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großes Schweigen - Schwelgen in Vergangenheit | Seite 3 | OnlineMerker | Forum

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großes Schweigen - Schwelgen in Vergangenheit
12. April 2020
23:45
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alcindo
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27. Februar 2018
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um in der näheren vergangenheit zu schwelgen habe ich mir auf ORFIII wieder die Cavalleria aus Salzburg angeschaut...schwelgen kann man kaum, war doch das meiste szenisch verzerrt, und auch Thielemann hat die vorgaben der partitur teilweise nicht ernst genommen. irgendjemand hier hat vor kurzem die aufnahme mit Gigli unter Mascagni erwähnt, die habe ich schnell gesucht. dieser irgendjemand, ich erinnere mich nicht, wer es war, meinte er dirigiere sehr langsam, das stimmt, er hat es aber auch so komponiert. auf jeden fall sollte sich  jeder dem die Cavalleria gefällt diese aufnahme anhören. auch Gino Becchi verdient gehoert zu werden..Maestri sang vieles daneben.  apropos Cavalleria Rusticana hatte als Deutschen untertitel  praktisch die uebersetzung: Sizilianische Bauernehre.....davon war in Salzburg absolut nichts zu finden, nur die atmosphaere einer kleinen miesen Industrieprovinzstadt, in der man singt auf der Piazza zu sein und bei Stoelzl singt man das in einer mansarde mit varioluxfenster....und dann wird es halt für den, der das gesungene versteht laecherlich, apropos Gigli singt am schluss nicht addoeo, sondern addio

12. April 2020
1:50
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Gianni Roccanova
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statist sagt

Na, ich hoffe einfach mal, dass diese Krise auch hier Impulse setzt....und jetzt wo man sieht, dass selbst kleinere Häuser spontan digital mitspielen können wird das die großen Häuser hoffentlich anstacheln. Per se bin ich ja dafür, dass alles was irgendwie steuer(mit)finanziert ist  - allein schon aus Gründen der Barrierefreiheit - digital zugänglich sein sollte.

So, heute beschließe ich meinen Tag nach den Pagliacci aus Salzburg (ein wunderbarer Arlechino), einem aufwühlenden ersten Akt Frosch (interessante Regie) aus München mit der Cosi aus London - man könnte es glatt genießen, wenn da nicht diese unsägliche Ursache für das ganze wäre. Frohe Ostern miteinander  

Ebenfalls frohe Ostern, vielen Dank und: eine sehr gute Wahl! Die Londoner Così stammt ja vom kürzlich verstorbenen Jonathan Miller, einem der intelligentesten Theater- und Opernregisseure. Der Münchner FroSch-Regisseur Warlikowski hätte dieses Jahr in Salzburg bei der "Elektra" zuschlagen sollen ... pardon, was schreibe ich da, ich meine natürlich: Er soll sie inszenieren ... 😉  Und in Salzburg haben sich die Philharmoniker nicht besonders gut mit Hengelbrock verstanden, dessen Così-Dirigat zwar etwas charmelos und kühl, aber sehr gut ist.

Natürlich teile ich die Meinung bezüglich digitaler Zugänglichkeit und quasi Barrierefreiheit. Da sollte man sich selbst etwas einfallen lassen, bevor andere kommen, und vorschreiben, was getan werden muss, und ein Monopol errichten. Europa agiert da immer sehr lahmarschig und zum eigenen Nachteil.

11. April 2020
22:55
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statist
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Gianni Roccanova sagt

Sehr guter Hinweis, leider aber ein weiterer Beleg, dass viele Theater im deutschspachigen Raum nicht besonders flexibel agieren, sondern versteinert und eingerostet und Trends meistens mit großer Verspätung hinterherlaufen, während die Musik eigentlich schon anderswo spielt.

Die Wiener Staatsoper hat eine reichhaltige Geschichte mit den größten und prominentesten Künstlern aufzuweisen. Hier wäre eine Archivöffnung wirklich ein Gewinn, die aktuelle Situation ist sehr bescheiden, und hier könnte man zum Vorreiter werden. Wenn man nur will. Aber man kann natürlich auch einfach alles YouTube überlassen, wo etliche Mitschnitte zu finden sind. Dann würde man wieder eine Chance und natürlich Einnahmen und PR versäumen, aber das ist durchaus typisch für Europa, das im Bereich Digitalisierung immer mehr zurückfällt.  

