeunerbaron, aber bloß wahrscheinlich nur deshalb, weil man heute aufgrund der schlechteren Akustik die Unsauberkeiten nicht gehört hat. Der Chor verwechselte "laut singen" mit "gut singen".

Insgesamt: Eine gröbliche Missachtung dieser Operette! Abgesehen davon, dass ich Operetten noch schlechter als (die meisten) Opern finde.

29. Juni 2019
17:44
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Gurnemanz
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@54 Verspätet, aber dennoch danke für Ihre Medea-Schilderung! Der Tenor hat mir sehr gut gefallen, das von Ihnen beschriebene Problem habe ich nur in der letzten Szene leicht wahrgenommen. Naja, vielleicht hatte er in meiner Aufführung einen besonderes guten Abend bzw. in Ihrer einen sehr schlechten. Heute werde ich ihn in einer stilistisch komplett anderen Rolle hören.

Ja, ich stimme Ihnen zu, Cherubinis Medea ist nichts zum Zurücklehnen und Berieseln-Lassen.

@53 Ja, "HINFAHREN!" kann man nur nochmals betonen. Ich bin bei den beiden verbleibenden Vorstellungen dabei, denn es ist sehr fraglich, ob es in den nächsten 50 Jahren die Gelegenheit geben wird, dieses hochinteressante Werk in unserer Nähe erleben zu können. 

7. Juni 2019
10:11
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dalmont
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6. Juni 2019 Medée - Musiktheater Linz

Unter allen antiken Mythen tue ich mir mit Penthesilea am schwersten, dann folgt schon Medea. Beide Mythen hat das Musiktheater Linz auf die Bühne gestellt, die „Penthesilea“-Aufführung schien mir geschlossener.

Viel Medeen hab ich bisher nicht gesehen. Staatsoper mit Rysanek, Popp und, wie ich festgestellt habe, der jungen Gruberova als eine der Dienerinnen, dann die Aufführung im Theater an der Wien vor 11 Jahren. Grandios der Medea-Film von Pasolini mit Callas als Schauspielerin, ganz archaisch. Nahegebracht hat mir die „Medea“ nicht Grillparzer, die ich noch als Sprechoper in den 70ern am Burgtheater kennenlernte, sondern heuer die grandiose Inszenierung von Stone nach Euripides, die den antiken Mythos mit einem ähnlichen Fall aus der unmittelbaren US-amerikanischen Gegenwart verknüpfte und ihn so begreifbarer machte (woran SprechopernliebhaberInnen aber viel herumzumosern hatten).

Das führt zur Linzer Aufführung, bei der der Regisseur Guy Montavon den Plot ebenfalls in die Gegenwart verpflanzte, und zwar 1:1 in die US-amerikanische Bankenwelt. Was im Schauspiel funktionierte, ging in der Oper nicht gut. Am Anfang wirkte es wie „Dynasty“ oder eine beliebige Daily Soap von Reich und Mächtig. Das Konzept funktionierte bei den gesprochenen Dialogen, die sehr eingekürzt waren, einigermaßen, bei den musikalischen Passagen nur, wenn man viele Abstriche macht. Die Götteranrufungen, Aufmärsche und andere Passagen sind nicht umzudeuten. Das Gurnemanzsche „zaghaft“ trifft die Sache schon sehr gut.

Musikalisch war die Aufführung auf gutem Niveau, auch das hat G. sehr gut beschrieben. Ich hörte allerdings Brigitte Gellner als Medea, eine schöne, nicht zu große Stimme. In ihrer Ausdrucksskala fehlte jedoch das Gefährliche, das wilde Rasen, das die Figur braucht um gaubhaft zu werden. Theresa Grabner war Dircé, mit etwas soubrettenhafter Stimme, die die Schwierigkeiten ihrer Arie gut, aber nicht sehr gut meisterte. Streiten würde ich mit Gurnemanz wegen des Jason von Matjaž Stopinšek. Es stimmt schon, dass das Grundmaterial gut ist, aber ab einer gewissen Höhe hatte ich den nicht immer angenehmen Eindruck, dassdie Töne nur mehr mit Druck „ansprangen“.

