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Oper in Bundesländern Österreichs
12. März 2020
13:48
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Danke fürs genaue Lesen, allerdings sind meines Wissens die 1897er-Fassung und die 1910er-Fassung ziemlich unterschiedlich, also habe ich mich auf die (in Graz gespielte) 1910er-Fassung bezogen.

10. März 2020
9:54
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Chenier
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28. Februar 2018
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Pardon, Gurnemanz, wenn ich richtigstelle: Die Uraufführung der "Königskinder" fand bereits 1897 statt, also 12 Jahre vor Elektra, die überarbeitete Fassung wurde 1910 aufgeführt.

Ähnlich wie bei Beethovens "Fidelio" oder Verdis "Don Carlo(s)" gibt es mehrere Versionen.

9. März 2020
12:24
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Flo
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Forumsbeiträge: 3
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10. Februar 2020
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Werter Gurnemanz!
Ich durfte auch gestern dieser wirklich wundervollen Aufführung beiwohnen. Ich kann Ihnen nur beipflichten und auch allen raten, diese Oper zu besuchen!

9. März 2020
1:00
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 752
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

So., 8. März 2020: GRAZ (Opernhaus): Engelbert Humperdinck, Königskinder

Am 22. Dezember 2019 hatte ich bereits die Grazer Produktion der viel zu selten gespielten Humperdinckschen Königskinder erlebt und war schon damals angetan - der positive Eindruck wurde heute noch um ein vielfaches verstärkt. Wer meine Texte regelmäßig liest, weiß, dass ich nur wirklich Gutes lobe und Schlechtes konsequent verreiße, aber die heutige Aufführung würde ich in ihrem Gesamtpaket als mein unbestrittenes Opern-Highlight der bisherigen Saison 2019/20 bezeichnen.

Zumal im Bericht vom Dezember schon einiges ausführlich beschrieben ist, fasse ich heute kurz: Für die größte Überraschung sorgte Maximilian Schmitt, der sich in viel besserer Verfassung als im Dezember präsentierte (damals krank?) und heute eine ausgezeichnete Leistung ablieferte, wie auch Ivan Oreščanin als hervorragender Spielmann der Aufführung zu einem hohen Niveau verhalf (zeitweise sollte er noch weniger in sich hinein singen, aber es war nicht zu schlimm). Ebenfalls sehr gut besetzt waren die Gänsemagd mit Polina Pastirchak (zeitweise zu scharf in der Höhe) und wie auch im Dezember die Hexe mit Christina Baader. Alle Nebenrollensänger machten ihre Sache sehr gut (welch ein Konstrast zur Wiener Staatsoper); und Stephanie Fournier sang die Kinderrolle des Besenbinder-Töchterchens sehr gut, wenn auch nicht so grandios wie Victoria Legat im Dezember. Hervorragend die Grazer Philharmoniker (unter Marius Burkert) und der Chor der Oper Graz. Die Produktion von Frank Hilbrich, Volker Thiele und Gabriele Rupprecht ist sowieso fabelhaft.

Ja, das war eine der GANZ seltenen Aufführungen, bei der wirklich ALLES passte (von der sprachlichen Gestaltung des Librettos abgesehen). Ebenfalls super die gemeinsamen Hin- und Rückfahrten sowie das rein zufällige Treffen in der Oper Graz jemandes, den ich seit über 5 Jahren nicht gesehen und komplett aus den Augen verloren hatte, also insgesamt ein super Opern-Ausflugstag. Den vordergründig sympathischen Spielmann (die wahre Hauptrolle dieser Oper) halte ich übrigens für eine ungute Figur, auch wenn er aus hehren Motiven handelt, aber letztlich ist der ganze Scherbenhaufen (Tod der Königskinder im Schnee) auf seinem Mist gewachsen. Wer hält dagegen?

Und nun ein Schlusssatz: Wer die Grazer Königskinder verpasst, ist selbst schuld. Humperdinck hat nicht nur Hänsel und Gretel geschrieben, sondern auch die VIEL besseren Königskinder - diese Oper sollte man kennen. (Dass sie ein Jahr nach Strauss' Elektra uraufgeführt wurde, sollte man allerdings lieber ausblenden...)