Na, ich hoffe einfach mal, dass diese Krise auch hier Impulse setzt....und jetzt wo man sieht, dass selbst kleinere Häuser spontan digital mitspielen können wird das die großen Häuser hoffentlich anstacheln. Per se bin ich ja dafür, dass alles was irgendwie steuer(mit)finanziert ist  - allein schon aus Gründen der Barrierefreiheit - digital zugänglich sein sollte.

So, heute beschließe ich meinen Tag nach den Pagliacci aus Salzburg (ein wunderbarer Arlechino), einem aufwühlenden ersten Akt Frosch (interessante Regie) aus München mit der Cosi aus London - man könnte es glatt genießen, wenn da nicht diese unsägliche Ursache für das ganze wäre. Frohe Ostern miteinander

11. April 2020
21:03
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Gianni Roccanova
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statist sagt
pardon dass ich,  nachdem ich diese Diskussion angezettelt habe, mich jetzt erst wieder einschalte....

Bezüglich der Debatte zur Öffnung von Archiven bzw. der prinzipiellen Zugänglichkeit von Aufzeichnungen finde ich das aktuelle Interview aus den Tagesinfos mit dem Frankfurter Intendanten Loebe interessant.

Frankfurt rühmt sich zum x-ten Mal Opernhaus des Jahres zu sein hat aber so gar nichts beizutragen, weil die wenigen Aufzeichnungen die es gibt nicht gestreamt werden können, weil mit der Produktionsfirma so etwas nicht vorgesehen ist....und die Stadt Frankfurt sich keine festen Kameras leisten kann um selbst Aufzeichnungen zu produzieren. Ich glaube eher, da hat jemand ein Thema verschlafen.....  

Sehr guter Hinweis, leider aber ein weiterer Beleg, dass viele Theater im deutschspachigen Raum nicht besonders flexibel agieren, sondern versteinert und eingerostet und Trends meistens mit großer Verspätung hinterherlaufen, während die Musik eigentlich schon anderswo spielt.

Die Wiener Staatsoper hat eine reichhaltige Geschichte mit den größten und prominentesten Künstlern aufzuweisen. Hier wäre eine Archivöffnung wirklich ein Gewinn, die aktuelle Situation ist sehr bescheiden, und hier könnte man zum Vorreiter werden. Wenn man nur will. Aber man kann natürlich auch einfach alles YouTube überlassen, wo etliche Mitschnitte zu finden sind. Dann würde man wieder eine Chance und natürlich Einnahmen und PR versäumen, aber das ist durchaus typisch für Europa, das im Bereich Digitalisierung immer mehr zurückfällt.

11. April 2020
20:38
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statist
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pardon dass ich,  nachdem ich diese Diskussion angezettelt habe, mich jetzt erst wieder einschalte....

Bezüglich der Debatte zur Öffnung von Archiven bzw. der prinzipiellen Zugänglichkeit von Aufzeichnungen finde ich das aktuelle Interview aus den Tagesinfos mit dem Frankfurter Intendanten Loebe interessant.

Frankfurt rühmt sich zum x-ten Mal Opernhaus des Jahres zu sein hat aber so gar nichts beizutragen, weil die wenigen Aufzeichnungen die es gibt nicht gestreamt werden können, weil mit der Produktionsfirma so etwas nicht vorgesehen ist....und die Stadt Frankfurt sich keine festen Kameras leisten kann um selbst Aufzeichnungen zu produzieren. Ich glaube eher, da hat jemand ein Thema verschlafen.....

11. April 2020
17:45
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Gianni Roccanova
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tristan62 sagt

ad Gianni R. (18): Ich weiß nicht, wie weit Sie mit der österr. Realverfassung vertraut sind. Einer österr. Gewerkschaft, noch dazu einer solch effizienten wie jener der Bundestheater, etwas wegzunehmen, was man ihr einmal gegeben hat, ist nahezu unmöglich.

Private Mitschnitte darf der ORF sicher nicht verwenden, wegen der Rechte.

Die Mitschnitte von Burgtheater-Premieren bekommt man von der österr. Mediathek nur, wenn man erin wissenschaftliches oder berufliches Interesse nachweisen kann. Ich weiß es, weil ich es schon versucht habe. 

