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LA TRAVIATA
17. März 2021
19:02
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alcindo
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21. Januar 2021
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cher Chenier: das sind die immer wiederkehrenden diskussionen, und bei jedem ist es verschieden ausgepraegt. ich zb habe ein sehr gutes gedaechtnis fuer klaenge und ein schlechtes fuer das geschriebene, leider auch oft fuer das gesprochene wort. und in der "guten alten zeit" gab es einige saenger, die zumindesst fuer mich keine echten nachfolger gefunden haben. so muss ich sagen, dass ich nie wieder eine Bruennhilde oder Elektra wie die der Nilsson, nie wieder eine Senta, Kaiserin und Desdemona wie die von Leonie Rysanek, nie wieder eine baritonstimme von der qualitaet von Bastianini, nie wieder eine lyrische tenorstimme wie die von Wunderlich, auch von Dermota, nie wieder so etwas wie diStefano in seiner glanzzeit, nie wieder einen noblen italienischen bass wie Siepi, nie wieder eine Mimi wie Freni, nie wieder etwas wie Pavarotti.....LIVE gehoert habe. jetzt kommt es halt drauf an, wie professionell man zuhoert, und welches erinnerungsvermoegen man hat....mit dieser meinung stimme ich mit einigen sehr professionellen leuten in der opernszene ueberein. dann nicht vergessen, eine leistung wird immer im vergleich beurteilt, zumindest unter profis. wenn jemand unbelastet jemanden oder etwas neues hoert kann das begeisterung oder das gegenteil ausloesen, dann hoeren Sie dasselbe in anderer weise wieder und stellen fest ,dass die vorherige leistung besser, anders oder inferior war, also man vergleicht mit dem was man schon kennt.  dazu kommt, dass die meisten saenger von heute eigentlich fast besser ausgebildet sind, nur gibt es weniger speziell timbrierte stimmen, und perfekte saenger hat es eigentlich nie gegeben. darf Ihnen auch versichern, dass ich auch von vielen nicht so beruehnten saengern ihr timbre sehr sicher noch im ohr habe, jetzt kommen namen, die Sie zt gar nicht mehr kennen werden...wenn Sie mir eine phrase von: Else Liebesberg, Christiane Sorell, Sonja Draksler, Rudolf Christ, Waldemar Kmentt, Karl Terkal, Liselotte Maikl, Walter Berry, Gottlob Frick, Mimi Coertse, Fred Liewehr, Dallapozza, Lotte Rysanek, Eberhard Waechter, james mcCracken, Wilma Lipp, Schwarzkopf, Janowitz usw....vorspielen, bin ich sicher, dass ich diese und andere saenger sofort erkenne, manche nach ein oder 2 toenen...und nicht alle davon sind starsaenger. bei den " heutigen"  saengern ist es nicht so einfach, hoerst eine stimme...schoen, singt gut, aber wer ist das?? dann kommt der name, oefter schon gehoert, aber nicht erkannt.......ich spreche hier fuer mich, aber auch fuer einige in meinem doch recht professionellen bekanntenkreis,  es gibt aber auch viele saenger, an die oder deren timbre ich mich nicht so gut erinnere. viel schwieriger ist es sich an dirigate zu erinnern, und da hoert man oft meinungen, wie gut dieser oder wie schlecht der andere dirigent war, von leuten, die vom dirigieren ueberhaupt keine ahnung habe...gilt auch fuer einige berufskritiker

mit gruss alcindo

17. März 2021
17:34
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Chenier
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28. Februar 2021
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Das kann man nicht rational ausdiskutieren, copy, das spielt sich auf einer emotionalen Ebene ab und ist intellektuell nicht fassbar. Gefällt oder gefällt nicht, so einfach ist das. Wie beim Wein, schmeckt oder schmeckt nicht, ohne ihn in seine intellektuellen Bestandteile vom Abgang über den Geruch bis hin zur Blume zu zerlegen. Das einzige, was bei Sängern rationell greifbar ist, sind Fehler, aber die sind auf diesem Niveau glücklicherweise selten. Auch mein Favorit war PM, als Tenor sowieso und auch als Bariton schätze ich ihn durchaus, erkenne zumindest seine Leistung in diesem Metier an. Pavarotti war in manchen Rollen unglaublich präsent, vor allem als Rudolfo, Carreras ist aus meiner Sicht komparativ abgefallen.