Zwei Aufführungen gibt es noch im Juni. Ich halte die Musik für äußerst interessant und ausdrucksstark, sie ist natürlich nix zum Zurücklehnen und nur genießen. Das Hineinhören in die Ausdrucksvaleurs in Orchester und Stimmen ist aber recht faszinierend.

Die Aufführung endet auch am Abend so, dass man bequem und ohne zu rennen den Zug um 22.16 erreicht (um 21.50 fiel der Vorhang).

20. Mai 2019
6:41
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Flo_h
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Wir waren auch am Samstag in Linz in Penthesilea. Wir saßen auch auf der Bühne, allerdings ganz in der Mitte unter dem Orchester. Die Akustik war ganz anders, das Orchester war natürlich viel lauter, da wir zwischen ihm und den Sängern platziert waren. Es war ein ganz anderes Erlebnis, so hautnah mitten im Chor zu sitzen. Die Emotionen waren da intensiver zu spüren. Wir waren wieder begeistert! "Unsere" Chorsänger" haben nicht getratscht.

Ich kann mich Gurnemanz nur anschließen: HINFAHREN

19. Mai 2019
0:24
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Gurnemanz
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Sa., 18. Mai 2019: LINZ (Musiktheater): Othmar Schoeck, Penthesilea

Heute war ich zum zweitenmal bei Othmar Schoecks Penthesilea in Linz, und die Fahrt hat sich ausgezahlt. Im Unterschied zur Premiere (2. März) bin ich heute links unten gesessen, und zwar AUF der Bühne (wer sich darunter nichts vorstellen kann, möge bitte meinen nach der Premiere geschriebenen Text lesen). Ich sag's ganz ehrlich: Wohlgefühlt habe ich mich dort nicht. Freilich ist es ganz cool, das Geschehen aus nächster Nähe verfolgen zu können, aber ich habe mich dort unten (quasi als Teil des Bühnenbildes) nicht wohlgefühlt. Zudem lässt die Akustik sehr zu wünschen übrig, da die Bodenreflexion fehlt, und außerdem ist es nicht sonderlich ergiebig, manchen Sängern beim Dauer-Spucken zuzuschauen und manchen Chorsängern beim verstohlenen Tratschen zuzuhören.

Musikalisch kann ich auf meinen damaligen Bericht verweisen - mit einer Ausnahme: Von Martin Achrainer (Achilles) hatte ich einen schlechteren Eindruck, denn seine Stimme ist für diese Rolle zu leichtgewichtig. Nichtsdestoweniger insgesamt eine hervorragende Produktion (Peter Konwitschny) eines enorm unterschätzten Stückes mit großteils (sehr) guten Sängern und einem tollen Linzer Bruckner-Orchester (unter Leslie Suganandarajah). An alle Österreicher: Hinfahren!!!

11. Mai 2019
22:47
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Gurnemanz
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Sa., 11. Mai 2019: LINZ (Musiktheater): Luigi Cherubini, Médée

Heute war ich in Linz, um Cherubinis Medea erstmals zu erleben und somit zu meiner Opernliste hinzuzufügen. Die folgenden Zeilen sind von jemandem geschrieben, der das Stück nicht kennt und sich für die Oper des 18. Jahrhunderts nicht interessiert.

Mein Eindruck war zwiespältig. In Anbetracht dessen, dass das nicht „meine“ Musik ist, hat mir der erste und dritte Akt recht gut gefallen, der zweite hat seine Längen. Die Inszenierung von Guy Montavon (mit Bühne und Kostümen von Annemarie Woods) ist vorsichtig modernisiert: Die Geschichte ist glücklicherweise aus dem mythischen Kontext gelöst und in unsere heutige Zeit transferiert, wobei die Handlung an sich unverändert blieb (soweit ich es beurteilen kann) und die Aktionen der Figuren nachvollziehbar waren. Dennoch kam alles recht zaghaft daher, so als ob sich der Regisseur nicht getraut hätte, eine wirklich originelle Sache abzuliefern. Ausgezeichnet das Linzer Bruckner-Orchester unter Bruno Weil, der Chor auch sehr gut. Dennoch ist meiner Meinung nach die Akustik des Hauses für diese Oper kaum geeignet, im kleinen Theater an der Wien klänge das sicher filigraner und gleichzeitig imposanter. Gesungen wurde auf Französisch, die stark gekürzten Dialoge wurden auf Deutsch gesprochen, was sehr gut gepasst hat.

