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LA TRAVIATA
16. September 2021
13:50
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RagnarDanneskjoeld
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5. September 2021
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Lohengrin2 sagt
BLA BLA BLA 

  

Das ist ein für Ihre Verhältnisse erstaunlich reflektierter und kenntnisreicher Beitrag, ...... Herzliche Grüße nach Kassel! 

 

Anmerkung des Moderators: Die Verwendung von Klarnamen, wenn auch von der Redaktion gewünscht, erfolgt im Forum auf freiwilliger Basis. Es ist daher Teilnehmern, wenn ihnen der Klarname eines anderen Teilnehmers bekannt ist, nicht gestattet, diesen ohne dessen Zustimmung zu verwenden.

15. September 2021
17:36
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Lohengrin2
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BLA BLA BLA .............

15. September 2021
17:22
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alcindo
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21. Januar 2021
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bla bla bla

15. September 2021
11:32
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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Manche mögen niemanden im letzten Stadium bei sich haben..

15. September 2021
11:02
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Christine
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22. Januar 2021
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Lohengrin: Wenn der 2. Akt im Winter spielen sollte und Violetta im Winter noch stirbt, hätte es dieses Verzichtes nicht bedurft. Da hätte sie diese Zeit noch mit Alfredo verbringen können. Welche normal denkende Frau von heute verzichtet auf irgendetwas, damit eine andere europäische Frau einen Mann aus Arabien heiraten kann? Das ist absolut unglaubwürdig! Diese Geschichte kann so nicht in der Gegenwart spielen. Diese Violetta wird im 1. Akt ja nicht als armes Hascherl dargestellt, der man alles einreden könnte.

15. September 2021
10:18
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Chenier
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alcindo sagt
 

zu Dalmont #232:  ......mir erschien diese auffuehrung als hoechst entbehrlich, so sind halt die sichtweisen verschieden.

 

Absolut d`accord, alcindo. Übrigens, kein Würstelstand, aber vielleicht ist "Paristanbul" eine Käsehütte? Vermutlich Kebap a la francaise.

15. September 2021
8:45
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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Es wird vielfach geglaubt, dass es heute keine Standesdünkel mehr gibt.... Weit gefehlt!

Ausserdem wird in diesem Zusammenhang zumeist vergessen, dass Violetta um ihren Gesundheitszustand weiss und den Tod vor Augen hat. So solidarisiert sie sich mit einer hoffnungsvollen jungen Frau und will deren Chancen im Leben verbessern helfen, wenn für sie selbst schon keine Zukunft lacht.

15. September 2021
8:36
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Christine
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22. Januar 2021
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"Das Hereinholen in eine aktuelle Situation ist ein Meisterstück" - das kann ich überhaupt nicht so sehen, denn diese Oper kann man meiner Meinung nach - vor allem was den 2. Akt betrifft - nicht in die Gegenwart holen.

Natürlich kann man über alles dikutieren, aber für mich ist etwas indiskutabel wenn ich gar nicht Kraft und Energie aufwenden will darüber zu reden weil ich mich so ärgere. Mit "Es geht für mich nicht" möchte ich ausdrücken, dass ich die Ideen der Umsetzung der Oper durch den Regisseur für völlig falsch halte, auch wenn es in der Staatsoper so geschieht. Deswegen, weil es die Staatsoper macht, muss es ja nicht richtig sein. (Deswegen weil es mir nicht gefällt, muss es auch nicht falsch sein, das ist mir schon klar). Aber dass eine erfolgreiche Influencerin ihren Geliebten verlässt damit dessen Schwester einen Araber heiraten kann, soll man das wirklich im Jahr 2021 diskutieren?

Es fällt mir aber auf, dass bei vielen Aufführungen bei denen die Rolle des Regisseurs im Vordergrund steht, die Logik beziehungsweise Nachvollziehbarkeit der Geschehnisse gar keine Rolle mehr spielt und das Besuchern wie Dalmont auch gar nichts ausmacht. Wenn ein Stück aber in der Zeit spielt die das Libretto  vorsieht, wie z.B. in der Arena die Verona, und die Handlung so abläuft wie vorgesehen, wird das als banal angesehen. Die Inszenierung in Verona stammte ja auch von Franco Zeffirelli. Der galt zwar lange als Starregisseur, aber jetzt ist er offenbar verpönt.

