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Lohengrin Verriss
10. November 2018
0:48
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 58
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

UwePaul sagt
Noch nie Seiffert als Tannhäuser gehört??? Gerade vor Kurzem gehört. Immer noch sehr sehr respaktabel und bewundernswert.  

Ich hab ihn 2012 zweimal als Tannhäuser gehört - aber Stephen Gould hat mir besser gefallen!

Kurwenal sagt
Ich finde, Seiffert hat seinen Zenit bereits vor Jahrzehnten überschritten. Ich habe Seiffert zuletzt in Walküre in Salzburg gehört und dort war er eine Zumutung. Die Wälse-Rufe sollten nicht nur laut und lang sein sondern auch in der richtigen Tonhöhe gesungen werden. Seiffert forciert mittlerweile viel zu sehr. In Zürich habe ich eine Tristan-Aufführung erlebt, in dem ihm bereits im 2. Akt die Kräfte verließen und der 3. Akt praktisch nur mehr gesprochen werden konnte.  

Ja, dass er seinen Zenit schon lange überschritten hat, finde ich auch. Seine frühen Aufnahmen (aus den 1980er- und frühen 1990er-Jahren) finde ich ganz ausgezeichnet. Nichtdestoweniger bin ich der Meinung, dass es auch heute fürs Heldenfach nicht viele bessere Sänger gibt als ihn. Deshalb finde ich es auch so schade, dass Schager mit seinem hervorragenden Material so umgeht wie hier in Beitrag 29 beschrieben.
Von der Walküre aus Salzburg (2017) sind die ersten beiden Akte auf Youtube. Das war eindeutig ein schwacher Abend (wenn auch noch lange nicht so schlimm als er 2014 in Wien während des Siegmunds im Laufe der Aufführung abbrechen musste - aber da war ich nicht drinnen, es wurde mir nur glaubhaft geschildert). Leider hat er sich genau während "Die Liebe lockte den Lenz" auf den Boden gesetzt, sonst wär diese Passage nicht so danebengegangen. Insgesamt finde ich aber trotzdem, dass es eine gute Leistung ist. Was die Stimme mittlerweile eingebüßt hat, macht er meiner Meinung nach wieder wett.

Im derzeitigen Stadium seiner Karriere würd ich ihn sehr gerne als Peter Grimes, Herodes, Aegisth hören (aber wahrscheinlich sind ihm diese Partien zu schwierig zu erlernen), zwischendurch noch als Florestan und in anderen Partien. Canio wäre auch noch fällig, aber dafür ists jetzt wohl zu spät, vermute ich.

9. November 2018
13:10
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 108
Mitglied seit:
14. März 2018
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@ Lohengrin vom  7.11.2018:  Titel Lautstarke Bauernhochzeit mit Hindernissen lesen! sehr treffend.

9. November 2018
10:35
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lavoce
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Forumsbeiträge: 7
Mitglied seit:
11. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

cosifantutte sagt
Andreas _Schager: es ist schon sonderbar, daß dieser Sänger sichtlich ( besser hörbar) polemisiert - vor allem was sein sogenanntes "Brüllen" betrifft - meiner Meinung nach ist das falsch - Schager ist im Besitz einer hellen, extrem hoch sitzenden, sehr "obertonreichen" ,extrem vorne sitzenden und extrem stark fokusierten Tenorstimme, eingesetzt mit (noch) jugendlicher Kraft. So eine Art von Stimmcharakter hört man immer ,auch im zartesten Piano - Ich mache hier sogar einen Vergleich mit dem Stimmcharkater der unvergessenen Birigit Nilsson, die nicht nur  im Höhenregister mit einem irren Glanz und Kraft versehenen Strahl ("Schwedenstahl") eine extrem schlanke Tongebung inne hatte und dadurch immer zu hören war- auch im äußerstem Piano ( das sie toll beherrschte) .Das diesen Art der Stimmen, gegenüber denen mit weichen, breiten, "cremigen" Timbre , nur ein begrenztes Spektrum an Farben zur Verfügung stehen, ist deren Manko ( das ich, in Anbetracht der Kraft und des Stimmglanzes-) gerne in Kauf nehme.Den einzigen Tenor, den ich als echten, schweren Heldentenor ( im klassischen Sinn) live erlebte war Hans Beirer - alle anderen Tenöre ( ua Windgassen , J.Thomas, King, inkl. Domingo & Co:) sind für mich immer die sogenannten jugendlich- dramatischen Tenöre ( und das großartig) gewesen  

