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Landessprache
30. September 2020
9:33
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Christine
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Forumsbeiträge: 169
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7. September 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Eine der Uraufführungen des Jahres ist Hans Abrahamsens Andersen-Adaption Snedronningen. Dass sie im dänischen Original am Königlichen Theater Kopenhagen herauskam, ist selbstverständlich, aber warum wird sie an der Staatsoper in München auf Englisch gezeigt?? Weder Originalsprache noch Landessprache! Ich kenne die Geschichte der Schneekönigin von Andersen sehr gut, die Oper noch gar nicht, aber dem Inhalt nach könnte sie etwas für Kinder sein. Warum wird sie nicht in deutscher Sprache aufgeführt? Findet sich kein Übersetzer mehr?

29. September 2020
17:56
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Karl
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Forumsbeiträge: 114
Mitglied seit:
7. August 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

...das klingt aber sehr angestrengt (und natürlich auch anstrengend)

29. September 2020
11:14
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MRadema796
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Forumsbeiträge: 56
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22. Mai 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Chenier sagt
Auch ist es oft besser, nicht zu verstehen, was auf der Bühne inhaltlich gesungen wird, sondern sich auf die Musik zu konzentrieren.  

Wenn die Musik einer Oper nichts mit dem Text zu tun hat, brauche ich diese in der Regel auch nicht. Ausnahme ist vielleicht Europeras von Kagel, wo die Sänger irgendetwas singen, das gerade auf dem Spielplan steht. Die verschiedenen Faktoren der Aufführung werden ausgewürfelt. Die verschiedenen Europeras-Teile verfolgen verschiedene Ideen. So wird z. B. die Bühne in Planquadrate eingeteilt, von denen eins beleuchtet wird, die Sänger stehen auf anderen, das Bühnenbild stammt aus einer ausgewürfelten Oper, Kostüm wieder aus einer anderen. Das ist auf Dauer extrem anstrengend - das kann nach Anschauen verschiedener Versionen bei der Ruhrtriennale, in Wuppertal und in Köln jedenfalls für meine Person sicher sagen. Also vielleicht doch lieber eine Oper, die das Libretto auf allen Ebenen vermittelt...

29. September 2020
9:20
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Chenier
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Forumsbeiträge: 857
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ja eh

29. September 2020
7:36
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Karl
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Forumsbeiträge: 114
Mitglied seit:
7. August 2019
sp_UserOfflineSmall Offline
"Auch ist es oft besser, nicht zu verstehen, was auf der Bühne inhaltlich gesungen wird, sondern sich auf die Musik zu konzentrieren."

Warum dann nicht gleich Vokalisen, Ballett oder symphonische Musik?

 
28. September 2020
21:00
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Chenier
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Forumsbeiträge: 857
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Und wenn man glaubt, der Tiefpunkt ist erreicht, geht`s noch weiter nach unten.

Man kann von JK und FWM halten, was man will, ist letztlich Geschmackssache, aber "fürchterlich" sind sie sicher nicht. Und die ital. Version des Don C. als "vulgär" zu bezeichnen, beweist Realitätsverzerrung, auch wenn sie nicht gefällt. Auch ist es oft besser, nicht zu verstehen, was auf der Bühne inhaltlich gesungen wird, sondern sich auf die Musik zu konzentrieren.

28. September 2020
20:08
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1150
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Macht fassungslos.

Mich nicht mehr, ich weiss schön seit einiger Zeit, was von dem Bürschchen zu halten ist......... Mit dem zitierte Posting hat er allerdings die Maske endgültig fallen lassen.

28. September 2020
12:43
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Chenier
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Forumsbeiträge: 857
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

"Die Gelegenheit habe ich 2012-2013 mehrfach genützt, und wenn jetzt nicht der fürchterliche Kaufmann sänge, ginge ich glatt wieder mehrmals hin. Natürlich halte ich die 5aktige französische Fassung viel besser, sie klingt nicht so vulgär wie die italienische......Opern sind dafür da, dass man sie versteht. Und nicht, um sich an irgendeiner Sprachmelodie zu erfreuen."

Erschreckendes Niveau, leider. Da kann man nur erstaunt beobachten und selbst aussteigen. Macht fassungslos.