Star des Abends war der mir völlig unbekannte Matjaž Stopinšek als Jason, der eine wunderschöne Stimme in ausreichender Lautstärke mit guter Technik hat. Ich habe ihn davor gar nicht gekannnt und würde ihn gern wieder hören. Kleine Probleme in seiner letzten Szene schwächten nicht den sehr guten Gesamteindruck. Aber der Jason ist ja nicht die Hauptfigur, und in dieser bekam man leider einen Totalausfall zu hören: Gotho Griesmeier ist eine gute Sängerin, die mir bisher in kleinen Rollen positiv aufgefallen ist. Aber für die Médée reicht es hinten und vorne nicht, denn sie sang zwar schön, aber VIEL zu leise und VIEL zu ausdruckslos, und nicht zuletzt fehlt es auch in der Tiefe ganz gewaltig. Schade, dass eine talentierte Sängerin hier komplett falsch eingesetzt wird (die Premierenbesetzung war die Kaiserin- und Chrysothemis-erprobte Brigitte Geller, das war sicherlich deutlich besser) und es somit nur eine Light-Médée war. Die anderen Sänger (Martin Achrainer als Créon, Julia Neumann als Dircé, Jessica Eccleston als Néris) pendeln sich zwischen den beiden erwähnten im Mittelfeld ein. Für zukünftige Besucher, die einen Zug erreichen müssen: Ende um 19:24 bei einem Beginn um 17:00.

So, und jetzt freu ich mich schon auf die Penthesilea nächste Woche – die ist halb so lang, aber doppelt so lustig.

29. April 2019
18:39
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Gurnemanz
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@48+49: Es freut mich sehr, dass auch Sie die gestrige Vorstellung miterlebt haben. Es ist ein tolles Werk, das man als Opernfan unbedingt gehört haben muss, denke ich. Ich kann Szymanowski schwer mit einem anderen Komponisten vergleichen, es gibt im König Roger gut aufgebaute und effektvolle Klangmassen abwechselnd mit herrlich feiner-zarter-schöner Musik. Einfach traumhaft. "König Roger" soll man viel öfter spielen.

Ihre Eindrücke von der Inszenierung teile ich. Mir hat sie sehr gut gefallen - besser eine leicht verständliche Darstellung als irgendetwas Kompliziertes, das man erst recht nicht durchschaut und das von der tollen Musik ablenkt.

Allerdings muss ich den Butter verteidigen. Er war ja den ganzen Abend schon hörbar leicht überfordert (was ich auch geschrieben habe), somit war er das auch am Ende. Dass ihm an wenigen der zahlreichen Stellen, bei der er gegen das volle Orchester ansingen muss (zum Beispiel beim "Roksano! Tyźeś to?" unmittelbar vor "Czy jeno widmo blade") die Luft ausgegangen ist, nehme ich ihm nicht übel, zumal die Orchestermassen gewaltig waren und ihm zahlreiche andere Stellen (zum Beispiel das "Nadziemski wokół świta brzask!" knapp davor) wirklich sehr schön gelungen sind. Das "W ofierze słońcu dam!" (das ist seine letzte Wortmeldung am Ende eines Monologes, der im wesentlichen aus einem Kampf gegen das Orchester besteht) war dann misslungen, was für mich aber angesichts der herausfordernden Partitur verständlich ist. In Anbetracht dessen, dass Butter ein guter Sänger ist, der vor allem technisch richtig singt und alles gegeben hat, ist das für mich überhaupt kein Problem. Diese Stelle möchte ich nicht singen müssen, die ist wirklich nicht leicht, und da bin ich gerne bereit, über kleine Abstriche hinwegzusehen. Da muss man realistisch bleiben, die Oper Graz kann sich halt keinen Konieczny leisten und muss auch auf andere "Stars" verzichten, die ich aber ohnehin froh bin, nicht hören zu müssen. Von "voll und ganz eingegangen" kann aber überhaupt keine Rede sein. Das ist wirklich ungerecht dem Butter gegenüber.