Dass die Stimme AS extrem hoch sitzt, stimme ich Ihnen zu. Sie sitzt leider zu sehr in der Nase. Das ist zwar kein Hindernis, die Stimme zu hören, sehr wohl aber richtig zu intonieren. AS singt mit SEHR viel Druck.Im Übergang deshalb oft zu tief.Wenn er nicht beginnt ökonomisch zu singen (mit den Zinsen und nicht mit dem Kapital), ist er bald weg von Fleck.

Ich verstehe die Begeisterung der Zuhörer über seine klangliche Präsenz. Im Vergleich mit dem Sängerknaben Vogt besonders.

Aber das bedeutet nicht, dass AR richtig singt.Mit richtig meine ich vor allem: gesund und frei für den Sänger selbst. Dem Publikum ist es sowieso wurst... die neuen Helden kommen ja laufend daher.

 

Gruss, lavoce

9. November 2018
10:19
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cosifantutte
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Forumsbeiträge: 3
Mitglied seit:
5. November 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Andreas _Schager: es ist schon sonderbar, daß dieser Sänger sichtlich ( besser hörbar) polemisiert - vor allem was sein sogenanntes "Brüllen" betrifft - meiner Meinung nach ist das falsch - Schager ist im Besitz einer hellen, extrem hoch sitzenden, sehr "obertonreichen" ,extrem vorne sitzenden und extrem stark fokusierten Tenorstimme, eingesetzt mit (noch) jugendlicher Kraft. So eine Art von Stimmcharakter hört man immer ,auch im zartesten Piano - Ich mache hier sogar einen Vergleich mit dem Stimmcharkater der unvergessenen Birigit Nilsson, die nicht nur  im Höhenregister mit einem irren Glanz und Kraft versehenen Strahl ("Schwedenstahl") eine extrem schlanke Tongebung inne hatte und dadurch immer zu hören war- auch im äußerstem Piano ( das sie toll beherrschte) .Das diesen Art der Stimmen, gegenüber denen mit weichen, breiten, "cremigen" Timbre , nur ein begrenztes Spektrum an Farben zur Verfügung stehen, ist deren Manko ( das ich, in Anbetracht der Kraft und des Stimmglanzes-) gerne in Kauf nehme.Den einzigen Tenor, den ich als echten, schweren Heldentenor ( im klassischen Sinn) live erlebte war Hans Beirer - alle anderen Tenöre ( ua Windgassen , J.Thomas, King, inkl. Domingo & Co:) sind für mich immer die sogenannten jugendlich- dramatischen Tenöre ( und das großartig) gewesen

9. November 2018
9:56
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Kurwenal
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Forumsbeiträge: 55
Mitglied seit:
17. Juli 2018
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Ich finde, Seiffert hat seinen Zenit bereits vor Jahrzehnten überschritten. Ich habe Seiffert zuletzt in Walküre in Salzburg gehört und dort war er eine Zumutung. Die Wälse-Rufe sollten nicht nur laut und lang sein sondern auch in der richtigen Tonhöhe gesungen werden. Seiffert forciert mittlerweile viel zu sehr. In Zürich habe ich eine Tristan-Aufführung erlebt, in dem ihm bereits im 2. Akt die Kräfte verließen und der 3. Akt praktisch nur mehr gesprochen werden konnte.

9. November 2018
7:49
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 349
Mitglied seit:
28. Februar 2018
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Noch nie Seiffert als Tannhäuser gehört??? Gerade vor Kurzem gehört. Immer noch sehr sehr respaktabel und bewundernswert.

9. November 2018
2:30
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 58
Mitglied seit:
29. September 2018
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Pwolf sagt
Ad 20) 100% da core. Da kann man nur ungläubig staunen, dass dieser Gesang als Wagnertenor durchgeht. Ich denke noch an James King in meiner Jugend oder Peter Seiffert später.