Dalmot, da spielen die Verklärung, die positive Assoziation mit dem damaligen Umfeld, man war doch um einiges jünger, und der Helo-Effekt eine entscheidende Rolle. Man sieht die Dinge retrospektiv verzerrt, in diesem Fall in positive Richtung. Warum sollen Sänger damals um Klassen besser gewesen sein als heutige, die bestens ausgebildet sind mit technischen Möglichkeiten, die es damals noch gar nicht gegeben hat. Auch ich finde diese ewige Nostalgie mit Sängerarchäologie, früher war alles besser, und die ewigen Vergleiche nicht zielführend, wir leben hic et nunc und man kann sich gelegentlich eine CD großer Stimmen von früher auflegen, wenn man Affinitäten zur Vergangenheit hat.

Was tatsächlich besser war, Christine, da bin ich ganz bei Ihnen, sind die authentischeren und werktreueren Inszenierungen, wobei damals auch nicht alles perfekt war. 

17. März 2021
17:27
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walter
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8. März 2021
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Werter Copy, das ist eben die Leidenschaft! Das hitzige Blut, der Dampf-, die virtuelle Brutalität, die manche überkommt, wenn jemand am Lack des Lieblings kratzt!

Ich überlese es.....

In den 70ern ( 71 begannen meine regelmäßigen Besuche) machte ich mir einen Sport daraus, in der Pause auf der Terrasse den mitunter recht heftigen Diskussionen der Leute zu lauschen, wenn die alle auch so mit Messern geworfen hätten gäb's noch heute Blutspuren auf den Steinplatten. Nein, die waren nett angezogen und unterhielten sich zivilisiert, und das würden die Menschen hier im Forum auch tun, wenn Sie sich gegenüberstünden. 

Mir scheint allerdings, seit der Forumspause ist es etwas besser geworden, meinen Sie nicht?

walter

17. März 2021
16:01
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copy
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25. Januar 2021
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Was mir immer wieder in den Diskussionen um einzelne Sänger auffällt: Warum kann man es nicht so angehen wie es zwei Schulfreunde und ich vor mittlerweile xxx Jahren praktizierten. Wir hörten uns die unterschiedlichsten Aufnahmen der drei Tenöre an (ja genau diese 3!) und diskutierten einfach die Unterschiede, Vorlieben etc. Aber immer in einer zivilisierten Form und das hieß etwas wenn man unser damaliges Alter von 15 Jahren betrachtet! Möchte keine dieser Stunde missen: Ja und mein "Liebling" war Domingo, meine beiden Freunde "standen" auf Pavarotti bzw. Carreras. Und leider muss ich sage, dass mein damaliger Favorit es mir heute nicht leicht macht mit seinen Aktionen und Auftritten..

17. März 2021
12:02
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Die Opernwelt ändert sich vor allem in Wien wenig: als ich in den früheren 70ern im "Rosenkavalier" begeistert von Christa Ludwig und Gwyneth Jones war, hieß es bei den Alten am Stehplatz, aber was sind die gegen die Reining und die Jurinac, und bei Gundula Janowitz und Lucia Popp in der „Arabella“ meinten die Altvorderen: Ja, aber die Reining und die Réthy hätten Sie hören sollen… Das Opern-Gedächtnis der meisten Menschen speist sich wohl von den Aufführungen, die man live miterleben konnte      , da sind die ersten Ausnahmeerlebnisse, die man hat, prägend, nehme ich an. Das begann bei mir mit der Übersiedlung nach Wien Ende der 60er Jahre. Es wäre mir später nie in den Sinn gekommen, einem 28jährigen Mädel, dessen erstes Opernerlebnis das Debut von Netrebko an der Staatsoper (Violetta) war, zu sagen: Aber die Moffo hättest Du sehen müssen…

Viele der angeführten Kräfte habe ich gar nicht mehr, einige erst am Ende der Karriere erleben können. Alle kannte ich allerdings aus den vielen Radioübertragungen. Aber wie gesagt, es ist das Live-Erlebnis, das zählt.

