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Ethos des Kritikers | Seite 3 | OnlineMerker | Forum

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Ethos des Kritikers
15. August 2021
10:41
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alcindo
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21. Januar 2021
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caro Dalmont: diesmal haben Sie zu fluechtig in die partitur geschaut, dann haetten Sie die ungenauigkeit in der koloratur mitlesen koennen, bei jedem asciugaaar wurde ritardiert, usw und das grundtempo war etwas zu schnell..........eklatant zb war auch im duett Anna-Ottavio im ersten akt die nichtbeachtung von ADAGIO in tempo. sehr ueberzogen auch das allegro assai(Mozart schreibt es auf 4, nicht alla breve) im ersten finale...piu stretto funktioniert dann nicht wirklich, usw...

das A bei vaaado (original ffffef) wird manchmal zu ffffAAggfff, die eingelegten noten sollten eigentlich erst im dacapo kommen, das waere die venezianische tradition., bei Curr wird manchmahl wahllos ornamentiert

15. August 2021
10:19
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Alcindo,

ich habe natürlich entfernt (hier geht es ja um Mozart) auch an Leonie Rysanek gedacht, über die ich nie schreiben wollte, eben weil sie Ihnen so viel bedeutet. Sie ist für mich eine der grandiosesten Singschauspielerinnen gewesen, aber die Intonationsprobleme haben doch den großartigen Eindruck im Opernhaus manchmal geschmälert. Ich habe hauptsächlich an Mozart-SängerInnen, die Sie hier, aber auch früher schon angeführt haben, gedacht.

Mit dem A auf „vaaaaaado“ haben Sie mir etwas zum Knacken aufgegeben. Ich fand dieses A nicht. Arte concert erlaubte mir jedoch, das nachzuhören. Sie meinten das F der zweigestrichenen Oktave und die Fermatenauflösung im Da capo, die Mozart in diesem Fall nicht ausgeschrieben hat. Die Urtextausgabe bietet einen Vorschlag des Herausgebers an, Spyres hat eine andere Version gewählt, vielleicht weil er das C einfach so schön beiläufig singen kann, er hat auch bei den von Mozart nicht ausgeschriebenen Auszierungen des Dacapos eigenwillige Auszierungen und Trillers gesungen. Dass der Sänger ein C der dreigestrichenen Oktave eingebaut hat, muss einem nicht gefallen, liegt jedoch wohl in seinem und des Dirigenten Ermessen. Der Dirigent hat übrigens auch die Arie nicht zerrubatisiert.

Und zum Dirigenten: Dass Sie mit ihm nix anfangen können, ist ja o.k. Aber Sie haben diejenigen, die ihm zuhören als Opernsnobs bezeichnet. Der so preziös formulierende Wahrheitssager, der mich immer an Molières „Les Précieuses ridicules“ erinnert, schrieb sogar von der Armseligkeit seiner (=der zustimmenden Zuhörer) Bedürfnisse. Argumente, die nachvollziehbar sind, sind immer willkommen. Publikumsbeschimpfung wird immer dann zum Argument gemacht, wenn belastbare Argumente fehlen.

Und Merkerer hatten schon in Wagners „Meistersingern von Nürnberg“ keine belastbaren Argumente.

15. August 2021
7:30
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schusterklareh
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3. August 2021
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Hi, Alcindo, meine Recherche du ... bringt mich zur Frage : Wieso hat sie - in Hochform - den Böhmsalomefilm  nicht gemacht ? Dank für Info, Servus

14. August 2021
23:10
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alcindo
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21. Januar 2021
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caro Dalmont, die von mir geschaezte saengerin ist natuerlich Leonie Rysanek, mit der ich immer in verbindung und in ihren letzten 10 jahren eng befreundet war.....sie hatte auch intonationsprobleme, sang aber keine Mozartpartien  seit den 50gerjahren. sie hatte aber eine jahrhundertstimme.....der Don Ottavio hat in seiner arie kein b, sondern ein A, beim a vendicar io vaaaaado hat er dann ein unpassendes C eingebaut..  zu Curr..will ich mich nicht weiter aeussern...diese art Mozart zu aktualisieren sagt mir und vielen professionellen musikern nicht zu

saluti alcindo

14. August 2021
22:54
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Dalmont
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22. Januar 2021
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Alcindo, natürlich bemerke auch ich, dass es immer wieder falsche Töne gibt, das gab es fast in jeder von mir besuchten Vorstellung, auch bei SängerInnen, die Sie besonders wertschätzen. Aber ich bin kein Merker, ich mach keine Stricherllisten wie der Beckmesser, ich fühle mich dem Hans Sachs näher. Dass immer wieder gesangstechnisch was nicht stimmt, hör ich natürlich auch – so wie viele im Publikum es tun - , aber ich geh wie die meisten nicht in die Oper, um zu überprüfen, ob der passaggio passt. Ich will das gesamte Kunstwerk erleben, und ich habe größten Respekt vor allen Künstlern.

