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Lunacek, die Künstler und die SPÖ | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

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Zudem prüfen wir auch, ob sich der Wegfall des Forums tatsächlich so stark auf die Quote auswirkt, weil uns bereits mehrmals vorgehalten wurde, dass wir das Forum nur wegen der Quote aufrechterhalten. Wir wollen Ihnen und auch uns das Gegenteil beweisen! Der Online-Merker lebt nicht von der Quote, wir verdienen keinen Cent an ihr, die Quote ist nur die Bestätigung/ Kontrolle über die Qualität unserer Arbeit!

Wir bitten um Verständnis und werden Sie gegebenenfalls informieren!

Anton Cupak, Herausgeber

 

 

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Lunacek, die Künstler und die SPÖ
15. Mai 2020
11:41
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Imanuel
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ohne es zu bemerken beweist lohengrin gerade, dass die vorwürfe gegen sie richtig sind. sie wünscht sich die polizei herbei, sobald ihr jemand widerspricht. solche leute sind wirklich peinlich in einer demokratie. alle hier versuchen zu argumentieren, lohengrin aber versucht ständig, diskussionen zu zerstören oder anderen den mund zu verbieten.

15. Mai 2020
11:37
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@Vlad

"Das warf man ja auch immer wieder Leuten vor ..."

Ich würde das anders formulieren. Die staatsnahen Medien (z. B. der öffentlich-rechtliche Rundfunk) haben in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht, für bestehende Machtverhältnisse bedrohlichen Widerstand in der Bevölkerung immer mit politischen Radikalismus in Verbindung zu bringen. Deshalb hat man die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich z. B. lange Zeit als eine Organisation von Rechtsradikalen verkauft, was sich im Nachhinein nachweislich als falsch herausgestellt hat. Mit dieser Methode kann man diesen berechtigten Widerstand in der Bevölkerung diskreditieren. Außerdem bewirkt man damit, dass solche Bewegungen früher oder später tatsächlich von Radikalen infiltriert werden und sich damit selbst ins Knie schießen. Diese perfide Methode, demokratisch legitimierten Widerstand gegen Regierungspolitik in den Dreck zu ziehen, funktioniert selbstverständlich nur dann, wenn es Gutgläubige gibt, die annehmen, die mediale Berichterstattung würde die Realität wahrheitsgemäß abbilden.

@Lohengrin

"Ich werde mich ..."  -> Laugh

15. Mai 2020
11:15
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@Amfortas: Stimmt zum Teil, was sie zu "Verschwörungstheoretikern" sagen, aber man könnte sich schon überlegen, mit welchem Mob man mit marschiert. Ich schätze Herrn Groissböck nicht so ein, dass er zu den Gates-Pädophilie-G5-Leuten gehört, aber dort mitzumarschieren ist nicht sehr intelligent. Das warf man ja auch immer wieder Leuten vor, die bei RAF oder AfD (um beide Seiten zu erwähnen) mitmarschierten....

In diesem Zusammenhang ein Danke an den tollen Renate Wagner-Kommentar heute. Und die Föttinger/Rhomberg-Behauptung von wegen Privattheater ist wohl lächerlich wie kaum: ⅔ der Einnahmen sind Subventionen durch Stadt Wien und Bund. Ich korrigiere mich gerne in Sachen konstruktive Vorschläge, nachem ich Kerschbaums Pläne fürs Brucknerhaus las....

15. Mai 2020
11:13
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Lohengrin2
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15. Mai 2020
11:07
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Lohengrin2
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vor 80 Jahren hätten Sie die Brutalität der Staatsorgane auch gutgeheißen.

Wahrscheinlich gehören Sie auch zu den Denunzianten, die Kinder angezeigt haben weil sie in Sandkästen gespielt haben oder es befürworteten, dass man Wanderer mit Polizeihubschraubern jagt. Leute wie Sie sind in einer demokratischen Rechtsstaat einfach nur peinlich!