2. Februar 2020
10:20
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Marselle
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Bald wird es meine Lieblingsoper in Wien geben. Sie wird am 23. Februar, wo der Komponist Gaetano Donizetti mit der Aufführung "Love Drink". Jetzt gehe ich oft zu meinen Lieblingsshows, seit ich kürzlich eine Wohnung in der Nähe von Wien gekauft habe https://tranio.com/austria/vienna/ und Ich bin sehr froh, dass ich hier arbeiten und die schönste Zeit verbringen kann.

3. Januar 2020
13:10
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prof.ON-DO
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… und einen Zauber verbreiten, der das Mantelabholen nachher auch noch übersteht....

2. Januar 2020
13:01
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klein zack
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… und muß jedenfalls im ganzen Saal tragen, auch wenn das Orchester dabei nicht im Höchstleistungsmodus spielt.

2. Januar 2020
11:54
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alcindo
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27. Februar 2018
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die stimme des Falken wurde in der WSTO aber doch auch von Lucia Popp und Lotte Rysanek gesungen.....

2. Januar 2020
9:53
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Chenier
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Forumsbeiträge: 677
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28. Februar 2018
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Nicht unbedingt, aber eher ja.

1. Januar 2020
16:11
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 752
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29. September 2018
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klein zack sagt
Nachbemerkung zu "Lucretia": So gut wie alle Mitglieder des Studios sind auch schon im großen Saal eingesetzt gewesen und dabei ganz und gar nicht untergegangen; ich sag nur Frau Kallweit als Falke in der "FroSch"...  

Naja, aber der Falke in der FroSch ist eine sehr, sehr kleine Rolle...

Chenier sagt
Auch von mir Dank für Ihre ausführlichen Rezensionen, auch wenn es nicht immer um Werke handelt, die ich goutiere, trotzdem meine Hochachtung.  

Dankeschön! Die Königskinder dürften allerdings nach Ihrem Geschmack sein, oder?

30. Dezember 2019
19:11
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Chenier
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28. Februar 2018
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Auch von mir Dank für Ihre ausführlichen Rezensionen, auch wenn es nicht immer um Werke handelt, die ich goutiere, trotzdem meine Hochachtung.

30. Dezember 2019
9:23
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klein zack
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Nachbemerkung zu "Lucretia": So gut wie alle Mitglieder des Studios sind auch schon im großen Saal eingesetzt gewesen und dabei ganz und gar nicht untergegangen; ich sag nur Frau Kallweit als Falke in der "FroSch"...

23. Dezember 2019
1:11
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 752
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29. September 2018
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So., 22. Dezember 2019: GRAZ (Opernhaus): Engelbert Humperdinck, Königskinder

Allenthalben wird um die Weihnachtszeit Humperdincks Hänsel und Gretel gespielt (wieso eigentlich? das Stück hat mit Weihnachten nichts zu tun), weswegen gern übersehen wird, dass Humperdinck auch noch andere Werke geschaffen hat. Heute durfte ich seine mir vorher vollkommen unbekannte Oper Königskinder kennenlernen und hatte einen sehr positiven Eindruck. Das Stück sollte man unbedingt öfter spielen und dafür ein paar Hänsel-und-Gretel-Aufführungen streichen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber ich blicke meinem zweiten Königskinder-Besuch im März mit Vorfreude entgegen. Und ich kann nur raten, sich die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen und, sofern es sich einrichten lässt, ebenfalls dafür nach Graz zu fahren!