28. September 2020
12:33
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Christine
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Forumsbeiträge: 169
Mitglied seit:
7. September 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich habe mich im Lauf der Jahre besonders für die italienische Oper interessiert und liebe die meisten Opern von Verdi, Puccini, Giordano usw. Da ich sie mir besonders oft angehört habe, habe ich die Sprache bis zu einem gewissen Grad mitgelernt. Ich verstehe Italienisch wesentlich besser als Französisch obwohl ich Französisch vier Jahre in der Schule hatte. Ist Italienisch nicht die lingua franca der Oper, zumindest für die Fans der italienischen Oper? Und das sind doch sehr viele Menschen.

27. September 2020
19:09
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1150
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

...ein wenig unglücklich formuliert...

Ausserdem: warum sollte jeder ein paar Brocken Italienisch können? Versteh ich nicht......

27. September 2020
18:26
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Christine
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Forumsbeiträge: 169
Mitglied seit:
7. September 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Mein Satz die italienische Sprache betreffend bezog sich nicht auf Carmen sondern war eine allgemeine Feststellung.

27. September 2020
14:18
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1150
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28. Februar 2018
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Welchen Sinn hätte eine Carmen in Originalsprache an der Volksoper wenn es das Werk auch in der Staatsoper gibt? Italienisch kann ja jeder Opernliebhaber zumindest ein bisschen und bei vielgespielten Werken weiß man auch worum es geht.

Carmen auf Italienisch/Originalsprache? Da ist wohl was durcheinander gekommen.....

27. September 2020
13:46
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Christine
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Forumsbeiträge: 169
Mitglied seit:
7. September 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich habe mich auch sehr gewundert, dass Kurt Vlach sich dermaßen heftig gegen die Aufführung von Carmen in deutscher Sprache ausgesprochen hat. Es ist doch gut, dass man in Wien bei den großen Opernhäusern zwischen Landessprache und Originalsprache wählen kann. Welchen Sinn hätte eine Carmen in Originalsprache an der Volksoper wenn es das Werk auch in der Staatsoper gibt? Italienisch kann ja jeder Opernliebhaber zumindest ein bisschen und bei vielgespielten Werken weiß man auch worum es geht. Aber bei der tschechischen Sprache tue ich mir schon sehr schwer und - aber das ist meine rein persönliche Meinung - ich finde, dass Deutsch viel schöner klingt. Gurnemanz hat das mit seinem Zitat aus Rusalka aufgezeigt. Ich möchte auch nicht auf die Unter- oder Übertitel schauen sondern auf die Bühne!

Ich habe Platten da singen deutsche Sänger italienische Arien (Keiner schlafe..., Und es blitzten die Sterne.., Wie eiskalt ist dies Händchen.., Reich mir die Hand mein Leben ...usw.) und das klingt wunderschön. In der Oper kann man sich das (leider) nicht mehr vorstellen.

27. September 2020
12:47
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Karl
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Forumsbeiträge: 114
Mitglied seit:
7. August 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

"Richard Strauss soll übrigens verwundert gewesen sein, als er erfuhr, dass sein Rosenkavalier in New York auf Deutsch und nicht auf Englisch aufgeführt wurde."

vollkommen zu Recht - es gibt eine hervorragende englische Cosi mit Richard Tucker und Tito Gobbi hat Wozzeck natürlich italienisch gesungen.

Nur, wie gesagt, geht das heute nicht mehr - daher danke für die Übertitel, damit ich auch den deutschen Text verstehen kann...

27. September 2020
10:53
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HESE
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Forumsbeiträge: 1
Mitglied seit:
27. September 2020
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..."der fürchterliche Kaufmann", "der fürchterliche Welser-Möst"...

Gehts noch?

27. September 2020
10:38
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Wolfram
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Forumsbeiträge: 24
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21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Da ja ohnehin fast ausschließlich in Originalsprache gesungen wird, erübrigt sich die Diskussion ohnehin schon fast.

Allerdings hat das Eingangsstatement von Karl schon einiges für sich.

Und so kann man doch in Wien mit STO und VO als auch in London mit ROH  und English National Opera , die alles auf Englisch bringt, ganz gut leben.  Ich hörte dort Boheme, Tosca, Perlenfischer auf Englisch, und das war nicht schlecht.

Obwohl da auch englische Freunde meinten, auf Englisch könnte man das nicht so gut singen, mit all den "unreinen" Vokalen.

Richard Strauss soll übrigens verwundert gewesen sein, als er erfuhr, dass sein Rosenkavalier in New York auf Deutsch und nicht auf Englisch aufgeführt wurde.