Ich finde, dass Peter Seiffert nach wie vor "gut" bis "ausgezeichnet" ist. Im April 2018 in Wien war er als Florestan in der ersten Aufführung absolut grandios (kraftvoll, kultiviert, ausdrucksstark, wortdeutlich, wunderbares Timbre, keine stimmliche Abnützung - mit 64 Jahren!!), als ich ihn eine Woche später nochmals gehört hab, war es nicht mehr ganz so gut, aber noch immer sehr gut! Seiffert ist einfach "mein" Lohengrin, "mein" Turiddu, "mein" Florestan etc

@ Applaus: Wenn mir die Aufführung (oder zumindest einzelne Mitwirkende) sehr gut gefallen hat, klatsche ich lang, rufe laut Bravo und bin nicht selten der letzte, der zu klatschen aufhört. Wenns mich aber kalt gelassen hat oder ich dringend weg muss, bin ich gleich nach dem letzten Ton aus dem Saal.

9. November 2018
2:22
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Pwolf
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Forumsbeiträge: 13
Mitglied seit:
18. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ad 20) 100% da core. Da kann man nur ungläubig staunen, dass dieser Gesang als Wagnertenor durchgeht. Ich denke noch an James King in meiner Jugend oder Peter Seiffert später.

Habe übrigens das Gefühl, dass der eher schwache oder zumindest kurze Applaus in der Wr. STOP auch auf die Vorhang- und Lichtregie zurückzuführen ist. Der erste Applaus ist auf offener Bühne - oft auch die Einzelauftritte der Sänger(innen) bis zum Erscheinen des/der Dirigenten/in. Dann geht der Vorhang runter und alle treten nochmals vor den Vorhang während das Licht angeht und das Orchester den Orchstergraben verläßt. Da müssen schon sehr viele extrem aktive Applaudanten sein, dass der Applaus nicht genau in dem Moment nach dem Verschwinden des letzten Darstellers hinter dem Vorhang aufhört. Ich bilde mir ein, dass früher das Licht gleich nach dem Fallen des Vorhangs anging - dann hatte das Aufdrehen des Lichts nicht so eine Signalwirkung - kann aber auch sein, dass ich mir das einbilde, denn ich hab darauf früher gar nicht geachtet.

9. November 2018
2:13
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 58
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Michta sagt
Also ich bin sehr froh über die Ausführungen von HSS - speziell was Schager betrifft!  Es wurden ja alle verbilset in den letzten Jahren ( fast schon Jahrzehnten) mit den ganzen Säuslern... gibt es endlich wieder einen , der "Stoff" geben kann, heisst es gleich er schreit.  Allgemein wird ja heute ALLES mindestens um eine oder zwei Klassen zu leichtgewichtig besetzt ( nicht nur beim lieben Richard ). Und wenn ich schon mal lese, wie herrlich geradezu "kammermusikalisch " der Herr X oder Y Wagner dirigiert hat, werde ich agressiv.... Fürchterlich!

    Ja und mit dem Publikumsjubel gings eindeutig bergab in den letzten Jahrzehnten,,,, immer weniger... und alles möglichst uniform, gleich  ( da müssen sich doch unsere fortschrittlichen Gleichbehandler freuen darüber, oder?? Wird wenigstens keiner "diskriminiert", "gemobbt", "herabgewürdigt", "beleidigt"  etc. )   

Lieber MT! Ich stimme ja generell mit Ihnen überein, dass heute fast alles zu leichtgewichtig besetzt wird, aber an Schager stört mich nicht seine Lautstärke sondern hauptsächlich seine mE fürchterlichen Ungenauigkeiten hinsichtlich der Notenwerte. Lautstärke stört mich nicht (im Gegenteil), aber ich finde sie nur dann gut, wenn der jeweilige Sänger auch die Stimme zurücknehmen und wunderbar im Piano singen kann. Haben Sie vor ein paar Wochen Albina Shagimuratova als Traviata in der Staatsoper gehört? Sie hat mir zB ausgezeichnet gefallen (besonders hinsichtlich Piano-Kultur und locker ausreichender Lautstärke)!
Mit anderen Worten: Ein Sänger, der leise, aber korrekt singt, ist mir viel lieber als einer, der lautstark singt aber bei dem regelmäßig ein Ton zu kurz oder zu lang ist und auch die Technik ausbaufähig ist.

On topic: Ich hab (von Leuten, denen ich das glaube) gehört, dass Schager in der letzten Lohengrin-Vorstellung super war. Kann sein, ich persönlich glaubs nicht so ganz..

