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HANS GÁL​: Die heilige Ente
7. März 2020
16:54
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Gurnemanz
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Members
Forumsbeiträge: 738
Mitglied seit:
29. September 2018
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​... ist DIE große unbekannte Oper des 20. Jahrhunderts, denn bis heute existiert kein Mitschnitt; lediglich die Mitschnitte einer Fassung für Kinder (2007, Köln) und einer Fassung für Klavier und Ensemble (2012, Berlin); der 1929-Mitschnitt (durch die RAVAG, also der Vorgänger-ORF) ist schon längst unwiederbringlich verloren.

Das alles ist umso verblüffender, als der österreichische Komponist Hans Gál​ (1890-1987)​ mit der Uraufführung am 29. April 1923 in Düsseldorf einen großen Erfolg erringen konnte und sich diese Oper in den darauffolgenden Jahren großer Beliebtheit erfreute und ihren Siegeszug in zahlreichen Städten antrat. Bis zum Jahre 1933, von da an wurde Gál wegen seiner jüdischen Abstammung von den Spielplänen verbannt, konnte sich selbst aber durch Emigration retten (1933-1938 in Österreich, danach bis zu seinem Tod in Schottland).

HEUTE gibt es in Heidelberg die erste ernstzunehmende Aufführung seit 1933, und Deutschlandfunk Kultur​ überträgt live (ab 19:05, Beginn 19:30). Link zum Progamm​. Link zum Livestream​.

Wer also an spannenden Raritäten interessiert ist, sollte es heute keinesfalls verpassen, den Livestream mitzuschneiden und anzuhören. Es ist gar nicht absehbar, ob es einen Mitschnitt dieser Produktion geben wird.


Kurz zum Werk:

Die heilige Ente - Ein Spiel mit Göttern und Menschen
Oper in einem Vorspiel und drei Akten von Hans Gál (1923)
Textdichtung von Karl Michael von Levetzow und Leo Feld

 

Personen:

Der Mandarin, Bariton
Li, seine Gemahlin, Sopran
Der Kuli Yang, Tenor
Die Tänzerin, Sopran
Der Gaukler, Bassbuffo
Der Bonze, Bass
Der Haushofmeister, Tenorbuffo
Drei Götter: Bass, Tenor, Bariton​.

Die Oper ist generell heiter (Mischung aus Humor und Ironie) und spielt in China unter Menschen und Göttern.

Kurze Skizze des Inhalts:

Der Entenzüchter Yang wird, als er sich am Weg zum Palast des Mandarins befindet, von der Ehefrau Li des Mandarins durch ihren Gesang und ihre Schönheit verzaubert - so lässt er sich die Ente stehlen, der dabei hatte, um sie dem Mandarin für dessen Festmahl zu bringen.
Die Ente ist also weg, daher wird Yang vom Mandarin mit dem Tode bedroht, könne er die Ente nicht zurückbringen. Das ist für die Götter ein Grund einzugreifen und die Seele des Yang mit der Seele des Mandrins zu vertauschen. Yang nützt seine Gelegenheit und schafft in der Position des Mandrins die Todesstrafe ab, aber dann geht er zu weit, denn er erklärt auch die Götter für überflüssig, was diesen nicht gefällt, sodass sie den Seelentausch wieder rückgängig machen.
Die Ente taucht schließlich auf, was der Mandarin als Wunder betrachtet und Yang die Erhebung in den Adelsstand anbietet. Yang will das jedoch nicht und zieht in die weite Welt, um sein Glück zu suchen.

Und wie diese Oper klingt, hört man heute ab 19:30 im Livestream! Nicht verpassen.

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