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Hampson & Co. an der WSO | Seite 4 | OnlineMerker | Forum

 

 

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Hampson & Co. an der WSO
1. Juni 2018
10:40
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Chenier,

glaube, da haben Sie recht. Manche werden eben etwas mehr verehrt, ist auch verständlich....Auch wenn ich ihn noch nie live gehört habe, und mein Eindruck auch etwas differenziert ist, teile ich Ihre Meinung. Die hämischen Bemerkungen hier im Forum über ihn finde ich auch überzogen.

Ich hatte bisher auch so gewisse Vorbehalte gegen Fr. Damrau, die ich bis dato auch nur via TV oder Radio kannte. Aber seit ihrem gestrigen Liveauftritt als Maria Stuarda, sind alle Vorurteile ausgeräumt. Kleiner Vorbehalt, dramatische Ausbrüche, wie die Start Rolle ja hat, sind noch verbesserungswürdig

1. Juni 2018
10:18
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Chenier
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28. Februar 2018
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Lohengrin2, Bricconcella, Sie haben vermutlich beide recht: JK ist ein großartiger Sänger, wird aber auch ein wenig überbewertet.

31. Mai 2018
18:16
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fritz plein
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lavoce said:
Bricconcella will:den richtigen Gesang

Nein - denn der einzige richtige Gesang ist der, den der Komponist in den Noten vorgibt. Das nennt man Werkstreue. Manches ist unmöglich zu singen (ora soave), dann ist eine Annäherung mE akzeptabel, der Rest ist aber Geschmackssache.
Es klingt hart, aber die gebrachten Beispiele sind vielfach Falschgesang - nicht das, was in den Noten steht.

Um das beurteilen zu können, muss man aber Noten lesen können und das nötige noch nicht verkalkte Gehör haben - Schöngesang gibts bei Paul Potts & Co

31. Mai 2018
14:10
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Lohengrin2
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Bricconcella:Was für mich zählt, ist dass ich vom Gesang berührt werde.

Gegenbeispiel: Dietrich Fischer-Dieskau hat mich zum Einschlafen gebracht; den fand ich, samt seinen heutigen Epigonen, unnteressant.

Wenige Sänger und Sängerinnen können mich bis ins Mark treffen, Kaufmann ist einer davon.

31. Mai 2018
13:47
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lavoce
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1. März 2018
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@fritz plein:

"Sie wollen Schöngesang, egal ob das was da produziert wird der Intention des Komponisten entspricht oder nicht. Ich würde vorschlagen, lesens die Partitur und vergleichens das mit dem Produzierten. Ihre gebrachten Beispiele entsprechen kaum, klingen aber recht nett."

    Niedlich, diese Umkehrungen und "Übersetzungen"  der Meinungen.Haben aber mit vorher gesagtem nichts zu tun.

Bricconcella will:den richtigen Gesang.Eine tragfähige Stimme,die frei schwingt.Sehr differenziert erklärt und leicht verständlich.Nur nicht emotional,deshalb für viele unverständlich.

Danke,Bricconcella.

Alleine über diese zwei messbare Kriterien kann man nachdenken und was dazulernen.Oder aber...einfach nur Fan bleiben.Das ist auch eine Option.

 

Gruß,lavoce

31. Mai 2018
11:06
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fritz plein
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30. Mai 2018
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Bricconcella said:
 Ich will auf der Opernbühne Leute hören, die wirklich singen können. Egal welche Stimmlage, egal wie die ausschauen, egal ob Star oder nicht.

Sie wollen Schöngesang, egal ob das was da produziert wird der Intention des Komponisten entspricht oder nicht. Ich würde vorschlagen, lesens die Partitur und vergleichens das mit dem Produzierten. Ihre gebrachten Beispiele entsprechen kaum, klingen aber recht nett.

31. Mai 2018
9:52
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Bricconcella
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Lohengrin2 sagt
Bricconcella, haben Sie eine der Vorstellungen live gehört?

Ich war in mindestens 5 (München und Wien). Der Ansatz war bei 4 davon einzigartig, ganz fein angesetzt und anschwellen lassen. In keiner der zur Verfügung stehenden YT-Aufnahmen anderer Tenöre ist davon auch nur ein Versuch zu beobachten.

