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Neue Themen
4. Juni 2021
0:50
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alcindo
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Forumsbeiträge: 361
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21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

apropos wiederholung von e lucevan le stelle, hier aus dem jahr 1952 mit Giuseppe diStefano, sein mezzavoce war einmalig, ich habe ihn noch einige male in seiner glanzzeit als Cavaradossi gehoert, mit Karajan, Mitropolus, Cluytens, Nilsson, Price, Rysanek, Protti, Taddei, Bastianini...unvergesslich, leider war ich auch bei seinem letzten auftritt in dieser rolle in der WStO dabei....eine traurige geschichte

ich persoenlich bin gegen das bis bei dieser szene, auch Puccini haette es nicht gewollt, da er weiterkomponiert hat, da ist keine pause, auch ist es komisch ein rezitativ zu wiederholen, also 2mal das gleiche aussagen

3. Juni 2021
7:57
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 451
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20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

"Angebliche Masterclasses im Fernsehen"

1. geben so gut wie alle Säger der ersten Reihe Masterclasses (live). Kaufmann hat in Neapel, London und Madrid sowie München die ersten gegeben.
2. heisst das Programm, das Sie wahrscheinlich meinen, "meet Your master" und ist ein online-Projeht von Heiner Lauterbach mit erfolreichen Menschen, die mehr oder weniger lange Videos über ihren Beruf und die wichtigsten Aspekte dazu erstellt haben, Kaufmann´s Part ist allerdings fast 9 Stunden lang und enthält eine Live Masterclass an der Musikhochschule in München.
3. falls Sie das neueste "Projekt" meinen: das ist auf Youtube eine Reihe von kleinen Videos (das erste ist 3 min kurz) mit Statements zu diversen Themen (ich halte das mehr für eine Fan-Pflege). "Coffee mit Kaufmann"

Angeblich und Hörensagen sind unzureichende Informanten................

3. Juni 2021
0:16
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alcindo
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Forumsbeiträge: 361
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21. Januar 2021
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zu mme lohengrin: JK hat seine eigene technik  mit merkmalen, die man heutzutage bei wenigen tenoeren kennt, in den 40ger und 50gerjahren gab es immer wieder tenoere, die auf aehnliche art sangen. was JK auf jeden fall haben muss ist eine ausgesprochen gute konstitution, sonst haette er all das was er schon hinter sich hat nicht ausgehalten. was  an ihm wirklich besonders ist, ist wie er ueber seine krise wieder zurueck gefunden hat. er gibt ja angeblich jetzt masterclasses im internet.... warten wir ab, welche tenoere seinem beispiel erfolgreich nacheifern.  Alfredo Kraus hat ja auch masterclasses gehalten, aber nicht alle haben von seiner  technik profitiert.

2. Juni 2021
21:48
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 451
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20. Januar 2021
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1916, recte 2016 😉

Das war in mehrfacher Hinsicht ein unvergesslicher Abend. Die Wiederholung noch intensiver als die erste Fassung.......

Ohne eine wirklich gute Technik hätte JK nicht bis jetzt "überlebt"! Dass Technik nicht alles ist und die Emotionen erst das Erlebnis ausmachen, habe ich oft und oft zu erklären versucht, kommt aber nicht bei allen so an, wie es gesagt und gemeint ist.

Tosca, Vorspiel zum 3. Akt: es lohnt sich, die Aufnahme (DVD) aus London 2011 anzuhören. Habe das nie vorher und nachher so "gemalt" erlebt. Ein kleiner Ausschnitt ist hier enthalten:

Glocken: mit einem gewissen Schaudern erinnere ich mich an meine Besuche in Assisi; da bimmeln die Glocken auch in der Nacht .