Vor kurzem habe ich eine CD-Box geschenkt gekriegt: Verdi alla Scala, mit neun der großen Werke und mit allen im Thread angeführten Kräften. Pazienza… Da ist wahrlich auch nicht alles nur Gold was glänzt.

Und wenn ich hier schreibe, dass von den drei Tenören mich gesanglich Domingo am wenigsten enflammierte, wiewohl er das größere Repertoire (für mich nicht unbedingt ein Must) hatte und als Schauspieler besser war, stehe ich höchstwahrscheinlich alleine da. Das heißt ja nicht, dass ich seine Leistungen nicht würdigen kann. Bin ja kein männliches groupy. Und obwohl ich bei der opéra comique aus bereits dargelegten Gründen schlanke Stimmen bevorzuge, konnte ich die Scala-Aufführung, bei der die arme Emma Dante so gigantisch gezaust und abgelehnt wurde, mit AR und JK unter DB (Barenboim) goutieren.

Über Aufführungen, bei denen man nicht dabei war, lässt sich schwer diskutieren. Alte Menschen nehmen zu einem sehr hohen Prozentsatz an, dass ihre Zeit die „gute alte“ war, und die Gegenwart dumm, uninformiert, kenntnislos ecc. ist.

Eine Ausnahme von meiner Theorie gibt es natürlich auch: Maria Callas, nie live gehört, aber immer noch eine Referenzkünstlerin.

17. März 2021
10:44
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Christine
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22. Januar 2021
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Das waren unvergessliche Abende als Karajan wieder an die Staatsoper kam und wir Opern in Traumbesetzungen erleben durften. In seiner Zeit als Direktor habe ich ihn auch nur in einer Fledermaus Aufführung erlebt und war noch zu jung und nicht "opernreif". Das Regietheater war fern, aber das Musiktheater lebte. Und die Kritiken waren auch großteils voll des Lobes, im Merker waren alle hellauf begeistert, wenn ich mich richtig erinnere. Leider kam Karajan nur für vier Jahre, leider gibt es keine TV Aufnahme von diesem Don Carlo.

16. März 2021
20:59
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Chenier
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28. Februar 2021
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Da haben Sie völlig recht, lieber alcindo, habe  erst 1979 so richtig durchgestartet und bin mit Domingo, Cappuccilli, Freni, Ghiaurov, Baltsa, Pavarotti etc. "aufgewachsen". Meine erste Oper in dieser Zeit war der Don Carlo unter Karajan im Mai 1979 in der WSO und habe damals als "Newcomer" gar nicht erahnt, was ich gerade erleben durfte. Die anderen kenne ich leider nur aus der Konserve, aber Wächter und Taddei habe ich noch gehört, waren damals beide leider ziemlich enttäuschend für mich, vermutlich nach ihrer Glanzzeit.

16. März 2021
19:15
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alcindo
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21. Januar 2021
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zu 168 lieber Chenier, ich denke rein altersmaessig haben Sie wahrscheinlich weder Tebaldi, Simionato, Bastianini, Taddei, Protti noch diStefano in deren  glanzzeit gehoert

16. März 2021
18:10
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alcindo
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21. Januar 2021
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lieber Walter, Aragall gab vor wenigen jahren eine masterclass in Wien mit einem abschlusskonzert im Brahmssaal, bei dem er zum schluss selbst 2 oder 3 nummern sang, mit 75 oder mehr, Sie koennen sich nicht vorstellen, wie toll er noch immer sang, die stimme war dunkler, aber strahlend und gross. ein erlebnis

16. März 2021
18:07
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alcindo
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21. Januar 2021
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meine lieben kollegen, in meiner aufzaehlung, die ich ganz spontan schrieb, ging es nur um Italiener, deshalb ist ja Aragall zb nicht dabei, und Domingo auch nicht.   Bonisolli habe ich absichtlich ausgelassen, tolle stimme, aber viele kl probleme, und die immer wieder, also meine antwort war auf die frage nach stimmen aus dem mutterland der oper, und sicher habe ich den einen oder die andere vergessen, zb Giacomini... wenn ein JK konkurrenz wie die einiger von mir genannten haette, dann..... waere er bei Karajan im ital fach wahrscheinlich 2.besetzung gewesen....in der "guten alten zeit" haette ein saenger wie Meli bei Karajan keinen Manrico gesungen

