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Enoch Arden in der Wiener Kammeroper
31. Mai 2022
14:43
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Gurnemanz
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31. Januar 2022
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Mo., 30. Mai 2022: WIEN (Kammeroper): Ottmar Gerster, Enoch Arden (in einer Bearbeitung von Roland Geyer)

Die Situation um Wiens kleine Operngruppen ist nicht leicht: Das (eher fragwürdige) Sirene-Operntheater wird stark subventioniert, dafür ist die Neue Oper Wien ist (offenkundig) auf unbestimmbar lang währender Pause, EntarteOpera ist ganz verschwunden (für 2017 waren noch Max Brands „Maschinist Hopkins“ oder Ullmanns „Sturz des Antichrist“ angekündigt, dazu ist es jedoch leider nicht mehr gekommen), und seitdem die „richtige“ Kammeroper vor ca. 10 Jahren verschwunden ist, wird sie vom Theater an der Wien in sehr eigenartiger Weise bespielt: Bearbeitungen großer Opern für Kammerorchester und ohne Chor interessieren mich überhaupt nicht, daher gehe ich selten hin. Gestern ergab sich dann doch eine der für mich seltenen Gelegenheiten, der Kammeroper einen Besuch abzustatten, und zwar um die seit einiger Zeit so gut wie nie gespielte Oper „Enoch Arden“ von Ottmar Gerster zu hören, allerdings nicht in der Originalfassung, sondern in einer für Kammerorchester bearbeiteten (was ok ist), bei der gewisse Teile von einem großen Orchester aufgenommen und zugespielt wurden, selbiges beim Chor und der Rolle des Schultheißen (was nicht ok ist) und in einer vom scheidenden Intendanten Roland Geyer konzipierten Neufassung:

Neufassungen sind prinzipiell problematisch, denn bei ihnen stellt sich stets die Frage nach dem „Cui bono?“: Ich vermute, dass sich Geyer zu seinem Abschied nochmals künstlerisch betätigen wollte (in einem im Programmheft abgedruckten Interview auf Seite 17 erhebt er sich zum „Verfasser“, der er ganz eindeutig NICHT ist als jemand, der einfach nur eine Reihenfolge ändert und weniges weglässt) und sich dafür ein Werk ausgesucht hat, dessen Erben froh sind, wenn es überhaupt jemals gespielt wird (ein Zitat aus Seite 19 selbigen Interviews: „Zum Glück waren die Erben daran interessiert, dass dem Stück prinzipiell wieder Leben für die Bühne eingehaucht wird, und ließen eine Bearbeitung zu.“), denn für mich ist in gar keiner Weise nachvollziehbar, wieso diese Neufassung notwendig war, die im wesentlichen in einer Umgruppierung der vier Akte besteht, sodass die Hauptfigur nie zurückkommt, sondern sich die Akte 1, 2 und 4 nur in seiner Phantasie abspielen (außer jene Szenen, in denen er nicht singt) – das ist für mich aber sowohl sinnlos (denn wieso sollte er sich eine so deprimierende Heimkehr erträumen) als auch inszenatorisch (David Haneke) schlecht gelöst, weil die Grenzen zwischen Phantasie und Wirklichkeit nicht klar gezogen sind. Hinsichtlich der Inszenierung ist noch zu bemerken, dass die zahlreichen Videoeinspielungen gut gelöst sind, ich jedoch die Praxis, den Chor (Arnold Schoenberg Chor) und einen Sänger (Ivan Zinoviev als Schultheiß) audiovisuell zuzuspielen, für Unsinn halte.

Zu den Sängern: Markus Butter (mir wohlbekannt aus Graz: u.a. als Dallapiccolas „Gefangener“, als Szymanowskis „König Roger“ und als Humperdincks „Königskinder“-Spielmann) war ein guter Sänger der Titelpartie: Für die Kammeroper reicht seine etwas rauhe, aber trotzdem schöne Baritonstimme locker; Valentina Petraeva als Annemarie war der gesangliche Schwachpunkt, ihre Stimme klingt in der Höhe scharf und weist ebendort ein schnelles (ungesund klingendes) Vibrato auf, das lässt auf technische Probleme schließen; Alexander Kaimbacher (einspringend) war mit seiner markanten Stimme ein sehr guter Klas. Das Wiener KammerOrchester unter Walter Kobéra kann ich nicht beurteilen, weil ich das Stück vorher nicht kannte; Kobéra ist allerdings ein engagierter Spezialist der Musik des 20. Jahrhunderts.

Und schließlich zur Musik: Naja. Laut Programmheft (Seite 23) kann man bei Gerster „Anklänge an Franz Schreker finden“, was zumindest insofern nicht zutrifft, als (der) Schreker (dem) Gerster haushoch überlegen ist: Gersters Oper besticht durch ein interessantes Libretto und durch eine berührende Schluss-Szene, ansonsten orte ich weitgehende Langweile – inwieweit das aber der reduzierten Orchesterfassung angelastet werden kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Dass sowohl die (Ex-)Frau Enoch Ardens als auch dessen Schiff „Annemarie“ heißen, war so ziemlich das Einprägsamste des Abends, was nicht gerade für die Qualität dieses Werkes spricht. Insgesamt also eine Ausgrabung, deren Erwartungen, was mich betrifft, deutlich über dem Gebotenen lagen.

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