2. Juni 2021
18:07
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Michael Tanzler
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Forumsbeiträge: 58
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1. Februar 2021
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Um von der Inszenierungsdebatte, die nie enden wird, und alle sehr erregt, so oder so, wegzukommen: mich interessiert auch die musikalische-stimmliche Seite weit mehr, und das getraue ich mir zu sagen, daß mindestens 75% der "normalen" Opernbesucher  - nicht "wir" Opernfans und Fanatiker  sind da gemeint, wir "abnormalen", die sehr oft da in die Häuser rennen, sondern das "Volk", das gern ab und zu mal in die Oper geht - ebenso primär Wert auf die akustische Umsetzung Wert legen.   ( Alltagsfetzen von H&M, Gräßlichkeiten, Videos (!!  die speziell), Sex etc sieht man im Sprechtheater und im TV, etc... mehr als genug..)

    Da war man beim "Faust" eigentlich überraschend gut bedient!  Sehr gut dirigiert, auch der Chor auf höchstem Niveau, die hierzulande zumeist unbekannten Sängern sehr gut bis ausgezeichnet! Einzig etwas schwächer gerade der "Publikumsliebling"... da fehlten einfach die Mittel  . Positiv, dass er versuchte möglichst im Stil von Alfredo Kraus der Partie beizukommen, einiges gelang auch gut und mit Geschmack, letztendlich fehlte aber die Kraft! ( Besser, daß er den "Hoffmann" nicht am großen Haus bei uns singen musste.... da wird quantitativ und qualitativ um Einiges mehr, auch an Dramatik verlangt als hier -   PS:  In den Memoiren von Jess Thomas schreibt dieser höchst intelligente große Sänger und Darsteller auch darüber... wie das ganze Buch höchst empfehlenswert  "Kein Schwert verhieß mir der Vater" )

2. Juni 2021
15:36
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alcindo
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Forumsbeiträge: 361
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

caro Dalmont: Puccini hat nicht fuer die oberste etage von Sant angelo komponiert, sondern fuer eine auffuehrung in einem theater. um bei der Wiener Tosca zu bleiben: warum wird die von gewissen kreisen so angefeindet? sie ist ein bisschen verschlampt, das koennte man ja durch eine neuinsz nach Wallmann in ordnung bringen, dem grossen teil des publikums gefaellt sie, sie ist repertoiretauglich und tut der musik nicht weh. frueher haben dr Bletschacher oder Peter Busse solche neueinstudierungen gemacht. mir persoenlich gefallen viele moderne inszenierungen, ich brauche keine realiter uebersetzung, und es gefaellt mir solange nicht von der musik und vom saenger  abgelenkt wird und der gesungene text noch logisch erscheint. so zb nicht immer wieder im neuen Parsifal . auch gefaellt mir, wenn die handlung beginnt, wo der komponist es vermerkt oder falls vorspiel, dieses zu ende. 

ich freue mich auch, dass Sie sich gut an den alten Bettelstudent in der VO erinnern, auch fuer mich damals die beste operetteninszenierung. besser als der abloesende(von Mentha), den ich grauenhaft fand,  waere eine neuauflage der alten Rottinszenierung gewesen.

meine kommentare zur gesangstechnik von JK waren meist gegenreaktionen auf aburteilungen anderer tenoere, die eine wirklich gute technik haben, durch mme lohengrin, wie zb Beczala oder Florez...im uebriegen gibt es den perfekten saenger nicht, den perfekten tenor noch weniger

2. Juni 2021
13:15
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 82
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22. Januar 2021
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Und danke, dass Sie auch bei meinen längeren Einlassungen nicht aussteigen, Lohengrin.

2. Juni 2021
13:08
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 82
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Doch Lohengrin, wir kommen zusammen, Sie beschreiben, was Puccini komponiert hat. In Wien verlangt man von einer Inszenierung, - und dafür dürfte „Tosca“ der Prototyp sein – dass alles realiter einem Faktencheck entspricht. Und von der obersten Engelsburg-Plattform ist nix von unten zu hören. Darauf haben sich meine Sätze bezogen. Puccini hat für alle, die hören können, eine erwachende Stadtatmosphäre komponiert, mit Glocken, die realiter um diese Zeit nie läuten würden.

Ich empfinde den Beginn des 3. Tosca-Aktes die wunderbarste Passage, die Puccini komponiert hat. Und sie wird – ich weiß nicht, ob Sie die Berliner Inszenierung kennen – dort optisch meiner Meinung nach kongenial umgesetzt.