 

Und außerdem: Originalsprache von Nichtmuttersprachlern gesungen führt gerade bei Französisch, Russisch und anderen schwer korrekt auszusprechenden Sprachen zu Problemen.

Da aber ohnehin die Sänger aus aller Herren Länder kommen, gilt das für die Originalsprache genauso.

Also eigentlich ist das dann auch schon egal. 🙂

27. September 2020
7:35
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 1150
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Natürlich halte ich die 5aktige französische Fassung viel besser,....

Es geht doch nicht darum , was Sie für besser halten (das interessiert doch üerhaupt nicht), sondern um den Einfluss der Sprache, in der ein Werk interpretiert wird und dann noch zusätzlich in welcher Sprache es geschrieben wurde. Den Fall, dass ein Komponist eine Oper sozusagen in  Sprachen eigenhändig geschrieben hat, gts wohl nur dieses eine mal und deshalb ist es besonders aussagekräftig.

26. September 2020
23:57
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 802
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Despina sagt
Als Germanistin leide ich unter der oft sprachlichen und (wo ich es verstehe) inhaltlichen Unzulänglichkeit der deutschen Fassung, bemühe mich, den Tex zu verstehen, was mir bei vielen SängerInnenn nicht gelingt, und kann dann oft die Musik nicht mehr genießen.

Das kann ich verstehen; aber es spricht ja nichts dagegen, Übersetzungen zu verbessern. Natürlich nicht am permanent, denn dauernd andere Texte, wenn man die üblichen im Ohr hat, müssen auch nicht sein.

Ich bin auch für die freie Wahl - daher VOP auf Deutsch, STOP+THADW in der Originalsprache passt ja eh. Wobei mich schon interessieren würde, weil wir ja in der STOP den Vergleich hatten: Wem hat die tschechische Jenůfa wirklich besser gefallen als die deutsche?

 

Lohengrin2 sagt
Möge der schlaue Jüngling die Gelegeneit nutzen, Don Carlos in der französisch-sprachigen Originalversion anzuhören (der arme Verdi musste für Paris mit der fremden Sprache irgendwie umgehen) und dann die italienische Version daneben setze. Dann ist alles klar!  

Die Gelegenheit habe ich 2012-2013 mehrfach genützt, und wenn jetzt nicht der fürchterliche Kaufmann sänge, ginge ich glatt wieder mehrmals hin. Natürlich halte ich die 5aktige französische Fassung viel besser, sie klingt nicht so vulgär wie die italienische.

26. September 2020
23:24
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Lohengrin2
Mitglied
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Forumsbeiträge: 1150
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Opern sind dafür da, dass man sie versteht. Und nicht, um sich an irgendeiner Sprachmelodie zu erfreuen.

Da verschlägt es einem die Sprache.

Möge der schlaue Jüngling die Gelegeneit nutzen, Don Carlos in der französisch-sprachigen Originalversion anzuhören (der arme Verdi musste für Paris mit der fremden Sprache irgendwie umgehen) und dann die italienische Version daneben setze. Dann ist alles klar!

26. September 2020
22:55
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Despina
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Forumsbeiträge: 16
Mitglied seit:
21. Juli 2020
sp_UserOfflineSmall Offline

Für mich sind Opern nicht nur dafür da, dass man sie versteht, man muss doch auch die Musik genießen, sonst kann ich ja gleich ins Theater gehen. Und genau hier liegt auch mein Problem mit Übersetzungen:

Als Germanistin leide ich unter der oft sprachlichen und (wo ich es verstehe) inhaltlichen Unzulänglichkeit der deutschen Fassung, bemühe mich, den Tex zu verstehen, was mir bei vielen SängerInnenn nicht gelingt, und kann dann oft die Musik nicht mehr genießen.

Dass viele Menschen andere Prioritäten als ich haben, schließe ich schon allein aus der Tatsache, dass Tomasz Konieczny Wagner ins Polnische übersetzt. Er hat da sicher einen Bedarf erkannt und er ist auch jemand, der dazu die handwerklichen Voraussetzungen mitbringt.

In Wien ist man bei einigen Opern zum Glück ja in der Lage zu wählen. 

Nach meinem Verständnis führt eine gute und enge Zusammenarbeit des Komponisten mit dem Librettisten immer noch zum besten Ergebnis, was einem einsamen Übersetzer schwerlich gelingen wird.

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