14. September 2021
23:50
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alcindo
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21. Januar 2021
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zu Dalmont #232:  caro dalmont, pardon fuer meine entgleisung, wie konnte ich da von genuss schreiben... Ihnen erschien diese auffuehrung als eine der interessantesten, mir erschien diese auffuehrung als hoechst entbehrlich, so sind halt die sichtweisen verschieden...ich mag partout nicht, wenn text und handlung auf diese weise behandelt werden...wie auch schon gesagt, die typen, die man da auf der buehne sieht, wuerden auch eine andere musik singen.  wenn abstrakt und meiner phantasie ueberlassen, ok, aber nicht musikalische hoehepunkte mit einem heurigenambiente oder einem wuerstelstand, pardon dueruembude garnieren, leider,  dafuer fehlt es mir an verstaendnis.  und wie auch schon gesagt, das timing stimmt nicht: 2. und anfang des 3.aktes spielen zur gleichen zeit...kann aber nicht sommer sein, da Violetta zum karneval stirbt...man wird doch nicht 8 monate mit dem duell gewartet haben??

14. September 2021
21:54
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Chenier
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Dazu fällt mir eigentlich nur noch der Klassiker ein: Keine Details, welches Stück.

14. September 2021
21:31
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Dalmont
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Christine, gerade weil es so aufwühlend ist, ist das Duett doch das – salopp formuliert – Herzstück der Oper. Bieder beginnend („Gott schenkte eine Tochter mir…“) wendet Giorgio Germont dann zunächst larmoyant, darauf sehr bestimmend alle Tricks an, um die Valery dazu zu drängen, sich zu opfern (wunderbar in Musik gefasst), und verspricht ihr Lohn im Jenseits, ecc.ecc. Ich will jetzt nicht weiter aufzählen, was da alles passiert in diesem musikalischen Duett-Dialog bis zum „Ich werde sterben…“ der Violetta. Und sie rast schließlich nach einer emotionalen Entäußerung davon, das Opfer zu vollziehen (und die beiden Mander ihr nach, um dabei zu assistieren). Wenn das kein Kulminationspunkt ist! Ich nenn’s Herzstück.

Das, was in dieser Oper passiert, würde mich auch berühren, wenn man es in einer mongolischen Jurte ansiedelte, denn Verdi hat wie wenige andere die existentiellen Themen unseres Lebens dargestellt, dabei das „erfundende Wahre“ haushoch über die kopierte Realität gestellt. Und uns den Auftrag gegeben, Papà (Shakespeare) zu fragen. Bei dem liegt Böhmen bekanntlich am Meer.

Ich sag’s nochmals: Wie banal schien mir im Vergleich zu dem diskussionsanregenden Wiener Abend die Veroneser Aufführung im Fernsehen (die ja auf 3sat komplett gesendet wurde).

Warum eigentlich „indiskutabel“ und „geht einfach nicht mehr“? Dass es geht, wird an der Staatsoper bewiesen, und diskutieren sollte man über alles können. Oder sind Sie in dem Punkt anderer Meinung?

14. September 2021
18:37
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Lohengrin2
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Das Herinholen in eine aktuelle Situation ist einMeisterstük! Die Krinolinen-Herrlichkeit ist einfach zu weit weg, doch ähnliche Schicksale gibt es zu jeder Zeit........

14. September 2021
18:29
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Chenier
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Mit virtuellen Konstrukten, die die Realität verbiegen, kann man alles miteinander in Bezug setzen, Dalmont.

Aber ich freue mich aufrichtig für Sie, dass Sie die Inszenierung goutieren. Für mich ist sie entbehrlich und ich wollte sie mir nur einmal live geben, das war es, Traviata in Wien ist für mich auf der schwarzen Liste, solange diese Produktion am Programm steht.

14. September 2021
16:55
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Christine
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Dalmont, das Herzstück der Oper ist für Sie das Duett Violetta - Germont? Musikalisch gefällt es mir sehr gut, aber was den Inhalt betrifft, regt es mich als Frau unheimlich auf. Und dass die Handlung  jetzt in die Gegenwart versetzt wurde, finde ich indiskutabel. das geht einfach nicht mehr - meiner Meinung nach!