Aber hier stimme ich - leider - völlig zu:

dalmont sagt
Schade ist schon, dass Opernfreunde und –freundinnen oft so gar nicht neugierig sind, was sich in dem nur zu einem Drittel besetzten Haus zeigte. Dabei war vorgestern, als ich meine Karte besorgte, das Theater besser verkauft, als es gestern gefüllt war. Offensichtlich sind viele Abonnenten nicht gekommen. Und nach der Pause waren es noch weniger. Und das bei einem Werk, das wirklich niemandem „weh“ tut, im Gegenteil, wunderbar anzuhören ist. Und bei einer insgesamt sehr qualitätvollen Aufführung. Es steht nicht wirklich gut um die musikalische Kultur....  

Da ist es dann auch die logische Konsequenz, wenn das Programm uninteressant wird (Beispiel: Wiener Volksoper). LEIDER! Aber das Publikum als Kollektiv hat es so gewollt. Dann gibts halt nur mehr Musicals, aber keine tollen Raritäten mehr. Aber jetzt warten wir mal das Graz-Programm der kommenden Saison ab (wissen Sie, wann das endlich herauskommt?).

29. April 2019
14:14
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AT
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Lieber dalmont!

Irrtum ausgeschlossen. Butter ist voll und ganz "eingegangen"...

29. April 2019
0:37
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dalmont
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Gurnemanz, ich will Sie folgendes fragen: Ich hatte gestern Nachmittag beim „König Roger“ den Eindruck, dass der Sänger der Titelpartie beim Schlusshymnus zweimal regelrecht, wie man sagt, „eingegangen“ ist. Täusche ich mich? Ich bin insofern unsicher, weil er gleichzeitig von dem auftrumpfenden Blech zugedeckt wurde.

Das Inszenierungsteam, so mein Eindruck, hat die so symbolbefrachtete Gemengelage des Stückes auf das simple Handlungsgerüst reduziert. Der Vorteil: Man konnte dem Grundgeschehen folgen. Nachteil davon, diese Handlung wirkte durch diese Reduktion eher simpel: Göttlicher Feschak bringt alle durcheinander und leitet so Erkenntnis- und Selbstfindungsprozesse ein. Die Klangsinnlichkeit der Musik kündet jedoch von verschieden Sphären. Ob man all das, was den Komponisten hier bewegt hat (das Byzantinische, Arabische, Katholische, aber auch das Szymanowski sehr bewegende Homoerotische) mit inszenieren kann, ohne in symbolistischen Schwulst zu verfallen, da bin ich eher skeptisch. Jedenfalls konnte ich nicht nur Bühnenaktionismus abgelenkt sehr intensiv dem Zuhören, was aus dem Orchestergraben kam.

Wie das damals war, als 89 die Warschauer Oper in Wien mit dem „König Roger“ gastierte, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Also habe ich keinen Vergleich. Wie Frankfurt im Juni das Werk deuten wird, wäre sicher interessant.

Schade ist schon, dass Opernfreunde und –freundinnen oft so gar nicht neugierig sind, was sich in dem nur zu einem Drittel besetzten Haus zeigte. Dabei war vorgestern, als ich meine Karte besorgte, das Theater besser verkauft, als es gestern gefüllt war. Offensichtlich sind viele Abonnenten nicht gekommen. Und nach der Pause waren es noch weniger. Und das bei einem Werk, das wirklich niemandem „weh“ tut, im Gegenteil, wunderbar anzuhören ist. Und bei einer insgesamt sehr qualitätvollen Aufführung. Es steht nicht wirklich gut um die musikalische Kultur....