Ich werde mich um die Bekanntgabe hres Klarnamens bemühen und Sie rechtlich belangen.

Sie sind nicht nur zu weit gegangen, Sie enthüllen Ihre ganze krininelle Energie!

15. Mai 2020
10:58
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@Lohengrin

"Diese Menschen haben sich unter Inkaunahme eines Schadenss füe die Mitmenschen über Gesetze und Vorschriften hinweggesetzt."

Was für ein Nonsens! 🙂 Ihnen dürfte offenbar entgangen sein, dass sogar der Gesundheits- und der Innenminister mittlerweile eingesehen haben, dass sie mit ihren polizeistaatlichen Methoden weit über das Ziel hinaus geschossen sind. Oder wie sonst erklären Sie sich das Zurückrudern und Anschobers Behauptung, man habe es mit den sozialen Kontaktsperren nicht so gemeint? Wie erklären Sie sich, dass Nehmammer plötzlich behauptet, diese 30.000 Anzeigen seien aufgrund von Lärmbelästigungen verhängt worden? Die österreichische Rechtsanwaltskammer gab jedenfalls schon vor zwei Monaten bekannt, Geldstrafen, die aufgrund angeblicher Verstöße gegen die Kontaktsperren verhängt wurden, NICHT zu begleichen, sondern ein Rechtsmittel dagegen einzulegen, weil alle diese Strafen gegen die Verfassung verstoßen und deshalb vor der Berufungsinstanz nicht bestehen könnten. Sie sind eine Befürworterin polizeistaatlicher Methoden - das haben Sie in den letzten Monaten mit beeindruckender Deutlichkeit unter Beweis gestellt. Ich kann mich nur wiederholen: vor 80 Jahren hätten Sie die Brutalität der Staatsorgane auch gutgeheißen. Wahrscheinlich gehören Sie auch zu den Denunzianten, die Kinder angezeigt haben weil sie in Sandkästen gespielt haben, und befürworteten es, als man Wanderer mit Polizeihubschraubern jagt hat. Leute wie Sie sind in einem demokratischen Rechtsstaat einfach nur peinlich!

15. Mai 2020
10:27
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...im Gegensatz zum Herrn Drozda, dessen Rolle im Burgtheater NIE ganz aufgeklärt werden wird, weil die Gerichte und die Justiz voll mit seinen Gesinnungsgenossen sind, und der uns die herrlichen Bestellungen der Direktoren beschert hat, dieser "Experte" - für brutalste Freunderlwirtschaft allerdings! Und der traut sich zu kritisieren.... eine Chuzpe ersten Ranges!

    Hätte ein "Blauer" den "Art for Art" Chef bestellt, was wäre das für ein Aufschrei gewesen - so interessiert das nur eine ganz kleine Minderheit...  Wie wurden die "Blauen" immer für die "dünne Personaldecke" gescholten und verhöhnt....  Was haben denn die - speziell vom ORF zu den "Heiligen und Unantastbaren unserer Tage " hochstilisierten - Grünen denn a so tollen Köpfen anzubieten????    Sie mussten die bereits "ausgemusterten" an die Wand Fahrer Brosz und Lunacek reaktivieren...  !!     So schauts aus....

15. Mai 2020
10:05
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"dass eine Frau, die nicht die geringste Ahnung von Kultur hat und sich in ihrem politischen Leben nie besonders mit dieser Materie befasst hat"

im Gegensatz zu welchen ihrer Vorgänger(innen)?

15. Mai 2020
9:54
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Ich habe soeben gelesen, dass Lunacek unmittelbar vor dem Rücktritt steht. Das ist wohl das Ende dieses unwürdigen Schauspiels, auf das sich Lunacek eingelassen hat. Der Fall Lunacek ist ein abschreckendes Beispiel und hat uns wieder einmal klar vor Augen geführt, dass Protektionismus und Freunderlwirtschaft auch bei den Grünen gang und gäbe sind. Wie sonst ließe sich erklären, dass eine Frau, die nicht die geringste Ahnung von Kultur hat und sich in ihrem politischen Leben nie besonders mit dieser Materie befasst hat, das Amt einer Kultur-Staatssekretärin zugeschanzt bekam?