Ich kenne die Realverfassung, und daher weiß ich auch, dass in Österreich manches verhindert wird, aber auch sehr viel möglich ist, wenn die richtigen Stellen etwas wollen. Und wenn noch öffentlicher Druck hinzukommt und alle Augen gebannt das Geschehen verfolgen, bleibt oft kein Stein auf dem anderen.

Daher bin ich ziemlich sicher, dass hier definitiv etwas möglich wäre.

Und auch mit der Gewerkschaft ließe sich ein Weg finden. Nur wenn man aus Angst gar nichts macht, dann geschieht wirklich nichts. Wenn man von vornherein in die Knie geht, kann man nicht und nichts gewinnen. Ich wüsste auch nicht, was die Gewerkschaft davon hätte, dass möglichst keine Mitschnitte verfügbar sind. Auch die Bundestheater sind ja an einem guten öffentlichen Image interessiert, um weiter finanziert zu werden, und das betrifft auch die Mitarbeiter und somit die Gewerkschafter.

Private Mitschnitte: Da gab es den Fall von Axel Cortis "Schalldämpfer", als bei Ö1 ein CD-Edition erscheinen sollte, musste auf private Mitschnitte zurückgegriffen werden, weil die originalen Bänder vernichtet worden waren.

Hinzufügen möchte ich: Selbstverständlich kann und muss auch der ORF in solche Pläne einbezogen werden, durchaus auch zu seinem (finanziellen) Vorteil. Aber er ist auch kein Privatunternehmen, sondern hat einen Kultur- und Bildungsauftrag, dem er auch auf diese Weise nachkommen könnte, eben durch eine (teilweise) Öffnung der Archive, also ähnlich wie bei öffentlichen Bibliotheken.

11. April 2020
17:25
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alcindo
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27. Februar 2018
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schoen dass Sie von wegen Wildschuetz jetzt eine antwort gegeben haben.... ich dachte sie sprachen über einen stream... der hätte mich interessiert...nun die WSTO ist ein opernhaus in einem deutschsprachigem land , muss also auch die deutsche oper pflegen, und der Wildschuetz ist halt doch so etwas wie der Liebestrank in der italienischen oper. auch Zar und Zimmermann sollte endlich einmal gut gemacht werden nach dieser grässlichen inszenierung in der VO.  dass Ihnen andere werke interessanter erscheinen ist in ordnung, aber es wird auch andere geben, die noch etwas fuer die spieloper übrig haben.  wäre es ein stream, ich hätte es mir auf jeden fall angeschaut, weil so ein werk finden sie nirgendwo und -wann anders, Butterflys und Aidas gibt es einige. 

11. April 2020
16:52
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Gianni Roccanova
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alcindo sagt
Gianni, Sie antworten nicht auf meine  wiederholte frage bezüglich Wildschuetz...oder war es vielleicht der Freischütz??  

Ich hatte es seltsam gefunden, dass der "Wildschütz" im Rahmen der Staatsopern-CD-Edition veröffentlicht wurde, dagegen andere Mitschnitte nicht. Sie können das unten nachlesen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, mich interessiert eigentlich anderes, wie Sie in diesem Thread nachlesen können. Nämlich dass endlich eine Lösung angestrebt wird, Staatsopern-Mitschnitte verstärkt zugänglich zu machen.

11. April 2020
16:42
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alcindo
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27. Februar 2018
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Gianni, Sie antworten nicht auf meine  wiederholte frage bezüglich Wildschuetz...oder war es vielleicht der Freischütz??

11. April 2020
16:18
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Gianni Roccanova
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(korrigiert oben neu eingestellt)

11. April 2020
14:41
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tristan62
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ad Lohengrin (15): Es geht, glaube ich, weniger die Nachkommen Prawys und Löbls zu entschädigen. Offenbar wurde in diesen Sendungen sehr oft auch Fremdmaterial anderer Sender verwendet und waren die Rechte dazu nur für eine bestimmte Anzahl von Ausstrahlungen bzw. für einen gewissen Zeitraum gegeben. Da müßte man dann mit jedem dieser Sender - möglicherweise läßt sich z.T. gar nicht mehr feststellen welche - extra neu verhandeln.

ad Gianni R. (18): Ich weiß nicht, wie weit Sie mit der österr. Realverfassung vertraut sind. Einer österr. Gewerkschaft, noch dazu einer solch effizienten wie jener der Bundestheater, etwas wegzunehmen, was man ihr einmal gegeben hat, ist nahezu unmöglich.