28. April 2019
17:50
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Gurnemanz
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So., 28. April 2019: GRAZ (Opernhaus): Karol Szymanowski, Król Roger / König Roger

Jeder Opernbesucher weiß, dass es zwei Arten von Raritäten gibt: Opern, die wohl zurecht in Vergessenheit geraten sind und zurecht nur alle heiligen Zeit aus dem Archiv geholt werden, und solche, die es absolut wert sind, angehört zu werden. Letztes Jahr habe ich in Bratislava Król Roger von Szymanowski gehört, was mich damals recht unschlüssig zurückgelassen hat (ich habe damit recht wenig anfangen können, nicht zuletzt da die slovakischen Übertitel bei einer polnischen Oper wenig hilfreich waren), daher war ich unschlüssig, ob ich heuer wirklich nach Graz fahren sollte. Schließlich habe ich mich doch entschieden, und ich bereue es keineswegs. Es war mein bestes Opernerlebnis seit längerem. Das Stück ist ganz toll, es sollte an die Wiener Staatsoper kommen. Szymanowskis Partitur würde ich am ehesten als "farbenreich" bezeichnen. Da gibt es eine wunderbare Klangpracht und nie überladenen Orchesterreichtum, viel Dramatik, aber auch wunderschöne Stellen. Alles fügt sich gut zusammen, es wirkt keinesfalls wie ein Fleckerlteppich. Diese Oper hat nur einen Fehler, nämlich sie ist zu kurz (80 Minuten), aber jede Sekunde hat sich für mich ausgezahlt.

Besonders gut hat mir die Inszenierung von Holger Müller-Brandes (Bühne von Katrin Lea Tag, Kostüme von ihr und Lejla Ganic) gefallen, die der interessanten Geschichte einen super Rahmen verliehen hat. Die (zwar im Wikipediaartikel verschwiegene, aber definitiv wichtige) Homoerotik wurde gut angedeutet, ohne sie zu überstrapazieren, und die farbenprächtige und rauschhafte, aber auch grüblerische Atmosphäre des Stückes wurde gut eingefangen. Am besten gefallen haben mir Aurelia Florian (Roxane) und Manuel von Senden (Edrisi). Sie hat eine wunderbar schöne, aber auch laute (und weder schrille, noch geschrieene) Stimme, und dass von Senden ein toller Sänger ist, weiß ich seit seinem Kerkermeister/Großinquisitor vor zwei Jahren, und mit seiner schneidenden und höhensicheren Charaktertenorstimme könnte ich ihn mir auch gut in der größeren Rolle des Hirten vorstellen. Dieser wurde von Andrzej Lampert verkörpert, der mir auch sehr gut gefallen hat, wenngleich ich mir ein bisschen mehr Strahlkraft und Sicherheit in der Höhe gewünscht hätte, aber es war trotzdem eine sehr gute Leistung. Abstriche waren bei Markus Butter in der Titelpartie zu machen, denn er war mit der Partie hörbar ein bisschen überfordert, hat sich aber trotzdem gut aus der Affäre gezogen. Die kleineren Rollen haben alle sehr gut gepasst, und besonders gut habe ich das Orchester unter Robin Engelen gefallen, das war super! Auch der Chor war spitze.

Am 4. Mai gibt es noch eine letzte Vorstellung, für die ich eine dringende Empfehlung aussprechen möchte (heute 15:00-16:42, am 4. Mai ab 19:30). Wäre ich am Samstag noch nicht verplant, würde ich glatt nochmals hinfahren (aber mein Alternativprogramm, die 15. Schostakowitsch unter Fedosejew, ist auch gut). Leider recht wenig Andrang, recht wenig Applaus. Ich hoffe, dass die Oper Graz ihr interessantes Programm mit sehr guten Realisierungen auch in den kommenden Jahren beibehält.

13. März 2019
0:28
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Gurnemanz
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Darauf einige ich mich gerne. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass er die Opernrollen so singt wie Lieder - was aber meistens nichts Schlechtes ist! Nicht alle Sänger sind gleich, und das ist gut so!!

12. März 2019
23:01
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Redscarpia
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Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass Herr Achrainer sowohl Liedgesang, also auch Oratorien, Oper und Musical singen kann und dies auch regelmäßig macht 🙂.

12. März 2019
1:15
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Gurnemanz
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Es freut mich, dass Sie auch dort waren!