Sagen Sie einfach, dass Sie Kaufmann nicht mögen, dafür den oder den anderen. So ein Schein-Argumentieren ist wirklich peinlich.  

Man kann Stimmen mögen, dem "sound" einer Stimme verfallen, man kann von Sänger-Persönlichkeiten fasziniert sein. Das sind alles Geschmacksfragen und darüber kann man streiten. -  Mit der Qualität des Gesanges hat das wenig zu tun. Da gibt es ganz objektive Kriterien. Ich war 2 x in der Wiener Serie (da hat er bis auf ein paar Phrasen schrecklich geklungen. Nach dem "Si fui soldato" waren auch zwe deutliche Zischer zu hören) und habe die anderen in Übertragungen gehört, in keiner einzigen davon ist der Anfangston des Duettes gelungen - alles auch auf YT nachzuhören.

Interessant, dass Sie aus der Tatsache, dass ich Kaufmann angeblich nicht mag (was nicht stimmt, ich finde nur dass seine tatsächlichen Leistungen dem Hype und den Superlativen, mit denen er überhäuft wird, in keiner Weise standhalten), schließen, dass ich wohl einer anderen Tenor Fraktion angehören muss. Ist das hier ein matchen zwischen verschiedenen Tenor-Fanclubs? Ich bin nicht "Fan". Ich will auf der Opernbühne Leute hören, die wirklich singen können. Egal welche Stimmlage, egal wie die ausschauen, egal ob Star oder nicht.

Was wirklich peinlich ist - da überkommt mich als Frau Fremdscham - ist die kritiklose, schwärmerische, backfischartige Verehrung von Sängern. - Vor allem von Tenören. Das hab ich als Teenie-Backfisch bei Carreras in den 80ern gehabt.....  den hab ich mir auch lange schöngeredet. Traurig, dass viele sich da nicht weiterentwickeln.

Die Fanclubs sollen sich doch bitte ihre Tenor-Bilder aufs Nachtkastl stellen und sich in romantischer Schwärmerei ergehen.

Ich habe hier eine Menge Denkanstöße und Beispiele geliefert, anhand derer man konkret diskutieren könnte, das wird anscheinen gar nicht gewollt... oder GEKONNT... oder es geht hier nur mehr um Lobbying für die jeweiligen Lieblingssänger. Das interessiert mich aber nicht.

30. Mai 2018
23:50
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Lohengrin2
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Bricconcella, haben Sie eine der Vorstellungen live gehört?

Ich war in mindestens 5 (München und Wien). Der Ansatz war bei 4 davon einzigartig, ganz fein angesetzt und anschwellen lassen. In keiner der zur Verfügung stehenden YT-Aufnahmen anderer Tenöre ist davon auch nur ein Versuch zu beobachten.

Sagen Sie einfach, dass Sie Kaufmann nicht mögen, dafür den oder den anderen. So ein Schein-Argumentieren ist wirklich peinlich.

30. Mai 2018
19:27
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fritz plein
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Bricconcella said:
Ich sage nicht, dass früher und ganz früher alles besser war. - Auch da war nicht alles Gold, was geglänzt hat. Ich behaupte aber - und dass kann jeder nachhören, der seinen Opernhorizont erweitern will - dass die Bandbreite an guten und hervorragenden Sängern wesentlich breiter und das gesangliche Können insgesamt viel höher war.

Früher dürften Sie besser gehört haben - und was das "Nachhören" betrifft: Life Aufnahmen stellen ganz andere Anforderungen, als solche im Studio

30. Mai 2018
17:42
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Chenier
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".....aber es waren früher keinesfalls nur eindimensionale Plärrer auf der Opernühne unterwegs."

Das hat ja niemand behauptet, aber ihre Aussage gilt ja dann gerade für heute und damit steht sie im Widerspruch zu ihrer Leitlinie, nämlich dass früher im Gegensatz zur Gegenwart alles optimal war. 