Private Mitschnitte darf der ORF sicher nicht verwenden, wegen der Rechte.

Die Mitschnitte von Burgtheater-Premieren bekommt man von der österr. Mediathek nur, wenn man erin wissenschaftliches oder berufliches Interesse nachweisen kann. Ich weiß es, weil ich es schon versucht habe.

11. April 2020
14:27
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alcindo
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27. Februar 2018
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Gianni, auf den Wildschütz vergessen Sie konsequent

private aufnahmen sind im grunde alle illegal und verboten, aus der "guten alten zeit" wird es kaum private videos geben, nur Audioaufnahmen, ich habe eine ganze menge..., erst aus den letzten jahren gibt es viele smartphoneaufnahmen, wie gesagt alle illegal und daher öffentlich kaum verwertbar

11. April 2020
14:01
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Gianni Roccanova
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tristan62 sagt
Um ein bißchen Licht ins Dunkel dieser Diskussion zu bringen:

Wir müssen unterscheiden zwischen Audio- und Video-Mitschnitten:

Radioüberttragungen gab es von der Operneröffnung 1955. Diese wurden zunächst 1985 anläßlich des 30-Jahrjubiläums der Wiedererföffnung in der legendären Sendung "Phonomuseum" von Gottfried Kraus (immer Samstag ab 22.10 Uhr, manchmal auch um 19.30 Uhr) gesendet. Diese Sendung wurde jedoch aus nie genau eruierbaren Gründen noch zu einer Zeit als Herr Kraus noch aktiv war, eingestellt. Dann gab es bis 1960 nur sporadisch Aufzeichnungen, wobei vieles aus dieser Zeit fehlt (Premieren von Ring, Tristan, Butterfly, Tosca, Maskenball usw.). Erst 1960 gab es regelmäßig Übertragungen oder Aufzeichnungen. Einige der Mitschnitte der Operneröffnung sowie Aufnahmen ab 1960 sind im Rahmen der Serie "Wr. Staatsoper-Live" hauptsächlich beim Label "Orfeo" und teilweise auch bei "DGG" erschienen. Gelegentlich hat auch der ORF zu speziellen Anlässen (Sängerjubiläen u.ä,) alte Aufzeichhnungen, z.B. die legendäre Turandiot-Premiere von 1961 (Nilsson,Price,di Stefano) am Samstag-Operntermin gesendet. Und manches ist natürlich auch am "grauen" CD-Markt erschienen.

Das Problem all dieser Aufnahmen ist jedoch, daß sie nicht im Eigentum des ORF sondern der Bundestheaterholding sind und auch dort aufbewahrt werden. D.h., der ORF muß jedes Mal, will er eine solche Aufführung senden, bei der Bundestheaterholding um Genehmigung ansuchen und ist m.W. auch eine Abschlagszahlung für die Rechte zu leisten. Das war die Bedingung, daß die Gewerkschaft überhaupt Übertragungen und Aufzeichnungen von Staatsopernvorstellungen zugestimmt hat.

Fernsehübertragungen von Vorstellungen der Staatsoper gibt erst seit dem 29.1.1978 (Fidelio unter Bernstein) und viele der in den vorherigen Beiträgen genannten Aufführungen wurden nie für das Fernsehen aufgezeichnet.

Was die Sendiung "Lieben Sie Klsassik?" betrifft, so habe ich einmal bei ORF III angefragt, ob nicht eine Wiederholung möglich wäre. Man hat mir geantwortet, daß dies, ähnlich wie bei den Sendungen von Marcel Prawy (Opernführer u.ä.) aus rechtlichen Gründen  leider nicht möglich sei.  

Vielen herzlichen Dank für die grandiose Aufschlüsselung des Themas! Das ist enorm hilfreich.

Ich ziehe daraus den Schluss: Es wäre durchaus vieles möglich - aber zuerst müsste die Lage juristisch geprüft werden. Was natürlich Geld kostet (es sei denn, es kämen, zumindest am Beginn, Freiwillige ins Spiel).