Das Werk ist im besten Sinne spätromantisch mit Wagner-Anklängen, ohne diese jedoch überzustrapazieren (Humperdinck ist KEIN Wagner-Epigone, sondern ein eigenständiger, ernstzunehmender Komponist); die Handlung des Kunstmärchens ist auf den ersten Blick nicht leicht durchschaubar, wird aber im Verlaufe der Vorstellung klarer; die Ereignisse sind tragisch (bis zum Tode der Königskinder im Schnee), werden aber gebracht ohne künstlich auf die Tränendrüse zu drücken. Mehrere Hänsel-und-Gretel-Zitate sind auch auszumachen, aber insgesamt sind die Königskinder in jeder Hinsicht meilenweit besser als Hänsel und Gretel, wobei die Schwäche beider Werke eindeutig die dumm-dämliche sprachliche Gestaltung des jeweiligen Librettos ist! WAS gesagt wird, passt ja, aber nicht, WIE es gesagt wird – es ist ein Jammer, dass Humperdinck keine ernstzunehmenden Librettisten zur Verfügung hatte: So muss man in den Königskindern 2½ Stunden lang Reime erdulden auf dem Niveau von „Nein, zum König taugen nicht junge Knaben, einen langen Bart muss der König haben!“ oder „Einer Königin warst du mitgenommen, eine Gänsemagd mag dich bekommen. Gabst du dein grün’ Gewind dem Königssohne, so schenkt er dem Bettelkind seine rote Krone.“ oder „Hei, hei Tandaradei! Da fand er das Hahnenei!“. Naja. In dieser Hinsicht fast so schlimm wie Webers Oberon (aber insgesamt sind die Königskinder natürlich viel besser).

Sehr stark gewonnen hat die Aufführung durch die fabelhafte Inszenierung von Frank Hilbrich (Bühne von Volker Thiele, Kostüme von Gabriele Rupprecht), die mit sparsamen Mitteln beeindruckende und gleichzeitig sängerfreundliche Bilder erschuf. Gegen diese Inszenierung habe ich nur einen einzigen Einwand (siehe das Ende dieses Absatzes); es handelt sich um eine ausgezeichnete Arbeit, die auch durch Detailarbeit hervorsticht (beispielsweise verbindet sich der Spielmann gut sichtbar die Wunde, und es gibt gut durchdachte Interaktionen in den Massenszenen). Das Märchen wird märchenhaft erzählt, mit sparsamen Kulissen, die genau die richtige Wirkung erzielen, und nicht ohne einen Ausblick auf die sehr wohl vorhandene tiefere Bedeutung dieser Erzählung zu geben! Hervorragend! Dass ein wesentlicher Aspekt der Handlung (die charakterliche und sexuelle Entwicklung der beiden Königskinder) meiner Beobachtung nach vom Regisseur ignoriert worden war, hat mich nicht gestört - das hätte man allerdings noch herausarbeiten können (oder es ist von mir unbemerkt ohnedies geschehen).