15. Mai 2020
9:49
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Lohengrin2
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Es ist ein seit Jahrhunderten bewährter rhethorischer Trick, den Andersdenkenden lächerlich zu machen und moralisch zu diskreditieren, wenn man nicht weiß, wie man ihm argumentatorisch begegnen soll.

Was für Erkenntnis auf einmal!

 

In Österreich wurden 30.000 Menschen angezeigt, weil sie sich das soziale Miteinander nicht verbieten ließen.

Was für eine haarsträubende Verdrehung der Tatsachen!!! Diese Menschen haben sich unter Inkaunahme eines Schadenss füe die Mitmenschen über Gesetze und Vorschriften hinweggesetzt. Würden auf einmal einige links fahren, würde von Geisterfahrern die Rede sein und diese würden ihrer Strafe nicht entgehen!

15. Mai 2020
9:34
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@Vlad

Nur so viel sei noch gesagt - denn wenn man mehr sagt, wird einem schnell das Reden verboten. Wie immer dann, wenn die Politik die Wahrheit verbiegen muss:

"Mir hat die Regierung das soziale Miteinander nicht verboten, ich lebe es weiter"

In Österreich wurden 30.000 Menschen angezeigt, weil sie sich das soziale Miteinander nicht verbieten ließen.

"Opernbesuche etc. sind aber für mich nicht lebensnotwendig ..."

Für mich auch nicht. Für kein menschliches Individuum. Aber für unsere Gesellschaft und unsere Kultur sind sie sehr wohl notwendig.

"... Verschwörungstheoretikern und Aluhutträgern ..."

Es ist ein seit Jahrhunderten bewährter rhethorischer Trick, den Andersdenkenden lächerlich zu machen und moralisch zu diskreditieren, wenn man nicht weiß, wie man ihm argumentatorisch begegnen soll. Ein Blick zurück zeigt, dass schon Charles Darwin, Sigmund Freud und Albert Einstein als Verschwörungstheoretiker bezeichnet wurden. Der Vorwurf, an eine Verschwörungstheorie zu glauben, ist ein lächerliches Totschlagargument. Wenn jemand an Verschwörungstheorien glaubt, dann diejenigen, die das geglaubt haben, was prognostiziert, aber niemals eingetreten ist. Ich habe Respekt vor Menschen wie Groissböck, die nicht einfach nur das nachplappern, was Regierungen und Massenmedien vorgeben, sondern die sich trauen, notfalls auch das politisch Inkorrekte auszusprechen, sich mit den Mächtigen anzulegen und für Wahrheit und Recht zu kämpfen. Gäbe es solche Menschen nicht, würden wir in Österreich immer noch den rechten Arm zum Gruß heben.

15. Mai 2020
3:00
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Gianni Roccanova
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Inzwischen wird sichtbar, wie kontraproduktiv das Auftreten "empörter" oder "wütender" Künstler ist, die zwar fordern und Ansprüche stellen - allerdings vor allem an andere, weniger an sich selbst. Anstatt durch konstruktives, positives Auftreten die Herzen und Hirne der Menschen und somit der Politik für sich zu gewinnen, findet das Gegenteil statt: Manche Steuerzahler beginnen zu fragen, ob wir derzeit nicht vielleicht andere, drängendere Probleme haben (von Arbeitslosen bis hin zu unterbezahlten Pflegekräften). Entsprechend negativ fallen auch zahlreiche Postings unter dem folgenden Artikel aus:

https://www.derstandard.at/sto.....und-kultur

Das hätte man mit etwas Nachdenken und Besonnenheit vermeiden können. So schießt man sich selbst ins Knie und nimmt sich selbst aus dem Spiel. Auch der theatralische Auftritt des Josefstadt-Direktors - eher an eine relativ grantige und ziemlich bemühte Imitation der deutlich geschliffeneren und amüsanteren Tiraden einer Figur aus dem Theaterkosmos von Thomas Bernhard erinnernd - im Rahmen seiner Spielplankonferenz war in meinen Augen vor allem bizarr. Irgendjemand hätte ihm davon dringend abraten müssen.