Und ich persönlich bin ganz und gar nicht der Meinung, dass Thielemann "sicher einer der besten Wagner-Dirigenten weltweit" ist - ich sehe das genau anders herum. Aber entweder liebt man Thielmann oder kann ihn nicht ausstehen...

8. November 2018
17:58
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 349
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28. Februar 2018
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Was Vogt und seinen Ausflug ins Operettige betrifft, stimmt. Ich habe ihn letztes Jahr live erlebt, es war grottig. Sein Lohengrin macht ihm keiner nach, auch Beczala nicht. Habe in vor einigen Tagen gehört, war überwältigend und am Sonntag nochmal.

https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2018/10/29/deutsche-oper-lohengrin/#more-54259

Es geht ja hier auch um Verrisse. Wenn ich heute die Kritik über die Frankfurter Traviata lese, da muss ich mich mal wieder wundern. Wie kann eine konzertante Aufführung einer Traviata eine Sternstunde der Oper sein? Das kann eine Sternstunde des Gesangs gewesen sein,aber bei einer Traviata keine der Oper

8. November 2018
17:22
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Tosca
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Forumsbeiträge: 8
Mitglied seit:
5. November 2018
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Vogt muss meiner Meinung nach für einen Wagnerianer (aber nicht nur für den) eine Zumutung sein!

Habe vor längerer Zeit in Ö1 einen Vergleich von eingespielten Operettenarien zwischen Vogt und Beczala gehört, was für ein Unterschied. Fad heruntergesungen von Vogt, voller Farben und Hingabe von Beczala! Also nicht einmal das akzeptabel!

8. November 2018
17:09
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toni
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Forumsbeiträge: 34
Mitglied seit:
7. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Michta

Stimme ihnen zu 100% zu

Hören sie mal die Winterstürme auf Youtube gesungen von Vogt. Ein unfassbares Gesäusel

8. November 2018
13:38
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Pwolf
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Forumsbeiträge: 13
Mitglied seit:
18. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich meinte mit rollengerecht, dass er die Partie auf der Bühne so singt, dass es halbwegs passt und nicht stört. An kleinere Rollen stelle ich da weniger strenge Anforderungen, die dürfen auch kleine Stimmen haben und echte Schwächen, bei den Hauptrollen wird es aber kritischer.

Und dass jeder Sänger, der auf die Bühne geht, eine für ihn passende Rolle singt, ist meinem Empfinden nach nicht immer der Fall.

8. November 2018
13:14
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Michta
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Forumsbeiträge: 78
Mitglied seit:
6. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Also ich bin sehr froh über die Ausführungen von HSS - speziell was Schager betrifft!  Es wurden ja alle verbilset in den letzten Jahren ( fast schon Jahrzehnten) mit den ganzen Säuslern... gibt es endlich wieder einen , der "Stoff" geben kann, heisst es gleich er schreit.  Allgemein wird ja heute ALLES mindestens um eine oder zwei Klassen zu leichtgewichtig besetzt ( nicht nur beim lieben Richard ). Und wenn ich schon mal lese, wie herrlich geradezu "kammermusikalisch " der Herr X oder Y Wagner dirigiert hat, werde ich agressiv.... Fürchterlich!

    Ja und mit dem Publikumsjubel gings eindeutig bergab in den letzten Jahrzehnten,,,, immer weniger... und alles möglichst uniform, gleich  ( da müssen sich doch unsere fortschrittlichen Gleichbehandler freuen darüber, oder?? Wird wenigstens keiner "diskriminiert", "gemobbt", "herabgewürdigt", "beleidigt"  etc. ) 

8. November 2018
9:24
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lavoce
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Forumsbeiträge: 7
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11. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Eine Frage: was heisst die Partie ist für einen Sänger rollengerecht?

Dass ein Sänger das richtige Fach singt, oder dass er alle Töne hat oder was heisst das?

Ich gehe davon aus,dass jeder Sänger,der auf die Bühne geht eine für ihn passende Rolle singt.  

Kann mich jemand erhellen mit einer Erklärung?