Hingegen sind meine Einwände gegen die Sänger nicht wenige. Sieglinde Feldhofer sprang als Gänsemagd ein und hinterließ einen im großen und ganzen positiven Eindruck. Der Ansage vor Beginn war zu entnehmen, dass sie zwar als Cover vorgesehen war, aber erst am Freitag (vorgestern) von ihrem Einsatz erfahren hat und seitdem die Rolle angeblich Tag und Nacht durchgelernt hat. Unter diesen Umständen eine sehr gute Leistung; unter „normalen“ Umständen würde ich anmerken, dass sich ihre Stimmfarbe in der Höhe zu stark veränderte. Trotzdem war sie die beste Titelrollensängerin, denn Maximilian Schmitt als Königssohn erinnert mich stimmlich (und optisch) an Mauro Peter (der von manchen Gehörlosen ja sogar als zweiter Fritz Wunderlich gepriesen wird): Seine Stimme ist ja durchaus schön, aber was nützt das, wenn sie in der oberen Lage quasi nicht mehr vorhanden ist? Die Töne müssen dann irgendwie seltsam fahl produziert werden, außerdem hat er viel zu wenig Durchschlagskraft. Zu meiner Überraschung ein Totalausfall war der ansonsten verlässliche Markus Butter als Spielmann (die wahre Hauptrolle dieser Oper). Zunächst vermutete ich eine nicht angesagte Indisposition, allerdings gewann ich im Laufe des Abends immer mehr den Eindruck, dass die Stimme im wesentlichen schon ruiniert ist (wahrscheinlich bedingt durch das Thomas-Hampson-Syndrom, das heißt: längere Zeit mit einer nicht perfekten Technik zu schwierige Rollen gesungen zu haben): Die Stimme ist fahl, kernlos, viel zu leise, und generell hatte ich den Eindruck, dass er die ganze Zeit, anstatt frei zu singen, so seltsam in sich hineinsingt (und das rächt sich jetzt); viele wichtige Stellen wie beispielsweise „Willst du ein Königskind dich heißen, musst du eigen den Zauber zerreißen. Tapfer, wer nimmer der Furcht empfunden; tapferer, wer die Furcht überwunden.“ waren so, als ob sie gar nicht gewesen wären. Schade! (Ich höre gerade Hermann Prey mit „Verdorben! Gestorben!“ auf Youtube, der war ein ganz anderes Kaliber!)​ Sozusagen rollendeckend war Christina Baader als Hexe: Eigentlich kann man ihr nichts vorwerfen, außer dass ich mir Ausdruck und Dämonie gewünscht hätte. Das kann aber noch kommen, die Sängerin ist ja noch recht jung. (Iris Vermillion wäre DIE Interpretin!) Unter den Nebenrollen fiel Wilfried Zelinka als Holzhacker positiv auf, die übrigen Sänger bewegten sich im halbwegs akzeptablen Bereich. Ganz besonders positiv hervorheben muss ich noch Victoria Legart, die mit einer ausgezeichneten Kinderstimme die zahlreichen Solo-Stellen der des Besenbinders Tochter zum Besten gab (ich hoffe, dass man in den nächsten fünfzehn Jahren nichts von ihr hört und sich in dieser Zeit ihre Stimme behutsam entwickeln kann!). Überhaupt war der gesamte Kinderchor super, verglichen mit den oftmals katastrophalen Leistungen des Kinderchors der Wiener Staatsoper! Chor,Orchester und dem Dirigenten Marius Burkert kann ich nur ein Pauschallob aussprechen, da ich das Werk eben nicht kannte – allerdings hat mir die Orchesterleistung ausgezeichnet gefallen.

Insgesamt war es den zahlreichen gesanglichen Mängeln zum Trotze eine beeindruckende Vorstellung mit einem zu Unrecht so selten gespielten Werk. Nicht verpassen! Wichtiger Hinweis für alle, die mit dem Zug kommen: Ende um 18:12 bei einem Beginn um 15:00.

Für mich bleibt nur die Frage, wieso an der Wiener Staatsoper Hänsel und Gretel in einer völlig nichtssagenden Inszenierung 2015 gebracht werden musste, wenn es das Werk ohnehin an der Wiener Volksoper gibt (wo die beiden Produktionen seitdem mehr oder minder parallel aufgeführt werden)?! Noch dazu an der Staatsoper mit irgendwelchen Ensemblesängern, wenn man auch DEN Besenbinder engagieren hätte können (nämlich Franz Grundheber; jeder andere in Wahrheit undenkbar). Stattdessen wäre das doch angebracht gewesen, Humperdincks Königskindern zur LÄNGST überfälligen Erstaufführung an der Wiener Staatsoper zu verhelfen! DIESES Werk gehört dorthin (und zwar z.B. mit Florian Boesch als Spielmann), nicht das nur bedingt ernstzunehmende Hänsel und Gretel. Aber naja, diese Einfallslosigkeit ist man vom Wiener Staatsoperndirektor schon gewohnt. Glücklicherweise sind wir ihn bald los, denn es kann wirklich nur mehr besser werden!

Übrigens: 2020/21 kommt in Linz La Juive von Halévy!

6. Oktober 2019
21:38
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Gurnemanz
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Danke für Ihre freundlichen Worte! Ja, Death in Venice war super, ich war damals sogar dreimal dort. Den Berlioz-Faust hab ich leider verpasst. Naja, man kann nicht alles haben... 

Gut, dass The Rape of Lucretia in der Blackbox gespielt wird, im großen Saal würde das Stück mitsamt den Sängern untergehen.