Ich erzähl wieder einen Schwank aus meinem Leben: Ich glaube den Platz zu kennen, von wo die Petersdomkuppel so aussieht, wie es Sanjust für Berlin sah. In zwei Wochen wachsen einem dort die Albikokken in den Mund. Wo der Zugang unweit der Engelsburg ist, verrate ich klarerweise nicht.

Und an Sie, die wegen JK so oft angefeindet werden, gerichtet: Ich habe gestern – um mich zu vergewissern, ob meine 30Jahre zurückliegende Erinnerung bezüglich der Engelsburgplattform bei der Staatsoperntosca stimmt – auf Youtube gesucht, da fand ich ein Filmchen der Cavaradossi-Arie (ohne folgenden Sopran) mit Jonas Kaufmann von 1916 aus Wien. Und er hat sie wunderbar empfunden gesungen, ein Gesangslehrer hätte sicherlich das eine oder andere bemängeln können. Aber es geht dochfür das Publikum im Opernhaus um den Ausdruck, meiner Meinung nach, nicht um Gesangstechnik. 

1. Juni 2021
22:31
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 451
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20. Januar 2021
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Ich freue mich über Ihre ausfühlichen Texte, Dalmont; das muss auch einmal gesagt sein!

Mit dem Hirtenknaben und der Hörbarkeit seines Gesanges kommen wir aber nicht zusammen. Pappano erzählt von der Sound-Kulisse der erwachenden Stadt, nicht von dem, was man auf der Plattform der Engelsburg hört. (Wenn ich wieder daheim bin, versuche ich die Stelle zu finden, wo er über die Suche Puccinis nach den geeigneten Vorbildern spricht.)