30. Mai 2018
16:25
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Bricconcella
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omolongmo sagt
Apodiktische Verallgemeinerungen sind nie gut für eine Diskussion: früher war alles besser – heute ist … oder umgekehrt. Ärgerlich wird es, wenn einzelne Namen als typische Beispiele für eine einseitige Beurteilung herangezogen werden.

Ad Bricconcella: J.K. ist zwar heute einer der Topsänger, aber denkbar ungeeignet für Ihre Behauptungen. Dass er „schrecklich unsauber singt und so unschön jeden dritten Ton von unten anschleift“, ist eine glatte Falschmeldung, was Ihnen jeder mit absolutem Gehör bestätigen wird (aber auch mit einem halbwegs guten Durchschnittsgehör sollte man das überprüfen können – am besten bei einem Liederabend, da hört man jede kleine Ungenauigkeit). Sie scheinen Kaufmann hier mit Alagna oder Bernheim zu verwechseln, um nur 2 gegenwärtige Namen zu nennen; doch das Anschleifen ist keine moderne „Errungenschaft“.

Und „echte Musikalität“ sprechen K. nicht einmal seine ärgsten Feinde ab.

Das gesangliche Können hängt auch nicht nur vom „erlernten Handwerk“ ab, sondern von der Bereitschaft der Sänger, auch später weiter an sich zu arbeiten – und auch das differiert zu jeder Zeit von Sänger zu Sänger.

Zur Werktreue und musikalischen Genauigkeit: auch hier würde ich nicht die Vgh. gegen die Ggw. ausspielen. Ein paar Beispiele (weil Sie es gerne konkret wollen):

Das B am Ende der Blumenarie sollte piano sein, Generationen von Tenören haben es forte gebrüllt, heute wagt das kein guter Tenor mehr, seit es Kaufmann an der Scala partiturgetreu gesungen hat.

Das B in „Celeste Aida“ wollte Verdi piano und morendo, es wird aber seit Jahrzehnten forte gesungen – ist leichter und bringt mehr Applaus. Sie wissen hoffentlich, wer es werktreu singt, und zwar nicht nur im Plattenstudio, sondern auch stets live oder spontan während eines Interviews (RAI), als Beweis, dass die Studioaufnahme nicht gefaked war.

Oder das leidige „ora soave“: ein Einsatz mit dem As ist denkbar unangenehm, aber auch noch piano und diminuendo, das geht gar nicht. K. versucht das Piano immer wieder, nicht immer gelingt es, und dann heißt es, er habe technische Mängel gegenüber den Größen von früher. Aber wie haben es Corelli, Pavarotti u.a. gesungen? Sie haben eine Terz tiefer angesetzt, auf das As hinaufgezogen, und das Ganze im bequemen forte.

Soviel zu früher und heute.  

Ich sage nicht, dass früher und ganz früher alles besser war. - Auch da war nicht alles Gold, was geglänzt hat. Ich behaupte aber - und dass kann jeder nachhören, der seinen Opernhorizont erweitern will - dass die Bandbreite an guten und hervorragenden Sängern wesentlich breiter und das gesangliche Können insgesamt viel höher war. 

Ich spreche auch Kaufmann nicht eine gewisse Musikalität als Sänger ab, ich spreche ihm die gesangliche Fähigkeit ab, seine Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

In keinem der Chéniers - weder London, München, Barcelona oder Wien, sind alle auf YT zu finden - schafft er den Ansatz-Ton zu dem ersten Chenier-Liebesduett wie es klingen sollte und wie man auch erahnen kann, dass er es vorhat. Auch die verschiedenen Aida-Arien klingen zwar löblich nuanciert in der Intention, aber in der Umsetzung hapert es. Es landet schlussendlich fast alles an Tönen, die er im mezza voce / piano singt oder ein diminuendo machen will, unweigerlich im Hals und klingt schrecklich kehlig und wahrlich alles andere als schön oder so dünn und fistelig, dass man es im Haus ohne Mikro kaum mehr hören kann, weil die Stimme im piano nicht gut trägt.