Gruß,lavoce

8. November 2018
1:04
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Pwolf
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Forumsbeiträge: 13
Mitglied seit:
18. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ad 1) Ich war heute in der Vorstellung und muss Tosca recht geben. Meiner Meinung nach - wenn man von der Regie absieht - eine sehr gute und solide Aufführung. Ich kann heutzutage nicht erwarten, dass alle Partien gleich gut besetzt sind.

Zuerst einmal das Dirigat und auch das Orchester waren top. Und es kam nie Langeweile auf, trotz des nicht ganz kurzen Werkes und der Wagnerschen Längen. Dass es nur fortissimo gegeben hätte, kann ich überhaupt nicht sagen, es gab sehr viele extrem zart und durchsichtig musizerte Passagen. Und auch die Steigerungen sind mit großem Bögen durchgezogen worden. Aber ein fortissimo bei Wagner muss meiner Meinung nach krachen und zwar sehr laut, sonst hätte der Komponist nicht so eine große Besetzung vorgeschrieben.

Dass die - durch die Regie verursachten - Einspielungen ein absoluter Schwachsinn sind und noch dazu von der Tonhöhe her nicht mit dem Orchester harmonieren, kann man nur dem Regisseur und dem Direktor, der das zugelassen hat, ankreiden, aber nicht den aktuellen Aufführenden. Gleiches gilt für den Chor, der machmal so steht, dass er Dirigentin und Orchester nicht sieht. Dass dann bei einer doch eher komplexen Komposition keine tolle Präzision erreicht werden kann, darf nicht verwundern.

Die Leistungen der Sängerinnen und Sänger waren rollengerecht. Am schwächsten waren die Bösewichte, aber durchaus passabel. Sowohl Kwangchul Youn als König als auch Clemens Unterreiner als Heerrufer waren rollendeckend, einzig die zwei tiefsten Töne des Königs sind an diesem Abend danebengegangen (waren viel zu leise), aber dies hat den Gesamteindruck nicht wesentlich gestört. Elza van den Heever hat die Elsa durchaus gut gesungen, sie ist aber sicher nicht die beste Elsa, die es derzeit gibt und ich habe schon besseres gehört. Und Andreas Schager ist stimmlich unglaublich stark - es ist ihm kein Fortissimo zu laut - und er kommt auch in den lautesten Stellen mühelos über Orchester und Chor drüber. Dennoch gelingen ihm auch die lyrischen Stellen zumindest berührend und da ist es mir ziemlich egal, ob er jetzt absolut perfekt im passaggio singt.

Also alles in Allem ein sehr guter und - ich finde das gehört auch zur Oper - positiv berührender Abend, wenn man den Blick von der Bühne abgewendet hatte.

Ad 15) Also die Bemerkung über die Abonennten kann ich nicht ganz teilen. Erstens bin ich auch ab und zu Abonennt, neben den Vorstellungen, die ich mir aus besonderem Interesse aussuche, und außerdem ist - glaube ich - mehr als die Hälfte der Vorstellungen im Abonnement vergeben - und die Abonennten bevölkern sicher nicht den Stehplatz. Ich glaube, der reduzierte Applaus hat vor allem mit den Touristen zu tun, die einen Opernbesuch als Pflichtbesichtigungsprogramm betrachten - und mit dem Älterwerden der Opernenthusiasten, die jetzt weniger Durchhaltevermögen als in der Jugend haben.

7. November 2018
19:16
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bernardin
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Forumsbeiträge: 7
Mitglied seit:
23. August 2018
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Ad 12 und 14)

Was die geringer werdende Enthusiasmusbereitschaft des Publikums anlangt: Ich hatte bei der „Trojaner“-Premiere seit vielen Jahren wieder einmal einen Platz eher an der Seite. Deshalb hatte ich beim Schlussapplaus Blick auf den Parterrestehplatz. Ich war verblüfft, dass dieser nach einigen Minuten bereits fast leer war.

Als ich in den späten 60ern begann, die Staatsoper zu besuchen, war das Stehplatzpublikum unten und oben der Garant für langes Herausklatschen, und das blieb auch viele Jahre so. Bei den „Trojanern“ diesmal waren es einige BesucherInnen im Parterre und auf den Rängen, die am längsten ausharrten.