16. März 2021
17:36
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walter
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8. März 2021
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Liebe Frau Christine, Sie haben recht, Aragall gehört auch in die erste Reihe. Zuletzt habe ich ihn bei einem Abend mit Klavier erlebt, irgendwann knapp vor der Jahrtausendwende. Es gab einen Abend mit Bergonzi und einen mit Aragall, Anfang Juli, deshalb auch nicht im Archiv zu finden.

Übrigens habe ich mich bei Bonisolli/ Manon vertan, da spielte mir meine Erinnerung einen Streich, habe es soeben entdeckt.....

walter

16. März 2021
17:27
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Christine
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22. Januar 2021
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Leider haben viele der großen italienischen Stars viel zu selten in Wien gesungen und leider habe ich in den 60 er Jahren viel versäumt weil ich die Oper noch nicht so für mich entdeckt hatte. Bonisolli war ein besonderer Fall. Er konnte ausgezeichnet sein, manchmal verdarb er aber auch einen Abend durch sein kasperlartiges Benehmen. Aragall wurde noch nicht erwähnt, der soll ja einen ganz großartigen Einstand mit seinem Rodolfo in der Boheme gehabt haben.

Die genannten Italiener im Tenorfach von heute, z.B. Meli, Sartori, Grigolo, stehen die auf einer Stufe mit Corelli, di Stefano, Bergonzi oder mit Domingo, Pavarotti, Carreras in der nächsten Generation? Ich glaube nicht. Beim Baritonfach ist es doch auch so: stehen Salsi, Piazzola, Frontali auf einer Stufe mit Bastianini, Taddei, dann Cappuccilli, Bruson? Alcindo hat das ja schon für sich beantwortet. Wo sind die Nachfolgerinnen von Tebaldi, Stella oder Freni, von Simionato oder Cossotto aus Italien? Siepi ist auch für Italien eine Ausnahme.

Singen deutschsprachige Tenöre mit Ausnahme von Jonas Kaufmann an großen Opernhäusern heute Partien der großen italienischen oder französischen Oper? Seit die Opern in Originalsprache gesungen werden, ist das doch sehr selten geworden. Fritz Wunderlich hat hauptsächlich Opern von Mozart, R. Strauss gesungen, ich glaube aber auch den Alfred in La Traviata in München, aber deutsch.

16. März 2021
17:11
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walter
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8. März 2021
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Woran es wohl liegt, dass aus dem Mutterland der Oper heute eher wenig Tenornachwuchs kommt? Ich glaube, es gibt zumindest zwei Gründe: Einerseits die ausgehungerten, am Subventionstropf hängenden Provinztheater, das muss sich die italienische Kulturpolitik schon sagen lassen, andererseits das Aussterben der großen Stimmlehrer, die noch imstande waren, ihren Schülern die Tradition der Lirica zu vermitteln. Dazu kommt die Konkurrenz aus allen möglichen Weltgegenden, wo man eben auch nicht schläft. Es gab eben nach 1945 eine ganz andere Stimmung als heute, Öffnung, Aufbruch, Aufbau, vielleicht nahmen junge Künstler damals eben auch größere Strapazen auf sich, plagten sich mehr. Ich weiß nicht, wie ich es sonst erklären könnte.....

walter

16. März 2021
16:48
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walter
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8. März 2021
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Naja, Brülltenor-, das muss man wohl auch sein als Otello. Aber immerhin hatte er seine Stimme soweit im Griff, auch den Lenski singen zu können......

Bonisolli habe ich an vielen Abenden gehört, Rigoletto, Traviata, Fanciulla, Margarethe ( tatsächlich, so hieß der Faust damals!), Manon, Trovatore, Butterfly, Luisa Miller und noch Einiges. Liegt wohl daran, dass in diesen Jahren mein Interesse an Verdi und Konsorten besonders groß war, Wagner oder Mozart bin ich eher ausgewichen.