Der Preis den er für das Singen mit großem Druck im schweren Fach bezahlt hat ist, dass ihm die stimmliche Elastizität abhanden gekommen ist. Die Stimme klingt behäbig und schwerfällig, einige eindrucksvolle Höhen wenn er voll aussingt, aber die Biegsamkeit und die Elastizität, das nahtlose An- und Abschwellen von Tönen, die man für genau diese Kunstgriffe benötigt, fehlen ihm. Voll Aussingen oder Fisteltöne ja - dazwischen rutscht fast alles in den Hals zurück, weil er Schwierigkeiten hat, die Stimme "vorne" zu alten. Wer das hören WILL hört das auch. 

Was ich damit meine - natürlich ist es löblich, wenn man Töne so singt, wie sie notiert sind, aber sollte die Umsetzung dann nicht auch zufriedenstellend klingen? Diese Töne, die Sie als Beispiele gebracht haben, sind so wie sie notiert sind, riskant zu singen - viele Sänger gehen da lieber auf Nummer sicher und singen sie voll aus. Früher wie heute. - Auch Bergonzi hat den Aida Schlusston weitaus nicht immer piano gesungen, so höhensicher war er nicht, dass er dieses Risiko immer genommen hat. Corelli hat immer wieder ein schönes diminuendo geschafft, wenn seine Tagesverfassung (auch nervlich) danach war.

Dass Kaufmann in der Blumenarie das B als erster piano gesungen hat, ist natürlich Unsinn. Genau dasselbe gilt für den Celeste Aida-Schlusston. Hier haben Sie eine Menge Beispiele dafür. - Auch nicht alle optimal gelungen, aber es waren früher keinesfalls nur eindimensionale Plärrer auf der Opernühne unterwegs. 

https://www.youtube.com/watch?v=jKK9XgP83HY

 

28. Mai 2018
21:07
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Lohengrin2
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omolongmo Bravo!!!

28. Mai 2018
21:01
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omolongmo
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1. Mai 2018
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Apodiktische Verallgemeinerungen sind nie gut für eine Diskussion: früher war alles besser – heute ist … oder umgekehrt. Ärgerlich wird es, wenn einzelne Namen als typische Beispiele für eine einseitige Beurteilung herangezogen werden.

Ad Bricconcella: J.K. ist zwar heute einer der Topsänger, aber denkbar ungeeignet für Ihre Behauptungen. Dass er „schrecklich unsauber singt und so unschön jeden dritten Ton von unten anschleift“, ist eine glatte Falschmeldung, was Ihnen jeder mit absolutem Gehör bestätigen wird (aber auch mit einem halbwegs guten Durchschnittsgehör sollte man das überprüfen können – am besten bei einem Liederabend, da hört man jede kleine Ungenauigkeit). Sie scheinen Kaufmann hier mit Alagna oder Bernheim zu verwechseln, um nur 2 gegenwärtige Namen zu nennen; doch das Anschleifen ist keine moderne „Errungenschaft“.

Und „echte Musikalität“ sprechen K. nicht einmal seine ärgsten Feinde ab.

Das gesangliche Können hängt auch nicht nur vom „erlernten Handwerk“ ab, sondern von der Bereitschaft der Sänger, auch später weiter an sich zu arbeiten – und auch das differiert zu jeder Zeit von Sänger zu Sänger.

Zur Werktreue und musikalischen Genauigkeit: auch hier würde ich nicht die Vgh. gegen die Ggw. ausspielen. Ein paar Beispiele (weil Sie es gerne konkret wollen):

Das B am Ende der Blumenarie sollte piano sein, Generationen von Tenören haben es forte gebrüllt, heute wagt das kein guter Tenor mehr, seit es Kaufmann an der Scala partiturgetreu gesungen hat.

Das B in „Celeste Aida“ wollte Verdi piano und morendo, es wird aber seit Jahrzehnten forte gesungen – ist leichter und bringt mehr Applaus. Sie wissen hoffentlich, wer es werktreu singt, und zwar nicht nur im Plattenstudio, sondern auch stets live oder spontan während eines Interviews (RAI), als Beweis, dass die Studioaufnahme nicht gefaked war.