Der klassische Stehplatz, der, den Prawy immer zu sehr verteidigte und den Maazel als Direktor abschaffen wollte, existiert also nicht mehr. Und auf den Stehplätzen waren wohl die leidenschaftlichsten Enthusiasten daheim.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass seit relativ kurzer Zeit der Applaus auch bei guten Vorstellungen immer früher zu Ende geht (bei schlechten ist es ja klar, dass man rasch aus dem Theater will).

Atmosphärisch am Flausten finde ich allerdings Vorstellungen, auf denen ein Abonnement liegt. In diesen kommt nach meinen Beobachtungen fast nie „Stimmung“ auf.

Ad 9)

Kritiken werden dann mühsam, wenn man – um sie zu verstehen – Fachwörterbücher braucht und die Partituren auswendig gelernt haben muss, um die Einschätzungen nachvollziehen zu können.

6. November 2018
21:19
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Pwolf
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Forumsbeiträge: 13
Mitglied seit:
18. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Zu 1: werde mir morgen ein eigenes Bild davon machen.

Generell sind Herrn Prochazkas Rezensionen schon eher kritisch und detailgenau(-verspielt), aber irgendwie gehört dies ja zu einer Kritik dazu. Ganz selten, dass eine Aufführung seine uneingeschränkte Bewunderung findet, aber diese Aufführungen sind dann meist echte "Sternstunden", die zumindest auch mir lange als solche in Erinnerung bleiben - wie jetzt die letzte Aufführung von "Les Troyens" (die waren übrigens alle unglaublich gut!).

Zu 5: die Frage der Authentizität sehe ich anders, wobei man hier wahrscheinlich nach Komponisten unterscheiden muss. Meine persönliche Erfahrung ist, dass Vorführungen, die von Dirigenten geleitet werden, die sehr großen Wert auf die vom Komponisten geschriebenen Noten legen und auch übliche Ergänzungen/Abänderungen abstellen, meist musikalisch intensiver wirken.

Zu 9 und 11: Applaus ist natürlich nicht der alleinige Gradmesser für die Qualität einer Aufführung, aber hat schon sehr viel mit der Rezeption der Aufführung durch das Publikum zu tun. Das einzelne Künstler Fanclubs haben, ist zwar richtig, aber die haben sie sich in der Regel auch hart und ehrlich erarbeitet. Und Ch.Thielemann ist zwar sicher nicht der größte Dirigent seit Karajan, aber er ist sicher einer der besten Wagner-Dirigenten weltweit.

Zu 12 und 13: Dieses Gefühl, dass das Publikum nach dem Ende der Vorstellung möglichst rasch das Haus verlassen will und daher der Applaus nach einer durchschnittlichen Vorstellung sehr kurz ist und kaum für 2 Vorhänge reicht, aber auch bei tollen Abenden selten enthusiastisch ist, habe ich auch. Im Konzertsaal ist das ganz anders, da wird viel länger und intensiver applaudiert - selbst wenn es keine Zugaben gibt.

6. November 2018
12:54
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 349
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Eigentlich vermisse ich in den letzten Jahren ein enthusiastischeres Publikum, das ist leider stark zurückgegangen!

das stimmt, auch meine Erfahrung, aber teilweise liegt es ja auch daran, dass man ja am Schluss statt zu applaudieren, lieber sein Smartphone in der Hand für so tolle Fotos haben muss.....

6. November 2018
12:39
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Tosca
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Forumsbeiträge: 8
Mitglied seit:
5. November 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Leider verstehe ich Sie nicht ganz Gurnemanz, gerade wenn ich einer Kritik nicht zustimme, mache ich doch einen Thread auf, das ist doch Sinn einer Diskussion!

Auch bezüglich Applaus vertrete ich eine andere Meinung, nur weil Sie offensichtlich Thielemann nicht schätzen, muss das nicht für andere Künstler auch gelten. Der großartigen Leistung von DiDonato nicht zuzujubeln wäre doch ein Frevel gewesen, und, und, und. Gerade in begeistertes Publikum steigert die Stimmung im Haus und beflügelt doch auch die Künstler! Natürlich ist alles eine subjektive Wahrnehmung jedes Einzelnen, doch in Summe werden die Leistungen meistens gerecht beurteilt, die Applausabstufungen sind generell nicht von ungefähr! Eigentlich vermisse ich in den letzten Jahren ein enthusiastischeres Publikum, das ist leider stark zurückgegangen!

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