2. Oktober 2019
23:22
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LeFis
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Danke Gurnemanz für die Nachbesprechung der Britten-Oper. 

Meine letzte Erfahrung mit Britten im Musiktheater (Frühjahr 2018), als "Death in Venice" gegeben wurde, war sehr erfreulich. Inszenierung, Dirigat und Gesang ließ mich zweimal nach Linz reisen.

Allgemein: seit Markus Poschner ist das Haus noch einmal besser geworden. (Mein persönliches Highlight war "La damnation de Faust" mit einer großartigen Inszenierung)

28. September 2019
3:17
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Gurnemanz
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Fr., 27. September 2019: LINZ (Musiktheater, Blackbox): Benjamin Britten, The Rape of Lucretia / Die Schändung der Lucretia

Das Landestheater Linz nimmt seit einigen Saisonen immer wieder Britten-Opern ins Programm, worüber ich mich sehr freue, zumal Britten einer meiner Lieblingskomponisten ist (umso mehr schmerzt mich, dass erst heute die Vorstellung am 1. Dez. dieses Jahres von „Noahs Flut“ in Passau abgesagt wurde – aber alles halb so wild, fahr ich halt an diesem Tag statt dessen nach Ostrava zu Janáčeks Osud, das ist ein ganz wunderbares Kleinod der Opernliteratur). The Rape of Lucretia ist nicht Brittens bestes Werk, aber nichtsdesotweniger sehr anhörbar und erfrischend unkonventionell. Hauptrollen sind ja bekanntlich „The male chorus“ und „The female chorus“, und von diesen beiden Sängern werden die Ereignisse kommentiert und reflektiert – das bringt mit sich, dass nur ein Teil dieser Oper wirkliche Handlung beeinhaltet, ein großer Teil wird der Reflexion gewidmet (so ähnlich wie in Death in Venice). Da muss man sich mal darauf einlassen und erkennen, wie meisterhaft Britten die verschiedenen Figuren musikalisch zueinander in Beziehung gesetzt hat, dann wird man diese Oper auch sehr genießen. Aus dem sehr klein besetzten Orchester (13 Musiker?) kommen typische Britten-Klänge, und ich liebe die Musiksprache Brittens.

Gespielt wird in der Black-Box im Keller des Musiktheaters, und dorthin passt das Werk auch, in einem großen Saal würden die ganzen Feinheiten völlig untergehen. Das Orchester befindet sich abseits, in der Mitte des Geschehens ist die Bühne, auf den beiden Längsseiten sitzen in vier und drei aufsteigenden Reihen die Zuschauer (hinter dem Orchester kann man auch sitzen). Ärgerlich ist, dass die Plätze numeriert sind und so der vorgesehene Sitzplatz reines Glücksspiel ist – aber zumal nicht alle Plätze besetzt waren, gab es durchaus Gestaltungsspielraum. Durch die Wahl des Spielortes ergibt sich natürlich die Möglichkeit zu einer offenen Inszenierung, in der keine Distanz zwischen Zuhörer und Bühne vorhanden ist; gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, die Partien mit schlechten Sängern zu besetzen, nämlich mit solchen, die im kleinen Rahmen durchaus reüssieren können, in einem normalen Saal aber hoffnungslos verloren wären.