Dann müsste es Entscheidungen geben, etwa auch auf der politischen Ebene. Die damalige Haltung der Gewerkschaft empfinde ich als für das Jahr 2020 nicht mehr angemessen. Es wäre interessant, welche Regelungen für die Live-Übertragungen auf den Platz vor der Oper gelten. Jedenfalls kann es nicht sein, dass vorhandene Mitschnitte nach einmaligem Senden verschwinden oder nur unter erheblichem Aufwand wieder verwendet werden können. Denn: Die Bundestheater sind kein Privatunternehmen, die Staatsoper ist nicht für sich selbst da, sondern in erheblichem Ausmaß von finanziellen Transaktionen (=Subventionen) des österreichischen Staates, somit der Steuerzahler, abhängig. Daraus ergibt sich die Pflicht einer Gegenleistung, damit auch Personen in Vorarlberg angemessen an dem von ihnen mit ermöglichten Angebot der Staatsoper teilnehmen können. Was auch nicht kostenlos sein muss, was aber auch nicht auf einen einmaligen Zeitpunkt limitiert werden kann. Schon die "Turandot" der 1960er Jahre basiert auf Leistungen österreichischer Steuerzahler. Es ist somit nicht argumentierbar, die Dokumentation von Staatsopern-Aufführungen - es geht gar nicht um das Recht auf persönliche Anwesenheit bei Vorstellungen - nahezu komplett dem Zugriff der Öffentlichkeit zu entziehen. Aus kultureller wie auch aus wissenschaftlicher Sicht sehe ich hier den Staat sowie in weiterer Folge auch die Bundestheater und die Staatsoper in einer Bringpflicht. Dies müsste auch die Gewerkschaft so erkennen können, deren aktuelle Haltung ich natürlich nicht kenne (vielleicht gibt es da ohnehin eine große Aufgeschlossenheit, wir haben immerhin 2020).

Vorläufiges Fazit: Zuerst juristische Prüfung der Situation, danach weitere Schritte unter Einbeziehung der politischen Seite. Argumentation hinsichtlich politischer Notwendigkeit, aber auch in wissenschaftlicher und kultureller Hinsicht, nicht zuletzt prinzipiell als Dokumentation (wie in einer Bibliothek). In der dritten Phase ginge es um die technische Realisierung. Hier ist die ganze Bandbreite vorstellbar, vom bloßen Streaming bis hin zu wissenschaftlichen Editionen, technisch bearbeitet bzw. verbessert oder nicht usw. Und wenn ein Unternehmen - das könnte auch die Staatsoper selbst sein - es wagen sollte, besondere Glanzstücke in spezieller Prachtausstattung herauszugeben (mit Fotos, Kommentaren, Erinnerungen, beigelegtes historisches Programmheft usw.), sollte das ermöglicht werden.

Somit geht es eigentlich nur darum, wer hier einen ersten Schritt setzt und den Ball ins Rollen bringt. Ich selbst würde mich jederzeit mit meinen Fähigkeiten und Kenntnissen diesbezüglich einbringen, auch die Politik kontaktieren usw. Meiner Erfahrung nach ist vieles möglich, es muss nur einmal ein Anfang gemacht werden. Von selbst aktiv wird die Politik eher nicht, und wie der künftige Staatsopern-Chef aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit hier denkt, ist noch nicht klar. Dass er natürlich ein kundiger, interessierter Partner sein könnte, ist sehr gut vorstellbar. Und warum die Kulturstaatssekretärin abgeneigt sein sollte, wüsste ich auch nicht, ihre Partei steht ja eher nicht für ein elitäres Kulturverständnis, sondern für Öffnung. Weil alles mit Arbeit verbunden ist, müsste der erste Schritt von außen und quasi als Vorleistung getan werden. Ich erwarte nicht, dass es etwa in der Kulturbürokratie gesteigertes Interesse daran gibt, sich selbst Arbeit zuzuschanzen. Dass allerdings interessierte Verbündete gewonnen werden können, schließe ich nicht aus.

Kurzer Hinweis: Audio-Mitschnitte von Premieren des Burgtheaters hält die Österreichische Mediathek bereit, hier wurde offenkundig eine juristisch tragfähige Lösung gefunden. Dies könnte z. B. ein Vorbild sein.

Zusatz: Übrigens könnten insgesamt auch private Mitschnitte einbezogen werden, z. B. falls kein Material vorhanden ist.