1. Juni 2021
21:47
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 82
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline
Ad 6 und 9)
Christine, Sie haben Recht, dieser letzte Eintrag mag nicht ganz verständlich gewesen sein, weil er sich auf eine Antwort Alcindos auf einen meiner „langen“ Texte bezog. Es war Alcindos Beitrag 20 im „Beurteilung der Kritiker“-Thread, noch vor den emotional geführten Auseinandersetzungen und der Schließung.
Sie haben Schwierigkeiten, aus meinen „langen Beiträgen“ herauszuklambüsern, worum‘ s mir geht, oder was ich sagen will. Möglicherweise liegt’s daran, dass ich in der Regel immer erst mit Zeitverzögerung auf Gedanken reagiere, die ich vor ein, zwei Tagen im Forum gelesen habe. Einzelne Sätze einzukopieren, wie es oft geschieht, um dann meine Anmerkungen dazu zu geben, das vermag ich nicht. Die Logik eines Forums verlangte schnellere Reaktionen, nehme ich an. Möglicherweise reagiere ich in einem längeren Beitrag auf zu viele unterschiedliche Gedanken, die ich gelesen habe. Ich nehme Ihren Einwand, Christine, ernst.
Unbestritten ist, dass Sie und ich die zwei „Lager“ im Forum verkörpern, ironisch formuliert, das große Schisma der Wiener Opernwelt, und da interpretiert man halt alles auf den eigenen Focus bezogen, was klarerweise auch Missverständnisse hervorruft.
Sie haben den Rott-„Bettelstudent“ vor mir gesehen, für mich ist er nach wie vor die beste Operetteninszenierung, die ich an der Volksoper gesehen habe. Dass auch er in Bezug auf das Original verändert war, erfahre ich jetzt von Ihnen. Er wirkte damals so authentisch. Aber, Zeit bleibt nicht stehn… und wir verändern uns mit ihr.
Jetzt kopiere ich einen Absatz von Ihnen auf meine Weise hier herein und kursiviere ihn:
Was wollten Verdi, Puccini, die Komponisten des Verismo aussagen? Wissen das die Regisseure des 21. Jahrhunderts besser als die des 20. ? (…) Wollten die Komponisten das Publikum vor allem durch ihre Musik begeistern? Wären sie glücklich, dass heute hauptsächlich über die Interpretation des Werkes durch den Regisseur diskutiert wird?
Von Verdi, Puccini et al. gibt es sehr sehr viele Äußerungen darüber, was sie sagen wollten. Wissen wir nicht seit Freud, dass jedes Kunstwerk auch Aussagen enthält, von denen der Schöpfer selbst nix wusste? Ich denke, die Regisseure heute stellen Fragen an das gesamte Werk, vor allem auch ganz detailliert an die Texte, die früher immer als nicht wirklich ernst zu nehmende literarische Gattung angesehen wurden. Was nie stimmte, denn alle großen Komponisten haben mit ihren Librettisten um Versmaße, Ausdrücke, Aussagen ecc.ecc. gekämpft. Und Regisseurinnen stellen die Fragen von der Jetztzeit aus und versuchen sie mit zeitgemäßen Mitteln umzusetzen (was extrem spannend ist). Zu Ihrer zweiten Frage: Den Komponisten ging es nie nur um die Musik allein, immer um das gesamte theatralische Werk. Zu der dritten Frage: Wir können bei den Toten keine Erkundigungen mehr einholen, wir leben mit den Werken, die nur als Text und Partitur auf uns gekommen sind.  
Ich werde schon wieder sehr lang, deshalb noch kurz zur „Tosca“ und Pappanos Einführung. Die Engelsburg wird auch heute noch von einem großen Park umgeben. Steht man vor ihr, dann war auf der einen Seite damals die mittelalterliche Stadt um den Vatikan, dahinter und rechts davon die Wiesen, heute der Stadtteil Prati. Von ganz oben, von der Engelsplattform aus ist und war eine Knabenstimme nicht zu hören, auch im Morgengrauen nicht, wenn Schafe geblökt und mit lauten Wägen die Stadt versorgt worden ist. Aber darum ging es doch Puccini nicht.
Puccini hat sehr viel überlegt, um den Beginn des dritten Aktes so wunderbar stimmig zu gestalten, wie wir ihn kennen. Das Missverständnis von Nicolas Benois war es, für die Wiener Inszenierung das so klar mit der Engelsplattform des Castello verorten zu wollen, aber manchen im Forum scheint diese Wiener Verortung der Inbegriff ihres Werktreue-Verständnisses zu sein. Oper war immer höchst artifiziell, auch die naturalistischen Italiener waren artifiziell (halt auf einem ästhetischen Holzweg). Wie vergleichsweise subtil ist die Bühnenbildlösung des Beginns des dritten Aktes an der Deutschen Oper Berlin von Filippo Sanjust, der ja auch nicht als Bilderstürmer gilt.
 
1. Juni 2021
13:24
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Christine
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22. Januar 2021
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"Um 1800 sollen die Flächen um die Engelsburg als Weiden gedient haben .."., daher könnte man den Hirtenjungen von der Engelsburg aus gehört haben, was Dalmont bezweifelte.

1. Juni 2021
11:17
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 451
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20. Januar 2021
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Lohengrin, das ist eindeutig ein Punkt für Sie!

???

1. Juni 2021
10:50
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Opernfreund
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Forumsbeiträge: 5
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1. Mai 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine, auf Ihre letzte Frage Bezug nehmend glaube ich nicht, dass Komponisten sehr glücklich wären, dass vorwiegend über die Inszenierungen diskutiert wird. Ich habe es auch sehr oft befremdlich gefunden, dass es Kritiken gibt, in denen ca. 3/4 über die Inszenierung geschrieben wird und dann noch 1/4 zur musikalischen Seite.