Oder das leidige „ora soave“: ein Einsatz mit dem As ist denkbar unangenehm, aber auch noch piano und diminuendo, das geht gar nicht. K. versucht das Piano immer wieder, nicht immer gelingt es, und dann heißt es, er habe technische Mängel gegenüber den Größen von früher. Aber wie haben es Corelli, Pavarotti u.a. gesungen? Sie haben eine Terz tiefer angesetzt, auf das As hinaufgezogen, und das Ganze im bequemen forte.

Soviel zu früher und heute.

27. Mai 2018
13:05
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alcindo
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ganz recht mme Lohengrin, darum horchen sich ja viele bevorzugt liveaufnahmen an, und dazu ist das hier oft verschmaehte youtube eine reiche quelle

freut mich, diesmal ganz Ihrer meinung zu sein....

es gab ja schon bei Karajan eine aufnahme, wo ein schwieriges hohes C nicht von der am etikett erwaehnten saengerin stammte.

mit gruss alcindo

27. Mai 2018
12:40
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Lohengrin2
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Die Leistung liegt heute weniger bei den Sängern, sondern bei den Tonmeistern...

"Ehrlich" sind da dann die (illegalen) MItschnitte!!!!

27. Mai 2018
11:36
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alcindo
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27. Februar 2018
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zuBricconcella: wie schon gesagt, glaube ich, dass die heutigen saenger technisch etwas besser ausgebildet sind, erhebe aber keinen dogmatischen anspruch auf diese meinung

darf Ihnen auch versichern, dass ich genau weiss wie schon vor 50 jahren bis heute aufgenommen wird. ich weiss auch, wie man in den 20ger bis 40ger oder 50ger jahren aufgenommen hat, darum habe ich ja von wiederholen gesprochen...

ich beschraenke mich in meiner meinug auf die zeit, die ich aktiv und passiv im musikleben erlebt und kennengelernt habe, also die letzten  60+ jahre..und da muss ich Ihnen sagen, dass ich zumindest in Wien frueher im durchschnitt mehr schlechtere saenger gehoert habe als man heute zu hoeren bekommt.  aber das ist halt meine meinung, ich habe manchmal schon bei Ihnen den eindruck gehabt, dass Sie vielleicht gesangslehrer sein koennten - kann mich aber auch irren - kann sein, dass Sie davon mehr verstehen oder einer anderen methode den vorzug geben

27. Mai 2018
11:02
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Bricconcella
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alcindo sagt
zu Bricconcella: wie ich schon zuvor geschrieben habe, bin ich der ansicht, dass die heutigen saenger technisch besser singen, und dass die timbres immer gleichartiger und daher weniger interessant werden. vielleicht sind es auch die kleinen fehler und defekte, die das timbre mitbestimmen, und die waren wahrscheinlich frueher haeufiger.

von wegen ausbildung gibt es frueher und jetzt immer wieder ausnahmserscheinungen und supertalente, wo alle diese ueberlegungen hinfaellig werden

von wegen timbre, glaube ich schon, dass auch die details im koerperbau das timbre mitbestimmen.

von wegen gesangskunst sind die saenger aus den 40gerjahren und zuvor vor allem auf studioaufnahmen zu hoeren, und da wird halt auch damals schon bei fehlern wiederholen angesagt gewesen sein.

zu schleppen von Anna Netrebko..wo ich sie gehoert habe ist mir das nicht aufgefallen, und wenn liegt das auch am dirigenten, der das zulaesst oder dafuer verantwortlich ist. auch die Caballe (live) hat es sich oft gerichtet und tempi eklatant korrigiert.

apropos, ich weiss schon, wer Bidou Sayou war...ziemlich zeitgleich mit L Warren, Milanov, Kurt Baum und Bjoerling  vor allem in der Met und in Suedamerika...

mit gruss alcindo  

Ihre Meinung bzgl gesangstechnischer Überlegenheit der heutigen Sänger lässt sich ausser, dass Sie diese Meinung vertreten, durch nichts konkret erhärten. Das Argument der körperlichen Fitness lässt sich durch die auffällige Kurzatmigkeit und den übermäßigen Kraftaufwand vieler Sänger heute auch nicht wirklich halten. Das müsste doch alles dann viel müheloser und weniger angesgtrengt und gepresst klingen.