Wie gesagt: Wenn es noch andere gibt, die hier aktiv werden möchten - ich mache natürlich sofort mit. So wie es ist, sollte es wirklich nicht bleiben. Gerne Mitteilung per privater Nachricht. Insgesamt wäre dies eine Großtat aus künstlerischer, kultureller und wissenschaftlicher Sicht.

11. April 2020
13:32
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alcindo
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27. Februar 2018
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hanslick, vielen dank für den hinweis, freue mich schon vor allem auf Bastianini, aber natürlich auch auf Sena, Giu und Siepi. auf Mama Fernandis grossen buben freue ich mich ein bisschen weniger. mein erster Carlo in dieser zeit war Vickers, der war grossartig, ich glaube mit Goltz als Elisabeth

Ostergrüße vom alcindo

11. April 2020
11:36
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zur vergangenheit, ORF radio sendet heute um 19,30 DON CARLO Salzburg 1958 wer ihn nicht schon in den regalen stehen hat, heute ist eine chance ihn aufzunehmen!

chris tina tengel moderiert, zum glück nicht dieser blees.

11. April 2020
11:04
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Lohengrin2
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....aus rechtlichen Gründen leider nicht möglich sei.

Ein Jammer! Ich bin allerdings sicher, dass, wenn man (ORF) sich entsprechend dahinter hängt und ein wenig Geld (was für allen möglichen Unsinn reichlich aus dem Fenster geworfen wird) in die Hand nimmt, manches möglich gemacht werden kann.......

11. April 2020
10:45
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tristan62
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Um ein bißchen Licht ins Dunkel dieser Diskussion zu bringen:

Wir müssen unterscheiden zwischen Audio- und Video-Mitschnitten:

Radioüberttragungen gab es von der Operneröffnung 1955. Diese wurden zunächst 1985 anläßlich des 30-Jahrjubiläums der Wiedererföffnung in der legendären Sendung "Phonomuseum" von Gottfried Kraus (immer Samstag ab 22.10 Uhr, manchmal auch um 19.30 Uhr) gesendet. Diese Sendung wurde jedoch aus nie genau eruierbaren Gründen noch zu einer Zeit als Herr Kraus noch aktiv war, eingestellt. Dann gab es bis 1960 nur sporadisch Aufzeichnungen, wobei vieles aus dieser Zeit fehlt (Premieren von Ring, Tristan, Butterfly, Tosca, Maskenball usw.). Erst 1960 gab es regelmäßig Übertragungen oder Aufzeichnungen. Einige der Mitschnitte der Operneröffnung sowie Aufnahmen ab 1960 sind im Rahmen der Serie "Wr. Staatsoper-Live" hauptsächlich beim Label "Orfeo" und teilweise auch bei "DGG" erschienen. Gelegentlich hat auch der ORF zu speziellen Anlässen (Sängerjubiläen u.ä,) alte Aufzeichhnungen, z.B. die legendäre Turandiot-Premiere von 1961 (Nilsson,Price,di Stefano) am Samstag-Operntermin gesendet. Und manches ist natürlich auch am "grauen" CD-Markt erschienen.

Das Problem all dieser Aufnahmen ist jedoch, daß sie nicht im Eigentum des ORF sondern der Bundestheaterholding sind und auch dort aufbewahrt werden. D.h., der ORF muß jedes Mal, will er eine solche Aufführung senden, bei der Bundestheaterholding um Genehmigung ansuchen und ist m.W. auch eine Abschlagszahlung für die Rechte zu leisten. Das war die Bedingung, daß die Gewerkschaft überhaupt Übertragungen und Aufzeichnungen von Staatsopernvorstellungen zugestimmt hat.

Fernsehübertragungen von Vorstellungen der Staatsoper gibt erst seit dem 29.1.1978 (Fidelio unter Bernstein) und viele der in den vorherigen Beiträgen genannten Aufführungen wurden nie für das Fernsehen aufgezeichnet.

Was die Sendiung "Lieben Sie Klsassik?" betrifft, so habe ich einmal bei ORF III angefragt, ob nicht eine Wiederholung möglich wäre. Man hat mir geantwortet, daß dies, ähnlich wie bei den Sendungen von Marcel Prawy (Opernführer u.ä.) aus rechtlichen Gründen  leider nicht möglich sei.