Ob einem ein Timbre zusagt, ist immer auch eine persönliche Geschmacksfrage. Das Timbre eines Sängers, den Sie angeführt haben, sagte mir persönlich beispielsweise gar nicht zu, aber er war zweifellos ein großer Sangeskünstler. Über meine ganz persönlichen Vorlieben will ich nicht schreiben, da spielen so viele Dinge mit, über die es sich nicht sinnvoll diskutieren lässt. Spyres (warum sollte er ein C singen, wenn die Arie in B steht?), Lombardi und Priante kenne ich aus guten live-Aufführungen, leider nicht aus Wien. Das TV bot akustisch einen armseligen Abklatsch von deren Fähigkeiten. Auf Luciano freue ich mich im neuen "Barbier von Sevilla".

Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass ich Ihnen verbieten will, zurückzudenken? Ich mache das täglich. Aber ich versuche nicht, die Lebenden mit den Toten zu derschlagen. Und ich bin mir bewusst, dass die Erinnerung trügerisch ist und es nicht gut ist, sie einem reality check zu unterziehen. Ich denke an den Don Carlo von 1970 aus der Staatsoper, den ich nur im Radio gehört habe und von dem ich begeistert war. Der Live-Mitschnitt, den ich 25 Jahre später in die Hände bekam, war für mich desillusionierend, was manche sängerischen Leistungen anlangte.  

Ich habe vor kurzem zum x-ten Mal begonnen, Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit“ zu lesen. Jetzt habe ich vor, dabei zu bleiben, denn schon der erste Band ist so erhellend, wie Erinnerung funktioniert (übrigens auch, was Oper anlangt). Das nur nebenbei.

Warum ist Currentzis nur was für Opernsnobs? Ja, er ist ein Selbstdarsteller, der einem wie alle dieser Spezies auf die Nerven gehen kann. Sie schreiben „so haben die (Snobs) das noch nicht gehört“: Wollen Sie wirklich immer alles auf dieselbe Weise hören? Dann wäre es wohl am sinnvollsten, sich eine DVD einer Aufführung, die einen begeistert hat, ständig anzuschauen. Aber wer schaut sich schon ständig ein und denselben Film an?

 

PS: Ich habe den Thread angeregt, weil ich den Satz „Ethos des Kritikers: Er sei vor allem ein Wahrheitssagerfür extrem anmaßend fand. Da bleibt ja nix anderes, als die Pilatus-Frage zu stellen und anzuregen, sich mit den Kritiken Joachim Kaisers zu beschäftigen.

PSS: Mein Notenmaterial verwende ich nicht, um zu merkern. Manchmal will ich Musik nur „lesen“, oder manches am Klavier mir vergegenwärtigen.

14. August 2021
20:41
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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nur von stimmen versteht er entschieden mehr als Sie

Das berechtigt ihn -sofern das überhaupt zutrifft- nicht zu dem Ton, den er sehr oft anschlägt. Stimmenkenner solten auch in der Lage sein, in entsprechenden Tonlage zu beschreiben, was sie gehört haben.

Um die Qualität einer Darbietung einschätzen zu können, braucht niemad was "von Stimmen" vertshen, sondern Gehör und rfahrng reichen völlig aus.

Dass Sie damit zumeist überienstimmen, brauchte keiner besonderen Erwähnung, das liegt auf der Hand.

14. August 2021
19:59
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florezaficionada
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ad 19, 20: der schlüssel zum geheimnis: der gaze-vorhang! wie das im zuschauerraum wirkte, kann ich nicht beurteilen, am bildschirm störte die vernebelte sicht.

spaß beiseite, aber ein geheimnis wurde der öffentlichkeit preisgegeben:  die zumpferl -größe des davide luciano!!!!!! und das ist ja nicht nichts!