Es handelte sich um eine Produktion des Oberösterreichischen Opernstudios, und da es sich um in Ausbildung befindliche Sänger handelt, schraubt man natürlich die Erwartungen hinunter. Und ehrlich gesagt: Was ich so gehört habe, bestätigt zahlreiche negative Meinungen: Alles nette Stimmen, aber halt alles so durchschnittlich, so austauschbar – KEIN EINZIGER Sänger mit einer markanten, einprägsamen Stimme. Alles wurde brav und nett gesungen, aber bitte, vor allem in der Vergewaltigungsszene und in der Selbstmordszene muss man doch Gestaltung zeigen. Heute war's aber ziemlich flach. Am besten gefallen haben mir die Sänger der beiden Hauptrollen (die beiden „Chöre“): Svenja Isabella Kallweit mit durchschnittlicher, aber immerhin sehr ordentlicher Sopranstimme, und Rafael Helbig-Kostka, der zwar hörbare Tiefenprobleme hatte, aber trotzdem eine gute Leistung bot. Florence Losseau war eine gute Lucretia, zu einer sehr guten fehlt noch Schärfe in der Stimme und vor allem Ausdrucksfähigkeit (wieso macht die Kulman derzeit nur Blödsinn und nicht was Gscheits, z.B. eben die Lucretia?) Timothy Connor war als Tarquinius in Ordnung, zeitweise hätte er mehr Farben in der Stimme einsetzen können statt Lautstärke, aber was soll's. Rollendeckend waren Seunggyeong Lee als Junius, Sinja Maschke als Bianca und Etelka Sellei als Lucia, wobei die beiden Damen eine merkwürdige englische Aussprache präsentierten. Fast ein Ausfall war Philipp Kranjc als Collatinus, der eine fahle, glanzlose Stimme ohne Kern/Metall hat, und wer eine solche Stimme verwaltet, sollte nicht Sänger werden.

Großer Pluspunkt des Abends war das Bruckner-Orchester-Linz (oder zumindest die paar eingesetzten Musiker) unter Leslie Suganandarajah (wohlbekannt von der hervorragenden Penthesilea in der vergangenen Spielzeit). Die Inszenierung von Gregor Horres (Bühne und Kostüme von Jan Bammes) ist erkennbar mit geringen finanziellen Möglichkeiten hergestellt, passt aber sehr gut zum Ambiente (abgesehen davon, dass die Türen oftmals geräuschvoll geöffnet wurden, und nicht selten genau während schöner Stellen im Orchester, die ich gern ohne Nebengeräusche gehört hätte). Die Vorstellung hat mir insgesamt ausgezeichnet gefallen, was aber dem Stück, dem Ambiente und dem Orchester zuzuschreiben ist. Die Sänger waren insgesamt passabel, aber halt nicht mehr als das.

31. August 2019
11:13
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UwePaul
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31. August 2019
10:29
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Gurnemanz
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Ich will dafür keinen eigenen Thread aufmachen, hierher passts noch am ehesten:

Normalerweise lese ich keine Texte von Klaus Billand, weil er hauptsächlich über Wagner-Aufführungen berichtet und mich Wagner nicht interessiert, aber jetzt bin ich über seinen gestrigen und im heutigen Tageskommentar zitierten Konzertbericht zu Salzburg gestolpert: https://onlinemerker.com/salzburg-festspiele-wiener-philharmoniker-mit-bernard-haitink/

 

Darin gibt es zahlreiche sachliche Fehler:

Zweimal ist die Rede von "Abend", obwohl das Konzert um 11:00 vormittags begann.

Es handelte sich außerdem nicht um Haitinks letzten Auftritt in Salzburg (der ist heute, 11:00, mit demselben Programm), und nach dem heutigen kommt noch genau einer in Luzern. 

Abgesehen davon würde ich gern als Leser der Kritik etwas Handfestes erfahren und nicht nur Ausdrücke à la eine bestimmte auratische Spannung oder alle Facetten, die man sich nur wünschen könne. Nach dem Lesen des Textes weiß ich nicht, wie das Konzert war, und wie hoch der Frauenanteil des Orchesters war, ist mir auch völlig egal. Dass 88 Musiker schon ein Riesenorchester ergeben, finde ich nicht. Des weiteren schreibt sich Emanuel Ax nicht mit Doppel-m.

Tut mir leid, aber diesmal konnte ich nicht widerstehen, ein paar Sachen zu korrigieren.

