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Halka im Theater an der Wien | OnlineMerker | Forum

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Halka im Theater an der Wien
23. Dezember 2019
9:45
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Gast
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Habe eine Stunde der Ö1-Übertragung gehört, ziemlich seicht dahingeplätschert, ohne Höhe- und Tiefpunkte, die Oper wird vermutlich außerhalb Polens wieder in der nachhaltigen Versenkung verschwinden, aus der sie aufgetaucht ist. Kann man sich aber ohne großen Ärger durchaus anhören.

22. Dezember 2019
11:05
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Gast
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Ich war in der Generalprobe und in der Vorstellung am 19.12. !   "Naturgemäß" hat mir die Musik - im Gegensatz zu Gurnemanz hervorragend gefallen! Leider passte die Inszenierung so gar nicht zur Musik! Dunkel-düster - in der Gegenwart? Häßliche Kostüme der 70er Jahre? oder 50er?   "Stasi-Atmosphäre" zu Beginn der beiden Teile, Kriegslärm, Bomber im Anflug?   Wirklich Blödsinn!      Wobei mir in der GP der erste Teil sogar halbwegs schlüssig vorkam - irgendwie passte es natürlich auch da nicht zur Musik - aber man verstand worum es geht, die Charakter waren gut gezeichnet. Nach der Pause geht das Ganze dann aber gar nicht mehr auf. Der Schluß ist total verschenkt.  Schade, warum bringt man, wenn man schon eine "Rarität" bringt, die nicht mal wenigstens annähernd so, wie sie geschrieben ist??    Es  DARF  offenbar mehr keine Oper in der Zeit spielen, in der sie angesiedelt ist....

     Beczala war wirklich hervorragend ( ich schätze ihn sehr, bin allerdings kein "Fan" ), Winters speziell am 19. sehr gut und mit vollem Einsatz ( vielleicht wäre eine von Haus aus ein bisschen größere Stimme besser, die nicht an die Grenzen gehen muss?) , Tikhomyrov ganz ok, auch am 19. besser,  und Konieczny  darstellerisch als Ungustl par excellence sehr gut, auch teilweise imposant, aber phrasenweise mit seinem nasal-gepressten Organ nicht zum Anhören.

PS: Was mich am Haus extrem stört sind die unzumutbar kleinen, engen "Häuseln"...

21. Dezember 2019
9:10
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HESE
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"Halka" aus dem TAW  ist heute Nacht um ca. 3 Uhr auf ORF III gezeigt worden (ohne Untertitel).

Warum zu dieser Zeit und warum nicht ordentlich angekündigt?

20. Dezember 2019
19:05
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Ich meine das ganz ohne Spott und Häme, aber ich denke, dass Ihnen die Musik gefallen könnte!

Zur Inszenierung: Im wesentlichen ist sie ziemlich zahm. Sie ändert am Stück nur insofern was, als sie in einer anderen Zeit spielt.

20. Dezember 2019
11:24
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Habe Ausschnitte in KulturMontag gesehen und gehört, klingt gar nicht so schlecht. Werde mir morgen die Ö1-Übertragung anhören.

Die Inszenierung (geht nach Warschau) ist offensichtlich gewöhnungsbedürftig, soweit ich ausschnittsweise beurteilen kann, die traditionell besonders konservativen Polen werden nicht amused sein über das, was man optisch aus ihrer Nationaloper gemacht hat. 

19. Dezember 2019
23:13
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Gast
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Do., 19. Dezember 2019: WIEN (Theater an der Wien): Stanisław Moniuszko, Halka

​Heute war ich zum zweitenmal in der Halka und habe einen insgesamt positiveren Eindruck mitgenommen, hauptsächlich deshalb, weil sich die Sänger in einer durchwegs verbesserten Verfassung präsentierten (was mich nicht wundert, denn jetzt war die Premierennervosität weg), in erster Linie Piotr Beczała hat mir heute (zu meinem Erstaunen) ausgezeichnet gefallen! Das muss ihm mal einer nachmachen! Zumal ich heute einen besseren Stehplatz hatte, kann ich auch was zur Inszenierung schreiben: Sie wirkt in sich schlüssig und ist nie langweilig (die Bühne ist in ständiger Bewegung, was jedoch auch nicht übertrieben wirkt), gleichwohl erschließt sich mir der Sinn der zeitlichen Verlegung nicht, und - schlimmer - die Charakterzeichnung bleibt an der Oberfläche (Janusz mit Alkoholproblem, ein Geld zählender Stolnik, ...). Die Musik hat mir beim zweitenmal genausowenig gefallen (es handelt sich quasi hauptsächlich um Verdi, teilweise auch um Tschaikowski und Dvořák - ich konnte keine spezifische Moniuszko-Musiksprache wahrnehmen), allerdings habe ich den vierten Akt als besser als am Sonntag, die ersten drei Akte hingehen als schlechter wahrgenommen. - Den Dirigenten habe ich am Sonntag vergessen zu erwähnen: Łukasz Borowicz war's.

19. Dezember 2019
10:56
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Zu Halka kann ich nichts sagen und werde auch nichts sagen können, Gurnemanz, aber als Cavaradossi habe ich Beczala hervorragend in Erinnerung, kein "stemmen oder drücken".