14. August 2021
19:28
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alcindo
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21. Januar 2021
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werte mme, ich verstehe schon, dass Sie die meinung von herrn prochazka oft nicht sehr goutieren, nur von stimmen versteht er entschieden mehr als Sie. er nennt auch die dinge meist beim namen, aber von veraechtlich ist da keine spur....meist deckt sich meine meinung mit der von herrn Prochazka zu 90%

14. August 2021
18:44
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Christine
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MRadema 796 : Mir auch! Wäre interessant, wer es bemerkt hat, dass da ein Geheimnis zurückgegeben wurde.

14. August 2021
18:19
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MRadema796
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20. Januar 2021
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In der Zeitschrift Bühne Nr. 10 finde ich dieses Zitat von Markus Hinterhäuser zum Don Giovanni in Salzburg: "Wir leben in einer Welt, die immer geheimnisloser wird, und Castellucci ist in der Lage, dem Kunstwerk sein Geheimnis zurückzugeben."

Das ist mir bis entgangen.

14. August 2021
17:45
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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Im konkreten Fall (DG) kann ich nichts sagen, aber Herr Th.P. hat beileibe nicht immer recht, meist generiert er sich als Scharfrichter. Ein Mensch, der die Musik liebt, schaut niemals so verächtlich auf die Leistungen der Künstler, mögen diese hervoragend oder bescheiden sein, wie es dieser Herr meist tut. Es muss beileibe nicht immer gelobhudelt sein, aber zur Aburteilung ist ein Review auch nicht da.

14. August 2021
17:02
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alcindo
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21. Januar 2021
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estimada florezaficionado: herr Prochazka hat fast immer recht mit seinen beurteilungen

mit gruss alcindo

14. August 2021
12:05
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florezaficionada
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Es stimmt: so einen don g. hat man noch nie gesehen! ein detailverliebter regisseur hat sich wahrlich mit seinen nicht immer logisch erscheinenden ideen ausgetobt, fad wars nicht,  zumindest nicht im 1.akt, es gab viel zu schauen, der voyeurismus des publikums wurde zur genüge bedient, es gab  so viel action auf der bühne , dass die besucher, die DG nicht so gut kennen, gar nicht zum mitlesen der übertitel kamen und die widersprüche des auf der bühne dargestellten zur handlung im libretto gar nicht bemerkten. die verkleidungsszene wird meiner meinung nach ad absurdum geführt, da ja die protagonisten völlig identisch gekleidet sind, natürlich wird don g. keinen hut mit feder tragen, aber eine verkehrt aufgesetzte schirmkappe hätts auch getan!!! mit d. ottavio hat man ohnehin mitleid, man muss ihn nicht noch als lächerlichen trottel hinstellen. von der jüngeren generation ist für mich benjamin bruns ein sehr guter ottavio, die  von alcindo aufgezählten sänger waren vor meiner zeit und hab ich leider nie live erlebt. auch die bankettszene, wo leporello  sich das stück  fasan einverleibt, wird in der inszenierung unverständlich.

 nach der pause packte mich schnell die langeweile: die auf der bühne im hintergrund herumspazierenden oder laufenden frauen und kleinen mädchen  lenkten geschickt davon ab, dass  rampensingen  im stehen, knieen oder liegen vorherrschte. die höllenfahrt des DG war zumindest körperlich eine leistung.

das von RC oder wars TC ? angesprochene unterbewusstsein meldete sich jedenfalls nicht , mein bewusstsein sagte mir aber: eigentlich hast du nichts versäumt, weil du nicht live in szbg dabei warst, und dir zudem noch viel geld erspart . ich werde das in la damnation de faust investieren, da bekomme ich erstklassige sänger und muss mich nicht über die inszenierung ärgern!

herr prochazka, lassen sie sich nicht beirren, sie schrieben mir aus der seele!

 

.