Als besonders spektakulär blieb mir ein 2. Akt Traviata in Erinnerung, wo er seine Stretta mit einem partiturfremden hohen Ton beendete und die Tür zum angrenzenden Zimmer mit dem Fuß aufstieß, fürwahr ein Zirkus! Bei Carreras dagegen habe ich oft mitgezittert.

Domingo darf ich auch nicht vergessen, er war immer ein Garant für höchstes Opernvergnügen. Ich trage ihm die letzten 15 Jahre jedenfalls nicht nach. 

Herodiade habe ich erlebt, allerdings war m. E. Nitsch nur für die Schüttbilder zuständig. Müsste ins Archiv schauen, ist aber sowieso eher eine Eintagsfliege geblieben.

Unvergesslich bleibt mir auch der Feuerzauber, den die Tosca der Wischnewskaja im Palazzo Farnese entfachte: Ich glaube, Domingo kam noch vor dem Feuerwehrmann aus der Gasse geschossen! Ich könnte es ohne Hilfe des Archivs nicht rekonstruieren, aber die Beiden haben das nur einmal gemeinsam gemacht, es war der 6. Mai 73!

walter

16. März 2021
16:23
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Toni
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Sehr oft haben auch Ion Buzea und Ludovic Spieß an der Staatsoper gesungen. Buzea auch in der Volksoper, Fra Diavolo, sehr gut.

16. März 2021
16:13
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Chenier
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Walter, Atlantow war ein Brülltenor, recht laut, aber nicht wirklich kultiviert. Sein Otello war nicht so schlecht, diese Rolle hat gepasst. Alfredo Kraus war genau das Gegenteil von ihm, eine eher kleine, aber hochkultivierte Stimme und ein Auftritt wie ein Sir.

Nicht schlecht und heute weitgehend vergessen war Corneliu Murgu, ein ganz ausgezeichneter rumänischer Tenor, der öfters für Domingo eingesprungen ist. Hat seine Sängerkarriere beendet und ist, glaube ich, oder war Operndirektor in Timisvar. 

16. März 2021
16:04
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Chenier
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Ja, Toni, Bonisolli darf man nicht vergessen, wenn es um große Tenöre geht. Er war zwar nicht unumstritten, oft ein Clown auf der Bühne und er hat seine eigene Show abgezogen, aber stimmlich immer auf der Höhe, im wahrsten Sinn des Worte. Unvergessen sein Manrico und ich war gelegentlich nur nach der Pause beim Trovatore, um mir seine (sehr effektvolle , aber nicht von allen geschätzte) Stretta anzuhören.

16. März 2021
16:00
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walter
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Natürlich, Bonisolli hätte ich auch erwähnen sollen! Wenn der auf der Bühne stand, war immer etwas los und Spannung garantiert. Circus Maximus! Aber wenn ich mein Erinnerungsvermögen länger strapaziere kämen sicher noch ein paar Namen dazu!

walter

16. März 2021
15:56
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Chenier
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28. Februar 2021
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Irgendwo zwischen den beiden Gruppen, die Sie angeführt haben, werter alcindo, sind genannte Sänger aus meiner Sicht positioniert. Ich sehe deren Leistungen auch nicht so rigid wie Sie. Cappuccilli und Freni waren eben absolute Weltklasse, rar gesät.

16. März 2021
15:55
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walter
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Ich erinnere mich noch recht gut wie das in den 70ern, 80ern, war: Zwar Operninteressent, aber kein Insider, musste ich mir zu Beginn einer Vorstellung immer den ausgehängten Besetzungszettel anschauen, um zu erfahren, wer nun tatsächlich zu hören sein würde. Mitunter gab es dann noch so kleine farbige Zusatzzettel mit letzten Änderungen....

Zwei Namen, die mich immer froh gestimmt haben, wurden noch gar nicht erwähnt: Im Tenorfach waren das Giuseppe Giacomini und Wladimir Atlantow. Beide haben mich nie enttäuscht! Ja, man könnte das endlos fortsetzen.....

walter

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