11. April 2020
10:05
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alcindo
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caro Gianni, jetzt haben Sie mir aber noch immer nicht verraten, wann der Wildschuetz gestreamt wurde oder wird. ich sehe, dasss Sie eine liste machen, dann nehmen Sie ruhig den Wildschuetz und die zerraufte braut dazu

saluti pascquali

11. April 2020
5:17
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Gianni Roccanova
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alcindo sagt
caro Gianni, Sie haben mir noch immer nicht verraten, wann der Wildschuetz gestreamt wurde, auch bitte genauer lesen, ich schlage gar nichts vor sondern meine nur, dass dieser Wildchs oder auch die zerraufte braut zum repertoire der WSTO gehören und dass auch diese werke ihr publikum haben. ich kann gar nichts vorschlagen, weil ich nicht weiss, was vorhanden ist und was rechtlich moeglich ist. auf jeden fall, und das wird Gurnemanz freuen wäre da die Jenufa mit Benackova und Leonie dabei oder die Turandotpremiere mit Nilsson oder aus meiner stehplatzzeit die Tosca mit Tebaldi.....aber was davon wird man wirklich haben, oder die Elektra mit Nilsson, Rysanek und Resnik, oder die Entführung mit Wunderlich, das waren aber auch noch alles Inszenierungen, die man sich gern angeschaut hat und nicht von der musik und den Sängern abgelenkt wurde. halbnackte und nackte kommen auch nicht vor..... auch die Bohemepremiere würde ich gerne sehen, da ich als sehr prominenter statist mit dabei war...  

Danke für die Antwort. Mir ging es um Wünsche, was aus dem Staatsopernrepertoire als Mitschnitte veröffentlicht werden könnte und sollte. Egal, was faktisch oder rechtlich möglich ist, das lässt sich dann in einem nächsten Schritt herausfinden. Es gibt ORF-Mitschnitte, und es gibt Staatsopern-interne Aufzeichnungen. Hinzu kommen Mitschnitte bzw. Bootlegs von Fans. Wie auch immer, es geht zunächst darum, Wünsche und Vorschläge zu sammeln. Im übrigen bin ich sicher, dass hier Material vorhanden ist, das verwendet werden könnte. Speziell als der ORF anfing, Premieren mitzuschneiden. Im übrigen erinnere ich an die ORF-Sendung "Lieben Sie Klassik?", die aus Ausschnitten von Staatsopern-Aufführungen bestand, deren - bisher nicht stattgefundene - Veröffentlichung historisch interessant wäre.

Somit sammle ich:

-Jenufa (Gabriela Benackova-Cap und Leonie Rysanek), 1987-1991

-Turandot (Birgit Nilsson), 1961 (auch spätere Aufführungen bis 1974 mit Nilsson in der Titelrolle)

-Tosca (Renata Tebaldi), 1958 (Premiere und spätere Aufführungen bis 1961)

-Die Entführung aus dem Serail (Fritz Wunderlich), 1965 (Premiere, auch frühere Aufführungen 1963-1966)

-Elektra (Nilsson, Rysanek, Resnik): 1965 (Premiere, und spätere Aufführungen bis 1973)

-Bohème, 1963 (Premiere, hier wären auch interessant die Aufführungen unter Karajan 1977-1978)

10. April 2020
21:52
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alcindo
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caro Gianni, Sie haben mir noch immer nicht verraten, wann der Wildschuetz gestreamt wurde, auch bitte genauer lesen, ich schlage gar nichts vor sondern meine nur, dass dieser Wildchs oder auch die zerraufte braut zum repertoire der WSTO gehören und dass auch diese werke ihr publikum haben. ich kann gar nichts vorschlagen, weil ich nicht weiss, was vorhanden ist und was rechtlich moeglich ist. auf jeden fall, und das wird Gurnemanz freuen wäre da die Jenufa mit Benackova und Leonie dabei oder die Turandotpremiere mit Nilsson oder aus meiner stehplatzzeit die Tosca mit Tebaldi.....aber was davon wird man wirklich haben, oder die Elektra mit Nilsson, Rysanek und Resnik, oder die Entführung mit Wunderlich, das waren aber auch noch alles Inszenierungen, die man sich gern angeschaut hat und nicht von der musik und den Sängern abgelenkt wurde. halbnackte und nackte kommen auch nicht vor..... auch die Bohemepremiere würde ich gerne sehen, da ich als sehr prominenter statist mit dabei war...

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