14. August 2021
0:30
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alcindo
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21. Januar 2021
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caro Dalmont, was mich wundert ist, dass Sie, der soviele Don Giovannis auf dem buckel und so viele partituren u klavierauszuege besitzt, nicht merkt, dass die Donna Anna zwar z teil sehr schoene aber auch einen grossen %satz an falsch intonierten toenen zu bieten hatte.   in jeder der vielen repertoire Don Giovannis habe ich bessere saenger  gehoert... am besten war  fuer mich noch Spyres, der einen sehr guten    D Ottavio sang, leider war il mio tesoro zerdirigiert, im grunde etwas zu schnell und daher mit sehr vielen gelegenheitsrubati und einer etwas ungenauen koloratur versehen, das C am schluss der arie haette er sich sparen koennen...timbremaessig kommt er aber mit den kollegen aus der vergangenheit...Dermota, Wunderlich, Gedda , auch Wynberg nicht mit. Die Elvira hat eine gute stimme und technik, sang mi tradir praktisch tonrein, was selten vorkommt....Leporello war wie der durchschnitt, derer ich schon erlebt habe, Masetto im untersten bereich....der protaonist ein fall fuer liebhaber nackter maenner auf der opernbuehne mit sehr durchschnitticher stimme.....an Siepi, Waechter und London zurueck zu denken werden sie mir wieder einmal verbieten.........mich stoerten die vielen krach- und knalleinlagen und die vieleen stehenbleiber, selten hat ein Don Giovanni so lange gedauert, vom "grossen singspiel" oder dem "dramma giocoso" war nichts uebrig geblieben.......ja und Currentzis....ein dirigent fuer opernsnobs..- so haben die das noch nicht gehoert- ich muss das nicht wieder haben

13. August 2021
9:15
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Chenier
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Dalmont, ich respektiere Ihr Meinungsbild, Sie haben auch in einigen Punkten durchaus recht, ich kann mich aber in vielen Belangen nicht anschließen. "Inszenierungen sind wie Übersetzungen fremdsprachiger Werke" ist völlig richtig, aber Übersetzungen haben rote Linien zu berücksichtigen und das zu transportieren, was die Autoren sagen möchten und in der Oper ist das wichtig, was im Libretto steht. Aus dieser Perspektive sind Inszenierungen, die Handlungsabläufe völlig verzerren und transformieren, falsche Interpretationen.

Aber zumindest haben wir formal einen dialektischen Weg gefunden, der zwar nicht zur Synthese führt, aber von Diskussionskultur begleitet wird. 

12. August 2021
1:35
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Dalmont
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline
Chenier, habe ich je das Wort Langeweile verwendet?
Ich kann Ihre Argumentation ebenfalls nicht nachvollziehen. Architektur und Malerei lassen sich wohl nicht mit theatralischen Künsten vergleichen. Die Werke der Vergangenheit müssen von heute lebenden Künstlern auf die Bühnen gestellt werden. Wenn der letzte Ton verklungen ist, ist das Werk, das erst in der Aufführung entsteht, unwiederbringlich weg (© Barenboim).

Inszenierungen sind wie Übersetzungen fremdsprachiger Werke. Nehmen Sie Shakespeare und die Übersetzungen von Schlegel/Tieck und Erich Fried: ich habe beide in Theatern erlebt, wie unterschiedlich sind sie in ihren Interpretationen.

Wie lächerlich hat man es in den 60ern empfunden, als Eberhard Wächter als Don Giovanni viermal so groß war wie die letzte Häuserzeile in der perspektivisch sich verjüngenden letzten Gasse von Damianis Bühnenbild in der Schenk-Inszenierung. Und man kann sich auch nicht erklären, warum das so gestaltet werden musste, realistisch war es jedenfalls nicht. Krips hat dann auch schnell ventiliert, dass die Inszenierung ersetzt wurde.

Karajan halte ich nicht für einen Scharlatan, für einen Opportunisten und fast so genialen Marketingexperten wie Kurz schon. Und er hat auch die „Großkritik“ – in Wien Löbl und Endler – zu instrumentalisieren gewusst. Auf Podeste gestellte „Götter“ verleiten klarerweise dazu, sich näher mit ihnen zu befassen, und dann bleibt nix anderes mehr übrig als die Podeste schief zu stellen.

Warum mir jemand, der auf der Bühne uriniert (Anspielung auf den von Ken Russell inszenierten „Faust“?) oder ein Rudolf im Raumanzug (die Pariser „Bohème“ hätte ich mir nicht angeschaut) gefallen sollte, weiß ich nicht. Ich denke, in meinen auch von Ihnen kritisierten längeren Beiträgen dargelegt zu haben, dass ich meine Einschätzung von werkgetreu im Sinne von „den Geist eines Werkes umsetzen“ eine Bandbreite von Strehler bis Kušej , Herheim, Loy, Guth und anderen umfasst (ich nenne nur die, deren Aufführungen ich im Theater gesehen habe). Sie glauben wohl nicht im Ernst, dass mir alle Inszenierungen, die neu gemacht werden – und ich schau mir hauptsächlich die neuen Arbeiten an – gefallen.