24. August 2019
21:25
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Gurnemanz
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Sa., 24. August 2019: SALZBURG (Felsenreitschule): George Enescu, Œdipe

Es gibt gewisse Opern, in denen es genau eine wichtige Rolle gibt und die Leistungen der übrigen Sänger ziemlich egal sind, nur wenn diese alle schlecht sind, ists auch ärgerlich. Dazu gehören unter anderem Wozzeck, Peter Grimes, Sache Makropulos, Oedipus Rex, und auch Enescus Œdipe passt in diese Reihe. Enescu wird bedauerlicherweise weitgehend ignoriert (vom Wiener Noch-Staatsoperndirektor erwartet man eh nix, aber wieso bringt nicht das Wiener Konzerthaus mal eine Enescu-Symphonie statt des unnötigen Beethoven-Mainstreamschwerpunkts in der kommenden Saison mit dem fürchterlichen Currentzis, oder auch bei den heurigen Salzburger Festspielen hätte man ja statt der xten Bruckner-Symphonie mal ein Enescu-Orchesterwerk ausgraben können!!), und ja, Enescus Œdipe kann schon was! Die bereits erwähnte Stravinski-Version ist natürlich viel besser (dichter, spannender, moderner, kreativer), aber auch der Enescu ist des Anhörens wert und hätte sich eine deutlich bessere Realisierung als die heutige verdient. Hingegen ist erfreulich, dass ungekürzt gespielt wurde!

Ausgezeichnet war Christopher Maltman in der Hauptrolle. Was für ein ausgezeichneter Sänger, da kann man gar nichts Negatives finden. Heute der einzige mit richtiger Lautstärke, wohlklingendem Timbre, Textdeutlichkeit und Gestaltung. Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich ihn unbedingt anhören, er ist einer der besten Opernsänger der Gegenwart. Akzeptabel waren Anaïk Morel als Jocaste und John Tomlinson (der nicht mehr alle Töne trifft) als Tirésias. Besonders farblos Brian Mulligan als Créon und Ève-Maud Hubeaux als La Sphinge, die restlichen Leute nicht erwähnenswert. Der Chor (Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor) okay. 

Massiv unter meinen Erwartungen aber Dirigent/Orchester (Wiener Philharmoniker) und die Inszenierung. Ingo Metzmacher ist ja meistens sehr gut, aber heute nicht: Einzelne Stimmen sind auseinander gefallen, und generell wars so lieblos herunterdirigiert, mit sehr wenig Sinn für die farbenreiche Partitur, die mich an Szymanowskis Król Roger erinnert. So lobenswert es ist, dass er es ungekürzt spielt, er sollte die Finger davon lassen. Und die Inszenierung komplett zum Vergessen: Es ist zwar nett, dass Achim Freyer die räumlichen Möglichkeiten Felsenreitschule genützt hat, aber weniger nett ist, dass es dann akustisch oft nicht passt. Wirklich mühsam ist die fade Herumsteherei, während auch wirkliche Aktionen stattfinden hätten können. Sinnlose Kostüme, fades Stehtheater, seltsame Beleuchtung (von Franz Tscheck) machten ein paar wenige gute Einfälle (wie zum Beispiel dass die tote Sphinx senkrecht auf die Bühne fällt) nicht wett. Freyer hat eindeutig aus dem Libretto inszeniert; gefühlt und geistig durchdrungen hat er die Musik offenbar nicht (welch ein Gegensatz zur großartigen Penthesilea-Inszenierung von Konwitschny in Linz, die genau auf die Musik abgestimmt war).

Insgesamt eine passable Repertoireaufführung, jedoch eindeutig nicht festspielwürdig. Ob ich heute dafür wirklich nach Salzburg fahren hätte müssen? Eigentlich nicht, aber das sehr gute Werk zu hören war fällig.

28. Juli 2019
13:16
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Gurnemanz
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29. September 2018
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LeFis sagt
Ich hoffe auch auf eine Besprechung Ihrer Konzerte/Oper in Salzburg!

Hab grad in Salzburg die 9. Mahler mit den Wiener Philharmonikern und dem Blomstedt gehört. Hat mir super gefallen (trotz zeitweise merkwürdiger Streichertöne, die waren nicht nur einmal etwas zu tief - davon abgesehen aber sehr gutes Orchester), denn der Blomstedt ist ein hervorragender Dirigent und kein Selbstdarsteller. Und die 9. Mahler ist halt auch eindeutig besser als die 7. Schostakowitsch letztens in Wien.

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