Aber hier im Forum haben es ja wir Diskutanten in der Hand, welche Seite stärker diskutiert wird und man müsste nicht soviel der geschmacksabhängigen Frage "moderne" vs "traditionelle" Inszenierung widmen, wie es hier geschieht, wobei dann die Fronten immer wieder überraschend unversöhnlich aufeinanderprallen (ich wäre übrigens vorsichtig mit einer Feststellung, dass die Mehrheit des Publikums traditionelle Inszenierungen bevorzugt, so schwarz weiß würde ich das nicht sehen). Z.B. hatte ich in meinem Bekanntenkreis beim Faust (der mir szenisch vor Ort ganz gut gefallen hat, einige Komponenten der Inszenierung haben mich aber gestört) mehr Diskussionen über musikalische Aspekte. Die musikalische Seite hat mich sehr überzeugt, aber es gab doch Gegenstimmen, die sich bei der Besetzung der Hauptrolle eine dramatischere Stimme gewünscht haben. Ich habe Florez mit seiner stilistisch ausgezeichneten Stimme sehr gut gefunden, musste aber auch zugestehen, dass man live vor Ort sich bei manchen Stellen etwas mehr stimmliche Durchschlagskraft wünschen würde. Gerade wenn nun die neuerliche Schließung des Forums droht (würde ich echt sehr Schade finden!), wäre es vielleicht nicht ganz schlecht wenn man von dem Inszenierungsthema, bei dem es scheinbar wenig Konsenz gibt, mehr zur musikaischen Seite geht, oder droht da noch mehr Streitpotential (Stichwort Lieblingssänger...)?

1. Juni 2021
9:58
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Christine
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Forumsbeiträge: 206
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Lohengrin, das ist eindeutig ein Punkt für Sie!

Dalmont, Sie schreiben immer sehr lange Beiträge und mir wird meist nicht ganz klar, was Sie eigentlich aussagen möchten.

Ich habe den Bettelstudent in der Wiener Volksoper im Jänner 1970 zum ersten Mal gesehen, das ist auch schon 51 Jahre her. Ich kannte diese Operette vorher nicht mit Ausnahme des Liedes "Ich knüpfte manche zarte Bande", gesungen von Fritz Wunderlich. Ein Fritz Wunderlich stand nicht auf der Bühne, es hat mir trotzdem gut gefallen und ich bin erst nachher darauf gekommen, dass Adolf Rott das Originallibretto teilweise verändert hat. Jahre später war ich mit meinen Kindern in dieser Operette in einer Neuinszenierung in der Originalfassung wie es hieß. Diese Aufführung fand ich nicht ganz so gut. Jetzt habe ich den Bettelstudenten schon lange nicht gesehen, in einer ganz modernen Inszenierung würde ich ihn wahrscheinlich auch nicht aushalten.

Was wollten Verdi, Puccini, die Komponisten des Verismo aussagen? Wissen das die Regisseure des 21. Jahrhunderts besser als die des 20. ? Man muss diese Frage aber gar nicht auf die italienischen Komponisten beschränken. Wollten die Komponisten das Publikum vor allem durch ihre Musik begeistern? Wären sie glücklich, dass heute hauptsächlich über die Interpretation des Werkes durch den Regisseur diskutiert wird?

1. Juni 2021
8:17
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 451
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20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Denn wo konnte und kann man von der Engelsburg einen Hirtenjungen singen hören?

Dazu erinnere ich mich an die Pappano - Einführung zu der auf DVD festgehaltenen Tosca aus London 2011: um 1800 sollen die Flächen um die Engelsburg als Weiden gedient hben, also nicht verbaut gewesen sein....