"Wer will dem Wiener „Traviata“-Team ankreiden, das Werk in seiner ganzen vielschichtigen Großartigkeit gezeigt zu haben"? schreiben Sie. Meinen Sie das ernst?

14. September 2021
14:23
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Dalmont
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Alcindo, bitte nicht übertreiben: von „so genossen“ kann keine Rede sein. Weil ich prinzipiell das Wort „genießen“ bei Kunstwerken, ganz gleich welchen Genres, nicht verwende.

Ich genieße einen schönen Tag, ein Bœuf Stroganoff, eine Tarte Tatin oder eine gute Schale Tee, aber keine Oper. „Genießen“ scheint mir bei den existentiellen Themen mit meist tragischem Ausgang, die da verhandelt werden, nicht das adäquate Wort zu sein.

Sie wissen mittlerweile, so hoffe ich zumindest, dass ich Oper für die artifiziellste Kunstform halte und platten Bühnennaturalismus nicht ausstehen kann. Also ist es müßig, mir vorzuhalten, wo überall Text und Szene auseinanderklaffen. Das weiß ich eh.

Reduziert man die „Traviata“ auf den simplen Plot, dann ist die Oper so trivial, dass Rosamund Pilcher-Plots dagegen literaturnobelpreisverdächtig wirken. Was die Oper interessant macht, sind die (Meta)ebenen, die Verdi dazu gefügt hat, wie eben eine mythische Idealisierung der Figur der Violetta. Und das lässt sich aus dem Werk (dem Herzstück: für mich immer das Duett Violetta-Giorgio Germont) und dem so grandios komponierten dritten Akt gut herleiten.

Wer will dem Wiener „Traviata“-Team ankreiden, das Werk in seiner ganzen vielschichtigen Großartigkeit gezeigt zu haben? (Zugegeben mit Verweis auf eine aktuell bei jüngeren Menschen sehr wirkmächtige Welt, die mir allerdings völlig fremd und unbekannt ist). Merkerer nehme ich an, denn die machen mit Kreide Stricherllisten, um dann zu dem Verdikt „versungen und vertan“ zu kommen.

14. September 2021
0:22
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alcindo
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caro Dalmont, freue mich fuer Sie, dass Sie die Stone-Traviata so genossen haben....leider kann ich Ihre begeisterung nicht teilen, fuer mich singen influenzer dieser art und deren entourage heute eine andere musik und bedienen sich eines anderen textes. auch finde ich, dass es mit den jahreszeiten nicht stimmt, der 2.akt spielt nicht im sommer, Violetta ist schon sehr krank und wird im februar (carnevale) sterben...man wird doch nicht 7 oder  8 monate mit dem duell gewartet haben....usw...

saluto notturno  alcindo

13. September 2021
23:51
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Dalmont
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Wenn nur eine Pause angedacht wird, dann ist sie, sinnvoll aus dem Werk hergeleitet, nach dem ersten Akt anzusetzen. Dramaturgisch völlig absurd ist sie in der Mitte des zweiten Aktes, wenn alle vom Land nach Paris zum Fest der Bervoix rasen, bei dem das Drama ihren tragischen Wendepunkt erfährt.

In der Mitte des 2. Aktes angesetzt heißt das allerdings, dass eine Pause bereits nach 35-40 Minuten stattfindet. Was das für Besucher bedeuten würde, die den so genial konzipierten und komponierten dritten Akt als eher langatmig bewerten?

An der Wiener Staatsoper wurde im Sinne von Verdis Oper das Sinnvollste umgesetzt.

Die Aufführung, die ich am 5. September gehört und gesehen habe, wird mir als eine der interessanteren Aufführungen in Erinnerung bleiben; höchstwahrscheinlich gerade deshalb, weil auf der Bühne kein platter Pseudoneorealismus abging, sondern so etwas wie eine ästhetische Behauptung zum Werk.

Die Bilder haben nix mit dem Libretto zu tun? Dass Giorgio Germont Violetta mit dem Katholizismus kommt, ihr die Rolle eines tröstenden Engels abverlangt und ihr für ihr Opfer Lohn im Jenseits verspricht, sie quasi zur Heiligen macht, mag den Bühnengestaltern Anregungen für die Kapelle und für den Verweis auf das Pariser Denkmal der heiligen Jeanne d’Arc gegeben haben.