Bzgl historischer Aufnahmen: Wissen Sie, wie heute und damals aufgenommen wurde?

bis Mitte der 1920er Jahre wurde akustisch aufgenommen, in ein Horn gesungen, Anfangs nur mit Klavier, später oft mit dem Rücken zum Dirigenten und unter schwierigsten Bedingungen, das waren wahrhaftige live-Aufnahmen. Auch bei den späteren elektrischen Aufnahmen  unter denen alle Studio Solo- und Gesamtaufnahmen bis Ende der 1940er Jahre konnten immer nur in einem Stück durchgesungen werden, dh pro Arie, Duett etc gab es ein Take, das konnte so wie es war genommen oder ALS GANZES nochmal aufgenommen werden. Ohne nachbessern, ohne Korrekturen. Die jeweilige Szene wurde GANZ durchgesungen - Da gab es kein nachträgliches Herumschnipseln, kein Töne Einsetzen, kein patchworken. Das hat mit den 1950ern begonnen.

Haben Sie einmal gehört, wie heute Gesangsaufnahmen gemacht werden? Vor allem in der LP Hochblüte - die Aufnahmen von Domingo und Pavarotti? (Haben Sie gelesen, wie Pavarottis Manager beschrieben hat, wie Pavarotti seine Aufnahmen bearbeitet haben wollte bis er geklungen hat wie er sich hören wollte?) Da bleibt oft nicht einmal ein ganzer Takt vollständig. Da wird an Knöpfchen und Reglern gedreht bis die Geräte rauchen. Da besteht eine Arie aus Schnipselwerk von 4 Ganz- oder Teil-Wiederholungen. Da wurden bei Gesamtaufnahmen die Duettpartner zeitversetzt aufgenommen und Ensembleszenen wild zusammengeschnitten, weil die Stars zu unterschiedlichen Zeiten im Studio waren. Wüstes Stückwerk. Heute wird (vor allem Gesamtaufnahmen) wieder mehr live aufgenommen. Aber aus Kostengründen. Nachträglich wird teilweise neu im Studio aufgenommen und dann ausgebessert und hineingeschnitten. Aber Sie haben keine Vorstellung, wie auch hier die Tonmeister-Pulte rauchen und glühen. Soviel zum Thema Aufnahmen und Aufnahmebedingungen heute und gestern..... Die Leistung liegt heute weniger bei den Sängern, sondern bei den Tonmeistern...

Mit blossen Meinungen tu ich mir schwer zu diskutieren, da ist nichts Griffiges und sind keine fundierten Ansätze dabei, keine Argumente bzgl Gesang und Gesangstradition, an die man anknüpfen kann und konkret gegenüberstellen kann. Sie brechen eine Lanze für die Gegenwart ohne die Vergangenheit wirklich zu kennen. - Was soll ich da drauf sagen? Da tu ich mir schwer. Wenn man für die Oper und den Gesang brennt - warum beschränkt man sich auf eine gewisse Zeit? Warum reicht bei so vielen Liebhabern das Interesse nur bis in die 50er 60er Jahre - wenn überhaupt?

"Jahrhundert-Tenor/Sopran", "grösste Sänger/schönste Stimme aller Zeiten", woran soll man solche Superlative messen, wenn man nicht das grosse Bild kennt, woran sie dann auch tatsächlich zu messen wären?! So hat man nur einen Ausschnitt von einem Ganzen. Versteh ich nicht.

Bidù Sayao übrigens  (hat ihre Karriere in den 1920ern begonnen). - Und eine bildhübsche Frau, nicht dick und hässlich und ist auch nicht nur an der Rampe gestanden und hat bewegungslos ins Publikum gesungen. 