1. Juni 2021
1:10
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 82
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline
Alcindo, ich antworte Ihnen hier auf Ihre Replique im Kritiker-Thread, weil der geschlossen ist (ein Thema, das mich extrem interessiert, seit ich vor vielen Jahren ein Büchlein mit Kritiken von Eduard Hanslick in die Hand bekam, der ja als Kritikerpapst der „Neuen Freien Presse“ bis heute in Wien berühmt ist, obwohl er eigentlich nur Fehlurteile produziert und Komponisten das Leben sauschwer gemacht hat.) Schade, dass dieser Thread zu dem so interessanten Thema so ausgeartet ist.
Ihre Frage + die Punkte a-g: ja, das sind für das 19. Jahrhundert wesentliche Punkte (beim „Nabucco“ sollte man sich nicht von Verdis spätem Text allzu sehr verleiten lassen, für das Risorgimento dürfte der „guerra“ Chor aus „Norma“ viel wichtiger gewesen sein).
Das Wichtigste haben Sie nicht erwähnt: alle, aber auch wirklich alle großen Komponisten wollten mit ihren Opern den Menschen etwas mitteilen und haben mit Zensurbehörden, Theaterdirektoren, Librettisten, eitlen Sänger*innen darum gerungen, ihre Aussage möglichst genau auf die Bühne bringen zu können. Die für heutige Bühnenschaffende so zentrale Frage „Was sagt eine bestimme Oper aus, ist das für heute relevant und wie lässt sich die Aussage mit gegenwärtigen ästhetischen Mitteln auf die Bühne bringen?“ ist für Sie offensichtlich nicht wichtig.
Hier im Forum geht es ja meist um die italienische, schon weniger um die französische, noch weniger um die deutschsprachige und gar nicht mehr um die slawische Oper. Und beim  Italienischen vor allem um die Naturalisten um die Wende zum 20. Jahrhundert (die zugegeben auskomponiert haben, wenn ein Fenster geschlossen wird). Diese Italiener haben ganz kurzfristig suggeriert, dass es auf der Bühne um naturalistisches Bühnengeschehen geht, das aber auch nicht stimmt. Denn wo konnte und kann man von der Engelsburg einen Hirtenjungen singen hören? Die Glocken hört man in Rom klarerweise von überall. Also was soll’s.
Alcindo, ich hab‘ auch Ihre gerühmte „Bettelstudent“-Inszenierung vor 50 Jahren noch sehr goutiert, heute kann ich das Stück nicht mehr ertragen (die Musik schon), ich habe Inszenierungen aus meiner Teeny-Zeit in der Provinz im Kopf als eindrucksvoll gespeichert, die würden Sie verlachen. Das sind doch alles persönliche Erinnerungen.
Die drei alten Wiener Puccini-Einstudierungen waren die Cashcow der Staatsoper, die Aussagen von Operndirektoren zu Folge über den Tourismus auch ausverkauft waren, wenn sie nicht besonders besetzt werden konnten. Puccini-Schlager dieser drei gefallen halt weltweit einem sehr großen Publikumskreis, das „Trittico“ bringt schon weniger an der Kasse. Warum soll man sich fragen, was wollte Puccini auch in diesen drei Opern aussagen, wenn die inszenatorischen Relikte dieser Insznierungen sich immer gut verkaufen?
Mir geht’s auch in der Oper um das Hier und Heute. Wenn jemand mit Reimanns „Lear“, Bergs „Wozzeck“ oder schon mit Debussys „Pelléas et Mélisande“ nix anfangen kann, das ist das das gute Recht jedes Menschen. Warum will jemand dann unbedingt als Sparring-Partner auf dem Gebiet Oper gelten?
Darf ich es so formulieren: Ich habe den Eindruck, es geht auch Ihnen viel mehr um den Opernbetrieb als um die Aussagekraft der Werke.
Es gibt im Forum zwei grundsätzlich entgegengesetzte Positionen, die auch von unterschiedlichen Grundannahmen ausgehen. Die Argumente sind mehr als bekannt. Worüber sollte im Forum diskutiert werden? Über die Dinge, die die einzelnen Häuser den Interessierten eh zu mailen, weil sie deren Informationen abonniert haben?
Haben Sie eine andere Idee, was diskutiert werden könnte?
29. Mai 2021
9:21
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 37
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25. Januar 2021
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Macbeth: alle bestellt, alle zugeteilt bekommen, wunschsitz galerie mitte/halbmitte.

28. Mai 2021
15:58
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BalthasarZorn
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Forumsbeiträge: 36
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21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Es hält sie doch niemand auf, ein neues Thema anzuschneiden, beispielsweise:

"Werden jetzt für die Macbeth-Vorstellungen Karten verfügbar ?",

da ja ab 10.6. die Obergrenze für die Belegung 75 %, also 1409 Plätze sind.

28. Mai 2021
14:10
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Figaro1992
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Forumsbeiträge: 21
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19. April 2021
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Wann gibts denn endlich einmal wieder -zumindest- ein neues Thema? Mir is scho ganz faaaaad.

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