Man stelle sich vor, nach Ende des Krieges 1945 hätten die Künstler von Burg, Oper und anderen Bühnen so agiert. Zum Glück taten sie das nicht, sondern sie krempelten die Ärmel unter widrigsten Bedingungen auf, dachten nach, wanderten stundenlang durch Schuttberge, überwanden ihren Hunger, begruben alte Feindschaften, vergaßen vorübergehend auf tiefe menschliche Enttäuschungen der vorhergehenden Jahre, organisierten neue Spielorte, bildeten Ensembles und gestalteten Spielpläne, um zunächst behelfsmäßig, aber mit viel Herzblut, Engagement, Mut, Eigeninitiative und Zuversicht zwischen Ruinen wieder Theater und Oper zu machen.

14. Mai 2020
20:23
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Lohengrin2
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Vlad: 95% Zustimmung!

5%: Die BSO hat mir mein Geld zurückgezahlt und hat auch sofort mit den "Montagskonzerten" begonnen. Die laufen noch nach derzeitiger Programmierung bis 1. Juli. Man hört, dass sie auch an weiteren Programmen arbeiten. Wiesbaden hat ab kommenden Montag ein sehr ambitioniertes "Ersatzprogramm" angekündigt (wie das angesichts der Einreisebestimmungen in die BRD gehen soll, ist mir schleierhaft, aber: abwarten und Tee trinken...)

14. Mai 2020
19:52
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Interessant in diesem Zusammenhang:

Gastronomie, komplett privatwirtschaftlich, bemühte sich vom ersten Tag an um Lösungen, einige lieferten aus, anderen boten Abholservice, individuelle Lösungen wurden erarbeitet und den Kunden und der Öffentlichkeit präsentiert, klar wurde auch gejammert, aber man ging mit positivem konstruktivem Handeln voran.

Kultur, zu 95% von Staatssubventionen abhängig, erstarrt in Schockstarre, einzelne Künstler am untersten Ende der Verdienstpyramide flüchten ins Netz, die Superstars sorgen mit ihren social media Beiträge für zusätzliche Klicks, man darf sich an den Villen und Penthouses der Stars erfreuen,  die Theater streamen alte Aufführungen, aber  von keinem einzigen Haus habe ich bisher konkrete Ideen für einen regulären Betrieb gelesen, statt dessen (durchaus berechtigte und verständliche) Politikerbeschimpfungen und Rufe nach Milliarden.

Ich gebe zu, dass ich natürlich ein wenig polarisiert alles darstelle, aber vielleicht sollte man auch einmal über sich selbst nachdenken.

PS: Von keiner einzigen Institution habe ich bisher Geld zurückerhalten für Karten, die ich bestellte. Im Gegenteil, ich werde aufgefordert zu spenden....

 

Und da der andere thread wieder einmal gesperrt wurde: @amfortas Mir hat die Regierung das soziale Miteinander nicht verboten, ich lebe es weiter, Opernbesuche etc. sind aber für mich nicht lebensnotwendig, das Leben bietet so vieles und der Tag hat ohnedies nur 24 Stunden. Und zu Groissböck: Seine Sache sich mit Verschwörungstheoretikern und Aluhutträgern sich ins Bett zu legen....

14. Mai 2020
3:15
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Gianni Roccanova
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Auf sehr geschickte Weise wurde in den letzten Tagen medial folgendes Bild vermittelt: Alle Künstler protestieren wütend gegen die unfähige Staatssekretärin Lunacek. Alle Künstler? Eher nicht. Und auch nicht alle Kulturmenschen. Aber schon Brecht formulierte: Die im Dunkeln sieht man nicht.