Bildergebnis für bidu sayaoImage Enlarger

27. Mai 2018
0:41
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alcindo
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27. Februar 2018
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zu Bricconcella: wie ich schon zuvor geschrieben habe, bin ich der ansicht, dass die heutigen saenger technisch besser singen, und dass die timbres immer gleichartiger und daher weniger interessant werden. vielleicht sind es auch die kleinen fehler und defekte, die das timbre mitbestimmen, und die waren wahrscheinlich frueher haeufiger.

von wegen ausbildung gibt es frueher und jetzt immer wieder ausnahmserscheinungen und supertalente, wo alle diese ueberlegungen hinfaellig werden

von wegen timbre, glaube ich schon, dass auch die details im koerperbau das timbre mitbestimmen.

von wegen gesangskunst sind die saenger aus den 40gerjahren und zuvor vor allem auf studioaufnahmen zu hoeren, und da wird halt auch damals schon bei fehlern wiederholen angesagt gewesen sein.

zu schleppen von Anna Netrebko..wo ich sie gehoert habe ist mir das nicht aufgefallen, und wenn liegt das auch am dirigenten, der das zulaesst oder dafuer verantwortlich ist. auch die Caballe (live) hat es sich oft gerichtet und tempi eklatant korrigiert.

apropos, ich weiss schon, wer Bidou Sayou war...ziemlich zeitgleich mit L Warren, Milanov, Kurt Baum und Bjoerling  vor allem in der Met und in Suedamerika...

von wegen groessenwachstum: in meiner studienzeit war ich mittelgross(177),  heute bin ich klein, in den 60gerjahren sah man ganz wenige, die ueber 195 gross waren, heute sieht man sehr haeufig maenner mit ueber 2 metern. ich weiss auch wie saenger in diesen jahren "gebaut' waren und wie sie es heute sind oder sein muessen...ausnahmen wird es immer geben

zu Uwe aus Berlin, auch wenn es Ihnen nicht beliebt, ich denke an den klang einer stimme, an das timbre kann ich mich sehr gut erinnern, auch wenn das lang zurueck liegt, noch dazu gibt es ja genug aufnahmen um diese erinnerung aufzufrischen, nur einige der grossen saenger klangen live viel besser als bei aufnahmen(Nilsson, Rysanek, Gueden...)  andere hatten wahre mikrofonstimmen (Rita Streich, Werner Krenn...), und wenn man sie dann live hoerte gab es oft enttaeuschungen

mit gruss alcindo

26. Mai 2018
13:19
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Lohengrin2
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Wieso beweisen?

Ist doch interessant.

Es wird immer so getan, als seien Gesangtalente immer gleich auf einer Musik-Uni geandet und haben dort die supergute oder grottenschlechte Ausbildung genosse.

 

Markus Eiche ist Dipl.Ing Elektro (Karlsruhe!)

 

Noch eine "Kategorie": wer hat gar nicht auf einer Hochschule studiert sondern "nur" bei Provatlehrern?

26. Mai 2018
12:58
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Bricconcella
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lohengrin2 sagt
Ich habe nicht nach Kommentaren gefragt sondern um Erläuterungen. Die Zeilen waren lediglich als Hilfe gedacht.

Ergänzung:

Wie oft satteln Sänger von einem Stimmfach zu einem anderen um (Domingo: Bariton->Tenor->Bariton).  

Jean de Reszke

Johannes Sembach

Erik Schmedes

Giuseppe Zenatello

Lauritz Melchior

Renato Zanelli

José Soler

Ramon Vinay hat gegen Ende wieder Baritonrollen sogar Bassrollen gesungen

Carlo Bergonzi

James King

Haben alle als Bariton angefangen.  Ist das was Sie wissen wollten? Der Wechsel vom Tenor wieder zurück ins Baritonfach, um die Karriere noch zu verlängern, weil die Höhe (noch) kürzer geworden ist,  wird ja wohl kaum jemand objektiv als gesangliche Leistung sehen...

Auch Sängerkarrieren im zweiten Bildungsweg gab es immer und immer wieder. Manche kamen vom Schauspiel, etliche aus technischen Berufen - Rosvaenge war Ingenieur, manche waren vorher beim Militär, Franz Völker war Bankbeamter, Lauri-Volpi und Emil Schipper waren studierte Juristen. Kann man beliebig fortführen - aber was soll das beweisen?

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