Warum glauben Sie, dass ich missionieren will? Ich formuliere meine Überzeugung, so wie Sie. Dass ich immer wieder darauf hinweise, dass ich es für zielführender halte, sich mit den Lebenden und nicht mit den Toten zu beschäftigen, sollte das schon missionieren sein? Für mich heißt das nur: in der Gegenwart leben.
Da Sie ja auch zu Beethoven eine intensive Beziehung zu haben scheinen: Fragen Sie sich wirklich bei jedem pianistischen Beethoven-Interpreten, wie er es mit Edwin Fischer oder Heinrich Neuhaus hält?
11. August 2021
22:48
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Chenier
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28. Februar 2021
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Teilweise schöne Bilder, walter, aber mit wenig Bezug zur Originalhandlung.

11. August 2021
19:03
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walter
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Seltsamerweise geht mir diese Produktion des Don G. nicht aus dem Kopf. Das Bühnenbild war ausgesprochen ästhetisch, allerdings könnte man darin zumindest die Hälfte des gängigen Opernrepertoires spielen....

Das Problem sehe ich im Zeitgeist ( Ein seltsames Wort, aber mir fällt kein passenderes ein...): Heute, besonders- aber nicht nur- auf dem künstlerischen Sektor, dürfen Alle Alles! Gefördert wird das noch durch das Verkümmern der humanistischen Grundausstattung der Menschen. Die, welche noch darüber verfügten, sind heute alt und mürbe. Es ging erstaunlich schnell vonstatten, vor gerade einmal eineinhalb Generationen musste man sich noch mit humanistischer Bildung in den Schulen herumschlagen. Heute, wo Alle Alles dürfen, lassen eben auch die Regisseure ihr verworrenes Innenleben heraushängen- wobei, einige dieser Berserker sind gar nicht mehr so jung! Vermutlich freuen sie sich, diese Zeit noch zu erleben!

Natürlich hat man alle Standardwerke bereits in jeder nur möglichen Deutung kennengelernt. Nachdem es kaum dauerhaften Nachschub gibt, muss eben so manches Opus aus alter Zeit mit klingendem Namen- der muss schon sein, wegen der Breitenwirkung!- dafür herhalten. 

Allerorten gibt es Museen zeitgenössischer Kunst, gar nicht so schlecht besucht. Gefällt den Leuten wirklich, was man dort zu sehen bekommt, oder gefällt es ihnen, weil es in einem Museum zu sehen ist? Denn dann kann es doch nicht unbedeutend sein, muss es doch Bedeutung haben, eben weil in einem Museum!

Man sollte diesen Institutionen die Nutzung des Begriffs "Museum" wehren......

Die Suche nach dem "Originalklang" lässt mich hoffen, dass es vielleicht auch wieder eine Suche nach dem "Originalbild" geben wird, und damit meine ich keine Bärenfelle oder Wikingerhelme bei Wagner, sondern das Interesse, Werke wieder so aufzuführen, wie sie die Komponisten sehen wollten. 

Ich sehe allerdings, dass ich mich in meinen eigenen Fußangeln gefangen habe, vermutet man doch, dass nicht wenige dieser Genies mit den heutigen Aufführungspraxen sehr einverstanden gewesen wären.

Ich weiß auch nicht......

walter

11. August 2021
15:25
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Chenier
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Ihre Langeweile, Dalmont, ist in keiner Form nachvollziehbar.

Die großartigsten Werke menschlicher Architektur beispielsweise kann man in ursprünglicher und authentischer Form bewundern. In Machu Picchu, beim Taj Mahal, in Gizeh oder in Chichen Itza habe ich persönlich alles andere als Fadesse empfunden, obwohl diese "Geröllhalden" schon Jahrhunderte bzw. Jahrtausende in unveränderter Form dort stehen. Soll man vielleicht in Zukunft Teile der Mona Lisa, der Nachtwache, der Jäger im Schnee oder der Sternennacht übermalen und neu gestalten, damit der Anblick spannender wird? Oder die "langweiligen" alten Texte von Platon, Aristoteles, Shakespeare, Goethe, Schiller etc. durch eine zeitgemäße Form ersetzen? Warum soll das im Operngenre anders und ein Don Giovanni, den man als Don Giovanni inszeniert, langweilig sein?