Vielmehr handelt es sich hier um eine sehr geschickte Strategie gegen Lunacek. Und vor allem gegen die Grünen insgesamt.

So richtig los ging es nach einigem Geplänkel im Vorfeld am 23. April im hochprofessionell vom SPÖ-Parlamentsklub produzierten Medium "Kontrast":

https://kontrast.at/lunacek-un.....-oeffnung/

Und schließlich versammelte man sich am 11. Mai zum Protest:

https://kontrast.at/corona-pet.....ler-kunst/

Besonders schön ist die im letzten Artikel zitierte ehrliche Aussage des bekannten Kabarettisten Lukas Resetarits: "Geigen wir die ganze Grüne Kulturpartie ham – unter die 4 Prozent, wo sie hingehören." Worum es also zumindest laut Herrn Resetarits geht: Die Grünen wieder aus dem Nationalrat zu entfernen.

Selbstverständlich ist dies ein absolut legitimes Ziel einer politischen Partei wie der SPÖ, die seit 1970 praktisch im Alleingang die österreichische Kulturpolitik auf Bundesebene bestimmt hat - von den sieben Jahren schwarz-blauer, schwarz-oranger oder türkis-blauer Koalitionen einmal abgesehen. In diesen Jahrzehnten haben sich etliche Netzwerke gebildet, die für einige Leute hilfreich gewesen sein mögen. Und es ist auch nicht mehr möglich, so leicht wie in den erwähnten Ausnahmejahren die türkis-grüne Regierung insgesamt als rechtsextrem oder faschistoid zu etikettieren, um ihre baldige Ablöse zu erleichtern. Dazu kommt, dass die Grünen laut Umfragen im Bund mittlerweile etwa so stark wie die SPÖ sind. Und im Herbst stehen auch noch Wahlen im bisher rot-grünen Wien an. Kurz: Es steht eher weniger optimal um den SPÖ-Einfluss auf die Kultur, und insgesamt ist der Zustand der SPÖ nicht unbedingt glänzend. In so einer Situation muss sich jede halbwegs intelligente Partei etwas überlegen. Und jene Leute, die den alten Verhältnissen nachtrauern, werden da nicht unbedingt Steine in den Weg legen wollen.

Ich halte Frau Lunacek für keine Idealbesetzung des Kulturstaatsekretärs, sie fremdelt und wirkt schwach. Allerdings ist das hier zu konstatierende Manöver relativ leicht zu durchschauen. Und wenn ich mich an die Kultur-Regierungsverantwortlichen der letzten Jahrzehnte erinnere, fallen mir auf Anhieb einige schwache, mitunter hilflose Funktionäre ein, die vor allem abgenickt haben, was ihnen kundige Einflüsterer vorgesagt haben. Natürlich gab es positive Beispiele - etwa Zilk, Morak, Schmied, Ostermayer, die ungeachtet etwaiger Fehler immerhin gestalten wollten und von der Materie ein Mindestmaß an Ahnung besaßen.

Fazit: Man kann ruhig gegen Lunacek sein, aber bei gewissen Manövern ist relativ klar, worum es eigentlich geht. Statt sich auf eine missliebige Person einzuschießen, wären konstruktive, konkrete Vorschläge deutlich hilfreicher für alle Kunst- und Kulturschaffenden sowie entsprechende Institutionen. Reine Parteipolitik ist hier nicht besonders klug. Übrigens: Wenn früher linke oder grüne Politikerinnen scharf attackiert wurden, waren relativ rasch Stimmen vernehmbar, die vor Frauenfeindlichkeit und Hetze warnten. Plötzlich sind diese Stimmen verstummt - ein interessantes Phänomen, vor alllem, wenn man mit gewissen Medien und Journalisten sowie deren Leitartikeln, Kommentaren und Twitter-Empörungen vertraut ist. Da muss man einfach ein wenig schmunzeln!

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