Etwas lächerlich machen ist sehr einfach, dazu braucht’s nicht viel, das kann man bei allem und jedem.

Zum Überlegen gab einem die Aufführung viel, und was will man mehr von einem Theaterabend?

Um Yende bemerke ich übrigens keinen Hype, das Marketinggeschwurbel tät ich nicht als solchen bezeichnen.

Interessant war für mich eine Wahrnehmung: Obwohl ein Teil meines Gehirns beim Vorspiel zum ersten Akt damit beschäftigt war, die Chat-Botschaften zu lesen, hat der Rest die Musik äußerst intensiv wahrgenommen, in allen ihren Facetten. É strano, é strano…

Und noch etwas war seltsam: Nach der Vorstellung wieder zu Hause, im TV zappend, kam ich im ZDF zu Ausschnitten aus der „traditionellen“ „Traviata“ aus Verona mit Yoncheva, Grigolo, Petean. Wie gestrig und uninteressant das im Vergleich wirkte!

12. September 2021
19:09
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Chenier
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Ja, falsa demonstratio non nocet, aber Sie haben formal recht. Ersetzen Sie Akt durch Szene, dann passt es.

Ändert nichts an dem, was ich damit sagen wollte. 

12. September 2021
18:00
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BalthasarZorn
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Cher Chenier,

sie wissen aber sicher, dass die Traviata nur drei Akte hat und die Pausensetzung nach dem ersten und dem zweiten Akt war.
Da traditioneller (und sinnvoller) Weise aber bisher immer nur eine Pause angesetzt war, war die immer mitten im 2.Akt.

12. September 2021
12:40
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Chenier
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Der Streaming-Eindruck des Paris-Plagiats von Simon Stone wurde durch das Live-Erlebnis am 10.9. bestätigt, sowohl szenisch als auch musikalisch.

Es werden ständig irgendwelche gar nicht so uninteressanten Bilder präsentiert, die aber aus dem Zusammenhang gerissen sind und wenig bis nichts mit dem Libretto zu tun haben. Etwa ein Sportwagen, ein roter Traktor oder ein Reiterstandbild mit einem dahinter stehenden Mountainbike. Was will uns der Regisseur sagen, wenn Alfredo mit einer Scheibtruhe auf die Bühne fährt, sich die Schuhe auszieht und während der Arie ein Fußbad nimmt? Dass er einen grünen Daumen hat und von der Gartenarbeit verschwitzt zurückkommt, aber einen Sinn für Hygiene hat? Die Aussprache zwischen Violetta und Alfredo findet dann merkwürdigerweise bei einem Heurigen statt. Die Bühne rotiert ununterbrochen und mehr Stillstand bei weniger Bewegung wäre besser. Die ewigen Videoeinspielungen mit Großaufnahmen der Protagonisten oder Internet-Texten werden langweilig und tun nichts zur Sache. Auch die Pausensetzungen sind eigenwillig und unüblich, nämlich nach dem ersten und dritten Akt, wobei 2 Pausen bei einer relativ kurzen Oper völlig entbehrlich sind. Ich habe die 2. Pause für einen geordneten Rückzug ausgenützt, weil ich mir den eher langatmigen Schlussakt und die Sterbeszene mit diesen Protagonisten ersparen wollte.

Der Auftritt der beiden Hauptpersonen war katastrophal, aber sie haben dann besser in die Spur gefunden. Der Hype um Yende ist für mich allerdings in keiner Weise nachvollziehbar. Die Dame hat wenig Bühnenpräsenz (charismatisch, nicht physisch), die Höhen kommen so messerscharf, dass man Glas damit scheiden könnte und die Mittellage ist nicht wirklich schön Sie verfügt zugebenermaßen über eine gute Technik und die Piano-Stellen kommen recht ordentlich. Der Tenor ist etwas überstrapaziert, presst viel und ist offensichtlich ständig bemüht, den richtigen Ton in der richtigen Lautstärke zu treffen. Auch das Dirigat hat Luft nach oben. Einzige Lichtblicke waren Chor und Tezier, der allerdings auch nicht seinen besten Tag erwischt hat.

Alles in Allem ein vor allem szenisch, aber auch musikalisch bescheidener Abend, den man rasch wieder vergisst. 

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