Ein wenig Bauchweh habe ich vor seinem Lohengrin, obwohl er durchwegs beste Kritiken hatte, ich glaube bisher in Dresden, Zürich und Bayreuth mit dieser Rolle.

16. Dezember 2019
0:38
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So., 15. Dezember 2019: WIEN (Theater an der Wien): Stanisław Moniuszko, Halka

Das Theater an der Wien ist ja immer wieder für Raritäten zu haben, und seit heute gibt es dort bis Ende Dezember die hierzulande sogut wie nie gespielte Oper Halka des polnischen Stanisław Moniuszko zu hören. Polnisch ist ja nicht gerade eine Sprache, die mit der Gattung der Oper assoziiert wird, aber zumal ich vor einiger Zeit Szymanowskis Król Roger kennen- und liebengelernt hatte, war ich voller Vorfreude.

Meine Vorfreude war allerdings teilweise unberechtigt. In Szymanowskis Roger findet man einen Klangteppich farbenreicher, aufwallender, leidenschaftlicher Musik verbunden mit einer sehr guten (Meta-)Handlung, während Moniuszko in polnischer Verdi ist, und das ist nicht positiv gemeint. Ehrlich gesagt: Es klingt für mich tatsächlich wie Verdi (wenn auch nicht ganz so schlimm): das Humptata, die typischen Arien/Duette, Massenszenen etc. Naja, Uraufführung 1858, da darf man keine Musik des 20. Jahrhunderts erwarten. Also nehme ich diese Oper, wie sie ist - ich räume allerdings ein, dass ich ihre Handlung für ziemlich sinnentleert halte. Musikalisch zieht sich insbesondere der vierte Akt.

Musikalisch hingegen bewegte sich die Aufführung auf SEHR hohem Niveau; das war sehr erfreulich. Da ich das Werk nicht gekannt hatte, möchte ich mich zu den einzelnen Darbietungen nur oberflächlich äußern: Es war eine ausgezeichnete Ensembleleistung mit Sängern, die ihre Rollen gut ausfüllten und sich auch in der polnischen Aussprache hörbar wohl fühlten (allerdings spreche ich kein Polnisch). Besonders gut haben mir Tomasz Konieczny als Janusz und Corinne Winters als Halka gefallen. Konieczny halte ich für einen tollen Sänger, ich verstehe nicht, wieso ihn einige überhaupt nicht aushalten. Ich bin kein Fan von Piotr Beczała, denn er stemmt/drückt mir zu viel (als Cavaradossi daher für mich nix - aber warten wir jetzt mal den Lohengrin ab), aber als Jontek war er sehr gut aufgehoben! Ich denke, dass das slavische Repertoire für ihn besser wäre als das italienische, aber mit ersterem kann man halt keine Karriere machen (und ich verstehe, dass er das tut, wenn sich ihm die Gelegenheit bietet). Ebenfalls sehr in Ordnung, wenn auch ein bisschen schwächer waren Alexey Tikhomirov (Stolnik), Natalia Kawałek (Zofia) und Lukas Jakobski (Haushofmeister). Nett das Wiederhören mit Paul Schweinester als Góral (bei dem ich mich aus bestimmten Gründen frage, wieso er aus dem Off singen musste). Orchester (ORF Radio-Symphonieorchester Wien) und Chor (Arnold Schoenberg Chor) haben mir sehr gut gefallen, allerdings habe ich keinen Vergleich. Zur Inszenierung von Mariusz Treliński (Bühne: Boris Kudlička, Kostüme: Dorothée Roqueplo) kann ich kaum etwas schreiben in Anbetracht dessen, dass ich einen Stehplatz mit nur sehr wenig Sicht hatte. Die Handlung ist in die Gegenwart verlegt, was ja generell weder gut, noch schlecht ist.

Also kurz zusammengefasst: Aufführung top, Werk flop. Trotzdem empfehle ich hinzugehen, denn das Werk hört man demnächst sicher nicht mehr in Wien. Außerdem gibt es andere, sehr positive, Meinungen!

P.S.: Was soll das überhaupt, dass die THADW-Programmhefte jetzt 4,80 statt 3,80 kosten?! Der reinste Wucher!

P.P.S: Gerüchtehalber kommen nächste Saison Jenůfa und Porgy+Bess in's Theater an der Wien. Darauf freu ich mich! Und natürlich ganz besonders auf Prokofjevs Feurigen Engel im April 2020!

P.P.P.S.: In der U-Bahn bin ich nach der Aufführung mit einer mir zuvor unbekannten 73jährigen Frau in's Gespräch gekommen, die kürzlich in Neuwirths Orlando war und mit der ich mich ein paar Stationen lang sehr angenehm über die zeitgenössische Opernszene unterhalten habe. Für mich wieder einmal sehr schön zu sehen, dass auch ältere Besucher neugierig auf Neues sind, eine konkrete Meinung dazu haben und Stammgäste der Neuen Oper Wien sind. Das ist super! Sie zeigte sich auch sehr erfreut, dass auch jemand aus der jüngeren Generation eine ganz ähnliche Einstellung wie sie hat.

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