Was Martin Achrainer betrifft, zitiere ich aus dem Merker-Interview vom 29.05.2017:

Bevor ich mit der Oper angefangen hab, hab ich Lied gesungen. Ich hatte eine Lehrerin, ich muss dazu sagen, dass ich, ich war wirklich ein ziemlicher Wildfang, jetzt so um die 19, Anfang 20, und da habe ich eine Dame kennen gelernt, bei der ich auch studiert hab, die Rotraud Hansmann. Und diese Dame war selber eine grandiose Liedinterpretin und eine fantastische Konzertsängerin. Und die hat immer gesagt „Oper kannst nachher singen. Bleib jetzt einmal beim Lied und wir singen a bisserl Oratorien und Messliteratur. Aber jetzt singst du einmal Lied. Jetzt singst du einmal ordentlich Schubert, Brahms und lernst einmal dieses Repertoire kennen.“ Und so hat sich eigentlich herauskristallisiert, dass sich mein gesamtes Studium auf der Liedkunst aufgebaut hat. Und ich profitiere heute noch sehr stark davon, denn ich habe ein langes Gespräch mit dem berühmten Hans Sotin gehabt, da haben wir Parsifal gemacht und ich hab – wie man auf gut Wienerisch sagt „a Wurzn“ gesungen – und der große Hans Sotin hat mir dann gesagt „Ich singe meine Wagner-Partien immer so, als ob ich Schubert singen würde“. Ja, das war auch der Grund, warum Hans Sotin selbst heute noch eine wunderschöne und gesunde Stimme hat. Deswegen ist für mich das Liedrepertoire so etwas wahnsinnig Wichtiges und selbst, wenn ich nicht engagiert werde für einen Liederabend, schaue ich, dass ich regelmäßig meinen Schubert, meinen Brahms singe. Einfach, um die Stimme gesund zu erhalten. Weil Lied ist so etwas wie die Apotheke für die Stimme. Wenn man eine große Wagnerpartie gesungen hat oder einen ganzen Abend auch Don Giovanni gesungen hat, wo es manchmal wirklich in die Vollen geht, kann man die Stimme wieder wunderbar verschlanken und wieder auf ein gesundes Level herunter holen. Und Lied ist immer wie ein Farbkasten. Da kann man Farben verwenden, die man auf der Opernbühne nicht verwenden kann, weil einfach ein sehr sensibler Klavierbegleiter es zulässt und deine Farben im Piano nicht zudeckt, was man beim Orchester nicht immer hat.

Achrainer klingt zumindest wie jemand, der vom Liedgesang kommt. Das ist aber nichts Schlechtes! Ich mag Liederabende mehr als Opern!

11. März 2019
20:23
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klein zack
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26: hm, soviel ich weiß kommt Achrainer nicht "vom Liedgesang", sondern von einer Musicalausbildung (die sicher auch mehr körperliche Aktivitäten beinhaltet als eine typische Ausbildung zum Opernsänger, die er danach machte) und ist in den letzten Jahren so gut wie ausschließlich als Operndarsteller aktiv gewesen, mit einem gewissen Schwerpunkt auf modernen Werken. Nur seine halbszenische Umsetzung der "Winterreise" kürzlich ist unter Liedgesang (wenn auch nicht typisch) einzuordnen; und diese Produktion war wohl nicht MA's absoluter Glücksgriff an diesem Haus.

11. März 2019
19:37
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klein zack
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33: wir sind bei der Penthesilea-Premiere im "Hochparterre" gesessen, von dort aus war sehr wohl beachtliches Bravo-Gerufe zu hören.

Waren allerdings wegen der speziellen Bühnengestaltung "ausquartiert", normalerweise sitzen wir Parkett vorne seitlich, da hört man "den Saal" sehr gut... und komischerweise das Orchester auch sehr ausgewogen, wenn nicht der Graben angehoben wird.

7. März 2019
7:58
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Flo_h
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@40

Es sind auch noch faktisch keine Karten verkauft! (4 Karten Galerie, 10 Karten Balkon)

Im Parterre ist es ja nicht entscheidbar, da ja dort auch die "Gratiskarten" sind

Ich hoffe, dass sich das noch ändert.

7. März 2019
2:08
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Gurnemanz
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@39: Das nenne ich Kundenfreundlichkeit! Landestheater Linz vor den Vorhang! Ich bin mir gar nicht sicher, ob man anderswo so einfach Karten umtauschen kann.
Normalerweise hab ich nichts gegen Galerie rechts, aber bei dieser Inszenierung sehen Sie dort schlecht.

@37: Na bitte, da sind wir uns doch einmal einig! Cool

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