Nein, Dalmont, Ihre Argumentation überzeugt mich nicht. Wenn Sie Karajan für einen opportunistischen Scharlatan halten und Ihnen Inszenierungen, in denen, überspitzt formuliert, auf die Bühne uriniert wird und Rudolfo im Raumanzug über den Mond spaziert, gefallen, sei es Ihnen unbenommen, aber versuchen Sie nicht, ständig das aus Ihrer Sicht häretische Forum zu bekehren und missionieren.

Konkret hat mir der Don G. aus Salzburg, den ich nur vom TV kenne, musikalisch und auch szenisch nicht so schlecht gefallen, obwohl wirkliche Begeisterung fehlte, nur frage ich mich, welcher konkrete Konnex zur Handlung z. B. bei einem abgestürzten PKW, einer über die Bühne laufende Ziege oder einem halbkahl geschorenen Pudel an der Leine von Don Ottavio besteht oder welche Aussage damit vermittelt werden soll. 

11. August 2021
14:57
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Dalmont
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Ihre Schlussfrage, Christine, lässt sich nicht beantworten.

Ich kann nur von mir reden: Wie beurteile ich heute die Aufführungen, die ich von dieser Mozartoper gesehen habe?

„Don Giovanni“ unter Krips in einer (bei der Premiere nicht sehr geliebten) Schenk-Inszenierung mit Wächter, Kunz, Schreier, Holecek, Coertse, Lipp, Sciutti habe ich sehr geschätzt. Die Zeffirelli-Premiere wieder unter Krips mit Adam, Flagello, Schreier, Beckmann, Zylis-Gara, Mathis schon weniger. Die Aufführung, der Staatsoper im Theater an der Wien, die Abbado und Bondy als Leading Team verantworteten, und die Holender unter meiner Meinung nach fadenscheinigen Gründen nicht übernommen hat, mit Raimondi, Gallo, Blochwitz, Studer, Mattila, McLaughlin, ist mir in sehr guter Erinnerung, nicht zuletzt wegen Abbado, den ich immer für spannender als Muti gehalten habe. Der peinlichen Kostümshow, die Mutis Hausregisseur de Simone sich für ihn ausgedacht hat, konnte ich gar nichts mehr abgewinnen, ich hab‘ sie allerdings erst später unter Jordan mit Keenlyside, Youn, Bostridge, Merbeth, Diener, Tonca gehört und gesehen.

Dann kam Harnoncourt, mit der Aufführung, die er mit Kušej für Salzburg einstudierte, durch die Netrebko berühmt wurde und in der noch Hamson, Schade, D’Arcangelo, Pisaroni, Diener und Kožena sangen. Und das war wohl aufgrund von Harnoncourts „Klangrede“ so etwas wie ein Damaskus-Erlebnis für mich und ich mag Mozart (und auch andere) nur mehr in historisch informierten Interpretationen hören.

Bis auf Kušej waren alle Inszenierungen das, was man heute konventionell nennt, wiewohl Schenk und Bondy äußerst elaborierte Regiearbeiten waren. Aufführungen in der Zeit von Karajan und Böhm hatten damals vor allem, aber nicht nur in Salzburg zudem einen ganz anderen Charakter. Es wäre ja in jener Zeit undenkbar gewesen, Aufführungen in Jeans zu besuchen. Man ist damals mit einer Ehrfurcht, die eher einem Hochamt entsprochen hätte, in die Oper gegangen.

Alle meine „Don Giovanni“-Aufführungen – und es gäbe natürlich noch viele mehr als die angeführten  – sind in meiner Erinnerung gespeichert. Manche positiv, etliche auch negativ. Viele „Don Giovanni“-Aufführungen, die ich erst Jahre nach der Premiere im Repertoirebetrieb an der Staatsoper erlebt habe, waren szenisch und musikalisch verschludert. Zu grenzenloser Begeisterung gaben sie nicht Anlass.

Aber nochmals: warum ständig die Vergangenheit bemühen, wenn man mit der Gegenwart nicht zufrieden ist. Wenn heute wirkende Künstler – Sänger und Regisseure – sich an Vergangenes halten, haben sie sich bereits aufgegeben.

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